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Gendermedizin: HIV-positive Frauen

In Deutschland leben 80.000 Menschen mit dem HI-Virus. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wissen 14.000 Menschen nichts von der eigenen HIV-Infektion, da sie sich nicht haben testen lassen. Nach Schätzungen arbeiten ungefähr zwei Drittel der Menschen, die HIV-infiziert sind und dies wissen. Das andere Drittel erzielt kein Erwerbseinkommen; lebt von Renten oder ist zum Teil aufgrund der Folgen von HIV/AIDS auf staatliche Grundsicherung oder Krankengeld angewiesen.

In den letzten fünf Jahren haben 5.779 verschiedene Menschen mit HIV/AIDS 10.329 Hilfsanträge bei der Deutschen AIDS-Stiftung gestellt. Damit haben mehr als 26 % der HIV-Infizierten in Deutschland, die nicht erwerbstätig sind (22.000) und fast 10 % der HIV-Positiven, die sich haben testen lassen, die Hilfe der Stiftung in Anspruch nehmen müssen. Noch größer ist das Problem für HIV-positive Frauen: 2.038 der 5.779 Hilfesuchenden waren weiblich. In Bezug auf die geschätzte Anzahl der Frauen (12.375), die von ihrer Infektion wissen, sind dies über 16 %. Die Zahl der Frauen, die auf die Hilfe der Stiftung angewiesen sind, steigt von Jahr zu Jahr. 

"Die große Zahl der Hilfsanträge, die die Deutsche AIDS-Stiftung in den vergangenen Jahren von personenverschiedenen Antragstellerinnen und Antragstellern mit HIV/AIDS erhalten hat, ist ein Indikator dafür, dass es in Deutschland vielen Menschen mit HIV/AIDS auch materiell schlecht geht. Sie können krankheitsbedingt mit unserer Leistungsgesellschaft nicht mithalten und ihnen muss weiterhin geholfen werden", so Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung.

Die Deutsche AIDS-Stiftung hilft seit 1987 bedürftigen Menschen mit HIV/AIDS in Deutschland durch materielle Unterstützung. Häufig muss die Stiftung bei der Finanzierung existenzieller Anschaffungen einspringen, wie bei medizinischen Hilfen oder Einrichtungsgegenständen wie Matratzen oder Kühlschränken. Etlichen Menschen konnte die Stiftung finanziell beim Umzug in behindertengerechte Wohnungen helfen. Neben den Einzelhilfen fördert die Stiftung in Deutschland lokale Projekte, beispielsweise zum betreuten Wohnen.

Die Stiftung unterstützt zudem viele Hilfs- und Präventionsprojekte, die sich speziell an Migranten wenden. Bis Mitte des Jahres 2014 erhielt die Stiftung insgesamt mehr als 79.000 Anträge von bedürftigen Menschen und lokalen AIDS-Organisationen. Sie half Betroffenen in Not individuell und über Projektförderungen mit insgesamt rund 40 Millionen Euro.

Spendenkonto 8004004 // Sparkasse KölnBonn // BLZ: 370 501 98 IBAN: DE85 3705 0198 0008 0040 04 // BIC: COLSDE33
 
Für weitere Informationen: 

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Deutschen AIDS-Stiftung: Dr. Volker Mertens, Sebastian Zimer Telefon: 0228 60469-31 und -33 Münsterstraße 18 53111 Bonn www.aids-stiftung.de

360° MFA TOP - Ergebnis: Tagung „Nachts im Krankenhaus“: Alleinverantwortlich für immer komplexere Pflege

Forderungen und Materialien der Tagung am 21. November 2014 an der
Universität Witten/Herdecke


Zur Tagung „Nachts im Krankenhaus“ kamen am 21. November 2014 etwa 150
Experten an der Universität Witten/Herdecke zusammen, um über die nötigen
Veränderungen zu diskutieren. Hintergrund ist eine Studie von Prof.
Christel Bienstein und Prof. Dr. Herbert Mayer.


Die Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke haben 2010 bis 2013 den Nachtdienst in deutschen Krankenhäusern zum zweiten Mal untersucht.

Eine Studie der UW/H hatte 1986-89 bereits Pflegefachpersonen mit Fragebögen und Interviews zu ihrer Arbeitssituation befragt. Im Vergleich mit der aktuellen Befragung wurden Veränderungen der zurückliegenden rund 25 Jahre deutlich.

Einige Ergebnisse der Studie in aller Kürze:

• Weniger Patienten pro Pflegekraft, aber sehr viel aufwendigere
Versorgung,
• Weniger „Dauernachtwachen“,
• höheres Durchschnittsalter,
• 72 Prozent der Pflegenden sind nachts alleine für die Station
zuständig,
• Mehr Patienten mit Demenz,
• Mehr herausforderndes Verhalten,
• Mehr freiheitsentziehende Maßnahmen.

„Tagsüber werden Patienten von mehreren Pflegenden und Ärzten umsorgt,
aber nachts gibt es auf fast allen Stationen nur noch eine Person. Und die
muss auch in Krisensituationen die richtigen Entscheidungen treffen. Aus
diesem Grund sollte diese Arbeit von besonders qualifizierten Pflegenden
übernommen werden“
, fasst Prof. Christel Bienstein zusammen, eine der
Autorinnen der Studie und Leiterin des Departments für Pflegewissenschaft.

Sie widerspricht damit vehement der landläufigen Meinung, dass nachts die
Pflegekräfte ja nicht ganz so kompetent sein müssten.

Am Ende der Tagung präsentierten Bienstein und Mayer ihren Katalog mit
Forderungen, wie die „Nachtwachen“ in Zukunft organisiert sein sollten:

• Klare, auf die Abteilung zugeschnittene Personalbesetzung – max.
20 PatientInnen
• Besetzung mit zwei Pflegepersonen, davon eine Pflegefachperson mit
vertieften pflegerischen Kenntnissen
• Kurze Nachtdienstperioden (zwischen 2 – 4 Nächte)
• Zusätzlicher Ausschlaftag
• Regelmäßige arbeitsmedizinische Überwachung
• Möglichst keine Pflegenden unter 25 Jahre oder über 50 Jahre
• Keine administrativen oder hauswirtschaftlichen Arbeiten
• Klare Aufgabenbeschreibung
• Integration ins Team
• Teilnahmemöglichkeit an Fortbildungen
• Ermöglichung von Pausen
• Geschützte Schlafräume

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Christel Bienstein, 02302- 926 -301,
bienstein@uni-wh.de



 Prof. Christel Bienstein eröffnet die Tagung „Nachts im Krankenhaus“

 
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.000 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Vorbericht zum Pulsoxymetrie-Screening bei Neugeborenen veröffentlicht

Anhaltspunkt für Nutzen bei kritischen angeborenen Herzfehlern / Nutzen
oder Schaden der Diagnose von anderen Erkrankungen ist unklar

Der Nutzen eines Pulsoxymetrie-Screenings von Neugeborenen auf kritische
angeborene Herzfehler, das die bisherigen Standarduntersuchungen ergänzt,
ist derzeit Gegenstand einer Untersuchung des Instituts für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die vorläufigen Ergebnisse
hat das Institut am 21. November 2014 veröffentlicht.

Demnach zeigt das Screening einen Anhaltspunkt für einen Nutzen: Mehr
Fälle von angeborenen Herzfehlern werden entdeckt, sodass mehr Neugeborene
frühzeitig behandelt und vor schweren Folgeschäden geschützt werden
können. Offen bleibt der Nutzen oder Schaden einer Diagnose von anderen
Erkrankungen, die beim Pulsoxymetrie-Screening zusätzlich entdeckt werden.

Bis zum 19. Dezember 2014 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Kritische angeborene Herzfehler sind lebensbedrohlich

Angeborene Herzfehler (AHF) zeigen sich in Form von Fehlbildungen am
Herzen oder an herznahen Gefäßen. Führen solche Fehlbildungen nach der
Geburt schnell zu lebensbedrohlichen Störungen des Herz-Kreislauf-Systems,
spricht man von kritischen angeborenen Herzfehlern.

In Deutschland werden von 10 000 Kindern im Mittel 107,6 (= 1,1 %) mit
einem Herzfehler geboren. Von diesen 1,1 Prozent gelten etwa zehn Prozent
als kritische angeborene Herzfehler (kAHF). Sie führen nach der Geburt
schnell zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und zu einer Störung der
Herzfunktion und können ohne medizinische Versorgung zum Tod des Kindes
führen. Je früher die Diagnose auf solche Herzfehler erfolgt, desto besser
lassen sich Folgeschäden und Todesfälle durch eine frühzeitige Behandlung
verhindern.

Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz können Herzfehler anzeigen

In Deutschland werden bei der ersten und zweiten klinischen Untersuchung
nach der Geburt (U1 + U2) regelmäßig auch Herz und Pulsschlag von
Neugeborenen überprüft. Bei einem auffälligen Befund wird standardmäßig
eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) durchgeführt, die die
Anatomie und die Funktion des Herzens abbildet, und damit die Diagnose
eines Herzfehlers abgesichert.

Doch ein Fünftel bis ein Viertel der kritischen angeborenen Herzfehler
werden bei der U1 und der U2 nicht erkannt.
Diese diagnostische Lücke soll
die zusätzliche Pulsoxymetrie schließen: Über die Haut werden dabei die
Sauerstoffsättigung des kindlichen Blutes und die Pulsfrequenz von
Blutgefäßen an Händen und/oder Füßen gemessen.

Gesunde Neugeborene haben durch die Untersuchung keinen direkten Nachteil,
weil die Methode nicht invasiv und einfach durchzuführen ist, also die
Kinder nicht besonders belastet. Eine niedrige Sauerstoffsättigung kann
allerdings auch ein Zeichen für andere Erkrankungen sein (z. B. nicht
kritische Herzfehler, Sepsis, Lungenerkrankungen, Anpassungsstörungen).
Deren Diagnose kann unnötige Untersuchungen und Behandlungen auslösen, die
für die Neugeborenen dann von Nachteil wären (Überdiagnose bzw.
Übertherapie).

Pulsoxymetrie als Ergänzung zur Standardtherapie

Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) untersucht das IQWiG
den Nutzen des Pulsoxymetrie-Screenings von Neugeborenen auf kritische
angeborene Herzfehler (kAHF), das die bisherigen Standarduntersuchungen U1
+ U2 oder vergleichbare klinische Untersuchungen ergänzt.

In die Nutzenbewertung gingen insgesamt sechs Studien ein: eine
vergleichende Interventionsstudie und fünf Studien zur Bewertung der
diagnostischen Güte. Diese Testgüte-Studien kamen zusätzlich für die
Bewertung infrage, weil davon auszugehen ist, dass eine frühzeitige
Diagnose und Therapie der kAHF Komplikationen und Todesfälle verhindern
können.

Screening mit und ohne Pulsoxymetrie im Vergleich

Eine schwedische Interventionsstudie verglich ein Screening mit
Pulsoxymetrie ergänzend zur Standarduntersuchung mit einer klinischen
Routineuntersuchung, in der kein zusätzliches Pulsoxymetrie-Screening
durchgeführt wurde. In der Interventionsgruppe war der Anteil von
Neugeborenen, bei denen eine kAHF festgestellt wurde, etwas höher (0,13 %)
als in der Kontrollgruppe (0,10 %). Außerdem traten schwere präoperative
Azidosen (Übersäuerungen des Blutes) als weitere Anzeichen für eine
Unterversorgung mit Sauerstoff in der Interventionsgruppe deutlich
seltener auf als in der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse unterstützen die
Hypothese, dass Symptome und Beschwerden (Morbidität) bei Neugeborenen mit
kAHF durch das zusätzliche Pulsoxymetrie-Screening verringert werden
können.

Allerdings sind diese Ergebnisse mit Unsicherheit behaftet, weil die
Studie nicht randomisiert war und deshalb generell ein hohes
Verzerrungspotenzial hat. Aufgrund der Studiendurchführung lassen sich
auch Störfaktoren (Confounder) nicht ausschließen. Deshalb lässt sich
allein aus diesen Studienergebnissen kein Nutzen des Pulsoxymetrie-
Screenings ableiten.

Testgüte-Studien bestätigen Nutzen

Die fünf Studien zur diagnostischen Güte, die in die Nutzenbewertung
eingingen, zeigen übereinstimmend, dass mit dem Pulsoxymetrie-Screening
zusätzliche Neugeborene mit kAHF entdeckt werden können, die in der
klinischen Routineuntersuchung unauffällig waren. Unter der Annahme, dass
bei kAHF eine frühere Intervention Vorteile hat, leitet das IQWiG aus den
Ergebnissen der Testgüte-Studien einen Anhaltpunkt für einen Nutzen des
Pulsoxymetrie-Screenings als Ergänzung von Routineuntersuchungen ab.

Weil das Pulsoxymetrie-Screening in den Studien aber sehr unterschiedlich
angewendet wurde, lassen sich die Ergebnisse nicht in einer Meta-Analyse
gemeinsam auswerten. Aufgrund der unterschiedlichen Screening-Modelle in
den eingeschlossenen Studien sind auch keine eindeutigen Empfehlungen für
die Ausgestaltung einer Screening-Strategie (Zeitpunkt, Messorte,
Grenzwerte etc.) möglich.

Risiko von Überdiagnose und Übertherapie

Die Ergebnisse der Testgüte-Studien haben eine große Spannbreite: Ein
Viertel bis drei Viertel der Neugeborenen, bei denen man im Pulsoxymetrie-
Screening auffällige Befunde feststellte, hatten tatsächlich einen kAHF.
Daraus ergibt sich umgekehrt, dass ebenfalls ein Viertel bis drei Viertel
der im Pulsoxymetrie-Screening auffälligen Neugeborenen keinen kAHF
hatten. Bei diesen Fällen handelt es sich entweder um falsch-positive
Befunde oder um nicht kritische Herzfehler oder andere Erkrankungen, bei
denen ein Nutzen oder Schaden einer früheren Diagnose und früheren
Therapie ungeklärt ist. Zur Anzahl und zu möglichen Folgen falsch-
negativer Untersuchungsergebnisse aus dem Pulsoxymetrie-Screening lassen
die eingeschlossenen Studien ebenfalls keine Aussage zu.

„Wir haben zwar für das Pulsoxymetrie-Screening von Neugeborenen einen
Vorteil finden können, weil man hiermit kritische Herzfehler offenbar
besser entdecken kann“, so Stefan Sauerland, der Leiter des zuständigen
Ressorts beim IQWiG. „Eltern sollten im Vorfeld eines solchen Screenings
aber stets auch darüber informiert werden, dass falsch-positive
Untersuchungsergebnisse möglich sind und es dadurch zu unnötiger Besorgnis
und sogar zu unnötigen medizinischen Maßnahmen kommen kann.“

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Den vorläufigen Berichtsplan für dieses Projekt hatte das IQWiG im Oktober
2013 vorgelegt und um Stellungnahmen gebeten. Diese wurden zusammen mit
einer Würdigung und dem überarbeiteten Berichtsplan im Februar 2014
publiziert. Stellungnahmen zu dem jetzt veröffentlichten Vorbericht werden
nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern sie Fragen offen lassen, werden
die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen.

Einen Überblick über Hintergrund, Vorgehensweise und weitere Ergebnisse
des Vorberichts gibt eine Kurzfassung.


Weitere Informationen finden Sie unter

https://www.iqwig.de/download/S13-01_Kurzfassung_Vorbericht_Pulsoxymetrie.pdf -

Kurzfassung zum Vorbericht

https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/nichtmedikamentoese-verfahren/s13-01-screening-auf-kritische-angeborene-herzfehler-mittels-pulsoxymetrie-bei-neugeborenen.3681.html

Tumor - Impfung gegen Kopf-Hals-Tumoren verbessert Prognose von Krebspatienten

Die Prognosen für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren sind schlecht. Nur jeder
zweite hat die Chance, diese bösartige Krebserkrankung zu überleben. Das
liegt nicht nur an der Aggressivität der Krebszellen, sondern auch an
ihrer Fähigkeit, das Immunsystem der Erkrankten zu unterdrücken. Mediziner
der Universitäten Ulm und Pittsburgh (USA) haben nun einen neuen
immuntherapeutischen Ansatz entwickelt und in einer klinischen Studie mit
16 Kopf-Hals-Karzinom-Patienten erfolgreich getestet.

Sperma sabotiert HIV-Schutz - Warum Vaginalgele gegen AIDS in der Praxis versagen

Mehr als siebzig Prozent aller Neuinfektionen mit dem Immunschwäche Virus
HIV kommen durch Geschlechtsverkehr zustande. Hauptüberträger: die
Samenflüssigkeit. Wissenschaftler der Universität Ulm haben nun
herausgefunden, dass bestimmte Zusammenlagerungen aus Spermapeptid-
Fragmenten nicht nur die Infektiosität des HI-Virus verstärken, sondern
auch die antivirale Wirkung von speziellen Vaginalgelen drastisch senken.

Mehr als siebzig Prozent aller Neuinfektionen mit dem Immunschwäche Virus
HIV kommen durch Geschlechtsverkehr zustande. Hauptüberträger: die
Samenflüssigkeit. Wissenschaftler der Universität Ulm haben nun
herausgefunden, dass bestimmte Zusammenlagerungen aus Spermapeptid-
Fragmenten nicht nur die Infektiosität des HI-Virus verstärken, sondern
auch die antivirale Wirkung von speziellen Vaginalgelen drastisch senken.

Schlaganfall-Behandlung: Thrombektomie und Neurovaskuläre Netzwerke eingebundene Stroke Units

Blutgerinnsel, die für die meisten Schlaganfälle verantwortlich
sind, können seit einigen Jahren mittels eines Mikro-Katheters aus den
Hirnarterien entfernt werden (Thrombektomie). Eine Studie aus den
Niederlanden belegt jetzt erstmals, dass die Thrombektomie im Vergleich
mit der herkömmlichen Thrombolysetherapie den Gesundheitszustand des
Patienten nachhaltig verbessern kann. Die Deutsche Schlaganfall-
Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die
Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) halten die Thrombektomie
für äußerst vielversprechend. In Kürze werden die Ergebnisse weiterer
Studien erwartet.

Gendermedizin: Vertrauen der weiblichen Patienten beim Arztbesuch ist....?

Auch wenn mittlerweile fast die Hälfte aller berufstätigen Ärzte Frauen sind - weibliche Patienten haben deutlich weniger Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen als Männer. Das geht aus dem Meinungspuls Gesundheit 2014 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Das beginnt schon damit, dass fast 20 Prozent der Frauen mit dem Angebot an Arztpraxen in ihrer Umgebung nicht zufrieden sind. Bei den Männern sind nur 13 Prozent dieser Meinung.

360° MFA für Hamburg: Teilnehmer für Studie gesucht: Wie flexibel ist das Gehirn?

Die Arbeitsgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie unter der
Leitung von Prof. Brigitte Röder hat eine neue Studie zum Thema
Neuroplastizität ins Leben gerufen. Die Wissenschaftler/innen wollen
herausfinden, wie flexibel das Gehirn bei Erwachsenen ist. In dem
Kooperationsprojekt mit dem Institut für Bewegungswissenschaft soll
erforscht werden, ob ein Gleichgewichtstraining und das Erlernen von
muskulären Entspannungstechniken Veränderungen neuronaler Strukturen
hervorrufen und die geistige Leistungsfähigkeit fördern können.

Unter dem Stichwort „Bewegung fürs Gehirn“ werden ab sofort Interessierte
gesucht, die an dieser Studie teilnehmen möchten.

Informationen unter: <www.t1p.de/studienteilnehmer>



Fragen zur Studie beantwortet Dipl.-Psych. Ann-Kathrin Rogge:

Tel.: 040 42838-4345 (Mo-Fr, 9-18 Uhr), E-Mail:
bewegung.gehirn@uni- hamburg.de

Teilnehmen können gesunde Erwachsene im Alter von 18-65 Jahren, die in den
letzten 5 Jahren kein intensives Balance- oder Muskelentspannungstraining
ausgeübt haben. Das dreimonatige Training findet zweimal wöchentlich in
den Abendstunden im Sportpark der Universität Hamburg statt und ist
kostenlos. Der Zeitaufwand für Vor- und Nachuntersuchungen (insgesamt 2 x
ca. 5 Stunden) wird vergütet.

Das menschliche Gehirn ist ein hochkomplexes System. Es kann sich ständig
und zeitlebens an die Umweltbedingungen anpassen. Alles, was wir lernen
und intensiv üben, hinterlässt Spuren im Gehirn: Nervenzellen, die
Verbindungen zwischen einzelnen Zellen oder die Vernetzung verschiedener
Hirnstrukturen verändern sich dabei. Studien mit Tieren und Menschen haben
gezeigt, dass Bewegung oder das Erlernen neuer Fähigkeiten und
Fertigkeiten einen positiven Einfluss auf diese Prozesse haben. Das Lernen
neuer Bewegungsmuster fördert zahlreiche Anpassungen auf zellulärer,
molekularer und neurochemischer Ebene, die ideale Bedingungen für neues
Lernen und verbesserte geistige Leistungen schaffen. Wenn wir also neue
Fertigkeiten gezielt erlernen und üben, können wir dann die
Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns beeinflussen und sogar unsere geistige
Leistungsfähigkeit steigern?

Medizin am Abend DirektKontakt:

Dipl.-Psych. Ann-Kathrin Rogge
Universität Hamburg
Institut für Psychologie/ Biologische Psychologie und Neuropsychologie
Tel.: 040 42838-4345
E-Mail:

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.t1p.de/studienteilnehmer - Informationen zur Teilnahme an der Studie "Bewegung fürs Gehirn"

360° MFA Bundesweit: Training für den „Denkapparat“: Teilnehmende für Studie gesucht

Interessierte sollten sich baldmöglichst unter
www.neuronation.de/fernunihagen informieren.


Aufmerksamer werden, sich besser konzentrieren und erinnern: Als eine
interessante Möglichkeit zur Veränderung des kognitiven Systems werden
Computer-basierte Gehirntrainings gesehen. Der Psychologe Dr. Tilo
Strobach, FernUniversität in Hagen, sucht Teilnehmende für eine Studie.

Aufmerksamer werden, sich besser konzentrieren und erinnern: Ist der
„Denkapparat“ des Menschen flexibel genug, um seine kognitiven Fähigkeiten
gezielt verändern zu können? Eine Frage, mit der sich PD Dr. Tilo Strobach
schon seit Jahren befasst. Für eine Studie, die er nun durchführen möchte,
sucht der Lehrgebietsvertreter Allgemeinen Psychologie: Urteilen,
Entscheiden, Handeln an der FernUniversität in Hagen jetzt Teilnehmerinnen
und Teilnehmer.

Als eine interessante Möglichkeit zur Veränderung des kognitiven Systems
werden zunehmende „strukturierte Computer-basierte Gehirntrainings“
gesehen. In den USA ist dieses Brain Training bereits ein Milliarden-
Dollar-Markt. Dabei führen die Teilnehmenden in regelmäßigen Abständen –
z.B. einmal täglich oder zweimal wöchentlich – eine bestimmte Aufgabe aus,
um grundlegende kognitive Prozesse zu verbessern, z. B. ihre
Aufmerksamkeit, ihre Konzentrationsfähigkeit, ihre Wahrnehmung oder vor
allem ihr Gedächtnis.

Dr. Strobach möchte nun diese Thematik systematisch und wissenschaftlich
untersuchen: Wie wirken Gehirntrainings? Wie effizient sind sie? Sind
grundlegende kognitive Prozesse situationsunabhängig und lassen sich die
Effekte auf andere Situationen übertragen? Lassen sie sich von den
trainierten Aufgaben auf unbekannte Situationen transferieren? Haben sie
also „Alltagsrelevanz“? Strobachs Grundlagenforschung zielt auch auf die
Bedingungen wie Alter der Teilnehmenden, Trainingszeiten oder
Aufgabenkombinationen, die für eine Optimierung der Gehirnleistungen
notwendig sind.

Technisch organisiert wird die Studie von der Firma NeuroNations. Die
Teilnehmenden erhalten als Dank nach Beendigung der Studie eine
sechsmonatige Mitgliedschaft bei dem Start-Up-Unternehmen. „Zudem sind wir
optimistisch, dass die Teilnehmenden von den Trainings der Studie
profitieren können“, so Strobach. An der Teilnahme Interessierte müssen
mindestens 18 Jahre alt sein und einen Internetzugang haben, weil die
Aufgaben online gestellt werden. Sie sollten bereit sein, täglich oder
alle zwei Tage an 22 Sitzungen zu je ca. 30 Minuten teilzunehmen – nicht
im Labor in der FernUniversität, sondern in einer vertrauten Umgebung, vor
allem zuhause:
„Im Mittelpunkt steht ja die Alltagsrelevanz“, betont
Strobach.

Erfahrungen für dieses neue Vorhaben, mit dem er bestimmte Merk- und
Aufmerksamkeitskompetenzen trainieren will, bringt der Wissenschaftler
mit: Er hat sich bereits mit dem Training von Arbeitsgedächtnissen von
Kindern in 2. und 3. Grundschulklassen befasst. Sie sollten sich Tiere
merken. Hatte dieses Training Effekte für ihre Lesekompetenz? Und auf ihre
mathematischen Leistungen? Auch beim Rechnen muss man sich etwas merken.
Strobach: „Zumindest für die Lesekompetenz konnten wir eine Steigerung und
damit einen Transfereffekt nachweisen.“

Auch mit einer anderen Untersuchung konnte er positive Effekte nachweisen:
bei kommerziellen Videospielen mit komplexen Situationen wie „Ego
Shooter“-Spielen. Die Teilnehmenden mussten beim Spielen mehrere Aufgaben
gleichzeitig ausführen: etwa ferne Welten Laufen, Schießen und
Kommunizieren. „Dabei haben sie ihre Multi-Tasking-Fähigkeiten
verbessert“, berichtet der Wissenschaftler. „Auch solche Spiele haben also
positive Aspekte.“

Interessierte sollten sich baldmöglichst unter
www.neuronation.de/fernunihagen informieren.

Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck: Präeklampsie und der Wachstumsfaktor PlGF

Es trifft eine von zwanzig Schwangerschaften und ist die häufigste Ursache
dafür, dass Mutter und Kind erkranken oder gar sterben:
schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, die sogenannte Präeklampsie.

Jetzt ist es möglich, mit Hilfe von Biomarker-Tests die Diagnosefindung zu
erleichtern und zwischen einer Frühform und einer Spätform der Erkrankung
zu unterscheiden. Dies erlaubt Ärzten voraussichtlich eine gezieltere
Behandlung und damit mehr Sicherheit für Mutter und Ungeborenes, betont
die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für
Hypertonie und Prävention im Vorfeld ihrer 38. Jahrestagung „Hypertonie
und Prävention 2014“ vom 11. bis 13. Dezember 2014 in Berlin.

Unbehandelt kann Präeklampsie zu epileptischen Krämpfen, Schlaganfall,
Blutungen und in seltenen Fällen zu tödlichem Organversagen bei
Schwangeren führen. Auch die Gesundheit und das Leben des ungeborenen
Kindes sind gefährdet. „Bluthochdruck ist ein ernst zu nehmendes
Warnzeichen für diese Erkrankung. Daher muss bei allen Schwangeren der
Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden.“, sagt Professor Dr. med. Martin
Hausberg, Vorstandsvorsitzender DHL® aus Karlsruhe. Zur Diagnose gehört
auch ein Test auf Eiweiß im Urin.

Die genauen Ursachen für Präeklampsie sind aber noch unbekannt. „Neuere
Klassifikationen teilen die Erkrankung nach ihrem Auftreten vor der 34.
Schwangerschaftswoche in eine frühe, und danach in eine späte Form der
Präeklampsie ein“, sagt Privatdozent Dr. med. Ralf Dechend, Oberarzt am
Heliosklinik Berlin und Arbeitsgruppenleiter an der Charité-Campus Buch.
Die frühe Form geht vom Mutterkuchen aus, der Plazenta, die das ungeborene
Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Diese „plazentare
Präeklampsie“ beeinträchtigt mitunter das Wachstum des Kindes. Und auch
die Mutter ist dadurch gefährdet, so dass sich die Geburtshelfer häufig
für eine frühzeitige Entbindung entscheiden.

Forscher entdeckten nun, dass bei einer plazentaren Präeklampsie der
Wachstumsfaktor PlGF – für „placenta growth factor“ – im Blut absinkt.

„Wir stellen bei diesen Frauen eine signifikant geringere Konzentration
von PlGF fest, und zwar bereits bevor die plazentare Präeklampsie
ausgebrochen ist“, sagt Dr. Dechend. Bei normal verlaufenden
Schwangerschaften steigt dieser Biomarker kontinuierlich bis zur 33.
Schwangerschaftswoche an. „Mit der Erhebung des PlGF ist erstmals eine
Funktionsprüfung der Plazenta möglich. Dadurch könnten die beiden Formen
der Präeklampsie besser voneinander unterschieden werden.“

Denn auch bei der späten Form fällt der Wachstumsfaktor nicht ab. Diese
sogenannte maternale, also „mütterliche“ Präeklampsie betrifft häufig
übergewichtige Frauen, die bereits vorher einen erhöhten Blutdruck hatten.
Der Präeklampsie liegt dann eine allgemeine Entzündungsreaktion im Körper der Mutter zugrunde. „Die zusätzlichen Belastungen durch die
Schwangerschaft führen zu einer Entgleisung“
, erläutert Dr. Dechend und
ergänzt, dass die Frauen auch über das Ende der Schwangerschaft hinaus
betroffen sind: „Wir wissen heute, dass das Herz-Kreislauf-Risiko noch
über Jahrzehnte erhöht ist. Somit ist die Präeklampsie ein neuer,
geschlechstsspezifischer Risikofaktor.“

Ein Bluttest auf den Wachstumsfaktor PlGF ist bereits im Einsatz. Da PlGF
über die Nieren auch in den Urin der Mutter gelangt, könnte ein Urintest
im klinischen Alltag das Screening erleichtern. „Eine frühe Diagnose,
welche Form der Präeklampsie vorliegt, erlaubt es, die Schwangere und ihr
Ungeborenes gezielter zu behandeln“, sagt Professor Hausberg. „Auch können
Ärzte besser voraussagen, ob längerfristig ein Herz-Kreislauf-Risiko
besteht, das mit der maternalen Präeklampsie verbunden ist.“

Quelle:
Anne Cathrine Staff, Samantha J. Benton, Peter von Dadelszen, James M.
Roberts, Robert N. Taylor, Robert W. Powers, D. Stephen Charnock-Jones,
Christopher W.G. Redman
Redefining Preeclampsia Using Placenta-Derived Biomarkers; Hypertension
2013; 61: 932-42
URL:<http://hyper.ahajournals.org/content/61/5/932.long>