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www.gendermedizin.de als Wochenendthema für die GenderFamilie: Männer mögen fröhliche Frauen

Studie zum geschlechtsspezifischen Lesen von Körpersprache aktuell in
Cerebral Cortex veröffentlicht.

Unsere Körperbewegungen sagen oft mehr über uns aus, als wir wahrhaben
wollen. So ist es nicht nur schwieriger, bei non-verbaler Kommunikation zu
täuschen, es kann sogar zuverlässig auf den emotionalen Zustand
geschlossen werden.
Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Marina Pavlova von der Radiologischen
Universitätsklinik Tübingen ging Geschlechtsunterschieden bei der
Wahrnehmung von Körpersprache auf den Grund und fand, dass es dabei auf
die Emotion ankommt.

Körpersprache ist in unserem Alltag von größter Bedeutung, sei es bei non-
verbaler Kommunikation oder sozialer Wahrnehmung. Obwohl nach gängiger
Auffassung Frauen beim Verstehen non-verbaler Signale den Männern
überlegen sein sollen, sind Unterschiede zwischen den Geschlechtern kaum
erforscht. Dabei besteht unter anderem eine klare medizinische Relevanz.
Die Mehrzahl neurologischer Entwicklungsstörungen sowie psychiatrischer
und psychosomatischer Erkrankungen, bei denen auch die non-verbale
Wahrnehmung und Kommunikation beeinträchtigt sind (wie Autismus, ADHS,
Schizophrenie, Depression, Angst- und Essstörungen), betrifft die
Geschlechter in unterschiedlichem Ausmaß und Verhältnis. Ohne die zugrunde
liegenden neurobiologischen Geschlechtsunterschiede zu verstehen, ist aber
eine personalisierte Medizin undenkbar.

Unter Federführung von Prof. Dr. Marina Pavlova, Abteilung für
Biomedizinische Magnetresonanz am Universitätsklinikum Tübingen, die seit
Jahren international Pionierarbeit auf dem Gebiet der Wahrnehmung von
Körpersprache und sozialer Kognition leistet, wurden
Geschlechtsunterschiede nun differenziert erforscht.
In einer ersten Untersuchung sollten gesunde Versuchsteilnehmer erkennen,
ob eine an der Tür klopfende Person fröhlich, neutral oder wütend gestimmt
war. In der zweiten Studie wurden Emotionen gehender Menschen beurteilt.
In beiden Fällen waren Männer beim Erkennen fröhlicher Körpersprache
besser als Frauen, Frauen wiederum bei wütenden Bewegungen. Insbesondere
konnte gezeigt werden, dass Männer fröhlich gehende Frauen am besten
erkennen.

Mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens (Magnetenzephalographie, MEG)
konnte bei Frauen eine frühere und höhere Aktivität über dem rechten
Temporallappen nachgewiesen werden, einer Gehirnregion, in der die
neuronalen Netzwerke für Bewegungswahrnehmung und Erkennen emotionaler
Körpersprache überlappen. Bei Männern wird eine spätere Gehirnaktivität
über dem Frontalhirn aufgezeichnet, dort, wo sozial relevante
Entscheidungen getroffen werden. Es scheint, dass die Gehirne beider
Geschlechter sich unterschiedlicher spezifischer Strategien zum Lesen von
Körpersprache bedienen.

Trotz neurobiologischer Unterschiede kann das beobachtete Verhalten beider
Geschlechter ähnlich sein. Die unterschiedliche Gehirnaktivität kann sogar
als Anpassungsstrategie gesehen werden. Um eine angepasste soziale
Reaktion zu zeigen, könnten Männer eher auf Entscheidungsebene
zurückgreifen, während bei Frauen reine visuelle Wahrnehmungsprozesse im
Vordergrund stehen könnten. Dennoch können solche Mechanismen oder deren
Ausfall der geschlechtsunterschiedlichen Prädisposition für bestimmte
neuropsychiatrische Erkrankungen zugrunde liegen.

Die weit verbreitete Annahme, dass Frauen generell non-verbale Signale
besser verstehen, konnte also nicht bestätigt werden.
Geschlechtsunterschiede beim Verstehen von Körpersprache gibt es aber
durchaus, und zwar abhängig von der Art der Emotion: Männer erkennen
besser fröhliche, Frauen wütende Körpersignale.

Außerhalb der Medizin und Neurowissenschaften sind diese Ergebnisse auch
für unser Alltagsleben von großer Bedeutung: scheinbar mögen Männer
einfach fröhliche Frauen.

Originalpublikationen
Pavlova MA, Sokolov AN, Bidet-Ildei C. (2014). Sex differences in the
neuromagnetic response to biological motion. CEREBRAL CORTEX advanced
online access. doi: 10.1093/cercor/bhu175. (IF 8.3)

Krüger S, Sokolov AN, Enck P, Krägeloh-Mann I, Pavlova MA. (2013). Emotion
through locomotion: gender impact. PLoS ONE, 8(11): e81716. doi:
10.1371/journal.pone.0081716. (IF 3.5)

Sokolov AA, Krüger S, Enck P, Krägeloh-Mann I, Pavlova MA. (2011). Gender
affects body language reading. FRONTIERS PSYCHOLOGY 2:16
doi:10.3389/fpsyg.2011.00016. (IF 2.8)

Ihr Medizin am Abend DirektKontakt lautet: 

Universitätsklinikum Tübingen
Radiologische Klinik, Abteilung Biomedizinische Magnetresonanz
Professor Dr. Marina A. Pavlova
Tel. 07071/29-8 14 19
E-Mail marina.pavlova@uni-tuebingen.de

Krankenhaus als Quelle für gefährliche Virusinfektion

Im Frühjahr dieses Jahres kam es in Saudi-Arabien zu einer dramatischen
Ausbreitung lebensgefährlicher Lungenentzündungen. Auslöser war das neu
entdeckte MERS-Coronavirus. Epidemiologen der Weltgesundheitsorganisation
befürchteten zunächst, das Virus sei mutiert und dadurch gefährlicher
geworden. Virologen der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für
Infektionsforschung haben nun den Ausbruch und das Virus untersucht.
Resultat ihrer Analyse: Das Virus ist nicht mutiert; Hauptproblem scheint
dagegen eine mangelhafte Krankenhaus-Hygiene gewesen zu sein.

Im März und April dieses Jahres alarmierte ein MERS-Ausbruch im saudi-
arabischen Dschidda Gesundheitsexperten aus aller Welt. Innerhalb von vier
Wochen steckten sich etwa 200 Menschen mit dem Virus an – genau soviele
wie seit der Entdeckung des Virus im Jahr 2012 zusammen genommen. MERS
steht für Middle East Respiratory Syndrome. Das Virus verursacht eine
Lungenentzündung, die beim Menschen in jedem dritten Fall tödlich endet.
Angesichts des Ausbruchs befürchteten Epidemiologen, ein mutiertes Virus
könnte im schlimmsten Fall eine weltweite Epidemie auslösen.

Virologen der Universität Bonn haben als erstes Forschungsteam weltweit
den Ausbruch und das beteiligte Virus untersucht. Ihren Analysen zufolge
ist das MERS-Virus aus Dschidda nicht ansteckender als der Stamm, der 2012
isoliert wurde. Auch hat es keine Mechanismen entwickelt, die es ihm
erlauben würden, die menschliche Immunabwehr zu unterlaufen.

Mangelnde Krankenhaushygiene

Ursache war stattdessen wohl ein Problem mit der Krankenhaus-Hygiene. Die
Hälfte der infizierten Patienten wurde im König Fahd Hospital in Dschidda
behandelt. „Wir nehmen an, dass es dort zur massenhaften Übertragung der
Krankheit gekommen ist“, sagt Studienleiter Professor Dr. Christian
Drosten vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn und vom
Deutschen Zentrum für Infektionsforschung. So müssen MERS-Erkrankte häufig
beatmet werden. Wird der Beatmungsschlauch unsachgemäß entfernt, können
infektiöse Aerosole frei werden, die viele Milliarden Viren enthalten.
Dazu komme, dass das Pflegepersonal in Saudi-Arabien oft schlecht
ausgebildet sei. „Es ist enorm wichtig, an diesem Punkt anzusetzen“, sagt
Prof. Drosten. In Deutschland sei ein ähnlicher Ausbruch wohl kaum zu
befürchten.

Der MERS-Ausbruch galt weltweit als das große infektionsmedizinische
Problem dieses Frühjahrs. Entgegen anfänglicher Befürchtungen blieb er
jedoch auf Dschidda beschränkt und klang schließlich wieder ab. Grund war
wohl unter anderem die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen in den
Krankenhäusern, etwa eine bessere Isolierung von Patienten. „Das zeigt,
wie effizient selbst einfache Methoden gegen ein derartiges Virus sein
können“, betont Prof. Drosten.

Publikation: Christian Drosten, Doreen Muth, Victor Corman, Raheela
Hussain, Malaki Al Masri, Waleed HajOmar, Olfert Landt, Abdullah Assiri,
Isabella Eckerle, Ali Al Shangiti, Jaffar A. Al-Tawfiq, Ali Albarrak,
Alimuddin Zumla, Andrew Rambaut, Ziad Memish: An observational,
laboratory-based study of outbreaks of MERS-Coronavirus in Jeddah and
Riyadh, Kingdom of Saudi Arabia, 2014; Clinical Infectious Diseases; DOI:
10.1093/cid/ciu812

Ihr Medizin am Abend DirektKontakt lautet:

Prof. Dr. Christian Drosten
Institut für Virologie am
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/287-11055 oder 0170/3002627
E-Mail: drosten@virology-bonn.de

Mehr Zeit und Zuwendung für ältere Patienten

Stiftung ProAlter veröffentlicht Handreichung zur Freiwilligenarbeit in
der Geriatrie

Ehrenamtliche Mitarbeitende sorgen in vielen
geriatrischen Einrichtungen für das Wohlbefinden der Patientinnen. Aber
längst nicht alle der 400 geriatrischen Kliniken in Deutschland machen
sich dieses Engagement bereits zunutze. Zum Auf- und Ausbau der
Freiwilligenarbeit in der Geriatrie hat die Stiftung ProAlter nun die
Handreichung „Ehrenamtliche in der Geriatrie“ veröffentlicht.

360° MFA Rechtshinweis: Chefarztbehandlung

Ein Patient, der nur durch den Chefarzt operiert werden will und nicht durch seinen Vertreter, hat dies bei seiner Einwilligung zur Operation oder in seinem Wahlleistungsvertrag hinreichend deutlich zu machen.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Hamm in dem hier vorliegenden Fall die Schadensersatzklage eines Patienten abgewiesen, der nach seiner Meinung vom Vertreter des Chefarztes ohne seine Zustimmung operiert worden ist. Der seinerzeit 64 Jahre alte Kläger aus Rheda-Wiedenbrück litt im Juli 2007 seit längerer Zeit unter einer andauernden Behinderung der Nasenatmung und häufigen Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Zur Durchführung einer Operation begab er sich in das erstbeklagte Krankenhaus in Bielefeld, wobei er mit dem zweitbeklagten Arzt eine Chefarztbehandlung vereinbarte und vom drittbeklagten Arzt als Vertreter des Chefarztes komplikationslos operiert wurde.

Eine nach der Operation aufgetretene Nachblutung konnte mit Tamponaden gestoppt werden. Mit der Begründung, die Operation sei nicht indiziert gewesen, ohne ausreichende Aufklärung, insbesondere ohne seine Zustimmung vom Drittbeklagten, und zudem fehlerhaft durchgeführt worden, hat der Kläger von den Beklagten Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzensgeld von 75.000 Euro.
In seiner Urteilsbegründung hat das Oberlandesgericht Hamm deutlich gemacht, dass der chirurgische Eingriff indiziert gewesen sei, nachdem eine vorherige konservative Therapie erfolglos geblieben war. Das bestätige auch ein zuvor erhobener CT-Befund. Während und nach der Operation sei der Kläger nicht fehlerhaft behandelt worden. Auf die Nachblutung hätten die Ärzte fachgerecht reagiert. Lebensgefahr habe nicht bestanden.

Schließlich falle den Beklagten auch kein Aufklärungsversäumnis zur Last. Ein Patient könne zwar einer Operation mit der Maßgabe zustimmen, dass diese durch einen bestimmten Arzt ausgeführt werde. Das habe der Kläger im vorliegenden Fall in Bezug auf den zweitbeklagten Chefarzt allerdings nicht getan.

Eine derartige Erklärung enthalte der vom Kläger abgeschlossene Wahlleistungsvertrag nicht.

Auch den vom Kläger vor der Operation abgegebenen Einverständniserklärungen sei nicht zu entnehmen, dass der Kläger nur vom Zweitbeklagten operiert werden wolle. Der Vertrag benenne zudem den Drittbeklagten als ärztlichen Vertreter des Chefarztes.

Das könne man so verstehen, dass der Kläger auch mit einer vom Vertreter ausgeführte Operation einverstanden gewesen sei. Abgesehen von der Frage der Arztwahl sei der Kläger am Tage vor der Operation rechtzeitig und auch zutreffend über das Risiko einer Nachblutung aufgeklärt worden.
Da das Oberlandesgericht keine fehlerhafte Behandlung des Klägers und auch keine Aufklärungspflichtverletzung feststellen konnte, ist die Schadensersatzklage erfolglos geblieben.

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 2. September 2014 – 26 U 30/13

Einladung: Internationale Ebola-Experten beim World Health Summit 2014

Am Montag, den 20.Oktober findet von 8:30 - 10:00 Uhr im Weltsaal des
Auswärtigen Amtes die spezielle Veranstaltung zur Ebola-Epidemie statt:

„Ebola: A Wake-Up Call for Global Health“ – gemeinsam organisiert von WHS,
Bundesaußenministerium und Bundesgesundheitsministerium.

Sprecher:

• Walter Lindner (Ebola Beauftragter, Deutschland)
• Reinhard Burger (Präsident, Robert-Koch Institut, Deutschland)
• Annick Girardin (Staatssekretärin für Entwicklung und
Frankophonie, Frankreich)
• Patrick Ndimubanzi (Staatssekretär, Gesundheitsministerium Ruanda)
• I.E. Ethel Davis (Botschafterin der Republik Liberia in
Deutschland)
• Roberto Bertollini (Leitender Wissenschaftler und Repräsentant der
WHO bei der Europäischen Union)
• Roland Göhde (Vorstandsvorsitzender, German Healthcare
Partnership, Deutschland)
• Florian Westphal (Geschäftsführer, Médecins Sans Frontières /
Ärzte ohne Grenzen e.V., MSF, Deutschland)

Die Veranstaltung wird live für Sie im Internet übertragen.

Den Livestream finden Sie unter:
http://www.worldhealthsummit.org/livestream.html

Weitere Sprecher des World Health Summit 2014 finden Sie online:
http://www.worldhealthsummit.org/the-summit/speakers

Der sechste World Health Summit findet vom 19. – 22. Oktober 2014 im
Auswärtigen Amt in Berlin statt.




Ihr Medizin am Abend DirektKontakt lautet:

Tobias Gerber
Tel.: +49 30 450 572 114
communications@worldhealthsummit.org

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.worldhealthsummit.org

TOP-Medizin am Abend Einladung: Medizinhistorische Vortragsreihe: Vom Leben mit Ersatzteilen

Eine neue Vorlesungsreihe der Charité – Universitätsmedizin Berlin
beleuchtet die medizinhistorischen Spuren künstlicher Körperteile. Die
Vorträge der Reihe „Körper-Geschichte(n) II“ veranschaulichen die
Entwicklungen und aktuellen Innovationen auf dem Gebiet der Prothetik und
erzählen vom Leben mit den Ersatzteilen. Wie ging die Gesellschaft im
letzten Jahrhundert mit den Prothesenträgern um? Wie fühlten sie sich
selbst, wie empfanden sie ihren ergänzten Körper?

Die Reihe, die vom Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) der Charité
veranstaltet wird, zeichnet nach, wie Prothesen die Menschheit seit
frühester Zeit begleiten. Dabei wird auch auf das Verhältnis von Medizin
und Krieg eingegangen. So hat beispielsweise die Versorgung und
Wiedereingliederung der vielen Kriegsversehrten des Ersten Weltkriegs
viele technische Fortschritte in der Arm- und Bein-Prothetik notwendig
gemacht. Kamen Prothesen zunächst als künstliche Gliedmaßen außerhalb des
Körpers zum Einsatz, sind es heute auch Nerven, Gefäße, Gewebe oder ganze
Organe, die ersetzt werden. Dabei geht es längst nicht mehr nur um eine
notdürftige lebenserhaltende Unterstützung. Angestrebt wird vielmehr,
verschiedene körperliche Leistungen mindestens gleichwertig zu ersetzen
oder sogar noch zu verbessern. Was die Gestaltung des Körpers betrifft,
kennt die menschliche Fantasie gerade im Zeitalter von virtuellen
Realitäten keine Grenzen. Ist das, was heute als Science-Fiction anmutet,
morgen schon Realität? Wohin entwickelt sich der teilersetzte Körper?

Der erste Vortrag mit dem Titel „Schnittstelle Mensch. Wenn sich Körper
und Prothesen treffen“ findet am Dienstag, den 21. Oktober statt. Prof.
Dr. Thomas Schnalke, Direktor des BMM, stellt darin die Frage nach der
Geschichtlichkeit der Prothetik: Zu welchen Zeitpunkten und in welchen
Ausmaßen haben Mensch und Prothese zueinandergefunden?


Die Vorträge der Reihe beginnen jeweils um 17.30 Uhr in der Hörsaalruine
des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, Charitéplatz 1 in
10117 Berlin, Geländeadresse Virchowweg 16. Die Themen und Termine finden
Sie im Flyer.

Alle, die sich für medizinhistorische Themen interessieren,
sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Hinweis von Medizin am Abend: 
Gern können wir uns gemeinsam vorher um 16.15 Uhr in der Rankestraße 8, 4. Etage,  DrNH Praxis treffen und vom Zoologischen Garten Bahnhof gemeinsam per S - Bahn zur Vorlesungsreihe fahren.

Rufen Sie mich an, Ihr Günter K.V. Vetter

Ihr Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Thomas Schnalke
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t:+49 30 450 536 122
thomas.schnalke@charite.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.bmm-charite.de/ - Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Register zur Verbesserung der Hepatitis C-Therapie

Die chronische Hepatitis C kann inzwischen gut behandelt werden. Doch
gerade für die neuen Medikamente sind weitere Daten erforderlich, um die
Behandlung der Patienten zu optimieren. Damit diese Informationen
gesammelt werden können, startet die Deutsche Leberstiftung das „Deutsche
Hepatitis C-Register“.

Mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) sind weltweit bis zu 170 Millionen
Menschen infiziert; allein in Deutschland sind vermutlich etwa 300.000 bis
600.000 Menschen betroffen. Die chronische Hepatitis C führt bei vielen
Patienten zu einer Leberzirrhose und dann zu Leberzellkrebs. Eine
Behandlung ist also unbedingt erforderlich.

Erste Versuche, die HCV-Infektion zu behandeln, gab es bereits Mitte der
1980er Jahre – damals noch gegen die Non-A-Non-B-Hepatitis. Nach der
Entdeckung des Hepatitis C-Virus 1988/89 wurde klar, dass Interferone in 5
bis 15 Prozent der Fälle zu einer Ausheilung der Infektion führen. In den
folgenden Jahren wurde zusätzlich der Wirkstoff Ribavirin gegeben und das
Interferon so verändert, dass eine wöchentliche Gabe ausreichte. Damit
konnte die Ausheilungsrate auf 40 bis 90 Prozent der behandelten Patienten
gesteigert werden. Diese unterschiedlichen Ansprechraten hängen vom Virus-
Genotyp ab.

Problematisch an dieser Therapie sind die zum Teil ausgeprägten
Nebenwirkungen. Hier sind vor allem grippeartige Symptome,
Blutbildveränderungen und psychische Auswirkungen zu nennen. Daher war die
Entwicklung von neuen, zum Teil Interferon-freien Therapien ein sehr
wichtiger Schritt für Patienten, die mit dem Hepatitis C-Virus infiziert
sind. Mit diesen neuen Medikamenten bestehen inzwischen sehr gute
Heilungschancen für Hepatitis C-Patienten. Einige neue Substanzen wurden
bereits zugelassen, bei anderen steht die Zulassung unmittelbar bevor.

Diese neuen Therapiemöglichkeiten sind das Ergebnis jahrzehntelanger
Forschung. Im Unterschied zu früheren Medikamenten wirken die jetzigen
direkt auf ein Enzym des Virus und blockieren so seine weitere Vermehrung.
Für die Patienten zeigen sich viele Verbesserungen: Die Therapiedauer hat
sich von mehr als einem Jahr auf wenige Monate reduziert. Die neuen
Medikamente werden als Tabletten verabreicht und müssen nicht gespritzt
werden. Die Nebenwirkungen haben sich deutlich reduziert. Diese haben
früher oft einen Therapieabbruch notwendig gemacht, so dass keine Heilung
möglich war.
Mit den neuen Medikamenten können fast alle Patienten geheilt werden –
unabhängig vom Stadium ihrer Lebererkrankung. Die Ausheilung der Hepatitis
C ist bedeutsam, denn sie verringert die Wahrscheinlichkeit, an einem
Leberzellkrebs zu erkranken und führt zu einer höheren Lebenserwartung.

Von Heilung spricht man dann, wenn die Testung auf das Hepatitis C-Virus
auch zwölf Wochen nach Beendigung der Therapie noch negativ ausfällt, also
keine Viren mehr im Blut nachweisbar sind. Grundsätzlich ist es fast
einmalig in der Medizin, dass mit einer Therapie eine chronische
Virusinfektion wirklich ausgeheilt werden kann. Medikamente gegen viele
andere Viren, wie HBV, HIV oder Herpes-Viren, können zwar die
Virusvermehrung hemmen, führen aber zu keiner Heilung.

Damit die neuen Therapien der Hepatitis C auch tatsächlich allen
Betroffenen zugutekommen können, müssen nach der Zulassung der Medikamente
weitere Informationen gesammelt werden – beispielsweise, um festzustellen,
ob die Medikamente für Patienten mit weiteren Erkrankungen zusätzlich zur
Hepatitis C ebenfalls geeignet sind oder um zu ermitteln, welche
Nebenwirkungen bei einer breiten Anwendung vorkommen können. Es ist
ebenfalls wichtig zu wissen, wie häufig die Hepatitis C tatsächlich
vorkommt, welche Kosten die Erkrankung verursacht und was ihre Behandlung
kostet. Nur mit diesen Erkenntnissen können die neuen Medikamente optimal
eingesetzt werden.

Die Deutsche Leberstiftung hat sich daher entschlossen, in Kooperation mit
dem Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e.
V. (bng) das Deutsche Hepatitis C-Register zu führen. Dabei kann die
Stiftung auf ein bereits etabliertes Register zurückgreifen. In diesem
Register wurden über 40.000 Patienten erfasst, die an einer chronischen
Hepatitis C leiden. Über 600 Zentren in Deutschland, bng-Praxen, Kliniken,
Universitätsklinika, HIV-Praxen und Suchtmediziner, waren an der
Datenerfassung beteiligt.

Im neuen Register können zukünftig alle Therapieformen der Hepatitis C
aufgenommen werden. Dies wurde auch bereits für die Medikamente
vorgesehen, die noch nicht zugelassen sind, so dass direkt nach Zulassung
das Register erweitert werden kann.
Damit bietet das Register eine einzigartige Quelle für wissenschaftliche
Auswertungen der neuen Hepatitis C-Therapien. Durch die Weiterführung des
vorhandenen Registers und die Übernahme der Daten in das Deutsche
Hepatitis C-Register besteht außerdem die Möglichkeit, die neuen und die
alten Therapieformen miteinander zu vergleichen. Mit den so gewonnenen
wissenschaftlichen Erkenntnissen kann die Versorgung der Patienten mit
einer Hepatitis C enorm verbessert werden.

Um das Register zu führen, hat die Deutsche Leberstiftung eine GmbH
gegründet, deren alleinige Gesellschafterin sie ist. Die „Leberstiftungs-
GmbH Deutschland“ ist für das Deutsche Hepatitis C-Register
verantwortlich. Die Durchführung des Registers erfolgt in Kooperation mit
dem bng. Wissenschaftlicher Leiter des Registers ist Dr. Dietrich Hüppe,
Herne. Für die Leberstiftungs-GmbH Deutschland betreut Prof. Dr. Heiner
Wedemeyer als medizinischer Geschäftsführer das Register.

„Wir danken allen Beteiligten für die großartige Möglichkeit, eines der
größten prospektiven Register zur Dokumentation der neuen Therapien
weltweit zu etablieren und durch die Weitergabe der bereits vorhandenen
Datensätze auch eine breite retrospektive wissenschaftliche Auswertung zu
ermöglichen“, stellt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender für
die Deutsche Leberstiftung, die Bedeutung des Registers heraus.

Und Dr. Dietrich Hüppe betont für den bng: „Wir haben mit der Fortführung
und dem Ausbau des Registers eine einmalige Chance, auch die neuen
Therapien von Anfang an in bewährter Weise zu dokumentieren. Damit können
die schon lange in den nicht-interventionellen Studien mitwirkenden
Zentren weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsforschung und zur
Verbesserung der Hepatitis C-Therapie leisten.“

Finanziell unterstützt wird das Register von den Firmen AbbVie Deutschland
GmbH & Co. KG, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co.KGaA, Gilead Sciences GmbH,
Janssen-Cilag GmbH, MSD Sharp & Dohme GmbH und Roche Pharma AG. Damit
engagieren sich dankenswerterweise alle pharmazeutischen Unternehmen, die
Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C anbieten oder in nächster
Zukunft anbieten werden, was ebenfalls die Besonderheit des Deutschen
Hepatitis C-Registers unter Beweis stellt.

TOP: Weitere Informationen unter: www.deutsches-hepatitis-c-register.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage!
„Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-642-1, €
16,95: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.


Ihr Medizin am Abend DirektKontakt und www.drnh.de

Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
Fax 0511 – 532 6820
www.deutsche-leberstiftung.de


360 ° MFA Blick: Effekt des Mauerfalls: Drei Stunden Leben pro Euro

Jeder Euro, den die Ostdeutschen nach der Wende mehr an Rente und
Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen bekamen, trug pro Jahr
zu einer Lebensverlängerung von drei Stunden bei.

Öffentliche Gelder haben spürbar dazu beigetragen, dass die
Lebenserwartung in den neuen Bundesländern angestiegen ist und zu der des
Westens aufgeschlossen hat. Einen solchen bisher strittigen Effekt auf die
Lebenslänge haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für
demografische Forschung (MPIDR) in Rostock nun erstmals quantifiziert: Mit
jedem Euro, um den die Renten und die Leistungen der Krankenversicherungen
in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung stiegen, wuchs die
Lebenserwartung dort jährlich um durchschnittlich drei Stunden pro Kopf.

Das ergeben Berechnungen, die mit neuartigen, altersspezifischen Daten zu
öffentlichen Ausgaben bis ins Jahr 2000 möglich waren. MPIDR-Demograf
Tobias Vogt veröffentlichte die Ergebnisse jetzt im Wissenschaftsjournal
„Journal of the Economics of Ageing“.

Vom Mauerfall bis zur Jahrtausendwende war die Lebenserwartung in den
neuen Bundesländern mit einem Plus von fast vier Jahren stark gestiegen.
Noch 1989 war im Osten mit durchschnittlich 73,5 Jahren ein deutlich
kürzeres Leben zu erwarten als im Westen mit 76,0. Schon zur
Jahrtausendwende war diese Ost-West-Differenz von zweieinhalb Jahren auf
weniger als ein Jahr geschrumpft. Gleichzeitig legten die öffentlichen
Ausgaben für die Sozialversicherung der Ostdeutschen durchschnittlich von
rund 2.100 Euro pro Person und Jahr auf knapp 5.100 Euro zu.

+++Gesundheitsausgaben wichtiger als Rente+++

„Dem oft als Explosion bezeichneten Anstieg der Sozialausgaben im Zuge der
Wiedervereinigung steht ein erfreulicher Sprung in der Lebenserwartung
gegenüber“, sagt Tobias Vogt. Wenn Geld in die Angleichung der
Lebensstandards fließe, könne sich dadurch auch das Sterberisiko
angleichen. „Wenn über die gesellschaftliche Alterung geredet wird, werden
Ausgabenerhöhungen fast immer als deren Konsequenz gesehen“, sagt der
Rostocker Forscher. „Unsere Analyse zeigt, dass sie andersherum aber auch
eine Investition in ein längeres Leben sein können.”

Zusätzliche Ausgaben im Gesundheitssystem wirken dabei offenbar stärker
als Erhöhungen der Rente: Jeder Euro, den die gesetzlichen
Krankenversicherungen im Osten mehr ausgaben, trug zweieinhalb Mal so viel
zur Senkung der Sterblichkeit bei als jeder zusätzliche Euro für das
Rentensystem. „Eine bessere gesundheitliche Versorgung ist am wichtigsten
für ein längeres Leben“, sagt Demograf Vogt. Schließlich bedeuteten
steigende Kosten in der Krankenversicherung auch mehr und hochwertigere
ärztliche Behandlung sowie eine bessere Versorgung mit Medikamenten und
anderen Gesundheitsleistungen. „Ohne die Angleichung der Rentenzahlungen
hätte die Schere zwischen den Lebenserwartungen in Ost und West aber nicht
geschlossen werden können“, sagt Tobias Vogt. Denn bei gleicher
medizinischer Versorgung sei der Lebensstandard entscheidend. Und den
bestimme maßgeblich die Rente.

+++Wiedervereinigung als großes Sozialexperiment+++

Bisher war unklar, welchen Einfluss öffentliche Sozialausgaben auf die
anhaltende Verlängerung unseres Lebens haben. Das wiedervereinigte
Deutschland bezeichnet MPIDR-Forscher Vogt als ideales „Sozialexperiment“,
um diese Frage zu klären. Es liefert den historischen Ausnahmefall von
zwei Bevölkerungen mit unterschiedlichen Sozialsystemen und
Lebenserwartungen, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte angleichen.

Der MPIDR-Vergleich von Ost und West wurde möglich, da mit dem neuen
Forschungsdatensatz „National Transfer Accounts“ erstmals Daten sowohl zu
Renten- als auch zu Gesundheitsausgaben für einzelne Altersgruppen
vorlagen. Dadurch konnten die MPIDR-Wissenschaftler ihre Analyse auf
Menschen ab 65 Jahren eingrenzen. So schlossen sie weitere wichtige
Einflüsse auf die Lebenserwartung wie Bildung und Migration aus, da diese
Faktoren vor allem die Jüngeren betreffen.

Über das MPIDR

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock
untersucht die Struktur und Dynamik von Populationen: von
politikrelevanten Themen des demografischen Wandels wie Alterung,
Geburtenverhalten oder der Verteilung der Arbeitszeit über den Lebenslauf
bis hin zu evolutionsbiologischen und medizinischen Aspekten der Alterung.
Das MPIDR ist eine der größten demografischen Forschungseinrichtungen in
Europa und zählt zu den internationalen Spitzeninstituten in dieser
Disziplin.

Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit
renommiertesten Forschungsgemeinschaften.
<www.demogr.mpg.de>

Ihr Medizin am Abend und DirektKontakt: 

Tobias Vogt – MPIDR-Autor des Artikels (spricht Deutsch und Englisch)
TELEFON +49 381 2081 – 262
E-MAIL

Original-Veröffentlichung:
Tobias C. Vogt, Fanny A. Kluge, Can public spending reduce mortality
disparities? Findings from East Germany after reunification, Journal of
the Economics of Ageing (2014),
<http://dx.doi.org/10.1016/j.jeoa.2014.09.001>

Größte bundesweite Studie: Schlaf- und Atmungserkrankungen bei Herzschwäche-Patienten

TOP Medizin am Abend: Wenn das Gehirn vergisst zu atmen

45 Prozent aller Patienten mit beeinträchtigter Herzleistung
(Herzinsuffizienz) leiden an einer mittleren bis schwergradigen Störung
der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe). Das ist das Ergebnis einer erstmaligen
bundesweiten Registerstudie (SCHLA-HF) mit über 10.000 Patienten unter der
Lenkung von Forschern aus Bad Oeynhausen, Köln, Hamburg-Eppendorf,
Regensburg, Ulm und Essen.

Dass krankhafte Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs Auslöser
chronischer Gesundheitsstörungen sein können, ist den Medizinern seit
längerem bekannt. Man unterscheidet zwischen der häufiger vorkommenden
obstruktiven und der selteneren Form der zentralen Schlafapnoe, auch gibt
es Mischformen beider Atmungsstörungen. Die Forschungsgruppe wollte
erfahren, wie häufig Patienten mit einer stabilen Herzinsuffizienz an
einer schlafbezogenen Atmungsstörung leiden. Dazu gründeten die
Wissenschaftler Ende 2007 ein breit angelegtes bundesweites Netzwerk aus
91 niedergelassenen Kardiologen, 47 kardiologischen Kliniken und 66
Schlaflaboren in der Bundesrepublik. Die Anlage und Pflege dieser
umfassenden Datenbank wird von der Firma ResMed (Martinsried) gefördert.

In die Registerstudie flossen die Daten von über 10.000 Patienten ein, die
nach den offiziellen Kriterien zu den Schweregraden körperlicher
Leistungsfähigkeit (NYHA-Klassifikation) mindestens an einer Herzschwäche
der Stufe 2 litten. „Die Häufigkeit von 45 Prozent, mit der wir bei
Herzinsuffizienzpatienten eine mittel- bis schwergradige Schlafapnoe
feststellen, bestätigt unseren klinischen Erfahrungen und die Erhebungen
im HDZ NRW“, erläutert Oldenburg die Ergebnisse der Studie. Zu denken gebe
den Kardiologen allerdings die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der
Betroffenen (56 Prozent) an der ansonsten seltenen zentralen Schlafapnoe
leiden, die durch Störungen der Atemregulation gekennzeichnet ist. „Die
Atemmuskulatur wird dadurch unzureichend gesteuert. Man kann sagen, das Gehirn vergisst einfach, zu atmen“
, beschreibt Oldenburg das Phänomen.
Hier biete das bundesweite Register wichtige Ansätze zu weiterer
Forschung.

Ihr Medizin am Abend DirektKontakt: 

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Anna Reiss (Ltg.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 / 97 1955
Fax 05731 / 97 2028
www.hdz-nrw.de

Nur Porno im Kopf

Liebe Medizin am Abend Leser,
Liebe Zuschauer,

am kommenden Donnerstag, 16. Oktober 2014 - um 20.15 Uhr - sehen Sie folgende Wissenschaftsdoku:

Nur Porno im Kopf

Martin Daubney, Journalist und Vater eines Jungen, der mit zehn Jahren bald in dem Alter sein wird, in dem Kinder heute zum ersten Mal Pornografie sehen, fragt Neurowissenschaftler, Therapeuten und Erziehern, aber auch Jugendliche selbst: Ist Pornografie wirklich schädlich für Kinder und Jugendliche? Welche wissenschaftlichen Beweise gibt es dafür?

Während die Jugendlichen selbst eher kein Problem mit Pornografie haben und sich ihr Sexualverhalten offenbar durch das Anschauen von Pornos nicht verändert hat, gibt es doch einen Hinweis darauf, dass gerade für Jugendliche der regelmäßige Konsum nicht ohne Nebenwirkungen bleibt: Eine Studie der University of Cambridge belegt, dass die Gehirne junger Männer, die sich selbst als "Porno-süchtig" bezeichnen, die typischen Merkmale von Sucht aufweisen. Und Jugendliche sind offenbar anfälliger für die Entwicklung von Suchtverhalten, weil ihr Gehirn sich noch im Umbau befindet.

Martin Daubney sucht auch nach Lösungen: Er prüft, ob technische Hilfsmittel den Zugang zu Pornografie effektiv unterbinden können und spricht mit Experten, die eine sachliche Aufklärung über Sex, Beziehungen und Pornografie in der Schule fordern. Daubney kommt zu dem Schluss, dass dies weitaus früher geschehen muss als es Eltern und Erziehern lieb ist, damit schon Kinder Pornografie als das erkennen können, was es ist: Schauspielerei.

Die Wissenschaftsdoku untersucht die Auswirkungen von regelmäßigem Porno-Konsum auf die Entwicklung von Jugendlichen.

Wir wünschen Ihnen, Liebe Medizin am Abend Leser, und Ihrer Familie der Generationen eine gute Unterhaltung.





In Zusammenarbeit mit www.gendermedizin.de
Ihr Wissenschaftsdoku-Team ( http://www.3sat.de/wissenschaftsdoku )