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Schildrüsen-Unterfunktion-Hypothyreose: Wie behandeln Sie diese....?

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Stammzellen für Schilddrüsenhormone

Schilddrüsen-Unterfunktion mit körpereigenen Stammzellen therapieren: Dass dies schon bald möglich sein könnte, zeigt eine eben im Journal Cell Stem Cell veröffentlichte Studie der im August tödlich verunglückten Schweizer Viszeralchirurgin Anita Kurmann. 
 
  • Wenn der Körper zu wenig Schilddrüsenhormone erhält, läuft sein Stoffwechsel langsamer als normal. 
Etwa 7 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer leiden an einer solchen Unterfunktion der Schilddrüse (in der Fachsprache Hypothyreose).

  • Die Folge ist eine verringerte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. 
Ist die Unterfunktion angeboren so kommt es beim Säugling zu schweren Entwicklungsstörungen wie einer starken Wachstumsverzögerung und Verminderung der Intelligenz.

In beiden Fällen müssen Patienten lebenslang das fehlende Hormon einnehmen.

Schilddrüsenfunktion mit eigenen Zellen reparieren

Schon bald könnte es jedoch möglich sein, die Schilddrüsenfunktion mit körpereigenen Stammzellen wiederherzustellen.

Dies konnte Dr. Anita Kurmann in einer kürzlich publizierten Arbeit zeigen, welche sie als Gastforscherin in Boston, USA erarbeitet hatte. Im Tiermodell hatten sie und ein Forschungsteam der Harvard University und Boston University nachgewiesen, dass Mäuse mithilfe modifizierter, eigener Stammzellen von einer Hypothyreose geheilt werden konnten.

Ebenso konnte in dieser Studie nachgewiesen werden, dass sich Stammzellen von Patienten mit Schilddrüsen-Unterfunktion im Reagenzglas so weiterentwickeln lassen, dass sie das fehlende Schilddrüsenhormon zu produzieren beginnen.

Mit dieser grundlegenden Arbeit wurde somit zum ersten Mal gezeigt, dass sich eine Schilddrüsenunterfunktion mittels der Transplantation körpereigener Zellen beheben lässt. 

Damit ist ein wichtiger Schritt vollzogen worden, der eines Tages dazu führen dürfte, dass auch beim Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion mittels einer Zelltransplantation geheilt werden kann.

Über Anita Kurmann

Dr. med. Anita Kurmann war mit kurzen Unterbrüchen seit März 2008 in verschiedenen Funktionen, zuletzt als erste Oberärztin, an der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Inselspitals in Bern tätig. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Boston sollte sie per Anfang 2016 ans Inselspital Bern zurückkehren und in einer leitenden Funktion die Chirurgie der inneren Drüsen am Inselspital weiter entwickeln. Die begabte Chirurgin und Forscherin hinterlässt mit ihrer jüngsten Publikation ein vielversprechendes Vermächtnis für die Behandlung von Schilddrüsen-Patienten.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

www.medizin-am-abend.blogspot.com 

Prof. Dr. Daniel Candinas,
Direktor und Chefarzt Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin
+41 31 632 24 04, Daniel.Candinas@insel.ch
Monika Kugemann Universitätsspital Bern


Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://Studie: Regeneration of Thyroid Function by Transplantation of Differentiated Pluripotent Stem Cells, Anita A. Kurmann et al., Cell Stem Cell, October 22, 2015.

http://www.cell.com/cell-stem-cell/abstract/S1934-5909(15)00411-7

Sie sind sexuell aktiv und verhüten gut .....

Medizin am Abend Berlin Fazit:  BZgA-Studie „Jugendsexualität 2015“: Jugend nicht früher sexuell aktiv


Das kennzeichnet die heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 

Kulturelle Unterschiede finden sich je nach Herkunft. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse der neuen Studie „Jugendsexualität 2015“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht. Bei der Verhütung verhalten sich die 14- bis 17-Jährigen ausgesprochen umsichtig. Über 90 Prozent der sexuell aktiven jungen Menschen sprechen mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin über Verhütung. 
 
Neu: Erstmals auch 18- bis 25-Jährige befragt

Die repräsentative Befragung knüpft an die Vorläuferstudien der BZgA zur Jugendsexualität aus den Jahren 1980 bis 2010 an. Ein Novum der aktuellen Studie ist die Ausweitung der Befragungsgruppe auf junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren. Schwerpunktthemen der Befragung sind Aufklärung in Schule und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen, Verhütungswissen und Verhütungsverhalten.

Einstieg ins Geschlechtsleben – kulturell unterschiedlich

Während sexuelle Aktivitäten unter den 14-Jährigen insgesamt mit durchschnittlich sechs Prozent noch die Ausnahme sind, hat im Alter von 17 Jahren mehr als die Hälfte Geschlechtsverkehr-Erfahrung. Im Alter von 19 Jahren haben 90 Prozent der jungen Frauen deutscher Herkunft das “erste Mal" erlebt
  • Junge Frauen mit ausländischen Wurzeln sind im Alter von 21 Jahren zu gut zwei Dritteln sexuell aktiv geworden (70 Prozent).

Für junge Männer gilt dies erst zwei bzw. drei Jahre später.

„Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht“, betont Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Positiv ist auch zu sehen, dass eine feste Partnerschaft jungen Menschen beim ‘ersten Mal‘ wichtig ist.“ Das Fehlen des oder der "Richtigen" ist unabhängig von Geschlecht und Herkunft der Hauptgrund für Zurückhaltung.

Für Mädchen und junge Frauen aus Migrantenfamilien spielen daneben moralische Bedenken eine wichtige Rolle.

Beispielsweise geben 28 Prozent das Motiv “vor der Ehe finde ich das nicht richtig“ als Grund für die sexuelle Zurückhaltung an. Bei Mädchen und junge Frauen deutscher Herkunft trifft das in vier Prozent zu. Für Mädchen und junge Frauen mit Migrationsgeschichte ist bis ins Erwachsenenalter hinein ein anderes Motiv relevant: die Angst, „dass die Eltern davon erfahren“ (20 Prozent). Dieses Argument teilen Mädchen und junge Frauen aus deutschen Elternhäusern in jüngeren Jahren, mit zunehmendem Alter ist es weniger von Bedeutung.

Verhütungsbewusstsein deutlich vorhanden, Entwicklungen weiter positiv 

Das Verhütungsverhalten der 14- bis 17-Jährigen ist ausgesprochen umsichtig. Über 90 Prozent der sexuell aktiven jungen Menschen sprechen mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin über Verhütung. Wie sehr sich das Verhütungsverhalten verbessert hat, zeigt der Langzeitvergleich, der für deutsche Jugendliche vorliegt: 1980 trafen 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen keine Verhütungsvorkehrungen beim “ersten Mal“, heute sind es nur noch sechs bzw. acht Prozent.

Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist ein Trendvergleich für die vergangenen zehn Jahre möglich. Bei Jungen mit ausländischen Wurzeln ging die Zahl Nichtverhütender beim “ersten Mal“ von 34 Prozent im Jahr 2005 auf heute zehn Prozent zurück, bei den Mädchen von 19 Prozent auf zwei Prozent. „Es ist eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung, dass Jugendliche schon bei den ersten Sexualkontakten ganz besonders auf das Schutzverhalten achten“, erklärt Dr. Thaiss. Das Kondom ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit deutlichem Abstand das Verhütungsmittel Nummer eins beim “ersten Mal“. 73 Prozent der 14- bis 25-Jährigen geben dies an.

Gerade für männliche Jugendliche wichtig: die Vermittlungsinstanz Schule

„Das Elternhaus spielt bei der Sexualaufklärung eine wichtige Rolle. Eltern sind für ihre Kinder wichtige Vertrauenspersonen und eine zentrale Beratungsinstanz in Verhütungsfragen,“ sagt Dr. Thaiss. Je nach Herkunft leisten Eltern unterschiedliche Aufklärungsarbeit:

  • Aktuell sprachen 63 Prozent der Mädchen und 51 Prozent der Jungen deutscher Herkunft mit ihren Eltern über Verhütung, aber nur 41 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen aus Elternhäusern mit Migrationshintergrund.

Aber auch der Institution Schule kommt eine wichtige Aufgabe zu: Im Schnitt geben 93 Prozent der Jugendlichen an, Themen der Sexualaufklärung im Unterricht besprochen zu haben.

  • Auf die Frage nach der wichtigsten Bezugsperson im Rahmen ihrer Aufklärung gefragt, nennen Jungen Lehrer und Lehrerinnen an erster Stelle. Lehrer und Lehrerinnen sind gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund wichtige Bezugspersonen, weil ihnen vielfach die Eltern als Ansprechpartner fehlen.

Informationen zur Studie

Zum achten Mal wurden im Zeitraum Frühjahr bis Sommer 2014 im Auftrag der BZgA für die Studie 5.750 Interviews bundesweit geführt. 3.500 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie deren Eltern und 2.250 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren wurden zu ihrer Einstellung und ihrem Verhalten zu Fragen der Sexualität und Verhütung befragt. 1.750 davon mit Migrationshintergrund. Damit sind Jugendliche und junge Erwachsene gemeint, die selbst nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder bei denen mindestens einer der Elternteile bei Geburt nichtdeutscher Staatsangehöriger war.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt


Ostmerheimer Str. 220
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Dr. Marita Völker-Albert

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http://www.forschung.sexualaufklaerung.de

Konsequente Blutdruckkontrolle: 120/80mmHG? Mehr Wirkstoffe einnehmen?

Medizin am Abend Berlin Fazit:   „Jugendlicher“ Blutdruck im Alter schützt auch vor Schlaganfall


Die meisten Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, hatten zuvor über viele Jahre einen erhöhten Blutdruck. Eine konsequente Blutdruckkontrolle ist deshalb die beste Präventivmaßnahme, um Behinderungen zu reduzieren oder einen vorzeitigen Tod durch einen Schlaganfall zu verhindern, empfehlen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). 

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der US-amerikanischen SPRINT-Studie zeigen, dass auch ältere Menschen einen „jugendlichen“ Blutdruck anstreben sollten. 
 
  • Ein gesunder jüngerer Mensch hat einen Blutdruck von 120 zu 80 mm Hg. 
  • Bei den meisten Menschen steigen mit zunehmendem Alter die Blutdruckwerte langsam an. 

Das lässt sich mit Medikamenten ausgleichen.

„Früher galt die Regel, dass der obere Wert 100 plus dem Lebensalter entsprechen darf“, sagt DSG-Pressesprecher, Professor Dr. med. Joachim Röther, Chefarzt an der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona:

 „Für einen 60-Jährigen wurde deshalb ein oberer Wert von 160 mm Hg als normal, ja sogar gesund angesehen.“

Auch in den Leitlinien werden relativ hohe Werte toleriert. Das „Joint National Committee“ (JNC 8), das in den USA Leitlinien zur Blutdruckkontrolle herausgibt, vertrat noch im vergangenen Jahr die Ansicht, dass bei Menschen über 60 ein Blutdruck bis 150/90 mm Hg toleriert werden sollte. „Die Begründung lautete, dass die Blutdrucksenkung im Alter schwierig und der Nutzen einer aggressiven Blutdrucksenkung nicht belegt sei“, erinnert sich Professor Röther.

Diese Haltung wird nach Ansicht des Experten jetzt durch die Ergebnisse der SPRINT-Studie relativiert.

An der Studie hatten mehr als 9000 Hochdruckpatienten im Alter über 50 Jahre teilgenommen (keine Diabetiker).

Bei der Hälfte strebten die Ärzte eine Blutdrucksenkung auf den Wert von 120 mm Hg an, bei der anderen Hälfte waren 140 mm Hg der Zielwert.

Die jetzt auf der Jahrestagung der American Heart Association in Orlando/Florida vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die intensivere Blutdruckkontrolle bereits nach wenigen Jahren die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse um 25 Prozent und die Zahl der Herz-Kreislauf-Todesfälle um 43 Prozent vermindert hat.

  • Zwar kam es in der Patientengruppe mit niedrigem Blutdruck zu einer höheren Rate an Hypotension (niedrigem Blutdruck), Synkopen (plötzlicher Bewusstlosigkeit) und Nierenfunktionsstörungen, aber die positiven Effekte waren so eindrucksvoll, dass die Studie vorzeitig beendet wurde. 

 Professor Röther: „Dies wird in den USA und sicherlich auch in Deutschland zu einer Veränderung der Empfehlungen führen.“

„Die konsequente Normalisierung der Blutdruckwerte wird langfristig auch die Zahl der Schlaganfälle senken“, vermutet Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen.

 „In der SPRINT-Studie nahm die Zahl der Schlaganfälle zwar nur um 11 Prozent ab und der Unterschied war statistisch nicht signifikant“, berichtet der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Dieser geringe Einfluss könnte jedoch mit der kurzen Beobachtungszeit von etwas über drei Jahren zusammenhängen, so Professor Diener:

  • „Die meisten Schlaganfälle sind die Folge einer allmählichen Gefäßverkalkung in den Hals- und Hirnarterien, die sich über viele Jahre entwickelt. Viele Langzeitstudien zeigen, dass ein normaler Blutdruck der beste Schutz vor einem Schlaganfall ist.“

Zwar wurden Schlaganfallpatienten nicht in die SPRINT-Studie eingeschlossen, dennoch vermutet Professor Röther, dass sich niedrigere Zielwerte langsam durchsetzen werden.

„Es wird sicher nicht gleich eine generelle Empfehlung für einen Zielwert unter 120 mm Hg systolisch geben, aber die JNC 8 Empfehlung, Patienten älter als 60 Jahre erst ab einem Blutdruck von 150 mm Hg zu behandeln, dürfte wieder vom Tisch sein. 

Wir werden die Patienten allerdings auch überzeugen müssen, mehr Wirkstoffe als bisher einzunehmen“, sagt der DSG-Pressesprecher.

Am langfristigen Nutzen ist aus Sicht der beiden Experten nicht zu zweifeln. In den Industrieländern, in denen die Blutdruckkontrolle sehr ernst genommen wird und entsprechend weit verbreitet ist, sei die Zahl der Schlaganfälle gesunken.


Literatur:
The SPRINT Research Group: A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. NEJM, November 9, 2015DOI: 10.1056/NEJMoa1511939

http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1511939


 
Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften


Prof. Dr. med. Joachim Röther
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Chefarzt Neurologische Abteilung, Asklepios Klinik Altona, Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
Tel.: +49 (0)40-181881-1401, E-Mail: j.roether@asklepios.com

Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener
Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen
Tel.: +49 (0)201-7232460, E-Mail: h.diener@uni-essen.de

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
Dagmar Arnold
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70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org

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360°TOP-Patienten-Thema: Vergleich von AK-DES mit DES: Deine geplanten Stents sind....?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Medikamentenfreisetzende AK-Stents bei koronarer Herzkrankheit: Kein Anhaltspunkt für Nutzen

Patientenrelevanter Nutzen von medikamentenbeschichteten AK-Stents ist unklar / Datenlage bei den meisten Endpunkten unzureichend 
 
  • Nach wie vor unklar ist der Nutzen einer Behandlung mit antikörperbeschichteten, medikamentenfreisetzenden Stents (AK-DES) im Vergleich zu allein medikamentenfreisetzenden Stents (DES) bei Patientinnen und Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), die eine Stent-Implantation benötigen. 

Zu diesem Ergebnis kommt ein am 20. November 2015 veröffentlichter Abschlussbericht, den das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erstellt hat.

Die beiden einzigen Studien zum Vergleich von AK-DES mit DES waren zu klein, um verlässliche Aussagen zu patientenrelevanten Endpunkten abzuleiten, und die Datenlage für die meisten Endpunkte ist unzureichend.

Vergleichsstudien mit anderen Behandlungsoptionen als DES ließen sich nicht identifizieren. Auch das Stellungnahmeverfahren nach dem Vorbericht brachte keinen Zugewinn an Erkenntnissen. Deshalb gibt es keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen von AK-DES im Vergleich zu DES.

AK-DES sollen Blutverdünnung überflüssig machen

AK-DES sind auf ihrer Außenseite (zur Gefäßwand hin) mit Medikamenten zur Immunsuppression beschichtet und auf ihrer Innenseite (zur Gefäßinnenseite hin) mit Antikörpern, um das Anwachsen von Endothelzellen auf den Stent-Streben zu fördern.

  • Dadurch soll sich die Dauer der Behandlung mit Blutverdünnern verkürzen lassen, ohne das Risiko einer erneuten Gefäßverengung (Restenose) oder einer Gerinnselbildung (Thrombose) zu erhöhen.

Die Behandlung mit Blutverdünnern über mehrere Monate hinweg ist nach DES-Implantation Standard, kann aber bei bestimmten Patientengruppen problematisch sein, z. B. wenn eine größere Operation bevorsteht.

Auch wenn ein Patient bereits wegen einer anderen Erkrankung Tabletten zur Blutverdünnung dauerhaft einnehmen muss, ist eine DES-Implantation oft nicht ratsam, weil dann in der Regel gleich drei Medikamente zur Blutverdünnung parallel notwendig würden. 

  • Daher wäre es hilfreich, wenn es Stents gäbe, die die Wirksamkeit von DES besäßen, jedoch keine längerfristige Blutverdünnung erforderten.
  •  
Verfügbare Studien liefern keine relevanten Unterschiede

Die Ergebnisse in den beiden einzigen verfügbaren Studien REMEDEE und REMEDEE OCT liefern keine relevanten Unterschiede zwischen AK-DES (Handelsname Combo) im Vergleich zu Stents verschiedener Hersteller, die allein mit Medikamenten beschichtet sind (DES).

In REMEDEE sollte gezeigt werden, dass AK-DES (bei 124 Patienten) den DES in der Kontrollgruppe (mit 59 Patienten) nicht unterlegen sind. In REMEDEE OCT sollte die Überlegenheit von AK-DES (bei 29 Teilnehmern) gegenüber DES (bei 31 Teilnehmern) gezeigt werden. Auf den patientenrelevanten Nutzen war keine der beiden Studien ausgerichtet, sondern auf das Einwachsverhalten des AK-DES im Vergleich zu DES.

  • Die beiden Studien liefern zwar Daten zu den patientenrelevanten Endpunkten Sterblichkeit, Herzinfarkt, kardiale Bypass-Operation, Gesamtrate schwerwiegender Nebenwirkungen, Gefäßkomplikationen, zerebrovaskuläre Ereignisse und Blutungen. 

Allerdings ist die Datenlage zu mehreren Endpunkten unzureichend und in vielerlei Hinsicht unsicher. Aufgrund der unterschiedlichen Medikamentenbeschichtung der verschiedenen DES-Typen ist auch unklar, welchen Anteil die AK-Beschichtung tatsächlich an den Studienergebnissen hat.

Nutzen oder Schaden im Vergleich zu DES unklar

Welchen Nutzen oder Schaden die neue Stent-Generation AK-DES also im Vergleich zu DES für Patientinnen und Patienten bringt, bei denen aufgrund einer KHK eine Stent-Implantation angezeigt ist, bleibt weiterhin unklar.

Aus einer Bewertung des IQWiG im Oktober 2012 (Rapid Report N12-01) ergaben sich für Patientinnen und mit Patienten hohem Restenose-Risiko Hinweise auf einen geringeren Nutzen von AK-Stents, die allein mit Antikörpern beschichtet sind, im Vergleich zu DES.

  • Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) schloss daraufhin im März 2013 die Erstattung von AK-Stent-Implantationen bei solchen Patienten, bei denen auch ein DES-Einsatz in Betracht kommt, durch die gesetzlichen Krankenversicherungen aus.

Offen ist, ob die zurzeit noch laufenden Studien HARMONEE und RECOVERY die Frage nach dem Nutzen und Schaden von AK-DES im Vergleich zu DES für Patientinnen und Patienten mit KHK und Indikation für einen Stent beantworten können. Keine der laufenden Studien ist auf den patientenrelevanten Nutzen ausgerichtet.

DES dominieren Stent-Implantationen bei KHK-Patienten

Im Jahr 2013 wurde in Deutschland bei knapp 80 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einer Indikation zur Stent-Implantation ein DES verwendet, bei den restlichen 20 Prozent kamen reine Metallstents (BMS) zum Einsatz.

  • Die BMS eignen sich vor allem dann, wenn eine Behandlung mit Blutverdünnern aufgrund der Begleiterkrankungen des Patienten problematisch ist. 

  • AK-DES spielen dagegen bisher keine relevante Rolle in der klinischen Versorgung und finden beispielsweise weder in deutschen noch in internationalen Leitlinien größere Beachtung.

Ein Grund für die steigende Zahl von Stent-Implantationen ist u. a. die ständige Weiterentwicklung der Stents. „Es zeigt sich, dass moderne DES zunehmend auch Verwendung bei Patienten finden, die früher ausschließlich mit BMS behandelt wurden“, erläutert Stefan Sauerland, Leiter des Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren beim IQWiG, die Versorgungssituation.

„Die Eigenschaften von DES der zweiten Generation ändern allmählich auch die Empfehlungen zur Dauer der notwendigen dualen Antiplättchentherapie im Anschluss an die Implantation: 

  • Die verkürzte Einnahme von Blutverdünnern erhöht die Zahl der Patienten, die für eine DES-Implantation infrage kommen – und senkt damit den Bedarf für AK-DES.“
Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die vorläufigen Ergebnisse, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG im Juli 2015 veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht im September 2015 an den Auftraggeber versandt. Die eingereichten schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen erstellt.

Einen Überblick über Hintergrund, Vorgehensweise und weitere Ergebnisse des Abschlussberichts gibt die Kurzfassung.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Dr. Anna-Sabine Ernst
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)



Im Mediapark 8
50670 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: kontakt@iqwig.de

Dr. Anna-Sabine Ernst
Telefon: 0221 35685 153
Fax: 0221 35685 833
E-Mail-Adresse: anna-sabine.ernst@iqwig.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.iqwig.de/download/N13-01_Abschlussbericht_Kurzfassung_Antikoerperbes... - Kurzfassung zum Abschlussbericht

https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/nichtmedikamentoese-verfahr... - zum Abschlussbericht

Qualität trifft Ökonomie: Deine Notaufnahme/Rettungsstelle in Deiner Nähe

Medizin am Abend Berlin Fazit:   DIVI fordert deutlich höheren Stellenwert für Notaufnahmen

Es kann so schnell gehen. Nur eine Sekunde nicht aufgepasst und man baut einen Autounfall, hat einen Fahrradcrash oder zieht sich eine schlimme Verletzung im Haushalt zu. 

Mehr als 20 Millionen Menschen müssen jedes Jahr in eine Notaufnahme, um sich behandeln zu lassen. 

Sie hoffen auf schnelle Hilfe und die bekommen sie auch. Doch das kostet Geld. Damit die Notfallversorgung zukünftig in Deutschland nicht weiter leidet, muss dringend etwas geschehen. Deshalb läuft der DIVI-Kongress 2015, der vom 02. bis 04.12.2015 in Leipzig stattfindet, auch unter dem Motto „Qualität trifft Ökonomie“. 
 
„Wenn ökonomische Zwänge zu schlechterer Qualität führen, kann das in einem Desaster enden, wie man jetzt bei VW sieht“, sagt Professor Andreas Seekamp, Sprecher der Sektion Interdisziplinäre Notaufnahme der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Präsident des diesjährigen DIVI-Kongresses.

 „In der Medizin darf so etwas nicht passieren. Ein Autobauer kann einen Rückruf starten, wir haben dann oft nur den Nachruf.“

Das größte Problem: Die Notfallversorgung ist chronisch unterfinanziert. 

Krankenkassen schlagen zwar eine Querfinanzierung über die stationären Fälle vor, doch das deckt bei weitem nicht die Kosten.

Die Folge: Für die Kliniken ist die Notfallversorgung ein Minusgeschäft.

Laut einer Studie bekommt ein Krankenhaus pro Notfall im Durchschnitt 32 Euro, die Kosten liegen aber bei 126 Euro. 
„So entwickeln sich die Notfallstationen zu einer Bad Bank für die Krankenhäuser und das darf natürlich nicht sein“, sagt der Experte, der Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel ist. „Aufgrund der Unterfinanzierung entsteht ein Personalmangel und das, obwohl qualifizierte Ärzte grundsätzlich zur Verfügung stehen.“

„Unter ökonomischen Gesichtspunkten könnte man z.B. erwägen, regionale Notfallzentren einzurichten, anstatt in Flächenstaaten mit wenig Bevölkerung, wie Schleswig Holstein, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern, unrentable Kliniken zu betreiben, nur damit eine Notfallversorgung sicher gestellt ist“, sagt Professor Seekamp.

„Sie können Patienten aufnehmen und dann gezielt weiterleiten.“ Als Vorbild dient hier das Traumanetzwerk, das sich um die Versorgung von Unfallverletzten kümmert. Dabei kommt die so genannte Triagierung zur Anwendung. Dabei handelt es sich um eine Abstufung der Schweregrade von Verletzungen. Kleine Häuser behandeln leichte Verletzungen, schwere und schwerste Verletzungen kommen in größere Kliniken. „Die Transportwege sind dabei heute kein Problem mehr“, sagt der DIVI-Sektionssprecher. „Wir können in ganz Deutschland den Luftweg nutzen. Fakt ist, dass wir an ökonomischen Zwängen nicht vorbeikommen.

Medizin muss auch wirtschaftlich sein und nicht jedes Krankenhaus braucht eine Notaufnahme.“

Hoffnung macht jetzt das neue Krankenhausstrukturgesetz, das zum 1. Januar 2016 in Kraft treten soll. Es verbessert die Wertigkeit der Notaufnahmen. Allerdings nur dann, wenn auch alle Punkte umgesetzt werden. Zu den wichtigsten Zielen zählen eine flächendeckende Verbesserung und nachhaltige Finanzierung der ambulanten, präklinischen und klinischen Versorgung von Patienten mit akuten Erkrankungen und Verletzungen, die eine rasche und kompetente Versorgung erfordern. Das ist nur möglich, wenn der Notfallmedizin eine angemessene Priorität im Gesundheitswesen eingeräumt wird.

Wichtige von der DIVI in diesem Zusammenhang geforderte Punkte sind: Eine notfallmedizinische Versorgung, die schwerpunktmäßig in klinischen oder ambulanten interdisziplinären Notfallzentren mit enger Anbindung der kassenärztlichen Notdienste, der Notärzte und des Rettungsdienstes erfolgt. Diese Notfallzentren könnten in drei Kategorien unterteilt werden. Zur Kategorie I zählen überregionale Zentren und zur Kategorie II gehören regionale Versorgungskrankenhäuser mit eingeschränkter Anzahl an stationären Fachabteilungen. Zur Kategorie III schließlich zählen ambulante Versorgungszentren, z.B. in ländlichen Gebieten ohne eigenes Krankenhaus. Diese Notfallzentren müssen mit den klinischen Notfallzentren der Kategorie I und II auf vereinbarten Wegen kooperieren. „Die Entscheidung für eine ambulante oder stationäre Behandlung muss dabei grundsätzlich nach medizinischen und darf nicht nach primär wirtschaftlichen Kriterien erfolgen“, fordert Professor Seekamp. „Selbstverständlich müssen unnötige stationäre Aufnahmen vermieden werden. Notwendige stationäre Aufnahmen dürfen dagegen von den angeschlossenen Krankenhäusern nicht verzögert oder gar verweigert werden. Es muss eine Übernahmepflicht bestehen und im stationären Bereich müssen ausreichende Kontingente für Notfallpatienten eingeplant werden.“

DIVI-Kongress 2015 „Qualität trifft Ökonomie“
Das Thema „Notfallversorgung“ ist einer der Schwerpunkte des DIVI-Kongresses 2015, der vom 02. bis 04.12. im CCL Congress Center in Leipzig stattfindet. In Anbetracht der 15. Veranstaltung kann man von einem kleinen Jubiläum sprechen. Ein Grund für das wachsende Interesse an der DIVI insgesamt ist, dass Medizin heute mehr als je zuvor interdisziplinär betrieben wird und die Notfall- und Intensivmedizin dafür ein Paradebeispiel darstellt.

Mehr als 500 Vorträge und 40 verschiedene praktische Workshops stehen in den drei Tagen unter dem diesjährigem Motto „Qualität trifft Ökonomie“ auf dem Programm. Zudem kann sich das Fachpublikum in Live-Demonstrationen z.B. über Intensiv-Telemedizin informieren oder an Führungen durch eine Neonatologische Intensivstation teilnehmen.

Aus aktuellem Anlass wird auch Flüchtlingshilfe und deren medizinische Herausforderungen ?in einer eigenen Sitzung " Bewältigung der Flüchtlingswelle" thematisiert. In drei Vorträgen stellen Vertreter des Landes Schleswig-Holstein, des dortigen Universitätsklinikums und des Friedrich-Ebert-Krankenhauses ihre praktischen Erfahrungen vor.

Spannende News sind auch eine hochkarätig besetzte Delegation aus China zum diesjährigen Kongress. Sie wird in der "Präsidentensitzung" am 03.12. über die chinesische Intensiv- und Notfallmedizin berichten. Die DIVI betrachtet diesen Besuch als Auftakt für eine internationale Kooperation entsprechend § 2 der DIVI-Satzung. Ein Entwurf für ein Kooperationsabkommen in der Intensivmedizin und Notfallmedizin zwischen der DIVI und der HHRDC liegt bereits vor. Die HHRDC (The Health Human Development Center) ist eine Institution im chinesischen öffentlichen Gesundheitswesen, die für die Personalqualifikation und -entwicklung zuständig ist. Geplant sind u.a. gegenseitige Hospitationen und Einladungen zu Tagungen und Vorträgen.

Am 03. und 04.12. führt die Feuerwehr Leipzig jeweils von 12:00 bis 12:30 Uhr eine Höhenrettung im Atrium des CCL durch und die Bundeswehr präsentiert jeweils von 10:00 bis 10:30 Uhr auf einem eigenen Stand die praktische Arbeit der Sanitätskräfte im Einsatz. Kongressteilnehmer können außerdem eine Intensivrettung an Bord eines Hubschraubers erleben, zu der wir auch die Presse herzlich einladen. Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses und mittlerweile schöne Tradition ist der DIVI Charity Lauf am 04.12., dessen Erlös an die Organisation „Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende e.V.“ geht. Schirmherr des Laufes ist der Olympiasieger im Gehen Hartwig Gauder, der selbst seit 1997 ein Spenderherz hat.

DIVI weltweit einzigartig
Die 1977 gegründete DIVI ist ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von mehr als 2000 Anästhesisten, Neurologen, Chirurgen, Internisten, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Fachkrankenpflegern und entsprechenden Fachgesellschaften: Ihre fächer- und berufsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Wissensaustausch machen im Alltag den Erfolg der Intensiv- und Notfallmedizin aus. Insgesamt bündelt die DIVI damit das Engagement von mehr als 30 Fachgesellschaften und persönlichen Mitgliedern.

Der Experte der DIVI:
Professor Andreas Seekamp ist Sprecher der DIVI-Sektion „Interdisziplinäre Notaufnahme“ und Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel.

Gerne vermitteln wir Ihnen unseren Experten für Ihre Anfragen und Interviews sowie Bildmaterial. Um Belegsendung wird im Veröffentlichungsfall gebeten.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Larissa Vogt
Luisenstraße 45
10117 Berlin
Telefon: 0173/6194422
E-Mail: pressestelle@divi-org.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.divi2015.de
Webseite zum 15. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)

http://www.divi.de
Webseite der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)

http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/hu_Spermium_wnt-Rezeptor.jpg

Kehlkopfentfernung - Kehlkopfkrebs

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Erste totale Kehlkopfentfernung mit dem Da-Vinci-Roboter in der Schweiz

Erstmals in der Schweiz haben Ärzte des UniversitätsSpitals Zürich eine totale Kehlkopfentfernung mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durchgeführt. Für die Patienten bringt der Eingriff mittels Roboter einige Vorteile. Für die Ärzte bedeutet er einen weiteren Schritt zur besseren Patientenversorgung. 

 Bildlegende: Erstmals in der Schweiz führten Ärzte des UniversitätsSpitals Zürich eine totale Kehlkopfentfernung mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durch.
Bildlegende: Erstmals in der Schweiz führten Ärzte des UniversitätsSpitals Zürich eine totale Kehlkopfentfernung mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durch. USZ
 
Kehlkopfkrebs wird aufgrund von ersten Symptomen (Heiserkeit) meistens früh diagnostiziert und eine organ- und funktionserhaltende Behandlung ist möglich.

 In fortgeschrittenen Stadien oder aber bei Nichtansprechen auf eine Radio(chemo)therapie ist eine organerhaltende Therapie nicht mehr möglich und die vollständige Entfernung des Kehlkopfs (Laryngektomie) wird meistens unumgänglich.

Der Zugang zum Kehlkopf erfolgt dabei über einen grossen Halsschnitt.

Die Operation und der mit der Kehlkopfentfernung verbundene Verlust der normalen Stimme sowie die bleibende Öffnung der Luftröhre am Hals (ein sog. Tracheostoma) sind eine schwere Belastung für die Patienten.

Ein Team um PD Dr. Gerhard Huber von der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des UniversitätsSpitals Zürich hat Ende Juli 2015 zum ersten Mal in der Schweiz zur totalen Entfernung eines Kehlkopfes bei einer 77-jährigen Patientin den Da-Vinci-Roboter eingesetzt.

  • Die Operation erfolgte damit ohne den sonst nötigen Halsschnitt. 

Der Tumor konnte mit dem Roboter vollständig entfernt werden, der Patientin geht es postoperativ gut.

Aus der Sicht von Gerhard Huber bringt die Methode für gewisse Patienten Vorteile:

  • «Die Entfernung des Kehlkopfes ist insgesamt weniger belastend und die Patienten können nach der Operation rascher schlucken und das Training mit der Ersatzstimme aufnehmen als bei einem Halsschnitt. 

Für die Ärzte ist mit dem Da-Vinci-Roboter der Zugang zu tief liegenden, sonst nur schwer erreichbaren Bereichen möglich. Durch die Kamera beim Operationsort ist die Sicht besser, was für die vollständige Entfernung von Tumoren entscheidend ist.» Noch ist die Methode nur für ausgewählte Fälle geeignet, beispielsweise wenn der Tumor klar auf den Kehlkopf begrenzt ist.

Der Da-Vinci-Roboter wird zwar schon seit einigen Jahren vermehrt auch bei Operationen im Kopf- und Halsbereich eingesetzt, um an unzugänglichen Stellen zu operieren.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind jedoch beschränkt, weil die Instrumente für diesen Bereich noch recht gross und die Operationen dadurch anspruchsvoll sind. Seit einiger Zeit sind feinere Instrumente in der Entwicklung, welche die Anwendung des Da-Vinci-Roboters auf weitere Bereiche und Patientengruppen ausweiten werden. «In absehbarer Zeit werden deshalb noch viel mehr Patientinnen und Patienten von dieser Methode profitieren können.

Die Laryngektomie mit dem Da-Vinci-Roboter ist eine wichtige Erfahrung auf diesem Weg», so Huber. «Und für die betroffene Patientin war sie die beste Wahl.»



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

PD Dr. Gerhard Huber
UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
gerry.huber@usz.ch, +41 044 255 58 69
sic. phil. Martina Pletscher Unternehmenskommunikation
UniversitätsSpital Zürich

TV-Hinweis: Zuckerindustrie versucht Gesundheitsausschuss des Bundestags hinters Licht zu führen

Medizin am Abend Berlin Fazit: 

Die deutsche Zuckerindustrie hat sich in der letzten Woche mit einem Info-Brief an die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Gesundheit gewandt. Darin beruft sich die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) unter anderem auf Ernährungsempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und kommt zu dem Schluss, dass Zuckerkonsum kein Risikofaktor für Diabetes Typ 2 sei. Die DDG betrachtet diese Aktion als unseriös und weist die Argumentation als manipulativ und plump zurück. 
 
  • In ihrem Info-Brief stellt die WVZ zunächst richtigerweise fest, dass Übergewicht ein Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes Typ 2 sei. 

Aber, so schreibt der Verband weiter: „Zucker macht nicht dick.“ Für die Entstehung von Übergewicht sei nicht eine einzelne Zutat, sondern die Energiebilanz entscheidend. Deshalb lautet das Fazit aus Sicht der WVZ: Zuckerkonsum ist kein Risikofaktor für Diabetes.

„Diese Argumentation ist unseriös, weil sie entscheidende Zusammenhänge bewusst ausspart“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Selbstverständlich sei gegen den maßvollen Konsum von Zucker nichts einzuwenden. „Darum geht es in der aktuellen Debatte auch gar nicht“, betont Gallwitz. „Das Problem ist jedoch unsere heutige Ernährungsweise mit einer Vielzahl industriell erzeugter Lebensmittel, die ein Übermaß an Zucker, Fett und Salz enthalten und damit zu viele Kalorien.“ Und diese Ernährungsweise mit hochkalorischen Produkten führt dazu, dass inzwischen über die Hälfte der Deutschen übergewichtig ist, was zu Diabetes und vielen anderen Krankheiten führen kann. Insofern ist der weltweit viel zu hohe Zuckerverbrauch gesundheitsschädlich und muss dringend zurückgeführt werden.

„Wenn es der Zuckerindustrie um eine seriöse Information gegangen wäre, hätte sie die Politiker auf diesen Missstand hingewiesen, anstatt die DDG Empfehlungen manipulativ einzusetzen“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Denn nach der einschlägigen WHO Leitlinie sollte der Zuckerverbrauch nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Gesamtenergieaufnahme ausmachen.

Noch besser sei es, wenn der tägliche Zuckerverbrauch auf fünf Prozent reduziert werde (WHO Guideline; Sugars intake for adults and children, 2015. Entsprechende Empfehlungen hatte die WHO auch schon 2002 veröffentlicht).

  • Zehn Prozent der Energieaufnahme für Erwachsene wären etwa 50 Gramm Zucker. Tatsächlich aber verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt etwa das Doppelte an Zucker.
  • Mit dem Info-Brief knüpft die WVZ an ähnliche Strategien der Tabakindustrie an, die jahrzehntelang erfolgreich versuchte, von den gesundheitlichen Folgen des Rauchens abzulenken. 

Auch die Lebensmittelindustrie hat in den zurückliegenden Jahrzehnten weltweit immer wieder versucht, mit zweifelhaften Methoden Teile der Politik und Wissenschaft in ihrem Sinne zu beeinflussen. Ärzte der University of California zeichneten jüngst in der Fachzeitschrift PLOS Medicine nach, wie die Zuckerindustrie in den USA seit den 70er Jahren erfolgreich daran arbeitete, die schädlichen Folgen von gesüßten Getränken und Speisen auf die Zahngesundheit zu verschleiern.

Und die New York Times berichtete kürzlich, dass Coca-Cola Wissenschaftlern 1,5 Millionen Dollar zahlte, damit sie mangelnde Bewegung als den wahren Dickmacher identifizierten – und gleichzeitig die Bedeutung gesüßter Softdrinks relativierten.

„Wir gehen davon aus, dass die Gesundheitspolitiker diesen Info-Brief als das einstufen, was er ist: als einen plumpen Versuch der wirtschaftlichen Interessenvertretung, und nicht als einen serösen Beitrag zur Gesundheitsförderung“, so Gallwitz.

Sendung ARTE, „Die große Zuckerlüge“, 13.10.2015, 20.15 Uhr

http://www.arte.tv/guide/de/054774-000/die-grosse-zuckerluege


Pressemitteilung des WVZ zur Zuckerrübenernte:

http://www.zuckerverbaende.de/aktuell/presse-aktuelle-infos/357-aktuell-presse-a...

Cristin E. Kearns, Stanton A. Glantz , Laura A. Schmidt: Sugar Industry Influence on the Scientific Agenda of the National Institute of Dental Research’s 1971 National Caries Program: A Historical Analysis of Internal Documents. PLOS online, published March 10, 2015, DOI: 10.1371/journal.pmed.1001798
http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1001798

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit fast 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt 

Pressestelle DDG
Kerstin Ullrich und Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641/552, Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org
voormann@medizinkommunikation.org

Deutsche Diabetes Gesellschaft
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 31
10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-11
Fax: 030 3116937-20
info@ddg.info

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.ddg.info

Anti-Alzheimer-Therapie: Oligomere - die Vorstufe von Plaques bei Alzheimer

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Mögliche Gründe für Versagen von Anti-Alzheimer-Therapie gefunden

Verklumpte Proteine im Gehirn, so genannte Amyloid-β-Plaques, sind ein wichtiges Krankheitsmerkmal von Alzheimer. Eine Therapieoption nutzt spezielle Antikörper, um diese Plaques abzubauen. Im Tiermodell zeigte dieser Ansatz gute Ergebnisse, in Patientenstudien ist er aber bisher aus noch ungeklärten Gründen erfolglos. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben nun eine mögliche Ursache entdeckt: Sie stellten fest, dass in Mäusen, die eine Antikörpertherapie erhielten, Funktionsstörungen von Nervenzellen nicht besser und sogar noch verstärkt wurden. 
 
Immuntherapien mit zielgerichteten Antikörpern gegen Amyloid-β galten lange für die Behandlung von Alzheimer als vielversprechend. In Tierexperimenten hatte sich gezeigt, dass die Plaques dadurch reduziert und Gedächtnisstörungen wieder aufgehoben wurden. In klinischen Studien an Patienten konnten diese Ergebnisse aber bisher nicht bestätigt werden. Ein Forscherteam um Dr. Dr. Marc Aurel Busche, Wissenschaftler an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am TUM Klinikum rechts der Isar und am Institut für Neurowissenschaften der TUM und Prof. Dr. Arthur Konnerth vom Institut für Neurowissenschaften hat nun einen möglichen Grund hierfür aufgeklärt. Die Ergebnisse wurden in Nature Neuroscience veröffentlicht.

Zahl an hyperaktiven Nervenzellen steigt bei Immuntherapie

Die Forscher nutzten Alzheimer-Mausmodelle für ihre Studie. Diese Tiere tragen ein Transgen für das Vorläuferprotein von Amyloid-β, was wie beim Menschen zur Bildung von Amyloid-β-Plaques im Gehirn führt und Gedächtnisstörungen verursacht. Die Wissenschaftler behandelten die Tiere mit Immuntherapie-Antikörpern und untersuchten dann die Aktivität von Nervenzellen mit hochauflösender Zwei-Photonen Mikroskopie. Das  

Ergebnis: Zwar verschwanden die Plaques, die Anzahl an abnormal hyperaktiven Nervenzellen stieg aber stark an.

„Wenn Nervenzellen hyperaktiv sind, können sie ihre normalen Funktionen nicht mehr ausüben und verausgaben sich über längere Zeit. Sie verstummen dann und sterben möglicherweise im späteren Verlauf ab “, beschreibt Busche die Bedeutung ihrer Entdeckung. „Bei den Patienten, die die Immuntherapie erhalten haben, könnte das erklären, warum sich ihr Zustand nicht wirklich besserte, obwohl die Plaques weniger wurden“, ergänzt er.

Freigesetzte Oligomere als möglicher Grund für Hyperaktivität

Auch junge Alzheimer-Mäuse, bei denen noch gar keine Plaques im Gehirn nachweisbar waren, entwickelten bei der Antikörperbehandlung bereits vermehrt hyperaktive Nervenzellen. „Mit Blick auf diese Ergebnisse, wäre auch ein früher Einsatz der von uns untersuchten Immuntherapien, noch bevor die Plaques entstehen, wenig aussichtsreich. Denn auch hier treten die Nebenwirkungen der Therapie bereits auf“, erklärt der Wissenschaftler.

„Wir vermuten, dass der Mechanismus folgendermaßen ist: Die eingesetzten Antikörper setzen verstärkt lösliche Oligomere frei. Das sind Vorstufen der Plaques und gelten schon länger als problematisch. Das könnte die Zunahme der Hyperaktivität verursachen“, sagt Busche.

Die Arbeit wurde gefördert durch einen Advanced ERC Grant für Prof. Arthur Konnerth, das EU FP7 Programm (Projekt Corticonic) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (IRTG 1373 and SFB870). Marc Aurel Busche wurde zudem von der Hans und Klementia Langmatz Stiftung unterstützt.


Publikation
Marc Aurel Busche, Christine Grienberger, Aylin D. Keskin, Beomjong Song, Ulf Neumann, Matthias Staufenbiel, Hans Förstl und Arthur Konnerth, Decreased amyloid-β and increased neuronal hyperactivity by immunotherapy in Alzheimer's models, Nature Neuroscience, 9. November, 2015.
DOI: 10.1038/nn.4163
http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.4163.html


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

Dr. Dr. Marc Aurel Busche
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am TUM Klinikum rechts der Isar &
Institut für Neurowissenschaften der TUM
Tel: +49 (0)89 4140 – 4201
aurel.busche@tum.de
Dr. Ulrich Marsch 
Technische Universität München

360° TOP-Thema: Grippeimpfung in der Schwangerschaft: Schutz für Mutter und Kind

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Grippeimpfung in der Schwangerschaft: Schutz für Mutter und Kind 

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink hier:  


Eine Impfung gegen Influenza ist nicht nur für ältere und chronisch kranke Menschen sinnvoll, sondern auch für Schwangere. Zu dieser Empfehlung kommt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts und macht zugleich gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf bestehende Wissens- und Impflücken aufmerksam: So kennen einer aktuellen Befragung zufolge nur rund 41 % der werdenden Mütter die Grippe-Impfempfehlungen für Schwangere.



In der Schwangerschaft ist die Immunabwehr weniger aktiv - es besteht ein höheres Risiko, dass eine Grippeerkrankung schwer verläuft und Komplikationen lebensbedrohlich werden. So steigt etwa die Gefahr, wegen einer Herz- oder Lungenerkrankung ins Krankenhaus zu müssen, für schwangere Frauen während einer Grippeinfektion auf das Sechs- bis Achtfache an. Zudem erhöht eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft die Gefahr von Wachstumsverzögerungen sowie von Fehl- oder Frühgeburten. Eine rechtzeitige Grippeimpfung für Schwangere kann vor diesen Gefahren schützen.

Grippeimpfung: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend 

Für gesunde Frauen wird eine Impfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat empfohlen. Bestehen chronische Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollte noch früher geimpft werden. Den besten Schutz vor Grippe ermöglicht eine Impfung vor Beginn der Wintersaison - wer sich bis Ende November immunisieren lässt, hat gute Chancen der saisonalen Grippewelle zu entkommen.

Nach der Impfung dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat.

Positiver Zusatzeffekt der Impfung: 

Die Grippeimpfung der werdenden Mutter schützt auch das Baby - sowohl im Mutterleib als auch einige Monate nach der Geburt. Da Säuglinge erst ab dem sechsten Lebensmonat geimpft werden können, leistet die Grippeimpfung somit einen wichtigen Beitrag zum Nestschutz.

BKK Mobil Oil übernimmt Kosten und honoriert aktuellen Impfstatus im Bonusprogramm

Für alle Versicherten, die sich gegen Grippe impfen lassen möchten, übernimmt die BKK Mobil Oil die Kosten für die jährliche Schutzimpfung.

Weitere Informationen zum Thema Grippeimpfungen unter www.bkk-mobil-oil.de/grippeschutzimpfung.

Weiteres Extra: Im Rahmen ihres Bonusprogramms fitforcash belohnt die Krankenkasse einen aktuellen Impfstatus ihrer Versicherten mit 25,00 Euro.

Mehr dazu unter www.bkk-mobil-oil.de/fitforcash.
 
 
Die wichtigsten Fakten zur Grippeimpfung

- Risikogruppen: Die STIKO empfiehlt vor allem Menschen ab 60 Jahren 
und Risikogruppen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Hierzu zählen 
Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie etwa Herzkrankheiten, 
Diabetes oder Asthma, medizinisches Personal, Pflegekräfte und 
Schwangere.

- Besondere Vorsicht für Schwangere: Schwangere weisen ein deutlich 
erhöhtes Risiko auf, schwer zu erkranken. So steigt das Risiko, etwa 
wegen einer Herz- oder Lungenerkrankung ins Krankenhaus zu müssen, 
während einer Influenzawelle auf das Sechs- bis Achtfache an. Zudem 
sind die Behandlungsmöglichkeiten während einer Schwangerschaft stark
eingeschränkt: Um die gesunde Entwicklung des Kindes und die 
Sicherheit der Mutter nicht zu gefährden, werden Medikamente in der 
Schwangerschaft nur nach strenger Prüfung verabreicht. Sicherer ist 
daher, eine Grippeinfektion bereits im Vorfeld durch eine 
Grippeimpfung zu verhindern.

- Gutes Timing: Ein optimaler Schutz lässt sich erreichen, wenn die 
Grippeimpfung bis Ende November vorgenommen wird. Da sich die 
saisonale Virusgrippe meist nach der Weihnachtszeit verbreitet, 
sollte der Immunschutz zu diesem Zeitpunkt vorliegen. Ein Immunschutz
tritt etwa 14 Tage nach der Impfung ein und schützt in der Regel 
zwischen vier und sechs Monate lang vor einer Infektion.

- Gesund zur Grippeimpfung: Grundsätzlich können bei leichten 
Erkältungen mit Temperaturen bis 38 °C Impfungen bedenkenlos 
stattfinden. Trotzdem sollte man lieber gesund zur Grippeimpfung 
gehen, da krankheitsbedingt auftretendes Unwohlsein sonst schnell als
Impfnebenwirkung fehlgedeutet wird.

- Virenschutz: Auch wenn es keinen 100-prozentigen Impfschutz gibt, 
so bewahrt die Grippeimpfung in ca. 60 bis 80 % der Fälle vor der 
Viruserkrankung - vor allem für Risikogruppen und Menschen ab 60 
Jahren ist die Impfung daher besonders empfehlenswert. 
 

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

BKK Mobil Oil Pressestelle

Telefon: 040 3002-11401

E-Mail: pressestelle@bkk-mobil-oil.de