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Kardioanästhesie

Die Anforderungen an Anästhesistinnen und Anästhesisten in der Kardioanästhesie sind hoch – nun gibt es erstmals die Möglichkeit, diese Qualifikation nachzuweisen: 

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) führt ab April 2025 das Zertifikat „Anästhesie bei herzchirurgischen und interventionellen kardiologischen Eingriffen" ein. 

„Indem wir Fachkräften in der Kardioanästhesie eine standardisierte Fortbildung und einen klaren Qualifikationsnachweis anbieten, leisten wir einen weiteren wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung und stärken damit sowohl ihre Kompetenz als auch die Patientensicherheit“, erklärt DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx.

Bereits 2015 veröffentlichte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Richtlinie zu minimalinvasiven Herzklappeninterventionen, die spezifische personelle Anforderungen an Anästhesistinnen und Anästhesisten stellte. Der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kardioanästhesie der DGAI entwickelte daraufhin Empfehlungen für die personellen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen bei diesen Eingriffen. Bisher gab es jedoch kein standardisiertes Zertifikat, das die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten auf diesem Gebiet offiziell bestätigt. Das soll sich nun ändern.

„Die Kombination aus praktischer Erfahrung und strukturierter Weiterbildung ist essenziell, um die komplexen Anforderungen in der Kardioanästhesie zu bewältigen“, erläutert Prof. Dr. Ender, zweiter Sprecher des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kardioanästhesie der DGAI. Dazu wurde eigens ein Blended-Learning-Ansatz entwickelt, der die Lerninhalte durch eine Kombination aus E-Learning-Modulen und Präsenzveranstaltungen vermittelt. Die E-Learning-Plattform der DGAI bietet ab April 2025 eine umfassende Online-Lernerfolgskontrolle an, die für den Erwerb des Zertifikats erforderlich ist. „Somit schaffen wir einen verlässlichen Standard, der Anästhesistinnen und Anästhesisten gezielt auf die anspruchsvollen Eingriffe am Herzen vorbereitet und die Qualität in diesem Spezialbereich weiter stärkt.“

Voraussetzungen für das Zertifikat

Das Zertifikat kann erworben werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

1. Nachweis einer einjährigen Tätigkeit in Vollzeit im Bereich der Kardioanästhesie mit direkter Einarbeitung und Supervision durch erfahrene Fachärzte.
2. Teilnahme an mindestens 40 Unterrichtseinheiten, die als Kompaktkurs, interne Fortbildung oder Blended-Learning-Kurs absolviert werden können.
3. Erfolgreiches Bestehen der Online-Lernerfolgskontrolle.
Die Beantragung erfolgt analog zu anderen DGAI-Zertifikaten über die Geschäftsstelle der Fachgesellschaft.

Übergangsregelung für erfahrene Kardioanästhesisten

Fachkräfte, die die Anforderungen 1 und 2 bereits erfüllt haben, erhalten das Zertifikat, sofern die Lernerfolgskontrolle erfolgreich absolviert wird. 

Somit bietet das Zertifikat eine Möglichkeit, bereits bestehende Kompetenzen offiziell zu dokumentieren und den steigenden Anforderungen im Bereich der Kardioanästhesie gerecht zu werden.
Mit der Einführung dieses Zertifikats setzt die DGAI einen wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung und Standardisierung der Kardioanästhesie in Deutschland.

„Die Kardioanästhesie ist ein hochspezialisiertes Gebiet mit besonderen Anforderungen an Anästhesistinnen und Anästhesisten. Mit dem neuen Zertifikat schaffen wir eine strukturierte Möglichkeit zur Qualifikationssicherung, die sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch die Patientensicherheit stärkt", erklärt Prof. Dr. Alexander Schleppers, Hauptgeschäftsführer der DGAI.

Weitere Informationen zum neuen Zertifikat finden Sie im aktuellen Beitrag in der Fachzeitschrift Anästhesiologie & Intensivmedizin: 

https://www.ai-online.info/images/ai-ausgabe/2025/02-2025/AI_02-2025_Sonderbeitr...

Hinweise zur Anmeldung und zu den Kursangeboten sind auf der Website der DGAI zu finden: https://www.ak-kardioanaesthesie.de/arbeit-des-arbeitskreises/zertifikat.html

Originalpublikation:
https://www.dgai.de/aktuelles-patientinnen-projekte/pressemitteilungen/2364-dgai...

Definition der Vorhofflimmer-Belastung (AF burden)

Eine internationale Expertengruppe unter Leitung von Prof. Dr. Wolfram Döhner (Charité und DZHK) hat eine einheitliche Definition der Vorhofflimmer-Belastung (AF burden) vorgelegt. 

Die Empfehlung soll helfen, Risiken besser zu bewerten, Therapieentscheidungen zu unterstützen und Studien vergleichbarer zu machen.

Die European Heart Rhythm Association (EHRA) und das Council on Stroke der European Society of Cardiology (ESC) haben eine klinische Konsenserklärung zur Vorhofflimmer-Belastung (AF burden) veröffentlicht. Erstautor ist Prof. Dr. Wolfram Döhner von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). 

Ziel der Publikation ist es, eine international abgestimmte, einheitliche, klinisch anwendbare Definition dieses zunehmend relevanten Parameters zu etablieren als Grundlage für eine bessere Diagnostik, Therapie und Forschung.

Was ist AF burden – und warum ist das relevant?

AF burden bezeichnet den Anteil der Zeit, in der ein Patient während eines definierten Beobachtungszeitraums im Vorhofflimmern ist. 

Diese Zeit wird in Prozent angegeben. Zusätzlich soll, wenn möglich, die längste ununterbrochene Episode (LEAF) ausgewiesen werden. 

Die Konsensgruppe grenzt sich damit bewusst von der bislang üblichen, rein kategorischen Einteilung (z. B. paroxysmal, persistent) ab. 

Denn  Studien zeigen: 

Das Ausmaß des Vorhofflimmerns hat einen wesentlichen Einfluss auf Symptomatik, Prognose und therapeutische Entscheidungen.

Entscheidend für die Vergleichbarkeit von Messungen des AF burdens ist die Angabe der Dauer der Überwachung. 

Für eine verlässliche Einschätzung der AF burden ist eine kontinuierliche oder nahezu kontinuierliche EKG-Überwachung über mindestens 28 Tage notwendig. 

Je kürzer oder lückenhafter das EKG Monitoring ist, desto stärker wird die AF burden überschätzt aber die Vorhofflimmer- Prävalenz unterschätzt. 

Implantierbare Monitore gelten dabei als Referenzstandard. 

Auch medizinisch validierte Patch-Geräte können unter bestimmten Bedingungen ausreichende Daten liefern. Symptomgetriggerte Kurzzeit-EKGs sind dagegen nicht geeignet, um AF burden belastbar zu bestimmen.

Klinische Relevanz bei Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Kognition

Ein höherer Anteil an Vorhofflimmern ist mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle assoziiert – insbesondere bei Episoden über 24 Stunden Dauer. 

Auch bei Herzinsuffizienz, insbesondere mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF), zeigen sich Zusammenhänge mit dem Fortschreiten der Erkrankung. 

Studien weisen zudem auf einen möglichen Einfluss hoher Burden-Werte auf kognitive Beeinträchtigungen hin. 

Ebenso gibt es Hinweise auf eine verminderte Lebensqualität bei steigender Vorhofflimmer-Belastung.

Die Autorinnen und Autoren machen deutlich, dass es keine allgemeingültige Schwelle gibt, ab wann AF burden klinisch relevant ist. Vielmehr müssen diese für die jeweilige Erkrankung validiert werden, und hängen vom Risikoprofil und dem angestrebten Behandlungsziel ab. Für die Einschätzung des Schlaganfallrisikos kann die Kombination aus AF burden und CHA₂DS₂-VASc-Score eine sinnvolle Grundlage bieten.

Einheitliche Definition als Voraussetzung für Fortschritt

„Wir brauchen eine verlässliche und vergleichbare Grundlage, um den klinischen Nutzen von Rhythmuskontrolle, Antikoagulation oder Ablation in Zukunft noch besser beurteilen zu können“, sagt Erstautor Prof. Dr. Wolfram Döhner.

Mit der vorgelegten Definition schaffen ESC und EHRA eine wichtige Grundlage: für die Vergleichbarkeit von Studien, für die Validierung von krankheitsspezifischen Grenzwerten für AF burden, für eine risikoadaptierte klinische Versorgung und für die zielgerichtete Weiterentwicklung von Technologien und Algorithmen zur Rhythmusüberwachung. 

Sie unterstützt damit nicht nur die klinische Entscheidungsfindung, sondern auch die wissenschaftliche und technologische Weiterentwicklung der Therapie von Vorhofflimmern.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Wolfram Döhner, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik für Kardiologie

Originalpublikation:
Wolfram Doehner, Giuseppe Boriani, Tatjana Potpara, Carina Blomstrom-Lundqvist, Rod Passman, Luciano A Sposato, Dobromir Dobrev, Ben Freedman, Isabelle C Van Gelder, Taya V Glotzer, Jeff S Healey, Theodore Karapanayiotides, Gregory Y H Lip, Jose Luis Merino, George Ntaios, Renate B Schnabel, Jesper H Svendsen, Emma Svennberg, Rolf Wachter, Karl Georg Haeusler, A John Camm, Atrial fibrillation burden in clinical practice, research, and technology development: a clinical consensus statement of the European Society of Cardiology Council on Stroke and the European Heart Rhythm Association, EP Europace, Volume 27, Issue 3, March 2025, euaf019, 

https://doi.org/10.1093/europace/euaf019

pAVK peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)

Die veröffentlichte Neuauflage der S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) ist vor allem für die Altersmedizin ein echter Zugewinn: 

„Sie ist eine der wenigen Leitlinien mit dezidierter Adressierung der Geriatrie in einem eigenen substantiellen Schwerpunkt-Kapitel. 

Das hat eine große Bedeutung, wenn man sich vor Augen führt, dass mehr als 20 Prozent der Betagten eine pAVK haben – sie ist also eigentlich eine Alterskrankheit”, sagt Dr. Christoph Ploenes, Chefarzt im Fachzentrum für Angiologie der Schön Klinik Düsseldorf und Leiter der Arbeitsgruppe Gefäßerkrankungen/Angiologie bei der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).

Stellvertretend für die Fachgesellschaft hat er zusammen mit Dr. Hartmut Görtz neueste wissenschaftliche Erkenntnisse geprüft und die relevanten Ergebnisse im Kapitel „Die pAVK in der Geriatrie“ zusammengefasst. 

Hier werden konkrete konsentierte Empfehlungen gegeben im Umgang mit älteren Patientinnen und Patienten mit einer pAVK, die aufgrund der besonderen Situation – wie zum Beispiel Gebrechlichkeit (Frailty) – teils stark von sonstigen Standardempfehlungen abweichen. Insgesamt waren 23 Fachgesellschaften an dem wissenschaftlichen Werk beteiligt, das zunächst bis September 2029 gültig ist.

Die pAVK, eine klinische Manifestationsform der Arteriosklerose, betrifft meist die Beindurchblutung, was zunächst zu belastungsabhängigen Muskelschmerzen beim Gehen führen kann. 

Allerdings verläuft die Krankheit im Alter häufig diesbezüglich asymptomatisch. 


„Deshalb sollte man in einer geriatrischen Untersuchung oder in einer medizinischen Untersuchung alter Menschen in jedem Fall auch bei völliger Beschwerdefreiheit die Fußpulse tasten”, sagt Christoph Ploenes und fasst damit eine der wichtigen Empfehlungen in der Leitlinie zusammen. Auf diese Weise kann unter Umständen – zum Beispiel durch Lagerungsmaßnahmen – eine Folgemorbidität verhindert werden, etwa Fersendekubitus bei bettlägerigen Menschen oder mögliche Wundheilungsstörungen, falls ein Eingriff im Fußbereich oder Sprunggelenk geplant ist.

Wichtige Erkenntnis: Geriatrische Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Frailty profitieren meist nicht von Gefäßeingriffen!

Neu in der Leitlinie ist auch die Erkenntnis, dass bei geriatrischen Patientinnen und Patienten mit fortschreitender pAVK nicht nur die Komorbidität prognostisch relevant sein kann, sondern auch Funktionseinschränkungen im täglichen Leben. „Menschen mit fortgeschrittenem Frailty-Syndrom haben beispielsweise nicht nur ein höheres Risiko zu stürzen, ein Delirium zu entwickeln oder inkontinent zu werden, sondern allgemein auch eine schlechtere Prognose bei Eingriffen”, erklärt Ploenes. 

Was zu der wichtigen Empfehlung führt, geplante Eingriffe genauer abzuwägen, vor allem im Einklang mit dem primären Therapieziel der Beschwerdelinderung. „In sehr vielen von uns analysierten Registerstudien und retrospektiven Studien hat sich unisono herausgestellt, dass diese Patientengruppe von der Operation, also dem Wiederherstellen der Durchblutung, nicht profitiert hat – im Gegenteil.“ 

Aber nicht nur bei der Therapie, bereits bei der Diagnostik sei ein anderes Vorgehen als beim Standard ratsam: „Zum Beispiel ist dann nicht ohne Weiteres ein CT angezeigt, erst recht nicht als Screening”, so Ploenes.

Mehr geriatrische Kompetenz in der Gefäßmedizin gefordert

Um diese besonders vulnerable Gruppe älterer Menschen mit pAVK noch besser beziehungsweise differenzierter versorgen zu können, ist insgesamt mehr geriatrische Kompetenz in der Gefäßmedizin nötig – auch in der (Früh-)Rehabilitation. „Es ist sehr anzustreben, dass wir eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Expertinnen und Experten erreichen, was zum Beispiel in der Alterstraumatologie schon auf einem guten Weg ist. Gerade bei unserer Patientengruppe sind die personalisierte Medizin und eine Differenzialtherapie von besonders großer Bedeutung”, sagt Ploenes. „Um das zu erreichen, ist eine weitere interdisziplinäre und interprofessionelle Vernetzung nötig. Daher arbeiten wir jetzt unter interdisziplinärer Herausgeberschaft von Angiologie, Gefäßchirurgie und Geriatrie an einem Buch, das das Thema in der Breite abbildet und zudem konkrete Handlungsempfehlungen und Skizzen von Zukunftsperspektiven aufzeigt.”

Das Update der S3-Leitlinie zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) finden Sie hier: 

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/065-003

Übergewichtige Kinder im Alter von 8 bis 12

Die Stiftung Kindergesundheit lädt übergewichtige Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren ein, ab sofort an der Pilotphase ihrer neuen PowerKids App teilzunehmen. 

Die digitale Anwendung soll 2025 veröffentlicht werden und Kindern helfen, spielerisch einen gesünderen Lebensstil zu entwickeln.

PowerKids basiert auf einem bewährten analogen Spiele-Koffer, den die Stiftung Kindergesundheit bereits 1997 entwickelte. Das Konzept wurde nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet und in eine zeitgemäße App transformiert, die speziell die Generation Alpha anspricht. "Mit PowerKids wollen wir nachhaltige Verhaltensänderungen bewirken und einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Kinder nehmen", erklärt Prof. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorstand der Stiftung Kindergesundheit.

Die App begleitet teilnehmende Kinder über zwölf Wochen mit verschiedenen interaktiven Elementen. Sie kombiniert ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch zur Selbstreflexion mit wöchentlichen Aufgaben und abwechslungsreichen Challenges. Mitmach-Videos und motivierende Podcasts sorgen für Abwechslung, während stärkende Affirmationen das Selbstwertgefühl verbessern. Wissenstests in Form von Quizfragen runden das Angebot ab. Gesundheitsförderndes Verhalten wird mit "POWER-Punkten" belohnt, die im integrierten Spiel eingesetzt werden können – ein motivierender Ansatz, der die Nutzung der App besonders attraktiv macht.

Teilnehmen können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit Übergewicht oder entsprechender Tendenz. Voraussetzung ist der Zugang zu einem Smartphone oder Tablet, was auch über die Eltern möglich ist. Neugier und Offenheit für Neues sowie das Einverständnis der Eltern oder Erziehungsberechtigten sind ebenfalls erforderlich.

Die Teilnehmenden erwarten ein 7-wöchiger Test mit Start zwischen April und Mai 2025 und ein exklusiver Vorabzugang zur App. Sie profitieren von spielerischem Lernen durch verschiedene digitale Formate und tragen durch das Ausfüllen von Fragebögen zur Nutzererfahrung bei. Der tägliche Zeitaufwand beträgt maximal 20 Minuten. Besonders attraktiv ist die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung der App sowie ein 10€ Einkaufsgutschein als Dankeschön.

Nach Abschluss der Pilotphase werden die Ergebnisse evaluiert und die App entsprechend optimiert, bevor sie im Laufe des Jahres 2025 allen Kindern und Jugendlichen kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Interessierte Familien können sich ab sofort unter powerkids@kindergesundheit.de oder über die Webseite https://www.kindergesundheit.de/Programme_und_Projekte/PowerkidsApp_Infos.php für die Teilnahme an der Pilotphase registrieren.

Dank:
Die Projektentwicklung wurde mit einer finanziellen Förderung von ALDI Süd unterstützt. Der Förderer nahm keinerlei Einfluss auf die Projektentwicklung und Projektinhalte.

Die Stiftung Kindergesundheit:
Als gemeinnützige Organisation mit direkter Anbindung zur Ludwig-Maximilians-Universität München und der dortigen Kinderklinik und Kinderpoliklinik agiert die Stiftung Kindergesundheit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Sie vernetzt wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Anwendung innerhalb ihrer Programme und Projekte. Mit ihren evidenzbasierten Programmen gestaltet sie zielgruppengerechte Prävention - von der Schwangerschaft über den Kindergarten, von der Grundschule bis hin zum Jugendlichen. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Wissenschaft für die Praxis nutzbar zu machen. Gegründet wurde die Stiftung 1997 von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Berthold Koletzko, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Tätigkeit am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist bis heute ihr Vorstandsvorsitzender.


Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.kindergesundheit.de/Programme_und_Projekte/PowerkidsApp_Infos.php

Lungenscreenings zur Früherkennung von Lungenkrebs bei starken Raucherinnen und Rauchern im Alter von 50 bis 75 Jahren in Nordrhein-Westfalen

Einführung des Lungenscreenings zur Früherkennung von Lungenkrebs bei starken Raucherinnen und Rauchern im Alter von 50 bis 75 Jahren in Nordrhein-Westfalen

Ab sofort können medizinische Versorgungseinrichtungen Anträge für die Durchführung von Untersuchungen gemäß der Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung beim Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung (LIA) einreichen. Diese Verordnung ermöglicht die Früherkennung von Lungenkrebs bei starken Raucherinnen und Rauchern im Alter von 50 bis 75 Jahren durch den Einsatz von Niedrigdosis-Computertomographien. Ziel der Früherkennung ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und die Behandlungschancen zu verbessern.

Das LIA ist die zuständige Stelle für die Genehmigungen auf Grundlage des Strahlenschutzgesetzes und der oben genannten Verordnung. Um deren hohe Anforderungen zu erfüllen, müssen Erst- und Zweitbefunder eine abgeschlossene radiologische Facharztausbildung vorweisen. Zudem sind Nachweise über umfangreiche praktische Erfahrung mit der Befundung und Dokumentation von Computertomographieuntersuchungen sowie regelmäßige Fortbildungen im Bereich der Lungenkrebsfrüherkennung erforderlich. Diese Maßnahmen gewährleisten eine hohe fachliche Qualität der Diagnostik im Sinne der Sicherheit der Patientinnen und Patienten.

Medizinische Einrichtungen, die die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, können ihre Anträge bevorzugt per E-Mail an poststelle@lia.nrw.de einreichen. Anträge per Post können geschickt werden an: Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung NRW, 40208 Düsseldorf

Weitere Informationen zu den Antragsvoraussetzungen und einzureichenden Unterlagen finden Interessierte hier: https://www.arbeitsschutz.nrw.de/genehmigungsantrag-fuer-den-betrieb-einer-roent....
Weitere Informationen finden Sie unter
Genehmigungsantrag für den Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Früherkennung von Lungenkrebs für rauchende Personen

Herzklappen-Implantation

Wie die Erholungsphase nach chirurgischer Herzklappen-Implantation beschleunigt und wie auf die Intensivstation postoperativ verzichtet werden kann, das wird am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) Berlin erforscht, gefördert von der Deutschen Stiftung für Herzforschung.

Den körperlichen und psychischen Stress rund um Operationen minimieren und alles tun, damit operierte Patient:innen sich möglichst schnell erholen können – das ist ein seit Jahren etablierter Trend in vielen chirurgischen Fächern. In Fachkreisen ist von Fast-Track-Chirurgie oder ERAS-Konzepten die Rede (ERAS: enhanced recovery after surgery). Ziel ist die schnelle Genesung der Patient:innen, so dass sie möglichst keine oder eine nur kurze intensivmedizinische Betreuung benötigen und rasch wieder in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können. Realisiert wird das durch optimierte Operationsvorbereitung der Patient:innen, zum Beispiel mit einem angepassten Ernährungskonzept, durch schonende Operations- und Narkosemethoden sowie mit einer durchdachten und multiprofessionellen Betreuung nach der Operation. International sind dazu fachspezifische ERAS-Protokolle entwickelt worden.
Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) in Berlin bietet seit 2021 mit ERMICS (Enhanced Recovery After Minimally Invasive Cardiac Surgery) ebenfalls ein solches Protokoll für Herzchirurgie-Patient:innen an. Das aus mehreren Komponenten bestehende Programm ERMICS ist in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt und wissenschaftlich untersucht worden [1]. Seine Effektivität wird nun in einer prospektiv-randomisierten Studie [2] noch eingehender geprüft, gefördert mit Mitteln der Dr. Rusche-Projektförderung der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) und durchgeführt von Dr. Leonard Pitts und dem ERMICS-Team der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des DHZC. „Das Forschungsvorhaben von Dr. Pitts und dem ERMICS-Team ist vielversprechend und wichtig für die Lebensqualität und Sicherheit von Patient:innen, weil es tiefergehende Erkenntnisse unter anderem zu Patientenzufriedenheit, funktioneller Erholung und Entzündungs- und Stressreaktion liefern könnte“, betont der Herzchirurg und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF, Prof. Dr. Armin Welz. Bei ERMICS handelt es sich um ein Partnerprojekt der DHZC-Kliniken für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Volkmar Falk) sowie für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin (Direktor: Prof. Dr. Benjamin O‘Brien). Beteiligt ist außerdem das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).

Kürzer im Krankenhaus, weniger Entzündungs- und Stressreaktion bei gleichbleibender Sicherheit
Geplant ist, dass 128 Patient:innen an der Studie teilnehmen, die eine neue Aortenklappe (Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader) oder eine neue Mitralklappe (Herzklappe zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer) erhalten sollen. 

Die Hälfte von ihnen durchläuft das ERMICS-Programm, wobei die Patient:innen bereits am Abend nach der Operation vom Aufwachraum auf die Normalstation verlegt werden und nicht Tage auf der Intensivstation verbringen müssen (Tag-Null-/Day-Zero-Konzept: ERMICS-D0). 

Die andere Hälfte der Patient:innen erhalten die bisher übliche perioperative Standardbetreuung.
„Wir gehen davon aus, dass bei gleichbleibender Sicherheit das ERMICS-D0-Programm die Zeit des Krankenhausaufenthaltes verkürzt und die Entzündungs- und Stressreaktion sowie den operationsbedingten Muskelabbau verringert“, sagt Dr. Pitts vom DHZC. Damit könne die körperliche Belastbarkeit nach chirurgischer Herzklappen-Operation rascher wiederhergestellt werden als mit der bisherigen Standardversorgung. „Es geht heute nach Herzoperationen nicht mehr nur ums Überleben, sondern um schnellere Erholung, weniger Schmerzen und eine zügige Rückkehr in den Alltag“, erklärt der angehende Herzchirurg und wissenschaftliche Mitarbeiter des Studienteams.
Wurde früher noch das Brustbein gespalten, um Herzklappen implantieren zu können, erfolgt heute bei geeigneten Fällen ein minimaler Schnitt am rechten Brustkorb. Dies reicht häufig aus, um die neue Klappe in das Herz zu bringen und zu fixieren – eine deutlich schonendere Operationsmethode als früher. Die geringere Invasivität des Eingriffs ermöglicht zudem ein vergleichsweise schonenderes Narkoseverfahren. „Die Entzündungsreaktion nach der Op und die damit verbundene Morbidität der Patient:innen ist bislang allerdings noch ein Problem, mit dem wir umgehen müssen“, räumt Dr. Pitts ein.

Strukturierte Ärzte-Teamarbeit: Schlüssel zur rascheren Patienten-Wiederherstellung?
Eben hier setzt das ERMICS-D0-Programm an: schonende Anwendung der Herz-Lungen-Maschine während der Operation, optimierte Ernährung für einen schnelleren Kraftaufbau nach der Operation, zielorientierte Infusionstherapie, ein multimodales Schmerztherapiekonzept, rasche Entwöhnung von der maschinellen Beatmung nach der Op, ganzheitliche Physiotherapie und baldiger Kontakt zu Angehörigen – das sind wesentliche Komponenten des Versorgungsprotokolls. Dessen Umsetzung erfordert die strukturierte Zusammenarbeit aller Kolleg:innen der Herzchirurgie, Anästhesiologie, Pflege, Physiotherapie und anderen. Für einen reibungslosen Ablauf der perioperativen Versorgung sorgt die/der ERAS-Koordinator:in.
Der Fokus liegt damit auf der Lebensqualität herzkranker Menschen. „Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem ERMICS-D0-Programm den Schlüssel in der Hand halten, um die Patient:innen noch besser versorgen zu können“, erklärt Dr. Pitts. Genauer werde man das in zwei bis drei Jahren wissen, wenn die Studie abgeschlossen und ausgewertet worden ist.

(tm/wi)

Literatur
[1] Pitts L, Dini M, Goecke S et al. Enhanced recovery after minimally invasive cardiac surgery following a zero ICU concept – a propensity score-matched analysis. Eur J Cardiothorac Surg 2024;66(6):ezae439. Doi:10.1093/ejcts/ezae439

Goecke S, Pitts L, Dini M et al. Enhanced Recovery After Cardiac Surgery for Minimally Invasive Valve Surgery: A Systematic Review of Key Elements and Advancements
Medicina 2025, 61(3), 495; https://doi.org/10.3390/medicina61030495

[2] Titel des Forschungsvorhabens: “Enhanced Recovery after Minimally Invasive Cardiac Surgery following a Day Zero concept (ERMICS-D0)”

Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter, Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschungsförderung der Deutschen Herzstiftung: www.herzstiftung.de/forschung-und-foerderung

Die 2008 eingerichtete „Dr. Rusche-Projektförderung“ ist mit 60.000 Euro dotiert und wird jährlich von der DSHF zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vergeben. Benannt ist der Stiftungsfonds nach dem Internisten Dr. Ortwin Rusche (1938 bis 2007) aus Bad Soden, der die DSHF in seinem Testament bedachte, um Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Herzchirurgie zu fördern. Bewerben können sich junge Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler, die in Deutschland auf dem Gebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie tätig sind. Infos: https://www.dshf.de

Patienten-Informationen der Herzstiftung zu Herzklappen-Operationen: https://herzstiftung.de/herzklappenoperation

Broschüre „Herzoperationen auf einen Blick“
Patientinnen und Patienten, Interessierte und Krankenhäuser/Arztpraxen können die Broschüre „Auf einen Blick – Herzoperation“ kostenfrei als Print-Produkt oder im digitalen Format (PDF) bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/bestellung („Sonderdrucke“) (Tel. 069 955128-400) anfordern.

Das Gehirn den Nährstoff- und Flüssigkeitsbedarf des Körpers

Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie das Gehirn den Nährstoff- und Flüssigkeitsbedarf des Körpers bewertet und darauf reagiert.

Damit wir genügend Kalorien und Flüssigkeit zu uns nehmen, ist das Gehirn auf ein komplexes Netzwerk von Zellen, Signalen und deren Informationswege angewiesen – es sagt uns, wann wir essen, trinken oder besser damit aufhören sollen. 

Dennoch ist wenig darüber bekannt, wie das Gehirn die Bedürfnisse des Körpers erkennt und die entsprechende Reaktion einleitet.

Forschende am Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz haben in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und der Standford University nun bestimmte Gruppen von Nervenzellen identifiziert, die dafür wichtig sind. Diese spezialisierten „Durst“- und „Hunger“-Nervenzellen befinden sich in der so genannten Amygdala, einer Hirnregion, die an der Regulation von Emotionen beteiligt ist. 

Die Nervenzellen beeinflussen über verschiedene Schaltkreise das Verlangen nach Essen oder Trinken. 

Die Studie an Mäusen wirft ein neues Licht auf die Rolle der Amygdala bei der Regulation des Nährstoffbedarfs – und könnte wichtige Erkenntnisse über Essstörungen und Suchterkrankungen liefern.

Mitten im Emotionszentrum des Gehirns

Die Amygdala ist eine Hirnregion, die häufig mit Emotionen und Entscheidungsfindung in Verbindung gebracht wird. 

Sie ist aber auch von Bedeutung, wenn es um unser Verlangen nach Essen und Trinken geht. Bereits in früheren Studien konnten Wissenschaftler*innen aus Rüdiger Kleins Abteilung am Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz zeigen, dass Nervenzellen im zentralen Kern der Amygdala Nahrung mit Gefühlen verknüpfen: Schmackhaftes Essen wird mit positiven Emotionen in Verbindung gebracht, schlechtes Essen mit Abneigung. Außerdem wird der Appetit unterdrückt, wenn Übelkeit einsetzt. Das Team zeigte auch, dass eine Veränderung in der Aktivität dieser Nervenzellen das Verhalten beeinflusst. So konnten sie Mäuse zum Fressen anregen, selbst als diese satt waren oder sich unwohl fühlten.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen identifizierte das Team nun verschiedene Gruppen von Nervenzellen in derselben Region innerhalb der Amygdala: Solche, die spezifisch auf Durst reagieren, und andere, die auf Hunger reagieren – gesteuert durch ein komplexes Netzwerk molekularer Signale.

„Eine dieser Nervenzellgruppen reguliert ausschließlich das Bedürfnis zu trinken. Es ist die erste „Durst-Nervenzelle“, die in der Amygdala identifiziert wurde“, erklärt Federica Fermani, Erstautorin der Studie. „Als wir diese Nervenzellen aktivierten, tranken die Mäuse mehr, und als wir ihre Aktivität unterdrückten, tranken sie weniger. Außerdem haben wir in derselben Region eine weitere Gruppe von Nervenzellen gefunden: Sie ist ebenfalls für Durst zuständig, spielt aber auch eine Rolle bei der Regulierung des Hungergefühls. 

Es gibt also Nervenzellen mit einer bemerkenswerten Spezialisierung für bestimmte Verhaltensweisen und andere, die allgemeinere Aufgaben bei der Ernährung erfüllen.“

Um zu untersuchen, wie Nervenzellen im zentralen Kern der Amygdala das Ess- und Trinkverhalten regulieren, setzten die Forschenden spezielle genetische Werkzeuge ein. Damit konnten sie die Gehirnaktivität der Mäuse in unterschiedlichen Situationen untersuchen: Wenn die Tiere Hunger oder Durst verspürten, oder wenn sie bereits satt waren und genug getrunken hatten. Eine Methode namens Optogenetik ermöglichte es dem Team mit Hilfe lichtempfindlicher Proteine und eines Lasers, bestimmte Nervenzellen an- und abzuschalten. So konnten die Forschenden beobachten, wie sich sowohl die Aktivierung als auch die Inaktivierung der Nervenzellen auf das Ess- und Trinkverhalten der Mäuse auswirkte. Diesen Ansatz kombinierten sie mit einer neuen Methode, die es erlaubt, einzelne Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen zu beobachten. Dadurch ließ sich feststellen, woher die Nervenzellen ihre Informationen erhalten und mit welchen anderen Hirnregionen sie kommunizieren.

Die Tür zu neuen Fragen

Die Kartierung der Kommunikationswege zeigte, dass die Nervenzellen mit Hirnregionen in Verbindung stehen, die sensorische Informationen über Nahrung und Wasser verarbeiten – wie zum Beispiel der parabrachiale Komplex. In der Studie wurde auch untersucht, welchen Einfluss andere Faktoren, wie der Geschmack, auf das Verhalten der Mäuse haben. Durch die Kombination eines unbeliebten Getränkegeschmacks mit einer gezielten Stimulation von Nervenzellen in der Amygdala, konnte das Team die Entscheidungen der Mäuse verändern: Der zuvor gemiedene Geschmack wurde zum neuen Lieblingsgetränk. Die Struktur der Amygdala ist bei Mäusen und Menschen ähnlich – die Erkenntnisse könnten daher unser Verständnis dafür verbessern, wie Emotionen unsere eigenen Ess- und Trinkgewohnheiten beeinflussen.

„Grundlegende Triebe wie Durst und Hunger sorgen dafür, dass wir zur richtigen Zeit essen und trinken – die Grundvoraussetzung dafür, dass unser Körper die überlebensnotwendige Flüssigkeit und Nahrung erhält“, erklärt Rüdiger Klein. „Dieselben neuronalen Schaltkreise können aber auch zu Über- oder Unterernährung beitragen, je nachdem, auf welche Signale sie im Gehirn treffen. Durch die Erforschung dieser Prozesse können wir vieles besser verstehen: Wie das Gehirn Essen und Trinken emotional bewertet; wie es lernt, sie mit Freude oder Abneigung zu verknüpfen; und wie die neuronale Entwicklung sowohl angeborenes als auch erlerntes Verhalten prägt.“

Diese Arbeit öffnet die Tür zu neuen Fragen – zum Beispiel, wie das Gehirn Appetit, Durst und Emotionen gegeneinander abwägt. Oder woher wir wissen, wann wir zu wenig oder zu viel gegessen und getrunken haben. Wie werden konkurrierende Bedürfnisse gleichzeitig bewältigt? Schließlich stellt sich auch die Frage, inwieweit diese Schaltkreise bei Krankheiten wie Übergewicht, Magersucht oder Alkoholabhängigkeit beeinträchtigt sind.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Prof. Dr. Rüdiger Klein
Direktor
MPI für biologische Intelligenz
ruediger.klein@bi.mpg.de

Originalpublikation:
Federica Fermani, Simon Chang, Ylenia Mastrodicasa, Christian Peters, Louise Gaitanos, Pilar L. Alcala Morales, Charu Ramakrishnan, Karl Deisseroth & Rüdiger Klein

Food and water intake are regulated by distinct central amygdala circuits revealed using intersectional genetics

Nature Communications, online 29 March 2025

https://www.nature.com/articles/s41467-025-58144-3
Weitere Informationen finden Sie under


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Behandlung von Prostatakrebs

Das Forschungsprojekt PROMOTE begegnet einem der größten Probleme in der Behandlung von Prostatakrebs: der Überdiagnose und -therapie von langsam wachsenden Tumoren bei gleichzeitig unzureichender Therapie aggressiver Formen. PROMOTE zielt darauf ab, mithilfe molekularer Analysen und künstlicher Intelligenz Diagnostikverfahren weiterzuentwickeln, die die Zahl unnötiger Biopsien reduziert, und die Therapie für fortgeschrittene Formen der Erkrankung zu verbessern. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, ist maßgeblich an dem internationalen Projekt beteiligt, das von der Europäischen Union gefördert wird.

Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Männern weltweit. Das internationale Forschungsprojekt PROMOTE (PRostate cancer OMics Oriented inTErvention) zielt darauf ab, mithilfe molekularer Analysen und künstlicher Intelligenz Diagnostikverfahren weiterzuentwickeln, die die Zahl unnötiger Biopsien reduziert. Außerdem soll die Therapie für fortgeschrittene Formen der Erkrankung verbessert werden. Die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ist maßgeblich an PROMOTE beteiligt, das von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Horizon Europe mit über zwei Millionen Euro gefördert wird.

Im Fokus steht die Entwicklung eines Urintests auf Basis modernster proteombasierter Methoden sowie zusätzlicher Radiomik- und Pathomikmodelle. „Die EU-Kommission hat unter 13.000 geförderten Innovationen die Proteomanalyse als Schlüsseltechnologie ausgewiesen. Sie erlaubt die frühe und genaue Erkennung des Prostatakrebses und die Bestimmung seiner Aggressivität – allein anhand einer Urinprobe, die als Filtrat des Blutes wichtige krankheitsspezifische Informationen enthält“, sagt Prof. Dr. Axel Merseburger, Direktor der Klinik für Urologie, Campus Lübeck. Invasive Diagnostikmethoden wie Biopsien sollen durch das neue Vorgehen weitgehend überflüssig werden. Bislang werden Biopsien in der Regel bei Patienten durchgeführt, bei denen zum Beispiel eine Magnetresonanztomografie keine eindeutige Diagnose erbracht hat. Allerdings liegt nur in 16 Prozent dieser Fälle tatsächlich ein bösartiger Tumor vor.

Übertherapie von langsam wachsenden Tumoren

Im Rahmen des Projekts werden außerdem mithilfe KI-gestützter Modelle bis zu 68 Wirkstoffkandidaten gegen aggressive Prostatakrebserkrankungen getestet. 

Das Forschungsteam nutzt dabei eine Datenbank des Unternehmens Mosaiques Diagnostics mit über 85.000 Proteomprofilen. So sollen Vorhersagemodelle entstehen, die Behandlungsstrategien auf Grundlage des individuellen molekularen und medizinischen Profils der Patienten ermöglichen.

„Das Projekt PROMOTE begegnet einem der größten Probleme in der Behandlung von Prostatakrebs: der Überdiagnose und -therapie von langsam wachsenden Tumoren bei gleichzeitig unzureichender Behandlung aggressiver Formen. Studien zeigen, dass bis zu 90 Prozent der Prostatakarzinome übertherapiert werden – mit entsprechend belastenden Folgen für die Patienten“, sagt PD Dr. Marie Christine Roesch, Oberärztin und Ärztliche Leitung des Forschungslabors Urologie, Campus Lübeck. PROMOTE soll dieses Behandlungsparadoxon auflösen: durch präzise, molekular fundierte Diagnostik und personalisierte Therapien auf Basis spezifischer Biomarker.

PROMOTE wird von einem interdisziplinären Konsortium aus 13 Forschungseinrichtungen und Unternehmen getragen, darunter die Universität zu Lübeck, die Medizinische Universität Innsbruck und das Universitätsklinikum Reina Sofía in Córdoba, Spanien.

Weltweit 1,4 Millionen Neuerkrankungen jährlich

Das Projekt, das insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden in Zukunftstechnologien einbinden will, läuft bis August 2028. Die Verantwortlichen erwarten, dass die Ergebnisse zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlung des Prostatakarzinoms und zu erheblichen Entlastungen der Gesundheitssysteme der EU-Länder führen wird. Mit relevanten Teilergebnissen wird 2026 gerechnet.

Pro Jahr erhalten etwa 1,4 Millionen Männer weltweit die Diagnose Prostatakrebs. In fast 45 Prozent der Fälle handelt es sich um langsam wachsende Krebsformen mit guter Prognose. Gleichzeitig ist Prostatakrebs im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium schwer zu behandeln und nicht heilbar.

Die Klinik für Urologie, Campus Lübeck, kooperiert bei der Versorgung von Patienten mit Prostatakrebs eng mit dem Universitären Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH), einem Zusammenschluss aller onkolgisch tätigen Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck.

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Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Klinik für Urologie, Campus Lübeck
Prof. Dr. Axel Merseburger, Tel. 0451 500-43601, axel.merseburger@uksh.de
PD Dr. Marie Christine Roesch, Tel.: 0451 500-43601, mariechristine.roesch@uksh.de
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.eu-promote.com/

Das Hepatitis-A-Virus (HAV)

Das Hepatitis-A-Virus (HAV) ist einer der Hauptverursacher viraler Hepatitis und für schätzungsweise 159.000 Infektionen und 39.000 Todesfälle jährlich verantwortlich. 

Um einer Ansteckung vorzubeugen, sollten Oberflächen desinfiziert werden, besonders bei hohen Infektionszahlen. 

Die Forschenden der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum haben neun verschiedene Flächendesinfektionsmittel gegen HAV getestet. Ergebnis: Nur zwei Produkte auf Aldehydbasis waren in der Lage, HAV wirksam zu inaktivieren. Das Team berichtet im Journal of Hospital Infection vom 14. März 2025.

Zwei Mittel wirken

Die Forschenden brachten HAV-Partikel auf Stahloberflächen auf und bestimmten die Anzahl ansteckender Viruspartikel über 60 Tage. „Wir konnten bis zu 40 Tage lang infektiöse Partikel auf einer solchen Oberfläche nachweisen, was für eine hohe Stabilität des Virus spricht“, berichtet Doktorandin Lilli Pottkämper. Erst nach rund 18 Tagen hatte sich die Anzahl ansteckender Partikel um jeweils die Hälfte reduziert.

Das Forschungsteam wandte dann verschiedene Desinfektionsmittel auf den Proben an. Unter den neun getesteten Produkten waren solche auf Alkoholbasis, auf Aldehydbasis, ein Produkt auf Peressigsäurebasis, ein Produkt auf Sauerstoffbasis und eins auf Wasserstoffperoxidbasis. „Mit Ausnahme der beiden Aldehyd-basierten Produkte konnte keines der Desinfektionsmittel die Ansteckungsgefahr ausreichend herabsetzen“, so Lilli Pottkämper.

Ansteckungen vermeiden

Inwiefern die Ansteckung über kontaminierte Oberflächen zum Infektionsgeschehen mit Hepatitis A beiträgt, ist nicht bekannt. 


Die Viren werden über Fäkalien ausgeschieden und dann oral aufgenommen, häufig über verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser. 

„Eine funktionierende Flächendesinfektion könnte aber besonders bei hohen Infektionszahlen dazu beitragen, Ansteckungen zu verhindern“, so Lilli Pottkämper.


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Lilli Pottkämper
Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 17451
E-Mail: lilli.pottkaemper@ruhr-uni-bochum.de

Prof. Dr. Eike Steinmann
Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 28189
E-Mail: eike.steinmann@ruhr-uni-bochum.de

Webseite der Abteilung: 

https://virologie-bochum.de/

Originalpublikation:
Lilli Pottkämper, Michelle Jagst, Daniel Todt, Eike Steinmann: Stability and Inactivation of Hepatitis A Virus on Inanimate Surfaces, in: Journal of Hospital Infection, 2025, DOI: 10.1016/j.jhin.2025.02.020, https://doi.org/10.1016/j.jhin.2025.02.020

Die Wit am Abeitsplatz

Studie der Uni Hohenheim: Wie wütend jemand ist, lässt sich mithilfe einer Wut-Skala messen. 

Konflikte unter Teammitgliedern lassen sich dadurch schneller identifizieren.

Wut kann sich im Stillen aufbauen. 

Am Arbeitsplatz kann das nicht nur der Produktivität schaden, sondern auch dem Arbeitsklima. Eine von Arbeitspsycholog:innen der Universität Hohenheim in Stuttgart durchgeführte Studie zeigt: Wie wütend Menschen sind, lässt sich innerhalb kürzester Zeit durch einen Fragebogen ermitteln: Im Anschluss gibt die sogenannte State-Trait-Wut-Skala Aufschluss über das aktuelle Wut-Maß einer Person – und misst, wie stark diese generell zu Wutausbrüchen neigt. Hilfreich kann das zum Beispiel für Führungskräfte und Personaler:innen sein: Unstimmigkeiten und Konfliktpotentiale unter Teammitgliedern lassen sich mithilfe der Wut-Skala frühzeitig identifizieren und entschärfen.

„Wut wird häufig negativ bewertet und hat in unserer Gesellschaft ein schlechtes Image“, sagt Dr. Robin Umbra vom Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie der Universität Hohenheim.

Evolutionär betrachtet sei Wut nicht unbedingt nachteilig: „Wut signalisiert uns, dass wir jemanden angreifen beziehungsweise konfrontieren müssen. Das konnte sich in bestimmten Situationen als evolutionärer Vorteil erweisen“, so der Arbeitspsychologe.

Unterdrückte Wut am Arbeitsplatz schadet dem Arbeitsklima

„Wut ist ein wesentlicher Treiber von Konflikten am Arbeitsplatz. Oft wird sie aber erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist“, erklärt Prof. Dr. Ulrike Fasbender, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Hohenheim und Co-Autorin der Studie.

„Viele Menschen möchten ihre Wut gar nicht erst zeigen und unterdrücken ihre Emotionen. Das kann Folgen für die mentale Gesundheit haben. Es schadet aber auch der Gruppendynamik, wenn Konflikte unerkannt bleiben.“

Um diesem Problem entgegenzuwirken, entwickelten die Arbeitspsycholog:innen die State-Trait-Wut-Skala: „Mit der Skala können wir nicht nur messen, wie stark jemand generell zur Wut neigt. Wir können auch erfassen, ob jemand dazu neigt, schnell zu explodieren oder seine Wut erst einmal lange in sich hineinzufressen“, erklärt Dr. Umbra.

Acht Fragen messen Wut-Veranlagung und fungieren als Frühwarnsystem

Die State-Trait-Wut-Skala umfasst insgesamt acht Fragen: „Die Skala ist simpel geschrieben und sowohl für deutschsprachige als auch englischsprachige Kontexte konzipiert. Sie fragt mithilfe von Synonymen ab, wie wütend man sich in diesem Moment bzw. im Allgemeinen fühlt“, so Dr. Umbra.

Befragte vervollständigen dabei acht verschiedene Sätze und geben zum Beispiel an, ob sie sich in diesem Moment, „gar nicht“, „ein bisschen“, „mittelmäßig“, „sehr“ oder „extrem“ aufgebracht oder zornig fühlen. Um die Skala zu entwickeln, arbeiteten Dr. Umbra und Prof. Dr. Fasbender mit rund 100 Psycholog:innen zusammen.

Um emotionale Spannungen im Berufsalltag zu erkennen, sei es wichtig, dass der Fragebogen in regelmäßigen Abständen erneut von den Mitarbeiter:innen ausgefüllt werde – zum Beispiel morgens und nachmittags. „Macht man das über mehrere Tage, lässt sich einschätzen, welches Arbeitsklima in einem Team vorherrscht. Wenn Mitarbeiter:innen bei den einzelnen Antwortmöglichkeiten häufig „sehr“ und „extrem“ auswählen, sollte das Gespräch gesucht werden“, erklärt Prof. Dr. Fasbender.

Die Skala sei daher vor allem als ein Instrument für Führungskräfte, HR-Teams und Organisationsberater:innen zu verstehen: „Zu erkennen, wer wütend ist oder schnell zur Wut neigt, kann helfen, Konflikte direkt anzugehen und Spannungen am Arbeitsplatz auf konstruktive Weise zu managen.“

Praxistest in deutschen und US-amerikanischen Unternehmen

Ihre Skala testeten die Forschenden in einer Online-Befragung von rund 600 Arbeitnehmer:innen. Dabei wurden Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen Unternehmen und Industrien ausgewählt. Die Proband:innen stammten zur Hälfte aus Deutschland. Bei der anderen Hälfte handelte es sich um US-amerikanische Arbeitnehmer:innen.

„Wir wollten messen, ob sich kulturelle Unterschiede finden lassen, wie wütend Menschen auf der Arbeit werden und ob sich dabei Unterschiede zwischen langfristigen und kurzfristen Wutreaktionen zeigen“, erklärt Dr. Umbra

Unterschiedliche Wutneigung in internationalen Teams

Das Ergebnis: „Bei kurzfristigen Wutreaktionen zeigen sich kaum Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikaner:innen. Die Wut ist hier ähnlich intensiv.“

Leichte Unterschiede zeigten sich jedoch bei der langfristigen Wutneigung: „Unsere Studie gibt Hinweise darauf, dass Deutsche generell über andere Dinge wütend werden als US-Amerikaner:innen, möglicherweise aufgrund anderer Moral- und Wertevorstellungen.“ Die sogenannte Trait-Wut, bei der es sich um ein Persönlichkeitsmerkmal handelt, sei daher kulturell bedingt.

Dieses Ergebnis sei vor allem für internationale Teams von Bedeutung: „Kulturelle Unterschiede spielen eine große Rolle dabei, wie und ob wir Emotionen ausdrücken. Die State-Trait-Wut-Skala kann helfen, diese Wutneigungen sichtbar zu machen.“

Wut äußert sich oft in indirekter Form

In einer weiteren Studie beschäftigten sich Dr. Umbra und Prof. Dr. Fasbender mit den verschiedenen Formen von Wut. Für diese Fragestellung erhoben sie Daten von rund 170 berufstätigen Personen in Deutschland.

„Wut kann sich z.B. in direkten oder indirekten Aggressionen äußern“, erläutert Dr. Umbra. „Wir können unsere Wut direkt zeigen, indem wir beispielsweise jemanden beschimpfen oder Gewalt anwenden. Zu den indirekten Formen von Aggression gehören zum Beispiel Schuldzuweisungen und Sarkasmus.“

Ergebnis: „Neben offensichtlichen Konflikten, wie verbalen Auseinandersetzungen, zeigt unsere Studie, dass Wut am Arbeitsplatz oft in indirekter Form auftritt: zum Beispiel, indem man sich von jemandem fernhält, sarkastische Bemerkungen macht oder ein passiv-aggressives Verhalten an den Tag legt.“

Gerade diese subtilen Ausprägungen von Wut blieben bislang oft unbemerkt, was sie besonders gefährlich macht. „Auch in dieser Hinsicht ist der Wut-Meter deshalb ein wertvolles Instrument, um proaktiv mit der Wut von Mitarbeiter:innen umzugehen und ein positives Arbeitsklima zu schaffen.“

MaAB - Text: Moormann/Klebs

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Dr. Robin Umbra, Universität Hohenheim, Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie
T +49 711 459 24 752, E robin.umbra@uni-hohenheim.de

Prof. Dr. Ulrike Fasbender, Universität Hohenheim, Fachgebiet Wirtschafts- und Organisationspsychologie
T +49 711 459 24754, E ulrike.fasbender@uni-hohenheim.de

Originalpublikation:
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00223891.2024.2390990