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Gewebespenden

Eine gute Nachricht zum Jahresbeginn: 

Noch nie wurden in Deutschland so viele Gewebe gespendet wie im vergangenen Jahr. 

Obwohl es prozentual nicht mehr Zustimmungen gab als 2024, war die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und damit auch der Personen, die Gewebe gespendet haben, erkennbar höher als 2024. 9.640 Patient:innen konnten mit einem Transplantat aus dem Netzwerk der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) versorgt werden. Das ist eine Steigerung von 15,2 % zum Vorjahr – ebenfalls ein Rekordwert.

Erstmals erreichten die DGFG mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Gewebespender:innen aus mehr als 320 verschiedenen Einrichtungen. Über 12.000 Aufklärungsgespräche zur Gewebespende wurden im Jahr 2025 mit An- und Zugehörigen von Verstorbenen geführt, wobei in 4.585 Fällen eine Zustimmung zur Spende gegeben wurde. Die Zustimmungsquote lag mit 37,9 % nach einem Abwärtstrend in den vergangenen 3 Jahren mit einem Minus von 0,2 % zu 2024 nur leicht unter dem Vorjahresniveau. „Insgesamt blicken wir voller Dankbarkeit auf ein sehr Spenden-starkes Jahr 2025. Zuallererst gilt unser Dank immer den Spenderinnen und Spendern sowie ihren An- und Zugehörigen. Ihr Altruismus und ihre Solidarität machen die Gewebemedizin erst möglich. Dass wir bei gleichbleibender Zustimmungsquote mehr Spenden realisieren konnten, ist auch dem zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spender:innen melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrieren. Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine Selbstverständlichkeit.“, sagt DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.

Augenhornhäute – am häufigsten gespendet, am häufigsten transplantiert

Von 4.188 durchgeführten Entnahmen spendeten 4.070 Personen nach Ihrem Tod ihre Augenhornhäute. In 2025 wurden 6.370 in der Gewebebank aufbereitete Augenhornhauttransplantate zur Operation an Augenkliniken vermittelt und ermöglichten Patientinnen und Patienten ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen. Das entspricht einer Steigerung um 16 % gegenüber dem Vorjahr. Und trotzdem besteht weiterhin ein Mangel an Augenhornhäuten und anderen Geweben.

Mangel an Herzklappen trotz gestiegener Spendezahl in 2025

Besonders eklatant ist der Mangel bei Herzklappen: Diese wurden zu 84,4 % im Rahmen einer Organspende entnommen, wenn das gesamte Herz für eine Organtransplantation medizinisch nicht in Frage kam. Ihre Anzahl steht somit im Zusammenhang mit den in Deutschland durchgeführten Organspenden. In diesem Jahr wurden im Netzwerk der DGFG mit einer Anzahl von ‪472 18‬,3 % mehr Herzklappen gespendet als 2024. Dennoch konnte die DGFG nur weniger als die Hälfte der Anfragen bedienen, was die Wichtigkeit des Ausbaus von Spendeprogrammen nach Herz-Kreislauf-Versterben verdeutlicht.

Innovation als Schlüssel zur besseren Patientenversorgung

Die DGFG arbeitet als gemeinnützige Organisation des Gesundheitswesens kontinuierlich daran, die Versorgungssituation mit Geweben in Deutschland zu verbessern, ob im Rahmen der Spende, Aufbereitung und Vermittlung von Gewebetransplantaten im Netzwerk oder in der Entwicklung neuer Verfahren und Gewebezubereitungen. Im Jahr 2025 feierte die DGFG das Jubiläum des LaMEK-Transplantats, das im Dezember 2015 als vorpräparierte Lamelle für die sogenannte DMEK-Operation (Descemet Membrane Endothelial Keratoplastik) vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt wurde. Bei diesem Operationsverfahren wird ausschließlich die geschädigte Endothelschicht der Hornhaut ersetzt; das übrige Gewebe bleibt erhalten. Für diese Technik muss das chirurgische Team im OP die lamellare Schicht der Augenhornhaut direkt vor der Transplantation präparieren – ein zeitlicher und organisatorischer Mehraufwand, der auch das Risiko des Transplantatverlusts in sich birgt. Die LaMEK bietet eine vorpräparierte, standardisierte und sichere Erleichterung, da die Lamelle im OP nur noch abgezogen werden muss. So erhalten Patient:innen ein qualitätsgeprüftes Transplantat und die Augenkliniken werden entlastet. Im Netzwerk der DGFG wurde die LaMEK seit 2015 4.371 -mal vermittelt, in 2025 allein 556-mal.

Gewebespende soll in der Öffentlichkeit zunehmend sichtbarer werden

„Im Gegensatz zur Organspende ist die Gewebespende der breiten Bevölkerung oft unbekannt. Viele Menschen kennen die Option einer Spende bis ins hohe Alter und nach Herz-Kreislauf-Versterben nicht“, erklärt Martin Börgel. In Deutschland wurden 88,3 % der gespendeten Gewebe nach Herz-Kreislauf-Versterben realisiert, der Großteil der spendenden Personen liegt in einer Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren (37,1 %). 32 % der Personen, die Gewebe gespendet haben waren älter als 75. Oft wissen Angehörige nicht, wie und ob die verstorbene Person sich zur Gewebespende geäußert hat. 69 % der Zustimmungen und 62,9 % der Ablehnungen wurden, dem Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend, von Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen der Verstorbenen entschieden. „Deshalb arbeiten wir konstant daran, die Gewebemedizin in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Für 2026 wünschen wir uns, dass der Aufklärungsgrad zur Gewebespende weiter zunimmt. Wird das Thema zu Lebzeiten mit An- und Zugehörigen besprochen, erleichtert man ihnen eine schwierige Entscheidung in einer mehr als herausfordernden Situation.“

Anbindung von Gewebespendeeinrichtungen an das Organspenderegister

Ein weiteres Hilfsmittel der Willensäußerung ist das im März 2024 in Betrieb genommene Organspende Register (OGR). Seitdem haben dort 448.681 Menschen ihre Zustimmung oder ihre Ablehnung zur Organ- und Gewebespende festgehalten (Quelle: www.organspende-info.de, Stand 30. Dezember 2025). 

Im Jahr 2026 soll nach Verabschiedung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes die rechtliche Grundlage geschaffen sein, damit auch Gewebespendeeinrichtungen auf das Register und dessen Eintragungen zugreifen können. 

Das Gesetzesvorhaben war im November 2024 mit dem Bruch der Regierungskoalition zunächst eingestellt, im Sommer 2025 vom Bundesgesundheitsministerium aber wieder aufgenommen worden.

Körperlich aktiver Lebensstil 2 0 2 6 !

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Alzheimer und Schlaganfall sind zwei häufige und gefürchtete neurologische Krankheiten. Doch man kann aktiv vorbeugen und damit sein persönliches Risiko, eine der beide Diagnosen zu erhalten, deutlich absenken. Gerade Bewegung und Sport lohnen sich. Das zeigte eine aktuell zu Weihnachten publizierte Studie aus „BMC Public Health“ [1]. Ein aktiver Lebensstil und ausreichend Schlaf hatten sogar einen schützenden Effekt bei Menschen mit genetischer Vorbelastung für diese Krankheiten. Diese Maßnahmen lohnen sich also für alle Menschen und sollten ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze für 2026 stehen.

In den nächsten Jahren wird ein dramatischer Anstieg von Demenz-Erkrankungen erwartet: Derzeit leben in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit einer diagnostizierten Demenz. Nach Angaben des Deutsches Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) könnte diese Zahl im Jahr 2030 auf bis zu 1,9 Millionen ansteigen, im Jahr 2040 auf bis zu 2,3 Millionen und im Jahr 2050 bis zu 2,7 Millionen erreichen [2]. Auch im Hinblick auf den Schlaganfall wird mit einem Anstieg der Fallzahlen gerechnet. Derzeit erleiden jährlich in Deutschland rund ‪270.000‬ Menschen einen Schlaganfall. Gemäß dem Report der „Stroke Alliance for Europe“ (SAFE) [3] wird die Zahl der Menschen, die mit den Folgen eines Schlaganfalls leben müssen, zwischen 2017 und 2040 allein um 35 % ansteigen.

Eine aktuelle prospektive Kohortenstudie aus Großbritannien [1] untersuchte, wie viel Einfluss der Lebensstil auf das Schlaganfall- und Demenzrisiko nehmen kann. Aus der „UK-Biobank“ wurden 474.983 Personen im Alter von 37–73 Jahren ohne vorbekannten Schlaganfall oder Demenz untersucht. Für jeden Teilnehmenden wurde ein Score (0 - 4 Punkte) berechnet, je nach Lebensstil. Darin flossen regelmäßige körperliche Aktivität, eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden pro Tag, eine tägliche Sitzdauer von weniger als 6 Stunden und eine Handgriffstärke über dem geschlechsspezifischen Medianwert als Marker für die allgemeine Muskelkraft. Regelmäßige körperliche Aktivität wurde dabei definiert als mindestens 150 Minuten moderate Aktivität oder 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche (oder eine gleichwertige Kombination aus beidem) oder moderate Aktivität an mindestens 5 Tagen pro Woche oder intensive Aktivität an mindestens 3 Tagen pro Woche (jeweils ≥ 10 Minuten am Stück).

Das Follow-up betrug im Median 10,1 Jahre. Als primäre Endpunkte wurden inzidente Schlaganfälle und Demenzdiagnosen (mit Subtypen wie Alzheimer- und vaskuläre Demenz) erfasst. Im Verlauf der Studie traten 4.992 Schlaganfälle und 2.120 Demenzerkrankungen auf. Und die Analyse belegte einen deutlichen Schutz durch den Lebensstil; je mehr gesunde Faktoren erfüllt waren, desto höher war der Schutzeffekt. Das Schlaganfall-Risiko nahm um 15 % ab, wenn 2 der 4 Kriterien erfüllt wurden, sank um 29 % bei 3 Kriterien und bei Erfüllung aller 4 Kriterien sogar um 35 %. Noch größer waren die Effekte auf das Demenzrisiko. Bei Erfüllung von 2 Kriterien sank das Risiko um 26 %, bei 3 um 36 % und bei 4 Kriterien um 57 %.

Offensichtlich kann man sein persönliches Erkrankungsrisiko auch bei genetischer Prädisposition maßgeblich beeinflussen

„Das sind sehr beeindruckende Zahlen“, erklärt DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit. „Wer über zehn Jahre konsequent körperlich aktiv ist, also regelmäßig Sport treibt, am Tag wenig sitzt und darüber hinaus ausreichend schläft, kann dieser aktuelle Erhebung zufolge sein Demenzrisiko mehr als halbieren.“ Besonders aufschlussreich sei zudem, dass diese Schutzwirkungen auch bei Personen beobachtet wurden, die als genetisch vorbelastet gelten. Die Vorteile eines gesünderen Lebensstils auf Schlaganfall und Demenz zeigten sich unabhängig vom Vorliegen der APOE-ε4-Genvariante, die für die Entwicklung von Demenz-Erkrankungen und neuen Erkenntnissen zufolge auch mit Schlaganfällen bei jüngeren Menschen [4] in Zusammenhang steht. „In der Studie hatten die Lebensstilmaßnahmen auch bei Menschen mit diesem Risiko-Gen signifikante Schutzwirkungen. Das bedeutet, dass man sein persönliches Erkrankungsrisiko trotz genetischer Prädisposition maßgeblich beeinflussen kann.“

Ein körperlich aktiver Lebensstil ist die halbe Miete

Mut mache das hohe Ausmaß der Schutzwirkung von lediglich zwei Maßnahmen, einem körperlich aktiven Lebensstil und ausrechender Schlafdauer. Den großen Effekt von Bewegung hatte bereits eine Anfang November im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie [5] gezeigt, in der bei 296 kognitiv unbeeinträchtigten Personen longitudinal über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren die mittels Schrittzähler gemessene körperliche Aktivität, Aβ- und Tau-PET-Daten sowie die Ergebnisse der jährlichen kognitiven Untersuchung ausgewertet wurden. Analysiert wurde, ob körperliche Aktivität mit einem langsameren kognitiven und funktionellen Rückgang durch unterschiedliche Ausprägung der Aβ- und Tau-Akkumulation verbunden ist. Diese Hypothese bestätigte sich im Ergebnis. Es zeigte sich eine „dosisabhängige“ Wirkung von Bewegung bei einem täglichen Pensum von 5.000 bis 7.500 Schritten, und der Effekt dieses im Verhältnis moderaten Bewegungspensums war enorm: Im Vergleich zu inaktiven Personen war der kognitive Abbau bei steigender körperlicher Aktivität bis zu 51 % geringer.

„Beide Studien zeigen, dass ausreichend Bewegung bereits die halbe Miete in Sachen Demenzprävention ist“, fasst DGN-Generalsekretär Berlit zusammen. Neben Bewegungsmangel sind viele weitere Demenzrisikofaktoren bekannt, wie z. B. schlechtes Seh- oder Hörvermögen, soziale Isolation oder ungesunde Ernährung. „Das alles sind Stellschrauben, über die jeder sein persönliches Demenzrisiko beeinflussen kann. Und die Korrektur vieler dieser Risikofaktoren schützt auch vor anderen neurologischen Krankheiten wie Schlaganfall oder Parkinson. Ein gesunder Lebensstil lohnt sich also für alle!“

[1] Chen LH, Chen CL, Hong Y, Yin X, Liu Z, Lu Y, Chen Z, Tan Y, Li FR, Li Y, Chen GC, Liu T, Tian H. Physical activity, muscle strength, sedentary behavior, sleep, and genetic risk of stroke and dementia: findings from a large cohort study. BMC Public Health. 2025 Dec 24;25(1):4305. doi: 10.1186/s12889-025-25305-4. PMID: ‪41444571‬; PMCID: PMC12729355.
[2] https://www.dzne.de/aktuelles/hintergrund/faktenzentrale
[3] Stroke Alliance for Europe (SAFE). AT WHAT COST THE ECONOMIC IMPACT OF STROKE IN EUROPE- A summary. https://www.safestroke.eu/economic-impact-of-stroke/
[4] Lagging C, Lorentzen E, Stanne TM, Pedersen A, Söderholm M, Cole JW et al. APOE ε4 is associated with younger age at ischemic stroke onset but not with stroke outcome. Neurology. 2019;93(19):849–53.
[5] Yau WW, Kirn DR, Rabin JS et al. Physical activity as a modifiable risk factor in preclinical Alzheimer's disease. Nat Med. 2025 Nov 3. doi: 10.1038/s41591-025-03955-6. Epub ahead of print. PMID: ‪41184638‬.

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Deutschen Gesellschaft für Neurologie
Prof. Dr. Peter Berlit
Leiterin der DGN-Dr. Bettina Albers
Tel.: +49(0)174 2165629
E-Mail: presse@dgn.org

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 13.500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern und zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsidentin: Prof. Dr. Daniela Berg
Stellvertretender Präsident: Prof. Dr. Dr. Sven Meuth
Past-Präsident: Prof. Dr. Lars Timmermann
Generalsekretär: Prof. Dr. Peter Berlit
Geschäftsführer: David Friedrich-Schmidt
Geschäftsstelle: Budapester Str. 7/9, 10787 Berlin, Tel.: ‪+49 (0)30 531437930‬, E-Mail: info@dgn.org

Originalpublikation:
doi: 10.1186/s12889-025-25305-4

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung


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Nach mehr als zweijähriger intensiver Vorbereitung ist es soweit: Das Deutsche Register für Chronische Rhinosinusitis (CRS-Register) ist offiziell gestartet. Das Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeDA) setzt neue Maßstäbe in der strukturierten Erfassung von Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf bei Patient:innen mit chronischer Rhinosinusitis.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (CRS) ist eine weit verbreitete Erkrankung – dennoch fehlen bislang strukturierte Daten zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze bei unterschiedlichen Ausprägungen. Unter Leitung eines interdisziplinären Komitees aus führenden Expert:Innen beider Fachgesellschaften will die Koordinierungsstelle Deutsches CRS-Register (German National Registry for CRS: GENRE-CRS) diese Lücke schließen. Mit Hilfe einer deutschlandweiten Datensammlung werden Gesundheitsinformationen von CRS-Patient:innen – nicht nur punktuell erfasst, sondern sollen über viele Jahre hinweg analysiert werden.

Beim offiziellen Start des Deutschen CRS-Registers wiesen die beiden Leiter des Projekts Professor Ludger Klimek (Wiesbaden) für den AeDA und PD Sven Becker (Tübingen) für die DGHNO-KHC auf die besondere Bedeutung von GENRE-CRS für die Erforschung der Erkrankung hin: „Das Deutsche CRS-Register ist ein weltweit einmaliges Projekt, dass in idealer Weise moderne digitale Tools für die Krankheitsbegleitung mit Künstlicher Intelligenz in der Verarbeitung der riesigen Datenmengen verbindet. Wir sind sehr glücklich, dass nach über 2-jähriger Vorbereitung der Start noch vor Weihnachten 2025 erfolgen konnte.“

Beide wiesen auch auf die Besonderheit in der Finanzierung des Projekt hin: „GENRE-CRS wurde komplett aus Eigenmitteln ohne öffentliche Förderung oder Sponsorengelder finanziert. Damit können wir die Unabhängigkeit und Neutralität garantieren – das CRS-Register dient allein der Wissenschaft und unseren Patient:innen.“ Nach Klimek und Becker wird somit die Grundlage geschaffen, um mit den gewonnenen Daten zukünftige Leitlinien, Therapieentscheidungen und Forschungsprojekte zu ermöglichen und zielgerichteter zu gestalten.

Das GENRE-CRS-Register ist auf eine langfristige Beobachtung ausgelegt und läuft unbegrenzt, sodass Krankheitsverläufe über viele Jahre hinweg dokumentiert werden können. Die Datenerfassung erfolgt digital: Ärztinnen und Ärzte geben alle relevanten Informationen direkt während der Konsultation über eine benutzerfreundliche Eingabemaske ein. Die erfassten Daten können anschließend als Arztbrief oder strukturierter Bericht (PDF) exportiert und problemlos in das Praxis- oder Klinikdokumentationssystem integriert werden. Zusätzlich werden Patient:innen aktiv eingebunden: Sie dokumentieren ihre Symptome in einem digitalen Tagebuch und beantworten begleitende Fragebögen über eine Smartphone-App.

Die deutschlandweite prospektive Datenerhebung startet im Frühjahr 2026. Ärztinnen und Ärzte sind herzlich eingeladen, sich bereits jetzt zu beteiligen und den Start in ihrer Praxis oder ihrem Zentrum vorzubereiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. fördert die wissenschaftliche und praktische Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und unterstützt die Weiter- und Fortbildung anderer wissenschaftlicher Gesellschaften, Gesundheitsbehörden und Einrichtungen bei Belangen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Website: https://www.hno.org/

Der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) wurde 1969 als "Ärztliche Arbeitsgemeinschaft für angewandte Allergologie" in Form eines gemeinnützigen Vereins gegründet. Der AeDA ist in erster Linie ein Verband von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, deren Interesse besonders der angewandten Allergologie gilt. 

Website: https://aeda.de

Deutsche Gesellschaft für Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC)

Katrin Franz & Kerstin Aldenhoff
Tel: 03641 31 16-281
E-Mail: presse-hno@conventus.de

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Chronisch-entzündliche Systemerkrankung

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Team der Universitätsmedizin Magdeburg erzielt anhaltenden Therapieerfolg bei seltener Autoimmunerkrankung

Starke Bauchschmerzen vor mehr als 10 Jahren waren der Anfang einer langen Krankheitsgeschichte eines Patienten. Über Jahre hinweg litt er an einer seltenen Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem gesunde Organe angreift und zu einem irreversiblen Verlust der Organfunktion führen kann. 

Ein interdisziplinäres Team der Universitätsmedizin Magdeburg hat nun einen neuen Behandlungsweg beschritten: 

Mit einer CAR-T-Zelltherapie gelang es, die Erkrankung langfristig unter Kontrolle bringen und dem Patienten ein großes Stück Lebensqualität zurückzugeben. Über den Fall berichtet das Team im renommierten Journal of Hepatology.

Der Patient hatte eine IgG4-assoziierte Erkrankung. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene, chronisch-entzündliche Systemerkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann. Vereinfacht gesagt, erkennt das Immunsystem bestimmte körpereigene Strukturen fälschlicherweise als „fremd“ und greift sie an. Die Folge sind Entzündungen und Narben im Gewebe, die die Funktion von Organen dauerhaft einschränken können. In diesem Fall waren unter anderem die Gallengänge, die Lunge, die Bauchspeicheldrüse und die großen Bauchgefäße betroffen.

Über mehr als zehn Jahre wurde der Patient vom Team der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie mit konventionellen Therapien stabilisiert. Trotzdem schritt die Erkrankung langsam weiter voran.

Ein neuer Weg: ein „lebendiges Medikament“

In dieser schwierigen Situation entschied sich das Behandlungsteam gemeinsam mit Prof. Dimitrios Mougiakakos, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie, und dem Patienten für einen innovativen, experimentellen Ansatz: den Einsatz einer CAR-T-Zelltherapie. Dabei handelt es sich um eine Art „lebendiges Medikament“. Dem Patienten werden eigene Abwehrzellen entnommen und im Labor so verändert, dass sie krankheitsverursachende Zellen gezielt erkennen und ausschalten können. Mit dieser hochspezialisierten Zelltherapie wurden in Magdeburg in den vergangenen Jahren bereits mehrere Patientinnen und Patienten mit schwer behandelbaren Autoimmunerkrankungen unter der Leitung von Prof. Mougiakakos erfolgreich behandelt – national wie international mit großer Beachtung.

Ein Jahr nach der Therapie zeigt sich ein stabiles Ergebnis: Der Patient hat keine aktiven Entzündungszeichen mehr und benötigt keine dauerhaften Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems. Seine Lebensqualität hat sich deutlich verbessert. Er konnte sogar erstmals seit Jahren wieder längere Reisen unternehmen – etwas, das lange undenkbar schien.

Ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung war zudem modernste Bildgebung. Mithilfe spezieller hochempfindlicher funktioneller Verfahren konnte Prof. Dr. Michael C. Kreißl, Chefarzt der Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Magdeburg, die Rückbildung der Entzündungsaktivität objektiv belegen. „Der Therapieerfolg ließ sich nicht nur klinisch sondern auch bildgebend eindeutig nachvollziehen“, so Kreißl. „Das zeigt die hohe Expertise am Standort Magdeburg.“

Warum dieser Fall wichtig ist

„Ein solcher Verlauf ist in dieser schwer behandelbaren Situation außergewöhnlich“, sagt Prof. Verena Keitel-Anselmino, Direktorin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. „Mit konventionellen Therapien hätten wir dieses Ausmaß und diese Nachhaltigkeit der Krankheitskontrolle zum damaligen Zeitpunkt nicht erreichen können. Diese Arbeit hat das Potenzial, die zukünftige Behandlung solcher Patientinnen und Patienten grundlegend zu verändern.“

Weltweit gibt es bislang nur einen weiteren Bericht aus China über den Einsatz von CAR-T-Zellen bei IgG4-assoziierten Erkrankungen. Der nun veröffentlichte Fall liefert daher wichtige Hinweise, ersetzt jedoch keine größeren klinischen Studien. Die Forschenden betonen, dass noch offen ist, bei wie vielen Patientinnen und Patienten diese Therapie wirksam ist, welche Risiken bestehen und wie dauerhaft der Effekt ausfällt.

Zudem sind CAR-T-Zelltherapien komplex und kostenintensiv. Sie werden derzeit vor allem bei bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt. Ob und für wen sie künftig auch bei Autoimmunerkrankungen infrage kommen, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Prof. Mougiakakos fasst zusammen: „Dieser Fall zeigt, was möglich ist, wenn verschiedene Fachrichtungen eng zusammenarbeiten. Ärztinnen und Ärzte und Forschende aus der Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie, Gastroenterologie, Nuklearmedizin, Radiologie, Pathologie und Pneumologie haben ihr Wissen gebündelt. Das unterstreicht die Stärke unseres Standorts – insbesondere im Kontext des neu gegründeten Magdeburger Zentrums für Zell- und Immuntherapien MAZI, das ich leiten darf.“

Für weiterführende Informationen, eine Zweitmeinung oder zur Vorstellung in unseren spezialisierten Sprechstunden.

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Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino
Email: verena.keitel-anselmino@med.ovgu.de
Tel.: ‪+49 391 67 13421‬

Prof. Dr. med. Dimitrios Mougiakakos
Email: dimitrios.mougiakakos@med.ovgu.de
Tel: ‪+49 391 67 13266‬

Originalpublikation:
CAR T-cell therapy induces remission in multiorgan IgG4-related disease with hepatobiliary involvement; Journal of Hepatology; 2025 Dec 8; DOI: https://doi.org/10.1016/j.jhep.2025.11.027

Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern gelten strenge Sicherheitsbestimmungen.

Für den Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern gelten strenge Sicherheitsbestimmungen.

Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 dürfen nur unter Aufsicht an Erwachsene ab 18 Jahren und ausschließlich in Verkaufsräumen des Groß- und Einzelhandels verkauft werden. Ein Verkauf im Freien oder aus einem Lager bzw. einem Kiosk heraus ist nicht zulässig.

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Feuerwerkskörper mit dem CE-Zeichen und einer Registrierungsnummer (beispielsweise 0589-F2-0001) gekennzeichnet sind. Das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk ist nur am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt. Verboten sind Böller und Raketen in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen, Reetdach- und Fachwerkhäusern sowie Tankstellen.

Die Einfuhr und der Handel von nicht zugelassener Pyrotechnik sind in Deutschland verboten. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Arbeitsschutz des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) werden auch in diesem Jahr wieder landesweit umfangreiche Kontrollen zur Lagerung und beim Verkauf von Pyrotechnik durchführen.

Hinweise zur Verwendung von Schallerzeugern

Auch in diesem Jahr muss wieder mit dem Verkauf von Schallerzeugern, sogenannten Sound-Emittern, der Kategorie P1 als Feuerwerkskörper gerechnet werden. Das Design dieser Schallerzeuger und deren Verpackung suggerieren dem Endverbraucher, dass es sich bei diesen Produkten um gewöhnliche Feuerwerkskörper handelt. Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie P1 dienen jedoch nicht zu Vergnügungszwecken, sondern werden beispielsweise zur Abwehr von Tieren oder als akustische Notsignale verwendet. Das Abbrennen dieser Schallerzeuger sowie anderer Produkte der Kategorie P1 ist wegen der extremen Schallentwicklung (bis über 140 dB) und der hohen Explosivstoffmenge nur für den vorbestimmten Zweck und unter Einhaltung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen (zum Beispiel Gehörschutz und erweiterter Sicherheitsabstand) erlaubt.

Wichtige Hinweise zum Umgang mit Feuerwerkskörpern:

Wer Feuerwerkskörper kauft, muss auch für die sichere Aufbewahrung sorgen. Niemals dürfen Feuerwerkskörper in bewohnten Räumen aufbewahrt und keinesfalls Anzündmittel und Feuerwerkskörper zusammen gelagert werden. Das Feuerwerk muss vor dem möglichen Zugriff von Minderjährigen geschützt aufbewahrt werden. Bitte beachten Sie außerdem:

  • Rechtzeitig sämtliche Fenster, Dachluken, Balkontüren und Garagentore schließen.
  • Brennbare Gegenstände vom Balkon oder vom Haus entfernen.
  • Nur geprüfte Feuerwerkskörper der Kategorien F1 und F2 verwenden.
  • Vor dem Abbrennen des Feuerwerks die Gebrauchsanweisung lesen und beachten.
  • Feuerwerk nicht in der Nähe von Tankstellen, Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen, Fachwerkhäusern und Gebäuden zünden, die mit Reet gedeckt sind.
  • Für den Notfall Löschmittel bereithalten (Eimer mit Wasser, besser Feuerlöscher).
  • Feuerwerk (mit Ausnahme von Tischfeuerwerk) nur im Freien zünden, niemals innerhalb geschlossener Räume.
  • Beim Abbrennen von Tischfeuerwerk bedenken, dass Silvesterdekoration in der Regel brennbar ist.
  • Feuerwerkskörper nicht in der Hand behalten, sondern auf den Boden legen und dann zünden.
  • Raketen senkrecht in Getränkekästen mit leeren Glasflaschen oder Ähnlichem stellen und so ausrichten, dass sie nicht auf benachbarte Gebäude, Menschen oder Tiere zielen.
  • Niemals versuchen, „Fehlzünder“ ein zweites Mal anzuzünden.
  • Niemals eigene Böller basteln, Feuerwerkskörper manipulieren oder illegale Böller verwenden.
  • Schützen Sie sich insbesondere auf öffentlichen Plätzen gegen schädliche Lärmeinwirkungen (Knalltraumata) durch Gehörschutz.

Was steckt in den Feuerwerkskörpern?

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Traditionell wurden Feuerwerke eingesetzt, um die bösen Geister des Vorjahres zu verscheuchen. Heute gehören sie, wenn auch umstritten, für viele so zu Silvester, wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Im Interview erläutert Prof. Dr. Jens Soentgen vom Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg, woraus Feuerwerke bestehen und welche Rolle Salpeter dabei spielt.

Was steckt in den Feuerwerkskörpern?

Neben der Zündschnur und der Ummantelung aus Papier bestehen Feuerwerkskörper aus Schwarzpulver, einer Mischung aus Kohle, Schwefel und Salpeter. Die wichtigste Zutat ist dabei Salpeter, lat. sal petrae, also Salz der Steine, der beispielweise an feuchten Mauern oder in Höhlen ausblüht. Genauer ist Salpeter ein Nitrat und kommt als Natrium-, Kalium- oder Calciumnitrat in der Natur vor. In der Natur findet man meist Calciumnitrat, der wurde dann durch Kochen mit Holzasche in Kaliumnitrat (KNO3) umgewandelt. Kaliumnitrat ist besser für Schießpulver, weil es kein Wasser anzieht.
Die verschiedenen Farben erhalten Feuerwerkskörper durch Beimischungen.
Mischt man Kupfer bei, wird die sichtbare Explosion grünlich oder bläulich, für Ziegelrot nimmt man Calcium. Wenn es so richtig blitzt, wurde meist Aluminiumpulver beigemischt.

Wie wurde Salpeter hergestellt?

Salpeter herzustellen war bis ins 19. Jahrhundert ein eigener Berufsstand, der der Salpeterer. Man ging gern zu Bauern und nahm sich Erde aus ihren Ställen, die durch die Ausscheidungen der Tiere sehr salpeterreich war. Die hat man dann mit Holzasche stundenlang gekocht und dann gefiltert und wie Brühe geklärt. Diese Lösung ließ man im Anschluss kristallisieren. Das war eine große Kunst, denn nur mit sehr reinem Salpeter funktioniert das Schwarzpulver.

Wie funktioniert der Salpeter im Feuerwerkskörper?

Im Salpeter steckt Stickstoff, vor allem aber Sauerstoff, dieser ist wichtig dafür, dass überhaupt eine Flamme entstehen kann. Das Salz versorgt die Kohle und den Schwefel mit diesem Sauerstoff, wobei literweise Gase entstehen, die entweichen wollen. Das geschieht dann mit einer Explosion.

Welche historische Bedeutung hatte Schwarzpulver abgesehen vom Feuerwerk?

Der englische Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der als Prophet der modernen Naturwissenschaft gilt, betonte im frühen 17. Jahrhundert die enorme Bedeutung des Schwarzpulvers als eine von drei bahnbrechenden Erfindungen – zusammen mit dem Kompass und dem Buchdruck. Schwarzpulver und die damit betriebenen Feuerwaffen veränderten die Welt grundlegend, verschoben militärische Macht und führten zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, zum Beispiel, weil der Forscher John Mayow bei Experimenten mit Salpeter den Sauerstoff entdeckte.

Bacon selbst verehrte Salpeter so sehr, dass er riet, ihn zu essen, um besonders lange zu leben. So aß er jeden Morgen einen Teelöffel Salpeter, was seiner Gesundheit nicht zuträglich war, sondern zu einer allgemeinen Schwächung führte, weil Salpeter eben kein Superfood ist, wie Bacon dachte. Das Zeug ist giftig. Bacon wurde deshalb mit seiner Kur auch nicht alt, wie er eigentlich vorhatte, er starb mit knapp 65 Jahren an einer leichten Erkältung im April 1626.

Wo findet sich dieser Stoff noch sonst noch?

Manche Leute haben ihn im Keller. Dort kommt er allerdings nicht in großen Kristallen vor, sondern hat eine wattige Konsistenz. Außerdem wird synthetisch hergestellter Salpeter in Düngemitteln und auch in Kühlpads eingesetzt.

Über den Forscher:
Jens Soentgen, geboren 1967 in Bensberg, studierte Chemie und promovierte dann in Philosophie, mit einer Arbeit über den Stoffbegriff. Lehraufträge führten ihn anschließend an verschiedene Universitäten in der Bundesrepublik. Mehrfach war er in Brasilien als Gastdozent für Philosophie tätig. Seit 2002 ist er Wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg. Seit 2016 ist Jens Soentgen Adjunct Professor of Philosophy an der Memorial University in St. John’s, Kanada (Neufundland). Seine Arbeiten zum Salpeter sind unter anderem in dem Sammelband "N – Stickstoff, ein Element schreibt Weltgeschichte" publiziert, den er zusammen mit dem Chemiker Gerhard Ertl herausgegeben hat.

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Prof. Dr. Jens Soentgen
Leiter Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg
Telefon: ‪+49 821 598‬ – 3560
E-Mail: jens.soentgen@wzu.uni-augsburg.de

Originalpublikation:
Ertl, Gerhard, and Jens Soentgen. 2015. “Einleitung.” In N: Stickstoff - ein
Element schreibt Weltgeschichte, edited by Gerhard Ertl and Jens Soentgen,
11–17. München: oekom.

Die Lunge und ihre Entzündungen

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Wissenschaftler*innen der Universität zu Köln haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der es ermöglicht, dass eine der aggressivsten Formen von Lungenkrebs der Behandlung entgeht, und eröffnet damit neue Möglichkeiten für effizientere Therapien / Veröffentlichung in “Nature Communications“

Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist eine der aggressivsten Formen von Lungenkrebs: nach fünf Jahren überleben lediglich fünf Prozent der Erkrankten. Trotz dieser schlechten Prognose spricht der SCLC anfänglich gut auf eine Chemotherapie an. Die Patient*innen erleiden jedoch in der Regel einen Rückfall und die Krankheit schreitet sehr schnell fort. Weitere Forschungen zu den biologischen Mechanismen von SCLC sind notwendig, um die Wirksamkeit von Behandlungen zu verlängern, Rückfälle zu überwinden und letztlich die langfristigen Behandlungsergebnisse für die Patient*innen zu verbessern.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Dr. Silvia von Karstedt (Translationale Genomik, Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD und Center for Molecular Medicine Cologne - CMMC) hat einen neuartigen Mechanismus entdeckt, der SCLC so aggressiv macht. Die Studie mit dem Titel „Lack of Caspase 8 Directs Neuronal Progenitor-like reprogramming and Small Cell Lung Cancer Progression“ wurde im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

Im Gegensatz zu anderen Epithelkarzinomen weist SCLC ähnliche Merkmale wie neuronale Zellen auf, darunter das Fehlen der Expression von Caspase-8, einem Protein, das am programmierten, nicht entzündlichen Zelltod (Apoptose) beteiligt ist – einem Mechanismus, der für die Beseitigung fehlerhafter oder mutierter Zellen sowie für die Aufrechterhaltung der Zellgesundheit entscheidend ist.

Um die Merkmale von menschlichem SCLC besser nachahmen zu können, hat das Team ein neues, gentechnisch verändertes Mausmodell entwickelt und charakterisiert, dem Caspase-8 fehlt. Anhand dieses neuen Modells beobachtete das Team, dass durch das Fehlen dieses Proteins eine ungewöhnliche Kettenreaktion in Gang gesetzt wird.

„Das Fehlen von Caspase-8 führt zu einer Art von entzündlichem Zelltod, der sogenannten Nekroptose, die ein feindliches, entzündetes Umfeld schafft, noch bevor sich ein Tumor vollständig bildet“, erklärt von Karstedt. „Wir waren ebenso fasziniert von der Erkenntnis, dass die prä-tumorale Nekroptose tatsächlich Krebs fördern kann, indem sie das Immunsystem konditioniert“, fügt sie hinzu. Die Entzündung schafft eine Umgebung, in der die körpereigene Immunreaktion gegen Krebs unterdrückt wird, sodass die Immunzellen Bedrohungen wie Krebszellen nicht angreifen können. Dies wiederum kann die Metastasierung von Tumoren fördern.

Überraschenderweise stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass diese Entzündung die Krebszellen auch dazu bringt, sich eher wie unreife neuronenähnliche Zellen zu verhalten – ein Zustand, in dem sie sich besser ausbreiten können und der mit einem Rückfall verbunden ist.
Ob eine ähnliche prä-tumorale Entzündung auch im Menschen auftritt, ist noch nicht belegt. Mithilfe dieser neuen Studienergebnisse wurde aber ein Mechanismus identifiziert, der zur Aggressivität und zum Rückfall von Patient*innen mit SCLC beiträgt. Diese Erkenntnis hat das Potenzial, künftige Therapien und diagnostischer Methoden in frühen Stadien effizienter zu gestalten.

Die Forschungsarbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1399 „Mechanismen der Medikamenten-Empfindlichkeit und -Resistenz beim kleinzelligen Bronchialkarzinom“ gefördert.

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Professorin Dr. Silvia von Karstedt
Abteilung für Translationale Genomik, Universitätsklinikum Köln
‪+49 221 478 84340‬
s.vonkarstedt@uni-koeln.de

Originalpublikation:
https://www.nature.com/articles/s41467-025-67142-4

CAVA: ParaNüsse

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Paranüsse gelten als wahre „Selen-Bomben“ und werden gern als natürliche Nahrungsergänzung konsumiert. Doch sie enthalten nicht nur den lebenswichtigen Nährstoff, sondern auch Spuren potentiell problematischer Metalle wie Barium und radioaktives Radium. Forschende des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des VKTA – Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung Rossendorf e.V. haben nun erstmals systematisch untersucht, wie viel dieser Elemente beim Verdauungsprozess tatsächlich in den Körper gelangen können. Für Liebhaber des Schalenobstes hat das Team gute Neuigkeiten (DOI: 10.3390/ijms26178312).


Paranüsse sind eine besonders nährstoffreiche Nahrungsquelle: Sie enthalten wichtige Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium, essenzielle Aminosäuren sowie ungesättigte Fettsäuren. Besonders hervorzuheben ist ihr hoher Gehalt an Selen, einem essenziellen Spurenelement, das das Immunsystem unterstützt und Zellen vor oxidativem Stress schützt. Schon eine einzige Paranuss kann den empfohlenen Tagesbedarf von 55 bis 70 Mikrogramm decken.

„Unsere Studie bestätigt den außergewöhnlich hohen Selengehalt in Paranüssen. Gleichzeitig konnten wir zeigen, dass etwa 85 Prozent des Selens während der Verdauung gelöst werden und dem Körper zur Aufnahme zur Verfügung stehen “, fasst Dr. Astrid Barkleit vom Institut für Ressourcenökologie am HZDR eine Kernaussage der Studie zusammen.

Mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) identifizierten die Forschenden die Hauptform des Selens in den Nüssen: Selenomethionin, eine Aminosäure, die besonders gut vom Körper aufgenommen wird. Damit liefern Paranüsse tatsächlich eine für den menschlichen Organismus sehr hochwertige Selenverbindung.

Unerwartete Begleiter

Neben den gesunden Inhaltsstoffen nehmen Paranussbäume aus dem Boden aber auch andere Elemente auf und speichern sie. Da die Böden im südamerikanischen Regenwald – die Heimat der Bäume – vergleichsweise arm an Kalzium sind, ersetzen chemisch ähnliche Elemente wie Barium und Radium teilweise das Kalzium. Ähnlich wie Kalzium können diese Elemente in Knochen eingebaut werden, was potenziell gesundheitsschädlich sein kann. Radium etwa ist radioaktiv und steht im Verdacht, Knochenschäden oder Krebs zu verursachen. Die Untersuchung zeigte jedoch, dass beide Stoffe im Verdauungstrakt nur sehr schwer löslich sind: Lediglich etwa zwei Prozent des im Nussmaterial enthaltenen Bariums und Radiums sind bioverfügbar, das heißt werden im Verdauungstrakt freigesetzt.

„Selbst bei täglichem Verzehr einer Paranuss ergibt sich laut Berechnung durch die sehr geringe Bioverfügbarkeit eine Strahlendosis von nur etwa 2,4 Mikrosievert pro Jahr. Das ist nur rund ein Tausendstel der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung in Deutschland, die vom Bundesamt für Strahlenschutz mit durchschnittlich 2,1 Millisievert pro Jahr angegeben wird. Davon wiederum werden rund zehn Prozent mit der Nahrung aufgenommen. Damit ist die Strahlenbelastung, die vom Radium in Paranüssen ausgeht, deutlich geringer als bisher angenommen“, erläutert Dr. Diana Walther vom VKTA.

Die Forschenden vermuten, dass die geringe Löslichkeit mit pflanzlichen Speicherstoffen zusammenhängt: In den Paranüssen fanden sie Phytinsäure, die Mineralstoffe und Metalle stark bindet und dadurch deren Aufnahme verhindert.

Mit Strontium, Lanthan und Europium analysierten sie weitere Spurenelemente. Strontium verhält sich chemisch ähnlich wie Kalzium und ist zu etwa 50 Prozent bioverfügbar, allerdings in so geringen Mengen, dass keine toxikologische Relevanz besteht. Lanthan und Europium gehören zu den sogenannten Seltenen Erden und waren nur in geringsten Mengen nachweisbar. Ihre Bioverfügbarkeit liegt bei rund 25 Prozent – die Aufnahmemengen bleiben jedoch weit unterhalb der festgelegten Grenzwerte.

Denn nicht jedes Element, das in einem Lebensmittel enthalten ist, wird auch tatsächlich vom Körper aufgenommen. Entscheidend ist, wie viel davon während der Verdauung aus der jeweiligen Nahrung freigesetzt wird – dieser Anteil gilt als „bioverfügbar“. Um das zu testen, simulierten die Forschenden den Verdauungsprozess im Labor mit künstlichem Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen bei Körpertemperatur. So konnten sie feststellen, welche Stoffe in Lösung gehen und theoretisch im Dünndarm aufgenommen werden.

Hochmoderne Analytik für ein uraltes Lebensmittel

Zur Bestimmung der Konzentrationen nutzte das Team Massenspektrometrie, Gamma- und Alpha-Spektrometrie für die radioaktiven Isotope sowie NMR- und Laser-Fluoreszenz-Methoden für die Charakterisierung der chemischen Bindungsform der Elemente.

Darüber hinaus interessierten sich die Forschenden dafür, ob Bestandteile der Paranuss die Wirksamkeit sogenannter Dekorporationsmittel beeinflussen – Verbindungen, die eingesetzt werden, um radioaktive Stoffe nach einer Kontamination aus dem Körper zu entfernen. Das Ergebnis: Die Zusammensetzung der Paranuss hatte nur minimale Auswirkungen auf die Wirksamkeit dieser Substanzen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass Paranüsse ein wertvolles Lebensmittel sind – insbesondere als natürliche Selenquelle“, resümiert Barkleit. „Gleichzeitig zeigen sie, dass die enthaltenen toxischen Elemente aufgrund ihrer geringen Löslichkeit beim Verzehr kaum eine Rolle spielen.“

Diese Arbeit wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über das Verbundprojekt RADEKOR (FKZ 02NUK057A und D) gefördert.

Publikation:
A. Barkleit, J. Eum, D. Walther, D. Butscher, S. Friedrich, K. Müller, J. Kretzschmar, In Vitro Bioaccessibility and Speciation of Toxic and Nutritional Trace Elements in Brazil Nuts, in International Journal of Molecular Sciences, 2025 (DOI: 10.3390/ijms26178312)

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Dr. Astrid Barkleit
Institut für Ressourcenökologie am HZDR
Tel.: ‪+49 351 260 3136‬ | E-Mail: a.barkleit@hzdr.de

Dr. Diana Walther
VKTA - Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung Rossendorf e. V.
Tel.: ‪+49 351 260 2124‬ | E-Mail: Diana.Walther@vkta.de

Simon Schmitt 
Tel.: ‪+49 351 260 3400‬ | Mobil: ‪+49 175 874 2865‬ | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de

Wie Schmerzmittel den Eisenstoffwechsel von Leberkrebszellen beeinflussen

Forschende vom Deutschen Krebsforschungszentrum und der Universität Freiburg zeigen, wie bestimmte Schmerzmittel den Eisenstoffwechsel von Leberkrebszellen beeinflussen und damit zu Eisenmangel und Anämien bei Krebspatienten beitragen können.

Schmerzmittel wie Diclofenac und Paracetamol gehören zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten weltweit. 

Sie lindern Schmerzen und Entzündungen und gelten als gut verträglich. 

Eine neue Studie unter Leitung von Ursula Klingmüller am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Jens Timmer von der Universität Freiburg zeigt nun, dass diese Medikamente bei Leberkrebspatienten den Eisenstoffwechsel auf unerwartete Weise beeinflussen und Anämien begünstigen können.

Gemeinsam mit Partnern an den Universitätskliniken in Heidelberg und Leipzig konnten die Forschenden nachweisen, dass beide Schmerzmittel zwar die Entzündungsreaktion abschwächen, gleichzeitig aber die Produktion des Eisen-regulierenden Hormons Hepcidin in den Leberkrebszellen stark erhöhen. 

Es hemmt die Eisenaufnahme aus dem Darm und die Freisetzung von Eisen aus Speichern wie der Leber. 

MaAB-Cave:

Ein übermäßiger Hepcidin-Spiegel kann dazu führen, dass weniger Eisen aufgenommen und das vorhandene Eisen in den Speichern zurückgehalten wird – was wiederum eine Blutarmut (Anämie) begünstigt.

„Unsere Ergebnisse an menschlichen Zelllinien deuten darauf hin, dass die Einnahme gängiger Schmerzmittel bei Krebspatientinnen und -patienten unbeabsichtigte Nebenwirkungen auf den Eisenhaushalt haben könnte“, sagt Studienleiterin Ursula Klingmüller. 

„Besonders bei Leberkrebszellen konnten wir zeigen, dass die Wirkstoffe Diclofenac und Paracetamol Signalwege aktivieren, die die Hepcidin-Produktion verstärken.“

Das Team kombinierte modernste Proteomanalysen mit mathematischer Modellierung, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen. Dabei zeigte sich, dass die Medikamente in den Krebszellen die Aktivität bestimmter Signalwege im Zellinneren verändern – insbesondere die des IL-6- und des BMP-Signalwegs, die gemeinsam die Hepcidin-Produktion steuern. In gesunden Leberzellen trat dieser Effekt nicht oder nur schwach auf.

Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für eine personalisierte Schmerztherapie bei Krebspatienten, die häufig unter Eisenmangel-bedingter Anämie leiden. 

„Unsere Modellrechnungen zeigen, dass eine gezielte Hemmung des BMP-Rezeptors den unerwünschten Anstieg von Hepcidin verhindern könnte“, erklärt Jens Timmer, Ko-Studienleiter von der Universito8ät Freiburg. 

Das könnte langfristig helfen, Eisenmangel und therapiebedingte Anämie zu vermeiden.

Die Studie entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem DKFZ, der Universität Heidelberg, dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem Universitätsklinikum Leipzig und der Universität Freiburg.

Publikation:
Anja Zeilfelder, Joep Vanlier, Christina Mölders, Philipp Kastl, Barbara Helm, Sebastian Burbano de Lara, Till Möcklinghoff, Nantia Leonidou, Elisa Holstein, Artyom Vlasov, Alexander Held, Silvana Wilken, Katrin Hoffmann, Gerda Schicht, Andrea Scheffschick, Markella Katerinopoulou, Esther Giehl-Brown, Christoph Kahlert, Christoph Michalski, Daniel Seehofer, Georg Damm, Martina U. Muckenthaler, Marcel Schilling, Jens Timmer, Ursula Klingmüller: Diclofenac and acetaminophen dim the acute-phase response but amplify expression of the iron regulator hepcidin in liver cancer cells.
Cell Systems, 2025, DOI: 10.1016/j.cels.2025.101431

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.

Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)

Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Dr. Sibylle Kohlstädt

Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: ‪+49 6221 42 2843‬
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
www.dkfz.de

Originalpublikation:
Anja Zeilfelder, Joep Vanlier, Christina Mölders, Philipp Kastl, Barbara Helm, Sebastian Burbano de Lara, Till Möcklinghoff, Nantia Leonidou, Elisa Holstein, Artyom Vlasov, Alexander Held, Silvana Wilken, Katrin Hoffmann, Gerda Schicht, Andrea Scheffschick, Markella Katerinopoulou, Esther Giehl-Brown, Christoph Kahlert, Christoph Michalski, Daniel Seehofer, Georg Damm, Martina U. Muckenthaler, Marcel Schilling, Jens Timmer, Ursula Klingmüller: Diclofenac and acetaminophen dim the acute-phase response but amplify expression of the iron regulator hepcidin in liver cancer cells.
Cell Systems, 2025, DOI: 10.1016/j.cels.2025.101431

Episoden von „Raus aus der Depression

In neuen Folgen des Podcasts „Raus aus der Depression“ von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention begrüßen Entertainer Harald Schmidt und Psychiater Prof. Ulrich Hegerl Prominente, die ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer Depression teilen. Gast der ersten Folge am 23. Dezember 2025 ist Klaudia Giez (Klaudia mit K, bekannt aus Germany’s Next Topmodel und erfolgreiche Content Creatorin). Sie berichtet offen über den Beginn ihrer Depression und warum sie sich vor einem Jahr kurz nach den Weihnachtstagen selbst in die Klinik eingewiesen hat.

In neuen Folgen des Podcasts „Raus aus der Depression“ von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention begrüßen Entertainer Harald Schmidt und Psychiater Prof. Ulrich Hegerl ab heute, Prominente, die ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer Depression teilen: Model Klaudia Giez, Schauspielerin Isabell Horn, Autorin Kathrin Weßling, Olympiagewinner Jonathan Hilbert und weitere Gäste. Host Harald Schmidt sagt über die Gespräche: „Viele unserer Gäste glaubten zunächst, sie seien allein mit der Erkrankung – dabei sind sie in bester Gesellschaft. Das zeigt der Podcast immer wieder. Und ich hoffe, dass wir das auch den Zuhörerinnen und Zuhörern vermitteln können.“

Klaudia Giez spricht über Klinikaufenthalt an Weihnachten

Gast der ersten Folge am 23. Dezember 2025 ist Klaudia Giez (Klaudia mit K, bekannt aus Germany’s Next Topmodel und erfolgreiche Content Creatorin). Sie berichtet offen über den Beginn ihrer Depression und warum sie sich vor einem Jahr kurz nach den Weihnachtstagen selbst in die Klinik eingewiesen hat: „Ich bin im Haus meiner Eltern von der einen Wand zur anderen wie ein eingesperrter Fuchs gelaufen. Ich habe die ganze Zeit geweint, hab Freunde und mein Management angerufen und mit meiner Familie gesprochen. Ich wusste nicht weiter. Ich wusste: sie können mir nicht helfen, es geht nicht. Irgendetwas ist falsch bei mir. Ich kann nicht mehr“. Vier Monate verbrachte Klaudia Giez anschließend in der Klinik. Rückblickend sagt sie: „Die Klinik hat mich aufgefangen, vor allem die Menschen dort haben mich aufgefangen. Sonst würde ich nicht hier sein. Sie haben mein Leben gerettet - so kann ich das sagen. Und das ist doch eigentlich das Schönste, was mir passiert ist.“ Heute gehe es ihr gut und sie hat gelernt, Rückfällen vorzubeugen. „Ich lasse es jetzt nicht mehr so weit kommen, ich rede sehr viel oder gehe vielleicht noch einmal mehr zur Therapie, anstatt das wieder runterzuschlucken und mich in Arbeit zu stürzen oder Sport zu machen. Das war mein Fehler, dass ich dachte, es geht noch und andere Sachen gehen vor. Aber nee! Ich gehe vor! Das ist mein Leben und ich möchte nicht mehr in dieser Situation landen wie vor einem Jahr“, sagt Giez im Gespräch.

Neben dem persönlichen Erfahrungsbericht des Gastes gibt es in jeder Folge eine fachliche Einordnung von Professor Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. „In unseren Podcast-Gesprächen wird deutlich, wie ähnlich das Leiden von Menschen mit Depression ist – trotz völlig unterschiedlicher Lebensumstände. Worin ihre Sorgen bestehen, wofür sie sich schuldig fühlen, warum sie hoffnungslos sind und was sie als Auslöser der Erkrankung sehen, unterscheidet sich von Person zu Person. Gemeinsam ist jedoch, dass fast alle unter Schuldgefühlen, Hoffnungslosigkeit und tiefer Erschöpfung leiden. Depression ist mehr als eine Reaktion auf belastende Ereignisse, sie ist eine eigenständige, schwere Erkrankung. Besonders bewegend ist, wie unsere Gäste trotz großen Leids mit professioneller Hilfe wieder ein erfolgreiches, freudvolles Leben führen können", erklärt Ulrich Hegerl.

Die neue Episode von „Raus aus der Depression“ – eine Kooperation von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention – wird ab Dienstag, 23. Dezember, in der ARD Audiothek und auf den gängigen Podcast-Plattformen veröffentlicht. Im Radioprogramm von NDR Info wird die Folge am 4. Januar 2026 um 6.30 und 17.30 Uhr gesendet. Außerdem ist der Podcast als Video auf dem YouTube-Kanal von ARD Gesund zu sehen.

„Raus aus der Depression“: Folgenübersicht und Veröffentlichung in der ARD Audiothek
• 6. Januar 2026: Isabell Horn
• 20. Januar 2026: Kathrin Weßling
• 3. Februar 2026: Jonathan Hilbert

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Heike Friedewald
Goerdelerring 9
04109 Leipzig
Tel: 0341/‪22 38 74 12‬
presse@deutsche-depressionshilfe.de

Norddeutscher Rundfunk
Carolin Stratmann
Presse und Kommunikation
Rothenbaumchaussee 132
20149 Hamburg
Tel.: 040/4156-2300
c.stratmann@ndr.de

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Prof. Ulrich Hegerl
Vorstandsvorsitzender
Goerdelerring 9
04109 Leipzig
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presse@deutsche-depressionshilfe.de

Originalpublikation:
https://www.ardaudiothek.de/sendung/raus-aus-der-depression/urn:ard:show:93ca346...