Fluorid wird weltweit zur Kariesprävention eingesetzt – etwa in Zahnpflegeprodukten, Speisesalz oder, in einigen Ländern, im Trinkwasser. Besonders dort, wo Fluorid dem Trinkwasser zugesetzt wird, werden jedoch immer wieder gesundheitliche Bedenken geäussert. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Basel hat Daten von über 11 Millionen Geburten ausgewertet und kommt zu einem klaren Ergebnis.
MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT Reto Caluori Dr. Benjamin Krebs, Universität Basel, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Tel. +41 61 207 55 23, E-Mail: benjamin.krebs@unibas.ch |
MaAB - Medizin am Abend Berlin ...interdisziplinär...ganzheitliche Betreuung
Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
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Kariesprävention
Der Start in die Rente -mit Arbeiten
Die Anzahl der Erwerbstätigen im Rentenalter nimmt zu: Innerhalb von zehn Jahren stieg die Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen von 13 auf 20 Prozent – eine der markantesten Veränderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Der aktuelle Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung analysiert diese Entwicklung. Immer mehr Menschen arbeiten auch nach dem Renteneintritt – viele davon aus finanziellen Gründen. 2023 war jede:r Fünfte (20 Prozent) der 65- bis 69-Jährigen erwerbstätig – 2013 waren es noch 13 Prozent. Das zeigt der aktuelle Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), der gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht wird. UDE-Arbeitsforscher Prof. Dr. Martin Brussig spricht von einem klaren Trend auf dem deutschen Arbeitsmarkt. MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
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Verabreichung von als K.O.-Tropfen
Erste Studienergebnisse aus der länderübergreifender K.O.-Tropfen-Studie „Don’t knock me out“ liegen vor – Beunruhigende Zahlen für Deutschland, angezeigt wird jedoch nur ein Bruchteil der Fälle Ende 2024 hat Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster, Inhaberin der Juniorprofessur Europäisches Management der Technischen Universität Chemnitz, gemeinsam mit ihrem Projektpartner, Priv.-Doz. Dr. Thomas Beck, psychologischer Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz der Tirol Kliniken in Innsbruck, die erste anonyme Online-Umfrage zur Bekanntheit, Erfahrung und dem Umgang mit K.O.-Tropfen im deutschsprachigen Raum gestartet. Die Erhebung richtet sich an Personen ab 14 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bisher sind mehr als 2.000 Rückmeldungen eingegangen. Nun hat Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster für die noch laufende Studie eine erste Zwischenbilanz aus den Ergebnissen gezogen. Diese beziehen sich jedoch nur auf 1.288 verwertbare Datensätze aus Deutschland, die sie zusammen mit Paul Krause, ehrenamtliches Mitglied des Teams der Studie, ausgewertet hat. „Für Österreich und die Schweiz ist es für eine Zwischenbilanz noch zu früh, da hier noch zu wenige Rückmeldungen vorliegen. Hier hoffen wir noch auf einen größeren Rücklauf“, so Förster. „Drink Spiking bezeichnet in diesem Zusammenhang die unfreiwillige Verabreichung von als K.O.-Tropfen missbrauchten Substanzen“, erläutert die Studienleiterin. Von diesen 527 Personen waren sich 110 Personen ihrem Verdacht jedoch nicht ganz sicher („ich bin mir unsicher“). Darüber hinaus führten 302 Personen an, schon mindestens einmal den Verdacht gehabt zu haben, dass jemandem in ihrer Begleitung K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Des Weiteren gaben 808 Personen an, mindestens eine Person in ihrem Umfeld zu kennen, die schon einmal den Verdacht hatten, Opfer von Drink Spiking geworden zu sein.
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Das Delir
Die neue S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter ist seit heute bei der AWMF publiziert. Koordiniert von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP), wurde eine Langfassung, eine Kurzfassung, wie auch eine Patientenleitlinie von mehr als 30 weiteren Fachgesellschaften und Berufsverbänden erarbeitet. Die neue Leitlinie umfasst erstmals 69 evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen für alle Versorgungssettings und definiert damit sektorenübergreifende Standards für die Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge eines Delirs von hochbetagten Patientinnen und Patienten.
„Ihre Wirksamkeit wurde durch eine eigens durchgeführte Meta-Analyse belegt – sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung des Delirs“, betont Christine Thomas. Maßnahmen dieser Art seien fester Bestandteil der leitlinien-basierten Versorgung. Sie ermöglichen insbesondere auch professionell Pflegenden eine evidenzbasierte Handlungsgrundlage. Originalpublikation: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/109-001 |
Kritischen Säurestatus und ph-Wert
Lysosomen sind die Recycling-Zentren menschlicher Zellen.
Im Inneren der membranumschlossenen Bläschen werden größere Moleküle zerlegt. Fehlfunktionen können neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson zur Folge haben. Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der LMU München, der TU Darmstadt und des Unternehmens Nanion Technologies haben nun die Funktionsweise des Ionenkanals TMEM175 entschlüsselt, der entscheidend an der Regulation der Abbauprozesse beteiligt ist.
Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung oder Vorbeugung der Parkinson-Krankheit.
An allen Waschbecken, Badewannen und Spülen gibt es einen Überlaufschutz, welcher verhindert, dass Wasser über den Beckenrand schwappt.
Einen solchen Sicherheitsmechanismus gibt es auch in den Recycling-Zentren menschlicher Zellen.
Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der LMU München, der TU Darmstadt und des Unternehmens Nanion Technologies, die jetzt in der Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) veröffentlicht wurde.
„Der Ionenkanal TMEM175 übernimmt in Lysosomen vermutlich die Rolle eines Überflussventils, das eine zu starke Ansäuerung verhindert“, sagt Dr. Oliver Rauh, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der H-BRS. Gemeinsam mit Professor Christian Grimm (LMU München) ist er der korrespondierende Autor der Studie.
Die Forschenden haben mit elektrophysiologischen und bioinformatischen Methoden die bislang kontrovers diskutierte Funktionsweise dieses Ionenkanals entschlüsselt. Ein Ionenkanal ist ein Protein, das in biologische Membranen eingebettet ist und deren Durchlässigkeit für elektrisch geladene Teilchen (Ionen) ermöglicht.
Feineinstellung des sauren pH-Wertes in Lysosomen
Lysosomen sind kleine, membranumschlossene Vesikel (Bläschen), die in menschlichen Zellen die Funktion von Recycling-Zentren übernehmen – das bedeutet, dass sie Makromoleküle wie Proteine, Polysaccharide und Nukleinsäuren in ihre Grundbausteine zerlegen. Diese Abbaureaktionen im Inneren der Lysosomen werden von Enzymen, sogenannten Hydrolasen, ermöglicht.
Voraussetzung dafür ist ein saurer pH-Wert.
Der pH-Wert ist nichts anderes als ein Maß für die Konzentration von Protonen in einer wässrigen Lösung.
Dabei gilt: Je niedriger der pH-Wert, desto höher ist die Protonenkonzentration.
Damit das Innere der Lysosomen sauer bleibt, pumpt ein Transmembranprotein, die sogenannte V-ATPase, Protonen in die Lysosomen hinein.
Die Feineinstellung des pH-Werts ist jedoch von weiteren Proteinen abhängig, die sich in der lysosomalen Membran befinden. Die in PNAS veröffentlichte Arbeit belegt hier nun die entscheidende Rolle von TMEM175.
Die Forschenden vermuten, dass die Ventilfunktion von TMEM175 in gesunden Zellen für einen optimal sauren pH-Wert sorgt und damit den reibungslosen Ablauf lysosomaler Abbauprozesse ermöglicht.
Dagegen kommt es bei Patientinnen und Patienten, die eine Mutation in diesem Ionenkanal tragen, zu einem Verlust der pH-Regulation.
Dadurch werden die Abbauprozesse von Proteinen im Lysosom gehemmt, was wiederum zum Absterben von Nervenzellen führen kann.
Zahlreiche Forschungsarbeiten der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Störungen der lysosomalen Abbaufunktion am Prozess des Alterns und der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson beteiligt sind.
„Unsere Studie liefert den Nachweis, dass der Ionenkanal TMEM175 hierbei eine entscheidende Rolle spielt“, sagt Dr. Oliver Rauh. „Sie schafft eine wichtige Grundlage für ein genaues Verständnis von funktionalen Prozessen in Lysosomen und liefert gleichzeitig mit dem Protein TMEM175 eine vielversprechende Zielstruktur für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung oder Vorbeugung neurogenerativer Erkrankungen wie Parkinson.“
Bei der Parkinson-Krankheit kommt es durch das Absterben von Nervenzellen zu einem Mangel am Botenstoff Dopamin.
Dopamin wiederum wird unter anderem für die Steuerung bewusster Bewegungen benötigt.
Wenn dieser Botenstoff fehlt, kommt es bei Betroffenen zu den typischen Parkinson-Symptomen wie Zittern, verlangsamten Bewegungen oder Haltungsinstabilität.
Kanalprotein TMEM175 leitet Kaliumionen und Protonen
Zum Hintergrund: Die zelluläre Lokalisation und Funktion des Ionenkanals TMEM175 war lange Zeit unbekannt, was sich in seinem wenig aussagekräftigen Namen widerspiegelt: TMEM175 steht schlicht für Transmembran-Protein 175. In den vergangenen Jahren rückte es immer mehr in den Fokus der Forschung, als sich seine Rolle beim Auftreten verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen und hier vor allem Parkinson herauskristallisierte. Inzwischen haben mehrere Untersuchungen zweifelsfrei belegt, dass TMEM175 ein Kanalprotein ist, das Ionen durch die Membran von Lysosomen leitet. Doch bei der Frage, ob dieser Kanal vor allem Kaliumionen (K+) oder Protonen (H+) leitet, und welche Funktion die entsprechenden Ionenflüsse in Lysosomen von gesunden und kranken Zellen haben, waren sich die Forschenden nicht einig.
Spezifischer pH-Sensor im Inneren des Lysosoms
„Ich habe schon an vielen Ionenkanälen gearbeitet, aber TMEM175 ist mit Abstand der seltsamste von allen“, sagt Dr. Oliver Rauh, der von der TU Darmstadt an die H-BRS wechselte, um im DFG-Forschungsverbund „CytoTransport“ zu arbeiten. „Als wir vor etwa sechs Jahren mit dem Projekt begonnen haben, wurde angenommen, dass es sich bei TMEM175 um einen Kaliumkanal handelt. Die Funktion war völlig unbekannt. Wir konnten nun zeigen, dass TMEM175 nicht nur Kaliumionen, sondern auch Protonen leitet und damit an der Regulation des pH-Wertes, also der Protonen-Konzentration, im Innern von Lysosomen direkt beteiligt ist.“
Die Forschenden wiesen nach, dass der Ionenkanal über einen spezifischen pH-Sensor verfügt, der dem Inneren des Lysosoms zugewandt ist.
Auf diese Weise kann TMEM175 den kritischen Säurestatus erkennen und den Protonenfluss durch den Ionenkanal entsprechend anpassen.
Der Großteil der Experimente sei mit der Patch-Clamp-Technik durchgeführt worden, erläutert Dr. Oliver Rauh die Messmethode für die Studie. „Dabei haben wir uns mit einer sehr fein ausgezogenen Glaskapillare Zugriff zum Inneren einer Zelle oder eines Lysosoms verschafft. Das ermöglichte es uns, die Ionenströme direkt zu messen, die aufgrund der Aktivität von TMEM175 durch die Lipidmembran fließen.“
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Dr. Oliver Rauh
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Von-Liebig-Str. 20
53359 Rheinbach
oliver.rauh@h-brs.de
Originalpublikation:
Tobias Schulze, Timon Sprave, Carolin Groebe, Jan Hendrik Krumbach, Magnus Behringer, Andre Bazzone, Rocco Zerlotti, Niels Fertig, Mike Althaus, Kay Hamacher, Gerhard Thiel, Christian Grimm, Oliver Rauh: Proton selective conductance and gating of the lysosomal cation channel TMEM175. In: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), January 14, 2026, DOI: 10.1073/pnas.2503909123
www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2503909123
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2503909123
Labor bei Schlaganfall!
Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch wie stark das Gehirn in den Stunden und Tagen danach weiter geschädigt wird, lässt sich bislang nur begrenzt und punktuell mit Bildgebung erfassen. Für viele andere Organe gibt es Bluttests, die akute Verletzungen anzeigen, für das Gehirn fehlte bislang ein vergleichbarer Marker. Forschende am LMU Klinikum München und internationale Partner zeigen nun, dass ein neuer Blutmarker – Brain-derived Tau (BD-tau) – das Ausmaß der Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. Die Arbeit mit den Erstautoren Dr. Naomi Vlegels und Nicoló Luca Knuth wurde im Fachblatt Science Translational Medicine veröffentlicht. Bei einem ischämischen Schlaganfall wird ein Hirnareal nicht mehr ausreichend durchblutet. Ärztliche Entscheidungen für betroffene Patientinnen und Patienten mit plötzlich aufgetretenen Lähmungen oder Sprachstörungen stützen sich heute vor allem auf CT- oder MRT-Bildgebung. Diese liefert jedoch in der Akutphase meist nur Momentaufnahmen. Wiederholte Untersuchungen sind organisatorisch aufwändig, nicht immer möglich, und Bildgebungswerte spiegeln die spätere Erholung oft nur begrenzt wider. Während sich akute Schäden an Herz oder Niere häufig mit Bluttests überwachen lassen, fehlt dem Gehirn bislang ein solcher Marker. „In der klinischen Versorgung stehen wir deshalb aktuell vor dem Problem, die Entwicklung der Hirnschädigung nicht fortlaufend verfolgen zu können und sind dadurch bei Therapieentscheidungen eingeschränkt“, sagt PD Dr. Dr. Steffen Tiedt, Wissenschaftler am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) und Oberarzt auf der Stroke Unit der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums München. MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
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Das Single Dasein von jungen Menschen - macht Krank?
Immer mehr junge Erwachsene gehen keine romantischen Beziehungen ein – mit möglichen Folgen für ihr Wohlbefinden. Eine aktuelle Studie der Universität Zürich zeigt: Wer dauerhaft Single bleibt, verliert über die Zeit stärker an Lebenszufriedenheit und fühlt sich einsamer sowie depressiver – besonders ausgeprägt in den späten Zwanzigern. Das Single-Dasein wird in den Medien zunehmend als Ausdruck von Lifestyle, Selbstbestimmung und Empowerment inszeniert. Begriffe wie «Self-Partnership», «Solo Living», «Sologamie» oder «Singlehood» prägen die Diskussion. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr junge Erwachsene gegen feste romantische Beziehungen. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Zürich hat untersucht, welche Auswirkungen ein dauerhaftes Single-Dasein auf das langfristige Wohlbefinden hat. Dafür wurden über 17'000 zu Beginn der Studie partnerschaftsunerfahrene junge Menschen aus drei repräsentativen Panelstudien in Deutschland und Grossbritannien herangezogen. Sie wurden im Alter von frühestens 16 bis spätestens 29 Jahren jährlich befragt. |
Ex -Raucher
Ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat eine neue, risikoadaptierte Strategie für den Start des Lungenkrebs-Screenings bei ehemaligen starken Raucherinnen und Rauchern entwickelt. Ziel ist es, den Beginn der Früherkennung nicht pauschal festzulegen, sondern anhand der tatsächlichen Risikoreduktion zu bestimmen. Abhängig davon, wie lange der Rauchstopp zurückliegt, errechneten die Forschenden risikoangepasste Startalter zwischen etwa 53 und 67 Jahren. Lungenkrebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, wenn Symptome auftreten und die Heilungschancen gering sind. Hier setzt die Früherkennung mit Niedrigdosis-Computertomographie an: Durch diese vergleichsweise schonende Untersuchung lassen sich Tumoren in einem früheren, besser behandelbaren Stadium erkennen. Große Studien haben gezeigt, dass ein solches Screening die Sterblichkeit durch Lungenkrebs senken kann. |
Entzündungsreaktionen Diabetws
Entzündungsreaktion als mögliche Ursache für Organschäden identifiziert / Studie eröffnet neue Therapieansätze / Veröffentlichung am 27.11.2025 im European Heart Journal
Je stärker die Ablagerungen ausgeprägt waren, desto eingeschränkter war die Herzfunktion. Diese Beobachtungen bestätigten sich in Tiermodellen: Nur Mäuse mit aktivem PAD4 entwickelten typische diabetesbedingte Schäden wie verminderte Herzleistung, Narbenbildung im Gewebe und eine eingeschränkte Nierenfunktion. |
Die bakterielle Prostatitis
Ein Forschungsteam der Universität Würzburg hat erstmals aufgeklärt, wie E. coli-Bakterien in die Prostata gelangen.
Die Entdeckung offenbart einen versteckten Infektionsweg und eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung bakterieller Prostatitis.
Die bakterielle Prostatitis, eine Infektion der Prostata, die in erster Linie durch Escherichia coli (E. coli) verursacht wird, ist ein häufiges Gesundheitsproblem bei Männern. Weltweit sind etwa ein Prozent aller Männer im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Die Infektion entsteht, wenn Bakterien aus der Harnröhre oder der Blase in die Prostata gelangen. Die Behandlung der bakteriellen Prostatitis ist nach wie vor schwierig, da die Patienten oft lange Antibiotikabehandlungen mit hohen Dosen benötigen. Trotz Behandlung erleiden mehr als die Hälfte der Patienten innerhalb eines Jahres einen Rückfall.
Seit langem vermuten Forscher, dass Bakterien in die Prostatazellen eindringen, um zu überleben und dem Immunsystem und Antibiotika zu entkommen. Bislang fehlten jedoch direkte Beweise für diese Überlebensstrategie.
Eine im Labor gezüchtete Mini-Prostata
Bislang war die Erforschung von Prostata-Infektionen schwierig, da es keine geeigneten Labormodelle gab, die das echte Gewebe genau nachahmen. Ohne die Möglichkeit, Infektionen in der realen Gewebeumgebung zu beobachten, war die Entwicklung alternativer Therapien, jenseits von Antibiotika, nahezu unmöglich. Das hat sich nun geändert.
Ein Forschungsteam der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat ein „Mini-Prostata”-Organoidmodell aus adulten Stammzellen entwickelt. Dieses im Labor gezüchtete Modell ahmt das echte Prostataepithel in Struktur und Zellvielfalt nach. Mithilfe dieses Modells konnten die Wissenschaftler die Infektion Schritt für Schritt unter realistischen, kontrollierten Bedingungen nachvollziehen und genau identifizieren, wie die Bakterien angreifen. Dies liefert klare Hinweise für die Entwicklung gezielter Gegenmaßnahmen.
Dr. Carmen Aguilar, Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB) der Universität Würzburg, leitete die Studie gemeinsam mit Kollegen des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) und der Universität Münster. Die Ergebnisse des Teams wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Microbiology veröffentlicht.
Der Angriffsweg von E. coli entschlüsselt
„Wir haben gezeigt, dass die Invasion von E. coli in Prostatazellen kein zufälliger Prozess ist, sondern eine hochgradig koordinierte Operation, die eine bestimmte Schwachstelle in der Zellarchitektur des Prostataepithels ausnutzt“, erklärt Carmen Aguilar. Ihren Erkenntnissen zufolge kann E. coli nicht wahllos angreifen, sondern konzentriert sich auf einen bestimmten Zelltyp: die sogenannten Luminalzellen, welche die Drüsenkanäle der Prostata auskleiden und als erste mit den Bakterien in Kontakt kommen, wenn diese die Prostata erreichen.
Diese Invasion funktioniert nach einem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“. Das bakterielle Protein FimH fungiert als „Schlüssel“, der genau in ein „Schloss“ auf der Oberfläche der Luminalzellen der Prostata passt. Die Forscher identifizierten dieses Schloss als den prostataspezifischen Rezeptor PPAP (prostataspezifische saure Phosphatase). „Nur wenn das bakterielle Protein an diesen Prostatarezeptor bindet, können die Bakterien in die Zellen eindringen, sich dort sicher vermehren und die Infektion auslösen“, erklärt Aguilar.
Ein Zuckermolekül blockiert die Infektion
Das Team begnügte sich jedoch nicht damit, den Infektionsweg zu entdecken. Es identifizierte auch eine Möglichkeit, diese Interaktion mit einem einfachen Zuckermolekül namens D-Mannose zu blockieren. Dieser Zucker, der bereits zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündungen eingesetzt wird, fungiert als „Scheinschloss“.
Die bakteriellen „Schlüssel“ binden dieses harmlose Zuckermoleküle anstelle der echten Rezeptoren auf den Prostatazellen und blockieren so wirksam das bakterielle Eindringen in die Zellen. Im Labor hat der Einsatz von D-Mannose bereits zu einer signifikanten Verringerung der Infektionen geführt, was auf eine mögliche neue Strategie zur Vorbeugung und Behandlung von Prostata-Infektionen hindeutet.
Auf dem Weg zu Alternativen zu Antibiotika
Das bahnbrechende Organoid-Modell bietet Forschern nun ein leistungsstarkes Werkzeug, um Prostata-Infektionen in bisher unerreichter Detailgenauigkeit zu untersuchen. Mit diesem System untersucht das Team von Dr. Aguilar nun, wie E. coli nach dem Eindringen in die Prostatazellen überlebt und sich vermehrt. Das Modell ermöglicht es Wissenschaftlern darüber hinaus, auch die Infektionsstrategien anderer relevanter Prostatapathogene wie Klebsiella oder Pseudomonas zu untersuchen.
„Angesichts der aktuellen Antibiotikaresistenzkrise ist es unser Ziel, neue Therapien zu entwickeln, die E. coli und andere Bakterien ohne den Einsatz von Antibiotika bekämpfen können. Zunächst müssen wir jedoch vollständig verstehen, wie diese Infektionen funktionieren“, sagt Carmen Aguilar. Solche Ansätze könnten eine wirksame Alternative zu herkömmlichen Antibiotika darstellen und einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz leisten.
Förderung
Diese Arbeit wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, FiRe-UPec-Projekt) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, GRK 2157 3D Infect) gefördert
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Dr. Carmen Aguilar, Institut für Molekulare Infektionsbiologie (IMIB), Telefon: +49 931 31-88028, carmen.aguilar@uni-wuerzburg.de
Gunnar Bartsch
Originalpublikation:
Uropathogenic Escherichia coli invade luminal prostate cells via FimH-PPAP receptor binding. Maria Guedes, Simon Peters, Amruta Joshi, Sina Dorn, Janina Rieger, Kimberly Klapproth, Tristan Beste, Alexander M. Leipold, Mathias Rosenfeldt, Antoine-Emmanuel Saliba, Ulrich Dobrindt, Charis Kalogirou & Carmen Aguilar. Nature Microbiology, https://doi.org/10.1038/s41564-025-02231-0
Weitere Informationen finden Sie unter
Carmen Aguilars Webseite
