Das «Kuschelhormon» Oxytocin spielt nicht nur in Momenten der Nähe eine Rolle, sondern auch beim Kräftemessen: Forschende der Universität Zürich zeigen, dass es besonders dann ausgeschüttet wird, wenn Rivalität oder klare Gruppengrenzen im Spiel sind – und zwar vor allem bei Männern. Oxytocin – häufig als Kuschelhormon bezeichnet – ist auch bei Gruppenwettbewerben von Bedeutung. Das verdeutlicht eine neue Studie unter der Leitung von Charlotte Debras und Adrian Jaeggi vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich. «Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass die Verabreichung von Oxytocin in Form eines Nasensprays gruppenorientiertes Verhalten fördern kann», sagt Debras, die die zugrundeliegende Studie im Rahmen ihrer Dissertation durchgeführt hat. «Es war jedoch unklar, ob Oxytocin in Wettbewerbssituationen auch auf natürliche Weise ansteigt.» Prof. Adrian V. Jäggi |
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Ein internationales Konsortium aus zehn akademischen Organisationen innerhalb des Global Cardiovascular Research Funders Forum (GCRFF) startet eine neue internationale Studie. Erstmals wird darin die optimale Plättchenhemmung bei der spontanen Koronararteriendissektion (SCAD) untersucht – einer besonderen Form des Herzinfarkts, die vor allem Frauen betrifft. Die Initiative wird vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) geleitet und vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) koordiniert.
Die spontane Koronararteriendissektion (spontaneous coronary artery dissection, SCAD) ist eine seltene Ursache des akuten Koronarsyndroms, bei der der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Sie betrifft überwiegend Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren und tritt in der Regel ohne Arterienverkalkung auf.
Lange blieb SCAD unterdiagnostiziert und wird erst seit wenigen Jahren systematischer erkannt. Ein internationales Forschungskonsortium unter Leitung des DZHK startet nun die SCAD-ALIGN-Studie, bei welcher erstmals Therapiestrategien der Plättchenhemmung in einer randomisierten Studie systematisch verglichen werden.
Herzinfarkt ohne Gefäßverkalkungen
Einer SCAD liegen meist weder relevante Gefäßverkalkungen noch ein klassischer, durch ein Blutgerinnsel verursachter Gefäßverschluss zugrunde. Stattdessen kommt es zu einer Einblutung in die Wand einer Herzkranzarterie, wodurch sich die Gefäßwandschichten voneinander trennen und der Blutfluss beeinträchtigt oder vollständig unterbrochen wird. Die Betroffenen entwickeln Symptome eines akuten Herzinfarkts wie Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit. Charakteristisch ist, dass diese Beschwerden häufig bei Menschen auftreten, die zuvor herzgesund waren und keine bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen.
Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, können sich aber auch in Gefäßen anlagern und so den Blutfluss behindern. Plättchenhemmende Medikamente sollen dies verhindern. In der aktuellen klinischen Praxis werden Patient:innen mit SCAD häufig nach den allgemeinen Leitlinien für das akute Koronarsyndrom behandelt, die typischerweise zwei unterschiedliche plättchenhemmende Medikamente vorsehen – eine Strategie, die ursprünglich für ältere Patient:innen mit nachgewiesener Atherosklerose entwickelt und getestet wurde.
Wie intensiv sollte die Plättchenhemmung sein?
Der Ansatz der SCAD-ALIGN-Studie beruht auf einem grundlegenden Unterschied zwischen SCAD und dem klassischen Herzinfarkt. Bei typischen Herzinfarkten verschließt meist ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß, und nach der Implantation eines Stents wird eine intensive Plättchenhemmung eingesetzt, um die Bildung weiterer Gerinnsel zu verhindern. Bei SCAD hingegen liegt ein Einriss oder eine Einblutung innerhalb der Gefäßwand vor. In dieser Situation könnte eine intensive Plättchenhemmung das Abklingen der Blutung verzögern oder sie sogar verschlimmern und damit den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen. Die Studie untersucht daher, ob eine weniger intensive Therapie für diese Patient:innen vorteilhafter sein könnte.
In der SCAD-ALIGN-Studie werden zwei Behandlungsstrategien miteinander verglichen: eine moderate Plättchenhemmung mit einem einzelnen Medikament über drei Monate sowie eine intensivere Therapie mit zwei Wirkstoffen über drei Monate, gefolgt von einer neunmonatigen Behandlung mit einem einzelnen Medikament. Der primäre Endpunkt umfasst eine Kombination aus erneuter myokardialer Ischämie, wiederkehrender SCAD, Herzinfarkt, der Notwendigkeit einer Revaskularisation sowie Tod.
„Bei SCAD behandeln wir Patient:innen bisher nach Standards, die für andere Krankheitsbilder entwickelt wurden“, sagt Prof. Peter Clemmensen, nationaler Studienleiter für Deutschland. „Mit der SCAD-ALIGN-Studie wollen wir klären, welche Form der Plättchenhemmung tatsächlich nützt und welche eher schadet. Ziel ist eine belastbare Grundlage für künftige Therapieempfehlungen“.
Internationales Zusammengehen für bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen
Die SCAD-ALIGN-Studie ist Teil der Multinational Clinical Trials Initiative des Global Cardiovascular Research Funders Forum (GCRFF). „Die Studie adressiert eine Fragestellung, die überwiegend Frauen betrifft und für die es bislang kaum belastbare Evidenz und kein nennenswertes industrielles Entwicklungsinteresse gibt“, betont Prof. Christina Magnussen, nationale Co-Studienleitung für Deutschland und Mitglied des globalen Executive Board.
Erstmals arbeiten dabei mehrere internationale Förderorganisationen auf Basis eines gemeinsamen Studienprotokolls zusammen. Die wissenschaftliche Idee der Studie stammt von Mitgliedern des DZHK.
„Unabhängig von der medizinischen Fragestellung zeigt die Studie, dass ein Zusammenschluss internationaler Förderorganisationen und Forschender gemeinsam tragfähige Strukturen schaffen kann, um medizinische Fragestellungen zum Wohl der Patient:innen zu bearbeiten“ sagt Prof. Stefan Blankenberg vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg, wissenschaftlicher Leiter und Initiator der Studie.
Er betont: „Ein gemeinsames Vorgehen der Förderorganisationen aus demokratischen Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Spanien, Australien, Neuseeland, Kanada ergänzt durch die Förderung der Kühne Stiftung mit konsekutiver Teilnahme von Brasilien, Argentinien und Chile schafft eine globale akademische Struktur. Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen zeigt dieses gemeinsam legitimierte Vorgehen seine besondere Stärke.“
Die Studie ist als internationale, multizentrische, randomisierte und offene klinische Prüfung angelegt. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist eine enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg notwendig. Die Ergebnisse sollen künftig maßgeblich dazu beitragen, evidenzbasierte Therapieempfehlungen für die Behandlung von SCAD zu entwickeln und die Versorgung und Lebensqualität betroffener Patient:innen weltweit zu verbessern.
Beteiligte Förderorganisationen des GCRFF:
British Heart Foundation (BHF), United Kingdom
Canadian Institutes of Health Research (CIHR) - Institute of Circulatory and Respiratory Health, Kanada
Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Deutschland
Dutch Heart Foundation (Hartstichting), Niederlande
National Heart Foundation of New Zealand, Neuseeland
National Heart Foundation of Australia, Australien - Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
National Institutes of Health - National Heart, Lung, and Blood Institute (NIH/NHLBI), USA - Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
Beteiligte nationale und institutionelle Förderorganisationen:
Danish Heart Foundation (Hjerteforeningen), Dänemark
Swedish Heart-Lung Foundation, Schweden
Swiss Heart Foundation, Schweiz- Der Bewerbungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
Institutionelle Mittel der Victor Chang Cardiac Research Institute, Sydney, Australien
Institutionelle Mittel der Westmead Applied Research Centre, University of Sydney and NSW Health Cardiovascular Research Grant, Australien
Institutionelle Mittel des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland
Institutionelle Mittel der teilnehmenden spanischen Zentren (u.a. Hospital Universitario de La Princesa, Madrid, Spain)
Beteiligte private Stiftungen:
Kühne Stiftung
MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE),
Herzrhythmusstörungen i.a. Short-QT-Syndrom
Das Short-QT-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung, die zum plötzlichen Herztod im jungen Alter führt. Als mögliche Ursache wurden vor Kurzem Mutationen im Gen SLC4A3 beschrieben, welches den Bicarbonat-Chlorid-Austausch reguliert. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung einer Forschungsgruppe der Ruhr-Universität Bochum ist diesem Verdacht nachgegangen. Die Forschenden konnten herausfinden, was verschiedene Varianten des Gens in Herzmuskelzellen bewirken. So war der intrazelluläre pH-Wert erhöht und der Ionenstrom veränderte sich. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Betroffene besser personalisiert zu behandeln.
Dr. Ibrahim El-Battrawy |
Hantavirus - Infektion
Wie durch die aktuelle Medienberichterstattung bekannt wurde, kam es zuletzt im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ zu mehreren Hantavirus-Infektionen und Todesfällen. Eine Kontaktperson wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen nach Deutschland gebracht und wird vorsorglich medizinisch untersucht. Nach den derzeit öffentlich verfügbaren Informationen schätzen internationale Gesundheitsbehörden das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa als sehr gering ein. Zwei Forschende der Medizinischen Fakultät ordnen die aktuellen Hantavirus-Fälle ein.
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Die psychedelisch unterstütze Therapie
Die psychedelisch unterstütze Therapie, der Einsatz der in psychoaktiven Pilzen enthaltenen Substanz Psilocybin, von LSD oder Ketamin zur Behandlung psychischer Erkrankungen, ist erneut in den Fokus gerückt. Viele Studien werden durchgeführt, gelegentlich ist von einer „Revolution in der Psychiatrie“ die Rede. Doch es gibt auch Zweifel. Während manche Patient:innen profitieren, sprechen andere gar nicht an, manchen geht es danach sogar schlechter. Um die Therapie künftig präziser einzusetzen, haben Forschende unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin therapeutische Erfahrungen weltweit gebündelt und beschreiben in Nature Mental Health* das Profil eines passenden Patientenbildes. Charité-Studie führt erstmals therapeutische Erfahrungen weltweit zusammen Manuela Zingl |
Ambulant vor Stationär
In Deutschland gibt es ein großes Potenzial für die Verlagerung von mehr als 50 Prozent der Krankenhaus-Fälle in die ambulante Versorgung, wo die Patienten und Patientinnen deutlich günstiger und effizienter versorgt werden könnten. Das zeigt eine Analyse für den aktuellen Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Das „Ambulantisierungspotenzial“ ist im Bereich der Grundversorgung wie der Inneren Medizin oder der Allgemeinen Chirurgie besonders groß. Erste Erfahrungen mit den sogenannten Krankenhaus-Leistungsgruppen in Nordrhein-Westfalen deuten laut Report darauf hin, dass die Krankenhausreform gerade in der Grundversorgung kaum für Strukturveränderungen sorgen wird, während im Bereich spezieller Operationen bereits eine deutliche Konzentration stattgefunden hat. Außerdem zeigen die Analysen des Krankenhaus-Reports, dass die im Rahmen der Reform geplante Vorhaltevergütung und das 2020 eingeführte Pflegebudget einer stärkeren Ambulantisierung entgegenwirken. Problematisch sind außerdem die zahlreichen Ausnahmeregelungen, die im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens verankert wurden.
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Ernährung und Medikamenten und der Darm
Neben Ernährung und Medikamenten kann auch Übertragung zwischen Menschen eine wichtige Rolle im Mikrobiom spielen Der menschliche Darm beherbergt ein komplexes Ökosystem aus Billionen Mikroorganismen (Mikrobiom), das Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel beeinflusst. Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Wien zeigt mit dem Analyseansatz "Reverse Ökologie", dass viele bekannte Darmbakterienarten aus mehreren evolutionär differenzierten Gruppen bestehen, die sich an unterschiedliche Bedingungen im Darm angepasst haben. Einige dieser Populationen stehen mit höherem Alter, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Darmkrebs und Typ-2-Diabetes in Zusammenhang. Die Ergebnisse wurden nun in Nature veröffentlicht und können künftig die Suche nach Biomarkern verbessern und langfristig präzisere Therapien ermöglichen. MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT |
Long-Covid bei Kindern
Internationales Forschungsteam identifiziert biologische Untergruppen und liefert Hinweise für gezieltere Therapien. Die meisten Kinder und Jugendlichen erholen sich schnell von einer Infektion mit dem Coronavirus. Doch etwa 1 bis 3 Prozent entwickeln pädiatrisches Long COVID – Beschwerden, die Wochen oder Monate nach der eigentlichen Infektion anhalten. Eine neue Studie, die im renommierten Fachjournal Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt nun: Long COVID bei jungen Menschen ist keine einheitliche Erkrankung. Das internationale Forschungsteam, unter Beteiligung der Universitätsmedizin Magdeburg, konnte verschiedene biologische Untergruppen identifizieren, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Einheitliche Behandlungen für alle Betroffenen könnten daher zu kurz greifen. Originalpublikation: Vilser D., Han I., Vogel K., Jakobs P. et al.; Immune-metabolic trajectories delineate subgroups in paediatric long COVID; Nature Communications 17, 4023, 2026; DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-026-72224-y |
Menschen auf der Flucht
117,3 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks weltweit auf der Flucht. Diese Menschen müssen zumindest vorübergehend eine neue Heimat finden. Wie gute Wohnraumlösungen aussehen könnten, ist Thema der internationalen Forschungsgruppe „Deconstructing ‚Displacement‘, Reconstructing Housing“ („Vertreibung“ analysieren, Wohnen neu denken), die im Mai und Juni am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld arbeiten wird. „Forscher*innen wie Mary Bunn berichten, wie Vertreibung, sei es aus politischen, ökologischen oder wirtschaftlichen Gründen, zu einer sich verschärfenden globalen Krise wird. Forschungsergebnisse zeigen, dass Vertriebene großen Belastungen ausgesetzt sind, durch Bedrohungen, Unsicherheit, Diskriminierung, den Verlust der Lebensgrundlage und der Identität. Wer die Heimat verliert, muss sich eine neue schaffen. Wohnen und Schutz spielen dabei eine zentrale Rolle“, berichtet die Organisationstheoretikerin Professorin Dr. Zelinna Pablo von der Torrens University in Sydney, Australien. Sie leitet die Forschungsgruppe zusammen mit Professorin Dr. Kerry London (Sydney), Expertin für Architektur und Stadtentwicklung und dem Rechtswissenschaftler Professor Dr. Rodelio Manacsa (Sewanee, Tennessee, USA). MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT Jörg Heeren Sabine Mende, Universität Bielefeld |
Hebammen und Geburtshilfen
Hebammen sichern ganz buchstäblich die Zukunft unseres Landes.
Sie begleiten werdende Mütter und ihre Kinder während der Schwangerschaft, bei der Geburt sowie im Wochenbett und leisten damit einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Versorgung von Familien. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass die Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren in Brandenburg kontinuierlich gestiegen ist. Mit der fast abgeschlossenen Umstellung auf eine rein akademische Hebammenausbildung, mit dem Runden Tisch Hebammenhilfe und mit der Hebammenförderrichtlinie verfügt die Landesregierung aktuell über wirksame Instrumente, um auch weiterhin eine verlässliche und flächendeckende Versorgung mit Leistungen der Hebammenhilfe in allen Regionen Brandenburgs zu ermöglichen.“
In diesem Frühjahr haben im Land Brandenburg insgesamt 19 Absolventinnen in der fachschulischen und akademischen Hebammenausbildung erfolgreich ihre Abschluss-prüfungen absolviert. Mehr als die Hälfte der Absolventinnen wird nach ihrer Ausbildung in Brandenburg tätig sein beziehungsweise ist dies bereits – in Brandenburger Geburtskliniken, in Frauenarztpraxen oder in der freiberuflichen Niederlassung, unter anderem in Frankfurt (Oder), Cottbus, Herzberg, Potsdam und im Landkreis Spree-Neiße.
Hintergrund:
Seit 2023 werden Hebammen in Deutschland auf der Grundlage des Hebammengesetzes ausschließlich akademisch qualifiziert. Die Übergangsphase, in der parallel noch sowohl fachschulisch als auch akademisch ausgebildet wird, läuft in diesem Jahr in Brandenburg aus.
In Brandenburg bieten zwei Hochschulen duale Hebammenstudiengänge mit einer Dauer von jeweils sieben Semestern an. Im Wintersemester 2021/2022 startete der Studiengang Hebammenwissenschaften (B.Sc.) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) am Campus in Senftenberg. Seit dem Wintersemester 2023/2024 wird zudem an der privaten Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE) der Bachelor-Studiengang Hebamme (B.Sc.) angeboten. Die ersten Absolventinnen werden hier im Jahr 2027 ihre Abschlüsse machen.
2025 hatten an der BTU die ersten 13 Absolventinnen erfolgreich ihre Prüfungen abgeschlossen, in diesem Jahr waren es 14. Darüber hinaus schlossen fünf Hebammen ihre fachschulische Ausbildung an der Hebammenschule in Eberswalde ab. Dies waren – bis auf eine noch ausstehende Abschlussprüfung in diesem Herbst – die letzten fachschulischen Hebammenprüfungen in Brandenburg. Zwischen 2010 und 2026 haben damit insgesamt 183 Hebammenschülerinnen in Brandenburg ihre Ausbildung zur Hebamme an den beiden Hebammenschulen in Cottbus und Eberswalde erfolgreich abgeschlossen. Damit geht die sehr erfolgreiche und qualitativ hochwertige fachschulische Hebammenausbildung in Brandenburg zu Ende.
Insgesamt sind in Brandenburg derzeit rund 580 Hebammen beruflich aktiv; rund ein Viertel davon ist sowohl angestellt als auch freiberuflich tätig. Zuletzt waren laut statistischem Landesamt 2024 insgesamt 273 Hebammen in Brandenburger Geburtskliniken angestellt. Seit 2010 hat sich diese Zahl damit mehr als verdoppelt. In Brandenburg gibt es aktuell 20 Krankenhausstandorte mit einer aktiven Geburtshilfe.

