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Pathologischem Herzwachstum: Phosphorylierung: Nebenwirkung einer Chemotherapie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Ein „Abstandshalter“ für die Herzgesundheit

Das Herz wächst nicht nur durch Sport, sondern auch durch Krankheiten. 

Würzburger und Dortmunder Forscherinnen und Forscher haben nun einen neuen möglichen Angriffspunkt für Medikamente entdeckt, dem entgegen zu wirken. 
 
Wird das Herz stark belastet, reagiert es darauf und wächst.

Das geschieht etwa bei hoher sportlicher Aktivität, insbesondere beim Ausdauersport:

Das Herz wird kräftiger.

Neben dieser positiven Seite des Herzwachstums gibt es aber auch eine Schattenseite:  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Deutscher Bundestag - Erinnerungskultur - Feiertag in Berlin  

Wird das Herz durch eine Erkrankung wie Bluthochdruck dauerhaft belastet, wächst das Herz zu stark und eine Herzschwäche kann entstehen.

Ein interdisziplinäres Team der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg und des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS) hat unter Leitung der JMU-Pharmakologin Kristina Lorenz die Rolle extrazellulär regulierter Kinasen (ERK) bei pathologischem Herzwachstum untersucht und hierbei erstmals eine Eiweißsequenz identifiziert, die diesen schädlichen Prozess hemmen kann. Mit der Entwicklung dieser Sequenz zeigt das Team einen möglichen Angriffspunkt für Arzneimittel zum Einsatz bei Herzschwäche.

Meist bedarf es mehrerer Stressfaktoren, ehe das sprichwörtliche Fass überläuft. 

Ähnlich verhält sich dies in den kleinsten lebenden Einheiten des Körpers, den Zellen.

  • Dort arbeiten normalerweise viele Eiweißmoleküle zusammen, um das Überleben der Zellen zu sichern. 
  • Kommen zu viele Stressfaktoren zusammen, ändern die Eiweißmoleküle ihre Funktion und ihre Zusammenarbeit in den Zellen wird gestört. 
  • Die Konsequenz: Krankhaftes Zellwachstum, das zur Herzschwäche führen kann. 
  • Denn: Kommen sich die Enzyme ERK 1 und ERK 2 nahe, erfolgt eine biochemische Veränderung, eine sogenannte Phosphorylierung, die krankhaftes Herzwachstum auslösen kann.

Gesunde Zusammenarbeit wird garantiert

  • Das Team konnte zeigen, dass die Wahrung der Distanz zwischen den ERK-Teilchen zur Vermeidung dieser Phosphorylierung der Enzyme ERK 1 und ERK 2 führt. 

Das ist der Schlüssel für den Schutz vor krankhaftem Zellwachstum. 

Die Teams identifizierten eine kleine Eiweißsequenz, die diese ERK-Teilchen auf Abstand hält und damit die gesunde Zusammenarbeit der Eiweißmoleküle garantiert.

Diese Eiweißsequenz tauften die Forscherinnen und Forscher auf den Namen EDI, ein Akronym für ERK-Dimerisierungs-Inhibitor.

Das Prinzip von EDI könnte in Zukunft nicht nur den an einer Herzschwäche erkrankten Patientinnen und Patienten helfen, sondern auch in der Onkologie Anwendung finden. 

  • Eine Klasse von Therapeutika zur Behandlung von Tumorerkrankungen zielt auch auf die ERK-Enzyme ab, schalten jedoch alle ERK-Funktionen aus.

Hilfe für Krebspatienten

  • Da ERK immer auch eine schützende Funktion bei der Regulierung zellulärer Prozesse hat, kann ein komplettes ERK-Ausschalten schwere Nebenwirkungen vor allem im Herzen nach sich ziehen. 

Die Studien im Tiermodell weisen darauf hin, dass der Einsatz von EDI die schützenden ERK-Effekte erhält und nur die krankhaften ERK-Komponenten ausschaltet.

Zudem konnte das Team bei Arbeiten in Zellkultur bereits zeigen, dass EDI auch das Wachstum von Krebszellen bremst.

„Jetzt wollen wir diese therapeutische Strategie weiterverfolgen, um Patienten, die unter Herzschwäche und unter Nebenwirkungen einer Chemotherapie leiden, zu helfen“, geben die Nachwuchsforscherinnen Constanze Schanbacher und Theresa Brand einen Ausblick auf die weiterführende Forschung.

Die Arbeiten wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

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Prof. Dr. Kristina Lorenz, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg, T +49 931 31-80165, lorenz@toxi.uni-wuerzburg.de / Rebecca Hameister, ISAS e.V., T +49 23113 92-1082, rebecca.hameister@isas.de

Kristian Lozina Julius-Maximilians-Universität Würzburg
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Originalpublikation:
Tomasovic T, Brand T, Schanbacher C, Kramer S, Hümmert MW, Godoy P, Schmidt-Heck W, Nordbeck P, Ludwig J, Homann S, Wiegering A, Shaykhutdinov T, Kratz C, Knüchel R, Müller-Hermelink HK, Rosenwald A, Frey N, Eichler J, Dobrev D, El-Armouche A, Hengstler JG, Müller OJ, Hinrichs K, Cuello F, Zernecke A, Lorenz K. „Interference with ERK-dimerization at the nucleocytosolic interface targets pathological ERK1/2 signaling without cardiotoxic side-effects“. Nature Communations, DOI 10.1038/s41467-020-15505-4.

 

http://www.risiko-thrombose.de Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis, Lungenembolie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Aktionsbündnis Thrombose zum Welt-Thrombose-Tag: Thrombose kann auf Tumorerkrankung hinweisen

Die Beziehung von Tumorerkrankungen und Thrombosen ist wechselseitig: 

20 % der Tumorpatienten erleiden eine Thrombose, bei 20 % aller Thrombosefälle wird hierüber eine Tumorerkrankung entdeckt. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Notfallsanitäter  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Notaufnahmen  

  • Die aus einer Thrombose resultierende Lungenembolie ist eine der führenden Todesursachen bei Krebspatienten. 

Das Aktionsbündnis Thrombose fordert daher eine besondere Sensibilität bei diesen Patienten.


Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose

Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose © Thomas Imo/photothek.net / DGA


Am 13. Oktober ist Welt-Thrombose-Tag.

  • Die Diagnose Krebs ist für alle Betroffenen ein Schicksalsschlag, die Therapie aufwendig. 

20 % der Krebspatienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung zusätzlich eine Thrombose.

„Deren Folgeerkrankung, die Lungenembolie ist eine der häufigsten Todesursachen bei Krebspatienten“, so Prof. Hanno Riess, Onkologe und Hämatologe aus der Berliner Charité.

Da häufig mehrere starke Risikofaktoren wie Operation, Bettlägerigkeit, Chemotherapie, Bestrahlung oder Infektionen vorliegen, ist die Thromboseprophylaxe weniger effektiv.

 Fachveranstaltung
„Tumor und Thrombose – Optimierung der Patientenversorgung“
Freitag, den 12. Oktober 2018 um 15:30
Allianz Forum, Pariser Platz 6, 10117 Berlin

Zusammenhang zwischen Tumor und Thrombose

Ein Tumorleiden steigert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. 

Das heißt, das Blut gerinnt schneller.

Je aggressiver das Tumorwachstum, desto höher das Thromboserisiko.

Aus diesem Grund gelten die tiefe Beinvenenthrombose und die oberflächliche Venenthrombose oft auch als erster Hinweis auf einen Tumor.

  • Hinter rund 20 % aller Thrombosefälle verbirgt sich eine Tumorerkrankung. 

Prof. Rupert Bauersachs, Angiologe und Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, appelliert daher: „Personen über 50 Jahren, die ein thromboembolisches Ereignis ohne Auslöser erleiden, bedürfen einer intensiveren Anamnese und sollten unbedingt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen.

Hier sind besonders die Hausärzte, Angiologen und Phlebologen gefragt, also diejenigen, die in der Regel als Erste die Patienten zu Gesicht bekommen.“

Behandlung muss sich an den Leitlinien orientieren

„Die Thrombosetherapie eines onkologischen Patienten ist eine individuelle Entscheidung des behandelnden Arztes nach Rücksprache mit dem Patienten. 

  • Eine gewichtige Rolle spielen dabei die Art des Tumors sowie der Behandlung, das Blutungsrisiko und die Unterscheidung zwischen stabilem und instabilem Zustand“, so Prof. Rupert Bauersachs weiter.

Das Aktionsbündnis Thrombose macht sich stark für ein einheitliches und interdisziplinäres Therapieschema für Krebspatienten, die an Thrombose oder Lungenembolie leiden.

  • Dass es in den meisten Kliniken kein einheitliches Therapieregime gibt, schlägt sich in den Unterschieden in den Entlassbriefen nieder. 

Die Folgen unzureichenden Prophylaxe oder Therapie können verheerend sein.

Virchow-Preis 2018 geht in die Uckermark

Studien zur Versorgung von Thrombose- und Lungenembolie-Patienten unter den Krebspatienten gibt es kaum. Eine von Ihnen wird vom Aktionsbündnis Thrombose am 12. Oktober in Berlin mit dem Virchow-Preis ausgezeichnet: „Tägliche Praxis der Prophylaxe und Behandlung venöser Thromboembolien bei Krebspatienten in Deutschland“ von Prof. Axel Matzdorff et. al. vom Asklepios Klinikum Uckermark.

Die Studie zeigt, dass die Prophylaxe und Erstbehandlung einer Thrombose bei Krebspatienten den Richtlinienempfehlungen folgt, während die Sekundärprophylaxe und Langzeittherapie stark variieren.

Wirtschaftliche und praktische Faktoren können eine wichtige Rolle bei der Behandlungsentscheidung spielen. 

Patienten mit krebsassoziierten Thrombosen werden nicht nur von ihrem Hämatologen und Onkologen, sondern auch von Hausärzten und anderen Spezialisten betreut.

„Unsere Umfrage unterstreicht die Notwendigkeit, das Wissen über die Richtlinien zur Behandlung von krebsassoziierten Thrombosen unter allen Ärzten, die an der Betreuung von Krebspatienten teilnehmen, zu verbreiten und deren Einhaltung zu verbessern“, so Prof. Axel Matzdorff.

Ausgerufen von der Internationalen Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (ISTH) geht es an diesem Tag darum, weltweit auf die Thrombose und Lungenembolie aufmerksam zu machen.

Das Aktionsbündnis Thrombose ist der offizielle Partner der ISTH in Deutschland.

Fakten zur Thrombose und Lungenembolie

Über 40.000 Menschen sterben in Deutschland an den Folgen einer Lungenembolie, das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs und HIV zusammen.

Häufigste Ursache dafür ist eine Thrombose.

Diese kann Menschen jeden Alters treffen.

Jährlich werden knapp über 370.000 Neuerkrankungen an Thrombose, Phlebitis und Thrombophlebitis registriert. 

Rund 50.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer Lungenembolie.

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Prof. Dr. Rupert Bauersachs, DGA, Wissenschaftlcher Leiter des Aktionsbündnis Thrombose
Dr. Jutta Schmmelpfennig, DGP
PD Dr. Christoph Kalka, Deutsche Gefäßliga

Julia Hofmann Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
Haus der Bundespressekonferenz Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin
Deutschland
Berlin


Julia Hofmann
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Katarina Pyschik
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Einladung zur PIC - Studie: CIPN - Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie: Hände und Füße

Medizin am Abend Berlin Fazit: Prävention der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie: Gesunde Teilnehmer gesucht

Die Chemotherapie als wichtige Säule der Krebsbehandlung führt häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen. 

  • Eine davon ist die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie, eine Sensibilitätsstörung der Hände und Füße. 

Sie wirkt sich massiv auf die Aktivität im Alltag aus und vermindert damit die Lebensqualität der Betroffenen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Tuberkulose  
 
Bisherige Studien zeigen, dass körperliches Training bestehende Symptome lindern kann.

Nun soll in einer neuen Studie untersucht werden, ob Bewegung auch zur Prävention geeignet ist.

Für eine bessere Interpretation der Ergebnisse mit Patienten unter Chemotherapie suchen die Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg noch gesunde Teilnehmer.

Das NCT Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Deutschen Krebshilfe.

  • Ursache der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie (CIPN) ist eine durch die Chemotherapie herbeigeführte Nervenschädigung, die für Sensibilitätsstörungen in Händen und Füßen verantwortlich ist. 

  • Dabei reichen die Symptome teilweise bis hin zu Stand- und Gangunsicherheiten, was die Alltagsaktivitäten der Krebspatienten massiv einschränkt und in ihrer Lebensqualität beschneidet. 

Bisherige Studien zeigen, dass bereits auftretende Symptome durch gezielte Bewegungsübungen verringert werden können.

  • Darüber hinaus wurde der präventive Effekt von Bewegung auf die Entstehung der diabetischen Polyneuropathie nachgewiesen. 

Diese Ergebnisse sollen nun auch auf den onkologischen Bereich übertragen werden.

Dazu untersuchen Ärzte und Sportwissenschaftler mit der sogenannten PIC-Studie (Prävention Chemotherapie-bedingter Polyneuropathie durch körperliches Training) die Wirksamkeit körperlicher Aktivität gegen CIPN und die Auswirkungen des Trainings auf die Gleichgewichtsfähigkeit des Patienten.

„Wir hoffen, das Auftreten Chemotherapie-induzierter Polyneuropathie zukünftig durch körperliche Aktivität zu verringern.

Idealerweise sorgt gezielte Bewegung ebenso für eine höhere Lebensqualität des Patienten und eine Verbesserung des Krankheitsverlaufs“, erklärt Studienleiter Joachim Wiskemann.

Teilnahmebedingungen

Es werden gesunde Männer und Frauen zwischen 33 und 76 Jahren gesucht, die bereit sind, an einer einfachen Gleichgewichtsuntersuchung am NCT Heidelberg teilzunehmen. Hierzu ist es nicht notwendig, sportlich aktiv zu sein. Der zeitliche Aufwand beträgt 15-20 Minuten, wobei kein Umkleiden nötig ist.

Die nächste Erhebungsphase ist vom 3. bis zum 14. September 2018 angesetzt. Unter allen Teilnehmern werden nach Abschluss der Studie zwei Kinogutscheine verlost.

Anmeldung zur Studie


Bei Interesse kontaktieren Sie die Koordinatorin der Studie unter Angabe von Geschlecht Alter, Größe, Gewicht und wenn möglich Telefonnummer per Mail (jana.mueller@nct-heidelberg.de), telefonisch (06221 56 35149) oder persönlich.

https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/news/Meldungen/Bilder/NCT_180122_9069.jpg Copyright: NCT Heidelberg / Philip Benjamin

Weitere Informationen
www.nct-heidelberg.de/pic


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Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
www.nct-heidelberg.de

Dr. Sibylle Kohlstädt
Kommunikation und Marketing
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42-2843
Fax: +49 6221 42-2968
E-Mail: s.kohlstaedt@dkfz.de
www.dkfz.de

Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum
und Medizinische Fakultät Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 67269120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5052
Fax: +49 6221 56-4544
E-Mail: doris.ruebsam-brodkorb@med.uni-heidelberg.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden.
Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum Heidelberg
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

ZNA - Rettungsstelle-KANZEL Augenklinik: Seitengleichen Gesichtsfeldausfall homonyme Hemianopsie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nach Studie bei Gesichtsfeldausfall: Kinder können wieder Tennis und Bowling spielen

Mediziner des Universitätsklinikums Tübingen veröffentlichen eine Studie mit Kindern, die unter Gesichtsfeldausfällen leiden. 

Durch ein Training lernen sie eine Strategie kennen, die es ihnen ermöglicht, ihr gesamtes Blickfeld zu erweitern, um somit besser zu sehen. 

Die Studie wurde im Fachmagazin PLOS ONE publiziert.  
  • Bei Kindern, die eine Schädigung der Sehbahn, zum Beispiel aufgrund von Tumorerkrankungen oder epilepsiechirurgischen Eingriffen, erlitten haben, kommt es zu seitengleichen Gesichtsfeldausfällen (homonyme Hemianopsie). 
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Schwerpunkt - Apotheken für Zytostatika

Vor beiden Augen fehlt dieselbe Hälfte des Gesichtsfelds.

Die Folge: 

Auf der Seite des Ausfalls können die betroffenen Kindern Gegenstände oder Personen nicht wahrnehmen; ihr Sehvermögen ist massiv eingeschränkt. 

Unfälle und eine Einschränkung der Lebensqualität sind die Folgen.

„Schätzungsweise sind in Deutschland jährlich mehrere hundert Kinder neu betroffen, weltweit sind es einige tausend“, sagt Stephan Küster von der Forschungseinheit für Visuelle Rehabilitation am Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen.

Die Tübinger Forscher führten nun erstmals eine Studie mit Kindern durch, die unter seitengleichen Gesichtsfeldausfällen leiden.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen nahmen sie an einem speziell konzipierten Computertraining für zuhause zur Rehabilitation ihres Gesichtsfeldausfalles teil.

Hierbei lernten sie spielerisch ihre Augenbewegungen im gesamten Blickfeld einzusetzen und damit den Gesichtsfeldausfall auszugleichen.

Die visuelle Rehabilitation verfolgt das Ziel, das Restsehvermögen zu optimieren. 


22 Kinder mit Gesichtsfeldausfall trainierten mit dem Programm sechs Wochen, zweimal täglich 15 Minuten, an fünf Tagen in der Woche.

Um Vergleichswerte für die Messungen zu erhalten, wurden ebenfalls 16 gesunde Kinder untersucht.

21 der 22 erkrankten Kinder zeigten eine Verbesserung der Suchzeiten während des Trainings.

Die Untersuchung der Augenbewegungen in der Klinik zeigte, dass die Kinder nach der Therapie deutlich öfter in ihre blinde Seite schauen als vor dem Training und dies mit größeren und effizienteren Augensuchbewegungen tun.


Die Kinder erlernten eine Strategie, wie sie schneller und effizienter suchen können.

„Wir haben gezeigt, dass die Strategie, die während des computergestützten Trainings entwickelt wurde, auch bei alltäglichen Aufgaben angewendet werden kann“, sagt Küster.

Einige Kinder berichteten, dass sie im Alltag nun viel besser zurechtkommen.

Ein Kind berichtete, dass es wieder Tennis spielen konnte, ein anderes Bowling.

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Forschungseinheit für Visuelle Rehabilitation,
Leitung Prof. Dr. med. S. Trauzettel-Klosinski,
Department für Augenheilkunde,
Universitätsklinikum Tübingen
Stephan Küster
Tel.: 07071 29-83701
E-Mail: Stephan.kuester@uni-tuebingen.de

Hoppe-Seyler-Str. 6
72076 Tübingen
Postfach 2668
72016 Tübingen
Deutschland
Baden-Württemberg

Bianca Hermle
Leiterin
Telefon: 07071 / 29 81032
E-Mail-Adresse: oeffentlichkeitsarbeit@med.uni-tuebingen.de

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0197285

Chronischer und aktuter Herzprobleme: Herz-Bildgebung: Herz-SPECT-Gerät

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg

Neues Gerät am Universitätsklinikum Freiburg liefert hochauflösende Bilder des Herzens / Sicherheit und Komfort für die Patienten deutlich erhöht / Einsatz in der Diagnostik chronischer und akuter Herzprobleme 

Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden.
Aufgrund seiner Bauweise können auch Patienten mit Platzangst problemlos im neuen Herz-SPECT untersucht werden. Universitätsklinikum Freiburg
 
Seit Kurzem setzt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg ein hochempfindliches Herz-SPECT-Gerät ein, wie es nur an wenigen Standorten in Deutschland verfügbar ist. 

In Baden-Württemberg ist es das erste Gerät seiner Art.

Damit lassen sich die Durchblutung und Kontraktion des Herzens deutlich schneller und präziser ermitteln. Eine Aufnahme dauert mit höchstens zehn Minuten weniger als halb so lange wie bei vergleichbaren Methoden. Das System soll zur Diagnose und Kontrolle chronischer Herzbeschwerden genutzt werden, ist aber aufgrund der schnell verfügbaren Ergebnisse auch bei neuen beziehungsweise akuten Beschwerden einsetzbar.

„Das neue Gerät verbessert die nicht-invasive Diagnostik von Patienten, bei denen Durchblutungsstörungen des Herzens vermutet werden oder bereits bekannt sind. Die Untersuchung ist signifikant schneller und bequemer und die Bildqualität wesentlich besser. Gleichzeitig können wir die benötigte Strahlendosis unter das Niveau der jährlichen natürlichen Strahlenexposition senken. Dadurch ist die Untersuchung mit dem neuen Gerät auch im Vergleich zu anderen Methoden wie Herzkatheter und Computertomografie schonender“, sagt Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Was ist eine Herz-SPECT-Untersuchung und wie funktioniert sie?

SPECT steht für „single-photon-emission computed tomography“ oder, im Deutschen, Einzelphotonentomographie.

  • Bei einer SPECT wird zunächst ein leicht radioaktiver Stoff in eine Armvene gespritzt, der sich schnell mit dem Blut im Körper verteilt. 
  • Je nach eingesetztem Stoff können bestimmte Körper- und Organfunktionen sichtbar gemacht werden. 

Mit der SPECT-Kamera wird die ausgesendete Strahlung erfasst und genutzt, um Schnittbilder zu erzeugen.

So lassen sich beispielsweise Knochen bei Tumorerkrankungen oder orthopädischen Problemen, Hirnfunktionen bei neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Erkrankung oder, im vorliegenden Fall, Durchblutungsstörungen des Herzens untersuchen.

Das am Universitätsklinikum Freiburg eingesetzte Gerät „Discovery NM 530c“ wurde für SPECT-Untersuchungen speziell des Herzen optimiert.

Das Gerät besitzt neunzehn unabhängige Kameras, die gleichzeitig aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen vom Herzen machen. 

Dank einer speziellen Halbleitertechnologie erfolgt dies deutlich sensitiver und schneller als mit konventionellen Systemen.

Zudem ist die Untersuchung in dem neuen, kompakteren System erheblich bequemer und auch für Patienten mit Platzangst problemlos möglich. 

Auch Umstände, unter denen andere Methoden nicht eingesetzt werden können, wie etwa Kontrastmittel-Allergie, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen oder Schrittmacher, stellen keine Hindernisse für das Verfahren dar.





Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen.
Mit dem neuen Herz-SPECT können Ärzte die Durchblutung des Herzens sehr gut untersuchen. Universitätsklinikum Freiburg 

Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg


Wann wird ein Herz-SPECT gemacht?

Mit einem Herz-SPECT können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels in Ruhe und unter körperlicher oder medikamentöser Belastung erkannt werden. 

Sie wird ergänzend oder alternativ zu invasiven Methoden wie einer Herzkatheter-Untersuchung oder anderen bildgebenden Verfahren genutzt.

Bei der Untersuchung werden auch die Kontraktions-Abläufe des Herzens erfasst, was wichtige Aufschlüsse über die Pumpleistung des Herzens liefert.

Bei Bedarf kann auch die Nervenversorgung des Herzmuskels untersucht werden.

„Wir freuen uns, diese Diagnostik nun schnell und einfach in Freiburg zur Verfügung zu haben. Sie stellt einen diagnostischen Zugewinn und eine große Erleichterung für viele unserer Patienten dar“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen.

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Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Dr. Philipp T. Meyer
Ärztlicher Direktor
Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-39160
philipp.meyer@uniklinik-freiburg.de

Benjamin Schoch-Waschow
Telefon: (0761) 270 - 19090
Fax: (0761) 270 - 19030
E-Mail-Adresse: benjamin.waschow@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://youtu.be/9ylJklTKznI Youtube-Video: Herzkrankheiten mit modernster SPECT-Bildgebung diagnostizieren

https://www.uniklinik-freiburg.de/nuklearmedizin.html Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg


Blutbildende Stammzellen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Genetische Landkarte markiert wichtige Schaltstellen in Blutstammzellen

Blutbildende Stammzellen können sich auch nach langer Zeit noch erneuern und teilen. 

Diese besonderen Eigenschaften werden von bestimmten Schaltstellen im Erbgut der Zellen reguliert. 

Wissenschaftlern vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg ist es nun gelungen, eine präzise Landkarte dieser aktiven, regulatorischen Regionen zu erstellen. 

Sie bietet eine wichtige Grundlage, um künftig die Steuerung dieser Zellen und damit auch die Entstehung von Blutkrebs besser zu verstehen. 

Die Ergebnisse sind am heutigen Donnerstag (5. Juli 2018) auf der Website des Fachmagazins „Cell Stem Cell“ (www.cell.com, DOI 10.1016/j.stem.2018.06.003) veröffentlicht worden. 

https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/nct-dresden/das-nct/newsroom/Bild_PM_Blutstammzellen_Virusintegration.jpg
BU: Retroviren integrieren sich an besonders aktiven Stellen im Erbgut. NCT-Wissenschaftler konnten so die Schaltstellen im Genom blutbildender Stammzellen ermitteln. Quelle: Peer Wünsche
 
Im Knochenmark bildet der Körper alle Blutzellen: Dort finden sich sogenannte Stammzellen, aus denen alle Formen der Blutkörperchen entstehen können. An der Spitze des Stammzellsystems stehen Langzeit-Stammzellen. Sie können sich nach Jahren noch selbst erneuern, sich teilen und in verschiedene Blutzellen ausdifferenzieren. Diese hoch komplexe Fähigkeit setzt eine exakte Regulierung aller Gene im Erbgut der Zellen voraus. Wissenschaftlern des NCT ist es nun gelungen, die hierfür verantwortlichen Schaltstellen im Erbgut der Langzeit-Stammzellen mit bislang unerreichter Genauigkeit zu kartieren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Wissenschaftler Daten aus einer gentherapeutischen Studie an Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom, die aufgrund eines Gen-Defekts an einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen, Blutungen und Krebserkrankungen leiden. Im Rahmen der Studie wurden Blut-Stammzellen der Patienten mithilfe so genannter Genfähren korrigiert, die Fremd-DNA in eine Empfängerzelle übertragen können. Als Genfähren dienten modifizierte Retroviren, die sich stabil ins Erbgut der Stammzellen integrieren. „Durch die Integration dieser Viren erhält jede Stammzelle einen unverwechselbaren genetischen Fingerabdruck, der automatisch an alle Tochterzellen weitergegeben wird. Anhand dieses Fingerabdrucks konnten wir über Jahre nachvollziehen, welche Blutzellen tatsächlich langfristig in der Lage waren, sich selbst zu erneuern und viele spezialisierte Blutzellen hervorzubringen“, sagt Hanno Glimm, geschäftsführender Direktor am NCT Dresden, der neben seiner dortigen Abteilung auch eine Forschungsgruppe am DKFZ in Heidelberg leitet.

Dies ermöglichte es den Wissenschaftlern, Langzeit-Stammzellen mit bislang unerreichter Genauigkeit zu identifizieren. Bislang wurden hierfür vor allem äußere Merkmale – spezifische Oberflächenmoleküle – herangezogen, die jedoch keine zweifelsfreie Identifikation zuließen. „Der eigentliche Clou der Retroviren besteht aber darin, dass sie sich bevorzugt in Enhancern im Erbgut ansiedeln, die zum Zeitpunkt der Virusintegration besonders aktiv sind. Enhancer sind Schaltstellen, die die besonderen Fähigkeiten der Zelle regulieren, indem sie dafür sorgen, dass bestimmte Gene verstärkt abgelesen werden“, erklärt Peer Wünsche vom DKFZ Heidelberg.

„Die Viren fungierten somit also nicht nur als genetischer Fingerabdruck, sondern auch als Wegweiser zu den wichtigen Schaltstellen im Stammzell-Erbgut.“

Über 3.000 solcher regulatorischer Regionen haben die Wissenschaftler bei ihren Analysen ermittelt. Forscher können die so entstandene Landkarte zukünftig als wichtige Orientierungshilfe nutzen, um die Blutbildung sowie die Ursachen von Blutkrebs auf genetischer Ebene besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.

Den NCT-Wissenschaftlern selbst gelang es mit Hilfe ihrer Genom-Karte bereits, zwei bisher in der Blutbildung unbeschriebene microRNAs zu ermitteln – kurze Abschriften der Erbsubstanz DNA, die für die frühe Blutbildung eine wichtige Rolle spielen dürften.

P. Wünsche, E. S. P. Eckert et al. (2018) Mapping Active Gene-regulatory Regions in Human Repopulating Long-term HSCs. Cell Stem Cell DOI 10.1016/j.stem.2018.06.003

Das NCT ist eine standortübergreifende Kooperation von Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) auf der einen Seite sowie von DKFZ, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinischer Fakultät der TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) auf der anderen Seite.

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Dr. Friederike Fellenberg
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 56-5930
Fax: +49 6221 56-5350
E-Mail: friederike.fellenberg@nct-heidelberg.de
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Dr. Anna Kraft
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden
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01307 Dresden
Tel.: +49 (0)351 458-5548
E-Mail: anna.kraft@nct-dresden.de
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Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Ziel des NCT ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Tumorambulanz ist das Herzstück des NCT. Hier profitieren die Patienten von einem individuellen Therapieplan, den fachübergreifende Expertenrunden, die sogenannten Tumorboards, zeitnah erstellen. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT ist somit eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung neuer Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik. Das NCT kooperiert mit Selbsthilfegruppen und unterstützt diese in ihrer Arbeit. In Dresden wird seit 2015 ein Partnerstandort des NCT Heidelberg aufgebaut.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden
Dresden ist seit 2015 neben Heidelberg der zweite Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Das NCT Dresden ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf. Das NCT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Damit können Krebspatienten in Dresden und Heidelberg auf dem jeweils neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler am NCT durch die Nähe von Labor und Klinik wichtige Impulse für ihre praxisnahe Forschung. Gemeinsamer Anspruch beider Standorte ist es, das NCT zu einem internationalen Spitzenzentrum der patientennahen Krebsforschung zu entwickeln. Die jährliche Förderung des NCT Dresden beläuft sich nach der Aufbauphase ab 2019 auf 15 Millionen Euro. Diesen Betrag bringen Bund und Freistaat Sachsen im Verhältnis 90 zu 10 Prozent auf. Für die Errichtung eines NCT-Neubaus stellt der Freistaat Sachsen zusätzlich 22 Millionen Euro bereit.

 

Zelluläre und angiogene Tumor-Dormanz: Tumorzellen ruhen nur vorübergehend

Medizin am Abend Berlin Fazit: Trügerischer Schlaf – auf der Spur ruhender Tumorzellen

Wissenschaft untersucht Dormanz-Mechanismen / Beobachtung des Wachstumsstillstands oder Aufwecken – zwei unterschiedliche Strategien in der Diskussion / Neueste Erkenntnisse auf der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (24.-26.5.2018) 

Frau Prof. Dr. rer. nat. Susanne Sebens, Institut für Experimentelle Tumorforschung, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Foto: ©S. Sebens 2017. Frau Prof. Dr. rer. nat. Susanne Sebens, Institut für Experimentelle Tumorforschung, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Foto: ©S. Sebens 2017. 
  • Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen können Phasen durchlaufen, in denen Tumorzellen im Körper vorhanden sind, aber keine sichtbare Neubildung von Tumoren feststellbar ist. 
Diesen Zustand bezeichnet die Wissenschaft mit dem englischen Begriff Dormancy oder dem vom Lateinischen abgeleiteten Dormanz. 


„Manche Tumoren ruhen über lange Zeit“, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Susanne Sebens, Direktorin am Institut für Experimentelle Tumorforschung in Kiel.

„Nach einer ersten erfolgreichen Therapie kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis es zu einem Rezidiv oder zur Bildung von Metastasen kommt.

Tumorzellen aus dem Ursprungstumor können dort verbleiben oder in andere Organe oder Körperregionen wandern.

Mit der Zeit verändern sie ihre biologischen Eigenschaften so weit, dass sie bösartiger werden, anfangen sich unbegrenzt zu teilen und zu einem sichtbaren Tumor auswachsen. 

Bei Brust- und Prostatakrebs sind zwischen 20 und 45 Prozent der Patienten von einem solchen Krankheitsverlauf betroffen.“


Die Forschung untersucht aktuell die Rahmenbedingungen von Dormanz und die Gründe, warum plötzlich wieder Tumorzellen gebildet werden, die sich vermehrt teilen bzw. Metastasen bilden.

Zelluläre und angiogene Dormanz


Zelluläre und angiogene Dormanz sind zwei der bekannten Mechanismen, die dafür sorgen, dass Tumorzellen vorübergehend ruhen. 
  • „Bei der zellulären Dormanz gehen einzelne Zellen in Wachstumsarrest und teilen sich nicht länger. 
„Hervorgerufen werden kann dieses reversible Ruhestadium zum Beispiel durch Faktoren wie Interferon-gamma, die von der Mikroumgebung freigesetzt werden“, erläutert die Biologin.
  • Bei der angiogenen Dormanz ist eine unzureichende Anzahl an Blutgefäßen vorhanden, um den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff für seinen Wachstumsprozess zu versorgen. 
„In der angiogenen Dormanz werden keine neuen Gefäße für die Versorgung ausgebildet, wodurch der Tumor in einer symptomlosen und klinisch nicht relevanten Größe verharrt“, sagt Prof. Sebens. 

 „Das Verhältnis zwischen gefäßbildenden und hemmenden Botenstoffen kann sich aber ändern, was dann zum Auswachsen des Tumors führt.“

Entzündliche Veränderungen spielen zentrale Rolle


Welche Faktoren den Wechsel vom Ruhestadium zu unbegrenztem, aggressivem Wachstum bedingen, muss weiter erforscht werden.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass entzündliche Veränderungen im Gewebe eine zentrale Rolle dabei spielen. 

Prof. Sebens: 
„Die Mikroumgebung des Tumors, also unter anderem das Vorhandensein spezieller Proteine oder spezifischer Zelltypen wie Fibroblasten, entscheidet auf vielfältige Weise darüber, wie sich Tumore entwickeln und ob ruhende Tumorzellen wieder ‚aufgeweckt‘ werden.“

Ruhende Tumorzellen können somit einerseits als Krebs ohne Erkrankung bezeichnet werden, stellen aber andererseits auch eine Gefahr für Rezidive oder Metastasenbildung dar.
Daher ist man sich noch nicht sicher, ob es therapeutisch vorteilhafter ist, ruhende Tumorzellen lediglich zu beobachten oder diesen Prozess zu unterbrechen.
„Tumor-Dormanz ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zellen nicht auf Chemotherapien ansprechen“, so die Kieler Biologin.
„Wenn der Prozess unterbrochen wird, also beispielsweise durch bestimmte Botenstoffe wie VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) oder Interleukin-6 das Zellwachstum angeregt wird, können möglicherweise Chemotherapien besser wirksam sein.
Noch fehlen aber klinische Daten, um hier Entscheidungen zum Wohl des Patienten zu treffen.“

Neueste Forschungsergebnisse und innovative Ansätze zum Thema Dormanz ist eine der Themen der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie vom 24. bis 26. Mai 2018 in Berlin.
Im Fokus des Kongresses stehen drei Themenschwerpunkte: Tumorevolution und -heterogenität, seltene Erkrankungen sowie digitale Medizin.
Weitere Informationen unter www.pathologie-kongress.com

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Umfrage Dauer - Tumorschmerz - onkologische Patienten mit Versorgungslücken

Medizin am Abend Berlin Fazit: „PraxisUmfrage Tumorschmerz“ zeigt Versorgungslücken bei onkologischen Patienten

Menschen mit Tumorerkrankungen sind schmerzmedizinisch zu einem beträchtlichen Teil unter- und fehlversorgt, sowohl bezüglich tumorbedingter Dauerschmerzen als auch hinsichtlich tumorbedingter Durchbruchschmerzen. 

Das belegen Ergebnisse einer groß angelegten Online-Befragung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. und der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V.
www.Praxisumfrage-Tumorschmerz.de unter mehreren tausend Betroffenen. 

"Die Auswertung deckt schmerzmedizinische Versorgungslücken auf, die alle Beteiligten zum Umdenken motivieren sollten“, erläuterte PD Dr. med. Michael A. Überall, Präsident der DSL, Vizepräsident der DGS, bei einem Pressegespräch in Mannheim. 
 
  • Bei Patienten mit einer Tumorerkrankung entwickeln sich im Laufe der Erkrankung häufig Dauer- und Durchbruchschmerzen. 
  • Diese treten in Abhängigkeit von Lokalisation, Tumorart, Tumorstadium und Metastasierungsgrad sowie individueller Disposition und psychosozialen Faktoren auf. 

Bisher lagen über Häufigkeit, Charakteristik, Intensität und Ausmaß tumorschmerz-bedingter Beeinträchtigungen sowie die medikamentöse Versorgung zu wenige Daten vor, um die aktuelle Versorgungsituation der onkologischen Patienten in Deutschland richtig einschätzen zu können.

Dabei sei eine effektive Schmerztherapie für die betroffenen Patienten eine wesentliche Voraussetzung, um am alltäglichen Leben mit einer befriedigenden Lebensqualität teilhaben zu können“, erläuterte PD Dr. med. Michael A. Überall in Mannheim.

Um Informationen über die schmerzmedizinische Versorgung und das Ausmaß schmerzbedingter Beeinträchtigungen auf Lebensqualität und Alltag der Betroffenen standardisiert erfassen zu können, startete die DGS gemeinsam mit der DSL Anfang des Jahres die „PraxisUmfrage Tumorschmerz“.

Bundesweit wurden Betroffene dazu aufgerufen, unter Verwendung eines standardisierten Online-Fragebogens Auskunft über ihre Schmerzen zu geben. Dieser basiert auf einem von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin entwickelten Patientenfragebogen, der bereits seit geraumer Zeit in schmerzmedizinischen Einrichtungen genutzt wird, um darauf aufbauend individualisierte und bedarfsorientierte schmerzmedizinische Behandlungskonzepte für Menschen mit tumorbedingten Schmerzen erstellen zu können.

Zu geringer Einsatz von stark-wirksamen Opioidanalgetika

Die Analyse der Daten zeigt, dass ein Großteil der Befragten (n=3.707) neben Dauerschmerzen zusätzlich unter akuten Schmerzattacken leidet.

Laut Überall könnten bei einem Drittel dieser Patienten (n=1.064) allein durch eine Optimierung der Dauerschmerztherapie (z. B. durch eine Dosisanpassung bei zu geringer Tagesdosis, Änderung von Einzeldosis und Dosierungsintervall bei „end-of-dose-failure“ oder Hinzunahme einer spezifischen Therapie mit Ko-Analgetika bei neuropathischen Schmerzen), die akuten Schmerzattacken vermieden werden.

Bei den übrigen Patienten (n=2.643) wäre aus Sicht der Schmerzmediziner eine spezifische Notfall- / Rescuetherapie sinnvoll – diese erhält aber weniger als ein Drittel der dafür eigentlich infrage kommenden Betroffenen (862 vs. 2.643 / 32,6 %) mit tumorbedingten Durchbruchschmerzen. Davon erhielten wiederum nur etwas mehr als ein Drittel (326 vs. 862 / 37,8 %) eine Therapie mit einem stark-wirksamen Opioidanalgetikum – dem nach Ansicht vieler Schmerzexperten einzig sinnvollen Therapiekonzept zur Behandlung dieser speziellen Schmerzform.

Schmerzen bei Tumorerkrankung werden verharmlost

Auch der Schmerz- und Palliativmediziner Dr. med. Johannes Horlemann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und Erstautor der DGS-PraxisLeitlinie „Tumorschmerz“ betonte: „Trotz umfangreicher Aufklärungsmaßnahmen, widmet sich im praktischen Alltag unverändert der Großteil der ärztlichen Bemühungen den onkologischen Therapieansätzen, während die viele Betroffene stark beeinträchtigenden Schmerzen als Folgeerscheinung der Tumorerkrankung verharmlost werden. Die damit einhergehenden Einschränkungen auf die Teilhabe am alltäglichen Leben bzw. die Lebensqualität der Patienten müssen sehr viel ernster genommen wer-den als wir das aktuell erleben.“

Aus Sicht des DSL-Präsidenten Überall „sollten in der Außendarstellung onkologischer Zentren und in den entsprechenden einrichtungsspezifischen Qualitätsberichten nicht nur direkte onkologische Parameter (wie z. B. Behandlungszahlen und 5-Jahresüberlebensquoten), sondern auch indirekte Qualitätsindikatoren (wie z. B. die Patientenzufriedenheit mit der schmerzmedizinischen Versorgung) aufgeführt und veröffentlicht werden. Nur so hätten auch die Betroffenen die Möglichkeit, eine für ihre spezifische Situation und ihre individuellen Bedürfnisse passende Behandlungseinrichtung auszuwählen.“ Die Ergebnisse müssen zum Anlass genommen werden, die schmerzmedizinische Ausbildung in den beteiligten Disziplinen stärker zu fokussieren und die Bedeutung einer suffizienten, individualisierten schmerzmedizinischen Versor-gung von Tumorpatienten mit Dauer- und Durchbruchschmerzen in Bezug auf Alltags-funktionalität und Lebensqualität noch stärker zu verdeutlichen – z. B. durch spezifische Fortbildungsveranstaltungen sowie die Implementierung versorgungsrelevanter Leitlinien, wie z. B. der DGS-PraxisLeitlinien zu Tumorschmerzen und tumorbedingten Durchbruchschmerzen.

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. ist mit rund 4.000 Mitglie-dern die größte Gesellschaft praktisch tätiger Schmerztherapeuten in Europa. Sie setzt sich für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chroni-schen Schmerzes ein. Bundesweit ist sie in rund 125 regionalen Schmerzzentren or-ganisiert, in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Obers-tes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Dies kann nur durch die Etablierung der Algesiologie in der Medizin er-reicht werden. Dazu gehört die Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin durch die Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und Wei-terbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen. Um die Bedürfnisse von Patienten noch besser zu verstehen, arbeitet die DGS eng mit der Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V. zusammen.

Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V.

Zur Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. gehören inzwischen mehr als 3.000 Mitglieder, die von spezifischen Informationsangeboten und individueller Beratung profitieren. Mehr als 80 regionale Selbsthilfegruppen bieten Patienten sogar konkrete Unterstüt-zung vor Ort. Auf Bundesebene engagiert sich der Verein darüber hinaus für die Rech-te von Betroffenen in Öffentlichkeit und Politik. Zudem hat die Patientenorganisation mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) einen starken ärztli-chen Partner an der Seite – mit dem Überblick über die aktuellsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schmerzmedizin.

Weiterführende Links: http://www.PraxisUmfrage-Tumorschmerz.de


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Nicole Zeuner Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

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Einladung zur Studie: Prostatakrebs - Prostatakarzinom

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

Interdisziplinäres Team an Universitätsklinikum Heidelberg und Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg entwickelt Gentest zur Unterscheidung verschiedener Prostatakarzinom-Typen / 

Test soll gezielte Behandlung von Patienten mit frühem Ausbruch und raschem Verlauf der Krankheit ermöglichen 

BRCA1 bei der Arbeit: Im blau eingefärbten Zellkern sind rot leuchtende BRCA1-Proteine zu sehen, die Doppelstrangbrüche im Erbgut reparieren. BRCA1 bei der Arbeit: Im blau eingefärbten Zellkern sind rot leuchtende BRCA1-Proteine zu sehen, die Doppelstrangbrüche im Erbgut reparieren. Universitätsklinikum Heidelberg
 
Im Rahmen einer klinischen Studie untersuchen Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg einen umfassenden Gentest, mit dem Prostatatumoren bestimmten genomischen Gruppen zugeordnet werden können.

Ziel ist es, mit Hilfe der erweiterten Diagnosemöglichkeiten zu ermitteln, ob bei den Krebszellen eine Mutation u.a. in den Genen BRCA1 oder BRCA2 auftritt. 
  • Insgesamt können die Wissenschaftler mit dem Test Tumorproben auf bis zu 37 Mutationen hin untersuchen, um weitere Informationen über den individuellen Krankheitsverlauf und Behandlungsoptionen zu erhalten.
Die BRCA1- und BRCA2-Gene codieren für sogenannte Tumorsuppressorproteine, die unter anderem Doppelstrangbrüche in der DNA reparieren. In Krebszellen mit Mutationen in diesen Genen kann geschädigtes Erbgut nur noch fehlerhaft repariert werden

„Bei Patienten mit Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 kommt es zu einem vergleichsweise frühen Ausbruch der Krankheit und einem sehr raschen, oft tödlichen Verlauf“, erklärt Prof. Dr. Stefan Duensing von der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg.
„Erste Behandlungen der betroffenen Patienten mit einem PARP-Hemmer konnten die Patienten zwar nicht heilen, aber ihre Lebensqualität deutlich verbessern.“

Prostatakrebs – so vielfältig wie Brustkrebs?
  • Bei Brustkrebs ist es mittlerweile üblich, dass die Patienten nach einer molekularbiologischen Untersuchung in verschiedene Gruppen eingeteilt werden, weil man weiß, dass ganz unterschiedliche Veränderungen im Genom für die Entstehung eines Tumors verantwortlich sein können. 
Eine Analyse dieser Mutationen gibt Hinweise auf den Verlauf der Krankheit und zeigt unterschiedliche Behandlungsoptionen auf. 

,Beim Prostatakrebs gab es dies bislang nicht – alle Patienten wurden in ähnlicher Weise behandelt.

„Im klinischen Alltag haben wir jedoch gesehen, dass die Patienten sich deutlich unterscheiden, wir hatten also schon lange einen Verdacht“, fasst Prof. Dr. Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Universitätsklinik zusammen.  
Bekannt war außerdem, dass in Familien, in denen vermehrt Brustkrebs auftritt, die Männer ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs tragen

  • Verantwortlich dafür ist häufig eine Mutation in den DNA-Reparaturgenen BRCA1 (BReast CAncer 1) oder BRCA2 (BReast CAncer 2).

In einem interdisziplinären Ansatz entwickelte das Team des molekularpathologischen Zentrums am Institut für Pathologie (Direktor: Prof. Dr. Peter Schirmacher) ein Testsystem, erprobten dies erfolgreich und untersuchten dann die ersten 50 Patienten – und wurden prompt fündig. „Betroffen sind häufig jüngere Patienten, die nicht auf die Standardtherapien mit Taxanen oder antihormonellen Substanzen ansprechen" sagt Prof. Dr. Stefan Duensing.

Umfassender Biomarkertest bei Prostatakarzinom

Mittlerweile wurde der Test deutlich erweitert: „Es ist uns gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Proben aus Biopsien oder Operationen auf 37 verschiedene Gene, die eine wesentliche Rolle in der DNA Reparatur spielen untersucht werden können – das ist ein sehr umfassender Biomarkertest für das Prostatakarzinom und funktioniert an Paraffin-eingebetteten und formalin-fixierten Proben, wie sie üblicherweise in der pathologischen Diagnostik verwendet werden,“ so Dr. Albrecht Stenzinger, der Leiter des molekularpathologischen Zentrums am Institut für Pathologie und sein Kollege Dr. Volker Endris. 

Um das Verfahren nun in der Praxis zu testen, suchen die Wissenschaftler Prostatakrebspatienten, die eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen: unter 50 Jahre alt, Auftreten von Brust- oder Prostatakrebs in der Familie, schlechtes Ansprechen auf Standardtherapien sowie schneller Rückfall nach zunächst erfolgreicher operativer Behandlung. 

Bestätigt sich bei dieser Untersuchung eine BRCA1/2-Mutation, gibt es eine neue Behandlungsoption mit sogenannten PARP-Hemmern: Poly(ADP-ribose)-Polymerase 1 (PARP-1) ist ein Enzym, das an der Reparatur von DNA-Brüchen beteiligt ist. 

Wird dieses Enzym medikamentös blockiert, kann die Krebszelle die häufig bei Zellteilungen auftretenden DNA-Brüche nicht mehr reparieren – sie stirbt ab. 

PARP-Hemmer können bei entsprechender Indikation von den Krankenkassen übernommen werden. 

Eine Entscheidung darüber, ob diese Therapie sinnvoll ist, trifft jedoch weiterhin der behandelnde Arzt. 

„Vermutlich werden wir mit diesem Werkzeug noch viele weitere Mutationen finden, für die es auch weitere Behandlungsoptionen wie beispielsweise eine Immuntherapie gibt. 

Allerdings sollten diese Therapien nur im Rahmen von Studien nach durchgeführt werden“, sagt PD Dr. Carsten Grüllich Leiter der Translationalen Uro-Onkologie vom NCT Heidelberg, der ebenfalls an der Studie beteiligt ist.

Prostatakrebs wird häufig erst entdeckt, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist Prostatakrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata). 

  • Nach Lungen- und Darmkrebs ist dies die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern. 

Pro Jahr werden bundesweit rund 63.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Problematisch ist, dass die Erkrankung im Frühstadium keine oder nur geringe Symptome zeigt, erst im fortgeschrittenen Stadium können Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Knochenschmerzen und Gewichtsverlust auftreten.

Kontakt für Patientenanfragen:

Patientenzentrum des NCT:
Tel.: +49 (0)6221 565924
Fax: +49 (0)6221 564757
E-Mail: nct.patientenzentrum@med.uni-heidelberg.de

Hotline der Urologischen Universitätsklinik:
Tel.: +49 (0)6221 5635711
Donnerstags 9:00 bis 16:00 Uhr



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Prof. Dr. med. Stefan Duensing
Sektion Molekulare Uroonkologie
Urologische Universitätsklinik
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 517
69120 Heidelberg
E-Mail: stefan.duensing@med.uni-heidelberg.de

Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Deutschland
Baden-Württemberg


Doris Rübsam-Brodkorb
Telefon: 06221565052
Fax: 06221564544
E-Mail-Adresse: doris.ruebsam-brodkorb@med.uni-heidelberg.de


Julia Bird
Telefon: 06221 564537
Fax: 06221 564544
E-Mail-Adresse: julia.bird@med.uni-heidelberg.de


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
www.klinikum-heidelberg.de

Bauchspeicheldrüsenkrebs/Pankereaskarzinom: Diagnose- und Therapieansätze

Medizin am Abend Berlin Fazit: Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forschungsgruppe erprobt erfolgreich neue Diagnose- und Therapieansätze

Noch vor zehn Jahren trat das Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) eher selten auf. 

Seither steigt die Anzahl der Krankheitsfälle stetig: 

Bis 2030 wird diese Krebsart die dritthäufigste Tumorerkrankung sein. 

Eine alarmierende Prognose, denn es handelt sich dabei um den Tumor mit der höchsten Sterblichkeitsrate. 

Prof. Dr. Margot Zöller, Leiterin der Arbeitsgruppe Tumorzellbiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, konnte nun, durch ihre von der Wilhelm Sander-Stiftung unterstützte Forschungsarbeit, Möglichkeiten einer verbesserten Diagnose sowie einer effektiveren Therapie aufzeigen. 
  • Im Zentrum stehen dabei Exosomen, die von Zellen abgegeben werden und sich im Organismus verteilen. 
Prof. Dr. Margot Zöller (© Universitätsklinikum Heidelberg)
Prof. Dr. Margot Zöller (© Universitätsklinikum Heidelberg)
 
Dass Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig tödlich endet, hat verschiedene Gründe:

Zum einen bildet das Pankreaskarzinom sehr schnell Tochtergeschwulste im gesamten Organismus. 

Zum anderen erfolgt die Diagnose des „Silent Killers“, wie der Bauchspeicheldrüsenkrebs auch bezeichnet wird, meist sehr spät, was vor allem daran liegt, dass zunächst kaum Symptome auftreten. 

Eine frühzeitige Diagnose ist jedoch gerade beim Bauchspeicheldrüsenkrebs überlebenswichtig: Nur wenn der Tumor frühzeitig erkannt wird, kann er chirurgisch entfernt werden – und ein chirurgischer Eingriff ist bislang die einzige Therapieform, die eine Chance auf Heilung verspricht. Demnach verwundert es nicht, dass weltweit viele Gruppen in der Krebsforschung nach Möglichkeiten suchen, das Pankreaskarzinom frühzeitig zu erkennen. Neben einer frühen Diagnose konzentriert sich die Forschung derzeit auch auf adjuvante Therapien, die die Überlebenszeit ohne Beeinträchtigung bei nicht-operablem Tumor verlängern.

Prof. Dr. Margot Zöller führte in den letzten fünf Jahren mit ihrem Team ein Forschungsprojekt durch, in dem sie sich auf Exosomen und deren mögliche Rolle als Diagnostikum und Therapeutikum des Pankreaskarzinoms konzentrierte. Exosomen sind kleine Vesikel, also innerhalb von Zellen gelegene sehr kleine rundliche bis ovale Bläschen, die von vielen Zellen und dabei besonders reichlich von Tumorzellen abgegeben werden. Die Arbeitsgruppe zeigte nun in ihrem Abschlussbericht für das von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt vielversprechende Ansätze sowohl für eine verbesserte Diagnose als auch für eine effektivere Therapie auf.

Diagnostik per Blutabnahme
Verantwortlich für das Wachstum des Tumors und die Bildung von Tochtergeschwüren in entfernt liegenden Organen sind die Tumorstammzellen – eine kleine Population von Zellen in der gesamten Tumormasse. Es gibt inzwischen überzeugende Hinweise, dass Tumorstammzellen dieses Wachstum mittels Exosomen anstoßen, die sich im gesamten Organismus verteilen und somit auch in allen Körperflüssigkeiten gefunden werden.

Darauf beruht die Hoffnung, dass Exosomen für eine frühe, gering invasive Diagnostik per Blutabnahme geeignet sind. Dies haben Prof. Dr. Margot Zöller und ihr Team als erste Forschungsgruppe für das Pankreaskarzinom untersucht. Dabei stellten sie fest, dass ein Panel an verschiedenen Markern eine Treffsicherheit von 100 Prozent aufweist, sehr frühe Stadien ausgenommen. Prof. Dr. Zöller geht davon aus, dass durch weitere methodische Verbesserungen in einigen Jahren eine Pankreaskarzinomdiagnose mittels Serumexosomen (Exosomen, die sich im Blut befinden) als Routineverfahren in Kliniken eingesetzt wird.

Aktivierung von „Killerzellen“ durch Exosomen – eine individualisierte Tumortherapie
Ebenso wie der diagnostische, ist auch der therapeutische Einsatz von Tumorexosomen noch in der Erprobungsphase. Prof. Dr. Margot Zöller und ihre Arbeitsgruppe untersuchten nun im Rahmen eines Mausmodells erstmalig, ob die Effektivität einer Chemotherapie erfolgreich durch eine Exosomen-basierte Immuntherapie unterstützt werden kann. Diese Therapie basiert auf der Aktivierung sogenannter, den Tumor zerstörenden „Killerzellen“, die vom Pankreaskarzinom, welches zahlreiche immunsuppressive Substanzen abgibt, behindert werden.

„Voraussetzung für die Aktivierung der Killerzellen ist, dass ihnen die Marker der Pankreaskarzinomzellen von sogenannten präsentierenden Zellen in geeigneter Form angeboten werden“, erläutert Prof. Dr. Zöller. Diese Präsentationszellen lassen sich aus dem Blut von Patienten gewinnen. Neu in dem von Prof. Dr. Zöller gewählten Ansatz ist die Beladung dieser Zellen mit Exosomen, die ebenso aus dem Blut des Patienten entnommen werden. Die darin enthaltenen Tumormarker eignen sich hervorragend zum Aktivieren der Killerzellen, wie die Arbeitsgruppe zeigen konnte: „Die mit den Exosomen beladenen Zellen werden dem Patienten zurückgegeben, wodurch die Killerzellen beginnen, gegen den Tumor anzukämpfen“, erklärt Prof. Dr. Zöller. Dieses Verfahren wird als „individualisierte Tumortherapie“ bezeichnet.

In Kombination mit einer in der Klinik häufig eingesetzten Chemotherapie konnte die Forschungsgruppe im Rahmen des Mausmodells eine Verdopplung der Überlebenszeit erzielen und die Entwicklung von Tochtergeschwülsten um 80 bis 90 Prozent verhindern.

Bei Einsatz der Kombination aus Chemo- und Immuntherapie nach Entfernung des Primärtumors war ein Teil der Tiere sogar geheilt. Prof. Dr. Zöller setzt sich derzeit für die klinische Erprobung dieses sehr vielversprechenden Ansatzes ein.

Referenzen
1. Madhavan B, Yue S, Galli U, Rana S, Gross W, Müller M, Giese NA, Kalthoff H, Becker T, Büchler MW, Zöller M. Combined evaluation of a panel of protein and miRNA serum-exosome biomarkers for pancreatic cancer diagnosis increases sensitivity and specificity. Int J Cancer 136:2616-2627, 2015.
2. Xiao L, Erb U, Zhao K, Hackert T, Zöller M. Efficacy of vaccination with tumor-exosome loaded dendritic cells combined with cytototxic drug treatment in pancreatic cancer. OncoImmunol, in press

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Prof. Dr. Margot Zöller
Universitätsklinikum Heidelberg
Tumorzellbiologie
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Tel.: 06221/56-5147 Fax.: 06221/56-6402
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Fax: +49 (89) 54418720
E-Mail-Adresse: vorstand@sanst.de



Die Wilhelm Sander-Stiftung hat dieses von Prof. Dr. Margot Zöller ins Leben gerufene Forschungsprojekt mit rund 214.000 Euro unterstützt.
Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 220 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Damit ist die Wilhelm Sander-Stiftung eine der bedeutendsten privaten Forschungsstiftungen im deutschen Raum. Sie ging aus dem Nachlass des gleichnamigen bayerischen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Entstehen von Knochenmetastasen - Prävention und Therapie + Vitamin A

Medizin am Abend Berlin Fazit: Knochenmetastasen verstehen – Ansätze zur besseren Diagnose und Therapie

In den kommenden drei Jahren fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein überregional konzipiertes Netzwerk aus Tumor- und Knochenforschern. 

Deren Ziel ist es, die Entstehung von Knochenmetastasen besser zu verstehen. 

In diesem Schwerpunktprogramm unter Koordination der Hochschulmedizin Dresden sollen Schlüsselmechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumoren und die sich anschließende Kommunikation zwischen den Zellen aufgeklärt werden.

Das Ziel ist: neue Ansätze zur Prävention und Therapie von Knochenmetastasen zu finden. Dazu stehen den Wissenschaftlern künftig insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. 
 Prof. Lorenz Hofbauer Prof. Dr. med. Lorenz Hofbauer, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. © Thomas Albrecht, UKD.


„Es ist allzu oft Realität, dass wir Patientinnen und Patienten in unserer Sprechstunde sehen, die ihre Tumorerkrankung bereits vor Jahren beziehungsweise Jahrzehnten erfolgreich besiegt haben.

Dann kommt es plötzlich, die Krankheit ist fast schon vergessen, zu Knochenmetastasen, also der Tumor hat gestreut, ist herangewachsen und hat den Knochen zumindest teilweise zerstört“, sagt Professor Lorenz Hofbauer, Knochenspezialist und Leiter des UniversitätsCentrums für Gesundes Altern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. 
  • Besonders betroffen sind Patientinnen und Patienten mit den beiden häufigsten Tumorerkrankungen von Mann und Frau. 
  • Brustkrebserkrankungen und auch das Prostatakarzinom metastasieren bevorzugt in den Knochen. 
„Die Diagnose kommt dann nach zehn bis fünfzehn Jahren – ein Schock.“

Genau diese Situation ist für den Arzt Professor Hofbauer die Motivation, sich schon viele Jahre mit dem Phänomen der Knochenmetastasen zu beschäftigen.
Knochenmetastasen sind eine schwerwiegende Spätkomplikation vieler Tumorerkrankungen. Schon zu Beginn der Erkrankung siedeln sich vereinzelte zirkulierende Krebszellen (circulating tumor cells; CTC) im Knochenmark an, wo sie sich erst nach Jahren zu Metastasen entwickeln.
Bislang sind die Aussichten einer Heilung sehr gering. 
  • Denn wenn eine Knochenmetastase erkannt wird, ist das immer ein Zeichen dafür, dass der Tumor schon fortgeschritten ist. 
  • Das heißt, die Betroffenen haben eine hohe Tumorlast – viele Tumorzellen, die sich eben auch schon im Knochen angesiedelt haben. 
„Natürlich gibt es Möglichkeiten der Behandlung”, sagt Lorenz Hofbauer, “man kann operieren, man kann eine Chemotherapie durchführen, auch eine Strahlentherapie.

Es gibt auch Medikamente.

Aber es ist tatsächlich so, dass bei Knochenmetastasen weniger von einer Heilung gesprochen wird, der Fokus ist hin zur Linderung verschoben.”

Denn hat der Tumor in den Knochen gestreut, dann haben die Tumorzellen bereits zu einem Ungleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau und so zu einer massiven Zerstörung geführt.
Die Herausforderung für die Wissenschaftler um Professor Hofbauer ist es, jetzt schneller zu sein als die Tumorzellen und die Mechanismen zu verstehen, warum diese Zellen sich über Jahre verstecken können, bis sie einen Teilungsimpuls bekommen.

„Wir gehen davon aus, dass hormonelle Veränderungen, ein Vitamin D Mangel oder genetische Ursachen ursächlich sein könnten und eine Informationskaskade in Gang setzen“, sagt Professor Hofbauer.

Ein Aspekt, den die Wissenschaftler derzeit schon untersuchen. In den nächsten Jahren geht es auch darum, dass man Antworten auf weitere Fragen findet:  

Warum metastasieren ausgerechnet Brust- und Prostatakrebszellen in den Knochen? 

Wie schaffen es die Zellen, sich unbemerkt vom Immunsystem zu verstecken? 

Welche Informationen sind erforderlich, damit sich Tumorzellen in der Zirkulation maximal anpassen können? 

Wie schaffen sie es, auch unter Sauerstoffmangel zu überleben?  

Wie finden die Zellen im Körper überhaupt den Knochen und damit wohl eines der besten Verstecke vor einer Chemotherapie? 

Was versetzte sie in eine Art Winterschlaf und was weckt sie auf?

Damit diese Fragen beantwortet werden können, haben Tumor- und Knochenforscher aus Hamburg, Lübeck, Erlangen und Würzburg die µBone-Initiative ins Leben gerufen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft würdigt das große translationale Potenzial des Konsortiums mit einer Bewilligung des Forschungsvorhabens.

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Prof. Dr. Lorenz Hofbauer
Bereich Endokrinologie, Diabetes und Knochenerkrankungen
Medizinische Klinik 3
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
Email: theresa.reiche@uniklinikum-dresden.de
Tel.: 0351-458 3173

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Deutschland
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Medizin am Abend FolgeFazit:  Vitamin A-Mangel beeinträchtigt Blutstammzellen

Fehlt es dem Körper an Vitamin A, so wird das blutbildende System im Knochenmark in Mitleidenschaft gezogen. 

Denn durch den Mangel gehen wichtige Blutstammzellen verloren, wie Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Heidelberger Stammzellinstitut HI-STEM in der neusten Ausgabe der Zeitschrift CELL veröffentlichen.

Dabei handelt es sich um schlafende Stammzellen, die nur im Notfall – etwa bei massivem Blutverlust oder Infektionen – aktiv werden. 

Die Erkenntnisse dienen nicht nur dem besseren Verständnis des Reifungsprozesses von Blutzellen. 

Sie eröffnen auch neue Perspektiven für die Krebstherapie. 
 
Viele spezialisierte Zellen, so etwa in der Haut, im Darm oder im Blut, überleben nur wenige Tage. Ein ständiger Nachschub an diesen Zellen ist daher unerlässlich. Die Quelle dafür bilden wenige adulte Stammzellen, die sich lebenslang teilen. Darüber hinaus existiert im Knochenmark noch eine Gruppe ganz besonderer Stammzellen, wie das Team von Andreas Trumpp, Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum und Direktor des HI-STEM gGmbH bereits im Jahr 2008 erkannt hat.  

Sie verbringt die meiste Zeit des Lebens in einer Art Schlafzustand und wird nur in Notfällen aktiv, etwa bei bakteriellen oder viralen Infektionen, massivem Blutverlust oder nach einer Chemotherapie.
Nach getaner Arbeit versetzt der Körper seine potentesten Stammzellen wieder in den Ruhezustand. Das schützt sie vor gefährlichen Mutationen, die zu Leukämien führen können, vermuten die Wissenschaftler.

Über welche Mechanismen diese speziellen Stammzellen aktiv werden beziehungsweise sich nach getaner Arbeit wieder in den Schlaf versetzen, war bislang unklar. Als einen entscheidenden Faktor haben die Wissenschaftler nun Retinsäure identifiziert, einen Vitamin-A-Abkömmling. Fehlt die Substanz, können aktive Stammzellen nicht mehr zurück in die Schlafphase und reifen stattdessen zu spezialisierten Blutzellen heran. Als Reservoir gehen sie dadurch verloren. Das beweisen Untersuchungen mit speziell gezüchteten Mäusen, deren schlafende Stammzellen grün fluoreszieren.

„Füttern wir diese Mäuse über längere Zeit mit einer Vitamin-A-freien Diät, führt dies zum Verlust der Stammzellen“, sagt Nina Cabezas-Wallscheid, Erstautorin der Arbeit. „Damit können wir erstmals belegen, dass Vitamin A einen direkten Einfluss auf Blutstammzellen hat.“

Diese Erkenntnis trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis der Entwicklung von Blutzellen bei. Sie wirft auch ein neues Licht auf frühere Studien, die belegen, dass ein Vitamin-A Mangel das Immunsystem beeinträchtigt. „Das zeigt wie lebenswichtig es ist, Vitamin A über eine ausgewogene Ernährung zuzuführen“, betont Cabezas-Wallscheid. 

Der Körper kann den Vitalstoff nicht selbst herstellen.

Die Wissenschaftler erhoffen sich aber auch neue Perspektiven für die Krebstherapie.

Denn vermutlich verharren nicht nur gesunde Stammzellen, sondern auch Krebsstammzellen in solch einem Ruhezustand. Dann ist ihr gesamter Stoffwechsel nahezu abgeschaltet, was sie unempfindlich macht gegenüber Chemotherapien. „Wenn wir im Detail verstanden haben, wie das Vitamin A beziehungsweise die Retinsäure dazu beiträgt, normale und bösartige Stammzellen in den Schlaf zu schicken, können wir versuchen den Spieß umzudrehen“, erklärt Trumpp. „Gelänge es, Krebsstammzellen kurzzeitig gezielt in einen aktiven Zustand zu bringen, könnte man sie damit zugänglich machen für moderne Therapien.“

Darüber hinaus haben die Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen vom European Bioinformatics Institute in Cambridge dank genomweiter Analysen von hunderten von Einzelzellen entdeckt, dass der Übergang von schlafenden zu aktiven Stammzellen und dann weiter zu Vorläuferzellen kontinuierlich und für jede Zelle individuell verschieden abläuft. Bisher ging man davon aus, dass nach einem festen Entwicklungsschema schrittweise bestimmte Zelltypen entstehen. Diese Erkenntnis revolutioniert die bisherige Vorstellung davon, wie Zelldifferenzierung im Körper abläuft.

Das Heidelberger Stammzellinstitut HI-STEM gGmbH ist eine Partnerschaft des DKFZ und der Dietmar Hopp Stiftung.

Nina Cabezas-Wallscheid, Florian Büttner, Pia Sommerkamp, Daniel Klimmeck, Luisa Ladel, Frederic B. Thalheimer, Daniel Pastor-Flores, Leticia P. Roma, Simon Renders, Petra Zeisberger, Adriana Przybylla, Katharina Schönberger, Roberta Scognamiglio, Sandro Altamura, Carolina M. Florian, Malak Fawaz, Dominik Vonficht, Melania Tesio, Paul Collier, Dinko Pavlinik, Hartmut Geiger, Timm Schroeder, Vladimir Benes, Tobias P Dick, Michael Rieger, Oliver Stegle und Andreas Trumpp: Vitamin A/ Retinoic Acid Signaling Regulates Hematopoietic Stem Cell Dormancy. CELL 2017, DOI: 10.1016/j.cell.2017.04.018

Vitamin A, das in Lebensmitteln wie Karotten, Brokkoli oder Fisch enthalten ist, reguliert die Blutstammzellen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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