Herz-Kreislauf-Stillstände werden häufig mit Notfällen außerhalb des Krankenhauses in Verbindung gebracht. Doch auch innerhalb von Kliniken stellen sie eine besondere Herausforderung dar. Im Rahmen der Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche 2026 haben Fachleute den Blick erstmals auf diesen sensiblen Bereich gelenkt – und klares Verbesserungspotenzial erkannt. Nach aktuellen Hochrechnungen des Deutschen Reanimationsregisters, die im Rahmen der Gespräche vorgestellt wurden, kommt es jährlich zu rund 28.000 bis 38.000 Herz-Kreislauf-Stillständen im Krankenhaus. Gemeint sind dabei vor allem Ereignisse außerhalb hochüberwachter Bereiche wie Operationssaal oder Intensivstation. Besonders häufig treten sie auf Normalstationen oder in öffentlich zugänglichen Bereichen auf – also dort, wo Patientinnen und Patienten nicht kontinuierlich überwacht werden. |
Pro Bono - CHEFÄRZTLICHE - OA- FACHÄRZTLICHE SPRECHSTUNDEN / VISITEN / UNTERSUCHER/KGP STUDIEN KOLLEG / Frühe Fallfindung - : Advence Care Planning // Patientenzentriert denken, organisieren und handeln Patienten + Mediziner + Medizinische Einsatz-Team (MET): Behandlungsvertrag mit Veränderbarkeit: "Fit for the Aged": Ändern–Verändern– Medizinisches Wissenziel 2026: Wissen teilen, Gesundheit stärken MaAB/DGK/NAKO/BAGPH/ASB/VDK/Ver.di/ www.KORRESPONDENTEN.com + www.DIPLO.NEWS
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Lebensbedrohlichen peripartalen Herzschwäche (PPCM)
MHH-Forschende haben den Signalweg entschlüsselt, der die Fortbewegung der Mitochondrien in den Zellen während der Herzentwicklung steuert.
Unser Herz schlägt etwa 100.000-mal am Tag – und das ein Leben lang. Die Energie für diese Leistung zieht es aus den Mitochondrien. Als „Kraftwerke der Zellen“ produzieren sie 95 Prozent des Adenosintriphosphats (ATP), der wichtigsten Energiewährung im Körper.
Sind die Mitochondrien beeinträchtigt und können nicht richtig arbeiten, fehlt den Herzmuskelzellen die Kraft, um genügend Blut, Sauerstoff und Nährstoffe in den Körper zu pumpen. Aufgrund seines hohen Energiebedarfs besitzt das Herz die höchste Mitochondriendichte aller Organe, etwa ein Drittel des Zellvolumens. Während der Herzentwicklung wandern die Mitochondrien zu den sogenannten Sarkomeren. Diese kleinsten Bauteile der Muskelzelle ermöglichen Anspannung und benötigen hierfür Energie.
Wie die Mitochondrien den Weg zu den Sarkomeren finden, haben Forschende um Privatdozent (PD) Dr. Christian Riehle, Leiter der Arbeitsgruppe Myokardiale Energetik an der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), und Klinikdirektor Prof. Dr. Johann Bauersachs jetzt herausgefunden.
Sie haben nachgewiesen, dass die Fortbewegung der Mitochondrien innerhalb der Herzmuskelzellen durch sogenannte RHOT-Proteine gesteuert wird.
Dieser Vorgang spielt eine Schlüsselrolle, wenn das Herz wächst und besonders belastet ist.
Das geschieht möglicherweise ebenso beim Leistungssport, aber auch bei krankheitsbedingten Umbauvorgängen im Herzmuskel, etwa nach einem Herzinfarkt.
Daher sind RHOT-Proteine ein vielversprechender neuer Ansatz für die Behandlung einer Herzschwäche. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „Circulation Research“ veröffentlicht worden.
Ohne RHOT kann sich das Herz nicht entwickeln
Auf die Proteine ist das Wissenschaftsteam über eine bioinformatische Genanalyse gestoßen. „Wir haben gesehen, dass sehr viel RHOT1 und RHOT2 im Herzen gebildet wird“, sagt PD Dr. Riehle. Die Funktion der Proteine war im Herzen bis dahin weitestgehend unbekannt. „Ihre große Menge war für uns jedoch ein klarer Hinweis, dass sie für einen Schlüsselmechanismus verantwortlich sein müssen.“ Den biologischen Signalweg haben die Forschenden dann im Mausmodell untersucht. „Wir haben die beiden Proteine RHOT1 und RHOT2 in den Herzmuskelzellen während der Embryonalentwicklung ausgeschaltet“, erklärt Dr. Natali Froese, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe und Erstautorin der Studie. „In der Folge sind die Mitochondrien nicht zu den Sarkomeren gewandert, sondern haben sich um den Zellkern herum zusammengeklumpt.“ Weil die Mitochondrien sich nun nicht mehr mit den Muskelfaserproteinen verbinden konnten, fehlte den Sarkomeren die Energie für ihre Weiterentwicklung und es kam zu Herzschwäche mit Herzversagen.
Auch bei gesteigerter Arbeitslast wichtig
Auch in erwachsenen Mäusen schalteten die Forschenden RHOT1 und RHOT2 aus. Hier hatte der Ausfall der molekularen Schalter jedoch nicht dieselbe tödliche Auswirkung. Obwohl die Beweglichkeit der Mitochondrien ebenso eingeschränkt war, blieb die ATP-Produktion an den Sarkomeren erhalten. „Das bedeutet, dass die Mitochondrien in reifen Herzmuskelzellen bereits am Ort ihrer Bestimmung sind“, erklärt PD Dr. Riehle. Die Wanderung hin zu den Sarkomeren findet also schon während der Embryonalentwicklung statt. Die zweite Erkenntnis aus der Studie lautet: Die RHOT-Proteine spielen möglicherweise auch eine wichtige Rolle bei gesteigerter Arbeitslast des Herzens – etwa nach einem Herzinfarkt, wenn das abgestorbene Herzmuskelgewebe durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt wird und die verbleibenden Herzmuskelzellen den Ausfall ausgleichen müssen.
„In diesem Zusammenhang stellen RHOT-Proteine einen attraktiven therapeutischen Ansatzpunkt dar“, erklärt PD Dr. Riehle. Eine Möglichkeit wäre, die Aktivität der RHOT-Proteine zu steigern, damit der Herzmuskelzelle mehr Energie zur Verfügung steht. Denkbar sei hierbei ein gentherapeutischer Ansatz.
Möglicher Therapieansatz bei PPCM
Eine höhere Belastung der Herzmuskelzellen entsteht auch während der Schwangerschaft. Der Herzmuskel vergrößert sich dann um bis zu 30 Prozent.
Das ist völlig normal, kann aber in Ausnahmefällen zu einer lebensbedrohlichen peripartalen Herzschwäche (PPCM) führen.
Diese Erkrankung kann bei zuvor herzgesunden Frauen wenige Wochen vor oder nach der Geburt eines Kindes auftreten und binnen kurzer Zeit zu schwerem Herzversagen und sogar zum Tode führen
„Unsere Klinik ist das europaweit führende PPCM-Zentrum mit einer Spezialambulanz, die Patientinnen in einem multiprofessionellen Team betreut“, betont Professor Bauersachs.
Die Erkrankung wird in der Klinik nicht nur behandelt, sondern ist auch einer ihrer Forschungsschwerpunkte. „Die RHOT-Proteine könnten auch hier einen Therapieansatz bieten, um die Herzmuskelzellen von Schwangeren zu entlasten und das Herz schützen“, hofft der Klinikdirektor.
MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Privatdozent Dr. Christian Riehle,
riehle.christian@mh-hannover.de
Originalpublikation:
Die Originalarbeit „RHOT Proteins Link Mitochondrial Motility to Cardiomyocyte Sarcomere Maturation“ finden Sie unter: https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIRCRESAHA.125.327297
Immunmechanismen zwischen allergischen Erkrankungen und krebsrelevanten Immunwegen
Eine aktuelle europäische Studie unter Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchte mögliche gemeinsame Immunmechanismen zwischen allergischen Erkrankungen und krebsrelevanten Immunwegen. Während Monozyten und Makrophagen im Zusammenhang mit Krebs bereits umfassend erforscht wurden, ist ihre Rolle bei allergischen Erkrankungen bislang noch wenig verstanden.
Die Studie trägt zusammen mit der neu entwickelten Forschungsplattform ALO•HA dazu bei, diese seit langem bestehende Lücke in der Allergieforschung zu adressieren.
Die Forschungsarbeit liefert eine strukturierte Charakterisierung der molekularen Signaturen und funktionellen Signalwege humaner Monozyten und Makrophagen in allergischen Immunantworten und stützt sich dabei ausschließlich auf Evidenz aus Humanstudien und nicht auf Tiermodelle oder Zelllinien. Die genauere Charakterisierung dieser zentralen Immunzellen beim Menschen schafft eine solidere Grundlage für den Vergleich mit Immunantworten bei Tieren und liefert neue Erkenntnisse für eine One-Health-orientierte Immunologie.
ALO•HA – neue Plattform zur interaktiven Erforschung molekularer Zusammenhänge
Konkret hilft die Identifizierung gemeinsamer molekularer Signaturen und immunbezogener Signalwege über wesentliche menschliche allergische Erkrankungen hinweg, besser zu verstehen, wie Monozyten und Makrophagen zu allergischen Entzündungen beitragen. „Um diese Ergebnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich zu machen, haben wir im Rahmen der Studie zudem ALO•HA (Allergy Linking Oncology Human Analyses) entwickelt – eine interaktive Webplattform, die es Forschenden ermöglicht, Moleküle, Erkrankungen, Probenquellen und Trends zu untersuchen und neue molekulare Zusammenhänge aufzudecken“, erklärt Studienerstautor Rodolfo Bianchini vom Klinischen Zentrum für Pferde der Vetmeduni.
Makrophagen als möglicher Ansatzpunkt für zukünftige Krebstherapien
Die Studie liefert zudem eine Grundlage, um zu untersuchen, wie allergieassoziierte Monozyten- und Makrophagensignaturen mit für Krebs relevanten Immunwegen zusammenhängen könnten. Daraus ergeben sich laut Bianchini neue Forschungsansätze, die langfristig zu zukünftigen therapeutischen Strategien beitragen könnten: „Unsere Arbeit rückt Makrophagen als potenzielle Instrumente der Immunmodulation in den Fokus und eröffnet weitere Chancen für die translationale Forschung und letztlich für die Versorgung von Patient:innen.“
Studie destilliert tausende wissenschaftliche Arbeiten
Die breit angelegte Review-Studie wurde in mehreren Schritten durchgeführt. Eine automatisierte Suche in den Datenbanken PubMed und Web of Science identifizierte zunächst 4.668 Artikel. Diese wurden anschließend anhand vordefinierter Ein- und Ausschlusskriterien manuell kuratiert, woraus sich 138 geeignete Studien ergaben. „Daraus identifizierten wir 451 Moleküle, die mit Monozyten- und Makrophagenreaktionen bei allergischen Erkrankungen assoziiert sind. Unsere Analysen zeigten zudem eine Forschungsverzerrung hin zu aus dem Blut stammenden Monozyten, eine Unterrepräsentation gewebsresidenter Makrophagen sowie eine begrenzte Einbeziehung von MicroRNAs“, so Bianchini.
Die Studie wurde von der MacTooL Task Force (Macrophage Role in Allergy and Cancer: Novel Therapeutic Opportunities Task Force) der EAACI (European Academy of Allergy and Clinical Immunology) innerhalb der AllergoOncology Working Group durchgeführt. Die EAACI ist Europas führender Fachverband für Allergologie und klinische Immunologie. Sie vereint Kliniker:innen, Veterinärmediziner:innen, Forschende sowie Angehörige der Gesundheitsberufe, die sich der Verbesserung der Diagnose und Behandlung allergischer und klinisch-immunologischer Erkrankungen bei Menschen und Tieren widmen – mit mehr als 18.430 Mitgliedern aus 142 Ländern und über 54 nationalen Allergiegesellschaften.
Zur Plattform:
https://rebollidorioslab.shinyapps.io/aloha/
MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Rodolfo Bianchini, PhD
Klinisches Zentrum für Pferde
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
rodolfo.bianchini@vetmeduni.ac.at
Originalpublikation:
Der Artikel „Molecular Signatures and Functional Pathways of Human Monocytes and Macrophages in Allergy: An EAACI AllergoOncology Scoping Review“ von Rodolfo Bianchini et al. ist in Allergy erschienen. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/
StudienHelfer-Programm
Ehemalige Patientinnen und Patienten können ihre Erfahrung in die Krebsforschung einbringen, Kursanmeldung bis zum 10. April möglich.
https://www.ccc-niedersachsen.eu/studienhelfer bei Inka Burow bei Dr. Sarah Knippenberg, |

