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Gewichtsreduktion: Funktion und Regulation brauner Fettzellen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Braune Fettzellen zum Abnehmen

Starkes Übergewicht führt in den meisten Fällen zu Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. 

Eine Reduzierung des Übergewichtes ist aus diesem Grund die beste Möglichkeit um weitere Krankheiten zu vermeiden. 

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln, der Medizinischen Universität in Wien und der Syddansk Universität in Odense, Dänemark forschen an der Funktion und Regulation brauner Fettzellen, da diese sehr viel Kalorien verbrennen und somit als körpereigene Zellen bestens für Therapiemöglichkeiten zur Gewichtsreduktion in Frage kommen. 

 Die lange, nicht-kodierende RNA H19 beeinflusst die Ausbildung und Funktion brauner Fettzellen. Bild: braunes Fettgewebe.
 Die lange, nicht-kodierende RNA H19 beeinflusst die Ausbildung und Funktion brauner Fettzellen. Bild: braunes Fettgewebe. © Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung
 
  • Bei Menschen und Säugetiere unterscheidet man generell zwischen zumindest zwei verschiedenen Fettdepottypen, dem weißen und dem braunen Fettgewebe. 

Ersteres kommt im menschlichen Körper viel häufiger vor, speichert Fett, und befindet sich vorzugsweise in den allgemein bekannten Polstern an Bauch, Gesäß und Oberschenkeln.

Bei erhöhtem Energiebedarf kann der Körper auf diese Depots zurückgreifen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Gesundheitsfolgen durch Fracking  

Braunes Fett hingegen verbrennt Energie unter Freisetzung von Wärme, weswegen Babys auch folglich viel davon haben. 
  • Nach dem Neugeborenenalter sowie bei Übergewicht nimmt die Anzahl dieser Zellen allerdings stetig ab.
„Das braune Fettgewebe wurde als Möglichkeit identifiziert beim Abnehmen zu helfen, weil es große Mengen an Kalorien verbrennen kann“ erklärt Elena Schmidt, die als Doktorandin in der Forschungsgruppe von Jan-Wilhelm Kornfeld in Köln arbeitet.

  • Alleine 40-50 g braune Fettzellen könnten 20% mehr Kalorien verbrennen. 
  • Deshalb stelle eine Aktivierung der braunen Fettzellen eine neuartige Möglichkeit dar um abzunehmen.
  • Eine Wiederaktivierung des braunen Fettgewebes kann durch Kälte oder Medikamente eingeleitet werden. 

Diese Medikamente sind allerdings selten spezifisch für das Gewebe oder weisen starke Nebenwirkungen auf.

Schmidt und Kornfeld, sowie die Arbeitsgruppe von Martin Bilban vom Klinischen Institut für Labormedizin der Medizinischen Universität in Wien, haben sich aus diesem Grund auf einen bislang wenig erforschten Aspekt in braunen Fettzellen konzentriert. Sogenannte lange, nicht-kodierende RNAs (LncRNAs), wurden erst kürzlich entdeckt und agieren in den Zellen sehr gewebespezifisch, wodurch sie ein großes Potential als Kandidaten für Therapieansätze haben.

Sie fanden eine LncRNAs, H19, die eine wichtige Rolle bei der Ausbildung und Funktion der braunen Fettzellen übernimmt. 

Die Wissenschaftler konnten an Mäusen darstellen, dass eine hohe Aktivität von H19 die Tiere vor der Entwicklung von Übergewicht schützte. 

„Wir waren überrascht zu sehen, dass die Tiere mit hoher H19 Aktivität selbst mit einer fettreichen Ernährung kaum stärker zunahmen als ihre gesunden Artgenossen“ berichtet Bilban.

Darüber hinaus entdeckten die Forscher noch eine weitere Besonderheit. 

H19 kontrolliert eine sehr seltene Klasse von Genen, die im Gegensatz zu den meisten Genen im Menschen und der Maus nur von einem Elternteil (d.h. entweder der Mutter oder dem Vater) vererbt werden. 

  • „Ein Resultat unserer Forschung war, dass wir beobachten konnten, dass väterliche Gene eher zu Fettleibigkeit führen, während ihre mütterlichen Gegenspieler dafür sorgen, dass die Nachkommen schlank bleiben“ erklärt Kornfeld und fügt hinzu: 

„Wir glauben hier einem grundsätzlichen Mechanismus auf der Spur zu sein, bei dem Gene des Vaters und der Mutter eine Art Tauziehen im Erbgut der Nachkommen austragen. 

Unsere Arbeit fängt hier jetzt erst an!“  Braune Fettzellen zum Abnehmen


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Dr. Jan-Wilhelm Kornfeld
Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung
Tel: +49(0)221 4726 226
E-Mail: jan-wilhelm.kornfeld@sf.mpg.de

Gleueler Straße 50
50866 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: info@sf.mpg.de

Dr. Maren Berghoff
Telefon: 022137970207
E-Mail-Adresse: maren.berghoff@sf.mpg.de

Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Dr. Annegret Burkert


Originalpublikation:
Schmidt E, Dhaouadi I, Gaziano I, Oliverio M, Klemm P, Awazawa M, Mitterer G, Fernandez-Rebollo E, Pradas-Juni M, Wagner W, Hammerschmidt P, Loureiro R, Kiefer C, Hansmeier NR, Khani S, Bergami M, Heine M, Ntini E, Frommolt P, Zentis P, Ørom UA, Heeren J, Blüher M, Bilban M, Kornfeld JW. LincRNA H19 protects from dietary obesity by constraining expression of monoallelic genes in brown fat. Nature Communications, 2018.

Rheumatischen Herzkrankheit RHD: Geräuschlose Herzklappenerkrankung.....?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Offensive gegen Rheumatische Herzkrankheit

An der Rheumatischen Herzkrankheit RHD sterben jedes Jahr über 250‘000 Menschen. Das Inselspital (Universitätsspital Bern) beteiligt sich an der weltweiten Anti-RHD-Forschungskampagne. Erste Ergebnisse eines nepalesisch-schweizerischen Forschungsprojekts sind soeben in den renommierten internationalen Fachzeitschriften The Lancet Global Health und JAMA cardiology veröffentlicht worden. 
 
Am Anfang steht ein bakterieller Rachen-Infekt beim Kind. Dagegen wehrt sich das Immunsystem. In manchen Fällen zu stark: Angegriffen werden auch körpereigene Zellen. Das kann zum sogenannten Rheumatischen Fieber und zu einer unwiderruflichen Schädigung der Herzklappen führen.
 Oben: Herz-Ultraschall bei einem Mädchen in Nepal. Unten: Der typische Befund: eine Verdickung der Mitralklappensegel.
 Oben: Herz-Ultraschall bei einem Mädchen in Nepal. Unten: Der typische Befund: eine Verdickung der Mitralklappensegel.  Foto: zvg

Die Rheumatische Herzkrankheit (rheumatic heart disease RHD) ist in der industrialisierten Welt praktisch ausgestorben, dank verbesserter medizinischer Gesundheitsversorgung.

  • In Schwellen- und Entwicklungsländern stellt sie aber weiterhin die häufigste Herzklappenerkrankung dar. 
Drei von vier Kindern weltweit leben in solchen Regionen. Unter allen Herzleiden verursacht RHD den grössten Verlust an Lebensjahren bei Teenagern. Weltweit sterben jährlich mehr als 250'000 Menschen an RHD. Die World Heart Federation, eine Partnerin der Weltgesundheitsoganisation WHO, will die durch RHD verursachen Todesfälle bis 2025 um 25 Prozent reduzieren. Sie evaluiert zur Zeit verschiedene Strategien zur Umsetzung dieses Ziels.

Kein Herzgräusch – trotzdem krank
Der Hauptgrund für die hohe RHD-Sterblichkeit: Die Krankheit bleibt lange unentdeckt. Hier setzt ein Forschungsteam um Prof. Thomas Pilgrim von der Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals Bern an. Die Schweizer Herzmediziner haben zusammen mit nepalesischen Kollegen über 5000 Schulkinder in Nepal mittels Herz-Ultraschall auf bisher unentdeckte Herzklappenveränderungen untersucht und dabei ihre Hypothese bestätigt:

  • RHD äussert sich nur bei einem Bruchteil der betroffenen Kinder mit dem sonst für Herzklappenfehler typischen Herzgeräusch.

Die Ergebnisse des mittlerweile auch auf Peru und Samoa ausgeweiteten nepalesisch-schweizerischen Forschungsprojekts sind soeben in den renommierten internationalen Fachzeitschriften The Lancet Global Health und JAMA cardiology veröffentlicht worden. 

Die Langzeitbeobachtung der untersuchten Kinder soll nun Aufschluss über die Wirksamkeit der getroffenen medikamentösen Gegenmassnahmen (Antibiotika) geben. 


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Weitere Informatione für international Medizhin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25433627

http://cardiology.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2498961


http://medicalresearch.com/infections/rheumatic-heart-disease-remains-silent-epi...