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Hebammen und Geburtshilfen

Hebammen sichern ganz buchstäblich die Zukunft unseres Landes. 

Sie begleiten werdende Mütter und ihre Kinder während der Schwangerschaft, bei der Geburt sowie im Wochenbett und leisten damit einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Versorgung von Familien. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass die Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren in Brandenburg kontinuierlich gestiegen ist. Mit der fast abgeschlossenen Umstellung auf eine rein akademische Hebammenausbildung, mit dem Runden Tisch Hebammenhilfe und mit der Hebammenförderrichtlinie verfügt die Landesregierung aktuell über wirksame Instrumente, um auch weiterhin eine verlässliche und flächendeckende Versorgung mit Leistungen der Hebammenhilfe in allen Regionen Brandenburgs zu ermöglichen.“ 

In diesem Frühjahr haben im Land Brandenburg insgesamt 19 Absolventinnen in der fachschulischen und akademischen Hebammenausbildung erfolgreich ihre Abschluss-prüfungen absolviert. Mehr als die Hälfte der Absolventinnen wird nach ihrer Ausbildung in Brandenburg tätig sein beziehungsweise ist dies bereits – in Brandenburger Geburtskliniken, in Frauenarztpraxen oder in der freiberuflichen Niederlassung, unter anderem in Frankfurt (Oder), Cottbus, Herzberg, Potsdam und im Landkreis Spree-Neiße.


Hintergrund:

 

Seit 2023 werden Hebammen in Deutschland auf der Grundlage des Hebammengesetzes ausschließlich akademisch qualifiziert. Die Übergangsphase, in der parallel noch sowohl fachschulisch als auch akademisch ausgebildet wird, läuft in diesem Jahr in Brandenburg aus.

 

In Brandenburg bieten zwei Hochschulen duale Hebammenstudiengänge mit einer Dauer von jeweils sieben Semestern an. Im Wintersemester 2021/2022 startete der Studiengang Hebammenwissenschaften (B.Sc.) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) am Campus in Senftenberg.  Seit dem Wintersemester 2023/2024 wird zudem an der privaten Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE) der Bachelor-Studiengang Hebamme (B.Sc.) angeboten. Die ersten Absolventinnen werden hier im Jahr 2027 ihre Abschlüsse machen.

 

2025 hatten an der BTU die ersten 13 Absolventinnen erfolgreich ihre Prüfungen abgeschlossen, in diesem Jahr waren es 14. Darüber hinaus schlossen fünf Hebammen ihre fachschulische Ausbildung an der Hebammenschule in Eberswalde ab. Dies waren – bis auf eine noch ausstehende Abschlussprüfung in diesem Herbst – die letzten fachschulischen Hebammenprüfungen in Brandenburg. Zwischen 2010 und 2026 haben damit insgesamt 183 Hebammenschülerinnen in Brandenburg ihre Ausbildung zur Hebamme an den beiden Hebammenschulen in Cottbus und Eberswalde erfolgreich abgeschlossen. Damit geht die sehr erfolgreiche und qualitativ hochwertige fachschulische Hebammenausbildung in Brandenburg zu Ende.

 

Insgesamt sind in Brandenburg derzeit rund 580 Hebammen beruflich aktiv; rund ein Viertel davon ist sowohl angestellt als auch freiberuflich tätig. Zuletzt waren laut statistischem Landesamt 2024 insgesamt 273 Hebammen in Brandenburger Geburtskliniken angestellt. Seit 2010 hat sich diese Zahl damit mehr als verdoppelt. In Brandenburg gibt es aktuell 20 Krankenhausstandorte mit einer aktiven Geburtshilfe.


Thomas Kempf Regionaldirektor Nord bei Vivantes

Seit dem 1. Mai 2026 ist Thomas Kempf Regionaldirektor Nord bei Vivantes.

Das teilte der landeseigene Berliner Krankenhauskonzern mit. Kempf führt als Geschäftsführender Direktor das Humboldt-Klinikum in Reinickendorf und das Klinikum Spandau. Der 51-Jährige folgt auf Detlev Corsepius. Corsepius hatte beide Häuser sowie die Region Nord interimsweise geleitet.
Kempf war bereits von 2002 bis 2014 für Vivantes tätig. Er arbeitete zunächst im Controlling und leitete zuletzt das Investitions- und Beteiligungscontrolling im Bereich Strategisches Finanzmanagement. „Ich freue mich sehr, nach 12 Jahren wieder zu Vivantes zurückzukehren und zur weiteren Entwicklung der Region Nord und damit des Gesamt-Unternehmens beizutragen“, sagte Kempf. „Hierbei setze ich auf eine offene, wertschätzende und konstruktive Kommunikation aller Berufsgruppen und eine klare Identifikation mit dem Unternehmen.“

Stationen im Krankenhausmanagement
Kempf ist Diplom-Kaufmann. Zuletzt arbeitete er seit Februar 2025 als Verwaltungsleiter und Prokurist am Evangelischen Herzzentrum Coswig. Parallel hatte er diese Funktion seit 2014 am Evangelischen Krankenhaus Paul Gerhardt Stift in Lutherstadt Wittenberg inne. Dort verantwortete er unter anderem Controlling, Erlösmanagement, Medizintechnik und Infrastruktur.

Seine berufliche Laufbahn begann Kempf in der Pflege. Er absolvierte eine Ausbildung zum Krankenpfleger und studierte Krankenpflegemanagement. Danach arbeitete er in der klinischen Versorgung und als Dozent, bevor er ins kaufmännische Management wechselte.

Zur Region Nord von Vivantes zählen das Humboldt-Klinikum in Reinickendorf und das Klinikum Spandau. Beide Häuser gehören zu den großen Krankenhäusern der Hauptstadt und decken ein breites medizinisches Spektrum ab.

Hilfe für Familien in Not

Über die Stiftung „Hilfe für Familien in Not - Stiftung des Landes Brandenburg“

Die Stiftung „Hilfe für Familien in Not“ wurde im Jahr 1992 auf Initiative der damaligen Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt gegründet. Das Grundstockvermögen beläuft sich auf 4,6 Millionen Euro. Ziel der Stiftung ist es, eine kurzfristig entstandene finanzielle Schieflage von Familien zu überbrücken, um zum Beispiel Energieabschaltungen oder Wohnungslosigkeit zu verhindern, aber auch Kinderbekleidung zu kaufen, therapeutische Maßnahmen zu ermöglichen oder eine Ausbildung zu unterstützen. Wichtige Partner sind unter anderen die Schwangeren- und Familienberatungsstellen, über die bedürftige Familien ihre Anträge stellen.

 

Der Stiftungsrat besteht aus neun stimmberechtigten Mitgliedern. Der Vorsitzende des Stiftungsrates wird von der für Soziales und Familie zuständigen Ministerin für fünf Jahre berufen. Dem Stiftungsrat obliegt die Aufsicht und Kontrolle über die ordnungsgemäße Verwaltung der Stiftung. Der Stiftungsrat beschließt alle grundsätzlichen Angelegenheiten der Stiftung, unter anderen die Anlage des Stiftungsvermögens, die Genehmigung des jährlichen Wirtschaftsplanes und Satzungsänderungen.

 

Kontakt:

Stiftung "Hilfe für Familien in Not - Stiftung des Landes Brandenburg"                   

Anja-Christin Faber                                  

Breite Str. 7A | 14467 Potsdam                                                

Tel.: 0331 / ‪887 248 21‬

Mobil: 0160 / ‪7663901‬                                        

E-Mail: a.faber@familien-in-not.de


Klinisch relevanter Schulangst

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Drei bis sieben Prozent der Kinder in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an klinisch relevanter Schulangst. Tendenz steigend. Schulangst und Schulvermeidung können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gravierend und langfristig beeinträchtigen. Gefragt sind daher frühe und niedrigschwellige Präventionsmaßnahmen. Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT leitet das im März 2025 gestartete BMFTR-Verbundprojekt »angstVRei«, in dem ein Virtual-Reality-Spiel zur Behandlung von Schulangst entwickelt und erprobt wird.

Im Rahmen der BMFTR-Initiative »Interaktive und Gamification-basierte Technologien zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindesalter (GamKi)« entwickelt ein Forschungsteam im Verbundprojekt »angstVRei« ein interaktives psychotherapeutisches Spiel, das eine Expositionstherapie für Kinder mit Schulangst in einer Virtual-Reality-Umgebung kindgerecht umsetzt.

Das Virtual-Reality-Spiel (VR-Spiel) ermöglicht es den Kindern in Zusammenarbeit mit ihren Therapeutinnen und Therapeuten, angstbesetzte Schulsituationen virtuell zu erleben, verschiedene Verhaltensweisen auszuprobieren und so optimale Handlungsoptionen zu erlernen. Ein Biofeedback-System misst kontinuierlich den Stresslevel, um die Exposition anzupassen und die Therapieeffektivität zu evaluieren. Ein digitaler Avatar unterstützt die Kinder, indem er positives Feedback gibt und Mut macht.

Die Wirksamkeit der VR-Schulangsttherapie wird in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Entwicklungsbegleitend werden zudem Akzeptanzfaktoren für diese neue Therapieform bei Schulangst untersucht.

Aufgabe des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT ist es, mithilfe KI-gestützter Methoden ein Stressmodell zu entwickeln und zu validieren. Das Modell bestimmt den während der Exposition erlebten Stress des Kindes anhand physiologischer Parameter wie Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und Stimme sowie anhand des Spielverhaltens. Korrelieren diese Messwerte mit dem subjektiven Stressempfinden, lassen sich daraus auch Aussagen zur Wirksamkeit der individuellen VR-Therapie ableiten. Das Stressmodell wird in eine spezielle Anwendung für Therapeutinnen und Therapeuten integriert, die Patientinnen und Patienten verwaltet, erhobene Daten managt und mit dem VR-Spiel kommuniziert.

Im ersten Projektjahr wurde auf Basis klinischer Konzepte zur Expositionstherapie bei Schulangst eine VR-basierte Intervention spezifiziert und in ein VR-Spielkonzept überführt, das derzeit umgesetzt wird. Zusätzlich wurden in einer Studie während klassischer Expositionssitzungen mit Kindern, die unter Schulangst leiden, psychophysiologische Daten erhoben, die in die Entwicklung des Stressmodells einfließen.

Übertragung auf andere Angststörungen möglich

Im Fall einer erfolgreichen Pilotstudie mit dem VR-Therapiespiel sollen die gewonnenen Erkenntnisse zunächst in eine spezielle Version des »angstVRei«-Spiels zur Prävention von Schulangst einfließen, die in den App-Stores angeboten werden kann. Parallel dazu soll eine Vollversion als CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt für die therapeutische Anwendung vorbereitet werden. Auch lässt sich das Konzept des VR-Therapiespiels im Erfolgsfall leicht auf andere Angststörungen von Kindern und Jugendlichen übertragen.

Infokasten - Projektinformation

Verbundkoordinator
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT, Sulzbach

Partner
Universität des Saarlandes - Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät - Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Pfeffermind Consulting GmbH, Berlin
Artificial Rome GmbH, Berlin
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät - Institut für Psychologie

Volumen
1,93 Mio. € (davon 82% Förderanteil durch BMFTR)

Laufzeit
03/‪2025 - 02‬/2028

Bekanntmachung
Interaktive und Gamification-basierte Technologien zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindesalter (GamKi)

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT
Verbundkoordinator
Dipl.-Inform. Stephan Kiefer
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT
Tel. +49 6897 9071-406
stephan.kiefer@ibmt.fraunhofer.de
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.interaktive-technologien.de/projekte/angstvrei

Urlaubsvergütung

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Viele Beschäftigte planen derzeit ihren Urlaub und greifen dabei auf die zusätzliche Urlaubsvergütung zurück, die sie von ihrem Arbeitgeber erhalten. Wie verbreitet Urlaubsgeld und weitere freiwillige Zusatzleistungen („Fringe Benefits“) in der Metall- und Elektroindustrie aktuell sind, untersucht das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. aktuell im Rahmen einer neuen Befragung zu Anreiz- und Vergütungssystemen. Laut Erhebung aus dem Jahr 2023 waren es rund 72 % der Unternehmen, die ihren Beschäftigten Urlaubsgeld zahlen.

Die zusätzliche Urlaubsvergütung ist ein zentraler Bestandteil vieler Vergütungssysteme und zugleich ein wichtiges Instrument für die Gewinnung und Bindung von Fach- und Führungskräften.

Sabbatical oder Workation: Auszeiten vom Job

Neben der finanziellen Komponente gewinnen Formen der Auszeit an Bedeutung. Bereits 2023 gaben Unternehmen an, ergänzend zum gesetzlichen Urlaub zusätzliche Modelle wie Sabbaticals (längere Phasen unbezahlter Freistellung) oder Workation (das Arbeiten vom Urlaubsort aus) anzubieten.

Ein Sabbatical, also ein befristeter, in der Regel unbezahlter, Sonderurlaub, wird laut der ifaa-Studie in 43 % der Unternehmen allen oder Teilen der Beschäftigten angeboten. 25 % der befragten Unternehmen ermöglichen diesen Benefit der gesamten Belegschaft. Workation als freiwillige Zusatzleistung spielt bislang noch eine untergeordnete Rolle: Während 4 % der befragten Unternehmen allen Mitarbeitenden diese Möglichkeit eröffnen, gestatten weitere 10 % dies zumindest bestimmten Beschäftigtengruppen.

Mit der aktuellen Befragung, die unter dem Link https://www.arbeitswissenschaft.net/verguetungsstudie-2026 zu finden ist, aktualisiert das ifaa seine Datenlage und analysiert, wie verbreitet Urlaubsgeld und weitere Zusatzleistungen in den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie derzeit sind. Die Veröffentlichung der Studienergebnisse ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Die Ergebnisse der letzten ifaa-Studie zu Anreiz- und Vergütungssystemen finden Sie hier: https://www.arbeitswissenschaft.net/verguetungsstudie-2023

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin@ifaa-mail. Gerne vermitteln wir Interviews mit den verschiedenen Experten zu diesem Thema.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Andreas Heßler 

a.hessler@ifaa-mail.de

Vitamin B12

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Strahlspaltungsansatz eröffnet neue Möglichkeiten der Untersuchung stark verdünnter Flüssigkeitsproben.

Forscherinnen und Forscher am European XFEL haben eine Methode entwickelt, um Flüssigkeitsproben zu untersuchen, die für viele gängige Experimente mit Röntgenlicht zu stark verdünnt sind. Die Methode ist äußerst sensitiv. Im ersten Experiment gelang es einer Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Vitamin B12 in Wasser nach der Absorption von Licht verändert. Die im Journal of the American Chemical Society veröffentlichten Ergebnisse eröffnen die Möglichkeit, ein viel breiteres Spektrum chemischer und biologischer Systeme zu untersuchen als bisher.

Viele wichtige Moleküle lassen sich mit Röntgenlicht nur in sehr geringen Konzentrationen untersuchen, entweder weil sie schlecht löslich sind oder weil nur geringe Mengen verfügbar sind. Das stellt eine große Herausforderung für Experimente in Flüssigkeiten dar: Das umgebende Wasser erzeugt oft ein viel stärkeres Signal als die relativ wenigen zu untersuchenden Moleküle, was die Messung extrem erschwert.

Um dieses Problem zu lösen, entwickelten Forschende am SCS-Instrument (Spectroscopy and Coherent Scattering) am European XFEL eine spezielle Vorrichtung zur Strahlteilung. Sie spaltet jeden Röntgenimpuls in drei Teile: Einer durchläuft die Probe, während die anderen beiden als Referenz dienen. Durch den Abgleich aller drei Signale kann das Team Schwankungen korrigieren und Veränderungen identifizieren, die sonst zu schwach wären, um sie zu erkennen.

„Die Normalisierung jedes einzelnen Durchgangs ist entscheidend“ sagt Benjamin Van Kuiken, Wissenschaftler am SCS-Instrument. „Das verschafft uns die nötige Empfindlichkeit, um mit verdünnten Proben zu arbeiten.“

Seit langem offene Frage beantwortet

Die Forscherinnen und Forscher wählten Vitamin B12 als anspruchsvollen Testfall. „Vitamin B12 ist eine schwierig zu untersuchende Probe“ sagt Erstautorin Nahid Ghodrati, die mittlerweile als Postdoktorandin an einem anderen European XFEL-Instrument tätig ist. „Es löst sich nur begrenzt auf, das Wasser um es herum erzeugt ein starkes Hintergrundsignal, und die Veränderungen, die wir beobachten wollen, geschehen sehr schnell.“ Die Forschenden verwendeten nur etwa 9,5 Gramm Vitamin B12 pro Liter Wasser. Selbst unter diesen Bedingungen gelang es dem Team, extrem kleine, durch Licht ausgelöste Veränderungen nachzuweisen. Eine Abweichung des gemessenen Signals von nur 0,005 % war in den Ergebnissen sichtbar. Die ultraschnellen Veränderungen wurden durch Röntgenblitze erfasst, die nur 100 Billiardstel Sekunden dauerten.

Das Experiment hat nicht nur eine neue Methode demonstriert, sondern auch dazu beigetragen, eine seit langem offene Frage bezüglich Vitamin B12 zu beantworten: Was genau geschieht im Inneren des Moleküls, nachdem es Licht absorbiert hat? Die neuen Messungen deuten darauf hin, dass sich die Hauptveränderung auf das Kobaltatom im Zentrum des Moleküls konzentriert und keine größere Verschiebung von Elektronen über die gesamte Struktur hinweg stattfindet. „Die einzigartige Fähigkeit des SCS-Instruments, verdünnte Proben zu untersuchen, verschaffte uns Einblicke in die rasante Entwicklung der elektronischen Struktur des Moleküls, die wir sonst nirgendwo erhalten hätten“, sagt James Penner-Hahn, Professor an der University of Michigan, USA.

Neue Experimente werden möglich

Dies zeigt, dass der neue Ansatz selbst über schwer zu untersuchende Proben in Lösung aussagekräftige Informationen liefern kann. Die Forschungsgruppe erwartet, dass sich dadurch das Spektrum der am European XFEL möglichen Experimente erweitern wird. „Da wir nun biologisch und chemisch wichtige Moleküle untersuchen können, die bisher in Lösung und bei niedrigen Konzentrationen schwer zu untersuchen waren, rückt eine Menge neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in greifbare Nähe“, sagt Andreas Scherz, leitender Wissenschaftler am SCS. Roseanne Sension, Professorin an der University of Michigan, fügt hinzu: „Durch den Zugang zu einer neuen Reihe biologisch und chemisch wichtiger Proben hat das SCS-Instrument das Spektrum der Proben, die wir untersuchen möchten, dramatisch erweitert.“

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildingen VOR ORT


Benjamin Van Kuiken
benjamin.van.kuiken@xfel.eu
+49-40-8998-6545

Originalpublikation:
https://pubs.acs.org/doi/10.1021/jacs.6c01860
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.xfel.eu/aktuelles/news/index_ger.html?openDirectAnchor=3015&two_columns=0