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360°TOP-Thema: Wichtige Frage: Wie groß sind Deine Spermien und wie viele pro Ejakulat?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Warum Mäuse längere Spermien haben als Elefanten

Paaren sich in der Tierwelt Weibchen mit mehreren Männchen, wetteifern deren Spermien um die Befruchtung der wenigen Eier. 

Bei dieser Spermienkonkurrenz scheinen längere Spermien oft einen Vorteil zu haben. 

Eine Studie von Forschern der Universität Zürich und Stockholm zeigt nun, dass es auch auf die Grösse der Tiere ankommt. Je grösser die Tiere einer bestimmten Art sind, desto wichtiger ist die Zahl der Spermien und nicht deren Länge. 

  • Elefanten haben deshalb kleinere Spermien als Mäuse. 
 
  • Spermien sind in Form und Grösse wohl die vielfältigsten Zellen und haben seit ihrer Entdeckung vor fast 350 Jahren nicht an Faszination verloren. 

Doch warum sind Spermien zwischen Arten so unglaublich verschieden? Sie haben doch alle dieselbe Aufgabe, nämlich die Eier der Weibchen zu befruchten.

Wie man durch viele Studien weiss, spielt die Spermienkonkurrenz in der Evolution von Spermien eine zentrale Rolle.

Diese Konkurrenz entsteht, wenn sich Weibchen mit mehreren Männchen paaren und deren zahlreiche Spermien um die Befruchtung der wenigen Eier wetteifern. Längere Spermien sind dabei oft erfolgreicher.

Interessanterweise ist dies bei kleinen Nagetieren wie Mäusen und Ratten eher der Fall als bei grösseren Tieren. Die Spermien der Nager sind oft etwa doppelt so lange wie jene der grösseren Raubtiere, Huftiere, Primaten oder gar Wale. Die Gründe dafür sind jedoch umstritten.

Zahl und Länge der Spermien berücksichtigt

Eine neue Studie könnte nun Klarheit schaffen. Stefan Lüpold, neues Forschungsmitglied am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich, und sein Kollege John Fitzpatrick, Universität Stockholm, haben den Einfluss der Spermienkonkurrenz auf die Evolution der Spermien bei 100 Säugerarten verglichen.

Im Gegensatz zu früheren Studien haben sie nicht nur die Spermienlänge berücksichtigt, sondern auch die Anzahl Spermien pro Ejakulat. 

Dies ist wichtig, weil die zur Spermienproduktion verfügbaren Ressourcen zwischen Anzahl und Grösse geteilt werden müssen. In andern Worten, je länger jedes einzelne Spermium ist, desto weniger davon kann ein Hoden bestimmter Grösse produzieren.

Aufgrund früherer Studien nahm man an, dass die Spermienzahl ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger sein könnte als die Spermienlänge. Denn je mehr Spermien ein Männchen gegen seine Kontrahenten ins Rennen schickt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon gewinnt.

Grösse der Tiere ist relevant

Durch die gemeinsame Betrachtung von Spermiengrösse und -zahl und mithilfe neuer metaanalytischer Methoden zeigen die beiden Forscher nun, dass Arten mit intensiver Spermienkonkurrenz durchschnittlich mehr in ihre Ejakulate investieren als solche, die eher monogam sind. 

Zudem haben sie herausgefunden, dass es von der Grösse der Tiere abhängt, ob die Länge oder die Zahl der Spermien von Bedeutung ist.

Mit steigender Körpergrösse erhöht sich der Selektionsdruck auf die gesamten Investitionen in Ejakulate, und die Spermienzahl wird immer wichtiger als die Spermienlänge. Dies hängt mit dem voluminöseren weiblichen Geschlechtstrakt zusammen, in dem die Spermien eher verloren gehen oder «verdünnt» werden.

Die Spermienlänge oder -geschwindigkeit wirkt sich bei grossen Arten wohl erst dann aus, wenn überhaupt genügend Spermien in die Nähe der Eier gelangen.

Bei kleinen Arten ist die zurückzulegende Strecke der Spermien kürzer und das Verlustrisiko viel kleiner, so dass grosse Spermien eher von Vorteil sind.

  • Aus diesem Grund findet man wohl die komplexesten Spermienformen bei kleinen und nicht bei grossen Arten. 
  • So haben die kleinen Fruchtfliegen die grössten je beschriebenen Spermien und nicht etwa Wale. 
  • Bei Walen sind die Spermien weniger als einen Zehntelsmillimeter lang und fast tausendmal kürzer als bei den Fliegen.

Literatur
Lüpold S & Fitzpatrick JL. Sperm number trumps sperm size in mammalian ejaculate evolution. Pro-ceedings of the Royal Society of London B. Doi: 10.1098/rspb.2015.2122

 
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Dr. Stefan Lüpold
Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 47 69
E-Mail: stefan.luepold@ieu.uzh.ch
Beat Müller Universität Zürich

360° TOP-Einladung: Studienteilnehmer ohne Zahnbeschwerden gesucht

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wissenschaftler der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg untersuchen Früherkennung von Zahnerkrankungen mittels Kernspintomographie 

 
Für eine Studie der Abteilung Neuroradiologie, Neurologische Universitätsklinik Heidelberg, werden ab sofort Frauen und Männer im Alter von 30 bis 70 Jahren gesucht, die gesunde Zähne oder aktuell keine Zahnbeschwerden haben.

Die Probanden sollten bereit sein, sich einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes unter Einsatz eines gut verträglichen Kontrastmittels zu unterziehen.

Zuvor wird die Mundgesundheit in einer zahnärztlichen Routineuntersuchung überprüft.

  • Wer an beiden Untersuchungen teilnimmt, erhält eine Aufwandentschädigung von 50 Euro. Für die Zahnuntersuchung gibt es auf Wunsch einen Stempel in das Bonusheft der Krankenkasse.

  • Die MRT ist ein Bildgebungsverfahren ohne Belastung durch Röntgenstrahlen, das dazu genutzt werden könnte, Zahnerkrankungen frühzeitig zu erkennen. 

So wäre eine Behandlung möglich, bevor irreparable Schäden entstehen.

Im Rahmen der Studie sollen nun u. a. Bilddaten zahngesunder Probanden gewonnen werden, um gesunde und im frühen Stadium erkrankte Zähne präzise unterscheiden bzw. Auffälligkeiten im MRT-Bild besser einschätzen zu können.

Die Studienteilnehmer sollten keine Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) und keinen aktuell behandlungsbedürftigen Karies haben. 

Füllungen oder bisher unbemerkter Karies im Anfangsstadium, sogenannter Initialkaries, der keine Beschwerden verursacht, stellen kein Problem dar.

Implantate, kieferorthopädische Zahnstabilisatoren (Retainer) oder Zahnspangen schließen von der Studienteilnahme aus.

Wer sich nicht sicher ist, ob er für die Studie in Frage kommt, kann gerne einen Termin zur Zahnkontrolle vereinbaren.


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E-Mail: dental.mrt@gmail.com
Dr. med. Alexander Heil
Abteilung für Neuroradiologie
Neurologische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221/5634732
Constanze Jelinek
Tel.: 0176/23491408
Julia Bird Universitätsklinikum Heidelberg


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

Flüchtlingshilfe in Berlin: Schwindsucht - Tuberkulose (TB) - Behandlungskonzepte

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Tuberkulose: Aktuelle Empfehlungen zur Therapie

Die Tuberkulose zählt weltweit zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten, ihre Behandlung ist nach wie vor langwierig und schwierig. Ärzte und Wissenschaftler am Klinischen Tuberkulosezentrum des DZIF entwickeln neue Therapien, behandeln Patienten und beraten Kollegen in ganz Deutschland. Der aktuelle Stand der Tuberkulosetherapie wurde nun in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine zusammengefasst. 

Prof. Christoph Lange (li) mit Patient
 Prof. Christoph Lange (li) mit Patient  DZIF/ Foto: ScienceRELATIONS
 

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachthema: Diagnosedaten in Kliniken  


Mehr als neun Millionen Menschen erkranken jährlich neu an einer Tuberkulose (TB); 1,5 Millionen sterben an den Folgen der Erkrankung. 

Die Krankheit – im Volksmund Schwindsucht genannt – wird durch Bakterien ausgelöst und per Tröpfcheninfektion durch Husten übertragen.

  • Tuberkulose ist eine Krankheit, die nach der Infektion mit den Erregern bis zu einem Jahr braucht, bis sie ausbricht.  

Therapiert wird sie mit einer Kombination aus verschiedenen Antibiotika, die über viele Monate genommen werden müssen.

  • Besonders kompliziert wird die Tuberkulosetherapie durch die Ausbreitung Antibiotika-resistenter Stämme der Tuberkulosebakterien. Nebenwirkungen, hohe Behandlungskosten und mangelnde Aufklärung führen häufig zum Therapieabbruch.

Das Klinische Tuberkulosezentrum des DZIF am Forschungszentrum Borstel gehört weltweit zu den führenden medizinischen Einrichtungen, in denen Grundlagenforschung und klinische Anwendung für Tuberkulose eng verbunden sind. Hier ist man auch auf die Behandlung multiresistenter Tuberkulosen (MDR-TB) spezialisiert. „Wir setzen zunehmend auf maßgeschneiderte Behandlungskonzepte, bei denen die Antibiotika individuell zusammengestellt werden“, erklärt Dr. Christoph Lange, Ärztlicher Leiter der Klinischen Infektiologie in Borstel und Professor für International Health/Infectious Diseases an der Universität Lübeck.

Die neuesten Behandlungsmöglichkeiten haben die Wissenschaftler nun in einer Veröffentlichung zusammengefasst.

In einer interaktiven Graphik können Ärzte weltweit für unterschiedliche Behandlungssituationen eine geeignete Therapie finden.

Daneben bietet ein 6-köpfiges Ärzte-Team um Professor Lange einen umfassenden klinischen Beratungsservice zu Fragen der Tuberkulose und Erkrankungen durch nicht-tuberkulöse Mykobakterien an (04537/188 2110). 

Für die Therapieberatung von Patienten mit multiresistenter Tuberkulose haben sie mit Mitteln des DZIF ein nationales TB-Online-Consilium (http://dzif.fz-borstel.de) aufgebaut.

„In Deutschland ist die Tuberkulose selten geworden.

Doch gerade in ärmeren Ländern und Krisenherden ist unser Engagement gefragt, denn dort fehlen die Ressourcen, um die Tuberkulose zu bekämpfen und die Menschen zu heilen“, erklärt Christoph Lange.

Und mit den Flüchtlingen werde die Krankheit auch unseren Ärzten wieder häufiger begegnen, ist der Arzt und Wissenschaftler sich sicher.

Publikation
N Engl J Med. 2015 Nov 26; 373(22):2149-2160.
Treatment of Tuberculosis.
Horsburgh CR Jr, Barry CE 3rd, Lange C
DOI: 10.1056/NEJMra1413919

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Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Lange
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Janna Schmidt und Karola Neubert
T +49 531 6181 1170/1154
Karola Neubert Deutsches Zentrum für Infektionsforschung


Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit rund 300 Wissenschaftler aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte 
http://www.dzif.de

360°TOP-Tagesthema: Die Ausbildungssysteme der 16 Bundesländer - und macht es Krank?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Duales System unter Druck

Die Situation der Berufsausbildung in Deutschland scheint paradox: Während Betriebe über mangelnden Nachwuchs klagen, finden viele Jugendliche keine Lehrstelle. 

Der "Ländermonitor berufliche Bildung" vergleicht erstmals die Ausbildungssituation in den 16 Bundesländern. 
 
Die duale Berufsausbildung gerät immer stärker unter Druck: Seit 2007 ist die Zahl der Bewerber für einen Ausbildungsplatz bundesweit von 756.000 auf 613.000 gesunken.

Das entspricht einem Rückgang um 19 Prozent. 

Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ging ebenfalls zurück, mit einem Minus von 13 Prozent jedoch weniger stark (von 644.000 auf 563.000).

Die rechnerischen Chancen auf eine Lehrstelle haben sich somit für den einzelnen Bewerber erhöht.

Davon profitieren Hauptschüler und Ausländer allerdings kaum. Ihre Zugangschancen zum dualen System verbesserten sich nur geringfügig. Das sind die Ergebnisse des "Ländermonitor berufliche Bildung" der Bertelsmann Stiftung.

Laut der Studie hat die duale Ausbildung in Ostdeutschland in den letzten Jahren besonders an Bedeutung verloren.

Seit 2007 hat sich die Zahl der Interessenten an einer betrieblichen Ausbildung nahezu halbiert (minus 47 Prozent).

Dieser Einbruch hängt auch mit dem demographisch bedingten Rückgang der Schülerzahlen im gleichen Zeitraum zusammen. Auch das Angebot an Ausbildungsplätzen schrumpfte um 40 Prozent. In den neuen Ländern macht sich damit ein bundesweiter Trend besonders stark bemerkbar:
  • Die Klein- und Kleinstbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten, die in den östlichen Flächenländern 98 Prozent der Betriebe ausmachen, reduzieren ihr Engagement in der dualen Ausbildung.

Nachwuchssorgen belasten Ausbildungsberufe

Auch in den westlichen Bundesländern ist die Zahl der Bewerber seit 2007 um 13 Prozent gesunken, die Anzahl der Ausbildungsstellen um 7 Prozent.

 "Der Trend zur Akademisierung in Deutschland ist unumkehrbar.

Um die rückläufigen Bewerberzahlen auszugleichen, muss sich unser Ausbildungssystem verstärkt Jugendlichen mit schwächeren Schulabschlüssen und Migrationshintergrund sowie Flüchtlingen öffnen", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Azubis fehlen insbesondere in den Reinigungsberufen, im Gastgewerbe und in der Lebensmittelverarbeitung. In diesen Branchen gibt es die meisten unbesetzten Ausbildungsplätze. Für Ausländer und Jugendliche, die maximal einen Hauptschulabschluss haben, wird es trotzdem kaum leichter, einen Ausbildungsplatz zu finden. 2005 begannen nur 48 Prozent der Bewerber mit Hauptschulabschluss direkt eine betriebliche Lehre oder vollzeitschulische Ausbildung. 2013 waren es mit 51 Prozent nur geringfügig mehr. Große Unterschiede zeigen sich im Vergleich der Bundesländer. Während in Bayern 71 Prozent der Hauptschüler direkt eine Ausbildung beginnen, sind es in Schleswig-Holstein lediglich 37 Prozent. Wem es nicht gelingt, direkt eine Ausbildung aufzunehmen, landet zunächst in Maßnahmen des sogenannten Übergangssystems. Dort können Jugendliche jedoch keine Berufsabschlüsse erwerben.

Geringste Erfolgsquote: Hauptschulabschluss und ausländischer Pass

Die geringste Erfolgsquote bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben Hauptschüler ohne deutschen Pass.
Nur 37 Prozent von ihnen finden direkt eine Lehrstelle, deutlich weniger als deutsche Hauptschüler (54 Prozent). Je höher allerdings der Schulabschluss, desto geringeren Einfluss hat die Nationalität. Die Erfolgsquote für den Eintritt in eine Berufsausbildung von ausländischen Schulabgängern mit Abitur oder Fachhochschulreife liegt mit 94 Prozent nur knapp unterhalb der ihrer deutschen Altersgenossen (97 Prozent).

Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben Ausländer unabhängig vom Schulabschluss in Mecklenburg-Vorpommern. 89 Prozent der ausländischen Bewerber beginnen dort eine vollqualifizierende Ausbildung – von den deutschen Altersgenossen gelingt dies nur 84 Prozent. Erheblich schlechtere Chancen haben Jugendliche ohne deutschen Pass in Bremen: Nur 41 Prozent von ihnen können in der Hansestadt direkt eine Ausbildung beginnen (Deutsche: 74 Prozent).

Schwieriger wird es, als Azubi den passenden Betrieb und als Betrieb den passenden Azubi zu finden. Dies zeigt sich nicht nur daran, dass 2013 mehr als 30.000 Lehrstellen unbesetzt blieben, obwohl es mehr Bewerber als Stellen gab. Auch der Anteil an aufgelösten Ausbildungsverträgen deutet auf wachsende Passungsprobleme hin. 2013 wurden bundesweit 25 Prozent der Verträge vorzeitig gelöst. 2007 waren es noch 21 Prozent. Am häufigsten trennen sich Lehrling und Betrieb in Berlin. 35 Prozent der Ausbildungsverhältnisse enden dort vorzeitig. Vertragslösungen sind nicht mit Ausbildungsabbrüchen gleichzusetzen, denn häufig wird die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortgesetzt.

"Auf die Bewerberrückgänge der vergangenen zehn Jahre muss das Berufsbildungssystem reagieren", sagte Dräger. Bessere Berufsorientierung in den Schulen, intensivere Betreuung der Betriebe und der Azubis sowie eine Flexibilisierung der Ausbildungsgänge seien Maßnahmen, um das duale System zu öffnen und zu stärken. Dräger plädierte auch für eine staatliche Ausbildungsgarantie: "Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist das Minimum, mit dem junge Menschen das Bildungssystem verlassen sollten", sagte Dräger, der vor allem das derzeitige Übergangssystem für reformbedürftig hält.

Zusatzinformationen

Der Ländermonitor berufliche Bildung wurde von Professor Dr. Martin Baethge (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen; SOFI), Professor Dr. Susan Seeber (Georg-August-Universität Göttingen) und Professor Dr. Kai Maaz (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung; DIPF) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt. Der Ländermonitor vergleicht die Ausbildungssysteme der 16 Bundesländer anhand von Indikatoren in den Bereichen Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit. Die zugrunde liegenden Daten stammen von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder, der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesinstitut für Berufsbildung.


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Clemens Wieland
Telefon: 0 52 41/81 81 352
E-Mail: clemens.wieland@bertelsmann-stiftung.de 
Maria Droop Bertelsmann Stiftung

Weitere Informationen finden Sie unter

http://www.bertelsmann-stiftung.de

http://www.laendermonitor-berufsbildung.de.
 

Münchner Schulabsolventstudie: Individuelle Lebensplanung der Jugendlichen und deren psychisches Wohlergehen!

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Münchner Schulabsolventen-Studie untersucht Berufs- und Lebenswege von Haupt- und Förderschülern

Vier Jahre nach der Pflichtschulzeit glückt fast 80 Prozent aller Münchner Hauptschulabsolventen der Einstieg in Ausbildung und Beruf. Zu diesem Ergebnis kommt die Münchner Schulabsolventenstudie, die das Deutsche Jugendinstitut im Auftrag der Landeshauptstadt München als Längsschnittstudie durchgeführt hat. Trotz einer guten Situation auf dem Münchener Ausbildungs- und Arbeitsmarkt scheitert jedoch gut ein Fünftel an dieser Hürde. Häufig führen gesundheitliche und psychische Belastungen dazu, dass diese Jugendlichen Ausbildungen abbrechen, als Ungelernte arbeiten, erwerbslos sind oder erfolglos an berufsvorbereitenden Programmen teilnehmen. 

Broschüre der Landeshauptstadt München "Prekäre Übergangsverläufe"
 Broschüre der Landeshauptstadt München "Prekäre Übergangsverläufe"
Herausgeberin: Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport – Presse und Kommunikation, Bayerstraße 28, 80335 München
 
Dieser Trend könnte sich in Zukunft verstärken: In München leben immer mehr Kinder und Jugendliche mit traumatisierenden Kriegs- und Fluchterfahrungen. Ihre Integration kann – so eine zentrale These der Studie – nur gelingen, wenn es entsprechende Angebote für sie gibt. Außerdem müssen bestehende Angebote besser koordiniert werden, damit es zu einer vernetzten Zusammenarbeit von Schulen, Ärzten, Polizei, Kinder- und Jugendmigrationsdiensten und Sozialarbeit kommt.

  • Jugendliche, die nach neun Jahren die Hauptschule verlassen, wissen oft nicht, welche beruflichen Möglichkeiten ihnen offenstehen. Eltern, Peergroups, soziale Netzwerke und Lehrer spielen bei der Frage, was will ich eigentlich später werden, eine große Rolle. Die meisten Hauptschulabsolventen träumen von einem nahtlosen Übergang von der Schule in die Lehre und einer Vollerwerbstätigkeit bis zur Rente. Doch die Realität sieht anders aus und ist von Brüchen und Umwegen gekennzeichnet, die bei den ohnehin oft mehrfach belasteten Jugendlichen psychische Probleme verstärken können. 
  • Eine Reihe der befragten Jugendlichen gerät dabei unter deutlichen Druck, verliert den eigentlichen Wunschberuf aus den Augen und landet bisweilen in einem ungeliebten Ausbildungsberuf, der dann abgebrochen wird.

„Viele dieser benachteiligten Jugendlichen betrachten den Abbruch einer Ausbildung als erneutes Scheitern und trauen sich keinen beruflichen Neubeginn zu“, sagt Dr. Tilly Lex, Mitautorin der Studie.

Rund ein Fünftel aller ehemaligen Hauptschulabsolventen befindet sich auf prekären Wegen.

Um diese Jugendlichen langfristig zu qualifizieren, sind verschiedene aufeinander bezogene Maßnahmen notwendig, die vor allem die individuelle Lebensplanung der Jugendlichen und deren psychisches Wohlergehen in den Mittelpunkt stellen. Hierzu gehören ein niedrigschwelliges psychotherapeutisches Angebot ebenso wie eine assistierte Ausbildung oder eine neutrale Meditation bei Problemen in der Berufsschule. Ganz entscheidend ist, dass sich eine zentrale Bezugsperson instanzenübergreifend um die Jugendlichen kümmert.

Das Deutsche Jugendinstitut hat jahrzehntelange Erfahrung mit bundesweiten und regionalen Übergangsstudien.

Die Münchner Schulabsolventenstudie ist als Längsschnittstudie über mehrere Jahre angelegt. Die befragten Jugendlichen besuchten zu Beginn der Studie 2008 die neunte Klasse einer Haupt- und Förderschule oder die zehnte Klasse einer Haupt- oder Wirtschaftsschule. Ergänzend zu den Ergebnissen der quantitativen Längsschnittstudie mit über 1.000 Befragten standen bei der letzten Erhebung Jugendliche mit prekären Verläufen im Mittelpunkt. Von ihnen besuchten 86 die Hauptschule, 19 absolvierten eine Förderschule. Mit 20 dieser Jugendlichen wurden ausführliche Interviews geführt.

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Dr. Tilly Lex
Forschungsschwerpunkt Übergänge in Arbeit
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Tel. 089/62306-212

Dr. Felicitas von Aretin
aretin@dji.de
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Thomas Britzelmair Deutsches Jugendinstitut e.V.

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Brusterhaltende Operartion: die Teilbrustbestrahlung mit Brachytherapie

Medizin am Abend Berlin Fazit:   DEGRO: Brustkrebs im Frühstadium – Extrem verkürzte Bestrahlungszeit mit gleich guten Ergebnissen

Die wochenlange Strahlentherapie, die nach einer brusterhaltenden Krebsoperation notwendig ist, kann bei ausgewählten Patientinnen durch eine „akzelerierte“, also eine beschleunigte Teilbrustbestrahlung auf fünf Tage verkürzt werden. 

Die Behandlung wird Multikatheter-Brachytherapie genannt und hat in einer Studie vergleichbare Langzeitergebnisse erzielt wie der derzeitige Standard mit einer höheren Strahlendosis und längeren Gesamtbehandlungszeit. 
 
Bei einer brusterhaltenden Operation schließt sich in der Regel eine Bestrahlung an, um das Risiko für einen Rückfall zu senken. Bei der konventionellen Radiotherapie bestrahlen Radioonkologen die gesamte Brust über sechs bis sieben Wochen.

„Gerade für Frauen, die nicht in der Nähe der Klinik wohnen, stellt dies eine Belastung dar“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim und Pressesprecher der DEGRO.

  • Viele Kliniken bieten ihren Patientinnen als Alternative zu einer über sechs Wochen laufenden Ganzbrustbestrahlung eine auf fünf Tage verkürzte Teilbrustbestrahlung, die Multikatheter-Brachytherapie an. 

Dabei platzieren Ärzte mehrere miniaturisierte Katheter im Brustgewebe und beladen sie mit einer Strahlenquelle.

Das sogenannte „Tumorbett“ wird nun gezielt von innen bestrahlt. Dies verkürzt die Behandlungszeit auf fünf Tage.

  • Außerdem werden Herz, Lunge und Haut außerordentlich geschont, und bei einem Rückfall besteht die Möglichkeit einer erneuten brusterhaltenden Behandlung.

Trotz der Vorteile bestanden bisher Bedenken, ob die Therapieergebnisse denen der konventionellen Bestrahlung der gesamten Brust gleichwertig sind. Professor Dr. med. Vratislav Strnad, Leiter der Abteilung für interventionelle Strahlentherapie an der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, hat deshalb zusammen mit Kollegen aus 16 Zentren bereits 2004 in sieben europäischen Ländern eine Vergleichsstudie begonnen. Insgesamt 1.184 Patientinnen mit einem niedrigen Risikoprofil wurden nach einer brusterhaltenden Operation nach dem Losverfahren auf eine verkürzte Teilbrustbestrahlung oder eine konventionelle Bestrahlung der Brust zugeteilt. Die Langzeitergebnisse der in „The Lancet“ veröffentlichten Studie stellte Professor Strnad kürzlich auf der Jahrestagung der American Society for Radiation Oncology in San Antonio, Texas, vor.

  • Fünf Jahre nach der Teilbrustbestrahlung lebten noch 97,3 Prozent der Patientinnen, 95 Prozent waren ohne Rückfall des Tumors. 
  • Nach der konventionellen Therapie betrug die Gesamtüberlebensrate 95,6 Prozent, 94,5 Prozent der Frauen waren ohne Tumorrückfall. 
  • Auch die Zahl der Rückfälle in der Brust war mit 1,4 Prozent nach der Teilbrustbestrahlung vergleichbar wie nach der Gesamtbrustbestrahlung mit 0,9 Prozent.

 „Die Unterschiede waren nicht signifikant – weder klinisch noch statistisch – und lagen deutlich unter der vorgegebenen klinisch relevanten Marge von drei Prozent“, erklärt Professor Strnad.

„Die Studie hat alle Bedenken widerlegt, die in den letzten Jahren gegen die akzelerierte Teilbrustbestrahlung erhoben wurden“, sagt Professor Strnad.

Der Experte weist aber darauf hin, dass die Teilbrustbestrahlung mit Brachytherapie nur für Brustkrebserkrankung im Frühstadium bei älteren Patientinnen infrage komme. 
  • In der Studie waren dies Frauen älter als 40 Jahre, deren Tumor kleiner als drei Zentimeter war und die keine Metastasen hatten. 
Zusammenfassend zeigt die vorliegende Studie, dass die Teilbrustbestrahlung mit Brachytherapie eine neue Behandlungsoption der Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation ist. 

Die Wirksamkeit der Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie ist nachgewiesen und kann allen in Frage kommenden Patientinnen in der klinischen Routine angeboten werden.

Literatur:
V. Strnad et al. 5-year results of accelerated partial breast irradiation using sole interstitial multicatheter brachytherapy versus whole-breast irradiation with boost after breast-conserving surgery for low-risk invasive and in-situ carcinoma of the female breast: a randomised, phase 3, non-inferiority trial. Lancet 2015 ; doi: 10.1016/S0140-6736(15)00471-7. Abstract: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26494415

Zur Strahlentherapie:
Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, sodass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.


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Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Dagmar Arnold
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V.
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org

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Ein ganz besonderer Tag heute: Für meine Familie, Für meine Freunde, Für meine Stillen Gesellschafter, Für meine Nicht-Freunde .....!

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Plan B lenkt vom Ziel ab

Ist es eine gute Idee, immer einen Plan B zu haben? Oder kann das dazu führen, dass wir unsere Ziele weniger wahrscheinlich erreichen? Psychologen der Universität Zürich haben ein Modell entwickelt, das die Wirkung von Alternativplänen erfasst. 

Demnach kann ein Plan B umso ablenkender und schädlicher sein, je mehr Energie man in seine Ausarbeitung steckt. 
 
  • Für viele Ziele – etwa den Traumjob finden – wissen wir nur ganz selten mit Bestimmtheit, ob wir sie erreichen. 

Unerwartete Hindernisse und Herausforderungen können auftreten und uns zuwiderlaufen.

Ein häufiger Rat für den Umgang mit dieser Unsicherheit lautet: 

«Man sollte immer einen Alternativplan haben.» Aber: Ist es tatsächlich klug, Zeit und Energie in einen Plan B zu stecken? Oder ist es besser, sich ganz auf Plan A als zielführenden Weg zu konzentrieren? 

Zur Beantwortung dieser Fragen entwickelten Psychologen der Universität Zürich ein neues Modell, das die Verwendung und Nützlichkeit von Alternativplänen analysiert.


Dem theoretischen Modell der Zürcher Psychologen, das in der Zeitschrift «Perspectives in Psychological Science» publiziert wird, liegt folgende Idee zugrunde: «Alternativpläne ändern die Art und Weise, wie wir unser Ziel verfolgen, auch wenn wir sie nicht nutzen», erklärt Christopher Napolitano, Erstautor und Postdoktorand am Psychologischen Institut der Universität Zürich.

 «Mitunter kann ein Alternativplan das Selbstvertrauen steigern», ergänzt Alexandra Freund, Mitautorin und Inhaberin des Lehrstuhls für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich. 

  • «Doch häufig lenkt uns ein Alternativplan auch ab oder führt dazu, dass wir uns nicht mehr so viel Mühe mit Plan A geben.»

Je mehr wir in Alternativpläne investieren, desto eher realisieren wir sie

Wie viel man in die Entwicklung eines Alternativplans investiert, bestimmt letztlich seine Wirkung. 

«Selbstverständlich ist es eine gute Idee, etwas Zeit und Aufwand für die Entwicklung von Alternativplänen aufzuwenden, damit man für komplexe und wichtige Situationen ein Sicherheitsnetz hat», so Christopher Napolitano. 

Doch nach dem Modell von Napolitano und Freund können Alternativpläne zum Phänomen der «selbsterfüllenden Prophezeiung» führen: 

Wer sehr viel in die Ausarbeitung von Alternativplänen investiert, nutzt auch mit hoher Wahrscheinlichkeit diese besonders gut entwickelten Alternativpläne. 

  • Dadurch untergräbt man eine ausreichende Investition in den Erfolg mit Plan A.


Literatur:

Napolitano, C. M., & Freund, A. M. (im Druck). On the use and usefulness of backup plans. Perspectives on Psychological Science.



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Dr. Christopher M. Napolitano

Psychologisches Institut / Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter

Universität Zürich

Tel. +41 44 635 72 04

E-Mail: napolitano@psychologie.uzh.ch
Nathalie Huber  Universität Zürich


Prof. Alexandra M. Freund

Psychologisches Institut / Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter

Universität Zürich

Tel. +41 44 635 72 00

E-Mail: freund@psychologie.uzh.ch

Herzinfarkt: Mineralokortikoidrezeptors und die Regulierung, Diagnostik und Therapie des kardialen Remodelings

Medizin am Abend Berlin:   Neues Projekt im Kampf gegen den Herzinfarkt

MHH-Ärzte forschen in deutsch-französischem Netzwerk nach besseren Therapien 
 
Großer Erfolg für Herzinfarkt-Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die französische Agence française de financement de la recherche (ANR) fördern das Projekt „MR-FOCUS – Einfluss des Mineralokortikoidrezeptors auf die Regulierung, Diagnostik und Therapie des kardialen Remodelings“ für drei Jahre mit insgesamt 1,2 Millionen Euro. Antragsteller auf deutscher Seite sind Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Direktor des Institutes für Molekulare und Translationale Therapiestrategien der MHH, und Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Beide Antragsteller erhalten für ihre Forschungen zusammen in den nächsten drei Jahren etwa 700.000 Euro für experimentelle und translationale Forschungen zur Regulation, Diagnostik und Therapie rund um den sogenannten Mineralokortikoid-Rezeptor.

  • Dieser Rezeptor spielt bei pathologischen Umbauprozessen nach einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt) eine zentrale Rolle. Ziel des Projektes ist es, bessere diagnostische und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Myokardinfarkt zu finden.

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in den westlichen Ländern: 

In Deutschland erleiden rund 280.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt, in der Region Hannover sind es jeden Tag acht Menschen.

Trotz verbesserter Therapien und einer verbesserten Rettungskette sterben allein in Deutschland jedes Jahr 90.000 Menschen an einem Herzinfarkt.


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360°TOP-Thema: Bauchaortenaneurysma - nur für Gefäß-Spezialisten bitte!

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Bauchaortenaneurysma – Dresdner Uniklinikum setzt auf High-tech-Prothesen gegen tickende Zeitbomben

Immer mehr Patienten mit krankhaft erweiterter Bauchschlagader – einem Bauchaortenaneurysma – profitieren von der Expertise der Gefäß-Spezialisten des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden: Das von Prof. Christian Reeps geleitete Gefäßteam der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie operiert inzwischen jeden Werktag in zwei OP-Sälen. Der erfahrene Chirurg wechselte im Sommer von der Technischen Universität München nach Dresden und baut seitdem das Behandlungsspektrum erheblich aus. Noch in diesem Jahr werden deshalb zusätzliche gefäßchirurgische Untersuchungsräume im Universitäts GefäßCentrum (Haus 9) geschaffen. 
 
Eine Spezialität des Gefäßchirurgen sind Aortenoperationen und hier insbesondere auch schonende Verfahren zur Implantation von großen maßgefertigten Gefäßprothesen. Diese zumeist über die Leistenschlagader eingeführten Stents ermöglichen es, auch betagte Menschen erfolgreich zu behandeln, für die eine normale Versorgung mit konventionellen Stentprothesen oder eine offene Operation nicht mehr in Frage kommen. 

Erleichtert werden diese langen und hochkomplexen Eingriffe durch die gute fachübergreifende Zusammenarbeit – vor allem mit dem Institut für Diagnostische Radiologie. Nicht nur die Computertomografien vor dem Eingriff spielen eine wichtige Rolle, sondern auch die hohe Expertise auf dem Gebiet der interventionellen Radiologie, welche Prof. Ralf-Thorsten Hoffmann vertritt.


Fenestrierte Stents.

Fenestrierte Stents. Aufnahmen: Uniklinikum Dresden


„Ich bin froh, dass die Bombe aus meinem Körper gekommen ist“, sagt Ingeborg Nusche. Bei der 81-jährigen Dresdnerin wurde vor sieben Jahren ein Bauchaortenaneurysma – also eine Erweiterung oder auch Aussackung des lebenswichtigen Blutgefäßes – festgestellt.

  • Eigentlich hat die Hauptschlagader, von der das aus dem Herz kommende Blut unter anderem in die Nieren und die unteren Extremitäten gelangt, einen Durchmesser von eineinhalb Zentimetern. 

Bevor Ingeborg Nusche von Prof. Reeps und seinem Team operiert wurde, hatte sich der Durchmesser dieses Gefäßes bei ihr mehr als vervierfacht. „Wenn die Aorta platzt, sind Sie sofort tot“, erinnert sich die Patientin an die Worte ihres Internisten. Trotzdem zögerte die heute 81-Jährige bei der ersten Diagnose. Sie ängstigte sich vor der damals ihr vorgeschlagenen offenen Operation, bei der die Chirurgen den Bauch mit einem großen seitlichen Schnitt öffnen wollten, um von außen an das nahe an der Wirbelsäule verlaufende Gefäß zu kommen.

Doch in den letzten Jahren weitete sich die Hauptschlagader von Ingeborg Nusche noch einmal von 4,5 auf 6,5 Zentimeter. Die Gefahr, dass dieses Gefäß platzen könnte, stieg damit erheblich: Bei dem geringeren Durchmesser lag das Risiko noch bei fünf Prozent – nun war es mehr als viermal so hoch.

Dass es heute die Alternative gibt, die Gefäßprothese über die Beinschlagader zu implantieren, hat Ingeborg Nusche gefreut. Und doch überlegte sie es sich noch einmal, bevor sie sich für den Eingriff entschied. In ihrem heutigen Alter wäre die offene Operation ohnehin nicht mehr in Frage gekommen. „Eine so große OP ist sehr belastend und stellt bei Beteiligung der Nieren und Eingeweidearterien ein deutlich größeres Risiko dar“, sagt Prof. Reeps, der die Patientin schließlich von dem schonenden Einsatz der gefensterten Spezialprothese überzeugen konnte.

Nachdem die unmittelbaren Folgen des sechsstündigen Eingriffs innerhalb von zwei Wochen abgeklungen sind und in einem von Prof. Hoffmann und seinem Team vorgenommenen kleineren Eingriff letzte Undichtigkeit der mehrteiligen Gefäßprothese behoben wurde, ist die Dresdnerin Prof. Reeps dankbar dafür, dass er ihre anfängliche Skepsis entkräften konnte und sie erfolgreich operierte.

Maßangefertigte Gefäßprothese
Bevor die künstliche Bauchaorta implantiert werden konnte, stand Maßarbeit am PC auf dem Programm: Basis sind Bilder vom Computertomographen, die dann von einem spezialisierten Hersteller zu einem präzisen Plan aufgearbeitet wurden. Der Aufwand war im Fall der 81-Jährigen deshalb besonders hoch, weil die Bauchschlagader bei ihr sehr kurvig verläuft und auch die Abzweigungen zu den Nieren- und Eingeweidearterien betroffen waren.

Die Gefäßprothese musste also mit präzise eingearbeiteten Verbindungslöchern – Fachleute sagen dazu Fenestrierungen – hergestellt werden.

Das Besondere dieser über spezielle Katheter in die Blutbahn eingeführten Prothesen ist, dass die Spezialisten erst die Fenestrierungen mit den Eingeweide- und Nierenarterien zur Deckung bringen mussten und sie dann erst im Bereich der erweiterten Arterie voll entfalten konnten.

  • In der Ausgangsposition sind die einzelnen Elemente der Prothese so dick wie ein Bleistift – später vier Mal so stark. 

Möglich wird das durch feinen, im Zick-zack gebogenen Edelstahldraht, der mit einem Spezialgewebe verwoben ist.

Die Prothese muss nach der Implantation zu 100 Prozent dicht sein. Eine Krone ragt über den Stent hinaus und sorgt dank der Widerhaken für eine optimale Verbindung mit dem gesunden Gefäß.

Bauchaortenaneurysmen bleiben oft unbemerkt

  • Wenn sich die Hauptschlagader nach und nach erweitert, merken die Patienten das in der Regel nicht. 

  • Mit einer Ultraschall-Untersuchung des Bauchraums lässt sich diese Aussackung frühzeitig erkennen. 

  • Bei Männern sind es oft Urologen, die bei Routinechecks von Prostata und Nieren Anzeichen für ein Aneurysma entdecken. 

Das passt zur Häufigkeit des Leidens. Denn betroffen sind in 80 Prozent der Fälle Männer. Die Aussackungen sind eine altersabhängige Erkrankung des Gefäßsystems. Ab 60 Jahren steigt deren Wahrscheinlichkeit deutlich an.

  • Die Risikofaktoren entsprechen weitestgehend denen der Gefäßverkalkung – der Arteriosklerose: Das sind vor allem Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Rauchen und familiäre Belastung.

Gefäßchirurg Prof. Christian Reeps erklärt seiner Patientin Ingeborg Nusche den Aufbau einer Stentprothese.







Gefäßchirurg Prof. Christian Reeps erklärt seiner Patientin Ingeborg Nusche den Aufbau einer Stentprothese.
Foto: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer


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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
(Direktor: Prof. Dr. med. Jürgen Weitz)
Bereich für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie
Leiter: Prof. Dr. med. Christian Reeps
Tel.: 0351/ 4 58 12683 (Sekretariat)
E-Mail: nicole.langklotz@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/vtg
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Montags - Tagesfrage: Also vielleicht doch lieber abwarten und Tee trinken?

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Unstatistik des Monats: Lebenselixier Kaffee

Die Unstatistik des Monats November ist die in verschiedenen Medien verbreitete Meldung, Kaffeetrinken befördere ein langes Leben. So titelte beispielsweise das Hamburger Abendblatt am 18. November „Kaffee soll das Leben verlängern“. Auch die Augsburger Allgemeine berichtete am 19. November: „Kaffee verlängert das Leben“
 
Das klingt gut in den Ohren leidenschaftlicher Kaffeetrinker.

In Wahrheit hatte aber die diesen Meldungen zugrundeliegende, in der Fachzeitschrift „Circulation“ erschienene Studie „Association of Coffee Consumption with Total and Cause-Specific Mortality in Three Large Prospective Cohorts” nur eine Korrelation notiert, also einen Zusammenfall von Kaffeekonsum und höherer Lebenserwartung. 

  • Ein Kausalzusammenhang, dass der Kaffeekonsum ursächlich für die höhere Lebenserwartung ist, wurde jedoch nicht festgestellt: 

„The association between consumption of caffeinated and decaffeinated coffee and risk of mortality remains inconclusive“ („Der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Todesrisiko ist weiter ungeklärt“). Vielleicht verhält es sich ja auch genau umgekehrt:  

Menschen, die aktiv im Leben stehen und deshalb auch länger leben, trinken gerne Kaffee.

  • Verschiedene Medien wie der Spiegel wiesen in diesem Kontext auf den zentralen Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität ausdrücklich hin.

Anderen Medien wie dem Hamburger Abendblatt und der Augsburger Allgemeinen scheint dieser leider immer noch nicht bekannt.

Wie groß wäre denn die Wirkung von Kaffee, wenn diese Korrelation wirklich kausal wäre?

Lebt jeder länger, der Kaffee trinkt?

Die Größe eines Effekts ist ja entscheidend, nur darüber wurde so gut wie nie berichtet.

Die Antwort ist: Im besten Fall würde Kaffeetrinken jedes Jahr das Leben einer von je 1 000 Personen retten.

Also vielleicht doch lieber abwarten und Tee trinken?


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