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Hohe psychische Belastung Geflüchteter: Bitte Gesundheitsplanung und Versorgung starten

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Leipziger Uni-Studie: Die Hälfte aller Geflüchteten ist psychisch belastet

Rund 68,5 Millionen Menschen waren 2017 weltweit auf der Flucht vor Gefahren, Armut und Krieg in ihren Herkunftsregionen, 970.400 kamen nach Deutschland. 

Unmittelbar nach ihrer Ankunft befragten Wissenschaftler der Universität Leipzig einen Teil der Geflüchteten in einer Erstaufnahmeeinrichtung. 

Die Studienergebnisse unterstreichen die hohe psychische Belastung Geflüchteter und liefern wichtige Informationen für die weitere Versorgung. 

Flüchtlinge vor der Leipziger Ernst-Grube-Halle 2016

Die Hälfte aller Geflüchteten ist psychisch belastet Flüchtlinge vor der Leipziger Ernst-Grube-Halle 2016 Universität Leipzig, Swen Reichhold 

Die Studie wurde in einer Leipziger Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende von Mai 2017 bis Juni 2018 durchgeführt. Insgesamt nahmen 569 erwachsene Geflüchtete aus über dreißig verschiedenen Ländern teil. Etwa die Hälfte wurde innerhalb der ersten Woche nach der Ankunft befragt. Die Studie von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Heide Glaesmer und Dr. Yuriy Nesterko von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie ergab, dass um die 50 Prozent der befragten Geflüchteten deutliche Zeichen einer psychischen Störung zeigen. Ein Drittel der Befragten hat eine posttraumatische Belastungsstörung, ein Drittel berichtet von psychosomatischen Symptomen wie Herzrasen und Angstzuständen. Viele Betroffene wiesen außerdem Symptome einer Depression auf und leiden unter mehr als einer psychischen Störung.

„Die Ergebnisse sind für uns grundsätzlich nicht überraschend. Die Geflüchteten hatten zum Zeitpunkt der Befragung fast immer eine lange Flucht hinter sich, viele hatten Krieg und Gewalt erfahren und waren von ihren Familien und Angehörigen getrennt“, fasst Prof. Glaesmer die Studienergebnisse zusammen.

Durch die traumatischen Erfahrungen und die psychischen Störungen ist die Leistungsfähigkeit der Betroffenen oft in wichtigen Lebensbereichen eingeschränkt und das Risiko für die Entwicklung weiterer psychischer Erkrankungen beziehungsweise deren Chronifizierung steigt stark an.

  • „Die Studienergebnisse weisen zum einen auf die Dringlichkeit einer professionellen Behandlung der Betroffenen hin. 
  • Zum anderen sind psychosoziale Entlastungs- und Beratungsangebote vor Ort von Nöten, insbesondere für kürzlich angekommene Geflüchtete, um Symptomverschlechterungen und der Entwicklung von psychischen Störungen vorzubeugen“, resümiert Co-Autor Dr. Yuriy Nesterko. 

Die Studie ist eine Momentaufnahme kurz nach der Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Es ist zu erwarten, dass bei einigen Personen psychische Belastungen erst noch zum Tragen kommen, während andere möglicherweise in einer sicheren und ruhigen Umgebung diese überwinden können.

Entscheidend ist, dass ohne eine zeitnahe und bedarfsorientierte Versorgung die Gefahr einer stetigen Verschlechterung der psychischen Gesundheit als sehr hoch einzustufen ist.

Die Studie liefert wichtige Informationen für die Gesundheitsplanung und weitere Versorgung. Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, eine frühzeitige psychosoziale Unterstützung für Geflüchtete bereitzustellen. Die Roland Ernst Stiftung für Gesundheitswesen förderte die Studie mit 61.800 Euro.

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Prof. Dr. P.H. Heide Glaesmer und Dr. Yuriy Nesterko
Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Universitätsmedizin Leipzig
Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig
Tel.: 0049 341 9715417
Fax: 0049 341 9718809
E-Mail: Heide.Glaesmer@medizin.uni-leipzig.de
yuriy.nesterko@medizin.uni-leipzig.de

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Peggy Darius
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E-Mail-Adresse: peggy.darius@medizin.uni-leipzig.de

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1017/S2045796019000325

 

Alkohol- oder Drogenproblematik Kinder, Jugendliche, Eltern,

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kinder stärken mit „Trampolin-Mind“

Prävention von Substanzmissbrauch und psychischen Störungen bei Kindern suchtkranker Eltern: 

Das präventive modulare Gruppenprogramm „Trampolin“ stärkt Kinder aus suchtbelasteten Familien in ihrer eigenen Handlungsfähigkeit und reduziert deren psychische Belastung. 

Seit Anfang Dezember entwickelt das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der KatHO NRW dieses erfolgreiche Konzept mit zusätzlichen achtsamkeitsbasierten Elementen weiter. „Trampolin-Mind“ ist der Titel des neuen Präventionsprogramms. 
 
Voraussichtlich werden 366 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an der klinischen Studie teilnehmen.

Mindestens ein Elternteil weist eine Alkohol- oder Drogenproblematik auf und die Kinder selbst befinden sich in psychiatrischer (jedoch nicht suchtbezogener) Behandlung. Ein Drittel der 366 Kinder wird das neue „Trampolin-Mind“-Programm durchlaufen und ein weiteres Drittel das ursprüngliche Trampolin-Programm. Eine dritte Gruppe erhält das reguläre Therapieangebot ihrer Behandlung. So können die Forscherinnen und Forscher des DISuP die drei Gruppen vergleichen und überprüfen, ob und wie sehr das erweiterte Konzept wirkt.

„Wir wollen herausfinden, ob die Kinder z.B. besser mit Stresssituationen umgehen können, ob sie weniger aggressiv auftreten oder Ängste und Selbstzweifel zurückgehen, nachdem sie bei den neuen Modulen mitgemacht haben“, erklärt Prof. Dr. Michael Klein, Leiter des DISuP und Professor an der Katholischen Hochschule NRW.

„Mit den Erkenntnissen können wir unser Präventionsprogramm Trampolin optimieren und Kinder aus suchtbelasteten Familien weiter psychisch stärken.“ 


Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie durchgeführt, die sowohl die Zielgruppe rekrutieren als auch das neu standardisierte Kursprogramm von „Trampolin-Mind“ sowie die ursprüngliche Version von „Trampolin“ durchführen werden.

Schon das „originale“ Trampolin erfreute sich großer Nachfrage durch Fachkräfte, die in der praktischen Arbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien tätig sind. „Trampolin“ wurde vom DISuP in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt.

„Trampolin-Mind“ ist ein Teilprojekt, welches im Rahmen des Forschungsverbundes „IMAC‐Mind:

Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: 

Mechanismen, Prävention und Behandlung“ durchgeführt wird.

Dessen Laufzeit geht vom 1. November 2017 bis zum 31. Oktober 2021 und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Gesund - ein Leben lang: Kinder- und Jugendgesundheit“. Koordinator des Verbundsprojektes ist das DZSKJ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Rainer Thomasius.

Das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) bietet seit 1999 praxisorientierte, angewandte Wissenschaft mit den Schwerpunkten sozialwissenschaftlicher und psychologischer Sucht- und Präventionsforschung.

Für Informationen zum Forschungsprojekt:


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com














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KatHO NRW | DISuP
Prof. Dr. Michael Klein
E-Mail: mikle(at)katho-nrw.de
Tel. +49 (0)221-7757-156

Julia Uehren Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Wörthstraße 10
50668 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Julia Uehren
Telefon: 0221/7757508
E-Mail-Adresse: j.uehren@katho-nrw.de