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Prof. Dr. Victor Spoormaker: CAVE-Untersucher: Die Pupille - Erweiterungen diagnostisch beachten - Schwere Depressions-Symtomatik

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Depression in der Pupille sehen

  • Können Menschen etwas gewinnen oder verlieren, so erweitert sich ihre Pupille leicht. 
  • Forscher haben herausgefunden, dass diese Erweiterung bei akut depressiven Patienten geringer ausfällt als bei Gesunden. 

Je schwerer die Patienten erkrankt waren, desto weniger weitete sich sogar das Augeninnere. 

Diese Erkenntnis könnte langfristig zu einer fundierteren Diagnose führen, die nicht nur auf den Aussagen der Patienten basiert, sondern biologisch begründet ist. 

Daraus abgeleitet könnte auch die Therapie mit Medikamenten individueller angepasst werden.

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler herauszufinden, ob depressive Patienten Belohnungen weniger wertschätzen als nicht-depressive Probanden. 

Studienteilnehmer im Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) absolvierten jetzt im Magnetzresonanztomographen (MRT) ein einfaches Spiel, bei dem sie einen kleinen Geldbetrag gewinnen konnten.  

Ein klarer Anreiz, der bei Gesunden zur Erweiterung der Pupille führt

Dabei haben die Forscher die Pupillen ihrer Studienteilnehmer extrem genau und mit extrem hohem Tempo vermessen: Mit einem speziellen Versuchsaufbau konnten sie 250 Bilder pro Sekunde aufnehmen – zum Vergleich, wir blinzeln überhaupt nur alle vier bis sechs Sekunden.

Das Ergebnis: 

Die MPI-Wissenschaftler konnten erstmals die Verbindung zwischen einer Pupillen-Erweiterung als Reaktion auf eine zu erwartende Belohnung und dem Schweregrad der Depression der jeweiligen Testperson nachweisen. 

Je schwerer die Symptome waren, desto weniger weit öffneten sich die Pupillen.

Die Studie zeigt, dass die Aussicht auf eine Belohnung bei schwer depressiven Patienten nicht zur gleichen Verhaltensaktivierung führt wie bei Gesunden. 

Ihr Nervensystem kann sich selbst bei so einer positiven Erwartung weniger stark aktivieren. 

„Wir vermuten, dass dahinter ein physiologisches System steht, das die oft berichtete Antriebsstörung bei Patienten teilweise erklären kann“, sagt Studienleiter Victor Spoormaker.

Die Forscher am MPI gehen davon aus, dass psychiatrische Erkrankungen anders aufgeteilt werden sollten als in die bisherigen Diagnose-Gruppen. 

Maßgebend wären biologische Faktoren wie die Pupillenerweiterung, die klar messbar sind. Depressive Patienten, die mit ihren Pupillen weniger stark reagieren, würden eine eigene Untergruppe bilden. 

„Dann könnten wir diese Patienten medikamentös auch zielgerichteter behandeln“, so die Einschätzung von Spoormaker. Um diesen Ansatz zu verfeinern, bedarf es noch weiterer Forschung.

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Prof. Dr. Victor Spoormaker
spoormaker@psych.mpg.de

Kraepelinstrasse 2-10
80804 München
Deutschland
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Anke Schlee
Telefon: 08930622263
E-Mail-Adresse: anke_schlee@psych.mpg.de 
Originalpublikation:

Brain Sciences | https://doi.org/10.3390/brainsci10120906

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Untersucher-Einladung zur Studie: Training geistige/körperlche Fitness im Alter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Fitness im Alter verbessert werden kann

TU Chemnitz sucht für neue Runde Teilnehmerinnen und Teilnehmer an DFG-geförderter Studie – Einblick in aktuelle Forschung 
 
Für die nächste Runde im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „MinD“ zur Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter sucht ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Inhaberin der Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation) an der Technischen Universität Chemnitz, ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren.

Die Studie richtet sich an Personen, die bereit sind, an einem zwölfwöchigen Training teilzunehmen.

Das Training findet zweimal pro Woche für etwa eine Stunde an der TU Chemnitz (Standorte: Reichenhainer Straße 29A oder Straße der Nationen 62) statt.

Begleitet werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von erfahrenen Trainerinnen und Trainern.

Vor und nach dem Training werden zusätzlich verschiedene Aufgaben zur Erfassung der körperlichen und geistigen Fitness durchgeführt.

Dazu gehören Denksportaufgaben, Gleichgewichts- und Gehaufgaben, sowie Aufgaben in einem Fahrsimulator.


Teilnehmende sollten keine neurologische, psychiatrische oder Herz-Kreislauf-Erkrankung haben. 

  • Außerdem sollten sie im letzten halben Jahr mindestens einmal pro Woche Auto gefahren sein.

Teilnehmende erhalten Einblick in ein aktuelles Forschungsprojekt, können kostenfrei an einem wissenschaftlich-fundierten, maßgeschneiderten Training teilnehmen und erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 60 Euro.

Hintergrund: Alter und Fitness im Projekt „MinD“

Körper und Geist verändern sich im Alter.

Häufig berichten ältere Menschen von verminderter geistiger Fitness und körperlicher Leistungsfähigkeit.

Dies kann zu einer Abnahme des subjektiven Wohlbefindens sowie nachweisbaren Einschränkungen im Alltag führen.

Dabei bleiben sowohl Körper als auch Gehirn bis ins hohe Alter trainierbar. 

Wie genau das Training gestaltet sein muss und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, wird derzeit in einer Langzeitstudie (Start: Ende Februar 2019) von Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Psychologinnen und Psychologen der TU Chemnitz und der Sporthochschule Köln erforscht. Im Sommer 2019 startet eine zweite Runde.

Ende Februar 2019 startete an der TU Chemnitz ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur Erforschung der Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter.

Hierfür werden ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren gesucht. Unter der Führung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Nicole Hudl und Robert Stojan (Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation)), sowie Prof. Dr. Otmar Bock und Konstantin Wechsler (Deutsche Sporthochschule Köln) wird das Projekt „MinD“ in den kommenden eineinhalb Jahren realisiert.

Das Forscher*innen-Team erfasst alle Anfragen auf einem Anrufbeantworter (Telefon: 0371/531 19939) oder per E-Mail (mind@hsw.tu-chemnitz.de). 

Interessenten werden gebeten, ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Telefonnummer) für eine erste Kontaktaufnahme anzugeben.

Das Team meldet sich dann schnellstmöglich, um auf Fragen einzugehen und die Teilnahmevoraussetzungen zu klären.

Hinweis: Datenschutz

Alle persönlichen Informationen zur Teilnahme an der Studie, die Ergebnisse der Befragungen und der verschiedenen Untersuchungen werden streng vertraulich behandelt, ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke und unter strenger Einhaltung der aktuellen datenschutzrechtlichen Vorschriften genutzt.

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Nicole Hudl Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation),
Tel. +49 (0)371/531-19939
E-Mail mind@hsw.tu-chemnitz.de

Matthias Fejes Technische Universität Chemnitz
Telefon: 0371 531-32026
E-Mail-Adresse: matthias.fejes@verwaltung.tu-chemnitz.de
 
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Angsterkrankung: Körpereigene Schmerzmittel - endogene Opioide

Medizin am Abend Berlin: Entstehung von Angsterkrankungen - Wie der Mensch vom Schmerz Anderer lernt

Neue Einblicke in die Entstehung von Angsterkrankungen haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gemeinsam mit schwedischen Kollegen gewonnen. Wie die Forscher um den Neurowissenschaftler Dr. Jan Haaker in der aktuellen Ausgabe des internationalen Fachmagazins Nature Communications berichten, konnten sie erstmals zeigen, dass körpereigene Schmerzmittel, so genannte endogene Opioide, eine Rolle spielen, wenn Menschen allein durch Beobachten vom Schmerz Anderer lernen. 
 
„Wenn wir die beteiligten Substanzen identifizieren können, die das soziale Lernen von Angstreaktionen regulieren, können wir in Zukunft vielleicht bessere Behandlungsmethoden entwickeln“, sagt Dr. Jan Haaker, Institut für Systemische Neurowissenschaften des UKE. 
  • Angsterkrankungen entstehen Haaker zufolge nicht nur durch eigene traumatische Erfahrungen, sondern werden oft durch das Beobachten traumatischer Erfahrungen anderer Menschen erlernt. 
In westlichen Ländern ist krankhafte Angst eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. 

Evolutionsbiologisch macht das soziale Lernen von Ängsten durchaus Sinn: 
  • Wer in der Lage ist, aus den schmerzhaften Erfahrungen anderer Menschen zu lernen, ist für zukünftige Bedrohungen besser gewappnet, ohne zuvor selbst diese schmerzhaften Erfahrungen machen zu müssen.

Zeichen der gelernten Angst: feuchte Hände

Für die Studie untersuchten die Neurowissenschaftler insgesamt 43 Probanden. Bei der Hälfte der Teilnehmer blockierten die Wissenschaftler die Opioid-Rezeptoren (Bindungsstellen der endogenen Opioide im Gehirn) mithilfe des Wirkstoffs Naltrexon (22 Personen). Die andere Hälfte bekam ein unwirksames Placebo (21 Personen). Danach wurden den Probanden verschiedene Videos gezeigt. In manchen dieser Filme löste das Erscheinen von blauen Quadraten bei Menschen augenscheinlich starke Schmerzen aus. Im Anschluss an diese Phase des beobachteten Lernens konfrontierten die Forscher die Teilnehmer erneut mit den vermeintlichen Gefahren. Dabei untersuchten sie die Hirnaktivität der Probanden mit funktioneller Kernspintomographie (fMRT).

Ergebnis: Werden die Opioid-Rezeptoren während der Lernphase blockiert, reagieren die Versuchsteilnehmer stärker auf den Schmerz anderer Menschen. „Sie zeigen dann auch in Hirnarealen, die für die Regulation von Schmerzen und Bedrohungen zuständig sind, eine stärkere Durchblutungsänderung“, sagt Haaker. „Diese Personen haben also das Warnsignal besser gelernt, das den Schmerz bei anderen Menschen voraussagt.“

Dass diese Reaktion kein kurzfristiger Effekt ist, zeigte sich drei Tage später bei einer Nachuntersuchung: Beim Betrachten der vermeintlich gefährlichen blauen Quadrate reagierten diese Probanden mit vermehrter Schweißproduktion – und bekamen feuchte Hände.

Sonderforschungsbereich zu Furcht, Angst, Angsterkrankungen

Unterstützt wurde die Arbeit der Forscher von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem European Research Council (ERC) und der schwedischen Wallenberg-Stiftung. Dr. Jan Haaker ist als Arbeitsgruppenleiter im Sonderforschungsbereich-Transregio 58 (SFB-TR) „Furcht, Angst, Angsterkrankungen“ tätig, an dem neben dem UKE und der Universität Hamburg auch die Universitäten Münster, Würzburg und das Universitätsklinikum Mainz beteiligt sind. Ziel des Sonderforschungsbereichs ist die Erforschung der grundlegenden Mechanismen von Furcht, Angst und Angsterkrankungen.

Literatur:
Haaker J. et al. Endogenous opioids regulate social threat learning in humans. Nature Communications, 15495.
DOI: 10.1038/NCOMMS15495

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