Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Posts mit dem Label Stretching werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stretching werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dr. Andreas Koch: Chronische Leistenschmerzen - Symptome der Sportlerleise

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Die verflixte Sportlerleiste

Leistenschmerz bei Sportlern ist keine Bagatelle. 

Der plötzliche Ausfall eines professionellen Athleten kann nicht nur für seine eigene berufliche Karriere, sondern auch für seine Mannschaft enorme Folgen haben. 

Besonders hoch ist die Quote dieser Verletzung im Fußball und Eishockey. 

Während bei Eishockeyspielern eine Leistenverletzung in zwischen 13 bis 20 Prozent der Fälle bekannt ist, liegt die Inzidenz unter männlichen Fußballspielern für chronischen Leistenschmerz bei bis zu 18 Prozent. 

Eine zuverlässige Diagnose, was wirklich den Leistenschmerz auslöst, ist aber oft sehr schwierig.

  • Betroffen von Leistenschmerzen sind vor allem Sportler, deren Bewegungsablauf durch schnelle Bewegungen mit abrupten Richtungswechseln gekennzeichnet ist. 

Gerade bei Fußballspielern, die im Laufschritt tretende und drehende Bewegungen ausführen, kombiniert mit kraftvollem Schießen des Balles, ist der akut einsetzende Leistenschmerz häufig zu beobachten. 

Auch bei Mannschaftssportarten wie Rugby, Football, Eis- und Feldhockey ist ein vermehrt durch Leistenschmerz bedingter Ausfall der Spieler zu verzeichnen. 

Aber auch Tennisspieler und Marathonläufer sind nicht selten betroffen. 

Bereits beim einfachen Joggen konnte eine Belastung des Hüftgelenkes mit dem 8-Fachen des eigenen Körpergewichts nachgewiesen werden.

Dr. Andreas Koch, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Cottbus: 

 „Trotz der Häufigkeit von Leistenschmerzen bei Sportlern gibt es immer noch eine große diagnostische Unsicherheit.  

Schwierig wird die Diagnosestellung, wenn trotz aller Diagnostik und konservativen Maßnahmen der Schmerz in Ruhe verschwindet, sich aber unter Wiederaufnahme der Belastung zurückmeldet und keine echte Hernie nachweisbar ist.  

Dabei ist die klare Differenzierung entscheidend, um unnötige Operationen zu vermeiden, dauerhaften Schäden vorzubeugen und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.“

Symptome der Sportlerleiste

Bei einer „Sportlerleiste“ geben Patienten meist ziehende, teilweise stechende Schmerzen an. 

Diese haben fast immer eine Ausstrahlung Richtung Oberschenkelinnenseite (Adduktorenansatz) sowie zur Außenseite des Skrotums. 

Häufig hat der Schmerz auch einen brennenden, fast elektrisierenden Charakter, was ein eindeutiger Hinweis für eine Nervenkompression ist. 

Diese Nervenkompression entsteht, wenn die für eine Sportlerleiste typische Protrusion der Leistenkanalhinterwand bei Anspannung der Bauchmuskulatur den Nerven lokal komprimiert.

Bei der Sportlerleiste liegt eine umschriebene Schwäche im medialen Anteil der Leistenkanalhinterwand vor. Hierdurch kommt es zu einer lokalisierten Vorwölbung der Transversalisfaszie in den Leistenkanal hinein. Dies führt bei Anspannung der Bauchdeckenmuskulatur und bei abrupten Bewegungen zu einem für die Sportlerleiste typischen Schmerz, welcher durch Kompression des R. genitalis des N. genitofemoralis hervorgerufen wird. Zusätzlich führt diese Schwäche der Leistenkanalhinterwand zu einer Erweiterung des Leistenkanals mit Retraktion des lateralen Anteils des M. rectus abdominis an seinem Ansatz am Os pubis.

Therapie der Sportlerleiste


Bei der Versorgung von Sportlerleisten gibt es noch kein ideales Therapiekonzept. 

Es fehlen prospektiv randomisierte Studien, welche die verschiedenen therapeutischen Ansätze und Verfahren vergleichen. Die Therapie richtet sich vor allem nach der „vermuteten“ zugrundeliegenden Ursache. Sie reicht von Schonung und anschließenden konservativen Trainingsprogrammen bis hin zu teils aufwendigen Operationen. Grundsätzlich gilt, je mehr die Beschwerden in Richtung Symphyse/Adduktoren ausstrahlen, desto eher sollte ein konservativer Ansatz gewählt werden und je mehr nach inguino-skrotal, desto eher operativ.

Konservative Therapie

Vor allem Zerrungen, Risse, Entzündungen und Reizungen sind der konservativen Therapie zugänglich. 

Hierbei wird durch Schonung der auslösende Reiz vermieden. 

  • Zusätzlich können durch antiinflammatorische Medikation und/oder lokale Injektion von Kortikosteroiden, Traumeel und Dextrose die Beschwerden gebessert werden. 
  • Intensive physiotherapeutische Programme mit Stretching und Friktionsbehandlungen sowie Massagen haben einen wichtigen Stellenwert im Rahmen der sportlichen Rehabilitation. 
  • Zusätzlich werden Koordinations- und Stabilisationsübungen zum Ausgleich muskulärer Dysbalancen sowie osteopathische Maßnahmen durchgeführt.


Operative Therapie

Prinzipiell werden 3 unterschiedliche operative Verfahren diskutiert. 

Geht man von einer Nervenkompression aus, so sollte eine lokale Neurolyse oder Neurektomie erfolgen. 

Für die „Imbalance“ der beteiligten Muskulatur werden neben Refixationen des lateralen Rektusmuskelrandes auch sog. Releasing-Verfahren vorgeschlagen. 

Außerdem wird die Stabilisierung der umschriebenen Schwäche/Vorwölbung der Leistenkanalhinterwand mit oder ohne Netzverstärkung empfohlen. 

Bei der Minimal-Repair-Technik nach Muschaweck, wird selektiv der Hinterwanddefekt unter Schonung der intakten Anteile mittels einer Fasziendopplung repariert. 

Dieses OP-Verfahren, das in Lokalanästhesie im tageschirurgischen Setting durchgeführt werden kann, vermeidet den Einsatz großflächiger, nichtresorbierbarer Kunststoffprothesen und ermöglicht den Erhalt des Muskelgleitlagers. 

In einer Studie mit 129 Patienten, davon 67 % professionelle Sportler, wurde die Effektivität nachgewiesen. So konnten die operierten Sportler im Durchschnitt nach 7 Tagen das Training wiederaufnehmen. 

Nach 14 Tagen waren 80 % der Sportler beschwerdefrei und konnten an ihre alte Form anknüpfen.

Nachbehandlung

Die Rekonvaleszenz umfasst mindestens 2 bis 6 Wochen. 

Die Nachbehandlung sollte in Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Physiotherapeuten erfolgen. 

Eine Schonung und das Vermeiden schweren Hebens sind obsolet. 

„Do what you feel you can do“ ist heute die Ansage an den Patienten. 

Die Druckbelastung eines Husten- oder Niesstoßes liegt deutlich höher. 

Gerade nach offenen Nahtverfahren wie dem Minimal-Repair ist eine schnelle Rückkehr zur normalen Aktivität und Wiederaufnahme des sportlichen Trainings möglich. 

Bei komplexeren operativen Eingriffen wie dem „Anterior pelvic floor repair“ ist eine Rückkehr zum vollen Training oft erst nach 8 bis 12 Wochen realistisch. 

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt

 




 

 

 

Bachstraße 18
07743 Jena
Deutschland
Thüringen

Kathrin Reisinger
Telefon: 036 41 / 63 89 144
E-Mail-Adresse: presse@gots.org
 
 
Über Google: Medizin am Abend Berlin  
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

https://www.gots.org/blog/2021/03/02/die-verflixte-sportlerleiste/

 

 

Welche Risikofaktoren für Verletzungen nehmen Fußballspieler wahr?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Überflüssiges Stretching

Sportwissenschaftler der Uni Jena untersuchen Verletzungsprävention bei Fußballern 
 
Adduktoren, Syndesmoseband, Gelenkkapsel – zitieren TV-Kommentatoren die Krankenakte mancher Fußballer, kann der Zuschauer oftmals viel über die Anatomie des Menschen lernen.

  • Profi- und Nachwuchskicker sollten ihren Körper – und seine Schwachstellen – allerdings schon vor einer Verletzung gut kennen. 

Denn nicht immer grätscht einen der Gegner ins Krankenhaus, oft sind es auch eigene Schwächen.


Viele Schäden, die ohne Fremdeinwirkung passieren, könnten vermieden werden, wenn die Athleten beispielsweise vor dem Spiel gezielte Präventionsmaßnahmen durchführten.

Allerdings sollten das auch die richtigen sein. Denn so manche Übung, die Spieler mit der Überzeugung durchführen, sie beugten damit Verletzungen vor, hat keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Effekt. 

Das fanden Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena heraus.

Welche Risikofaktoren für Verletzungen nehmen Fußballspieler wahr?

Die Forschenden untersuchten während einer Studie, welche Risikofaktoren für Verletzungen Spieler überhaupt wahrnehmen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um diese zu verringern. Dabei fokussierten sich Prof. Dr. Astrid Zech von der Universität Jena und ihr Kollege Kai Wellmann auf Sprunggelenksverletzungen und befragten insgesamt 139 Profi- und Nachwuchsspieler zwischen 13 und 35 Jahren aus einem Verein, der auf Bundesliganiveau agiert. „Mehr als 91 Prozent der Befragten dehnen vor dem Training oder dem Spiel ihre Muskeln und gehen davon aus, so Verletzungen zu verhindern“, sagt Astrid Zech.  

„Allerdings gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass dieses Stretching als Präventionsmaßnahme funktioniert.“ Tatsächlich verringere es sogar die Sprung- und Sprintleistung.

Andererseits führte aber auch mehr als die Hälfte der Spieler ein sogenanntes sensomotorisches Training durch – also spezielle Aufwärmübungen, mit denen sie durch Sprung-, Balance- und Stabilisierungseinheiten tatsächlich wirksam Verletzungen vorbeugten.

Vor allem Fußballer, die bereits durch frühere Verletzungen geprägt sind, schützten sich zudem etwa mit einem Tapeverband und Schuheinlagen.

Koordinationsprobleme des Spielers als Verletzungsursache

Ein Grund für fehlgeleitete Präventionsmaßnahmen könnte in der falschen Wahrnehmung von Verletzungsursachen liegen. „Aus unserer Erfahrung rufen beispielsweise Koordinationsprobleme des einzelnen Spielers häufig Sprunggelenksverletzungen hervor“, erklärt die Jenaer Expertin. „Von den befragten Fußballern allerdings betrachten das nur etwa sieben Prozent als Risikofaktor, im Profibereich mit zwölf Prozent ein wenig mehr. Dabei kann gerade hier durch klar definierte Übungen Prävention betrieben werden“, so Zech. Als weitere intrinsische, also vom eigenen Körper ausgehende Verletzungsursachen betrachteten die Athleten etwa Müdigkeit und muskuläre Probleme. Leichter einigten sie sich auf externe Ursachen, wie den Gegenspieler und die äußeren Bedingungen, also etwa die Platzverhältnisse. In beiden Kategorien zeigten sich mitunter erhebliche Unterschiede zwischen Spielern mit und ohne ausgeprägte Krankenakte.

Für die Wissenschaftler sind das alles wichtige Informationen, denn mit einer solchen Studie überprüfen sie nicht zuletzt auch, wie viel ihrer eigenen Arbeit tatsächlich beim Spieler ankommt.

„Die Ergebnisse haben uns gezeigt, dass die Wahrnehmung, die der Verletzungsprävention entgegengebracht wird, weiter verstärkt werden muss“, resümiert Astrid Zech.

„Zwar sind sich die Fußballer einig, dass entsprechende Vorbeugemaßnahmen wichtiger Bestandteil ihres Trainings sein muss und auch der Weltverband FIFA unterstützt und finanziert entsprechende Programme, doch sollten Spieler und Trainer noch besser an aktuelle Ergebnisse angeschlossen sein und die entsprechende Offenheit und Aufmerksamkeit mitbringen.“ Zudem hofft die Trainingswissenschaftlerin der Universität Jena auf mehr Forschung in diesem Bereich.

Original-Publikation:
Zech, Wellmann: Perceptions of football players regarding injury risk factors and prevention strategies, PLOS ONE (2017), http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0176829

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




 









Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Prof. Dr. Astrid Zech
Institut für Sportwissenschaft der Universität Jena
Seidelstraße 20, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 945670
E-Mail: astrid.zech[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein Friedrich-Schiller-Universität Jena



Fürstengraben 1
07743 Jena
Postfach Jena
07737 Jena
Deutschland
Thüringen