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Die Nachsorge von Hodenkrebspatienten mit einem Tumormarker/Biomarker

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wichtige Fortschritte im Kampf gegen Hodenkrebs

Wissenschaftlern der Universität Bremen sind große Fortschritte im Kampf gegen den Hodenkrebs gelungen. 

Ein 2012 von ihnen gefundener Biomarker ist im Rahmen einer mehrjährigen multizentrischen Studie in Kooperation mit 37 europäischen Kliniken stark weiterentwickelt worden. 

Die Genauigkeit des Markers ist nachweislich so hoch, dass ein klinischer Einsatz deutlich näher rückt. 

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in einer der hochrangigsten Wissenschaftszeitschriften der Welt publiziert. 

Erfolgreich bei der Weiterentwicklung eines Biomarkers zur Hodenkrebs-Erkennung: Dr. Arlo Radtke (links) und PD Dr. Ganzafer Belge aus dem Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen.
Erfolgreich bei der Weiterentwicklung eines Biomarkers zur Hodenkrebs-Erkennung: Dr. Arlo Radtke (links) und PD Dr. Ganzafer Belge aus dem Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen. Kai Uwe Bohn / Universität Bremen

 
Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren. 

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes ist die Bestimmung der Konzentration sogenannter Biomarker im Blut der Patienten – aber zuverlässige Biomarker fehlten den Ärzten lange Zeit.

Ein erster bedeutender Schritt nach vorne war daher 2012 die Entdeckung eines äußerst vielversprechenden Biomarkers.

Eine Arbeitsgruppe um den Humangenetiker Dr. Gazanfer Belge von der Universität Bremen wies an elf Patienten mit Hodenkrebs die Wirksamkeit dieses Markers nach.

Erfolgreich bei der Weiterentwicklung eines Biomarkers zur Hodenkrebs-Erkennung: PD Dr. Ganzafer Belge (links) und Dr. Arlo Radtke aus dem Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen.
Erfolgreich bei der Weiterentwicklung eines Biomarkers zur Hodenkrebs-Erkennung: PD Dr. Ganzafer Belge (links) und Dr. Arlo Radtke aus dem Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen. Kai Uwe Bohn / Universität Bremen

37 europäische Kliniken beteiligt

Aber wo in der Medizinforschung ein erster Schritt gelingt, müssen in der Regel viele weitere folgen, bis eine wichtige Entdeckung eines Tages im klinischen Alltag landet. „Kein Arzt der Welt wird auf Biomarker vertrauen, die an nur einem Dutzend Patienten getestet wurden“, sagt Belge. Die aufsehenerregende Entdeckung vor sieben Jahren veranlasste die Wilhelm Sander-Stiftung für Krebsforschung, ein mit 170.000 Euro gefördertes Anschlussprojekt einzurichten. Mit der Drittmittelförderung wurde eine mehrjährige multizentrische Studie ermöglicht, an der 37 urologische und onkologische Kliniken aus verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen. „Dabei wurde der Biomarker in den vergangenen drei Jahren an mehr als 600 Patienten getestet und erheblich weiterentwickelt“, so der Humangenetiker.

Das Ergebnis: Der an der Universität Bremen erforschte und entwickelte Biomarker hat mittlerweile eine äußerst hohe Sensitivität und damit auch eine hohe Genauigkeit. 
  • „Nach einer Hodenkrebs-Behandlung durch Chemotherapie oder Bestrahlung wird der Erfolg mit Hilfe von bildgebenden Verfahren und Blutuntersuchungen überprüft. 

Der von uns entwickelte Biomarker zeigt bei 94 % der gesunden Fälle korrekt an, dass die Behandelten tatsächlich negativ auf Keimzelltumoren sind“, erläutert Dr. Arlo Radtke, der die Studie zusammen mit Gazanfer Belge durchführte. 

„Für den medizinischen Bereich bedeutet das eine sehr gute Erkennungsrate. Die Studie hat gezeigt, dass der Biomarker sowohl für die erste Diagnose als auch für die Erfolgskontrolle nach der Behandlung ein sicheres Instrument ist.“




183.000 Euro für Nachfolgestudie

Auf der klinischen Seite war Professor Klaus-Peter Dieckmann vom Hodentumorzentrum West der Asklepios-Klinik Hamburg-Altona einer der wichtigsten ärztlichen Fachleute, die beteiligt waren.

Er bestätigt die hohe Wirksamkeit des Biomarkers mit dem Namen miR-371-3p: 

„Aus der Sicht des Praktikers kann ich sagen: Der neue Tumormarker ist ein wichtiges Werkzeug bei der Nachsorge von Hodenkrebspatienten.“ Aufgrund der erneut positiven Ergebnisse hat sich die Deutsche Krebshilfe entschlossen, mit 183.000 Euro eine weitere Nachfolgestudie zu finanzieren. Das Projekt läuft über zwei Jahre und hat zum Ziel, den Biomarker auch für die Nachsorge von Hodentumorpatienten klinisch zu etablieren.

Beim wichtigen Schritt von der Machbarkeit im Labor zu einem anwendungsreifen, vermarktbaren Produkt wird auch Dr. Arlo Radtke beteiligt sein. Er wechselte nach dem Abschluss der von der Wilhelm Sander-Stiftung finanzierten Studie ins Team des jungen Start-Ups miRdetect GmbH, das den neuen Serum-Tumormarker für Hodenkrebs vermarkten will. Gegründet wurde das Unternehmen mit Hilfe von Exist-Fördermitteln des Bundes von den ehemaligen Bremer Universitätsforscherinnen Meike Spiekermann und Nina Winter. Beide hatten bis 2015 mit Gazanfer Belge zusammengearbeitet.

Publikation in hochrangiger Wissenschaftszeitschrift

Die Ergebnisse der Bremer Studie haben eine hohe Aufmerksamkeit in der Fachwelt erregt und wurden jetzt im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. Die Publikation gehört mit einem sogenannten Impact Faktor von 26,3 zu den bedeutendsten Wissenschaftszeitschriften der Welt. Die Zahl gibt den Einfluss einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift wieder und schlüsselt auf, wie oft die Artikel einer bestimmten Zeitschrift in anderen Publikationen zitiert werden.

Artikel im Journal of Clinical Oncology:

http://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.18.01480


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PD Dr. Gazanfer Belge
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Über die Universität Bremen:

Leistungsstark, vielfältig, reformbereit und kooperativ – das ist die Universität Bremen. Rund 23.000 Menschen lernen, lehren, forschen und arbeiten auf dem internationalen Campus. Ihr gemeinsames Ziel ist es, einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten. Mit gut 100 Studiengängen ist das Fächerangebot der Universität breit aufgestellt. Als eine der führenden europäischen Forschungsuniversitäten pflegt sie enge Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Region. Aus dieser Zusammenarbeit entstand 2016 die U Bremen Research Alliance. Die Kompetenz und Dynamik der Universität haben auch zahlreiche Unternehmen in den Technologiepark rund um den Campus gelockt. Dadurch ist ein bundesweit bedeutender Innovations-Standort entstanden – mit der Universität Bremen im Mittelpunkt.

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Originalpublikation:
http://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.18.01480

Darm- und Prostatakrebspatienten www.krebszweitmeinung.de

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Ärztlichen Zweitmeinung

Darm- und Prostatakrebspatienten, die eine qualifizierte ärztliche Zweitmeinung wünschen, können künftig von der Expertise der Zentren mit einer Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) profitieren. 

Rund 140 DKG-zertifizierte Darm- und 40 Prostatakrebszentren stellen ihr Know-how ab April 2019 auf dem Zweitmeinungsportal www.krebszweitmeinung.de der HMO AG zur Verfügung. 
 
  • Das Portal vermittelt den Kontakt zu den DKG-zertifizierten Zentren und übernimmt die organisatorische Betreuung der Ratsuchenden beim Einholen der Zweitmeinung − die Betroffenen haben die Wahl zwischen der Beurteilung ihres Falls nach Aktenlage allein oder nach einer zusätzlichen persönlichen Vorstellung an einem zertifizierten Zentrum. 

Die Zweitmeinung wird nach interdisziplinärer Fallbesprechung in der Tumorkonferenz erstellt.

Die DKG begleitet diesen Zweitmeinungsservice durch eine wissenschaftliche Evaluation.

Bei den Zentren mit einer Zertifizierung der DKG handelt es sich um interdisziplinäre Versorgungsnetzwerke, in denen alle relevanten ärztlichen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und sich freiwillig einer strengen Qualitätskontrolle unterziehen. Viele der Qualitätsanforderungen, die für eine Zertifizierung erfüllt sein müssen, leiten sich aus den Empfehlungen der aktuell geltenden onkologischen Leitlinien ab. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das aktuell verfügbare medizinische Wissen in die Therapieentscheidung einfließt.

Insgesamt mehr als 1000 Zentren in über 440 Krankenhäusern weisen mittlerweile ein Zertifikat der DKG auf, rund 40 Prozent aller Patientinnen und Patienten mit der Erstdiagnose Krebs in Deutschland werden an einem DKG-zertifizierten Zentrum behandelt. „Verschiedene Studien zeigen, dass statistisch gesehen das Gesamtüberleben der Patienten an zertifizierten Darmkrebszentren deutlich höher ist als an nicht zertifizierten Zentren“, erklärte Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Vizepräsident der DKG anlässlich eines Gesprächs in Berlin.

  • Umso wichtiger sei es, dass diejenigen, die außerhalb von zertifizierten Zentren behandelt werden, die Möglichkeit erhielten, eine qualifizierte Zweitmeinung durch ein interdisziplinär besetztes Tumorboard einzuholen.

Doch auch bei Patienten mit einer Therapieempfehlung eines zertifizierten Zentrums kann der Wunsch nach zusätzlicher Abklärung bestehen.

„Das gilt vor allem bei komplexen Krankheitsbildern, oder wenn, wie etwa in den frühen Stadien eines Prostatakarzinoms, verschiedene Therapieoptionen möglich sind und die Entscheidung schwer fällt“, so Prof. Dr. Thorsten Schlomm, Urologe und Leiter des DKG-zertifizierten Prostatakarzinomzentrums der Charité Universitätsmedizin Berlin.

„Wir freuen uns, dass Patientinnen und Patienten künftig auf die zertifizierten Zentren als qualifizierte Zweitmeinungsgeber zurückgreifen können und hoffen dabei sehr auf eine breite Unterstützung durch die Krankenkassen.“

  • Auch wenn einige Kassen derzeit eine ärztliche Zweitmeinung bei Krebspatienten erstatten, eine gesetzliche Verpflichtung für eine Kostenübernahme besteht bei onkologischen Indikationen nicht. 

Außerdem ist bei manchen der bestehenden Zweitmeinungsangebote derzeit unklar, ob die Begutachtung durch eine Tumorkonferenz erfolgt und die aktuell geltenden Leitlinien sowie die Patientenperspektive ausreichend berücksichtigt werden.

Die Deutsche Krebsgesellschaft

Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) – eine Nachfolgeorganisation des 1900 gegründeten „Comité für Krebssammelforschung“ – ist die größte wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. In der DKG vertreten sind über 8.000 Einzelmitglieder in 25 Arbeitsgemeinschaften, die sich mit der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen befassen; dazu kommen 16 Landeskrebsgesellschaften und 37 Fördermitglieder. Die DKG engagiert sich für eine Krebsversorgung auf Basis von evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und konsequenten Qualitätsstandards, ist Mitinitiatorin des Nationalen Krebsplans und Partnerin der „Nationalen Dekade gegen Krebs“. https//:www.krebsgesellschaft.de

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Katrin Mugele Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
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Depressionen, Angststörungen oder traumatische Stresssituationen https://mentalhealth.charite.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gebündelte Expertise für psychische Gesundheit: Charité Mental Health gegründet

  • Depressionen, Angststörungen oder traumatische Stresssituationen – in Deutschland leidet etwa jeder vierte Erwachsene im Laufe eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. 

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin tragen Ärzte und Wissenschaftler täglich dazu bei, dass Patientinnen und Patienten ihre seelische Gesundheit wiedererlangen. 

Ihre Expertise wird jetzt in der neuen Forschungsplattform Charité Mental Health gebündelt. 

  • Ziel ist es, Forschungsvorhaben zu vernetzen und so die Prävention, die Diagnostik sowie die Therapien von psychischen Erkrankungen weiter zu verbessern. 
 
Psychische Erkrankungen nehmen weltweit zu und belasten den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen in erheblichem Maße.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Kliniken und zwei Instituten der Charité haben sich nun in Charité Mental Health zusammengeschlossen, um gemeinsam die Ursachen psychischer Erkrankungen noch gezielter zu erforschen und neue Strategien für ihre Behandlung zu entwickeln.  
  • Zusätzlich bringt eine Arbeitsgruppe des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin ihre Fachkompetenz ein.

Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité, erklärt: „In allen psychiatrischen und psychologischen Einrichtungen der Charité wird Forschung auf internationalem Spitzenniveau betrieben. Mit der Gründung von Charité Mental Health wird diese nun gebündelt, um die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser zu vernetzen und unsere Forschungsleistung weiter auszubauen.“

Prof. Dr. Isabella Heuser-Collier, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin und wissenschaftliche Sprecherin der neuen Plattform, ist der Überzeugung:

„Forschung, Lehre und Krankenversorgung gehen an der Charité Hand in Hand.

Unsere neue Initiative profitiert in erheblichem Maße von der exzellenten Forschungsinfrastruktur und greift auf eine breit aufgestellte wissenschaftliche Expertise an der Charité zu häufigen und seltenen psychischen Erkrankungen zurück.“

Ziel von Charité Mental Health ist es, Patientinnen und Patienten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Stakeholder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren und zu vernetzen. 

Dafür sollen regelmäßig wissenschaftliche Veranstaltungen durchgeführt und Forschungsergebnisse öffentlich präsentiert werden.

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Prof. Dr. Isabella Heuser-Collier
Direktorin Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Sprecherin Charité Mental Health
Campus Benjamin Franklin
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 517 501
E-Mail: isabella.heuser@charite.de

Manuela Zingl Charité – Universitätsmedizin Berlin

Charitéplatz 1
10117 Berlin
Deutschland
Telefon: 030 / 450 570 400
Fax: 030 / 450 570 940
E-Mail-Adresse: manuela.zingl@charite.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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Insulinresistenz - Bluthirnschranke

Medizin am Abend Berlin Fazit: Insulin: Schützender Anpassungsmechanismus im Gehirn

Insulin unterstützt Nervenzellen dabei, eine bestimmte Klasse von Eiweißstoffen zu produzieren, die wichtig für die Gesundheit des Gehirns sind. 

Das zeigen Untersuchungen mit Mäusen von DZD-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am DIfE im Fachblatt Molecular Metabolism: 

Tiere, denen das Hormon durch die Nase verabreicht wurde, exprimierten – im Vergleich zu Mäusen, die kein intranasales Insulin bekamen – mehr der schützenden Proteine und fraßen weniger wohlschmeckendes, fettreiches Essen. 
 
Zellen „antworten“ auf Stress, indem sie mehr Schutzmoleküle herstellen, die diesem Stress entgegenwirken.

  • Diese sorgen unter anderem dafür, dass die Proteinreifung schnell, präzise und möglichst fehlerfrei abläuft. 

So passt sich der Körper auch an Extrembedingungen an, die entstehen können, wenn wir ständig zu viel oder zu wenig essen. „Meist wird mit dem Begriff ‚Stress‘ etwas Negatives assoziiert. Hinter der zellulären Stressantwort verbirgt sich jedoch ein Prozess, der dafür sorgt, dass die Zellen gesund bleiben –in diesem Zusammenhang also etwas Positives“, sagt Dr. André Kleinridders, der im Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) die Ursachen und Folgen der Insulinresistenz im Gehirn untersucht.  
 
Im zentralen Nervensystem ist Insulin für die Feinabstimmung der Hirnfunktion verantwortlich. 

  • Es beeinflusst sowohl das Belohnungszentrum, die Nahrungsaufnahme als auch die geistigen Fähigkeiten und die Emotionalität. 
  • Eine Insulinresistenz führt dazu, dass das Hormon nicht mehr wirkt, obwohl es in ausreichenden Mengen verfügbar ist.

Kleinridders und sein Team fanden nun heraus, dass Insulin im Gehirn dazu führt, dass die Zelle vermehrt Schutzmoleküle herstellt, darunter die für den Zusammenbau von Eiweißstoffen unentbehrlichen Hitzeschock-Proteine HSP10 und HSP60. 

  • Über diesen Signalweg kontrolliert Insulin im Hypothalamus – der Hirnregion, die unser Essverhalten steuert die Funktion der Mitochondrien. 

In diesen Organellen der Zellatmung wird die für den Körper lebenswichtige Energie erzeugt. 

Sie werden deshalb auch als „Kraftwerk“ der Zellen bezeichnet. Eine defekte Stressantwort wäre der Untergang der Mitochondrien und somit auch das Ende der Nervenzellen.


Der Verlust dieser Moleküle kann sowohl mit Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, als auch mit verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen einhergehen.

Mehr „Stress“, weniger Hunger


  • Bisher war bekannt, dass intranasales Insulin bei gesunden Menschen das Hungergefühl für zuckerreiches Essen dämpft. 
  • Wird Insulin durch die Nase, beispielsweise mit einem Spray, verabreicht, umgeht es die Bluthirnschranke und gelangt direkt ins Gehirn. 

In der aktuellen Studie konnten die Forscherinnen und Forscher beobachten, dass gesunde Mäuse, die Insulin „schnupften“, ebenfalls weniger der angebotenen schmackhaften, diesmal allerdings nicht zucker-, sondern fettreichen Speisen aßen.

Zudem stellte das Wissenschaftlerteam fest, dass die Mäuse vermehrt die erwähnten Schutzmoleküle bildeten, die die Funktion der Mitochondrien im Hypothalamus und somit die Gesundheit der Nervenzellen unterstützen.

Das Forscherteam untersuchte auch diabetische Mäuse, die nicht über körpereigenes Insulin verfügen und Mäuse, die durch eine fettreiche Nahrung resistent gegen das Hormon wurden.

Beide Gruppen hatten eine verminderte Stressantwort.

Durch die Stimulation mit Insulin konnte die Antwort wieder normalisiert werden
  • „Wir wissen bis heute nicht, warum diabetische Patienten ein erhöhtes Risiko haben an Alzheimer oder Parkinson zu erkranken. 

Der insulinabhängige Regulationsmechanismus der Stressantwort liefert dafür wichtige Erklärungsansätze, die unbedingt weiterverfolgt werden sollten“, sagt Kristina Wardelmann, Doktorandin der Nachwuchsgruppe und Erstautorin der Studie.

Gesundes Altern nachhaltig fördern

Neben dem Insulin scheinen auch Nahrungsbestandteile wie Fett, die Stressantwort im Gehirn zu beeinflussen.

 „Vermutlich nimmt das Gehirn erhöhte Mengen an Fettsäuren wahr und aktiviert anpassende Stoffwechselreaktionen“, erklärt Kleinridders.

Künftig möchte die Gruppe auch nach Nährstoffen suchen, die eine ähnlich positive Wirkung wie das Insulin auf die Funktion der Mitochondrien und somit auf die Energielieferung und den Stoffwechsel haben.

Das Wissen darum könnte dazu beitragen, neuartige Interventionsstrategien zu entwickeln, die gesundes Altern nachhaltig fördern.

Literatur

Original-Publikation

Wardelmann K, Blümel S, Rath M, Alfine E, Chudoba C, Schell M1, Cai W, Hauffe 1, Warnke K, Flore T, Ritter K, Weiß J, Kahn CR, Kleinridders A. Insulin action in the brain regulates mitochondrial stress responses and reduces diet-induced weight gain. Molecular Metabolism (2019) [https://doi.org/10.1016/j.molmet.2019.01.001]

Ähnlicher Artikel

Chudoba C, Wardelmann K, Kleinridders A. Molecular effects of dietary fatty acids on brain insulin action and mitochondrial function. Biological Chemistry (2019) [https://doi.org/10.1515/hsz-2018-0477]


Hintergrundinformationen

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD)

Das DZD ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner.

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Dr. André Kleinridders
Leiter der Nachwuchsgruppe Zentrale Regulation des Stoffwechsels
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: +49 (0)33200 88-2428
E-Mail: andre.kleinridders@dife.de

Sonja Schäche
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Tel.: +49 33200 88-2278
E-Mail: sonja.schaeche@dife.de

Arthur-Scheunert-Allee 114/116
14558 Nuthetal, OT Bergholz-Rehbrücke
Deutschland
Brandenburg  
Originalpublikation:
Wardelmann K, Blümel S, Rath M, Alfine E, Chudoba C, Schell M1, Cai W, Hauffe 1, Warnke K, Flore T, Ritter K, Weiß J, Kahn CR, Kleinridders A. Insulin action in the brain regulates mitochondrial stress responses and reduces diet-induced weight gain. Molecular Metabolism (2019) [https://doi.org/10.1016/j.molmet.2019.01.001]

Untersucher-Einladung: Für Musiker / Nicht-Musiker / Instrumentalmusiker

Medizin am Abend Berlin Fazit: Musiker und die Fingerfertigkeit im Alter: Jacobs University Bremen sucht Studienteilnehmer

Die Fähigkeit des Menschen, mit den Fingern kleine Objekte zu greifen und feine Oberflächenstrukturen zu ertasten, nimmt mit dem Alter ab. 

  • Verantwortlich dafür ist nicht nur eine Abnahme der Empfindlichkeit der Finger, sondern sind Veränderungen im Gehirn. 

Welche das genau sind, wollen Forscher der Jacobs University Bremen am Beispiel von Musikern untersuchen. 

Als Studienteilnehmer gesucht werden Musiker im Alter von 20 bis 30 Jahren sowie ab 55 Jahren. 

Sie sollten seit mindestens zehn Jahren regelmäßig, etwa zwei Stunden täglich, ihr Instrument spielen. 

Gesucht werden zudem Nicht-Musiker derselben Altersgruppe.  
  • Bei der Veränderung der Fingerfertigkeiten spielen diejenigen Regionen des Gehirns, die für die Verarbeitung und die Wahrnehmung sensorischer Reize wichtig sind, eine Rolle. 

Forscher der Jacobs University haben nachgewiesen, dass Menschen, die einer Tätigkeit oder einem Hobby nachgehen, das regelmäßig ein hohes Maß an Fingerfertigkeit erfordert, bis ins hohe Alter eine größere Feinfühligkeit aufweisen als diejenigen, die ihre Hände nicht so ausgiebig schulen.

Dies gilt etwa für Instrumentalmusiker.

Durch tägliches feinmotorisches Training wird das Altern des Gehirns also verlangsamt. Was genau dabei im Gehirn passiert und wie man dem Gehirn dabei helfen kann, die sensorische Wahrnehmung zu trainieren, wollen die Forscher nun in ihrer neuen Studie untersuchen.

Der Zeitaufwand für mögliche Probanden ist überschaubar: Sie müssten an zwei Tagen jeweils zwei Stunden auf dem Campus der Jacobs University in Bremen Nord verbringen.

  • Während sie mit den Fingern Dinge ertasten und unterscheiden, werden mittels kleiner Elektroden auf dem Kopf die Hirnströme (EEG) gemessen. 

Im Anschluss werden winzige Stromimpulse appliziert, die kurzfristig die Gehirnaktivität verstärken oder abschwächen sollen.

Sowohl das EEG als auch die Gehirnstimulation werden weltweit in zahlreichen Studien eingesetzt und sind absolut unbedenklich, schmerzfrei und frei von Neben- oder Nachwirkungen.

Für ihre Unterstützung erhalten Studienteilnehmer eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde.


Über die Jacobs University Bremen:
In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre mehr als 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.
Für weitere Informationen: www.jacobs-university.de
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Carolin Neudeck
c.neudeck@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504

B.Sc. Maite Koop | Arbeitsgruppe Neurowissenschaften| Psychologie und Methoden
m.koop@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3045

Campus Ring 1
28759 Bremen
Deutschland
Bremen



CAVE: Leichte, mittlere bis schwere Atmungsstörung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sorgfältiger erfassen: Schlafstörungen bei Demenz

  • Atmungsgestörter Schlaf kann das Gehirn belasten und erhöht das Demenzrisiko: 

Fast 90% der dementen Patienten in einer altersmedizinischen Krankenhausumgebung leiden an Atemaussetzern (Apnoe) im Schlaf; das haben nun Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikum Essen herausgefunden. 

  • Rund 40% der Patienten hatten eine leichte und fast 48% eine mittlere bis schwere Atmungsstörung. 
 
Mit nasaler Sauerstoffgabe oder positiver Atemdrucktherapie kann Abhilfe geschaffen werden:

  • Beide Therapien versorgen die Schlafenden mit Sauerstoff, so dass ihr Gehirn während der kurzen Atemaussetzer keinen Sauerstoffmangel erleidet. 

Studien zeigten bereits, dass sich durch diese Maßnahmen die Denkfähigkeit auch bei Demenzerkrankten etwas verbessert.

„Je früher wir die Atmungsstörungen erkennen und behandeln, umso mehr könnten auch Patienten mit leichter Demenz davon profitieren, und die Krankheit schreitet vermutlich langsamer voran“, so Prof. Dr. Dirk Hermann, Professor für vaskuläre Neurologie, Demenz und Altersforschung an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Das Problem ist jedoch, dass die Atemmasken oft als störend empfunden werden. 

  • Weniger als ein Drittel der untersuchten Patienten konnte die Maske über mehr als sechs Stunden benutzen. 

Die Sauerstoffbehandlung ist hier eine sehr geeignete Alternative.

Die Forscher sehen deshalb weiteren Forschungs- und Innovationsbedarf, um neue Therapien zu entwickeln, die auch von alten Patienten gut vertragen werden.

Weitere Informationen:
„Sleep-Disordered Breathing in Hospitalized Geriatric Patients with Mild Dementia and Its Association with Cognition, Emotion and Mobility“


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Milena Hänisch
Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723- 6274
milena.haenisch@uk-essen.de

Prof. Dirk M. Hermann
Lehrstuhl für vaskuläre Neurologie
Demenz und Altersforschung
Tel. 0201/755-2180
dirk.hermann@uk-essen.de

Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Deutschland
Nordrhein-Westfalen 

Originalpublikation:
https://www.mdpi.com/1660-4601/16/5/863

Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) - Hormon Vasopressin - Lithium als Medikament

Medizin am Abend Berlin Fazit: Ein Pilzmedikament hilft der Niere auf die Sprünge

Bei Fluconazol, einem längst zugelassenen Medikament gegen Pilzbefall, hat ein MDC-Forschungsteam überraschende neue Eigenschaften entdeckt. 

Die Substanz hilft, Wasser aus dem Urin zu ziehen. 

Das wiesen die Forschenden in Nagern nach. 
  • Patientinnen und Patienten mit seltenen genetischen Krankheiten, bei denen der Wassertransport der Niere beeinträchtigt ist, könnte das Pilzmittel einmal helfen. 

Der Weg zu einer Therapie ist trotzdem nicht ganz einfach. 

In den Nierenzellen der Ratte wandert das grün markierte Aquaporin AQP2 teilweise zur Zelloberfläche, sobald sie durch das Medikament Forskolin stimuliert wurden. Zellkerne erscheinen rot.
In den Nierenzellen der Ratte wandert das grün markierte Aquaporin AQP2 teilweise zur Zelloberfläche, sobald sie durch das Medikament Forskolin stimuliert wurden. Zellkerne erscheinen rot. AG Klussmann, MDC
 
  • Bis zu 20 Liter Harn rauschen bei den Erkrankten täglich in die Toilette, und ebenso viel müssen sie auch trinken. 

Das schränkt das Leben von Patientinnen und Patienten mit Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) stark ein.

  • Bei ihnen entzieht die Niere dem Harn nicht genügend Wasser. 

Dies kann genetische Ursachen haben, aber zum Beispiel auch durch Medikamente ausgelöst werden.

Diesen Menschen könnte zukünftig ein Pilzmedikament mit dem Namen Fluconazol helfen. Das haben die Forschungsteams um Dr. Enno Klußmann und Professor Kai Schmidt-Ott am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin herausgefunden. In ihrer neuen Arbeit im Fachblatt Journal of the American Society of Nephrology erklären sie, wie das Medikament in der Niere wirkt. Sie zeigen aber auch, weshalb es nicht für alle an Diabetes insipidus Erkrankten geeignet ist.

Durch Fluconazol gelangt mehr Wasser zurück in den Körper

Das Arzneimittel aktiviert winzige Wasserkanäle (Aquaporine) in den Zellen der Niere, die in kleinen Vorratsbläschen gespeichert werden. Einmal aktiviert bilden sie Poren in der Zelloberfläche, durch die Wassermoleküle fließen können.

Die Niere transportiert so Wasser aus dem Harn zurück in den Körper.

Normalerweise wird dieser Prozess durch das Hormon Vasopressin exakt gesteuert.

„Wenn das Hormon fehlt oder an der Zelle nicht wirken kann, kann dies zu massiven Verlusten an freiem Wasser über den Urin führen“, sagt Dr. Christian Hinze aus dem Team des Nierenspezialisten Schmidt-Ott am MDC. „Fluconazol schafft das auch ohne Hormon, zu einem gewissen Grad.“

Etwa 30 Prozent der normalen Wasserrückgewinnung kann Fluconazol bei Mäusen wiederherstellen. Dies wiesen Hinze und seine Kollegin Dr. Tanja Vukićević an Tieren nach, bei denen die Vasopressin-Wirkung durch einen anderen Wirkstoff außer Kraft gesetzt wurde.

Keine Therapie für alle Erkrankten

Durch diese Versuche können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser einschätzen, ob die Substanz überhaupt das Zeug zu einem neuen Therapeutikum für den Menschen hat. „Fluconazol nützt nur etwas, wenn in der Nierenzelle noch die Maschinerie für die Aquaporine intakt ist“, sagt Klußmann. Patientinnen und Patienten, deren Aquaporin-Gen mutiert ist, könnte eine zukünftige Therapie mit Fluconazol zum Beispiel nicht helfen.

Hoffnung gibt es jedoch für die Betroffenen, deren Körper erblich bedingt zu wenig Vasopressin produziert, oder deren Nierenzellen durch eine Mutation gegenüber dem Hormon unempfindlich sind.

  • Zudem scheidet etwa die Hälfte der Personen, die Lithium als Medikament nehmen müssen, zu viel Wasser aus. 

Auch ihre Nieren reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon und könnten im Prinzip von Fluconazol profitieren.

Wirkung in den Zellen der Sammelrohre der Niere

„Jeder Mensch erzeugt in seinen Nieren täglich ganze 180 Liter Primärharn“, sagt Hinze. „Am Ende dürfen aber nur wenige Liter pro Tag als Urin entstehen.“ Dafür ziehen die winzigen Röhrchen, die den Harn ins Nierenbecken leiten, je nach Bedarf mehr oder weniger Wasser aus der Flüssigkeit.

  • Entscheidend für die hormonell gesteuerte Feinabstimmung dieses Prozesses sind die letzten Abschnitte dieser Leitungsbahnen, die Sammelrohre.

An dieser Stelle greift das wiederentdeckte Arzneimittel ein.

Die MDC-Forscherin Tanja Vukićević kultivierte die Zellen des Sammelrohrs von Ratten in der Petrischale und analysierte die Wirkung im Detail.

In ihren Versuchen beobachtete sie, wie die Aquaporin-Moleküle unter dem Einfluss des Medikaments an die Oberfläche der Zelle wandern. Ein befreundetes Team von der Christian-Albrechts-Universität Kiel präparierte die winzigen Sammelrohre aus Mäusenieren und wies dort direkt nach, dass Fluconazol den Wassertransport verbessert.

Die nächsten Schritte führen in die Klinik

Bereits 2013 hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Klußmann in einem großen Screening-Test entdeckt, dass Fluconazol die Lokalisation der Aquaporine beeinflusst.

Als nächsten Schritt planen die Forscherinnen und Forscher eine Studie an einigen wenigen Personen.

Erst dann könne sich zeigen, ob das Medikament auch beim Menschen den erhofften Effekt hat.

Es bleibt natürlich abzuwarten, ob eine solche Therapie wirksam und gleichzeitig verträglich wäre“, sagt Klußmann, der zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen die klinische Studie plant.

„Auch wenn es nur wenigen Menschen hilft, wäre es die Mühe wert gewesen.“

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PD Dr. Enno Klußmann
Leiter der Arbeitsgruppe „Ankerproteine und Signaltransduktion“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
enno.klussmann@mdc-berlin.de
+49 30 9406-2596

Professor Dr. Kai Schmidt-Ott
Leiter der Arbeitsgruppe „Molekulare und translationale Nierenforschung“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
kai.schmidt-ott@mdc-berlin.de
+49 30 9406 2512

Jutta Kramm Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Deutschland
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Telefon: 030-9406-2140
E-Mail-Adresse: jutta.kramm@mdc-berlin.de

Originalpublikation:
Tanja Vukicevic, Christian Hinze, et al. (2018): „Fluconazole Increases Osmotic Water Transport in Renal Collecting Duct through Effects on Aquaporin-2 Trafficking.“ J Am Soc Nephrol 30. https://doi.org/10.1681/ASN.2018060668

Editorial von Joseph G. Verbalis: „An Antifungal for Antidiuresis?“ J Am Soc Nephrol 30 https://doi.org/10.1681/ASN.2019030285

Aortenklappenersatz: Tod, Schlaganfall, Rehospitalisation

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGTHG und SGHC: Stellungnahme zu vorgestellten Studienergebnissen TAVI

Zwei neue randomisierte Studien bestätigen die Stärken und Schwächen von TAVI Klappen auch für Patienten mit niedrigerem Operationsrisiko – 

  • Entscheidende Frage nach dem Langzeitverlauf bleibt weiterhin offen. 
 
Am 17.03.2019 wurden auf dem Kongress des American College of Cardiology in New Orleans die Ergebnisse der PARTNER 3 und der Evolut Studie über TAVI bei Niedrigrisiko-Patienten vorgestellt.

  • Beide Studien zeigen die Gleichwertigkeit der TAVI-Prozedur sowohl mit der ballon-expandierbaren Sapien-Prothese als auch mit der selbst-expandierenden Evolut-Prothese gegenüber dem konventionellen Aortenklappenersatz bezüglich der gewählten Endpunkte Tod, Schlaganfall und Rehospitalisation.

  • In der PARTNER 3 Studie zeigte sich sogar ein signifikant niedrigeres Risiko für Tod, Schlaganfall und Rehospitalisation nach einem Jahr,  
  • während der Evolut Trial eine Vorauswertung mithilfe Bayesscher Statistik publizierte und keinen Unterschied für Tod oder beeinträchtigenden Schlaganfall nach 24 Monaten zeigte.

Die insgesamt guten Ergebnisse in den chirurgischen und in den Katheterklappengruppen mit 30 Tage Letalitäten zwischen 0,4% und 1,3% sind allerdings wenig überraschend, da es sich um Patienten mit einem niedrigen Risiko handelte. 

Ebenso wenig überrascht, dass sich die „TAVI-typischen“ Limitationen wie höhere Schrittmacherpflichtigkeit und eine höhere Rate an paravalvulären Lecks im Vergleich zum konventionellen Klappenersatz auch in diesem Niedrigrisikokollektiv nachweisen lassen.

Die Frage nach längerfristigen Ergebnissen kann mit diesen Studien (Follow-up 1-2 Jahre) weiterhin noch nicht beantwortet werden.

In Zukunft werden Herzchirurgen und Kardiologen bei der Aufklärung für die Prozeduren gemeinsam mit dem Patienten eruieren müssen, welche Themen für die individuelle Entscheidung des Patienten wichtiger sind:

Lange Haltbarkeit oder ein möglicherweise niedrigeres prozedurales Gesamtrisiko verbunden mit einer höheren Rate an zusätzlich notwendigen Schrittmacherimplantationen. 

Die Entscheidung, für die eine oder andere Prozedur, wird sich eher an den spezifischen Vor- und Nachteilen von TAVI und chirurgischen Klappen orientieren und weniger als heute am reinen Risikoprofil der Patienten.

  • Die neuen Ergebnisse stärken daher die Forderung nach einer individuellen Indikationsstellung zum Aortenklappenersatz im Herzteam mit gemeinsamer Beratung der Patienten.

Weitere Informationen unter www.dgthg.de, www.swisscardiac.org.



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Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
Präsident Prof. Dr. Jan Gummert
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 58/59
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Schweizerische Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie
Präsident Prof. Dr. Friedrich Eckstein
Hôpitaux Universitaires Genève, HUG
Rue Gabrielle-Perret-Gentil 4
1205 Genève
Schweiz

Regina Iglauer-Sander Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.
Telefon: 030/78890464
Fax: 030/78890465
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
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Untersucher-Einladung zur Studie: Training geistige/körperlche Fitness im Alter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Fitness im Alter verbessert werden kann

TU Chemnitz sucht für neue Runde Teilnehmerinnen und Teilnehmer an DFG-geförderter Studie – Einblick in aktuelle Forschung 
 
Für die nächste Runde im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „MinD“ zur Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter sucht ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Inhaberin der Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation) an der Technischen Universität Chemnitz, ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren.

Die Studie richtet sich an Personen, die bereit sind, an einem zwölfwöchigen Training teilzunehmen.

Das Training findet zweimal pro Woche für etwa eine Stunde an der TU Chemnitz (Standorte: Reichenhainer Straße 29A oder Straße der Nationen 62) statt.

Begleitet werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von erfahrenen Trainerinnen und Trainern.

Vor und nach dem Training werden zusätzlich verschiedene Aufgaben zur Erfassung der körperlichen und geistigen Fitness durchgeführt.

Dazu gehören Denksportaufgaben, Gleichgewichts- und Gehaufgaben, sowie Aufgaben in einem Fahrsimulator.


Teilnehmende sollten keine neurologische, psychiatrische oder Herz-Kreislauf-Erkrankung haben. 

  • Außerdem sollten sie im letzten halben Jahr mindestens einmal pro Woche Auto gefahren sein.

Teilnehmende erhalten Einblick in ein aktuelles Forschungsprojekt, können kostenfrei an einem wissenschaftlich-fundierten, maßgeschneiderten Training teilnehmen und erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 60 Euro.

Hintergrund: Alter und Fitness im Projekt „MinD“

Körper und Geist verändern sich im Alter.

Häufig berichten ältere Menschen von verminderter geistiger Fitness und körperlicher Leistungsfähigkeit.

Dies kann zu einer Abnahme des subjektiven Wohlbefindens sowie nachweisbaren Einschränkungen im Alltag führen.

Dabei bleiben sowohl Körper als auch Gehirn bis ins hohe Alter trainierbar. 

Wie genau das Training gestaltet sein muss und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, wird derzeit in einer Langzeitstudie (Start: Ende Februar 2019) von Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Psychologinnen und Psychologen der TU Chemnitz und der Sporthochschule Köln erforscht. Im Sommer 2019 startet eine zweite Runde.

Ende Februar 2019 startete an der TU Chemnitz ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur Erforschung der Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter.

Hierfür werden ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren gesucht. Unter der Führung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Nicole Hudl und Robert Stojan (Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation)), sowie Prof. Dr. Otmar Bock und Konstantin Wechsler (Deutsche Sporthochschule Köln) wird das Projekt „MinD“ in den kommenden eineinhalb Jahren realisiert.

Das Forscher*innen-Team erfasst alle Anfragen auf einem Anrufbeantworter (Telefon: 0371/531 19939) oder per E-Mail (mind@hsw.tu-chemnitz.de). 

Interessenten werden gebeten, ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Telefonnummer) für eine erste Kontaktaufnahme anzugeben.

Das Team meldet sich dann schnellstmöglich, um auf Fragen einzugehen und die Teilnahmevoraussetzungen zu klären.

Hinweis: Datenschutz

Alle persönlichen Informationen zur Teilnahme an der Studie, die Ergebnisse der Befragungen und der verschiedenen Untersuchungen werden streng vertraulich behandelt, ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke und unter strenger Einhaltung der aktuellen datenschutzrechtlichen Vorschriften genutzt.

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Nicole Hudl Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation),
Tel. +49 (0)371/531-19939
E-Mail mind@hsw.tu-chemnitz.de

Matthias Fejes Technische Universität Chemnitz
Telefon: 0371 531-32026
E-Mail-Adresse: matthias.fejes@verwaltung.tu-chemnitz.de
 
Straße der Nationen 62, Raum 109
09111 Chemnitz
Postfach
09107 Chemnitz
Deutschland
Sachsen 




Delirspitzen: Patienten mit postoperativem Delir (POD)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Verwirrtheit nach einer OP im Alter vorbeugen

  • Nach einer Operation sind gerade ältere Menschen häufig verwirrt. 
Sie können: 

orientierungslos, 
unruhig,
unter Halluzinationen, Angstzuständen oder Schlafstörungen leiden. 

Ein postoperatives Delir birgt die Gefahr einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit und ein erhöhtes Sterberisiko. 

Daher ist es wichtig, Delir gefährdete Personen bei der Behandlungsplanung frühzeitig zu erkennen. 

  • Dazu startete die Anästhesieambulanz am Universitätsklinikum Bonn ein Forschungsprojekt zur Erkennung des Risikos für postoperatives Delir. 

In der Beobachtungsstudie PROPDESC werden binnen zwölf Monaten 1.000 operative Patienten des Universitätsklinikums Bonn, die 60 Jahre und älter sind, untersucht. 

Studie zum postoperativen Delir im Alter: (v. li) Prof. Maria Wittmann und Dr. Jan Menzenbach freuen sich zusammen mit ihrer Patientin Tamara O., dass sie fünf Tage nach der Operation wohlauf ist
Studie zum postoperativen Delir im Alter: (v. li) Prof. Maria Wittmann und Dr. Jan Menzenbach freuen sich zusammen mit ihrer Patientin Tamara O., dass sie fünf Tage nach der Operation wohlauf ist © Rolf Müller / UK Bonn
 
Deutschlandweit steigt unter anderem durch den demographischen Wandel der Anteil älterer Patienten im Krankenhaus.

So sind laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes mehr als die Hälfte der Behandelten, die operiert werden, 60 Jahre und älter.

Die häufigste Komplikation dieser Patienten ist das postoperative Delir (POD). 

„Es gefährdet nachhaltig den Behandlungserfolg und führt sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit“, sagt Dr. Jan Menzenbach, Leiter der Anästhesieambulanz an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

  • In Folge eines Delirs kann selbstgefährdendes Verhalten zu Wundinfekten oder gar Knochenbrüchen führen. 
  • Zudem steigt bei fehlender Mitwirkung der Patienten durch Bettlägerigkeit die Gefahr, eine Lungenentzündung zu erleiden. 
Dies kann die Genesung beeinträchtigen – bis hin zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit oder sogar einem tödlichen Verlauf.

Hochrisiko-Patienten für Delir herausfiltern

„Aufgrund der Altersstruktur stationärer Patienten nimmt diese Problematik zu.

Um dem entgegenwirken zu können, ist es wichtig, Delir gefährdete Menschen frühzeitig bei der Behandlungsplanung zu erkennen“, beschreibt Oberarzt Menzenbach seine Motivation, die Beobachtungsstudie PROPDESC zu initiieren.

Zwar seien Delir begünstigende Faktoren wie Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration und Wahrnehmung sowie mehrere Begleiterkrankungen und Einnahme von vielen Medikamenten bekannt, doch würden diese nicht zur Vorhersage eines Delir-Risikos genutzt. 

„Kennen wir die Hochrisiko-Patienten aber, dann können wir uns auf sie konzentrieren und im Idealfall das Delir verhindern oder seine Länge reduzieren – und so auch die Langzeitfolgen“, bekräftigt Prof. Dr. Maria Wittmann, Leiterin der klinischen Studien an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

Insgesamt 1.000 Patienten, die 60 Jahre und älter sind, wird ein 18-köpfiges Team der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn in zwölf Monaten im Rahmen der Beobachtungsstudie PROPDESC untersuchen.

Dazu analysiert es im Rahmen der OP-Vorbereitung in der Anästhesieambulanz erhobene Routine-Daten und den Behandlungsverlauf.

 Da ältere Patienten mit Einschränkungen von Gedächtnis und Orientierung besonders Delir gefährdet sind, werden diese Fähigkeiten getestet und Angehörige diesbezüglich befragt.



Studie zum postoperativen Delir im Alter: Acht Mitglieder des 18-köpfigen Teams der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn, die 1.000 ältere Patienten binnen  zwölf Monaten in der Studie untersuchen
 Studie zum postoperativen Delir im Alter: Acht Mitglieder des 18-köpfigen Teams der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn, die 1.000 ältere Patienten binnen zwölf Monaten in der Studie untersuchen © Rolf Müller / UK Bonn

Ein postoperatives Delir tritt gehäuft in den ersten Tagen nach einem operativen Eingriff auf.

Hierbei unterscheidet sich ein hyperaktiver Verlauf mit unruhigem und aggressivem Verhalten von der hypoaktiven Variante mit Verlangsamung, die häufig als Depression verkannt wird.

In der Studie wird der Behandlungsverlauf in den ersten fünf Tagen nach der Operation engmaschig beobachtet.

„Wir wollen Delir-Spitzen erkennen, um für diesen Zeitpunkt bei gefährdeten Patienten eine Visite mit gezielter Untersuchung auf Delir als Regel zu empfehlen“, sagt Oberarzt Menzenbach.

Foto, Obst und Kreuzworträtsel

  • Um ein Delir zu vermeiden, sind die Rückgabe von Hörgeräten, Brille, Uhr und vertrauten Fotos als Orientierungshilfen, sowie ausreichende Beleuchtung und frühe Mobilisation sinnvoll. 

Aber auch Angehörige können den Betroffenen helfen, sich wieder zu Recht zu finden.

„Besuche nach der Operation sind ganz wichtig. 

Es ist die Phase, in der der Patient einen am meisten braucht“, sagt Oberärztin Prof. Wittmann.

Eine Patientenbefragung nach sechs Monaten rundet die Studie ab.

Als Ergebnis wird von den Studienleitern ein „Score“ zur Vorhersage eines POD-Risikos angestrebt.

„Im folgendem sollen unsere Erkenntnisse Grundlage für ein verbessertes Delir-Management durch geeignete Prophylaxe und Therapie sein“, sagt Oberarzt Menzenbach, der eine Interventionsstudie mit dieser Fragestellung plant.

„Gerne war ich bei der Studie dabei und es hat Spaß gemacht.

Warum soll man nicht einen Beitrag für die Gesundheit leisten, wenn man es kann“, sagt Tamara O. am sechsten Tag nach dem Eingriff.

Die 70-Jährige Patientin selbst hatte keine Angst vor einem Delir, obwohl sie die Komplikation aus ihrer frühen Tätigkeit als Altenpflegerin kennt.

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Dr. Jan Menzenbach
Leiter der Anästhesie-Ambulanz
Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
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Telefon: 0228/287-14292
E-Mail: jan.menzenbach@ukbonn.de

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53115 Bonn
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