Qualitätszirkel Nieren- und Dialysen

Kardiologie Potsdam

Cardiovascular Prevention Center @Charité

Herzinsuffizienz

Universitätzmedizin Rostock

Universitätsmedizin Greiswald

Alexianer St. Josephs Potsdam

Dialyse-Pflege-Standard

salt

PICS Ambulanz

Dr.Vetter

Woran erkranken wir in Deutschland?

BG Klinken - Post-COVID-Programm

Herz Check

EMA

Dr. Heart

Herzhose

Lauflabor

IKDT

Online Strafanzeigen

medpoint - Fortbildungskalendar

Was hab ich?

Healthtalk

BKV Info

BKG

KHS BB

KHS BB
.

Kardiologie

Urologie Berlin

bbgk

VEmaH

ProBeweis

jkb

zurück ins leben

CRO

Gewebenetzwerk

Anamnese- und Untersuchungsbogen

Diagnostische Pfade

CIRS Bayern

Gender Medizin

idw

Untersucher-Einladung: Für Musiker / Nicht-Musiker / Instrumentalmusiker

Medizin am Abend Berlin Fazit: Musiker und die Fingerfertigkeit im Alter: Jacobs University Bremen sucht Studienteilnehmer

Die Fähigkeit des Menschen, mit den Fingern kleine Objekte zu greifen und feine Oberflächenstrukturen zu ertasten, nimmt mit dem Alter ab. 

  • Verantwortlich dafür ist nicht nur eine Abnahme der Empfindlichkeit der Finger, sondern sind Veränderungen im Gehirn. 

Welche das genau sind, wollen Forscher der Jacobs University Bremen am Beispiel von Musikern untersuchen. 

Als Studienteilnehmer gesucht werden Musiker im Alter von 20 bis 30 Jahren sowie ab 55 Jahren. 

Sie sollten seit mindestens zehn Jahren regelmäßig, etwa zwei Stunden täglich, ihr Instrument spielen. 

Gesucht werden zudem Nicht-Musiker derselben Altersgruppe.  
  • Bei der Veränderung der Fingerfertigkeiten spielen diejenigen Regionen des Gehirns, die für die Verarbeitung und die Wahrnehmung sensorischer Reize wichtig sind, eine Rolle. 

Forscher der Jacobs University haben nachgewiesen, dass Menschen, die einer Tätigkeit oder einem Hobby nachgehen, das regelmäßig ein hohes Maß an Fingerfertigkeit erfordert, bis ins hohe Alter eine größere Feinfühligkeit aufweisen als diejenigen, die ihre Hände nicht so ausgiebig schulen.

Dies gilt etwa für Instrumentalmusiker.

Durch tägliches feinmotorisches Training wird das Altern des Gehirns also verlangsamt. Was genau dabei im Gehirn passiert und wie man dem Gehirn dabei helfen kann, die sensorische Wahrnehmung zu trainieren, wollen die Forscher nun in ihrer neuen Studie untersuchen.

Der Zeitaufwand für mögliche Probanden ist überschaubar: Sie müssten an zwei Tagen jeweils zwei Stunden auf dem Campus der Jacobs University in Bremen Nord verbringen.

  • Während sie mit den Fingern Dinge ertasten und unterscheiden, werden mittels kleiner Elektroden auf dem Kopf die Hirnströme (EEG) gemessen. 

Im Anschluss werden winzige Stromimpulse appliziert, die kurzfristig die Gehirnaktivität verstärken oder abschwächen sollen.

Sowohl das EEG als auch die Gehirnstimulation werden weltweit in zahlreichen Studien eingesetzt und sind absolut unbedenklich, schmerzfrei und frei von Neben- oder Nachwirkungen.

Für ihre Unterstützung erhalten Studienteilnehmer eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde.


Über die Jacobs University Bremen:
In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre mehr als 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.
Für weitere Informationen: www.jacobs-university.de
Facebook | Youtube | Twitter | Instagram | Weibo

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com














Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Carolin Neudeck
c.neudeck@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504

B.Sc. Maite Koop | Arbeitsgruppe Neurowissenschaften| Psychologie und Methoden
m.koop@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3045

Campus Ring 1
28759 Bremen
Deutschland
Bremen



CAVE: Leichte, mittlere bis schwere Atmungsstörung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sorgfältiger erfassen: Schlafstörungen bei Demenz

  • Atmungsgestörter Schlaf kann das Gehirn belasten und erhöht das Demenzrisiko: 

Fast 90% der dementen Patienten in einer altersmedizinischen Krankenhausumgebung leiden an Atemaussetzern (Apnoe) im Schlaf; das haben nun Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikum Essen herausgefunden. 

  • Rund 40% der Patienten hatten eine leichte und fast 48% eine mittlere bis schwere Atmungsstörung. 
 
Mit nasaler Sauerstoffgabe oder positiver Atemdrucktherapie kann Abhilfe geschaffen werden:

  • Beide Therapien versorgen die Schlafenden mit Sauerstoff, so dass ihr Gehirn während der kurzen Atemaussetzer keinen Sauerstoffmangel erleidet. 

Studien zeigten bereits, dass sich durch diese Maßnahmen die Denkfähigkeit auch bei Demenzerkrankten etwas verbessert.

„Je früher wir die Atmungsstörungen erkennen und behandeln, umso mehr könnten auch Patienten mit leichter Demenz davon profitieren, und die Krankheit schreitet vermutlich langsamer voran“, so Prof. Dr. Dirk Hermann, Professor für vaskuläre Neurologie, Demenz und Altersforschung an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Das Problem ist jedoch, dass die Atemmasken oft als störend empfunden werden. 

  • Weniger als ein Drittel der untersuchten Patienten konnte die Maske über mehr als sechs Stunden benutzen. 

Die Sauerstoffbehandlung ist hier eine sehr geeignete Alternative.

Die Forscher sehen deshalb weiteren Forschungs- und Innovationsbedarf, um neue Therapien zu entwickeln, die auch von alten Patienten gut vertragen werden.

Weitere Informationen:
„Sleep-Disordered Breathing in Hospitalized Geriatric Patients with Mild Dementia and Its Association with Cognition, Emotion and Mobility“


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend. blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Milena Hänisch
Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723- 6274
milena.haenisch@uk-essen.de

Prof. Dirk M. Hermann
Lehrstuhl für vaskuläre Neurologie
Demenz und Altersforschung
Tel. 0201/755-2180
dirk.hermann@uk-essen.de

Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Deutschland
Nordrhein-Westfalen 

Originalpublikation:
https://www.mdpi.com/1660-4601/16/5/863

Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) - Hormon Vasopressin - Lithium als Medikament

Medizin am Abend Berlin Fazit: Ein Pilzmedikament hilft der Niere auf die Sprünge

Bei Fluconazol, einem längst zugelassenen Medikament gegen Pilzbefall, hat ein MDC-Forschungsteam überraschende neue Eigenschaften entdeckt. 

Die Substanz hilft, Wasser aus dem Urin zu ziehen. 

Das wiesen die Forschenden in Nagern nach. 
  • Patientinnen und Patienten mit seltenen genetischen Krankheiten, bei denen der Wassertransport der Niere beeinträchtigt ist, könnte das Pilzmittel einmal helfen. 

Der Weg zu einer Therapie ist trotzdem nicht ganz einfach. 

In den Nierenzellen der Ratte wandert das grün markierte Aquaporin AQP2 teilweise zur Zelloberfläche, sobald sie durch das Medikament Forskolin stimuliert wurden. Zellkerne erscheinen rot.
In den Nierenzellen der Ratte wandert das grün markierte Aquaporin AQP2 teilweise zur Zelloberfläche, sobald sie durch das Medikament Forskolin stimuliert wurden. Zellkerne erscheinen rot. AG Klussmann, MDC
 
  • Bis zu 20 Liter Harn rauschen bei den Erkrankten täglich in die Toilette, und ebenso viel müssen sie auch trinken. 

Das schränkt das Leben von Patientinnen und Patienten mit Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) stark ein.

  • Bei ihnen entzieht die Niere dem Harn nicht genügend Wasser. 

Dies kann genetische Ursachen haben, aber zum Beispiel auch durch Medikamente ausgelöst werden.

Diesen Menschen könnte zukünftig ein Pilzmedikament mit dem Namen Fluconazol helfen. Das haben die Forschungsteams um Dr. Enno Klußmann und Professor Kai Schmidt-Ott am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin herausgefunden. In ihrer neuen Arbeit im Fachblatt Journal of the American Society of Nephrology erklären sie, wie das Medikament in der Niere wirkt. Sie zeigen aber auch, weshalb es nicht für alle an Diabetes insipidus Erkrankten geeignet ist.

Durch Fluconazol gelangt mehr Wasser zurück in den Körper

Das Arzneimittel aktiviert winzige Wasserkanäle (Aquaporine) in den Zellen der Niere, die in kleinen Vorratsbläschen gespeichert werden. Einmal aktiviert bilden sie Poren in der Zelloberfläche, durch die Wassermoleküle fließen können.

Die Niere transportiert so Wasser aus dem Harn zurück in den Körper.

Normalerweise wird dieser Prozess durch das Hormon Vasopressin exakt gesteuert.

„Wenn das Hormon fehlt oder an der Zelle nicht wirken kann, kann dies zu massiven Verlusten an freiem Wasser über den Urin führen“, sagt Dr. Christian Hinze aus dem Team des Nierenspezialisten Schmidt-Ott am MDC. „Fluconazol schafft das auch ohne Hormon, zu einem gewissen Grad.“

Etwa 30 Prozent der normalen Wasserrückgewinnung kann Fluconazol bei Mäusen wiederherstellen. Dies wiesen Hinze und seine Kollegin Dr. Tanja Vukićević an Tieren nach, bei denen die Vasopressin-Wirkung durch einen anderen Wirkstoff außer Kraft gesetzt wurde.

Keine Therapie für alle Erkrankten

Durch diese Versuche können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser einschätzen, ob die Substanz überhaupt das Zeug zu einem neuen Therapeutikum für den Menschen hat. „Fluconazol nützt nur etwas, wenn in der Nierenzelle noch die Maschinerie für die Aquaporine intakt ist“, sagt Klußmann. Patientinnen und Patienten, deren Aquaporin-Gen mutiert ist, könnte eine zukünftige Therapie mit Fluconazol zum Beispiel nicht helfen.

Hoffnung gibt es jedoch für die Betroffenen, deren Körper erblich bedingt zu wenig Vasopressin produziert, oder deren Nierenzellen durch eine Mutation gegenüber dem Hormon unempfindlich sind.

  • Zudem scheidet etwa die Hälfte der Personen, die Lithium als Medikament nehmen müssen, zu viel Wasser aus. 

Auch ihre Nieren reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon und könnten im Prinzip von Fluconazol profitieren.

Wirkung in den Zellen der Sammelrohre der Niere

„Jeder Mensch erzeugt in seinen Nieren täglich ganze 180 Liter Primärharn“, sagt Hinze. „Am Ende dürfen aber nur wenige Liter pro Tag als Urin entstehen.“ Dafür ziehen die winzigen Röhrchen, die den Harn ins Nierenbecken leiten, je nach Bedarf mehr oder weniger Wasser aus der Flüssigkeit.

  • Entscheidend für die hormonell gesteuerte Feinabstimmung dieses Prozesses sind die letzten Abschnitte dieser Leitungsbahnen, die Sammelrohre.

An dieser Stelle greift das wiederentdeckte Arzneimittel ein.

Die MDC-Forscherin Tanja Vukićević kultivierte die Zellen des Sammelrohrs von Ratten in der Petrischale und analysierte die Wirkung im Detail.

In ihren Versuchen beobachtete sie, wie die Aquaporin-Moleküle unter dem Einfluss des Medikaments an die Oberfläche der Zelle wandern. Ein befreundetes Team von der Christian-Albrechts-Universität Kiel präparierte die winzigen Sammelrohre aus Mäusenieren und wies dort direkt nach, dass Fluconazol den Wassertransport verbessert.

Die nächsten Schritte führen in die Klinik

Bereits 2013 hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Klußmann in einem großen Screening-Test entdeckt, dass Fluconazol die Lokalisation der Aquaporine beeinflusst.

Als nächsten Schritt planen die Forscherinnen und Forscher eine Studie an einigen wenigen Personen.

Erst dann könne sich zeigen, ob das Medikament auch beim Menschen den erhofften Effekt hat.

Es bleibt natürlich abzuwarten, ob eine solche Therapie wirksam und gleichzeitig verträglich wäre“, sagt Klußmann, der zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen die klinische Studie plant.

„Auch wenn es nur wenigen Menschen hilft, wäre es die Mühe wert gewesen.“

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com













Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

PD Dr. Enno Klußmann
Leiter der Arbeitsgruppe „Ankerproteine und Signaltransduktion“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
enno.klussmann@mdc-berlin.de
+49 30 9406-2596

Professor Dr. Kai Schmidt-Ott
Leiter der Arbeitsgruppe „Molekulare und translationale Nierenforschung“
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
kai.schmidt-ott@mdc-berlin.de
+49 30 9406 2512

Jutta Kramm Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Deutschland
Berlin
Telefon: 030-9406-2140
E-Mail-Adresse: jutta.kramm@mdc-berlin.de

Originalpublikation:
Tanja Vukicevic, Christian Hinze, et al. (2018): „Fluconazole Increases Osmotic Water Transport in Renal Collecting Duct through Effects on Aquaporin-2 Trafficking.“ J Am Soc Nephrol 30. https://doi.org/10.1681/ASN.2018060668

Editorial von Joseph G. Verbalis: „An Antifungal for Antidiuresis?“ J Am Soc Nephrol 30 https://doi.org/10.1681/ASN.2019030285

Aortenklappenersatz: Tod, Schlaganfall, Rehospitalisation

Medizin am Abend Berlin Fazit: DGTHG und SGHC: Stellungnahme zu vorgestellten Studienergebnissen TAVI

Zwei neue randomisierte Studien bestätigen die Stärken und Schwächen von TAVI Klappen auch für Patienten mit niedrigerem Operationsrisiko – 

  • Entscheidende Frage nach dem Langzeitverlauf bleibt weiterhin offen. 
 
Am 17.03.2019 wurden auf dem Kongress des American College of Cardiology in New Orleans die Ergebnisse der PARTNER 3 und der Evolut Studie über TAVI bei Niedrigrisiko-Patienten vorgestellt.

  • Beide Studien zeigen die Gleichwertigkeit der TAVI-Prozedur sowohl mit der ballon-expandierbaren Sapien-Prothese als auch mit der selbst-expandierenden Evolut-Prothese gegenüber dem konventionellen Aortenklappenersatz bezüglich der gewählten Endpunkte Tod, Schlaganfall und Rehospitalisation.

  • In der PARTNER 3 Studie zeigte sich sogar ein signifikant niedrigeres Risiko für Tod, Schlaganfall und Rehospitalisation nach einem Jahr,  
  • während der Evolut Trial eine Vorauswertung mithilfe Bayesscher Statistik publizierte und keinen Unterschied für Tod oder beeinträchtigenden Schlaganfall nach 24 Monaten zeigte.

Die insgesamt guten Ergebnisse in den chirurgischen und in den Katheterklappengruppen mit 30 Tage Letalitäten zwischen 0,4% und 1,3% sind allerdings wenig überraschend, da es sich um Patienten mit einem niedrigen Risiko handelte. 

Ebenso wenig überrascht, dass sich die „TAVI-typischen“ Limitationen wie höhere Schrittmacherpflichtigkeit und eine höhere Rate an paravalvulären Lecks im Vergleich zum konventionellen Klappenersatz auch in diesem Niedrigrisikokollektiv nachweisen lassen.

Die Frage nach längerfristigen Ergebnissen kann mit diesen Studien (Follow-up 1-2 Jahre) weiterhin noch nicht beantwortet werden.

In Zukunft werden Herzchirurgen und Kardiologen bei der Aufklärung für die Prozeduren gemeinsam mit dem Patienten eruieren müssen, welche Themen für die individuelle Entscheidung des Patienten wichtiger sind:

Lange Haltbarkeit oder ein möglicherweise niedrigeres prozedurales Gesamtrisiko verbunden mit einer höheren Rate an zusätzlich notwendigen Schrittmacherimplantationen. 

Die Entscheidung, für die eine oder andere Prozedur, wird sich eher an den spezifischen Vor- und Nachteilen von TAVI und chirurgischen Klappen orientieren und weniger als heute am reinen Risikoprofil der Patienten.

  • Die neuen Ergebnisse stärken daher die Forderung nach einer individuellen Indikationsstellung zum Aortenklappenersatz im Herzteam mit gemeinsamer Beratung der Patienten.

Weitere Informationen unter www.dgthg.de, www.swisscardiac.org.



Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com









Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.


Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG)
Präsident Prof. Dr. Jan Gummert
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 58/59
10117 Berlin

Schweizerische Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie
Präsident Prof. Dr. Friedrich Eckstein
Hôpitaux Universitaires Genève, HUG
Rue Gabrielle-Perret-Gentil 4
1205 Genève
Schweiz

Regina Iglauer-Sander Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.
Telefon: 030/78890464
Fax: 030/78890465
E-Mail-Adresse: presse@dgthg.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.dgthg.d.de

http://www.swisscardiac.org

Untersucher-Einladung zur Studie: Training geistige/körperlche Fitness im Alter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wie Fitness im Alter verbessert werden kann

TU Chemnitz sucht für neue Runde Teilnehmerinnen und Teilnehmer an DFG-geförderter Studie – Einblick in aktuelle Forschung 
 
Für die nächste Runde im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „MinD“ zur Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter sucht ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Inhaberin der Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation) an der Technischen Universität Chemnitz, ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren.

Die Studie richtet sich an Personen, die bereit sind, an einem zwölfwöchigen Training teilzunehmen.

Das Training findet zweimal pro Woche für etwa eine Stunde an der TU Chemnitz (Standorte: Reichenhainer Straße 29A oder Straße der Nationen 62) statt.

Begleitet werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von erfahrenen Trainerinnen und Trainern.

Vor und nach dem Training werden zusätzlich verschiedene Aufgaben zur Erfassung der körperlichen und geistigen Fitness durchgeführt.

Dazu gehören Denksportaufgaben, Gleichgewichts- und Gehaufgaben, sowie Aufgaben in einem Fahrsimulator.


Teilnehmende sollten keine neurologische, psychiatrische oder Herz-Kreislauf-Erkrankung haben. 

  • Außerdem sollten sie im letzten halben Jahr mindestens einmal pro Woche Auto gefahren sein.

Teilnehmende erhalten Einblick in ein aktuelles Forschungsprojekt, können kostenfrei an einem wissenschaftlich-fundierten, maßgeschneiderten Training teilnehmen und erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 60 Euro.

Hintergrund: Alter und Fitness im Projekt „MinD“

Körper und Geist verändern sich im Alter.

Häufig berichten ältere Menschen von verminderter geistiger Fitness und körperlicher Leistungsfähigkeit.

Dies kann zu einer Abnahme des subjektiven Wohlbefindens sowie nachweisbaren Einschränkungen im Alltag führen.

Dabei bleiben sowohl Körper als auch Gehirn bis ins hohe Alter trainierbar. 

Wie genau das Training gestaltet sein muss und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, wird derzeit in einer Langzeitstudie (Start: Ende Februar 2019) von Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Psychologinnen und Psychologen der TU Chemnitz und der Sporthochschule Köln erforscht. Im Sommer 2019 startet eine zweite Runde.

Ende Februar 2019 startete an der TU Chemnitz ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur Erforschung der Trainierbarkeit der geistigen und körperlichen Fitness im Alter.

Hierfür werden ab sofort Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter ab 65 Jahren gesucht. Unter der Führung von Prof. Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Nicole Hudl und Robert Stojan (Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation)), sowie Prof. Dr. Otmar Bock und Konstantin Wechsler (Deutsche Sporthochschule Köln) wird das Projekt „MinD“ in den kommenden eineinhalb Jahren realisiert.

Das Forscher*innen-Team erfasst alle Anfragen auf einem Anrufbeantworter (Telefon: 0371/531 19939) oder per E-Mail (mind@hsw.tu-chemnitz.de). 

Interessenten werden gebeten, ihre vollständigen Kontaktdaten (Name, Telefonnummer) für eine erste Kontaktaufnahme anzugeben.

Das Team meldet sich dann schnellstmöglich, um auf Fragen einzugehen und die Teilnahmevoraussetzungen zu klären.

Hinweis: Datenschutz

Alle persönlichen Informationen zur Teilnahme an der Studie, die Ergebnisse der Befragungen und der verschiedenen Untersuchungen werden streng vertraulich behandelt, ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke und unter strenger Einhaltung der aktuellen datenschutzrechtlichen Vorschriften genutzt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com










Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Nicole Hudl Professur Sportpsychologie (mit Schwerpunkt in Prävention und Rehabilitation),
Tel. +49 (0)371/531-19939
E-Mail mind@hsw.tu-chemnitz.de

Matthias Fejes Technische Universität Chemnitz
Telefon: 0371 531-32026
E-Mail-Adresse: matthias.fejes@verwaltung.tu-chemnitz.de
 
Straße der Nationen 62, Raum 109
09111 Chemnitz
Postfach
09107 Chemnitz
Deutschland
Sachsen 




Delirspitzen: Patienten mit postoperativem Delir (POD)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Verwirrtheit nach einer OP im Alter vorbeugen

  • Nach einer Operation sind gerade ältere Menschen häufig verwirrt. 
Sie können: 

orientierungslos, 
unruhig,
unter Halluzinationen, Angstzuständen oder Schlafstörungen leiden. 

Ein postoperatives Delir birgt die Gefahr einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit und ein erhöhtes Sterberisiko. 

Daher ist es wichtig, Delir gefährdete Personen bei der Behandlungsplanung frühzeitig zu erkennen. 

  • Dazu startete die Anästhesieambulanz am Universitätsklinikum Bonn ein Forschungsprojekt zur Erkennung des Risikos für postoperatives Delir. 

In der Beobachtungsstudie PROPDESC werden binnen zwölf Monaten 1.000 operative Patienten des Universitätsklinikums Bonn, die 60 Jahre und älter sind, untersucht. 

Studie zum postoperativen Delir im Alter: (v. li) Prof. Maria Wittmann und Dr. Jan Menzenbach freuen sich zusammen mit ihrer Patientin Tamara O., dass sie fünf Tage nach der Operation wohlauf ist
Studie zum postoperativen Delir im Alter: (v. li) Prof. Maria Wittmann und Dr. Jan Menzenbach freuen sich zusammen mit ihrer Patientin Tamara O., dass sie fünf Tage nach der Operation wohlauf ist © Rolf Müller / UK Bonn
 
Deutschlandweit steigt unter anderem durch den demographischen Wandel der Anteil älterer Patienten im Krankenhaus.

So sind laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes mehr als die Hälfte der Behandelten, die operiert werden, 60 Jahre und älter.

Die häufigste Komplikation dieser Patienten ist das postoperative Delir (POD). 

„Es gefährdet nachhaltig den Behandlungserfolg und führt sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit“, sagt Dr. Jan Menzenbach, Leiter der Anästhesieambulanz an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

  • In Folge eines Delirs kann selbstgefährdendes Verhalten zu Wundinfekten oder gar Knochenbrüchen führen. 
  • Zudem steigt bei fehlender Mitwirkung der Patienten durch Bettlägerigkeit die Gefahr, eine Lungenentzündung zu erleiden. 
Dies kann die Genesung beeinträchtigen – bis hin zu einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit oder sogar einem tödlichen Verlauf.

Hochrisiko-Patienten für Delir herausfiltern

„Aufgrund der Altersstruktur stationärer Patienten nimmt diese Problematik zu.

Um dem entgegenwirken zu können, ist es wichtig, Delir gefährdete Menschen frühzeitig bei der Behandlungsplanung zu erkennen“, beschreibt Oberarzt Menzenbach seine Motivation, die Beobachtungsstudie PROPDESC zu initiieren.

Zwar seien Delir begünstigende Faktoren wie Einschränkungen von Gedächtnis, Konzentration und Wahrnehmung sowie mehrere Begleiterkrankungen und Einnahme von vielen Medikamenten bekannt, doch würden diese nicht zur Vorhersage eines Delir-Risikos genutzt. 

„Kennen wir die Hochrisiko-Patienten aber, dann können wir uns auf sie konzentrieren und im Idealfall das Delir verhindern oder seine Länge reduzieren – und so auch die Langzeitfolgen“, bekräftigt Prof. Dr. Maria Wittmann, Leiterin der klinischen Studien an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Bonn.

Insgesamt 1.000 Patienten, die 60 Jahre und älter sind, wird ein 18-köpfiges Team der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn in zwölf Monaten im Rahmen der Beobachtungsstudie PROPDESC untersuchen.

Dazu analysiert es im Rahmen der OP-Vorbereitung in der Anästhesieambulanz erhobene Routine-Daten und den Behandlungsverlauf.

 Da ältere Patienten mit Einschränkungen von Gedächtnis und Orientierung besonders Delir gefährdet sind, werden diese Fähigkeiten getestet und Angehörige diesbezüglich befragt.



Studie zum postoperativen Delir im Alter: Acht Mitglieder des 18-köpfigen Teams der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn, die 1.000 ältere Patienten binnen  zwölf Monaten in der Studie untersuchen
 Studie zum postoperativen Delir im Alter: Acht Mitglieder des 18-köpfigen Teams der Anästhesie am Universitätsklinikum Bonn, die 1.000 ältere Patienten binnen zwölf Monaten in der Studie untersuchen © Rolf Müller / UK Bonn

Ein postoperatives Delir tritt gehäuft in den ersten Tagen nach einem operativen Eingriff auf.

Hierbei unterscheidet sich ein hyperaktiver Verlauf mit unruhigem und aggressivem Verhalten von der hypoaktiven Variante mit Verlangsamung, die häufig als Depression verkannt wird.

In der Studie wird der Behandlungsverlauf in den ersten fünf Tagen nach der Operation engmaschig beobachtet.

„Wir wollen Delir-Spitzen erkennen, um für diesen Zeitpunkt bei gefährdeten Patienten eine Visite mit gezielter Untersuchung auf Delir als Regel zu empfehlen“, sagt Oberarzt Menzenbach.

Foto, Obst und Kreuzworträtsel

  • Um ein Delir zu vermeiden, sind die Rückgabe von Hörgeräten, Brille, Uhr und vertrauten Fotos als Orientierungshilfen, sowie ausreichende Beleuchtung und frühe Mobilisation sinnvoll. 

Aber auch Angehörige können den Betroffenen helfen, sich wieder zu Recht zu finden.

„Besuche nach der Operation sind ganz wichtig. 

Es ist die Phase, in der der Patient einen am meisten braucht“, sagt Oberärztin Prof. Wittmann.

Eine Patientenbefragung nach sechs Monaten rundet die Studie ab.

Als Ergebnis wird von den Studienleitern ein „Score“ zur Vorhersage eines POD-Risikos angestrebt.

„Im folgendem sollen unsere Erkenntnisse Grundlage für ein verbessertes Delir-Management durch geeignete Prophylaxe und Therapie sein“, sagt Oberarzt Menzenbach, der eine Interventionsstudie mit dieser Fragestellung plant.

„Gerne war ich bei der Studie dabei und es hat Spaß gemacht.

Warum soll man nicht einen Beitrag für die Gesundheit leisten, wenn man es kann“, sagt Tamara O. am sechsten Tag nach dem Eingriff.

Die 70-Jährige Patientin selbst hatte keine Angst vor einem Delir, obwohl sie die Komplikation aus ihrer frühen Tätigkeit als Altenpflegerin kennt.

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com



















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Dr. Jan Menzenbach
Leiter der Anästhesie-Ambulanz
Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14292
E-Mail: jan.menzenbach@ukbonn.de

Poppelsdorfer Allee 49
53115 Bonn
Deutschland
Nordrhein-Westfalen 

Dr. Inka Väth
Telefon: 0228/73-4727
Fax: 0228/73-7451
E-Mail-Adresse: inka.vaeth@uni-bonn.de

Studien-Untersucher: Neurodermitis - Schuppenflechte

Medizin am Abend Berlin Fazit: Menschen mit Neurodermitis und Schuppenflechte präziser behandeln

  • Schuppenflechte und Neurodermitis sind die häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen. 
Im europäischen Forschungsprojekt BIOMAP wollen Wissenschaflterinnen und Wissenschaftler diese Krankheiten besser verstehen, um die Patientinnen und Patienten in Zukunft gezielter behandeln zu können. 

Dazu sollen Daten von über 50.000 Patientinnen und Patienten analysiert werden. 

Das Projekt wird vom Kieler Dermatologen Professor Weidinger koordiniert. 
 
Mehr als 300 Millionen Menschen weltweit sind von Neurodermitis und Schuppenflechte betroffen.

  • Dabei ist Neurodermitis nicht gleich Neurodermitis und auch Schuppenflechte nicht gleich Schuppenflechte. 

Im Gegenteil:

Zwischen Patienten und über die Zeit unterscheiden sich die Ausprägungen dieser Krankheitsbilder zum Teil massiv, z.B. in Bezug auf Ausbruch, Schweregrad, Fortschreiten und Ansprechen auf Behandlungen.

Die Erkrankungen sind eine große Belastung für Betroffene und Angehörige und stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. 

Trotz enormer Fortschritte in der Erforschung ihrer Ursachen gibt es noch immer erhebliche Wissenslücken.

Um das zu ändern, haben sich renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Klinik und Grundlagenforschung im EU-geförderten Projekt BIOMAP (Biomarkers in Atopic Dermatitis and Psoriasis) zusammengeschlossen. An der öffentlich-privaten Partnerschaft sind neben 26 Partnerinstitutionen aus dem akademischen Bereich auch fünf forschende Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und fünf Patientenorganisationen beteiligt. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zählen die Medizinische Fakultät, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und der Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) dazu. Die europäische „Innovative Medicine Initiative“ (IMI) sowie die teilnehmenden Pharmaunternehmen stellen für das fünfjährige Projekt insgesamt 20,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Mithilfe einer beispiellosen Untersuchung von klinischen und molekularen Daten von mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten sowie gesunden Personen wollen die BIOMAP-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Modell zur Klassifikation von Neurodermitis und Schuppenflechte entwickeln, um jeden Patienten optimal und individualisiert behandeln zu können.

Ein Ansatz der Präzisionsmedizin, den auch der Exzellenzcluster PMI über das gesamte Spektrum der chronischen Entzündungserkrankungen verfolgt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts gehen davon aus, dass sich die verschiedenen Ausprägungen der Krankheiten in Unterschieden auf molekularer Ebene widerspiegeln. 
  • Daher wollen sie Patientenuntergruppen identifizieren, die sich hinsichtlich der Krankheitsmechanismen, der Ausprägung der Krankheit und dem Ansprechen auf Therapien ähneln. 

Mit Hilfe von Markern in Blut und Haut sollen solche Patientengruppen identifizierbar werden, um die optimale Therapie auswählen und neue Therapieansätze entwickeln zu können.

„Ich hoffe, dass im Zuge des Projekts Neurodermitis und Schuppenflechte als eine Reihe von verschiedenen Erkrankungsuntertypen anerkannt werden, jede mit einer eigenen charakteristischen molekularen Signatur und nicht als bloß zwei Krankheiten,“ sagt der Koordinator von BIOMAP Professor Stephan Weidinger, Mitglied im Exzellenzcluster PMI und Leiter der Arbeitsgruppe molekulare Entzündungsdermatologie an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH, Campus Kiel. „Das Projekt wird das hohe Niveau von Forschung und Patientenversorgung am Standort Kiel weiter stärken“.

Durch die Integration von Patientenorganisationen werden auch die Meinungen, Nöte und Wünsche von Menschen mit Schuppenflechte oder Neurodermitis in das Projekt einfließen. 


„Die Einbindung der Betroffenen und ihrer Interessenvertretung setzt die Bedürfnisse von Erkrankten von Anfang an in das Zentrum des Projekts. Durch den Austausch von Wissen und Daten über entzündliche Hauterkrankungen ermöglicht BIOMAP eine Zusammenarbeit, wie es sie vorher noch nie gab“, sagt Helen McAteer, Mitglied der BIOMAP Patientenberatungsgruppe und Vertreterin einer Patientenselbsthilfeorganisation.

BIOMAP wird finanziert vom gemeinsamen Unternehmen „Initiative innovative Arzneimittel“ (Innovative Medicines Initiative 2 Joint Undertaking IMI2 JU) und unter Beteiligung der teilnehmenden Pharmaunternehmen. Das Konsortium wird unterstützt vom EU-Förderprogramm Horizon 2020 und von der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations EFPIA, einem europäischen Dachverband der nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen. Das Projekt hat jetzt offiziell seine Aktivitäten mit einem ersten Treffen in London gestartet.

Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen/Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) wird von 2019 bis 2025 durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert (ExStra). Er folgt auf den Cluster Entzündungsforschung „inflammation at Interfaces“, der bereits in zwei Förderperioden der Exzellenzinitiative (2007-2018) erfolgreich war. Beteiligt an dem neuen Verbund sind rund 300 Mitglieder in acht Trägereinrichtungen an fünf Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule, Institut für Weltwirtschaft und Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie), Borstel (Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum) und Großhansdorf (Lungenclinic Grosshansdorf). Ziel ist es, den vielfältigen Forschungsansatz zu chronisch entzündlichen Erkrankungen von Barriereorganen in seiner Interdisziplinarität verstärkt in die Krankenversorgung zu übertragen und die Erfüllung bisher unbefriedigter Bedürfnisse von Erkrankten voranzutreiben. Drei Punkte sind im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Behandlung wichtig und stehen daher im Zentrum der Forschungen von PMI: die Früherkennung von chronisch entzündlichen Krankheiten, die Vorhersage von Krankheitsverlauf und Komplikationen und die Vorhersage des individuellen Therapieansprechens.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com




















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Kontakt: Sonja Petermann
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
E-Mail: spetermann@uv.uni-kiel.de
Twitter: PMI @medinflame

Prof. Stephan Weidinger
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, UKSH, Campus Kiel
Medizinische Fakultät der CAU zu Kiel
Telefon: 0431 500 21110
E-Mail: sweidinger@dermatology.uni-kiel.de

Frederike Buhse
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail: fbuhse@uv.uni-kiel.de
Internet: https://precisionmedicine.de/

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte

http://www.biomap-imi.eu Projekt-Webseite


c/o Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel
Deutschland
Schleswig-Holstein
E-Mail-Adresse: info@inflammation-at-interfaces.de

 

Die Taubheit von Kinder und Erwachsenen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Taubheit mit Gentherapie heilen

Professor Schambach erhält rund zwei Millionen Euro von der Europäischen Union für das Projekt „iHEAR“/ Neue Gentherapie soll Kinder und Erwachsene vor Taubheit schützen 
 
Hohe Auszeichnung für einen Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Professor Dr. Dr. Axel Schambach hat von der Europäischen Union die sehr begehrte Auszeichnung „Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrates „European Research Council“ (ERC) erhalten. Damit verbunden ist eine Förderung seiner Wissenschaft in Höhe von rund zwei Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre.

Der Leiter des MHH-Instituts für Experimentelle Hämatologie nutzt die Förderung für das Projekt „iHEAR“, dessen langfristiges Ziel es ist, Kinder und Erwachsene vor Taubheit zu schützen. 


Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Professor Dr. Dr. Axel Schambach, Dr. Juliane Schott und Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke (von links)


Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Professor Dr. Dr. Axel Schambach, Dr. Juliane Schott und Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke (von links)
MHH/Kaiser


Die Anzahl der Betroffenen ist groß: 

Etwa zwei bis fünf von tausend Kindern werden taub geboren.

  • Zudem erfahren im Laufe des Lebens rund 20 Prozent der Bevölkerung eine Beeinträchtigung ihres Hörvermögens
  • So sind in Deutschland rund 15 Millionen Menschen schwerhörig bis gehörlos. 

Sie müssen mit den Folgen leben, die sich auch auf gesellschaftliche Teilhabe sowie auf Bildungs- und Berufschancen beziehen.

Derzeit ist Gehörlosigkeit nicht heilbar.

Beim Ausfall des Innenohres kann sie allerdings mit einem Cochlea-Implantat technisch überwunden werden, wobei die Taubheit biologisch bestehen bleibt. 

Bei rund der Hälfte der taub geborenen Kinder liegt die Gehörlosigkeit daran, dass ein oder mehrere Gene nicht funktionieren. 

Derzeit sind rund 100 Gene bekannt, deren Fehlfunktionen zur Taubheit führen können.

Das „iHEAR“-Team will Taubheit mit Gentherapie heilen. Dabei konzentriert es sich auf Gene, die für die zum Hören notwendigen Haar- und Sinneszellen im Innenohr verantwortlich sind.

Das Ziel: sogenannte Genfähren (lentivirale und adenoassoziierte Virus-Vektoren) ins Innenohr zu injizieren, die mit der funktionierenden Version des Gens beladen sind. Die Fähren sollen das Gen in die Haar- und Sinneszellen bringen, damit das fehlende Protein gebildet werden kann und die Zellen wieder funktionieren. 


Heilen und Schützen – in jedem Alter

Dem Team geht es zudem darum, mit Hilfe der Gentherapie spontaner Ertaubung entgegenzuwirken.

  • Diese kann durch die Behandlung mit Medikamenten wie etwa bestimmten Chemotherapeutika entstehen. 
  • Hierbei soll die Gentherapie die ungewollte Aufnahme der Medikamente in die Haarzellen verhindern beziehungsweise das Herauspumpen des Medikaments aus diesen empfindlichen Zellen bewirken. 


Die Studien werden zunächst anhand von Zellversuchen und in Modellsystemen durchgeführt. Damit die Forschungsergebnisse möglichst bald auch am Menschen angewendet werden können, entwickeln sie auch selber patientenspezifische Erkrankungsmodelle. Diese basieren auf sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen, die – im Falle dieses Projekts – von Zellen gehörloser Menschen abstammen.

Das Forschungsteam geht davon aus, dass die Arbeiten nicht nur Kindern und jungen Erwachsenen nützen werden: „Wir hoffen, dass die von uns erzielten Ergebnisse langfristig auch zur Therapie der Altersschwerhörigkeit beitragen“, sagt Professor Schambach.

Teamleistung führt zum Erfolg
Der nun erzielte Fördererfolg beruht auf einer Teamleistung. „Ohne die Vorarbeiten, die unter anderem im Rahmen der Exzellenzcluster ‚REBIRTH – Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie‘ und ‚Hearing4all‘ stattgefunden haben, gäbe es das neue Projekt ‚iHEAR‘ nicht“, sagt Professor Schambach. Beispielsweise entstanden die Genfähren im Rahmen des Exzellenzclusters REBIRTH, in dem sie auch mehr als zwölf Jahre weiterentwickelt wurden.

Maßgeblich am Projekt „iHEAR“ beteiligt sind unter anderem Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger und Dr. Bernd Auber, MHH-Institut für Humangenetik, sowie Privatdozentin Dr. Athanasia Warnecke, Ärztin der MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO). „Die Gentherapie eröffnet grundsätzlich neue Behandlungsmöglichkeiten der Schwerhörigkeit. Sie ermöglicht, die Ursache der Hörstörung zu beseitigen und somit eine Heilung herbeizuführen. Der Grant ist eine herausragende Auszeichnung der Arbeiten der jungen interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftler an der MHH“, erklärt Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik an der MHH und Sprecher des Exzellenzclusters Hearing4all am Standort Hannover. Für die Klinikerin Dr. Warnecke steckt die größte Herausforderung in der komplexen Zellarchitektur des Innenohrs.

„Bei der von uns angestrebten Gentherapie bei Schwerhörigkeit müssen exakt diejenigen Strukturen wiederhergestellt werden, die defekt sind, und nur exakt in genau jenen Zellen, in denen sie natürlicherweise vorkommen“, erläutert sie.

Auch der Vorstand des Zentrums für regenerative Medizin, REBIRTH, freut sich außerordentlich über die ERC-Auszeichnung. „Als einer von vielen Ansätzen, die im Bereich Stammzellforschung in REBIRTH entwickelt wurden, kann das geförderte Konzept nun ganz neue Anwendungen erforschen, nämlich stammzellbasierte Krankheitsmodelle und die Vermeidung von Zellschädigung durch die Chemotherapie. Falls erfolgreich, ließen sich diese hoch-innovativen Ansätze für das Innenohr sicher auf andere Organsysteme übertragen“, sagt Professor Dr. Axel Haverich. Professor Schambach wird auch weiter von REBIRTH unterstützt werden, das seit 2019 Professor Dr. Dr. Thomas Thum an der MHH leitet.

Ebenfalls herausragend am Projekt „iHEAR“ beteiligt sind Professorin Dr. Hildegard Büning, Privatdozent Dr. Michael Morgan, Dr. Axel Rossi, Dr. Dirk Hoffmann und Dr. Juliane Schott aus dem MHH-Institut für Experimentelle Hämatologie.

Für „iHEAR“ ist zudem die Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover essenziell, deren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen und der Organischen Chemie sowie des Biomolekularen Wirkstoffzentrums die für diese Forschungsarbeiten notwendigen Wirkstoffe und Wachstumsfaktoren bereitstellen.


Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com


















Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

 „iHEAR“ Professor Dr. Dr. Axel Schambach
schambach.axel@mh-hannover.de
Telefon (0511) 532-5170



Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Postfach Hannover
30623 Hannover
Deutschland
Niedersachsen


Stefan Zorn
Telefon: 0511 / 532-6773
Fax: 0511 / 532-3852
E-Mail-Adresse: zorn.stefan@mh-hannover.de



Das Gehirn: Störungen des Hörvermögens

Medizin am Abend Berlin Fazit: Arbeitsteilung im Gehirn beim Hören entdeckt

Ein Forscherteam der New York City University (NYU) School of Medicine und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik hat eine neue Arbeitsteilung zwischen den beiden Hemisphären in unserem Gehirn beim Verstehen von Wörtern und Geräuschen entdeckt – ein Ergebnis, das neue Einblicke in die Verarbeitung von Sprache bietet und Wege aufzeigt, wie Störungen des Hörvermögens behandelt werden können. 

Arbeitsteilung im Gehirn beim Hören entdeckt
Arbeitsteilung im Gehirn beim Hören entdeckt MPIEA / Felix Bernoully
 
„Unsere Ergebnisse eröffnen ein neues Verständnis der Arbeitsteilung zwischen rechter und linker Hemisphäre“, sagt Adeen Flinker, Hauptautor der Studie und Assistenzprofessor an der Abteilung für Neurologie der NYU School of Medicine. 
  • „Beide Hirnhälften übernehmen beim Zuhören gleichzeitig stattfindende, aber unterschiedliche Aufgaben. 
  • Während die linke Hemisphäre misst, wie Geräusche sich zeitlich verändern – zum Beispiel beim langsameren oder schnelleren Sprechen –
  • ist die rechte Seite stärker auf Frequenzänderungen ausgerichtet, die mit Veränderungen in der Tonhöhe zusammenhängen."

Klinische Beobachtungen aus dem 19. Jahrhundert haben bereits gezeigt, dass Schäden an der linken Hemisphäre, jedoch nicht an der rechten, die Sprachverarbeitung beeinträchtigen.

Bisher konnten Wissenschaftler eine Reihe von Hypothesen über die Aufgaben der linken und rechten Hemisphäre beim Sprechen, beim Verstehen von Sprache und bei anderen kognitiven Vorgängen aufstellen. 

Weiterhin diskutiert werden jedoch die neuronalen Mechanismen, die den zerebralen Asymmetrien zugrunde liegen.

In der Studie, die in der Zeitschrift Nature Human Behavior erschienen ist, verfolgten die Wissenschaftler das übergeordnete Ziel, die grundlegenden Mechanismen der Sprachanalyse vertiefend zu erforschen, auch mit dem Hintergrund, neue Diagnose- und Behandlungswerkzeuge für Sprachstörungen zu entwickeln.

Dafür manipulierten die Forscher Sprachaufzeichnungen für eine Reihe von insgesamt fünf Studien, bei denen menschliches Verhalten sowie Gehirnaktivitäten erforscht wurden.

In den Studien kamen dabei sowohl Magnetenzephalographie (MEG), welche die Messungen von winzigen durch die Hirnaktivität erzeugten Magnetfeldern erlaubt, als auch Elektrokortikographie (ECoG), die Aufnahmen direkt aus dem Gehirn der Patienten ermöglicht, zum Einsatz.

„Wir hoffen, dass dieser Ansatz einen Rahmen dafür bietet, um die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der menschlichen und nicht-menschlichen Verarbeitung von Kommunikationssignalen aufzuzeigen“, ergänzt Flinker.

Originalpublikation:
Flinker, A., Doyle, W. K., Mehta, A. D., Devinsky, O., Poeppel, D. (2019). Spectrotemporal modulation provides a unifying framework for auditory cortical asymmetries. Nature Human Behaviour. doi: 10.1038/s41562-019-0548-z

Medizin am  Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com












Über Google: Medizin am Abend Berlin
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Grüneburgweg 14
60322 Frankfurt am Main
Deutschland
Hessen 

Ingrid Banciu
Telefon: 069/8300479-651
E-Mail-Adresse: ingrid.banciu@ae.mpg.de

http://www.ae.mpg.de/



 

Untersucher-CAVE: Die Einnahme von Magensäureblockern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neue Erkenntnis: Darmbakterien werden stark durch die Bauchspeicheldrüse kontrolliert

  • Rund 40.000 verschiedene Bakterienarten leben im Darm
  • Im Darm leben 38 Billionen Bakterien und diese sind maßgebend, ob wir gesund bleiben oder krank werden. 
Eine Arbeitsgruppe an der Universitätsmedizin Greifswald hat bei 1.800 SHIP-Probanden (Study of Health in Pomerania) entdeckt, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien viel stärker von der Funktion der Bauchspeicheldrüse kontrolliert wird als von allen anderen bekannten Faktoren. 

Die Ergebnisse sind jetzt in der international renommierten Fachzeitschrift Gastroenterology* veröffentlicht worden. 

Prof. Markus M. Lerch (v.li.), Prof. Uwe Völker, Dr. Fabian Frost, Dr. Georg Homuth und Dr. Frank Ulrich Weiss
Prof. Markus M. Lerch (v.li.), Prof. Uwe Völker, Dr. Fabian Frost, Dr. Georg Homuth und Dr. Frank Ulrich Weiss Foto: UMG/Manuela Janke


„Was uns sehr überrascht hat ist die Stärke des Effekts“, betonte der Direktor der Inneren Klinik A an der Unimedizin Greifswald, Prof. Markus M. Lerch.

  •  „Die Bauchspeicheldrüse kontrolliert die Artenvielfalt der Bakterien im Darm viel tiefgreifender als alle bisher bekannten Wirtsfaktoren wie Alter, Geschlecht, die Art der Ernährung oder zum Beispiel die Einnahme von Magensäureblockern.“

Der menschliche Körper besteht nicht nur aus Milliarden spezialisierter Zellen, in ihm leben auch zahllose Mikroorganismen mit uns zusammen, in der Regel friedlich und nutzbringend. Allein im Darm finden sich etwa 38 Billionen Bakterien (3,8 x 1013), somit deutlich mehr als alle unsere Körperzellen zusammen. Weil Bakterien sehr viel kleiner sind als menschliche Körperzellen, kommen diese Bakterien zusammen auf ein Gewicht von nur 2 Kilogramm. Schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat der Greifswalder Internist Viktor van der Reis (1889-1957) Pionierarbeit bei der Untersuchung von Bakterien in allen Darmabschnitten geleistet. Vor der Wende hat die Mikrobiologin Prof. Hannelore Bernhardt sogar die Darmorganismen von Kosmonauten untersucht. Hierzu züchtete man Mikroorganismen auf Petrischalen in Brutschränken. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass sich mehr als 95 Prozent der Darmbakterien überhaupt nicht vermehren, wenn sie der Luft ausgesetzt sind, sondern eben nur im Darm wachsen.

Vielfalt im Darm ist gesundheitsfördernd

Durch die rasante technische Entwicklung bei Untersuchungen des Erbmaterials von Bakterien in den letzten Jahren können aber inzwischen sämtliche im Darm lebende Mikroorganismen identifiziert werden.

So wissen wir heute, dass dort fast 40.000 verschiedene Bakterienarten zu Hause sind. Wie diese sich in ihrer Art und Menge zusammensetzen, hat großen Einfluss auf unsere Gesundheit und ist nicht nur bei Darminfektionen Ursache von Krankheiten.

Ein besonders artenreiches Darmmikrobiom, so nennt man die Gesamtheit der Mikroorganismen, hat gesundheitsfördernde Wirkungen und viele Erkrankungen gehen mit einer Abnahme der Diversität oder Artenvielfalt der Bakterien im Darm einher. 
 
  • Umgekehrt gibt es Bakterienzusammensetzungen, für die ein Zusammenhang mit ganz verschiedenen Erkrankungen hergestellt wurde, die von Diabetes und Fettleber bis zu Depression und Alzheimer-Demenz reichen. 

Bei Krankheiten wie dem durch Antibiotika verursachten Durchfall (Clostridium difficile Colitis) wird sogar schon der Austausch des gesamten Darmmikrobioms therapeutisch eingesetzt und kann zur Heilung führen.




Da ist viel Leben in uns - allein die Bakterien wiegen 2 Kilogramm.
Da ist viel Leben in uns - allein die Bakterien wiegen 2 Kilogramm.
Fotomontage: IStockphotos


Was aber bestimmt die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm? Einerseits ist die Mischung der Bakterienarten des Menschen erblich bedingt und kann fast als persönlicher Fingerabdruck angesehen werden.  

Andererseits führt schon ein zweiwöchiger Auslandsaufenthalt in Vietnam oder Mexiko aufgrund der andersartigen Ernährung zu starken Änderungen des Mikrobioms, die sich allerdings nach der Rückkehr in die vertraute Umgebung schnell zurückbilden.

Andere bekannte Einflussfaktoren für die Zusammensetzung des Mikrobioms sind die Präferenz des Essens, etwa tierische Proteine oder vegane Kost, Tabakrauchen, Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente.

Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Verdauung besser verstehen

Eine auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) spezialisierte Arbeitsgruppe der Universitätsmedizin Greifswald um die Klinik für Innere Medizin A und die Abteilung für Funktionelle Genomforschung hatte untersucht, ob und wie dieses Organ das Mikrobiom beeinflusst. Hierzu wurden bei 1.800 Probanden der Greifswalder Gesundheitsstudie SHIP die Zusammensetzung des Stuhlmikrobioms mittels Sequenzierung der bakteriellen Erbinformation (16S rRNA) analysiert.

Neben vielen anderen Faktoren haben die Wissenschaftler sowohl die Konzentration von Elastase, einem Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse, im Stuhl gemessen, als auch die stimulierte Ausscheidung von Pankreassaft in den Dünndarm mittels Kernspintomographie.

Eine verminderte Konzentration der Elastase war mit starken Veränderungen der Zusammensetzung und Artenvielfalt des Mikrobioms verknüpft.

Beispielsweise fanden sich ein Anstieg der eher gesundheitsschädlichen Prevotella-Bakterien und eine Abnahme der gesundheitsförderlichen Bacteroides-Arten.

  • Der Einfluss des Volumens des Pankreassaftes auf die Vielfalt der Bakterienstämme war dabei deutlich geringer als die Konzentration des Verdauungsenzyms Elastase. 


„Ob dieser Effekt durch Peptid-Antibiotika, die die Bauchspeicheldrüse selbst produziert, oder durch eine Änderung der Verdauungsfunktion verursacht wird, ist noch unbekannt“, sagten die Erstautoren der Arbeit, Dr. Fabian Frost und Dr. Tim Kacprowski.

„Auf jeden Fall bedeutet diese Entdeckung einen wirklichen Fortschritt im Verständnis über den Zusammenhang zwischen Verdauung und Darmmikrobiom“, unterstrich Dr. Georg Homuth aus der funktionellen Genomforschung.

Vorrausetzung für diese Entdeckung waren einerseits die Ressourcen der SHIP-Studie und andererseits die in Greifswald etablierte interdisziplinäre Zusammenarbeit.

*Originalartikel
Gastroenterology, März 2019
Impaired Exocrine Pancreatic Function Associates With Changes in Intestinal Microbiota Composition and Diversity.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30391469
doi: 10.1053/j.gastro.2018.10.047

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
www.medizin-am-abend.blogspot.com
















Über Google: Medizin am Abend Berlin 
idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin A
Direktor: Prof. Dr. med. Markus M. Lerch
Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T + 49 3834 86-72 30
E gastro@uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald
Instagram/Twitter @UMGreifswald
Originalpublikation:
Gastroenterology, März 2019
Impaired Exocrine Pancreatic Function Associates With Changes in Intestinal Microbiota Composition and Diversity.
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30391469
doi: 10.1053/j.gastro.2018.10.047

Domstraße 11
17489 Greifswald
Postfach Greifswald
17487 Greifswald
Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern
 
Universität Greifswald, Constanze Steinke
Jan Meßerschmidt
Telefon: (03834) 420 1150
Fax: (03834) 420 1151
E-Mail-Adresse: jan.messerschmidt@uni-greifswald.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30391469