Medizin am Abend Berlin Fazit: Menschen mit Neurodermitis und Schuppenflechte präziser behandeln
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Schuppenflechte und Neurodermitis sind die häufigsten entzündlichen
Hauterkrankungen.
Im europäischen Forschungsprojekt BIOMAP wollen
Wissenschaflterinnen und Wissenschaftler diese Krankheiten besser
verstehen, um die Patientinnen und Patienten in Zukunft gezielter
behandeln zu können.
Dazu sollen Daten von über 50.000 Patientinnen und
Patienten analysiert werden.
Das Projekt wird vom Kieler Dermatologen
Professor Weidinger koordiniert.
Mehr als 300 Millionen Menschen weltweit sind von
Neurodermitis und
Schuppenflechte betroffen.
- Dabei ist Neurodermitis nicht gleich
Neurodermitis und auch Schuppenflechte nicht gleich Schuppenflechte.
Im
Gegenteil:
Zwischen Patienten und über die Zeit unterscheiden sich die
Ausprägungen dieser Krankheitsbilder zum Teil massiv, z.B. in Bezug auf
Ausbruch, Schweregrad, Fortschreiten und Ansprechen auf Behandlungen.
Die Erkrankungen sind eine große Belastung für Betroffene und Angehörige
und stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen.
Trotz
enormer Fortschritte in der Erforschung ihrer Ursachen gibt es noch
immer erhebliche Wissenslücken.
Um das zu ändern, haben sich renommierte Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler aus dem
Bereich Klinik und Grundlagenforschung im
EU-geförderten Projekt BIOMAP (Biomarkers in Atopic Dermatitis and
Psoriasis) zusammengeschlossen. An der öffentlich-privaten Partnerschaft
sind neben
26 Partnerinstitutionen aus dem akademischen Bereich auch
fünf forschende Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und fünf
Patientenorganisationen beteiligt. An der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zählen die Medizinische
Fakultät, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus
Kiel, und der Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic
Inflammation“ (PMI) dazu. Die europäische „Innovative Medicine
Initiative“ (IMI) sowie die teilnehmenden Pharmaunternehmen stellen für
das fünfjährige Projekt insgesamt 20,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Mithilfe einer beispiellosen Untersuchung von klinischen und molekularen
Daten von mehr als
50.000 Patientinnen und Patienten sowie gesunden
Personen wollen die BIOMAP-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler e
in
neues Modell zur Klassifikation von Neurodermitis und Schuppenflechte
entwickeln, um jeden Patienten optimal und individualisiert behandeln zu
können.
Ein Ansatz der Präzisionsmedizin, den auch der Exzellenzcluster
PMI über das gesamte Spektrum der chronischen Entzündungserkrankungen
verfolgt.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts gehen davon
aus, dass sich die
verschiedenen Ausprägungen der Krankheiten in
Unterschieden auf molekularer Ebene widerspiegeln.
- Daher wollen sie
Patientenuntergruppen identifizieren, die sich hinsichtlich der
Krankheitsmechanismen, der Ausprägung der Krankheit und dem Ansprechen
auf Therapien ähneln.
Mit Hilfe von
Markern in Blut und Haut sollen
solche Patientengruppen identifizierbar werden, um die optimale Therapie
auswählen und neue Therapieansätze entwickeln zu können.
„Ich hoffe, dass im Zuge des
Projekts Neurodermitis und Schuppenflechte
als eine Reihe von
verschiedenen Erkrankungsuntertypen anerkannt werden,
jede mit einer eigenen charakteristischen molekularen Signatur und
nicht als bloß zwei Krankheiten,“ sagt der Koordinator von BIOMAP
Professor Stephan Weidinger, Mitglied im Exzellenzcluster PMI und Leiter
der Arbeitsgruppe
molekulare Entzündungsdermatologie an der Klinik für
Dermatologie, Venerologie und Allergologie des UKSH, Campus Kiel. „Das
Projekt wird das hohe Niveau von Forschung und Patientenversorgung am
Standort Kiel weiter stärken“.
Durch die Integration von Patientenorganisationen werden auch die
Meinungen, Nöte und Wünsche von Menschen mit Schuppenflechte oder
Neurodermitis in das Projekt einfließen.
„Die Einbindung der Betroffenen
und ihrer Interessenvertretung setzt die Bedürfnisse von Erkrankten von
Anfang an in das Zentrum des Projekts. Durch den Austausch von Wissen
und Daten über
entzündliche Hauterkrankungen ermöglicht BIOMAP eine
Zusammenarbeit, wie es sie vorher noch nie gab“, sagt Helen McAteer,
Mitglied der BIOMAP Patientenberatungsgruppe und Vertreterin einer
Patientenselbsthilfeorganisation.
BIOMAP wird finanziert vom gemeinsamen Unternehmen „Initiative
innovative Arzneimittel“ (Innovative Medicines Initiative 2 Joint
Undertaking IMI2 JU) und unter Beteiligung der teilnehmenden
Pharmaunternehmen. Das Konsortium wird unterstützt vom EU-Förderprogramm
Horizon 2020 und von der European Federation of Pharmaceutical
Industries and Associations EFPIA, einem europäischen Dachverband der
nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen. Das Projekt hat jetzt
offiziell seine Aktivitäten mit einem ersten Treffen in London
gestartet.
Der Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische
Entzündungserkrankungen/Precision Medicine in Chronic Inflammation“
(PMI) wird von 2019 bis 2025 durch die Exzellenzstrategie des Bundes und
der Länder gefördert (ExStra). Er folgt auf den Cluster
Entzündungsforschung „inflammation at Interfaces“, der bereits in zwei
Förderperioden der Exzellenzinitiative (2007-2018) erfolgreich war.
Beteiligt an dem neuen Verbund sind rund 300 Mitglieder in acht
Trägereinrichtungen an fünf Standorten: Kiel
(Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule, Institut für
Weltwirtschaft und Leibniz-Institut für die Pädagogik der
Naturwissenschaften und Mathematik), Lübeck (Universität zu Lübeck,
UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie), Borstel
(Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum) und Großhansdorf
(Lungenclinic Grosshansdorf). Ziel ist es, den vielfältigen
Forschungsansatz zu chronisch entzündlichen Erkrankungen von
Barriereorganen in seiner Interdisziplinarität verstärkt in die
Krankenversorgung zu übertragen und die Erfüllung bisher unbefriedigter
Bedürfnisse von Erkrankten voranzutreiben. Drei Punkte sind im
Zusammenhang mit einer erfolgreichen Behandlung wichtig und stehen daher
im Zentrum der Forschungen von PMI:
die Früherkennung von chronisch
entzündlichen Krankheiten, die Vorhersage von Krankheitsverlauf und
Komplikationen und die Vorhersage des individuellen Therapieansprechens.
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Exzellenzcluster Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen
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Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
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Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
E-Mail: spetermann@uv.uni-kiel.de
Twitter: PMI @medinflame
Prof. Stephan Weidinger
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, UKSH, Campus Kiel
Medizinische Fakultät der CAU zu Kiel
Telefon: 0431 500 21110
E-Mail: sweidinger@dermatology.uni-kiel.de
Frederike Buhse
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail: fbuhse@uv.uni-kiel.de
Internet:
https://precisionmedicine.de/
Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.biomap-imi.eu Projekt-Webseite
c/o Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel
Deutschland
Schleswig-Holstein
E-Mail-Adresse:
info@inflammation-at-interfaces.de