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Freiverkäufliche Pflanzenschutzmittel: Peripheren Nervensystem

Medizin am Abend Berlin Fazit: Pflanzenschutzmittel können Nerven schädigen

Essener Neurowissenschaftler entschlüsseln den Einfluss von Glyphosat auf Zellen des peripheren Nervensystems

Inwieweit Glyphosat oder freiverkäufliche glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel Einfluss auf Zellen des peripheren Nervensystems haben, das haben Neurowissenschaftler der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) untersucht.

Das Ergebnis: Glyphosat-basierte Pflanzenschutzmittel können schädigenden Einfluss auf das sogenannte periphere Nervensystem haben.

Dabei spielen nicht deklarierte und benannte Inhaltsstoffe in diesen Pflanzenschutzmitteln eine wichtige Rolle.

Die Studie wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Acta Neuropathologica veröffentlicht.

Die Debatte über das Pflanzenschutzmittel Glyphosat wird kontrovers geführt.

So diskutieren Glyphosat-Befürworter und -Gegner über mögliche Gesundheitsgefahren, die der Einsatz von Glyphosat unter anderem in Landwirtschaft und Gärten mit sich bringen könnte. Ob Glyphosat Krebserkrankungen oder Entzündungen verursachen kann, das ist auch 40 Jahre nach Markteinführung bisher nicht wissenschaftlich geklärt.

  • Bisher wurde der Einfluss von Glyphosat auf das Nervensystem kaum untersucht. 

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe für klinische und experimentelle Neuroimmunologie unter der Leitung von PD Dr. Dr. Mark Stettner des UK Essen haben sich daher Frage gestellt, inwieweit reines Glyphosat und frei verkäufliche Glyphosat-Präparate wie das Breitbandherbizid „Roundop“ schädigende Effekte auf Zellen des peripheren Nervensystems haben könnten.

„Diese Glyphosat-basierten Pflanzenschutzmittel enthalten nicht eindeutig deklarierte Hilfsstoffe, die im Verdacht stehen, eine hohe Toxizität aufzuweisen, also giftig für Mensch und Tier sind“, so PD Dr. Dr. Mark Stettner.

  • Die Wissenschaftler testeten verschiedene Konzentrationen beider Substanzen, also reines Glyphosat und frei verkäufliche glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel (Roundop), in einem Zellkulturmodell aus Nervenzellen und sogenannten Schwannzellen, die Nervenfasern mit einer schützenden Isolierschicht ummanteln und für das Überleben der Nervenzellen relevant sind. 
Wie das Team aus Biologen und Ärzten nun im Fachmagazin Acta Neuropathologica veröffentlichte, zeigten Schwannzellen, die mit dem glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmittel behandelt wurden, einen spezifischen Abbau der Isolierschicht der Nervenfasern, des sogenannten Myelins.

Das Glyphosat-haltige Herbizid führte nicht nur zum Abbau der schützenden Nervenhülle, sondern verhinderte auch, dass diese neu gebildet wird.

Das reine Glyphosat hingegen zeigte einen weniger schädigenden Einfluss.

Die Forscher halten eine „Umprogrammierung“ der Schwannzelle von der Myelin-bildenden Zelle zur entzündlich-aktivierten Schwannzelle, die dann ihre schützende Aufgabe gegenüber den Nervenzellen nicht mehr wahrnehmen kann, für ursächlich.

„Unsere Daten weisen darauf hin, dass nicht benannte Inhaltsstoffe in Glyphosat-basierten Pflanzenschutzmitteln dem schädigenden Einfluss auf das Myelin als Ursache haben.

Das Glyphosat selbst spielt möglicherweise nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Dr. Fabian Szepanowski, (Biologe in der Arbeitsgruppe für klinische und experimentelle Neuroimmunologie, Neurologische Klinik, UK Essen), der an der Studie maßgeblich beteiligt war. „Die Ergebnisse der Studie können nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen werden. Es besteht aber die Möglichkeit, dass eine dauerhafte Aussetzung mit glyphosathaltigen Präparaten wie Roundop peripherer Nervenerkrankungen begünstigen kann“, ergänzt PD Dr. Dr. Mark Stettner. Er weist darauf hin, dass weitere Studien notwendig sind, um festzustellen, welche Inhaltsstoffe schädlich sind und welche Relevanz die beobachteten Effekte für Mensch, Natur und Umwelt haben.

Die Essener Universitätsmedizin umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie zwölf Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener Universitätsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten das führende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und auf dem Weg zum Smart Hospital. 2017 behandelten unsere 8.200 Beschäftigten fast 72.000 stationäre und 300.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Schwerpunkte sind die Herz- und Gefäßmedizin, die Onkologie und die Transplantation. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der größten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum für Organtransplantation, einem international führenden Zentrum für Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum, einem überregionalen Zentrum der kardiovaskulären Maximalversorgung, hat die Universitätsmedizin Essen eine weit über die Region reichende Bedeutung für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit ihrer klaren Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-Gefäß-Medizin, Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie den übergreifenden Forschungsschwerpunkten Immunologie, Infektiologie und Genetik.

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Privatdozent Dr. Dr. Mark Stettner
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Diabetes Medikament: Herzmuskel und die Herzfunktion: Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion

Medizin am Abend Berlin Fazit: Diabetes-Medikament hilft bei Herzschwäche

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) konnten erstmals zeigen, dass Empagliflozin, ein Diabetes-Medikament, direkt den menschlichen Herzmuskel beeinflusst und die Herzfunktion verbessert. 

  • Die Ergebnisse geben Hoffnung für die Therapie der Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion. 

Für diese Erkrankung gibt es derzeit keine Behandlung, die an den Ursachen ansetzt. 

Prof. S. Sossalla arbeitet mit menschlichen Herzmuskelzellen, um die Auswirkungen des Wirkstoffs Empagliflozin auf die Herzfunktion zu untersuchen. Prof. S. Sossalla arbeitet mit menschlichen Herzmuskelzellen, um die Auswirkungen des Wirkstoffs Empagliflozin auf die Herzfunktion zu untersuchen. Professor Samuel Sossalla
 
  • Der Wirkstoff Empaglifozin ist in Deutschland für die Behandlung des Diabetes mellitus Typ II bei Erwachsenen zugelassen. 

In einer großen klinischen Studie, der EMPA-REG OUTCOME-Studie, wurde die Wirkung von Empaglifozin bei Diabetes-Patienten untersucht, bei denen außerdem eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag. Überraschenderweise reduzierte Empagliflozin in dieser Studie sowohl die Sterberate insgesamt, als auch die Anzahl der durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Todesfälle um jeweils mehr als 30 Prozent. Außerdem sank die Anzahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Herzschwäche um 35 Prozent.

Diese positiven Effekte zeigten sich schon nach zwei Monaten und waren für Professor Samuel Sossalla von der Universitätsmedizin Göttingen und vom Universitätsklinikum Regensburg Anlass anzunehmen, dass etwas direkt am Herzmuskel passiert und sich diesen genauer anzuschauen. „Würde Empagliflozin indirekt wirken und sekundäre Risikofaktoren beeinflussen, etwa den Blutdruck oder Cholesterinwerte, würde es Jahre dauern, bis man einen Effekt sieht“, sagt DZHK-Wissenschaftler Sossalla.

Entspannung im Herzmuskel verbessert

Er und seine Mitarbeiter haben mit explantierten menschlichen Herzen gearbeitet, die Herzschwäche-Patienten entnommen wurden, wenn sie ein Spenderherz erhielten. Genauer gesagt an daraus präparierten Muskelstreifen, die man sich wie ein schlagendes Stück Herz im Labor vorstellen kann. „Wenn wir diese Herzmuskelstreifen mit Empagliflozin behandelt haben, verbesserte sich die Entspannungsfähigkeit des Herzmuskels “, sagt Dr. Steffen Pabel, Postdoc in der Arbeitsgruppe von Sossalla.

„Die Schlagkraft des Herzens, also seine Fähigkeit sich zu kontrahieren, blieb hingegen unverändert.“

Die Wirkung von Empagliflozin auf die Entspannungsfähigkeit war dabei unabhängig davon, ob zusätzlich eine Diabetes-Erkrankung vorlag oder nicht.

  • Die Entspannungsfähigkeit des Herzens ist bei Patienten mit Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion beeinträchtigt.

Die Hälfte aller Herzschwäche-Patienten leidet an dieser Form der Herzschwäche.

  • Dabei ist die linke Herzkammer so verdickt und steif, dass sie sich in der sogenannten diastolischen Phase nicht mehr ausreichend weiten und mit Blut füllen kann. 
  • Dadurch gelangt bei der anschließenden Kontraktion des Herzens, der systolischen Phase, nicht mehr genügend sauerstoffreiches Blut in den Körper. 
  • Für diese Herzschwäche gibt es zurzeit keine Therapien, die die Ursachen der Erkrankung bekämpfen. Medikamente können lediglich die Beschwerden der Patienten mildern.

Zurück ins Labor

Mit seiner Arbeitsgruppe konzentriert sich Sossalla auf translationale Projekte, also Arbeiten, die dazu beitragen, dass Ergebnisse aus dem Labor auch tatsächlich bei den Patienten ankommen. „Hier haben wir es jetzt mit dem umgekehrten Weg zu tun“, sagt Sossalla. „Ergebnisse aus der Klinik führen zurück ins Labor, um die beobachtete Wirkung überhaupt zu verstehen.“ Der Vorteil der in vitro Untersuchungen im Gegensatz zu klinischen Studien mit Patienten, liegt für ihn klar auf der Hand: „An isolierten Herzmuskelzellen können wir sehen, ob der Herzmuskel direkt beeinflusst wird. Auswirkungen auf das Herz, die bei Patienten beobachtet werden, könnten auch immer indirekte Effekte sein.“ Die an den menschlichen Herzmuskelstreifen beobachtete Wirkung von Empagliflozin konnten er und seine Mitarbeiter auch an Herzen von Mäusen mit und ohne Diabetes bestätigen.

Molekulare Erklärung

  • Bei der Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion sind an bestimmte kontraktile Proteine des Herzmuskels signifikant weniger Phosphatgruppen angehängt als in einem gesunden Herzen. 

Bei ihren Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich direkt nach der Gabe von Empagliflozin die Phosphorylierung genau dieser kontraktilen Proteine wieder deutlich erhöhte.

„Diese erstmals nachgewiesene Wirkung von Empagliflozin erklärt, warum die Entspannungsfähigkeit des Herzmuskels wieder zunimmt“, so Pabel.

Einen anderen denkbaren Mechanismus für die erhöhte Entspannungsfähigkeit, die Veränderung der Konzentration von Kalzium-Ionen im Herzmuskel, konnten die Forscher experimentell ausschließen.

Denn nach der Gabe von Empagliflozin veränderte sich diese Konzentration in isolierten menschlichen Herzmuskelzellen nicht.

An sogenannten Stammzell-Herzmuskelzellen, die über Monate im Labor kultiviert werden können, will die Arbeitsgruppen von Sossalla nun mehr über den Wirkungsmechanismus herausfinden und auch darüber, wie Empagliflozin langfristig wirkt.

Denn bis jetzt haben sie nur den akuten Effekt beobachtet – länger als 48 Stunden überleben isolierte Herzmuskelzellen im Labor nicht.

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Prof. Dr. Samuel Sossalla, Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II & Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Herzzentrum – Klinik für Kardiologie und Pneumologie
samuel.sossalla(at)ukr.de


Oudenarder Straße 16
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Deutschland
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Christine Vollgraf
Telefon: 030 3465 52902
E-Mail-Adresse: christine.vollgraf@dzhk.de


Originalpublikation:
Originalarbeit: Empagliflozin Directly Improves Diastolic Function in Human Heart Failure. Pabel, S., Wagner, S., Bollenberg, H., Bengel, P., Kovacs, A., Schach, C., Tirilomis, P., Mustroph, J., Renner, A., Gummert, J., Fischer, T., Van Linthout, S., Tschope, C., Streckfuss-Bomeke, K., Hasenfuss, G., Maier, L. S., Hamdani, N. & Sossalla, S. European journal of heart failure, (2018). DOI: 10.1002/ejhf.1328



Einladung zur SCHULTERSCHMERZ - Studie: Wegtrainieren www.schulterhilfe.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Probanden für Studie gesucht: Schulterschmerzen wegtrainieren

Die Wasserkisten in den Keller schleppen, das Kind hochheben oder in der Küche werkeln – mit Schulterschmerzen kein Vergnügen. 

Ob ein neuentwickeltes Trainingsgerät sie lindert, wollen Sportwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) testen. 

  • Für ein achtwöchiges Training suchen sie Probanden mit Schulterproblemen. 
 
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im ganzen Körper.

Fast jeder bekommt irgendwann Probleme in diesem Bereich.
 „Wird der Schmerz immer größer, entstehen über kurz oder lang Überbelastungsstörungen an anderer Stelle“, so Prof. Dr. Thomas Mühlbauer vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften. 
Er und seine Kollegen wollen deshalb die Wirkung eines speziell entwickelten Trainingsgeräts (Schulterhilfe Optima / www.schulterhilfe.de) der Firma AktiFlex-Produkte KG an Betroffenen testen.

  • „Wir wollen herausfinden, ob man mit dem Training beweglicher wird, mehr Muskelkraft bekommt und die Schmerzen zurückgehen.“

Die Probanden trainieren dreimal die Woche für ca. 20-30 Minuten zu Hause.

Vor und nach dem Trainingsprogramm steht eine zweistündige Diagnose im UDE-Sportinstitut an der Gladbecker Straße in Essen an.

Gesucht werden Frauen und Männer zwischen 35 und 65 Jahren mit Schulterproblemen (z. B. Impingement-Syndrom), aber ohne neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson.

Nach einer Infoveranstaltung im Februar, geht es im März mit dem Training los.

Die Teilnehmer dürfen das Trainingsgerät anschließend behalten, müssen allerdings selbst für die Fahrtkosten aufkommen.

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Simon Schedler, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Tel. 0201/183-7350
simon.schedler@uni-due.de

Prof. Dr. Thomas Mühlbauer
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Tel. 0201/183-7333
thomas.muehlbauer@uni-due.de

Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Cathrin Becker
Telefon: 0203/379-1488
Fax: (0203) 379-2428
E-Mail-Adresse: cathrin.becker@uni-due.de





Wechselwirkugen zwischen Arbeitsbelastung, Erschöpfung und Erholung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Einfach mal abschalten: Die schnelle Erholung zwischendurch

„Im Urlaub kann ich mich dann endlich erholen“ – mit diesem Gedanken trösten sich viele Arbeitnehmer, wenn es im Job zu viel wird. 

In Wirklichkeit sind die Wechselwirkugen zwischen Arbeitsbelastung, Erschöpfung und Erholung deutlich dynamischer: 

Ein anstrengender Arbeitstag bereits am selben Tag zu Erschöpfung führen und das Wohlbefinden am Feierabend beeinträchtigen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Gesunde Arbeit  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Work-Life-Balance  

Genauso kurzfristig wie die Erschöpfung kommt, sollte auch Zeit für die Erholung eingeräumt werden: 

Bewusstes Abschalten zu Hause fördert die Regeneration und verhindert, dass der Arbeitstag die anschließende Freizeit beeinflusst. 

Das zeigt eine Tagebuch-Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. 
 
Ablenkungen im Großraumbüro ausblenden, ungeliebte Projekt-Aufgaben angehen und im Kundenkontakt stets freundlich sein: Solche Anforderungen sind selbstverständlich geworden in der modernen Arbeitswelt. Laut einer Eurofond-Erhebung geben 68 Prozent der Angestellten in der EU an, von Anfragen Dritter wie etwa Kunden abhängig zu sein. 31 Prozent müssen ihre wahren Emotionen bei der Arbeit zugunsten zielorientierten Verhaltens unterdrücken.

  • Das strengt an und kann auf Dauer die Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

IfADo-Arbeitspsychologinnen und Arbeitspsychologen haben nun untersucht, ob und wie sich solche Anforderungen noch am selben Tag auf das Wohlbefinden von Arbeitnehmern auswirken – und ob kurzfristig erfolgende Erholung davor schützt.

Die Forschenden führten eine Online-Befragung mit insgesamt 86 berufstätigen Probandinnen und Probanden durch. An zehn aufeinanderfolgenden Arbeitstagen beantworteten diese zweimal pro Tag einen Fragebogen. Am Nachmittag wurde die gerade erlebte Arbeitsbelastung abgefragt. Am Abend bewerteten die Studienteilnehmer ihr Wohlbefinden. Zudem gaben sie an, wie gut es ihnen an diesem Abend gelang, von der Arbeit abzuschalten.

Freiräume für Erholung nach Feierabend

„Auf Grundlage der Befragung konnten wir bestätigen, dass sich ein anstrengender Arbeitstag direkt auf das Wohlbefinden nach der Arbeit auswirkt.

Man bringt die Last quasi mit nach Hause“, sagt IfADo-Studienautorin Lilian Gombert.

„Zuhause angekommen fühlt man sich erschöpft und antriebslos, Verabredungen werden abgesagt, die Laune sinkt.“ 

Dabei sind es gerade Freizeitaktivitäten, die entgegenwirken: 
  • „Wenn man am Feierabend einem Hobby nachgeht, Sport treibt oder Freunde trifft, rückt das bei der Arbeit Erlebte in den Hintergrund. 
  • Das schafft nach einem anstrengenden Arbeitstag die benötigten Freiräume für Erholung“, so Gombert weiter.

Gerade an Tagen mit hoher Belastung gilt:

Nicht immer ins Schneckenhaus zurückziehen, sondern aktiv werden und bewusst von der Arbeit abschalten. 
  • Das sollte auch von Arbeitgebern gefördert werden, zum Beispiel durch vereinbarte Regeln im Umgang mit beruflichen E-Mails und Anrufen auf dem Smartphone nach Feierabend.

Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage.

Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet.

Das IfADo hat mehr als 220 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 93 selbstständige Einrichtungen umfasst. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

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Lilian Gombert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin „Flexible Verhaltenssteuerung“
Telefon: + 49 231 1084-413
E-Mail: gombert@ifado.de
www.ifado.de/gesundheit

Eva Mühle
Telefon: + 49 231 1084-239
E-Mail: muehle@ifado.de



Ardeystraße 67
44139 Dortmund
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Originalpublikation:
Gombert, L., Rivkin, W., & Schmidt, K.-H. (2018). Indirect Effects of Daily Self-Control Demands on Subjective Vitality via Ego Depletion: How Daily Psychological Detachment Pays Off. Applied Psychology: An international Review, S. 1-26. doi: 10.1111/apps.12172



Die biologische Grenzen von Mutterschaft im Jahr 2019?

Medizin am Abend Abend Berlin Fazit: Gratwanderung: Immer mehr „späte“ Mütter

Das FWF-Projekt „Die biologisch Uhr tickt“ („Running against the clock” - RAC) misst „späte“ Mutterschaft. 

Die Autorin der aktuellen Studie, Eva Beaujouan, ging der Frage nach, ob und wie der Kinderwunsch von Frauen über 35 Jahren realisiert wird, und wie stark biologische Grenzen von Mutterschaft eine Rolle spielen. 
 
  • Die Zahl der Frauen, die im fortgeschrittenen Alter Mütter werden, nahm in vielen Ländern Europas stark zu. 

In Österreich hatte im Jahr 2014 jedes fünfte Neugeborene eine Mutter im Alter 35+, zu Beginn der 1980er Jahre waren es nur 7%.

Dieser Trend ist am stärksten verbreitet unter gebildeten Frauen und der starke Anstieg von weiblichen Studierenden in den letzten Jahrzehnten war wesentlich für das Verschieben von Mutterschaft in spätere Jahre.

  • Auch ein instabiler Arbeitsmarkt, eine immer schlechtere wirtschaftliche Situation von jungen Erwachsenen in ganz Europa, Änderungen im Partnerschaftsverhalten und effiziente Verhütungsmittel führten zu einem Hinausschieben von Elternschaft.

Immer mehr Frauen im Alter 35+ wünschen sich Kinder, vor allem kinderlose Frauen. 

Laut Mikrozensus-Befragungen wünschten sich im Jahr 2016 in Österreich 62% der 35-39-jährigen kinderlosen Frauen ein oder mehrere Kinder, gegenüber 21% im Jahr 1986.

Aber viele dieser Frauen werden wegen mit dem Alter abnehmender Fruchtbarkeit Probleme haben, ihre Pläne zu realisieren. 

Tatsächlich bestätigen für Österreich Daten aus den „Generations and Gender“-Befragungen 2008 und 2012 einen starken Zusammenhang zwischen dem Alter von Frauen und der Realisierung ihrer Kinderwünsche: Im Alter von 30 Jahren konnten zwei Drittel der österreichischen Frauen innerhalb von vier Jahren ihre Kinderwünsche realisieren, mit Mitte 30 waren es 40%, Ende 30 nur 20%. Nur weniger als 10% der Frauen im Alter 40+ war es möglich, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Können sich Frauen im fortgeschrittenen Alter auf assistierte Reproduktionsmedizin verlassen?

Ihr Einsatz hat vor allem unter Frauen im Alter 40+ stark zugenommen. 
  • Dennoch sind mit diesem Alter die Chancen niedrig schwanger zu werden, die Schwangerschaft auszutragen und ein Baby zu bekommen, wenn Frauen ihre eigenen Eizellen verwenden. 
  • Die Chancen auf ein Baby sind viel höher, wenn Eizellen von jüngeren Spenderinnen oder eigene Eizellen, die in jungen Jahren eingefroren wurden, zum Einsatz kommen.

Dabei gibt es Argumente für Elternschaft in jungen als auch in späteren Jahren.

Biologische und gesundheitliche Gründe sprechen für Elternschaft in jungen Jahren.

Eine gefestigtere ökonomische Situation, größere Stabilität in der Partnerschaft und generell mehr Freude und Glück an Elternschaft in höherem Alter sprechen für späte Elternschaft. 

Zudem möchten die meisten Frauen und Männer ihre Ausbildung abschließen, einen Job und andere Lebensziele erreichen, bevor sie Eltern werden. 

Generell ist in Österreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, eine stabile Partnerschaft zentral, um Kinder zu planen.

Das RAC Projekt wurde gefördert vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) (P 28071-G22). Es wurde in 2016-2017 unter der Leitung von Isabella Buber-Ennser am Institut für Demographie/ Österreichische Akademie der Wissenschaften (VID/ÖAW) durchgeführt.

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Eva Beaujouan
Vienna Institute of Demography
Austrian Academy of Sciences
Welthandelsplatz 2, 1020 Vienna
T +43 1 31336-5275
eva.beaujouan@oeaw.ac.at

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Österreich
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Mag. Lisa Janisch
Telefon:
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Originalpublikation:
Beaujouan, Eva (2018). Late fertility intentions and fertility in Austria. VID Working Paper 6/2018. Vienna: Vienna Institute of Demography.
https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/Working...

Sobotka, T., & Beaujouan, É. (2018). “Late Motherhood in Low-Fertility Countries: Reproductive Intentions, Trends and Consequences”. In D. Stoop (Ed.), Preventing age related fertility loss, Springer International Publishing Switzerland, pp. 11–29.

https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/Working...

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.oeaw.ac.at/vid/research/research-projects/rac-running-against-the-cl...

https://www.oeaw.ac.at/vid/


http://www.wittgensteincentre.org/

Einladung zur Studie: Zusammenhang von Depressionen und dem Geruchssinn

Medizin am Abend Berlin Fazit: Psychologen suchen Teilnehmer für Studie im Alter von 30 bis 60 Jahren

Wie hängen psychische Störungen mit der Geruchswahrnehmung zusammen? 

Welchen Einfluss haben Reflexe und Emotionen auf solche Erkrankungen und auf den Erfolg entsprechender Therapien? 

Antworten auf diese Fragen wollen Psychologen der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität des Saarlandes unter Leitung von Professor Tanja Michael in neuen Studien finden. 

Für die Kontrollgruppen sucht die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie noch dringend gesunde Teilnehmer und Teilnehmerinnen: 

vor allem Männer und Frauen der Jahrgänge 1959 bis 1988. 
 
Die Arbeitsgruppe der Psychotherapeutin Tanja Michael forscht daran, neue Therapiemöglichkeiten für psychische Störungen zu entwickeln und Therapien wirksamer zu gestalten.

Die Psychologie-Professorin leitet die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie und hat für ihre Forschung bereits mehrere internationale Preise erhalten.

In einer aktuellen Studie suchen die Forscherinnen und Forscher nach einem Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Geruchssinn. 

Um zu verstehen, wie psychische Störungen entstehen und ablaufen, soll zudem die Frage beantwortet werden, wie Personen mit Depressionen emotionale Bilder verarbeiten.

Bei diesen Studien werden sowohl Patientinnen und Patienten (Experimentalgruppen) als auch gesunde Personen (Kontrollgruppen) einbezogen.

Die Kontrollgruppe dient dazu, die Ergebnisse der Experimentalgruppe einordnen zu können.

Für die Kontrollgruppe sucht die Arbeitsgruppe noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Besonders dringend suchen die Forscher Männer der Jahrgänge 1959 bis 1970.

Wer daran interessiert ist, diese Forschung zu unterstützen und an der Studie teilzunehmen, kann sich ab sofort anmelden.

Die Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Je nach Anzahl der Sitzungen wird die Teilnahme mit einer Aufwandsentschädigung von bis zu 60 Euro entlohnt.

Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse asm.studie(at)gmail.com anmelden
(Bitte Geschlecht, Geburtsdatum und Kontaktdaten angeben).




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Dr. Diana Ferreira de Sá: E-Mail: diana.ferreira(at)uni-saarland.de
Tel.: +49 681 302-71209
Christian Schanz: E-Mail: christian.schanz(at)uni-saarland.de
Tel.: +49 681 302 71005
https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/michael/team/tanja-michael.html




Campus A2 3
66123 Saarbrücken
Deutschland
Saarland

Claudia Ehrlich
Telefon: 0681/302-64091
Fax: 0681/302-2609
E-Mail-Adresse: presse.ehrlich@univw.uni-saarland.de



Geriatrie-CAVE: Deine Riechnerven im Alter: Bildung von Nervenzellen (Neurogenese)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Konfetti im Kopf - Warum wir im Alter schlechter riechen

Mit zunehmendem Alter lässt bei Säugetieren das Riechvermögen nach. 

Warum das so ist, hat ein interdisziplinäres Forschungsteam vom Helmholtz Zentrum München und der Universitätsmedizin Mainz im Fachjournal ‚Cell Reports‘ untersucht. 

Für die Analyse verfolgten die Forscherinnen und Forscher die Stammzellentwicklung im Gehirn von Mäusen mit sogenannten Konfetti-Reportern und werteten die umfangreichen Daten anschließend mit intelligenten Algorithmen aus. 
 
  • Die Bildung von Nervenzellen (Neurogenese) ist bei Säugetieren überwiegend auf die frühe Kindheit beschränkt und findet im Erwachsenenalter nur noch in wenigen Regionen des Vorderhirns statt. 

Eine solche Ausnahme sind Riechnerven, die über mehrere Zwischenstadien aus Stammzellen hervorgehen. 

  • „Die Produktion dieser Nervenzellen geht mit zunehmendem Alter zur Neige. 

Wir wollten in der aktuellen Arbeit klären, wie es dazu kommt und welchen Beitrag die Stammzellen dabei haben“, erklärt Dr. Carsten Marr den Ansatz. Er ist Arbeitsgruppenleiter am Institute of Computational Biology (ICB) des Helmholtz Zentrums München.

Um dieser Frage nachzugehen, bildete er mit der Mathematikern Lisa Bast und den Stammzellforschern Dr. Filippo Calzolari (heute am Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz) und Prof. Dr. Jovica Ninkovic ein interdisziplinäres Expertenteam. „Unser Ansatz für die aktuelle Arbeit funktioniert über sogenannte Konfetti-Reporter in Mäusen: Dabei bringen wir einzelne Stammzellen und alle ihre Nachkommen – sogenannte Klone - dazu, jeweils in einer bestimmten Farbe zu leuchten“, beschreibt Filippo Calzolari das Vorgehen. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler die Entwicklung einzelner Klone verfolgen und als verschiedenfarbige Punkte unterscheiden, was dem Verfahren seinen Namen verleiht. „Durch den Vergleich von jungen und älteren Mäusen wollten wir im nächsten Schritt herausfinden, welchen Beitrag einzelne Stammzellen und Zwischenstufen zur Neurogenese der fertigen Riechzellen leisten“, so Calzolari weiter.

Verbinde die Punkte

Allerdings ist die systematische Auswertung der Bilder für den Menschen kaum zu schaffen: die vorliegenden Daten waren extrem heterogen und ein Vergleich von jungen und alten Gehirnen schwierig. Hier kam die Expertise von Carsten Marr und seinem Team zum Tragen. Sie sind Spezialisten für die Quantifizierung von Einzelzelldynamiken, also der Frage: Welche und wie viele Zellen eines großen Verbandes entwickeln sich wie weiter? Dafür bedienen sich die Forscher künstlicher Intelligenz, entwerfen mathematische Modelle und programmieren Algorithmen, die die Bilddaten für sie auswerten können.

„Wir haben die Konfetti-Messungen mit mehreren mathematischen Modellen der Neurogenese verglichen“, erklärt Lisa Bast. „Auf diese Weise konnten wir feststellen, dass vor allem in bestimmten Zwischenstadien – den sogenannten transit amplifying progenitors – die Fähigkeit zur Selbsterneuerung im Alter abnimmt.“ Zudem zeigt die Analyse, dass in älteren Mäusen die sogenannte asymmetrische Zellteilung in Stammzellen sowie deren Ruhephasen zunahm. „Das bedeutet, dass sich im Alter weniger Zellen zu Riechzellen weiterentwickeln und inaktiv im Stammzell-Pool verbleiben, wodurch die Produktion zum Erliegen kommt“, so Jovica Ninkovic. Die Arbeit ist die erste, bei der Wissenschaftler das Verhalten von Nervenstammzellen im lebenden Säugergehirn mit einem mathematischen Modell quantitativ untersuchen konnten.

Weitere Informationen

Hintergrund:
Carsten Marr leitet die Arbeitsgruppe ‚Quantitative Single Cell Dynamics‘ am Institute of Computational Biology (ICB) des Helmholtz Zentrums München. Gemeinsam mit Kollegen wurde er 2017 mit dem Erwin-Schrödinger-Preis ausgezeichnet: Das interdisziplinäre Forscherteam hatte gezeigt, wie sich aus Daten einzelner Blutzellen deren weitere Entwicklung berechnen lässt. Die Mathematikerin Lisa Bast arbeitet in der Gruppe von Carsten Marr an ihrer Promotion.

Jovica Ninkovic ist Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und leitet am Helmholtz Zentrum München die Gruppe ‚Neurogenese und Regeneration‘ im Institut für Stammzellforschung (ISF). Gemeinsam mit Filippo Calzolari und ISF-Direktorin Prof. Dr. Magdalena Götz konnte er kürzlich bereits zeigen, dass sowohl die Selbsterneuerungsrate als auch die Diversität der gebildeten Nervenzellen aus den Stammzellen begrenzt sind und die Anzahl der Stammzellen mit der Lebensdauer abnimmt. Die aktuelle Arbeit identifiziert nun die konkreten Schritte auf denen diese Entwicklungen basieren.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de

Das Institut für Computational Biology (ICB) führt datenbasierte Analysen biologischer Systeme durch. Durch die Entwicklung und Anwendung bioinformatischer Methoden werden Modelle zur Beschreibung molekularer Prozesse in biologischen Systemen erarbeitet. Ziel ist es, innovative Konzepte bereitzustellen, um das Verständnis und die Behandlung von Volkskrankheiten zu verbessern. www.helmholtz-muenchen.de/icb

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 2238 - E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Dr. Carsten Marr, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institute of Computational Biology, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg - Tel. +49 89 3187 2158 - E-Mail: carsten.marr@helmholtz-muenchen.de

Sonja Opitz
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Dr. Helge Siemens
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Originalpublikation:
Bast, L. & Calzolari, F. (2018): Increasing neural stem cell division asymmetry and quiescence are predicted to contribute to the age-related decline in neurogenesis. Cell Reports, DOI: 10.1016/j.celrep.2018.11.088

Wo möchten oder besser wo werden Sie sterben?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sterben im Krankenhaus: Rückläufiger Trend, aber nicht für alle

In vielen Ländern nimmt der Anteil derer, die im Krankenhaus sterben, seit Jahren ab. 

Bisher dachte man, dass dies für alle Altersgruppen gilt. 

Auf bestürzende Ausnahmen macht jetzt eine neue Studie aufmerksam. 
 
Ihre letzten Stunden möchten die meisten Menschen zu Hause verbringen – und nicht im Krankenhaus, wie es heute oft noch der Fall ist.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Feuerwehr 

Doch die Trendwende ist eingeleitet, wie eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock zeigt. Demnach sinkt seit Jahren der Anteil der älteren Menschen, die in einer Klinik sterben.

Ausgenommen von der erfreulichen Entwicklung sind jedoch ältere Menschen ab 80 Jahren.

In ihrer Studie zeichnen die Wissenschaftler um Angela Carollo die Entwicklung der Krankenhaussterblichkeit in Dänemark zwischen 1980 und 2014 nach. Zu diesem Zweck analysierten sie Statistiken zu allen Frauen und Männer ab 50 Jahren, die in diesem Zeitraum starben. Nach Auswertung von insgesamt rund 1,8 Millionen Datensätzen ergab sich folgendes Bild:  

Während 1980 insgesamt 56 Prozent der Männer in der Klinik starben, waren es 2014 nur noch 44 Prozent; bei den Frauen sank der Anteil im gleichen Zeitraum von 49 Prozent auf 39 Prozent.

  • Im Alter kippt der Trend

Den größten Rückgang verzeichneten die Forscher bei den 50- bis 59-Jährigen:
Während 1980 zwei Drittel (66,3 Prozent) aus dieser Altersgruppe in einer Klinik starben, waren es 2014 weniger als die Hälfte (48,9 Prozent). Der rückläufige Trend setzt sich demnach bis zum Alter von 79 Jahren fort und kommt bei den 80- bis 89-Jährigen zum Stillstand. In der letztgenannten Gruppe sterben heute rund 40,2 Prozent im Krankenhaus – ein Anteil, der sich seit 1980 kaum verändert hat.


Was die Forscher überrascht, ist der mit rund 23 Prozent enorme Anstieg bei den über 90-Jährigen.

Mit ihren weit zurückreichenden, umfassenden Datenreihen eigneten sich dänische Bevölkerungsregister besonders gut für solche Analysen, sagt Angela Carollo.

  • Die in ihrer Detailschärfe einzigartigen Ergebnisse ihrer Studie spiegeln die Entwicklung in weiten Teilen Europas und Nordamerikas wider und sind insofern von internationaler Bedeutung. 

Auch in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Belgien gelinge es zunehmend, Patienten einen würdigen Tod zu Hause, im Hospiz oder an einem anderen selbstgewählten Ort zu ermöglichen, sagt Carollo: „Das ist sehr zu begrüßen, denn der Tod im Krankenhaus ist für die meisten Menschen kein guter Tod.“

  • Stagnation in Deutschland

In der alten Bundesrepublik Deutschland erreichte der Anteil der Krankenhaussterbefälle im Jahr 1980 mit 55 Prozent aller Todesfälle einen Höchstwert, um 2016 für ganz Deutschland auf 46 Prozent zu sinken. „Auf diesem Niveau verharrt der Anteil hierzulande seit Jahren“, sagt Angela Carollo.

Als Alarmsignal werten die Rostocker Wissenschaftler die Entwicklung bei den über 90-Jährigen. 

 „Sie sind nicht nur die gebrechlichste, sondern in vielen Ländern auch die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe", sagt Angela Carollo.  

Viel zu häufig gehe der letzte Wunsch nach einem Abschied im privaten Rahmen nicht in Erfüllung.

Bemerkenswert sind auch die Detailergebnisse der neuen Studie.

An einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, einer der häufigsten Todesursachen, sterben demnach in den jüngeren Altersgruppen mehr Frauen als Männer im Krankenhaus.

Der Unterschied verliert sich mit etwa Siebzig und kehrt sich dann um:

Vom 80. Lebensjahr an überwiegt der männliche Anteil bei den kardiovaskulären Sterbefällen in der Klinik.

„Möglicherweise sterben mehr jüngere Männer als Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bevor sie das Krankenhaus erreichen“, vermutet Angela Carollo. Das müsse aber noch genauer untersucht werden.


  • Die Ehe macht den Unterschied
  • Die Studie zeigt auch, dass Personen mit mittlerem und hohem Einkommen eher gefährdet sind, im Krankenhaus zu sterben als Bezieher niedriger Einkommen. 

Wo ältere Menschen sterben, hängt zudem stark davon ab, ob sie verheiratet sind oder nicht. 

Im Durchschnitt sterben mehr verheiratete Menschen im Krankenhaus als Unverheiratete, doch bei den über 90-Jährigen trifft es zunehmend die Unverheirateten.

Risikosteigernd seien darüber hinaus mehrere Krankenausaufenthalte binnen eines Jahres, sagt Angela Carollo und fügt hinzu: „Umgekehrt dürfte das Vermeiden langer Krankenhausaufenthalte, wie es seit Jahren üblich ist, zu weniger Sterbefällen auf den Stationen geführt haben.“

Todesursache Nummer eins im Klinikbereich sind Atemwegserkrankungen, vor allem bei den ältesten der alten Menschen. Auf den Plätzen folgen Schlaganfälle und Krebs, wobei die Krebssterblichkeit seit 2005 den stärksten Rückgang aufweist. Keine Angaben macht die Studie über Sterbeorte jenseits der Klinik. Carollo: „Wir können nur vermuten, dass die nicht im Krankenhaus Verstorbenen entweder zu Hause oder in einem Pflegeheim beziehungsweise einem Hospiz starben.“

Mit ihren Ergebnissen verbinden die Rostocker Forscher einen dringenden Appell an die Politik. Carollo:

„Jetzt kommt es darauf an, die Versorgung auszubauen und die gesetzlichen Regelungen anzupassen.

Wir sollten Hochaltrigen ein Leben zu Hause oder in einer guten Pflegeeinrichtung ermöglichen und ihnen unnötige Krankenhausaufenthalte kurz vor dem Tod ersparen.“

Über das MPIDR

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock untersucht die Struktur und Dynamik von Populationen: von politikrelevanten Themen des demografischen Wandels wie Alterung, Geburtenverhalten oder der Verteilung der Arbeitszeit über den Lebenslauf bis hin zu evolutionsbiologischen und medizinischen Aspekten der Alterung. Das MPIDR ist eine der größten demografischen Forschungseinrichtungen in Europa und zählt zu den internationalen Spitzeninstituten in dieser Disziplin. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.

www.demogr.mpg.de

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Angela Carollo Author of the Study (speaks English)
TELEPHONE +49 (0)381 2081-205
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Silvia Leek – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
TELEFON +49 381 2081 – 143
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Konrad-Zuse-Str. 1
18057 Rostock
Deutschland
Mecklenburg-Vorpommern 

Originalpublikation:
Angela Carollo et. al.: Trends in hospital deaths in Denmark from 1980 to 2014, at ages 50 and over, Journal of the American Geriatrics Society (2018)

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jgs.15672

Diagnose von Prostatakarzinomen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Mehr Diagnosesicherheit beim Prostata-Karzinom

Mit der Multiparametrischen Magnetresonanz-Tomographie und der PSMA-PET-Methode stehen mittlerweile moderne Untersuchungsverfahren zur Diagnose von Prostatakarzinomen zur Verfügung. 

PSA-Screening kann laut aktuellen Auswertungen Leben retten. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: PSA Labor  

Es sind neue Medikamente für Karzinome mit Kastrationsresistenz verfügbar. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Pflegeheime  

 
Mit rund 63.000 Neuerkrankungen ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Laut Aussage der Deutschen Krebsgesellschaft steigt die Kurve der Neuerkrankungen seit drei Jahrzehnten kontinuierlich an.

Forschung und Wissenschaft arbeiten an Methoden, um die Früherkennung zu verbessern und neue Diagnose-Methoden zu entwickeln.

Multiparametrische Magnetresonanz-Tomographie und die PSMA-PET-Methode
  • Bislang konnte das Prostata-Karzinom mit den klassischen bildgebenden Verfahren in der Tumordiagnostik nicht exakt diagnostiziert werden. 
  • Denn bei Auffälligkeiten nach einem Tastbefund werden bei der mit transrektalem Ultraschall gelenkten Stanzbiopsie bis zu zwölf Gewebeproben systematisch, aber blind aus der Prostata entnommen. 
  • Ein Verfahren, welches zwar im Allgemeinen gut vertragen wird, sehr selten aber auch mit möglichen Nebenwirkungen wie Infektionen verbunden sein kann.

Das könnte sich nun ändern. 


„Die multiparametrische Magnetresonanz-Tomographie, abgekürzt mpMRT, ist ein neuartiges und äußerst genaues bildgebendes Verfahren“, erklärt Prof. Glen Kristiansen vom Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn. „Bei der strahlungs- und schmerzfreien Untersuchung werden die aggressiven Tumorherde in der Prostata erkannt, so dass der Radiologie oder auch der Urologe gezielter Gewebe entnehmen kann.

Die neue Methode hilft auch bereits dabei, klinisch insignifkante Tumoren von aggressiven Tumoren besser zu differenzieren.“ Noch ist das moderne Verfahren allerdings nicht in standardisierter Qualität auf breiter Ebene verfügbar. Und die systematische Biopsie ist immer noch nötig, da noch unklar ist, ob die alleinige Untersuchung mithilfe des mpMRT ausreicht, um alle klinisch signifikanten Tumoren zu erkennen.

Zu den innovativen Untersuchungsverfahren in der Diagnostik von Prostata-Karzinomen zählt zudem die Positronenemissionstomographie (PET) mit radioaktiv markierten, niedermolekularen Liganden des Prostata-spezifischem Membranantigens (PSMA). „Diese sogenannte PSMA-PET-Methode wird meist für die Stadieneinteilung in bei einem biochemischen Rezidiv nach radikaler Prostatektomie bzw. Bestrahlung verwendet“, erläutert Prof. Dr. Peter J. Wild vom Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Frankfurt.

„Selbst bei niedrigen PSA Werten gelingt der Nachweis von lokalen Rezidiven.

Eine Trefferquote von zirka 70 Prozent ist bei PSA Werten von 0,5-1ng/ml möglich. Auch Metastasen lassen sich durch diese Methode detektieren.“

Langzeitstudien zum PSA-Screening als Früherkennung erforderlich
  • Seit mehreren Jahren gibt es eine international kontrovers geführte Debatte, ob ein PSA Screening eine Früherkennung des Karzinoms unterstützt. 
Hierbei werden beschwerdefreie Männer auf einen erhöhten Wert des prostataspezifischen Enzyms PSA untersucht.

 „Die europäische Langzeitstudie ERSPC (European Randomized Study of Screening for Prostata Cancer) ist die derzeit aussagekräftigste Untersuchung“, so Prof. Kristiansen. „Sie läuft seit 1993 und weist eine Senkung des Sterberisikos bis heute um etwa 27 Prozent nach. Neueste Zahlen belegen, dass die Anzahl der Patienten, die therapiert werden müssen, immer weniger werden. Man kann also durch das Screening Leben retten, der Aufwand ist allerdings relativ hoch.“

Neue Medikamente bei Kastrationsresistenz

  • Von einer Kastrationsresistenz beim Prostatakarzinom spricht der Mediziner, wenn die Krebserkrankung fortschreitet, obwohl der Patient eine klassische Hormonentzugstherapie erhält. 
  • Dabei werden dem Tumor männliche Geschlechtshormone entzogen, sogenannte Androgene, um das Tumorwachstum zu hemmen. 

Voraussetzung für die Diagnose Kastrationsresistenz ist ein niedriger Testosteronspiegel im Blut. 

Für den Patienten bedeutet dies, dass Medikamente mit einer Wirkung des körpereigenen Hormons LH-RH nicht mehr greifen und der Tumor resistent gegen einen reinen Hormonentzug geworden ist.

Für diese Situation gibt es nun neue Therapiemöglichkeiten.

„In den letzten Jahren wurden für diese Patientengruppe mehrere neue Medikamente zugelassen“, führt Prof Wild aus. „Hierbei sind vor allem zwei zu nennen: Abirateron in Kombination mit Prednison sowie Enzalutamid. Abirateron, Handelsname Zytiga, ist seit November 2017 zugelassen und ein selektiver Inhibitor des Enzyms CYP17A1, das normalerweise sowohl die Testosteron- als auch die Östrogen-Produktion katalysiert. Enzalutamid, Handelsname Xtandi, hemmt den Signalweg des Androgenrezeptors an drei Stellen und ist seit Juni 2013 für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs zugelassen.“

Die Zukunft: Biomarker und Liquid Biopsy

  • Immer mehr molekulare Marker helfen bei der Diagnostik von Karzinomen. 

Beim Prostatakrebs als genetisch sehr heterogene Erkrankung sind molekulare Tests bislang noch sehr teuer.

„Untersuchungen legen nahe, dass metastasierte Prostatakarzinome mit DNA-Reparaturdefekten auf eine systemische Therapie mit PARP-Inhibitoren, wie Olaparib, ansprechen, wenn Mutationen in Genen der DNA-Reparatur, sogenannte homologe Rekombinationsdefizienz, HRD, vorliegen“, so der Bonner Pathologe Kristiansen.

„In Studien wird auch eine besondere Form des Androgenrezeptors, AR-V7 als Biomarker zur Vorhersage des Ansprechens einer Therapie mit Abirateron/Enzalutamid untersucht.

Noch ist aber nicht klar, welche Rolle dieser Biomarker in der Praxis spielen wird und welches Testsystem das geeignetste ist.“

Eine wichtige Rolle als Frühwarnsystem nicht nur für das Prostatakarzinom kann zukünftig die sogenannte „Liquid Biopsy“ spielen, bei der Tumor-DNA in Blutproben nachgewiesen wird. 

Im Vergleich zu lokalen Verfahren wie Nadelbiopsien, bei der nicht immer alle Tumorläsionen entdeckt werden, fließen im Blut Tumorzellen aus unterschiedlichen Körperregionen zusammen. 

Noch ist die Wissenschaft allerdings auf der Suche nach hochsensitiven molekularanalytischen Verfahren, um auch kleineste Spuren von Tumor-DNA zuverlässig im Blut nachweisen zu können.

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Mehr Diagnosesicherheit beim Prostata-Karzinom



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Dipl.-Pol. Jörg Maas Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

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Dipl.-Pol. Jörg Maas
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CAVE: Rettungsstellen-KANZEL: Krebs und Armut

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebserkrankungen steigern das Armutsrisiko

Die sozioökonomischen Folgen von Krebserkrankungen hat Prof. Dr. Stefan Dietsche von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) im Rahmen des Projekts „Krebs und Armut“ untersucht. 

Die vom Institut für Angewandte Forschung Berlin finanzierte Studie zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation von Erkrankten in den Jahren nach der Diagnose im Schnitt deutlich verschlechtert. 
 
Welche Auswirkungen eine Krebserkrankung auf das Arbeitsleben und die finanzielle Situation von Betroffenen haben kann, hat Prof. Dr. Stefan Dietsche von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) im Rahmen des Projekts „Krebs und Armut“ untersucht. 
  • Die vom Institut für Angewandte Forschung Berlin finanzierte Studie zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation der Erkrankten in den Jahren nach der Diagnose im Schnitt deutlich verschlechtert. 
  • Zudem legt die Studie nahe, dass die Beratung der Betroffenen oft nicht ausreichend ist und diese nicht wissen, welche Leistungen ihnen zustehen.

Für das Forschungsprojekt wurden über 300 Krebspatienten befragt und Routinedaten von mehr als 3000 erkrankten Versicherten der AOK Nordost ausgewertet.

„Mit dem Projekt konnten wir zeigen, dass die wirtschaftliche Situation in den Jahren nach der Erkrankung deutlich schwieriger wird“, fasst Prof. Dietsche zusammen. 

  • So zeigt die Studie, dass ein Drittel der Befragten drei Jahre nach der Krebsdiagnose nicht mehr berufstätig war, obwohl alle in die Studie eingeschlossenen Personen noch im erwerbsfähigen Alter waren. 
  • Bei denjenigen, die trotz Erkrankung weiterhin berufstätig blieben, verringerte sich das durchschnittliche Einkommen. 
  • Als Hauptgrund für die veränderte Erwerbssituation gaben die Betroffenen einen Rückgang der Leistungsfähigkeit an.

Dabei seien die finanziellen Einschränkungen bei einem Großteil gravierend
.

So wurde in der Studie deutlich, dass die Erkrankten nicht nur deutlich weniger Geld für Freizeit, Unterhaltung oder Genussmittel ausgaben, sondern dass die Einschränkungen auch Grundbedürfnisse wie Ernährung, Bekleidung oder die finanzielle Absicherung betrafen.

Auffällig ist außerdem, dass die Mehrzahl der Befragten die Beratungsangebote über Sozialleistungen als nicht ausreichend empfanden:

57 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich nur unzureichend darüber informiert, welche Leistungen ihnen gesetzlich zustehen und wie sie diese in Anspruch nehmen können.

„Das ist ein Punkt, der besser werden muss – schließlich geht es hier um existenzielle Fragen“, betont Dietsche.

Die Studie wurde am 29. September in Wien während der Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hämatologie und Onkologie vorgestellt.

Auch ein Folgeprojekt ist bereits in Planung.

Prof. Dietsche: „Auch in diesem wird es weiterhin um die Folgewirkungen von Krebserkrankungen gehen. 

Wir wollen aber nun noch stärker auf die Lebenssituation der Betroffenen schauen und deren Sichtweisen berücksichtigen.“

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Prof. Dr. Stefan Dietsche
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Fachbereich Gesundheit und Pflege

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Originalpublikation:
Dietsche, Stefan (2018): "Risk-factors for poverty following cancer". In: Oncology Research and Treatment. Band 41, Supplement 4, September 2018. S. 21

https://www.karger.com/Article/Pdf/492737