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CAVE kardiometabolische Erkrankungen: Körperform und Body-Mass-Index (BMI)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Wissenschaftler erforschen erstmals Zusammenhang zwischen Fettmasse und -verteilung

Wissenschaftler des Lehrstuhls für Genetische Epidemiologie der Universität Regensburg haben die genetischen Effekte auf Körperform und Body-Mass-Index (BMI) erstmals gemeinsam betrachtet und deren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen erforscht. 

Sie konnten in einer aktuellen Nature-Communications-Studie zeigen, dass BMI und Körperform zur Bestimmung des Erkrankungsrisikos nicht losgelöst voneinander betrachtet werden sollten. 

 Professor Dr. Iris Heid und Dr. Thomas Winkler vom Lehrstuhls  für Genetische Epidemiologie der Universität Regensburg.
 Professor Dr. Iris Heid und Dr. Thomas Winkler vom Lehrstuhls für Genetische Epidemiologie der Universität Regensburg. © UR / Martina Stelzl ; UKR / Marion Schweiger 


Apfel oder Birne?  

  • Diese Frage ist bezüglich der Fettverteilung am Körper vermutlich noch wichtiger als am Obststand. 
  • Bereits seit längerem vermuten Mediziner, dass eine vermehrte Anlagerung von Bauchfett, also ein hohes Taille-Hüft-Verhältnis, und damit ein apfelförmiger Körper, die Entstehung kardiometabolischer Erkrankungen begünstigen.  
  • Parallel dazu gilt der BMI als wichtige Kenngröße für Übergewicht, das ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Erkrankungen einhergeht. 

Um das Krankheitsrisiko abschätzen zu können, haben Wissenschaftler die Genetik von Fettmasse und -verteilung bislang getrennt voneinander betrachtet. 

Eine Forschergruppe um Dr. Thomas Winkler und Professor Dr. Iris Heid vom Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg hat nun erstmals die genetischen Faktoren für beide Parameter gemeinsam betrachtet und deren Risiko für kardiometabolische Erkrankungen untersucht.

Dabei konnten drei Subtypen der Körperfettanlagerung definiert werden.

„Wir haben festgestellt, dass viele genetische Faktoren sowohl die Fettanlagerung als auch das Risiko für bestimmte Erkrankungen beeinflussen.

Damit sollten zur Risikoabschätzung von kardiometabolischen Erkrankungen die Genetik von BMI und Körperfettverteilung künftig kombiniert betrachtet werden“, fasst Dr. Winkler zusammen. 

Für ihre Studie, die kürzlich im renommierten Journal „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, haben die Wissenschaftler Forschungsdaten von über 320.000 Personen aus mehr als 100 Studien verwendet.

Drei genetische Subtypen identifiziert

  1. Die Forschergruppe fand heraus, dass genetische Effekte, die sowohl den Body-Mass-Index (BMI) als auch das Taille-Hüft-Verhältnis erhöhen, auch das Risiko für kardiometabolische Erkrankungen steigern. 
  1. Im Gegensatz dazu zeigten genetische Varianten, die den BMI erhöhen, aber das Taille-Hüft-Verhältnis senken, ein niedrigeres Erkrankungsrisiko. Personen mit letzteren genetischen Varianten haben – trotz erhöhtem BMI – bei Diabetes ein um bis zu 80 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko. Genetische Faktoren, die lediglich einen Effekt auf die Verteilung des Körperfetts, aber nicht auf die Fettmasse – also den BMI – haben, bewirken eine reine Umverteilung des Körperfetts zwischen Taille und Hüfte. 
  1. Diese dritte Klasse an Varianten ist angereichert in Genen, die nicht nur im zentralen Nervensystem und den Fettzellen, sondern auch im Verdauungssystem wirken. 

Dieser Zusammenhang konnte bislang in noch keiner genetischen Analyse herausgestellt werden.

Dieses Wissen trägt zu einem besseren Verständnis der biologischen Mechanismen der Adipositas-Entstehung bei und kann langfristig gesehen zu einer verbesserten Behandlung von Adipositas führen.


Dr. Thomas Winkler bei der Datenanalyse.

Dr. Thomas Winkler bei der Datenanalyse. © UKR / Marion Schweiger

Hüftfett kann positiven Effekt haben


  • „Unsere Arbeit stellt ein wichtiges Puzzlestück zu der vieldiskutierten Frage dar, ob sich Hüftfett im Gegenteil zum Bauchfett direkt positiv auswirken kann: 

Die Daten deuten darauf hin, dass das tatsächlich der Fall ist.

  • Wenn die Fettanlagerung an der Hüfte allerdings von einer Fettanlagerung am Bauch und einer Erhöhung des Taillenumfangs begleitet wird, ist eher die Erhöhung des BMI ausschlaggebend und kann die Entwicklung von Typ 2 Diabetes, koronaren Herzkrankheiten und Herzinfarkt negativ beeinflussen“, ordnet Professor Dr. Iris Heid die Ergebnisse ein. 

Mit ihrer Untersuchung haben Dr. Winkler, Professor Dr. Heid und deren Co-Autoren von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York/USA und dem Universitätsklinikum Lausanne/Schweiz einen weiteren Baustein zum Verständnis der genetischen Mechanismen von Körperfettanlagerung und deren gesundheitlichen Konsequenzen gelegt.

Publikation:
Winkler TW, Günther F, Höllerer S, Zimmermann M, Loos RJ, Kutalik Z, Heid IM. A joint view on genetic variants for adiposity differentiates subtypes with distinct metabolic implications. Nat Commun. 2018 May 16;9(1):1946. doi: 10.1038/s41467-018-04124-9.

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RheumaAmbulanz: Stoffwechselkrankheit Gicht - Harnsäure-Spiegel - Hyperurikämie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zucker im Orangensaft: Neue Studien geben Entwarnung. Saft senkt Gicht-Risiko

Humanstudien der Universitäten Hohenheim und Kiel zeigen, dass ein Glas Saft zum Essen keine Gewichtszunahme bewirkt. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Cannabis 

Zudem senkt der Saft signifikant den Harnsäure-Spiegel.


http://www.uni-kiel.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen/2018/197-o-saft-2.jpg
 Zucker im Orangensaft: Forscher der Universitäten Hohenheim und Kiel geben Entwarnung. Der Saft senkt zudem das Gicht-Risiko. Foto/Copyright: Universität Hohenheim, Sacha Dauphin

Mehr Gicht und Übergewicht – seit einigen Jahren stehen zuckerhaltige Getränke als Mitverursacher dieser Probleme in den Industrienationen am Pranger. Betroffen sind nicht nur gezuckerte Limonaden, sondern auch Fruchtsäfte. Das ist nicht gerechtfertigt, haben nun Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Hohenheim in Stuttgart in zwei Humanstudien herausgefunden. Der regelmäßige Genuss von Orangensaft könne den Harnsäure-Spiegel sogar senken und somit Gicht entgegenwirken. Zu den Mahlzeiten genossen, konnten die Forscherinnen und Forscher auch keine Gewichtszunahme durch Fruchtsaft beobachten.

  • Sie empfehlen daher ein Glas Fruchtsaft pro Tag, da dieser von Natur aus nicht nur Zucker, sondern auch Vitamine, Polyphenole, Mineral- und Ballaststoffe enthalte und somit eine wertvolle Ergänzung der Ernährung darstelle.

Es war ein Wandel vom Paulus zum Saulus: Noch vor wenigen Jahren galten Fruchtsäfte als gesund, heute sind sie aus manchen Kindergärten und Grundschulen verbannt.

Der Grund: ihr hoher Gesamtzuckergehalt, der durchaus mit dem vieler Limonaden Schritt halten kann. Bei einigen Ernährungswissenschaftlern gelten sie daher als ebenso ungesund wie Cola-Getränke.

Das wollten Professor Reinhold Carle von der Universität Hohenheim und Professorin Anja Bosy-Westphal von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel überprüfen. Die Ernährungswissenschaftler führten dazu zwei Humanstudien durch, bei der 26 junge, gesunde Probandinnen und Probandenen 20 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über zwei Wochen entweder mit koffeinfreier Cola oder mit Orangensaft deckten.

„Bei dem Saft waren das bei den meisten Probanden rund 1,2 Liter, bei Cola etwa ein Liter täglich“, erklärt Carle. Im Sinne einer sogenannten Cross-over-Studie gab es für die Teilnehmenden nach den ersten 14 Tagen eine Auswaschungsphase von einer Woche, dann stiegen die Orangensaft-Trinker auf Cola um und umgekehrt.

Gegen Gicht: Orangensaft senkt Harnsäurespiegel


In der ersten Studie stand die Frage im Mittelpunkt, wie Cola bzw. Orangensaft die Harnsäure beeinflusst, die für das zunehmende Auftreten von Gichterkrankungen in den Industrienationen verantwortlich gemacht wird.

  • Das Ergebnis: „Auch bei diesem sehr hohen Konsum führte Orangensaft im Unterschied zu Cola zu keiner Beeinträchtigung des Glukosestoffwechsels, und der Harnsäurespiegel wurde sogar signifikant gesenkt,“ erläutert die Ernährungsmedizinerin Bosy-Westphal.

Die Reduktion des Harnsäurespiegels war bei höheren Ausgangsspiegeln am deutlichsten. 

  • „Für den Harnsäure-senkenden Effekt des Orangensaftes kommt sowohl die Vitamin C-Aufnahme durch den Saft als auch dessen Gehalt an Flavonoiden, insbesondere Hesperidin, in Betracht“, so die Expertin.

Denn Vitamin C fördere die Ausscheidung von Harnsäure, weshalb der regelmäßige Verzehr von Orangensaft zur Prävention erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) beitragen könne.

Dieser Effekt sei auch bereits für Hesperidin im Tierversuch gezeigt worden.

„Und wenn die Auskristallisation der Harnsäure in Gelenken und Geweben gehemmt ist, kann das wiederum der Entstehung von Gicht vorbeugen“, schlussfolgert Bosy-Westphal.


http://www.uni-kiel.de/fileadmin/user_upload/pressemitteilungen/2018/197-o-saft-1.jpg
Motivbild Orangensaft. Foto/Copyright: Claudia Eulitz, Uni Kiel

Körperfett: Keine Zunahme durch Saft zu den Mahlzeiten

Bei der zweiten Studie deckten die Probanden ebenfalls 20 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über Orangensaft – doch diesmal konsumierten sie zunächst zwei Wochen lang dreimal täglich 400 ml Orangensaft zu den drei Mahlzeiten, das andere Mal nahmen sie den Saft zwischen den Mahlzeiten zu sich.

„Wir konnten zeigen, dass auch dieser sehr hohe Konsum keine negativen Auswirkungen auf das Körpergewicht hatte – wenn der Saft nicht zwischendurch, sondern zum Frühstück, Mittag- und Abendessen getrunken wurde“, berichtet Bosy-Westphal.

  • „Zum Essen getrunken verringert der Saft die spontane Energieaufnahme mit der Mahlzeit entsprechend und passt sie an.“ 
  • Bei einem Konsum zwischen den Mahlzeiten konnten die Wissenschaftler dagegen einen leichten Anstieg des Körperfetts verzeichnen.

Forscher empfehlen ein Glas Saft pro Tag


Literweise Fruchtsäfte gegen den Durst würden daher auch Carle und Bosy-Westphal nicht empfehlen, doch das sei ohnehin keine gängige Praxis: „Der jährliche Pro-Kopf-Konsum an Orangensaft liegt in Deutschland bei rund 7,5 Litern“, erklärt Carle. „Dagegen werden etwa 75 Liter Limonaden getrunken. ,

Im Unterschied zu zuckergesüßten Erfrischungsgetränken, die Jugendliche und insbesondere junge Männer täglich in Mengen bis zu einem halben Liter zu sich nehmen, dienen Fruchtsäfte im Wesentlichen nicht als Durstlöscher zwischendurch.“

Fruchtsaft, so die Schlussfolgerung aus den Studienergebnissen, könne daher in der üblichen Verzehrmenge nicht nur bedenkenlos konsumiert, sondern als wertvolle Ergänzung zu einer Mahlzeit betrachtet werden. 

„Orangensaft ist eine wertvolle Quelle für Kalium, Folsäure und Vitamin C.  

Er enthält bioaktive Stoffe wie Carotinoide und Polyphenole mit guter Bioverfügbarkeit“, betont Carle. 

„Ein Glas Fruchtsaft zum Beispiel zum Frühstück kann eine der von der DGE empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag ersetzen.“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich 250 g Obst zu verzehren – eine Menge, die rund 43 Prozent der Deutschen unterschreiten. Nähme man den Fruchtsaftverzehr von den DGE-Empfehlungen aus, lägen sogar 59 Prozent unter den empfohlenen Werten. „Das wäre nicht sinnvoll“, meint Carle. „Denn schon 2015 konnte eine Studie der Universität Hohenheim zeigen, dass der menschliche Körper die wertvollen Inhaltsstoffe der Orange viel besser aus dem Orangensaft aufnimmt als aus der Frucht.“

Publikationen
Büsing, F., Hägele, F.A., Nas, A., Döbert, L.-V., Fricker, A., Dörner, E., Podlesny, D., Aschoff, J., Pöhnl, T., Schweiggert, R., Fricke, W.F., Carle, R., Bosy-Westphal, A. High intake of orange juice and cola differently affects metabolic risk in healthy subjects; in: Clinical Nutrition (2018), DOI 10.1016/j.clnu.2018.02.028

Hägele, F.A., Büsing, F., Nas, A., Aschoff, J., Gnädinger, L., Schweiggert, R., Carle, R., Bosy-West-phal, A. High orange juice consumption with or in-between three meals a day differently affects energy balance in healthy subjects; in: Nutrition and Diabetes (2018) 8:19, DOI 10.1038/s41387-018-0031-3

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GenderMedizin-Aspekt: Urinprobe bei Krebsdiagnostik

Medizin am Abend Berlin Fazit: Krebsdiagnostik: Pinkeln statt Piksen?

CAU-Forschungsteam schlägt vor, genetisches Material zu Forschungs- und Diagnosezwecken künftig aus Urin zu gewinnen

Urin ist eine alltägliche Flüssigkeit, der die meisten Menschen wenig Aufmerksamkeit schenken und die sie als eher unangenehm empfinden. 


Anders geht es einer Gruppe von klinischen Forscherinnen und Forschern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften in Kaunas, die vom diagnostischen Potenzial der meist gelblichen Flüssigkeit überzeugt sind. 

Das CAU-Forschungsteam möchte zur Krebsdiagnose künftig Urin statt Blut verwenden.
Das CAU-Forschungsteam möchte zur Krebsdiagnose künftig Urin statt Blut verwenden.
Christian Urban, Universität Kiel
 
  • Der Grund dafür ist das darin enthaltene genetische Material, das als sogenannte zellfreie DNA neue Möglichkeiten für die Krebsdiagnostik bietet. 

Aus einer Menge von 60 Millilitern Urin - ungefähr ein halber Urinbecher - konnten die Forschenden im Labor genau so viel genetisches Material gewinnen wie aus einer Blutprobe von zehn Millilitern. 

Dafür arbeitete das Forschungsteam an neuen Methoden, um die zellfreie DNA aus dem Urin zu entnehmen. Ihre nun vorliegenden Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) an der CAU gemeinsam mit den internationalen Kolleginnen und Kollegen heute in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift BioTechniques.

Der Begriff zellfreie DNA bezeichnet Bruchstücke von genetischen Informationen, die sich außerhalb von Zellen in verschiedenen Körperflüssigkeiten befinden. 

Diese DNA-Bestandteile entstehen, wenn Körperzellen aber auch Tumorzellen absterben.

  • Sie werden zunächst in den Blutstrom freigesetzt und gelangen von dort unter anderem auch weiter in den Urin. 

Das Forschungsteam stieß zunächst auf eine Reihe von Problemen: So ist die Menge an DNA im Urin von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und variiert sogar bei ein und derselben Person von Tag zu Tag stark. Aus diesem Grund waren die anfangs in den Proben enthaltenen DNA-Konzentrationen teilweise zu gering, so dass die Forschenden die jeweils gesammelten Urinmengen steigern mussten.

Sie beobachteten zudem regelmäßig, dass der Urin von gesunden Frauen mehr als doppelt so viel von der für die Diagnose vielversprechenden zellfreien DNA enthält wie eine identische Menge bei gesunden Männern.

  • Dieser Umstand muss bei der künftigen Krebsdiagnostik berücksichtigt werden, damit diese geschlechterspezifischen Unterschiede die Ergebnisse nicht verfälschen.

Bislang arbeiten Tests für die Krebsdiagnose meist mit Blutproben.

  • Manche dieser Bluttests nutzen zellfreie DNA, die aus einem möglichen Tumor stammt, um etwa bestimmte Lungen- oder Darmkrebsarten zu erkennen. 

Ob das genetische Material aus dem Harn genauso gut für die klinische Forschung und Diagnostik geeignet ist wie Blut, möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den nächsten zwölf Monaten im Labor des IKMB an der Kieler Universität in weiterführenden Forschungsarbeiten klären. „Dazu werden wir anhand der vorliegenden Proben der Studienteilnehmenden am UKSH die genetischen Spuren eines Tumors im Blutplasma und Urin vergleichen und schauen, ob auf beiden Wegen ein Nachweis der Erkrankung möglich ist“, sagt Michael Forster, Wissenschaftler am Institut für Klinische Molekularbiologie der CAU.

Die Forschenden in Kiel hoffen, künftig ein auf Urin basierendes Verfahren zu entwickeln, das ebenso sichere Diagnosen zulässt wie herkömmliche Bluttests.

Dies böte zunächst Vorteile für Patientinnen und Patienten, denen so die unangenehme Blutentnahme erspart bliebe.

Zudem wäre ein solches Testverfahren schneller und weniger aufwändig als die bisherigen Methoden, da zum Beispiel anders als bei Bluttests kein medizinisches Personal bei der Probenentnahme erforderlich ist.

„In den USA werden bereits ähnliche Testverfahren zur Krebsdiagnose kommerziell angeboten.

Vor Kurzem stellte ein internationales Forschungsteam zudem einen neu entwickelten, noch nicht klinisch zugelassenen Urintest für bestimmte Harnwegstumore vor“, beschreibt Forster den aktuellen Entwicklungsstand.

„Bis zur Einführung neuer klinischer Tests auf Urinbasis in Deutschland werden noch einige Jahre an klinischer Forschung sowie Kosten- und Nutzenabwägungen vergehen“, so der Molekulargenetiker weiter.

Diese nun folgenden Forschungsarbeiten sollen auch in Zusammenarbeit mit externen klinischen Forschungsgruppen im Rahmen des neuen Competence Centre for Genome Analysis Kiel (CCGA Kiel) stattfinden. Als eines von deutschlandweit vier zentralen Kompetenzzentren für Hochdurchsatzsequenzierungen wird es seit März 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die CAU begegnet so dem steigenden Bedarf an komplexen Genomanalysen in den Lebenswissenschaften als eines dieser neu geschaffenen spezialisierten Sequenzierungszentren für das gesamte Bundesgebiet.


Der Leiter der Studie, Michael Forster, gemeinsam mit seinen Kolleginnen Regina Fredrik (links) und Nicole Braun vom Institut für Klinische Molekularbiologie an der CAU.

Der Leiter der Studie, Michael Forster, gemeinsam mit seinen Kolleginnen Regina Fredrik (links) und Nicole Braun vom Institut für Klinische Molekularbiologie an der CAU.
Christian Urban, Universität Kiel

Originalarbeit:
Greta Streleckiene, Hayley M Reid, Norbert Arnold, Dirk Bauerschlag, Michael Forster (2018): Quantifying cell free DNA in urine: comparison between commercial kits, impact of gender and inter-individual variation BioTechniques
https://dx.doi.org/10.2144/btn-2018-0003


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Rheumatische Genese: Plantarfasziitis: Der Fersenschmerz

Medizin am Abend Berlin Fazit: Volkskrankheit „Fersenschmerz“: Stoßwellentherapie als Kassenleistung

Stechende Schmerzen beim Auftreten und keine sichtbare Veränderung am Fuß?! 

Wer das kennt, leidet wahrscheinlich unter der Plantarfasziitis – einer Gewebeveränderung in der Sehnenplatte der Fußsohle. 

Eine wirksame Methode ist die extrakorpale Stoßwellentherapie (EWST). 

  • Der Gemeinsame Bundeausschuss (G-BA) hat entschieden, dass diese Therapie ab sofort zur Kassenleistung wird. 

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) begrüßt das. 

Sie fordert jedoch auch, dass Patienten diese Therapie frühzeitiger in Anspruch nehmen können sollten und betont, dass es für den Therapieerfolg unerlässlich sei, dass Ultraschall-Experten diese durchführen. 
 
Die Plantarfasziitis verursacht bei Betroffenen einen starken Fersenschmerz. 

„In Anbetracht der Erkrankungshäufigkeit und weil viele Patienten sogar bis zu zehn Jahre mit diesen Fersenschmerzen leben müssen – was ihre Lebensqualität erheblich einschränkt – begrüßen wir die G-BA-Entscheidung zur Erstattung der ESTW", betont Dr. med. Rainer Berthold, stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Bewegungsorgane der DEGUM und niedergelassener Orthopäde.

  • Eine Plantarfasziitis entsteht üblicherweise, wenn der Fuß längerfristig stark belastet wird und sich die Sehnen an der Fußsohle im Bereich der Ferse entzünden. 

Ursache hierfür sind:

meist starkes Übergewicht,
Tragen von Schuhen mit harten Absätzen
Überbelastung beim Sport
stehende Berufe
eine genetisch bedingte Verkürzung des Waden- oder Oberschenkelmuskels
ein Hohl- beziehungsweise Plattfuss.

Die Patienten klagen über Anlaufschmerz in der Ferse bei den ersten morgendlichen Schritten und nach längerem Sitzen.

Der Schmerz an der medio-plantaren Ferse („loco tipico“) wird als stechend beschrieben. Er bessert sich häufig nach einigen Schritten oder im Laufe des Tages. Zudem leiden Betroffene an einer Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenk. Im Erkrankungsverlauf klagen sie über einen dumpfen Schmerz unterschiedlicher Lokalisation, der teilweise auch in Ruhe besteht.

  • Helfen konservative Therapien mit Schuheinlagen, Dehnübungen, Medikamenten oder Physiotherapie nicht, kann die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESTW) eingesetzt werden.
  • „Üblicherweise gilt die Extrakorpale Stoßwellentherapie (ESTW) für rund zehn Prozent der Betroffenen als letzte Therapiemöglichkeit bevor es zu einer Operation kommt", erläutert Berthold. 

Bei der ESTW werden über die Haut Ultraschallstoßwellen in die betroffene Region gebracht.

Dadurch wird eine mechanische Reizung der Plantaraponeurose am so genannten kalkanearen Ursprung bewirkt. Die Reizung führt zu Mikrorissen, die einen reaktiven Heilungsprozess des Körpers auslösen, was wiederum die Durchblutung erhöht. Ferner wirkt die ESTW häufig schon während der Anwendung schmerzstillend. Die Methode hat wegen ihres guten Erfolgs in der physikalischen Therapie zur Bewegungsverbesserung und Schmerzreduktion zunehmend an Bedeutung gewonnen.

„Da die Behandlungskosten im Vergleich zu den sonst übrigen Pauschalen der gesetzlichen Krankenversicherung relativ hoch sind, hat der G-BA nun entschieden, dass nur chronisch Erkrankte und Patienten, die auf andere konservative Maßnahmen nicht ansprechen, eine Erstattung durch die Krankenkasse erhalten", erklärt Berthold. 

„Hier sehen wir das Problem, dass viele Patienten zunächst einen langen Leidensweg von mindestens sechs Monaten gehen müssen, bis sie die ESTW kostenfrei erhalten können. Wir riskieren damit, dass diese Patienten über die Plantarfasziitis hinaus noch einen größeren Fersensporn entwickeln und Zeiten unnötiger Arbeitsunfähigkeit hinzukommen.

Die DEGUM weist überdies darauf hin, dass bei der Diagnose und Therapie der Ultraschall-Anwender eine Schlüsselrolle einnimmt, die der G-BA in seinem Beschluss nicht berücksichtigt hat.

Als schonendste und günstigste Diagnosemaßnahme gilt der Ultraschall.

Dieser sollte jedoch durch einen ausgewiesenen Ultraschall-Spezialisten erfolgen.

„Nur ein erfahrener Sonografie-Spezialist kann zum Beispiel bei beidseitigem Befall eine generalisierte Enthesiopathie rheumatischer Genese – also eine schmerzhafte Erkrankung des Sehnenansatzes – schnell erkennen und so eine nicht sinnvolle Behandlung vermeiden", erklärt Berthold.

„Die Plantarfaszie – also die Sehnenplatte an der Unterseite des Fußes – hat bei einem gesunden Menschen eine Dicke von drei bis vier Millimetern, während bei einer Plantarfasziitis die Faszienschichten oft auf sieben bis zehn Millimeter verdickt sind."

Auch diffuse hypoechogene Strukturen, die als Ödeme aufgrund von kleinsten Rissen interpretiert werden - im Ultraschall dunkel dargestellte Flächen - kann der Spezialist erkennen.

„Der Erfolg einer ESWT-Therapie hängt ebenso wie die Diagnostik stark vom Anwender ab", betont Berthold. Der Experte empfiehlt deshalb, sich an DEGUM-zertifizierte Orthopäden zu wenden, die Erfahrungen mit dieser Therapie haben. Denn es komme bei der ESWT neben Dauer, Intensität und Frequenz auch auf die exakte Applikation der Stosswellen an.

Es gibt bislang kein einheitliches Behandlungsschema bei der Stosswellentherapie.

Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt langjährige Erfahrungen vorzuweisen hat", so Berthold abschließend.

Quellen:
G-BA: Extrakorporale Stoßwellentherapie kann zukünftig auch ambulant zur Fersenschmerz-Behandlung eingesetzt werden
https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/743/

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: http://www.degum.de

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CAVE: Die Hüftsonographie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Anhock-Spreizstellung beim Tragen fördert gesunde Entwicklung der Babyhüfte

Babys werden von ihren Eltern gerne am Körper getragen, um ihnen ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. 

Richtig getragen, wird auch die gesunde Ausbildung der Babyhüfte gefördert. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Drittmittelanwerbung 

Dabei werden die Beine des Säuglings auseinandergespreizt und die Knie befinden sich angewinkelt auf Nabelhöhe.

  • Diese Anhock-Spreizstellung der Hüften entspricht auch der natürlichen Stellung im Mutterleib. 

Die Oberschenkelknochen wirken in dieser Haltung mit ihren Hüftköpfen optimal auf die Hüftpfannen ein. 
  • Richtig gebundene Tragetücher und ausgewählte Tragehilfen unterstützen diese hüftfreundliche Haltung. 
 
„Eine gesunde Hüfte im Kindesalter ist die Grundlage für ein schmerzfreies Leben im Alter“, sagt Prof. Dr. Dr. Werner Siebert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und Ärztlicher Direktor der Vitos Orthopädische Klinik Kassel.

Nach der Geburt ist die Kinderhüfte noch nicht fertig, sondern großenteils nur knorpelig vorgebildet. 

Sie ist deshalb in den ersten sechs Lebensmonaten sehr empfindlich.

  • Bis zum Laufbeginn mit 18 Monaten ist sie sehr formbar. Bildet sich die Hüfte nicht richtig aus, dann liegt eine sogenannte Hüftdysplasie vor: 

Hüftkopf und -pfanne passen nicht optimal zusammen. Dabei wird der Hüftkopf nur zum Teil von der Pfanne überdacht – und nicht wie normalerweise in seiner gesamten Breite.

In seltenen Fällen ist die Pfanne so schlecht entwickelt, dass sie den Hüftkopf nicht halten kann. Es kommt zur sogenannten Hüftluxation: Die Hüfte renkt aus.

Das Tragen der Kinder in der Anhock-Spreizstellung unterstützt die ordentliche Ausreifung der empfindlichen Babyhüfte. Umgekehrt kann das Tragen in Streckstellung mit zusammengedrückten Beinen die Hüftentwicklung verzögern und schaden. „Bei gestreckten Oberschenkeln wird die Pfanne an ihrer empfindlichsten und schwächsten Stelle belastet. Der knorpelige Anteil der unreifen Pfanne gibt nach. Sie wird verformt und dysplastisch“, sagt Professor Robert Rödl, 1. Vorsitzender der DGOU-Sektion „Vereinigung für Kinderorthopädie“ und Chefarzt der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie am Universitätsklinikum Münster.

Deshalb muss die Entwicklung der Hüfte unbedingt beobachtet werden
. Entscheidend sind die rechtzeitigen U-Untersuchungen des „Gelben Heftes“. Dabei werden die Hüften von Kindern mit Risikofaktoren bereits bei der U2 innerhalb des dritten bis zehnten Lebenstages schonend mit Ultraschall untersucht. Alle anderen Kinder erhalten den Hüft-Ultraschall bei der U3 in der vierten bis fünften Lebenswoche. „Das Hüftultraschall-Screening ist ein wahrer Segen. Früher waren viel mehr Operationen nötig, weil man die entscheidende Phase verpasst hat“, sagt Rödl.

Die Hüftsonographie zeigt an, ob eine Therapie nötig ist, bevor unwiederbringliche Schäden entstanden sind. „Je früher wir Schäden erkennen, umso kürzer und schonender ist die Therapie“, betont Rödl. Bei einer rechtzeitig erkannten Hüftdysplasie erfolgt die Therapie konservativ, also nicht-operativ: Die Stellung der Oberschenkel in Anhock-Spreizstellung wird dabei für die gute Pfannenausbildung der Hüfte genutzt. Das Tragetuch reicht dann aber nicht mehr aus – es kommen Schienen und Gipshosen zur Anwendung, die 24 Stunden am Tag wirken.
  • Dysplastische Hüften, die erst nach dem zweiten Lebensjahr erkannt werden, können nur noch durch eine Beckenoperation korrigiert werden. 
  • Selbst bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann noch am Becken korrigiert werden, aber die Operation ist dann aufwändiger. Wird die Hüftdysplasie nicht korrigiert, führt dies zu vorzeitigem Verschleiß. 

Dann kann auch schon in jungen Jahren der Ersatz durch ein neues Hüftgelenk nötig werden. 

Dies wird durch eine frühe Erkennung und sofortige schonende Therapie – am besten direkt nach der Geburt – spätestens im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U2 beziehungsweise U3 verhindert.

Hintergrund:

Etwa zwei bis vier von hundert Kindern kommen mit behandlungsbedürftigen Reifungsstörungen an der Hüfte auf die Welt.

Mittels Ultraschall erkennen Orthopäden und Unfallchirurgen die Hüftdysplasie unmittelbar nach der Geburt und können sie frühzeitig ambulant behandeln.

Seit 1996 ist das Diagnoseverfahren fester Bestandteil der U2- und U3-Untersuchung. 

Dass Hüftreifungsstörungen heutzutage früh entdeckt und behandelt werden, wird in Zukunft zu einer deutlichen Reduzierung von Hüftendoprothesen bei Patienten unter 50 Jahren führen. 
  • Denn derzeit werden mindestens 15 Prozent infolge unbehandelter Hüftdysplasien eingesetzt. 
  • Die Einführung der Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüfte trägt wesentlich zur Verbesserung der kinderorthopädischen Gesundheitsvorsorge bei.

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Schlaf-Wach-Störung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Erstes internationales Weiterbildungsprogramm in Schlafmedizin

Am letzten Donnerstag war der längste Tag im Jahr 2018, und wir hatten also die kürzeste Nacht erlebt. 
  • Genügend und gesunder Schlaf ist jedoch enorm wichtig, damit wir leistungsfähig sind. 
Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: LaborErhebung 

Rund 20 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer leiden an Schlafstörungen, weswegen die Erforschung des Schlafs und die Schlafmedizin enorm wichtig sind.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Traum 

Diesen Herbst startet die erste Durchführung des CAS (Certificate of Advanced Studies) «Sleep, Consicousness and Related Disorders». 


Die neue Weiterbildung in einem wachsenden Gebiet der Medizin ist eine Kooperation der Universität Bern mit der Università della Svizzera italiana, sowie dem Inselspital Bern und dem Ente Ospedaliero Cantonale im Tessin. 

Die Polysomnographie ist eine detaillierte Untersuchung des Schlafes, die verschiedene Körperfunktionen aufzeichnet und helfen kann, die Ursachen von Schlafstörungen zu bestimmen.Erstes internationales Weiterbildungsprogramm in Schlafmedizin Die Polysomnographie ist eine detaillierte Untersuchung des Schlafes, die verschiedene Körperfunktionen aufzeichnet und helfen kann, die Ursachen von Schlafstörungen zu bestimmen. © Ente Ospedaliero Cantonale

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Register der Implantate  
 
  • Schlaf dient bei Mensch und Tier nicht nur dem Sparen von Energie, sondern auch der Erholung und Reparatur von Prozessen im Gehirn und in diversen Organen.
  • Zudem fördern Mechanismen, die mit Schlaf in Verbindung stehen, sowohl die Reifung des Gehirns und die Kognition als auch die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu regenerieren und neu zu strukturieren. 
  • Schlaf-Wach-Störungen können erste Anzeichen von Erkrankungen sein – wie Parkinson und Demenz oder Depression. 

Die Bedeutung des Schlafs für die mentale Gesundheit, für Gehirnfunktionen und für körperliche Leistung in gesundem und krankem Zustand bei Tier und Mensch zu entschlüsseln, sind daher von grosser Bedeutung.

Die Universität Bern bietet zusammen mit der Università della Svizzera italiana den CAS «Sleep, Consciousness and Related Disorders» an. Es ist das erste internationale Weiterbildungsprogramm in der Schweiz im Bereich der Schlafmedizin .

Im Zentrum der Ausbildung stehen die Vermittlung der aktuellsten Forschungserkenntnisse im Bereich der Schlafmedizin, des Bewusstseins und dessen Störungen.

Mögliche Messmethoden der jeweiligen Schlaf- und Bewusstseinszustände, wie auch erprobte Ansätze zur Behandlung der bekannten Krankheitsbilder werden mittels verschiedener Lernmethoden vermittelt.

Grosse Flexibilität dank Selbststudium

Der CAS «Sleep, Consciousness and Related Disorders» ist ein Weiterbildungsprogramm, das sich über die Dauer von einem knappen Jahr erstreckt und sich an internationale Akademikerinnen und Akademiker im Gesundheitsbereich richtet, die sich ein vertieftes Wissen in der Schlafmedizin aneignen möchten.

Das Programm startet mit einem Kick-off Meeting in Bern im Oktober 2018. Die 10 zu erwerbenden ECTS für den CAS sind in vier Module aufgeteilt, wovon die Hälfte im Selbststudium erarbeitet werden kann und somit den Teilnehmenden eine grosse Flexibilität zur freien Einteilung der Erarbeitung des Lernstoffes lässt.

Neben dem Selbststudium findet ein dreitägiges Seminar in Wengen mit dem Fokus auf die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Schlafmedizin statt. Der CAS endet dann im Juli 2019 mit der renommierten Sleep Medical Summer School SMSS, ehemals Alpine Sleep Summer School ASSS, die bereits zum fünften Mal in Lugano durchgeführt wird.

Die Anmeldung für die erste Durchführung mit Start am 18. Oktober 2018 ist noch bis zum 31. August 2018 möglich. Die ersten zehn Kandidatinnen und Kandidaten profitieren von einer Reduktion von 50% der CAS-Gebühren.

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WM - Fussball: Deutschland gegen Schweden : Gewalt und Drogenkonsum?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zur Fußball-Fanszene: Gewalt und Drogenkonsum hängen zusammen.

Wenn Fußball-Fans gewalttätig werden, hängt dies unter anderem mit dem Konsum illegaler Drogen wie Kokain, Speed und Cannabis zusammen. 

Dies zeigt eine nicht-repräsentative Studie des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule NRW, für die knapp 800 Fußball-Fans in Onlineforen befragt wurden. 

Bisher gab es zu diesem Feld keine quantitativen Untersuchungen. 
 
„Wir können das erste Mal Daten über diese Zielgruppe vorlegen und Hinweise für die Dynamik zwischen Gewaltanwendung und Drogenkonsum liefern,“ so Prof. Dr. Daniel Deimel, der Leiter der Studie.

Etwas mehr als die Hälfte der befragten Fans hätten eigene Gewalttaten im Fußballkontext angegeben, zum Beispiel verabredete Schlägereien außerhalb des Stadionumfeldes; bei Fans aus der Ultra-Szene und Hooligans seien dies sogar 70 bzw. 95 Prozent. Außerdem konsumierten im Monat vor der Befragung 13 Prozent Kokain, 10 Prozent Amphetamine und 30 Prozent Cannabis – alles relativ hohe Werte, die auch in einem signifikanten Zusammenhang mit den Gewalthandlungen stehen. In der befragten und überwiegend männlichen Stichprobe fallen die Gewalttäter auch durch eine erhöhte Aggressivität, einen niedrigen Bildungshintergrund und eigene Erfahrungen als Gewaltopfer auf. Ihre Persönlichkeit ist geprägt von erhöhter Aggressivität und Egozentrik, aber auch von Misstrauen und Unsicherheit.

„Ein erheblicher Teil der Befragten äußerte zudem, dass sie psychosoziale Hilfe benötigen,“ erklärt der Professor für Klinische Sozialarbeit weiter. Dabei gehe es um psychische Probleme, um Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Schule, in Partnerschaft und Familie.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Sozialer Arbeit in diesem Feld eine große Bedeutung zukommt und ausgebaut werden muss.

  • Dann kann man die Gewalt- und Suchtprobleme rund um den Fußball auch nachhaltig angehen.“ 

Eine Schlüsselfunktion müsse hier vor allem den über sechzig verschiedenen Fanprojekten, die es in Deutschland gibt, zukommen.

Mit einem lebensweltorientierten Ansatz arbeiten dort Fachkräfte mit jugendlichen und jungen, erwachsenen Fußballfans, um Gewalt und extremistischen Strömungen vorzubeugen, und bieten ihnen Freiräume für eine positive Persönlichkeitsbildung und konstruktives Engagement als Fußballfan.


Prof. Dr. Thorsten Köhler, Mitherausgeber der Studie, sieht diese als ersten Anstoß und fordert weitere sozialwissenschaftliche Forschung zur Fußball-Fanszene:

„Nur so lassen sich dezidierte und differenzierte Aussagen über die Gruppe der Fans und deren Hintergründe machen.

Auf Grundlage dieser und nachfolgender Studien können dann Maßnahmen entwickelt und implementiert werden, die den Gewaltproblemen nachhaltig begegnen.“

Das Forschungsprojekt wurde durch Eigenmittel der Katholischen Hochschule NRW finanziert. Für weitere Anfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Fakten zur Studie im Überblick:

Zur Stichprobe
- Befragung in 10 Onlineforen
- 783 teilnehmende Fußballfans
(90% männlich, Durchschnittsalter 27 Jahre)
- davon zugehörig zur Ultra- oder Hooligan-Szene: 45%

Gewalterfahrungen und Delikte
- Gewaltanwendung im Fußballkontext: 52%
(Ultra-Szene 70%, Hooligan-Szene 95%)
- beteiligt bei verabredeten gewalttätigen Auseinandersetzungen: 21%
- Stadionverbot oder Geldstrafen: 16%
- Sozialstunden: 7%
- Bewährungs- und Haftstrafe: 3,8% bzw. 1,5%

Substanzkonsum im Monat vor der Befragung
- Cannabis: 30%
- Kokain: 13%
- Amphetamine: 10%

Gewalttätiges Verhalten begründet durch - gemäß statistischer Analyse:
- niedriger Bildungshintergrund (Haupt- und Realschulabschluss)
- Gewalterleben (Opfer von Gewalt)
- höherer Drogenkonsum
- höherer Neurozentrismus
- geringere Verträglichkeit
- erhöhte Aggressivität

Artikulierter psychosozialer Unterstützungsbedarf: 42%

(differenziert in:)
- wegen psychischer Probleme: 16%
- wegen Konflikten im Zusammenhang mit Arbeit/Schule: 13%
- wegen Konflikten in der Partnerschaft oder in der Familie: 13%
- wegen Schulden: 11%
- wegen Problemen mit der Justiz: 11%
- wegen Problemen mit dem Suchtmittelkonsum: 4%

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Prof. Dr. Daniel Deimel, d.deimel@katho-nrw.de, Tel. 0177-3133500,

Prof. Dr. Thorsten Köhler, t.koehler@katho-nrw.de, Tel. 0221-7757380

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Julia Uehren
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CAVE: "Fetale Programmierung“ : Während und vor der Spermienreifung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Ernährungsfehler des Vaters beeinflussen die Gesundheit seiner zukünftigen Kinder

Sowohl die Mutter als auch der Vater beeinflussen über ihre Ernährung die Gesundheit ihres Kindes. 

Und zwar schon vor einer Schwangerschaft. 

Zu diesem Ergebnis kommt ein deutsch-chinesisches Forschungsteam um den Nephrologen Prof. Dr. Berthold Hocher, der eine Arbeitsgruppe für Experimentelle Ernährungsmedizin an der Universität Potsdam leitet. In Studien mit Ratten konnten die Forscherinnen und Forscher zeigen, dass nicht nur die mütterliche, sondern auch die väterliche Ernährung Veränderungen in den Organen des Nachwuchses verursachen kann.  
  • Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen einer fett-, zucker- und salzreichen Ernährung des Vaters während und vor der Spermienreifung und einem gestörten Glukosestoffwechsel beim Kind, der später zu Diabetes führen kann. 
  • Folsäurebehandlung der schwangeren Mütter konnte die negativen Auswirkungen der Ernährungsfehler des Vaters abmildern. 

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Diabetologia.

Als „Fetale Programmierung“ bezeichnen Forscher das Phänomen, dass es bereits im Mutterleib zu Prägungen kommen kann, die spätere Erkrankungen beim Kind auslösen.

Das Forschungsfeld der „Fetalen Programmierung“ ist noch jung.

Dass ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft und späteren Krankheiten der Nachkommen besteht, wissen Mediziner seit etwa 25 Jahren. 

Nun haben Forscher nicht nur Hinweise darauf gefunden, dass die Grundlagen für eine Erkrankung der Kinder bereits vor der Schwangerschaft gelegt werden, sondern auch, dass die Väter über ihre Ernährung ebenfalls beeinflussen, wie gesund ihre Kinder später sind.


Um den Einfluss der väterlichen Ernährung auf den Nachwuchs zu bestimmen, imitierten die Forscher in experimentellen Tierstudien eine Fastfood-reiche Ernährung, wie sie häufig bei jungen Männern auftritt.

Die so ernährten Väter zeugten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe größeren und schwereren Nachwuchs, bei weiblichen Tieren war zudem die Glukosetoleranz gestört.  

Auch in der Leber und der Bauchspeicheldrüse konnten die Forscher negative Effekte der ungesunden Ernährung nachweisen. 


„Die hier zugrunde liegenden Mechanismen sind ernährungsabhängige Veränderungen in den Spermien , der ungesund ernährten Vatertiere“, erklärt Professor Hocher.

Die Ernährungsfehler der Eltern wirken sich also direkt auf die Erbinformation ihrer Fortpflanzungszellen aus. 
  • Diese geben die Eltern dann an den Nachwuchs weiter.


In ihren Studien konnten die Forscher nicht nur den Zusammenhang zwischen Ernährung und Erkrankung aufdecken.

Sie konnten auch zeigen, dass mit Folsäure behandelte trächtige Ratten gesunde Ratten ohne Stoffwechselstörungen zur Welt brachten. 
  • Mit dem Vitamin, das Schwangeren bereits routinemäßig verschrieben wird, um die sogenannte „Spina bifida“, den offenen Rücken bei Babys zu verhindern, konnten die negativen Auswirkungen der ungesunden Ernährung ausgeglichen werden.

"Folate treatment of pregnant rat dams abolishes metabolic effects in female offspring induced by a paternal pre-conception unhealthy diet"
Internet: https://doi.org/10.1007/s00125-018-4635-x

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Prof. Dr. Berthold Hocher
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Potsdam
Telefon: 01705800380
E-Mail: hocher@uni-potsdam.de

Heike Kampe
Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-1474
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presse@uni-potsdam.de
Internet: www.uni-potsdam.de
 

Studieneinladung: Vorhofflimmern - Herzrhthmusstörungen https://closure-af.dzhk.de/

Medizin am Abend Berlin Fazit: DZHK-Studie zur Schlaganfall-Prävention bei Hochrisiko-Patienten

Im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) startet die weltweit größte klinische Studie zur bestmöglichen Therapie bei Patienten mit Vorhofflimmern, die ein hohes Risiko für einen Schlaganfall und ein erhöhtes Blutungsrisiko haben.
  • Dafür vergleicht die Studie CLOSURE-AF den Katheter-basierten Verschluss des linken Vorhofohres mit einer medikamentösen Blutgerinnungshemmung. 

Studienleiter Professor Dr. med. Ulf Landmesser
Studienleiter Professor Dr. med. Ulf Landmesser Foto: Charité – Universitätsmedizin Berlin
 
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und ist die häufigste Ursache für einen Schlaganfall. Denn wenn die Vorhöfe flimmern, besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Über 90 Prozent der Blutgerinnsel entstehen im linken Herzohr, einer Ausstülpung am linken Vorhof des menschlichen Herzens. Von dort können die Gerinnsel in die Blutgefäße des Gehirns gelangen und einen Schlaganfall auslösen.

  • Patienten mit Vorhofflimmern erhalten deshalb Blutgerinnungshemmer, die das Risiko für einen Schlaganfall um 70 Prozent reduzieren. 

Dabei handelt es sich entweder um Vitamin-K-Antagonisten oder neue nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulantien (NOAC).

  • Beide Arzneimittelgruppen gehen jedoch mit einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen einher. 

20 bis 25 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern können NOACs deshalb nicht einnehmen.

Schlaganfallgefahr abschirmen

Als Alternative zu den Blutgerinnungshemmern wurde daher ein Verfahren entwickelt, bei dem das linke Vorhofohr mit einer Art Mini-Schirm verschlossen wird, sodass von dort aus keine Blutgerinnsel mehr in das Gehirn oder den Körper gelangen können. Der Verschluss wird mithilfe eines Katheters platziert. Die Patienten müssen nach dem Eingriff nur noch so lange Blutverdünner einnehmen, bis der Verschluss eingeheilt ist.

Aktuelle wissenschaftliche Daten aus zwei kleineren Studien zeigen, dass Schlaganfälle mit einem Verschluss des linken Herzohres wirksam verhindert werden können. Es fehlen jedoch fundierte Daten zum Nutzen dieser Methode bei Hochrisiko-Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko und einem hohen Schlaganfallrisiko. „Gerade für diese Patientengruppe ist dieses Verfahren eine wichtige Alternative“, verdeutlicht Studienleiter Professor Ulf Landmesser von der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Denn bei einigen von ihnen ist das Blutungsrisiko so hoch, dass sie gar keine Blutgerinnungshemmer mehr einnehmen können. 

Die DZHK-Studie CLOSURE-AF vergleicht deshalb den Nutzen des Verschlusses des linken Herzohrs mit der jeweils bestmöglichen medikamentösen Therapie bei dieser Hochrisikogruppe.


Bei Vorhofflimmern ist der Verschluss des linken Herzohres eine Alternative zur Einnahme von Blutgerinnungshemmern.






Bei Vorhofflimmern ist der Verschluss des linken Herzohres eine Alternative zur Einnahme von Blutgerinnungshemmern. Grafik: AFNET e.V., Livingpage GmbH

CLOSURE-AF ist die weltweit größte Studie zu dieser Fragestellung, über 1.500 Patienten sollen in die Studie eingeschlossen werden, 17 DZHK-Zentren und 45 weitere Zentren in Deutschland beteiligen sich daran. Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e. V. übernimmt das regulatorische Projektmanagement der Studie.

Beginnend ab dem ersten Quartal 2018 werden Patienten in einem Zeitraum von drei Jahren für die Studie rekrutiert, deren Gesamtlaufzeit voraussichtlich fünf Jahre betragen wird. Die Ergebnisse der CLOSURE-AF-Studie werden in die Leitlinien zur Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern und einem hohen Schlaganfall- und Blutungsrisiko einfließen.

Studientitel: Left atrial appendage closure in patients with atrial fibrillation at high risk of stroke and bleeding compared to medical therapy: a prospective randomized clinical trial (CLOSURE-AF)

Studienleiter: Professor Dr. med. Ulf Landmesser, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Direktor der Medizinischen Klinik für Kardiologie, Campus Benjamin Franklin, Ärztliche Centrumsleitung CC11 Herz-, Kreislauf- und Gefäßmedizin

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Projektkoordinator: Dr. med. Johannes Jakob Hartung, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik für Kardiologie, Campus Benjamin Franklin, Klinisches Studienzentrum, closure-af@dzhk.de

Christine Vollgraf, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
 Tel.: 030 3465 529 02, presse@dzhk.de

Weitere Informationen zur CLOSURE-AF-Studie sowie eine Übersicht aller teilnehmenden Studienzentren und Ansprechpartner finden Sie unter: https://closure-af.dzhk.de/

Sommernachtswende: Schlafqualität und Schlafdauer

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie: Schlafqualität beeinflusst Leistungsfähigkeit stärker als Schlafdauer

  • Um tagsüber fit und leistungsfähig zu sein, spielen eine gesunde, fettarme Ernährung sowie ungestörter Schlaf eine wichtige Rolle. 

Von geringerer Bedeutung ist dagegen die Dauer des Schlafes. 

Das ist das Ergebnis einer jetzt in der Zeitschrift „Health Behavior & Policy Review“ veröffentlichten Studie, die an der Jacobs University Bremen entstanden ist. 

Dr. Sonia Lippke ist Professorin für Gesundheitspsychologie an der Jacobs University Bremen.
 Dr. Sonia Lippke ist Professorin für Gesundheitspsychologie an der Jacobs University Bremen.
Foto: Jonas Ginter / WFB

 
Dr. Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie, hat gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus ihrer Forschungsgruppe die Wechselbeziehungen zwischen Lebensqualität und Wohlbefinden einerseits und Schlaf und Ernährung andererseits untersucht. Konkret ging es dabei um den Fettgehalt der Nahrung sowie die Dauer und die Qualität des Schlafes.

  • Unzureichender Schlaf gilt generell gerade bei älteren Erwachsenen als Risikofaktor für eine Reihe von chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes. 

Die Wissenschaft widmet sich dem Faktor Schlaf deshalb in jüngster Zeit vermehrt.

Allerdings ist bislang wenig bekannt über die Zusammenhänge zwischen Schlaf und verschiedenen Lebensstilfaktoren wie etwa Ernährung.

„Es war und ist uns deshalb wichtig, wechselseitige Einflüsse in diesem Bereich zu erkunden“, sagt Sonia Lippke. „Denn dies ermöglicht Empfehlungen und Maßnahmen, die wiederum die Lebensführung verbessern können.“

Für ihre Studie haben sie und ihr Team 126 Erwachsene befragt, die älter als 50 Jahre waren. Auffällig war insbesondere der positive Einfluss von fettreduzierter Ernährung und einem ungestörten, als gut empfundenen Schlaf auf die Leistungsfähigkeit tagsüber.

Bei Untersuchungsteilnehmern, die von dieser Kombination profitierten, war die Dauer des Schlafes hingegen von untergeordneter Bedeutung.

  • Sieben bis acht Stunden Schlaf gelten als ausreichend, aber es kommt insbesondere darauf an, dass diese erholsam sind.

Quelle:
Tan, S. L., Whittal, A., & Lippke, S. (2018). Associations among Sleep, Diet, Quality of Life, and Subjective Health. Health Behavior & Policy Review, 5(2), 46-58.

Über die Jacobs University Bremen:
In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre fast 1400 Studierenden stammen aus mehr als 100 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder dem Europäischen Forschungsrat ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.
Weitere Informationen unter www.jacobs-university.de



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