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Bösartiger Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse: duktale Pankreasadenokarzinom

Medizin amAbend Berlin Fazit: Krebs der Bauchspeicheldrüse: Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Wissenschaftlerin der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg erhält Max-Eder-Nachwuchsgruppen-Förderung der Deutschen Krebshilfe für die Erforschung bösartiger Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse 

Dr. Dr. med. Susanne Roth, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg.
 Dr. Dr. med. Susanne Roth, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg.Universitätsklinikum Heidelberg


Dr. Susanne Roth, Assistenzärztin der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, erforscht wie das Immunsystem eine besonders häufige und aggressive Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse, das duktale Pankreasadenokarzinom, beeinflusst. 

  • Bislang haben betroffene Patienten kaum Aussicht auf Heilung, wirksame Medikamente gibt es noch nicht. 

Welche Strukturen im Pankreaskarzinom kann das Immunsystem erkennen?

Welche Ansatzpunkte für Medikamente gibt es?

Langfristiges Ziel ist eine kombinierte Therapie für Betroffene:

die Chemotherapie soll dann durch eine gezielte Immuntherapie unterstützt werden.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: BÜRGERVERSICHERUNG 

In den nächsten vier Jahren wird Dr. Susanne Roth mit ihrer Arbeitsgruppe an den notwendigen Grundlagen forschen. Für ihr Projekt erhält sie eine Max-Eder-Nachwuchsgruppen-Förderung der Deutschen Krebshilfe von mehr als 640.000 Euro; die Chirurgische Universitätsklinik und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg unterstützen das Vorhaben zusätzlich mit eigenen Mitteln – sodass für die Nachwuchsgruppe insgesamt mehr als 1.000.000 Euro Forschungsgelder zu Verfügung stehen.

Das duktale Pankreaskarzinom entsteht in den Drüsengängen der Bauchspeicheldrüse und macht etwa 95 Prozent aller Krebserkrankungen dieses Organs aus.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 16.000 Menschen daran. Der Krebs wächst sehr aggressiv und bildet innerhalb kürzester Zeit Tochtergeschwüre, sogenannte Metastasen. Oft wird die Krankheit erst in einem fortgeschrittenem Stadium erkannt – nur sieben Prozent der Patienten leben fünf Jahre nach der Diagnosestellung noch.

  • Lediglich eine frühzeitige und vollständige Entfernung des Tumors bietet die Chance auf Heilung.

Auf der Suche nach neuen immuntherapeutischen Ansätzen gegen Bauchspeichdrüsenkrebs

„Wie das Immunsystem die Tumorentstehung in der Bauchspeicheldrüse beeinflusst, ist noch weitgehend unverstanden“, erläutert Dr. Susanne Roth. „Bisher sind immuntherapeutische Ansätze bei dieser Krebserkrankung daher noch wenig erfolgreich.“ Während ihrer Forschungstätigkeit am Helmholtz Zentrum und der Technischen Universität in München hat sich die junge Wissenschaftlerin der Grundlagenforschung gewidmet. Dabei hat sie Signalwege in Immunzellen untersucht und Moleküle identifiziert, die für die angeborene Immunantwort eine Rolle spielen. „Um eine passende Reaktion einzuleiten, muss das Immunsystem den Tumor zunächst erkennen. Nur dann kann es die Tumorzellen zerstören. Bei unserer Forschungsarbeit steht die angeborene Immunität im Fokus“, erklärt Dr. Susanne Roth.

Patientenproben, Tiermodell und erste Medikamenten-Tests im Labor

Immunzellen haben verschiedene Rezeptoren, die Eindringlinge aufspüren können.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Susanne Roth interessiert, welcher dieser Rezeptoren auf die Tumorzellen in der Bauchspeicheldrüse reagiert.

„Je nachdem welcher Rezeptor angesprochen wird, kann die Reaktion des Immunsystems sehr unterschiedlich ausfallen.

Bei manchen wird die körpereigene Abwehr gehemmt, bei anderen wird sie dazu veranlasst, den Eindringling zu bekämpfen“, erklärt Dr. Susanne Roth. 

Die Arbeitsgruppe wird sowohl mit Tumor-Zellproben von Heidelberger Patienten arbeiten, als auch am Maus-Modell forschen. „Medikamente, die bestimmte Reaktionen fördern oder unterdrücken gibt es schon.“ Diese Medikamente sollen im nächsten Schritt im Zellkulturmodell getestet werden.

Max-Eder-Nachwuchsgruppenförderung der Deutschen Krebshilfe

Die Max-Eder-Nachwuchsgruppenförderung der Deutschen Krebshilfe wendet sich an hochqualifizierte Onkologen unter 35 Jahren. Mit der Förderung können sie eine eigenständige Arbeitsgruppe etablieren und werden bei der Weiterentwicklung ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützt.

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Dr. Dr. Susanne Roth
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Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.100293.0.html Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg

https://www.europaeisches-pankreaszentrum.de/epz/ Europäisches Pankreaszentrum

https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/foerderprogramme/nachwuchsfoerderu... Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe

Deutsches Herzzentrum Berlin: Herz-Lungen-Maschine (HLM) bei Neu- und Frühgeborenen

Medizin am Abend Berlin Fazit: "Guinness"-Weltrekord fürs Deutsche Herzzentrum Berlin

Das Deutsche Herzzentrum Berlin hält einen offiziellen Rekord der „Guinness World of Records“-Gesellschaft: 

Nach sorgfältiger Prüfung hat Kardiotechniker Wolfgang Böttcher jetzt das offizielle Zertifikat für die Herz-Lungen-Maschine mit dem weltweit kleinstem Füllvolumen erhalten. 

Hinter diesem exotisch klingenden Weltrekord stehen jahrzehntelange Entwicklungsarbeit und die Möglichkeit, komplizierte Herzoperationen an Neugeborenen ohne Fremdblut-Konserven durchführen zu können. 

Was für die Babys erhebliche Vorteile hat. 

DHZB Kardiotechniker Wolfgang Böttcher (links) und Prof. Dr. med. Joachim Photiadis mit "Guinness"-Zertifikat und der Rekord-Herz-Lungen-maschine
DHZB Kardiotechniker Wolfgang Böttcher (links) und Prof. Dr. med. Joachim Photiadis mit "Guinness"-Zertifikat und der Rekord-Herz-Lungen-maschine DHZB 
  • Komplexe angeborene Herzfehler müssen meist sehr bald nach der Geburt operiert werden. Dabei wird das Herz vorübergehend stillgelegt und eine Herz-Lungen-Maschine (HLM) eingesetzt.
Diese Maschine muss vorab „befüllt“ werden, weil sie sonst Luft in den Körper pumpen würde.

Früher wurde dazu Spenderblut verwendet, das aber trotz sorgfältigster Prüfung noch immer ein Risiko für Infektionen und Unverträglichkeitsreaktionen birgt.

Heute wird zur Befüllung der HLM deshalb meist eine sterile Elektrolytlösung eingesetzt. Die dadurch verursachte vorübergehende Verdünnung des Blutes ist bei erwachsenen Patienten nachweislich harmlos.

Bei Neugeborenen oder Kleinkindern wirkt sich eine solche Verdünnung aber weit drastischer aus: Denn in den kleinen Körpern zirkulieren nur wenige hundert Milliliter Blut (ca. 85ml pro Kilogramm Körpergewicht). Eine Vorab-Befüllung mit Spenderblut war deshalb trotz aller Risiken und Nachteile oft unumgänglich.

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wird bereits seit vielen Jahren intensiv an der Entwicklung und dem optimalen Einsatz von speziellen Herz-Lungen-Maschinen gearbeitet, die fremdblutfreie Eingriffe auch bei Neugeborenen ermöglichen. Dabei arbeiten Kardiotechniker, Chirurgen, Kinderkardiologen und Anästhesisten gemeinsam mit den Herstellern der Systeme eng zusammen.

Die wichtigsten Bestandteile einer Herz-Lungen-Maschine konnten ab einem bestimmten Punkt aber nicht weiter verkleinert werden: Die Pumpe, die -vereinfacht gesagt- das Herz ersetzt und der „Oxygenator“, der das Blut mit Sauerstoff anreichert und damit die Arbeit der Lunge übernimmt.

„Den größten Anteil des Füllvolumens einer Herz-Lungen-Maschine beanspruchen aber gar nicht ihre einzelnen Bestandteile, sondern die Schläuche, die die Komponenten miteinander verbinden und die von der Herz-Lungen-Maschine zum Patienten führen“, schildert DHZB-Kardiotechniker Wolfgang Böttcher.

Ziel der Entwickler war es also, die Schlauchverbindungen so kurz wie möglich zu halten. Dazu müssen die einzelnen Komponenten der Herz-Lungen-Maschine sehr dicht nebeneinander angebracht und die Maschine sehr nah am Operationstisch positioniert werden – ohne den Herzchirurgen allzu sehr in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken.

„Das mag zunächst relativ simpel erscheinen, ist aber in den Details eine Herausforderung“, so Böttcher: „Von der zuverlässigen Funktion der Herz-Lungen-Maschine hängt schließlich das Leben eines Kindes ab. Jede Veränderung an diesem System muss penibel genau geplant und umgesetzt werden.“

Die beharrliche Arbeit des fachübergreifend zusammengesetzten Teams hat sich gelohnt.  

73 Milliliter Füllvolumen der Herz-Lungen-Maschine sind nicht nur Weltrekord, sondern erlauben die fremdblutfreie OP selbst bei frühgeborenen Säuglingen von unter 2000 Gramm Geburtsgewicht.

Inzwischen gilt das DHZB als weltweit einziges Herzzentrum, in dem fremdblutfreien Eingriffe bei Neu- und Frühgeborenen routinemäßig und ohne Sicherheitsrisiko durchgeführt werden können.

„Wir können damit nicht nur die Infektions- und Unverträglichkeitsrisiken minimieren, sondern unseren Patienten häufig auch eine schnellere Erholung nach der Operation ermöglichen“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Photiadis, Leiter der Klinik für Kinderherzchirurgie am DHZB:
  • „Denn es ist nachgewiesen, dass die nach der Operation erforderliche Beatmungszeit beim Verzicht auf Fremdblut durchschnittlich kürzer ist – und damit meist auch der Aufenthalt des Patienten auf der Intensivstation.“
Und auch für die klinischen Abläufe bietet die fremdblutfreie Kinderherzchirurgie Vorteile: 
  • Eine Herz-Lungen-Maschine, die nicht mit Spenderblut befüllt werden muss, ist schneller wieder einsetzbar und steht für den nächsten Patienten rascher bereit. 
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Alkohol- oder Drogenproblematik Kinder, Jugendliche, Eltern,

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kinder stärken mit „Trampolin-Mind“

Prävention von Substanzmissbrauch und psychischen Störungen bei Kindern suchtkranker Eltern: 

Das präventive modulare Gruppenprogramm „Trampolin“ stärkt Kinder aus suchtbelasteten Familien in ihrer eigenen Handlungsfähigkeit und reduziert deren psychische Belastung. 

Seit Anfang Dezember entwickelt das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der KatHO NRW dieses erfolgreiche Konzept mit zusätzlichen achtsamkeitsbasierten Elementen weiter. „Trampolin-Mind“ ist der Titel des neuen Präventionsprogramms. 
 
Voraussichtlich werden 366 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren an der klinischen Studie teilnehmen.

Mindestens ein Elternteil weist eine Alkohol- oder Drogenproblematik auf und die Kinder selbst befinden sich in psychiatrischer (jedoch nicht suchtbezogener) Behandlung. Ein Drittel der 366 Kinder wird das neue „Trampolin-Mind“-Programm durchlaufen und ein weiteres Drittel das ursprüngliche Trampolin-Programm. Eine dritte Gruppe erhält das reguläre Therapieangebot ihrer Behandlung. So können die Forscherinnen und Forscher des DISuP die drei Gruppen vergleichen und überprüfen, ob und wie sehr das erweiterte Konzept wirkt.

„Wir wollen herausfinden, ob die Kinder z.B. besser mit Stresssituationen umgehen können, ob sie weniger aggressiv auftreten oder Ängste und Selbstzweifel zurückgehen, nachdem sie bei den neuen Modulen mitgemacht haben“, erklärt Prof. Dr. Michael Klein, Leiter des DISuP und Professor an der Katholischen Hochschule NRW.

„Mit den Erkenntnissen können wir unser Präventionsprogramm Trampolin optimieren und Kinder aus suchtbelasteten Familien weiter psychisch stärken.“ 


Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit Kliniken der Kinder- und Jugendpsychiatrie durchgeführt, die sowohl die Zielgruppe rekrutieren als auch das neu standardisierte Kursprogramm von „Trampolin-Mind“ sowie die ursprüngliche Version von „Trampolin“ durchführen werden.

Schon das „originale“ Trampolin erfreute sich großer Nachfrage durch Fachkräfte, die in der praktischen Arbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien tätig sind. „Trampolin“ wurde vom DISuP in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt.

„Trampolin-Mind“ ist ein Teilprojekt, welches im Rahmen des Forschungsverbundes „IMAC‐Mind:

Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: 

Mechanismen, Prävention und Behandlung“ durchgeführt wird.

Dessen Laufzeit geht vom 1. November 2017 bis zum 31. Oktober 2021 und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Gesund - ein Leben lang: Kinder- und Jugendgesundheit“. Koordinator des Verbundsprojektes ist das DZSKJ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Rainer Thomasius.

Das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) bietet seit 1999 praxisorientierte, angewandte Wissenschaft mit den Schwerpunkten sozialwissenschaftlicher und psychologischer Sucht- und Präventionsforschung.

Für Informationen zum Forschungsprojekt:


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KatHO NRW | DISuP
Prof. Dr. Michael Klein
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Julia Uehren Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

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Julia Uehren
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Pankreas-Karzinome: Ionenstrahl-Therapiezentrum

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zwei Jahre Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) Wachsende Nachfrage bestätigt Konzept

Seit zwei Jahren werden im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) Patientinnen und Patienten behandelt. Mit der Ionenstrahl-Therapie , die in dieser Zusammensetzung mit Protonen und Kohlenstoff-Ionen deutschlandweit nur in Heidelberg und Marburg angeboten wird, können insbesondere jene Tumore behandelt werden, die aufgrund ihrer räumlichen Lage, tief im Körper oder an sehr gefährdeten Stellen, durch herkömmliche Bestrahlung nicht so gewebeschonend erreichbar sind
 
Das MIT wurde als Tochterunternehmen des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT (74,9 Prozent) sowie der RHÖN-KLINIKUM AG (25,1 Prozent) gegründet. Der klinische Betrieb wird vom Universitätsklinikum Heidelberg AöR sowie dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) getragen.

Im ersten Jahr, von Ende Oktober 2015 bis Ende 2016, konnten am MIT 171 Patientinnen und Patienten behandelt werden, im zweiten, jetzt aktuellen Jahr 2017 wurden 286 Therapien durchgeführt. Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg, erklärt: „Unser bereits 2009 in Heidelberg initiiertes Konzept der Therapie mit Protonen und Schwerionen wird zunehmend auch am Standort Marburg angenommen.“ Für das UKGM ergänzt Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung und Kaufmännischer Geschäftsführer am Standort Marburg: „Die wachsenden Patientenzahlen unterstreichen die positive Entwicklung des MIT“.

Tumore werden durch Kohlenstoff und Wasserstoff-Ionen zielgenau erreicht

  • Die Strahlentherapie mit Kohlenstoff- und Wasserstoff-Ionen bietet die Möglichkeit, Tumore zielgenau und höchstdosiert zu zerstören, mit weit weniger starken Nebenwirkungen. 

Die Strahlen durchdringen den menschlichen Körper und entfalten erst im Tumor ihre zerstörerische Wirkung.

„Mediziner, Physiker und Techniker sind an der jeweils individuellen Planung der Ionenstrahltherapie für die Patientinnen und Patienten beteiligt. Mit größtmöglicher Sorgfalt wird diese Therapie individuell vollzogen“, so Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKGM und MIT Marburg.

Die Therapie findet in Form von klinischen Studien statt und wird streng wissenschaftlich begleitet. Ziel dieser Studien ist es, im Vergleich zu weiteren Therapieformen die Wirksamkeit der Ionenstrahl-Therapie zu messen. Langzeitstudien in Marburg sollen zeigen, wie sich die Sterblichkeit bei bestimmten Krebsarten entwickelt.

  • „In einer Langzeitstudie im Heidelberger Ionenstrahlzentrum zeigte sich bereits, dass sich bei Patienten mit einer bestimmten Form eines Speicheldrüsenkarzinoms durch die Kohlenstoffionen-Therapie ein „Überlebensvorteil“ ergibt“, führt Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus, Geschäftsführer der MIT GmbH sowie wissenschaftlich-medizinischer Leiter des HIT, aus. 

Auch die Langzeit-Wirkungen im Blick auf Folgeerkrankungen stehen im Fokus klinischer Studien: „Hier sehen wir bereits jetzt positive Ergebnisse, vor allem für Kinder und Jugendliche,“ ergänzt Prof. Engenhart-Cabillic.

Die deutlich geringere Strahlenbelastung für den Körper insgesamt führe zudem weniger zu Spätfolgen. Die Präzision und die genau auf den jeweiligen Tumor abgestimmte Strahlungsdosis sind hierfür die Ursache.

Aktuelle Schwerpunkte der Anwendung mit der Therapie mit Protonen und Kohlenstoff-Ionen, kurz Schwer-Ionen genannt, sind Tumore im Gehirn und im Kopf-Hals-Bereich, Weichteilsarkome (Tumore in Muskeln und Fettgewebe), nicht-operable Pankreas-Karzinome sowie alle lokalisierten Tumore bei Kindern und Jugendlichen.

„An neuen Indikationen und Techniken konnte die Bestrahlung der gesamten Neuroachse (Wirbelsäule) am MIT im Jahr 2017 realisiert werden“, erklärt Engenhart-Cabillic. Gemeinsam mit Prof. Dr. Hinnerk Wulf, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, sei zudem die Anästhesie aufgebaut worden, so dass seit dem Frühjahr 2017 Kleinkinder in Narkose behandelt werden können.

Ausblick in das Jahr 2018 am MIT

Als neue Indikation wurde im Rahmen der EuroNet-Studie die Behandlung des kindlichen Hodgkin-Lymphoms, ein bösartiger Tumor des Lymphsystems, mit Befall in der Brusthöhle (dem Mediastinum) initiiert.

Diese europäische Studie wird von Prof. Dr. Dieter Körholz geleitet, welcher standortübergreifend die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie an den Standorten Gießen und Marburg führt. Im Rahmen dieser Studie wurden 2017 bereits sieben Kinder mit Protonen behandelt.

Im Jahr 2018 starten weitere wissenschaftliche Projekte im Rahmen der Forschungskooperation mit Heidelberg.

Im Rahmen der Forschungsförderung durch das Land Hessen sind fünf kooperative Forschungsanträge mit Federführung GSI, THM, Uni-Marburg eingegangen. Die Begutachtung wies alle fünf Forschungsanträge als exzellent aus, so dass die Fördersumme von 418.000 Euro bewilligt werden konnte. Ab 2018 sollen zudem zellbiologische Forschungen am MIT realisiert werden.

Insgesamt 14 Studien laufen aktuell am MIT.

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Universitätsklinikum Heidelberg
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Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
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http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_ptz/35957.html

http://ukgm.de/ugm_2/deu/umr_rdi/index.html

Intensivschwangerenberatung: Präeklampsie – die so genannte Schwangerschaftsvergiftung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Geburtshilfe des Uniklinikums Dresden startet mit Zwillingen ins Jahr 2018

Mit der am 31. Dezember um 20.18 Uhr geborenen Greta ging in der Geburtshilfe des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein arbeitsreiches Jahr zu Ende. 2017 kamen in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe insgesamt 2.613 Babys zur Welt. 

Das neue Jahr beginnt gleich mit einer Zwillingsgeburt: 

Das Team aus Hebammen, Gynäkologen, Kinderärzten und Kinderkrankenschwestern umsorgen Lottie und Annie seit ihren ersten Atemzügen. 

Auch im Jahr 2017 fertigte Foto Dähn im Auftrag der Eltern Fotografien der Neugeborenen an, die auch in der Babygalerie der Klinikwebsite abrufbar sind.
Auch im Jahr 2017 fertigte Foto Dähn im Auftrag der Eltern Fotografien der Neugeborenen an, die auch in der Babygalerie der Klinikwebsite abrufbar sind. http://fotodaehn.de/
 
  • Vielen Eltern aus Dresden und ganz Ostsachsen ist es bei Mehrlings- und Risikoschwangerschaften besonders wichtig, von einem erfahrenen Team betreut zu werden. 
Dem trägt die Uni-Frauenklinik als einziges ostsächsisches Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe unter anderem durch die Intensivschwangerenberatung Rechnung. 

In diesem Rahmen bietet die Klinik den Frauen bereits ab der zwölften Schwangerschaftswoche eine umfassende Betreuung mit allen verfügbaren Diagnostikverfahren an. Hierzu gehört seit Ende vergangenen Jahres ein neues High-End-Ultraschallgerät. Die um ein Vielfaches erhöhte Auflösung dieses Geräts kann zeitiger als bisher mögliche Komplikationen vorhersagen.

„Mit dem Ziel der größtmöglichen Sicherheit während Schwangerschaft und Geburt steht unseren Patienten ein erfahrenes Team zur Seite. Neben den Hebammen, Krankenschwestern und Fachärzten unserer Klinik können wir schnell Spezialisten aller weiteren notwendigen Fachgebiete hinzuziehen, um Mutter und Kind gemeinsam optimal zu versorgen“, sagt Prof. Pauline Wimberger, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Hierzu gehört eine hervorragende Infrastruktur mit fünf Kreißsälen, einem Vorwehenzimmer, zwei Vorbereitungsräumen, ein für Kaiserschnittentbindungen reservierter Operationssaal, die unmittelbar angrenzende Intensivstation der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie die gemeinsam betriebene Perinatalstation, in der Frühgeborene mit ihren Müttern zusammen versorgt werden können.

Doch ein Teil der Patientinnen wird an der Uni-Frauenklinik nicht erst kurz vor der Geburt betreut:

Die Intensivschwangerenberatung steht insbesondere Müttern mit Risikoschwangerschaften zur Seite. 

Sie profitieren von einer kontinuierlichen Versorgung bis zur Geburt. „Wir tun alles um den Frauen eine natürliche und schöne Geburt zu ermöglichen“, umreißt Privatdozent (PD) Dr. Cahit Birdir den Anspruch der Intensivschwangerenberatung. Der leitende Oberarzt für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik ist für die diagnostischen und therapeutischen Angebote der vorgeburtlichen – pränatalen – Medizin an der Dresdner Uni-Frauenklinik verantwortlich.

Erst- und Zweittrimesteruntersuchungen für sichere Schwangerschaft

Vorerkrankungen werdender Mütter, deren höheres Alter oder vorangegangene problematische Schwangerschaften sind einige der Gründe, warum niedergelassene Gynäkologen ihren Patientinnen eine Spezialuntersuchung am Ende des ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittels empfehlen.

Die in der 11. bis 13. (Ersttrimester) oder 19. bis 22. Schwangerschaftswoche (Zweittrimester) stattfindende, eingehende Diagnostik darf nur von besonders qualifizierten Frauenärzten vorgenommen werden. Neben einigen wenigen niedergelassenen Fachkollegen bietet das Team von PD Dr. Birdir diese Untersuchungen im Rahmen der Intensivschwangerenberatung an.

Seit Ende vergangenen Jahres steht den Gynäkologen für diese sogenannte Feindiagnostik ein Ultraschallgerät der neuesten Generation zur Verfügung:

„Die Matrix-Sonde dieses High-End-Gerät liefert eine vielfach höhere Bildauflösung.

Damit können wir bereits in der zwölften Schwangerschaft bestimmte Auffälligkeiten des Fötus erkennen und die Schwangeren entsprechend betreuen und überwachen“, sagt PD Dr. Birdir. Im Rahmen dieser Ultraschalluntersuchungen nehmen die Experten unterschiedliche Messungen vor. 

Neben Auffälligkeiten des Fötus – selbst erste Hinweise auf einen Herzfehler lassen sich dank des neuen Geräts in der zwölften Schwangerschaftswoche erkennen – geht es auch um mögliche fehlerhaftes Einwachsen der Plazenta. 

Ein Problem, von dem vor allem Mütter betroffen sind, die schon einmal oder mehrfach per Kaiserschnitt entbunden haben. 
 
„Mit unseren Untersuchungsergebnissen können wir den Eltern meist eine gute Nachricht überbringen.

 Wenn es doch Auffälligkeiten gibt, können wir mit der frühen Diagnose häufig Risiken senken und notwendige Therapien einleiten“, so der 38-jährige Gynäkologe weiter.

Bei mehr als 5.000 Terminen im vergangenen Jahr wurden in dieser Spezialsprechstunde Frauen beraten und untersucht, bei denen Risiken in beziehungsweise bereits vor der Schwangerschaft bestehen.

Neben Risiken einer Präeklampsie – die so genannte Schwangerschaftsvergiftung – ist dies ist zum Beispiel der 
Fall bei:

Diabetes mellitus
Bluthochdruck
Autoimmunerkrankungen
Antikörper im mütterlichen Blut
Thrombosen
Thrombophilie
Blutungsneigung
neurologischen Leiden
Epilepsie
Infektionserkrankungen
Ringelröteln
Toxoplasmose
oder Cytomegalie. 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die intensive Vorsorge für Mehrlingsschwangeren und die ausführliche Beratung zur Geburtsplanung für alle Schwangeren ergänzend zur Hebammensprechstunde.

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktorin: Prof. Dr. med. Pauline Wimberger
Tel. 0351/ 4 58 34 20
E-Mail: frauenklinik@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/gyn

Holger Ostermeyer Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Deutschland
Sachsen

Telefon: 0351 / 458-4162
Fax: 0351 / 458-884162
E-Mail-Adresse: pressestelle@uniklinikum-dresden.de 

Die Lungenentzündung beim Dialysepatient

Medizin am Abend Berlin Fazit: Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist die erste gemeinsame Studie aller zwölf klinischen Studienzentren an den Start gegangen. 

  • Ziel der Studie ist ein verbesserter Impfschutz bei Dialysepatienten. 

Die Studienzentrale an der Uniklinik Köln konnte jetzt am Dialysezentrum in Kronach die ersten 15 Patienten einschließen. 

Insgesamt werden deutschlandweit 884 Patienten teilnehmen. 

 Bei klinischen Studien wird jeder Schritt genau kontrolliert
Bei klinischen Studien wird jeder Schritt genau kontrolliert MedizinFoto Köln
 
  • Fortgeschrittene Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. 

Bei den betroffenen Dialyse-Patienten ist das Immunsystem geschwächt und die Infektionsanfälligkeit erhöht: 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Labor von Infektionserregern 

Lungenentzündungen infolge von Pneumokokken zählen zu den häufigsten Todesursachen, obwohl die Patienten dagegen geimpft werden. 

  • Warum die Wirkung der Schutzimpfung bei dieser Patientengruppe vermindert ist, ist bisher ungeklärt.

Die aktuelle multizentrische Beobachtungsstudie DOPPIO (Duration of protection from pneumonia after pneumococcal vaccination in hemodialysis patients) untersucht nun die Immunreaktion von Dialysepatienten. Ziel ist ein verbesserter, individualisierter Impfplan.

In dieser Studie kooperieren die zwölf klinischen Studienzentren des DZIF mit dem „Qualität in der Nephrologie (QiN)“-Register des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH).

Die Studienpatienten werden in 30 niedergelassenen Praxen des KfH eingeschlossen.

Die DZIF-Studienzentren koordinieren die Analyse der gebildeten Antikörper und führen eine zweijährige Nachsorge zur Dokumentation von Lungenentzündungen durch.

Die Uniklinik Köln kooperiert hierbei mit den Unikliniken in Bonn, Gießen, Hamburg, Heidelberg, Lübeck, Marburg, München (LMU und TU) und Tübingen sowie dem Forschungszentrum Borstel und der Medizinischen Hochschule Hannover.

„Wir freuen uns über den Start der Studie und sind zuversichtlich, die Infektionsprophylaxe bei Dialysepatienten nachhaltig verbessern zu können“, erklärt der Infektiologe Prof. Oliver Cornely, Initiator und Leiter der Studie sowie Koordinator der DZIF-Studienzentrale in Köln. „DOPPIO wird das DZIF als einen exzellenten Forschungspartner für klinische Studien präsentieren.“

Über das DZIF
Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit circa 500 Wissenschaftler und Ärzte aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Ziel ist die sogenannte Translation: die schnelle, effektive Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Damit bereitet das DZIF den Weg für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente gegen Infektionen.
Weitere Informationen: www.dzif.de.

Über die DZIF-Studienzenten
Die Expertisen für die Planung und Durchführung klinischer Studien werden im DZIF in zwölf Studienzentren gebündelt. Zudem wird eine zentrale Plattform für die klinische Untersuchung von neu entwickelten Impfstoffen und Medikamenten aus dem DZIF angeboten. Die DZIF-Studienzentrale an der Uniklinik Köln unterstützt dabei die einzelnen Zentren und koordiniert die standardisierte Durchführung klinischer Studien.

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Prof. Oliver A. Cornely
Exzellenzcluster CECAD in der Universität zu Köln
Klinik I für Innere Medizin
Koordinator der DZIF-Studienzentrale
Uniklinik Köln
T +49 221 478 85523
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Medizinprodukte-Verordnung: Herzklappen, Hüftprothesen, Brustimplatate.....

Medizin am Abend Berlin Fazit:  AWMF und BMG arbeiten gemeinsam an Konzept: EU-Verordnung zur Bewertung von Medizinprodukten

Am 25. Mai ist die neue Medizinprodukte-Verordnung der EU in Kraft getreten. 

In drei Jahren muss die sogenannte Medical Device Regulation (MDR) verpflichtend umgesetzt werden. 

Strengere Vorschriften sollen mehr Sicherheit für die Patienten bringen. 

Für die Hersteller von Medizinprodukten bringt die Verordnung zahlreiche Veränderungen mit sich. 

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) e. V. ist an dem „Nationalen Arbeitskreis zur Implementierung“ (NAKI) beteiligt, den das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ins Leben gerufen hat, um ein Konzept für die Übergangszeit und für die Umsetzung der Verordnung zu erarbeiten. 
 
Aktuelles Ziel von AWMF und BMG ist unter anderem die Festlegung von Bewertungskriterien auch für „alte Medizinprodukte“.

Rund 500 Seiten umfasst die neue EU-Verordnung für Medizinprodukte:

Sie wird die aktuelle, bis Mai 2020 gültige Richtlinie ablösen.

Die Verordnung bringt umfassende Veränderungen für die Hersteller von Medizinprodukten mit sich: 

Ein neues Klassifizierungssystem, höhere Anforderungen bei der Erstellung von klinischen Daten und verschärfte Anforderungen bei der Zertifizierung von Produkten sind nur einige der neuen Regelungen. 

„Die EU-Kommission verspricht sich davon mehr Sicherheit für die Patienten.

Für die betroffenen Hersteller und die zuständigen Stellen ist die Umsetzung der neuen Verordnung eine große Herausforderung“, sagt Professor Dr. med. Ernst Klar, Direktor der Abteilung Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsmedizin Rostock.

„Deshalb ist es wichtig, schon in der Übergangszeit Maßnahmen zu definieren, wie die neuen Regelungen umgesetzt werden können“, so Klar, Vorsitzender der AWMF-Sektion „Bewertung von Medizinprodukten“, die seit 2016 aktiv ist. Zusammen mit Vertretern der verschiedenen Fachgesellschaften erarbeitet sie Konzepte zur Umsetzung der neuen Verordnung.

Im Februar 2017 hat das BMG den „Nationalen Arbeitskreis zur Implementierung der MDR und IVDR1“ - kurz NAKI - gegründet. Die AWMF ist beim NAKI beteiligt, die Vertreter analysieren nun die Anforderungen der neuen Verordnung, klären die Übergangsregelungen und erarbeiten Lösungen zur Umsetzung.

Eine grundlegende Veränderung der EU-Verordnung ist das neue Konsultationsverfahren für Hochrisiko-Produkte wie Herzklappen, Hüftprothesen und Brustimplantate:

Zukünftig soll ein Expertengremium bei der Zertifizierung dieser Produkte miteinbezogen werden und die Hersteller bei der Planungs- und Entwicklungsphase unterstützen. 

Zusätzlich werden diese Experten bei besonderer klinischer Prüfung neuer Medizinprodukte („Scrutiny Process“) von den benannten Stellen (TÜV, DEKRA etc.) hinzugezogen.

Die Zusammensetzung der Gremien wird von der EU-Kommission bestimmt, das Ministerium hat auf die Wahl der Experten nur indirekten Einfluss. 

Deshalb schlägt das BMG zusätzlich ein Netzwerk nationaler Experten vor, die Behörden bei der Bewertung von Medizinprodukten beraten. Die Experten werden auch von der AWMF empfohlen und sind bereits an das BMG gemeldet.

  • Außerdem müssen Produkte, die bereits auf dem Markt sind, innerhalb der nächsten drei Jahre rezertifiziert werden. 

Derzeit ist die Infrastruktur bei den zuständigen Stellen unzureichend und die Datenlage für eine Rezertifizierung nicht eindeutig geklärt.

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang die Einführung von Registern.

 „Um die systematische Überprüfung von Implantaten zu ermöglichen, sind Implantatregister notwendig“, so Professor Dr. med. Rolf Kreienberg, Präsident der AWMF.

„Die Beteiligung an diesen Registern müsste verpflichtend werden“, fordert er. 

Auch die Einrichtung unabhängiger sach- und fachkundiger Untersuchungsstellen für Implantate hält die AWMF-Sektion für wichtig.

Hierzu ist auch eine enge Vernetzung mit anderen Akteuren notwendig.

Die AWMF schlägt eine Registerstelle für ein „Deutsches Implantatregister“ vor und fordert, Daten des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu integrieren sowie Synergien mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu nutzen.

Diese übergreifenden Register müssten dann mit spezifischen Registern der medizinischen Fachgesellschaften vernetzt werden. „Die Implementierung der neuen EU-Verordnung ist komplex – eine gemeinsame Datenbasis und ein stetiger Informationsfluss ist eine wichtige Voraussetzung für eine reibungslose Umsetzung“, bilanziert Klar.

Link zur EU-Verordnung:
https://ec.europa.eu/growth/sectors/medical-devices/regulatory-framework_de

1IVDR: EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) e. V. bündelt die Interessen der medizinischen Wissenschaft und trägt sie verstärkt nach außen. Sie handelt dabei im Auftrag ihrer 177 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Gegründet 1962 mit dem Ziel, gemeinsame Interessen stärker gegenüber dem Staat und der ärztlichen Selbstverwaltung zu positionieren, erarbeitet die AWMF seitdem Empfehlungen und Resolutionen und vertritt diese im wissenschaftlichen und politischen Raum. Die AWMF ist Ansprechpartner für gesundheitspolitische Entscheidungsträger, wie den Gemeinsamen Bundesausschuss, und koordiniert die Entwicklung und Aktualisierung medizinisch wissenschaftlicher Leitlinien in Deutschland. Jede gemeinnützige Fachgesellschaft in Deutschland kann Mitglied werden, sofern sie sich wissenschaftlichen Fragen der Medizin widmet. Die AWMF finanziert sich vorwiegend durch die Beiträge ihrer Mitgliedsgesellschaften und Spenden.

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CAVE: Hochansteckende virale Tierseuche: ASP - Afrikanische Schweinepest

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hochansteckende Tierseuche: Bekämpfung und Prävention der Afrikanischen Schweinepest

Noch sind in Deutschland keine Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bekannt, aber diese gefährliche Tierseuche breitet sich in Europa immer mehr aus. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Impfempfehlung Grippe  

Einen Impfstoff dagegen gibt es derzeit noch nicht. 

  • Er wird nach Einschätzung von Experten auch in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen. 

Aufgrund der aktuellen Bedrohungslage durch die Afrikanische Schweinepest, die sowohl Haus- als auch Wildschweine betrifft, wurde das Programm des 9. Leipziger Tierärztekongress im Schwerpunkt "Tierseuchen" umgestellt: 

  • Der Vortagsblock zu diesem Thema findet am 19. Januar 2018 von 8.30 bis 12.15 Uhr statt. 

 Prof. Dr. Uwe Truyen, Direktor des Instituts für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Universität Leipzig, ist Experte für das Thema "Afrikanische Schweinepest".
 Prof. Dr. Uwe Truyen, Direktor des Instituts für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Universität Leipzig, ist Experte für das Thema "Afrikanische Schweinepest". Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig
 
  • Die ASP ist eine hochansteckende, virale Tierseuche, die sich - von Osten kommend - langsam in Europa ausbreitet. 
  • Betrifft es in Polen und Tschechien ausschließlich Wildschweine, sind in der Ukraine, Weißrussland und dem Baltikum auch Hausschweinebestände betroffen. 

Die Verbreitung des Virus´, das für den Menschen ungefährlich ist, geschieht direkt durch den Kontakt infizierter Schweine aber auch indirekt durch Produkte, die aus infizierten Schweinen hergestellt wurden.

Durch die hohe Stabilität des Virus und der großen Infektionsmenge im Blut infizierter Tiere kann das Virus beispielsweise den Herstellungsvorgang von Rohwürsten überstehen und etwa in Salami lange infektiös bleiben. Wird ein solches Produkt beispielsweise in Form von unachtsam entsorgten Speiseabfällen an Schweine verfüttert oder von Wildschweinen aufgenommen, kann das Virus in neue Populationen verschleppt werden.

"Das Virus ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und kommt in den Warzenschweinpopulationen in Südafrika vor. 

Dort wird es in einem Zyklus zwischen Warzenschweinen und den an ihnen saugenden Lederzecken übertragen.

Es kam in der Vergangenheit sporadisch zu Übertragungen auf Hausschweine und noch seltener zu einer Verbreitung des Virus in andere Regionen der Welt", sagt Prof. Dr. Uwe Truyen, der Leiter des Instituts für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Universität Leipzig.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Die Infektion geht mit einer hohen Sterberate einher.

Die Tierseuche kann derzeit nur durch die die Tötung infizierter Bestände, die Einrichtung von Schutzzonen und die Verhängung drastischer Handelsbeschränkungen bekämpft werden. "Eine Einschleppung nach Deutschland würde den Export von Schweinen und Schweinefleisch in Drittländer massiv beeinträchtigen und große wirtschaftliche Einbußen verursachen", warnt Truyen. Daher müsse alles daran gesetzt werden, eine Einschleppung zu verhindern.

Da für die Schweinehaltung in den EU-Mitgliedsstaaten ein striktes Verfütterungsverbot von Speise- und Küchenabfällen besteht, sei eine direkte Einschleppung in Hausschweinbestände auf legalem Wege unwahrscheinlich. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt aber in seiner aktuellen Bewertung das Risiko der Einschleppung durch die illegale Einfuhr und das Entsorgen von Speiseabfällen insbesondere entlang des Fernstraßennetzes als hoch ein.

Sollte die Tierseuche doch in Deutschland ausbrechen, muss das Virus so früh wie möglich nachgewiesen und der Erstausbruch mit aller Konsequenz bekämpft werden. Alle Ebenen der Veterinärverwaltung sind in erhöhter Alarmbereitschaft und haben Krisenpläne und Tilgungspläne ausgearbeitet. Während Ausbrüche in Hausschweinebeständen durch Bestandstötungen erfolgreich bekämpft werden können, sind die mit den Sperrmaßnahmen verbundenen Einschränkungen zeitlich überschaubar.

"Das ist bei Ausbrüchen bei Wildschweinen gänzlich anders, denn eine Tilgung erscheint - insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Wildschweinepopulation - schwierig, sodass über einen sehr langen Zeitraum mit einer Einschränkung des Handels mit Schweinen und Schweinefleisch in der betroffenen Region gerechnet werden muss", erläutert Truyen.

Fachliches Know-how beim Tierärztekongress

Auf dem 9. Leipziger Tierärztekongress sprechen zwei hochkarätige Referenten zu dieser Tierseuche und erläutern die Maßnahmen, die in Deutschland dagegen getroffen worden sind: Prof. Dr. Thomas Mettenleiter, der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, stellt den Verlauf der Ausbreitung dieser Seuche in Europa dar, gibt eine aktuelle Risikoeinschätzung der Einschleppung des Virus´ nach Deutschland ab und versucht eine Bewertung der Verbreitung dieses Virus´ in einem Land mit einer sehr hohen Wildschweindichte.

Prof. Dr. Hans-Joachim Bätza, der Leiter des Referates Tiergesundheit im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, spricht über die rechtlichen Grundlagen der Bekämpfung dieser gefährlichen Seuche und erklärt, welche Maßnahmen in den betroffenen Mitgliedsstaaten erfolgreich durchgeführt wurden.

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Lactobacillus begleitet uns von Geburt an - Milchsäure - Milchstäbchen - Enzym Lactase

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Lecker und gesund: Lactobacillus zur Mikrobe des Jahres 2018 gekürt

Die Mikrobe des Jahres verzehren wir täglich: 

als Sauerteigbrot mit Käse oder Salami, im Joghurt oder in Form von Sauerkraut, roter Bete, eingelegten Gurken oder Oliven. 

Lactobacillus begleitet uns von Geburt an und unterstützt unsere Verdauung, das Immunsystem und sogar unser Wohlbefinden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Laboruntersuchtung  

Die von ihm hergestellte Milchsäure macht Lebensmittel haltbar und dient als Grundlage für abbaubare Folien und Verpackungen. 
 Lactobacillus verdanken wir vielfältige haltbare Lebensmittel. In der Lebensmittelindustrie werden heute gezielt bestimmte Lactobacillus-Stämme zur Fermentation eingesetzt.
Lactobacillus verdanken wir vielfältige haltbare Lebensmittel. In der Lebensmittelindustrie werden heute gezielt bestimmte Lactobacillus-Stämme zur Fermentation eingesetzt.
© Störiko
 
Lactobacillus - übersetzt „Milch-Stäbchen“ - ist Teil unserer Kulturgeschichte: 

  • Vor etwa 7000 Jahren begannen sesshaft gewordene Viehzüchter in Nordeuropa verstärkt Milch(produkte) zu verzehren. 
  • Die Bildung des eigentlich nur bei Säuglingen vorhandene Enzym Lactase für den Abbau von Milchzucker setzte sich daraufhin bei erwachsenen Mitteleuropäern durch - während etwa die meisten erwachsenen Asiaten bis heute Milchprodukte schlecht vertragen. 

Die Menschen entdeckten, dass sauer gewordene Milch nutzbar und lecker sein kann: in Form von Joghurt, Kefir oder Käse beispielsweise.

Dafür ist vor allem Lactobacillus verantwortlich – ebenso wie für Säuerungsvorgänge zur Herstellung von Sauerteigbrot, Sauerkraut oder anderen eingelegten Gemüsesorten.

Lactobacillus bildet aus den vorhandenen Kohlenhydraten Milchsäure. 

Dadurch sinkt der pH-Wert so stark, dass sich schädliche Bakterien nicht vermehren können: 

Lebensmittel werden haltbar. Etwa 5000 solcher Lactobacillus-fermentierter Lebensmittel sind weltweit bekannt.

Partner auf Lebenszeit
Lactobacillus begleitet uns von Geburt an:

Bei der Passage durch den mütterlichen Geburtskanal werden die Bakterien auf das Baby übertragen. Die Laktobazillen schützen das Neugeborene vor Krankheitserregern. Bei Kaiserschnitt-Geburten fehlt dieser Schutz, sodass sich schädliche Bakterien leichter im unreifen Säuglings-Darm ansiedeln können. Es gibt Hinweise, dass Laktobazillen die Wahrscheinlichkeit von Allergien und Autoimmunkrankheiten wie Diabetes und Morbus Crohn verringern. Teilweise werden daher heutzutage Kaiserschnitt-Babys direkt nach der Geburt mit Bakterien der Mutter eingerieben.

Helfer für Leib und Seele

Laktobazillen übernehmen viele weitere Aufgaben für unsere Gesundheit:

Dank bestimmter Enzyme machen sie für den Menschen unverdauliche Kohlenhydrate zugänglich – vor allem die Ballaststoffe aus Vollkorn und Gemüse, die im Dünndarm die erwünschten Darmbakterien stimulieren. 

Solche Ballaststoffe werden heutzutage als „Präbiotika“ manchen Lebensmitteln zugesetzt, beispielsweise in Form der langkettigen Zucker Inulin oder Oligo¬fructose.

  • Als „Probiotika“ werden hingegen Nahrungs- oder Heilmittel bezeichnet, die gezielt bestimmte Bakterienstämme enthalten. 

Ob natürlich oder zugesetzt: 

Laktobazillen sind wichtig für die Funktion der Darmschleimhaut, die Nährstoffe vom Darm ins Blut transportiert und auch unser Immunsystem unterstützt.

Ist es gestört, können Infekte und Autoimmunkrankheiten entstehen. 

Studien legen nahe, dass Laktobazillen sogar unser Wohlbefinden beeinflussen:

  • Bestimmte Lactobacillus-Stämme verringern in Mäusen ängstliches und depressives Verhalten - möglicherweise weil sie Botenstoffe produzieren, die bei der Nervenübertragung im Gehirn eine Rolle spielen.

Milchsäure für Bio-Plastik und Medizintechnik

Biotechnologisch werden Laktobazillen eingesetzt, um im industriellen Maßstab Milchsäure herzustellen – weltweit etwa 500.000 Tonnen pro Jahr. 

Als Lebensmittelzusatzstoff (E 270) erhöht Milchsäure die Haltbarkeit von Back- und Süßwaren sowie Limonaden. Auch Seifen, Cremes und Spülmittel enthalten die desinfizierend wirkende Milchsäure.

  • Durch Verknüpfung mehrerer Milchsäure-Moleküle entstehen Milchsäure-Ketten, die Polylactide. 

Daraus gewonnene Materialien sind stabil, aber biologisch abbaubar, sodass sie zu Bio-Folien und -Verpackungen verarbeitet werden. Medizintechniker verwenden Polylactide für Nahtmaterialien und Implantate, die sich nach einiger Zeit im Körper zersetzen. (Anja Störiko)


Lactobacillus reuteri (blau) verklumpt und inaktiviert den Magenkeim Helicobacter pylori (rot) – hier 11.000fach vergrößert.

Lactobacillus reuteri (blau) verklumpt und inaktiviert den Magenkeim Helicobacter pylori (rot) – hier 11.000fach vergrößert. © Organobalance

Über die Mikrobe des Jahres

Die Mikrobe des Jahres weist auf die bedeutsame Rolle der Mikroorganismen für die Ökologie, Gesundheit, Ernährung und Wirtschaft hin. Mikrobiologen der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) wählen sie im fünften Jahr aus, um auf die Vielfalt der mikrobiologischen Welt aufmerksam zu machen.

Die VAAM ist Gründungsmitglied im VBIO und vertritt über 3500 mikrobiologisch orientierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschung und Industrie. Die Bandbreite der Forschung reicht von Bakterien, Archaeen und Pilzen in allen Ökosystemen und in Lebensmitteln über Krankheitserreger bis hin zu Genomanalysen und industrieller Nutzung von Mikroorganismen, ihren Enzymen und Stoffwechselprodukten.

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Dr. Anja Störiko |Tel. 06192 23605 | info@mikrobe-des-jahres | www.mikrobe-des-jahres.de
Dr. Katrin Muth | Geschäftsstelle der VAAM: |Mörfelder Landstraße 125 | 60598 Frankfurt am Main | Tel: 069 66056720 | www.vaam.de
Dr. Kerstin Elbing | Geschäftsstelle Berlin des VBIO | Luisenstraße 58/59 | 10117 Berlin | Tel: 030 27891916 | www.vbio.de 

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.
 

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Hier erhalten Sie weiteres Bildmaterial zur Mikrobe des Jahres.

Angst- oder Aufmerksamkeitsstörungen - Kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kalte und emotionslose Persönlichkeitszüge zeigen sich in der Gehirnstruktur von Jungen

Bei Jungen gehen kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge mit strukturellen Veränderungen im Gehirn einher, nicht aber bei Mädchen. 

Dies zeigt ein europäisches Forscherteam unter der Leitung der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel in einer Studie zur Gehirnentwicklung bei 189 Jugendlichen. 

Die Fachzeitschrift «Neuro Image Clinical» hat die Resultate veröffentlicht.  
  • Kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge können ein Risiko für eine beeinträchtigte Entwicklung der Empathie und der Gewissensentwicklung darstellen. 
  • Kinder und Jugendliche reagieren weniger auf emotionale Reize in ihrer Umwelt, sie bevorzugen häufig gefährliche Aktivitäten, in denen sie weniger Vorsicht oder Ängstlichkeit zeigen. 
Forschende und Ärzte haben solchen Persönlichkeitsmerkmalen in den letzten Jahren erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt, da diese in Zusammenhang mit der Entwicklung von Störungen des Sozialverhaltens gebracht werden.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Förderung der Charite  

Bis heute haben sich Forschungsergebnisse vor allem auf klinische Stichproben beschränkt.  

Jugendliche mit einem psychiatrischen Störungsbild leiden allerdings häufig auch noch an weiteren Störungen, wie beispielsweise Angst- oder Aufmerksamkeitsstörungen.

Bislang war deshalb unklar, ob die Verbindungen zwischen Gehirnstruktur und Gehirnfunktion allein auf kühle, emotionslose Persönlichkeitszüge oder auf Begleiterkrankungen zurückzuführen sind.

Mithilfe von Magnetresonanztomografie konnten die Forschenden einen genaueren Einblick in die Hirnentwicklung von gesunden Jugendlichen nehmen. Dabei interessierte sie speziell, ob sich kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge durch Veränderungen in der Hirnstruktur erkennen lassen. Insbesondere wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob es dabei Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt.

Veränderte Gehirnstruktur nur bei Jungen

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Jungen mit kühlen und emotionslosen Persönlichkeitsmerkmalen Veränderungen im vorderen Teil der Inselrinde – einer Gehirnstruktur, welche für Emotionsverarbeitung und Empathie verantwortlich ist – vorhanden sind. 

Für Mädchen konnte der Zusammenhang nicht nachgewiesen werden.

Interessant ist insbesondere, dass solche hirnstrukturellen Merkmale erkennbar waren, obwohl keine der Testpersonen Symptome einer klinischen Diagnose (z.B. Störung des Sozialverhaltens) erfüllte.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass Veränderungen im Gehirn als Resultat von kühlen und emotionslosen Persönlichkeitszügen auch bei gesunden Jungen erkennbar sind», erklärt Erstautorin Nora Maria Raschle von der Universität Basel und den Universitäre Psychiatrischen Kliniken Basel. «In einem nächsten Schritt wollen wir herausfinden, welcher Auslöser dazu führt, dass einige dieser Kinder und Jugendlichen später eine Psychopathologie entwickeln, während andere nie auffällig werden.»

Die Studie ist Teil des FemNat-CD-Projekts, einem europaweitem Forschungsprojekt, welches sich mit den Ursachen und der Therapie von regelverletzendem und aggressivem Verhalten bei Mädchen mit Störungen des Sozialverhaltens befasst.

Originalbeitrag

Nora Maria Raschle et al. Callous-unemotional traits and brain structure: Sex-specific effects in anterior insula of typically-developing youths
Neuro Image: Clinical (2018) | doi: 10.1016/j.nicl.2017.12.015

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