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Intensivstation: Intensiv-Nachsorgeambulanz --post intensive care-syndrome‘ (PICS)

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie zur Pilotierung einer Intensiv-Nachsorgeambulanz

Eine Arbeitsgruppe von Universität und Universitätsklinikum Regensburg (UKR) entwickelt ein Konzept für eine Intensiv-Nachsorgeambulanz. 

Dadurch soll eine Versorgungslücke im Übergang von der intensivmedizinischen Behandlung zur Nachsorge geschlossen werden.  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Bauchaortenaneurysmen 
 Prolongierte Intensivtherapie kann chronische Beeinträchtigungen induzieren.
 Prolongierte Intensivtherapie kann chronische Beeinträchtigungen induzieren.
Werner Krüper 
  • Prolongierte Intensivtherapie kann chronische Beeinträchtigungen wie psychiatrische Syndrome, kognitive Störungen, Muskelschwäche, Hör-, Seh- und Schluckstörungen induzieren. 
Man spricht vom ‚post intensive care-syndrome‘ (PICS), welches mit erhöhtem Bedarf an medizinischen Leistungen assoziiert ist, die Lebensqualität erheblich einschränkt und auch Angehörige betrifft.

Bislang werden PICS-Patienten und -Angehörige nicht ausreichend in der Versorgung berücksichtigt.

Hier setzt nun eine neue Studie rund um das Forscherteam um Professor Dr. Christian Apfelbacher, Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg, und Professor Dr. Thomas Bein, Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg, an. 

In den nächsten 36 Monaten wollen sie den Versorgungsbedarf für Patienten und Angehörige nach einem Aufenthalt in der Intensivstation erheben und darauf aufbauend eine Intensiv-Nachsorgeambulanz entwickeln, die in einem Pilotmodell getestet werden soll.

Versorgungsmodelle, die über die Reha-Leistungen hinausgehen und auf einen kontinuierlichen Übergang von der intensivmedizinischen Behandlung zur Nachsorge abzielen, sind in Deutschland derzeit nicht etabliert. 

„Hier herrscht definitiv eine Versorgungslücke, die wir schließen möchten“, erläutert Professor Apfelbacher die Intention des Forschungsprojekts. 
  • „Defizite bestehen vor allem in früher Diagnostik, dem bedarfsgerechten Einleiten von Therapien sowie der intersektoralen Koordination von Versorgungsleistungen. 
Daten zu Bedarf und Inanspruchnahme spezifischer Versorgungsformen nach intensivmedizinischer Behandlung fehlen in Deutschland für Patienten und ihre Angehörigen.“  

Patienten, die nach einem längeren Intensiv-Aufenthalt entlassen werden, sind in den meisten Fällen nicht vollständig genesen und deshalb auf Hilfe angewiesen.

Das Studienprojekt schließt daher Patienten und Angehörige gleichermaßen mit ein.

Familie und Freunde sind in den wenigsten Fällen darauf vorbereitet, den Patienten zu Hause zu pflegen oder anderweitig in der Bewältigung seines Alltags zu unterstützen. 

Wir wollen den Versorgungsbedarf und die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen spezifizieren und in der Nachsorge-Ambulanz adressieren“, führt Professor Bein aus. 

„Diese soll durch eine Verbesserung der Abläufe die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten und Angehörigen nach intensivmedizinischer Betreuung optimieren.“


Das Forscherteam rund um Professor Dr. Christian Apfelbacher (4.v.l.) und Professor Dr. Thomas Bein (4.v.r.).
 Das Forscherteam rund um Professor Dr. Christian Apfelbacher (4.v.l.) und Professor Dr. Thomas Bein (4.v.r.).

In die Studie werden erwachsene Patienten einbezogen, die länger als fünf Tage intensivmedizinisch behandelt und eine Organersatztherapie erhalten haben.

Im ersten Schritt werden der Versorgungsbedarf und die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen eruiert.

Hierzu werden in Kooperation mit der AOK die Versorgungsdaten ein Jahr nach Entlassung verfolgt und auf konkrete Behandlungen sowie Diagnosen von psychischen und körperlichen Erkrankungen hin ausgewertet. 

Zudem werden Patienten und Angehörige gezielt nach Versorgungsbedürfnissen befragt.

Darüber hinaus wird mit an der medizinischen Versorgung beteiligten Akteuren in Fokusgruppeninterviews der Versorgungsbedarf eruiert und über die Voraussetzungen einer Nachsorgeambulanz diskutiert.

Auf diesen Ergebnissen aufbauend, entwickelt die Studiengruppe ein Konzept für eine partizipative Intensiv-Nachsorgeambulanz.

Diese soll im nächsten Schritt in einem Modellprojekt geprüft werden.

100 Patienten werden hierfür in zwei gleichgroße Gruppen aufgeteilt, wobei die eine in der Nachsorgeambulanz behandelt wird, während die andere die übliche Versorgung erhält. 

Zur Erfolgsmessung werden die Daten der Patientengruppen auf bestimmte Parameter hin miteinander verglichen und weitere Befragungen durchgeführt.

Den Fokus der Ambulanz sehen wir dabei in Untersuchung, Diagnostik und Koordination der therapeutischen Leistungen, wobei die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Therapeuten elementarer Baustein der Ambulanz sein wird“, erläutert Professor Apfelbacher.

Das Projekt greift Ideen internationaler Initiativen auf, die aktuell Ansätze für die Versorgung von Patienten mit PICS entwickeln.

Mit Ausnahme eines hausarztzentrierten Sepsis-Nachsorge-Konzeptes wird das Thema in Deutschland bislang nicht bearbeitet. 

Der partizipative Ansatz ist somit innovativ und ermöglicht ein bedarfsgerechtes und patientenorientiertes Konzept.

Vergleichbare Projekte wurden international vereinzelt implementiert, allerdings ist die Wirksamkeit auf patientenrelevante Zielgrößen unklar.

Als erfolgsversprechende Maßnahmen werden allgemein ein stärkerer Einbezug von Angehörigen sowie eine Kooperation mit Hausärzten und Rehabilitationsmedizinern diskutiert, woran das Regensburger Studienprojekt ansetzt. 

Das Projekt wird in enger Kooperation vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg, vor allem vom Fachbereich Medizinische Soziologie, von der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Regensburg sowie vom Fachbereich Pneumologie, angesiedelt an der Klinik Donaustauf und der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des UKR, durchgeführt.

Das Projekt wird aus Mitteln des Innovationsfonds zur Förderung der Versorgungsforschung mit einem Zuschuss von rund 590.000 Euro gefördert.

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Katja Rußwurm
Universitätsklinikum Regensburg
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Pflegende Angehörige von Demenz-Erkrankten https://fuer-pflegende-angehoerige.de

Medizin am Abend Berlin Fazit: Onlineberatungsportal für pflegende Angehörige von Demenz-Erkrankten

Individuelle Beratung durch Ehrenamtliche und professionelle Fachkräfte  
  • Rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. 
Für die Angehörigen ist die Betreuung oft eine große Belastung. Doch viele haben neben Pflegetätigkeit, Familie und Beruf keine Zeit, Beratungsstellen aufzusuchen oder möchten lieber anonym bleiben.

Hier setzt die Onlineberatungsplattform für pflegende Angehörige von Demenzkranken des Instituts für E-Beratung an. Mit dem Beratungsforum stellt die TH Nürnberg ein niedrigschwelliges, jederzeit per Mausklick von zuhause erreichbares Entlastungsangebot zur Verfügung.

Demenz hat viele Gesichter.

Hinter der Volkskrankheit stehen unterschiedlichste Schicksale und persönliche Leidenswege von Patientinnen, Patienten und Angehörigen. 

An der TH Nürnberg bietet das Institut für E-Beratung seit Juni 2017 eine Onlineberatungsplattform für pflegende Angehörige von Demenzkranken an. Das Besondere: Das Portal verbindet ehrenamtliche Hilfe und professionelle Beratung und ist damit bayernweit einzigartig. Gefördert wird das Forschungsprojekt für drei Jahre vom Freistaat Bayern mit 250.000 Euro.

Prof. Dr. Richard Reindl, Sprecher der Akademischen Leitung des Instituts für E-Beratung: “Pflegende Angehörige zu unterstützen ist wichtig, weil sie momentan die größte Gruppe der Pflegekräfte ausmachen. Rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt, davon mehr als zwei Drittel ausschließlich durch Angehörige.“

Das Ziel des Onlineportals ist es, Menschen anzusprechen, die kein persönliches Beratungsgespräch wahrnehmen können, weil es mit ihrer Pflegetätigkeit zeitlich nicht vereinbar ist oder weil sie anonym bleiben wollen.

Darüber hinaus leistet das Institut für E-Beratung mit dem Onlineberatungsportal Präventionsarbeit:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen den Angehörigen Hilfsangebote und Anlaufstellen aufzuzeigen, bevor für sie eine Situation der Überlastung entsteht.

Sigrid Zauter, Geschäftsführerin des Instituts für E-Beratung: „Unser Anliegen ist es, das Thema Demenz an die jüngere Generation heranzutragen. Wir leben in einer alternden Gesellschaft und die Zahl der Pflegebedürftigen wird steigen. Waren es in 2013 noch 2,48 Millionen, rechnet das Bundesministerium für Gesundheit für 2030 mit 3,31 Millionen Pflegebedürftigen.“


Die Beratung in der Onlineplattform übernehmen acht geschulte Ehrenamtliche sowie professionelle Expertinnen und Experten der Pflege- und Demenzberatung.

Innerhalb von 24 Stunden erhalten die Ratsuchenden eine individuelle Antwort von den ehrenamtlichen Mitarbeitenden. 

Die Angehörigen stellen Fragen zur Erkennung und den ersten Anzeichen von Demenz, der Organisation einer neu entstehenden Pflegesituation, zum Umgang mit dem Krankheitsbild, aber auch zu tabuisierten Themen wie Hilflosigkeit, Gewalt und sozialer Ausgrenzung.


Unterstützt und begleitet wird das Forschungsprojekt vom Pflegestützpunkt Nürnberg und Fachstellen für Pflegende Angehörige in Nürnberg, Wunsiedel/Selb und Hof.

Das Onlineberatungsportal gewährleistet Datensicherheit für eine vertrauliche, anonyme Beratung.

Weitere Infos zum Institut für E-Beratung der TH Nürnberg:

Das Institut für E-Beratung der TH Nürnberg der Fakultät Sozialwissenschaften der TH Nürnberg bündelt Projekte, Expertenwissen und Aktivitäten elektronisch vermittelter Kommunikation im psychosozialen Beratungsbereich.

Über die textgebundene Onlineberatung hinaus beschäftigen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit weiteren Formen internetbasierter Beratungsleistungen, wie zum Beispiel mit videogestützten Formaten oder Gesundheitscoachings via Smartphone.

Das Onlineberatungsportal: https://fuer-pflegende-angehoerige.de

Institut für E-Beratung der TH Nürnberg: www.e-beratungsinstitut.de


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Astrid Gerner Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm



Keßlerplatz 12
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Deutschland
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Astrid Bergmeister
Telefon: 0911-5880-4101
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Doris Keßler
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CAVE: NASENBLUTEN

Medizin am Abend Berlin Fazit: Experte für Morbus Osler und Speicheldrüsenerkrankungen am UKGM Marburg

Seit dem 15. Oktober 2017 verstärkt Prof. Dr. Urban Geisthoff als Leitender Oberarzt das Team der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Marburg. 

Der Spezialist für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten folgte dem Ruf des UKGM, am Standort Marburg ein Zentrum für Gefäßerkrankungen und -anomalien wieder aufzubauen. 

Prof. Dr. Urban Geisthoff, Ltd. Oberarzt im Team der HNO-Klinik des UKGM Marburg
Prof. Dr. Urban Geisthoff, Ltd. Oberarzt im Team der HNO-Klinik des UKGM Marburg
UKGM Marburg
 
Urban Geisthoff startete nach dem Studium der Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum und der Universidade de Coimbra in Portugal seine Laufbahn am Universitätsklinikum Kiel. Er beschäftigte sich bereits dort mit Gefäßerkrankungen und baute in seinen folgenden beruflichen Stationen an den Universitätskliniken des Saarlandes, den Kliniken der Stadt Köln sowie am Universitätsklinikum Essen jeweils ein „Zentrum für Morbus Osler“ auf. Diese Zentren wurden je durch die HHT Foundation International (HHT= hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie) ausgezeichnet, teilweise waren sie unter Leitung von Herrn Geisthoff Bestandteil eines europäischen Referenznetzwerks.

Diese Anerkennung strebt der HNO-Spezialist auch für den Standort Marburg an. Prof. Dr. Geisthoff: „Mein Ziel ist es, hier in Marburg das Zentrum wiederzubeleben, mit Blick auf Morbus Osler sowie auch weitere Gefäßveränderungen.“ Dabei setzt er vor allem auch auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit vielen weiteren Fachbereichen, die am Standort des Universitätsklinikums Marburg sehr gut möglich sind. „Genau diese Vernetzung ist bei der Versorgung von Patienten mit komplexen Erkrankungen unabdingbar“, unterstreicht Geisthoff diesen Ansatz.

Was ist der Morbus Osler? Die Krankheit umfasst kleine Gefäßerweiterungen im Bereich von Haut und Schleimhäuten, und große der inneren Organe.  
  • Der Morbus Osler zeigt sich beispielsweise in roten Punkten der Haut des Gesichtes, der Finger oder durch häufiges Nasenbluten.  
Besonders gefährlich wird der Morbus Osler, wenn größere Organe betroffen sind:

„Ein Gefäßkurzschluss in der Lunge kann den Charakter einer tickenden Zeitbombe haben: lange Zeit haben die Betroffenen keine Beschwerden, aber durch Aufhebung der Filterfunktion der Lunge können Gerinnsel und Bakterien zu Schlaganfällen oder Eiterherden führen“, führt Prof. Geisthoff aus.

Auch der Befall der Leber kann durch die Überlastung des Herzens oder Beeinträchtigung der Gallengänge schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. „Der Morbus Osler zählt zu den seltenen Erkrankung der Gefäße, ist in dieser Gruppe jedoch relativ häufig“, erklärt Herr Geisthoff und ordnet ein: „Man geht davon aus, dass wenigstens einer von 5.000 Menschen betroffen ist.“

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung der so genannten „obstruktiven Speicheldrüsenerkrankungen“.

Durch Steine oder Engstellen der Ausführungsgänge kommt es dabei zum Aufstau von Speichel in den Speicheldrüsen.

Prof. Geisthoff erläutert, dass früher oft nur die Entfernung der Drüse möglich war. „Technologische Entwicklungen wie Speichelgangsendoskope mit Durchmessern unter einem Millimeter oder Stoßwellenbehandlungen erlauben in erfahrenen Händen heutzutage den Erhalt der meisten Drüsen“, resümiert der HNO-Operateur.

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Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Baldingerstraße
35042 Marburg

Klinik Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Prof. Dr. med. Urban Geishoff
Leitender Oberarzt – Leiter Angiomzentrum
Telefon: +49 (0) 6421 – 58 66478
E-Mail: sekretariat.hno.mr@uk-gm.de

Dr. Manuela Rutsatz Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Rudolf-Buchheim-Straße 8
35392 Gießen
Deutschland
Hessen
E-Mail-Adresse: presse@uniklinikum-giessen.de

Christine Bode
Telefon: 0641 985 40013
E-Mail-Adresse: christine.bode@uk-gm.de


Dr. Manuela Rutsatz
Telefon: 06421 5866308
E-Mail-Adresse: manuela.rutsatz@uk-gm.de


Frank Steibli
Telefon: 0641 985 51020
E-Mail-Adresse: frank.steibli@uk-gm.de




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CAVE: Blutplätchen u n d Abwehr von Bakterien/Immunabwehr

Medizin am Abend Berlin Fazit: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern. 
 
  • Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: 

Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war.

Das zeigt eine Studie von LMU-Medizinern unter der Leitung von Dr. Florian Gärtner und Professor Steffen Massberg.

Thrombozyten werden bisher vor allem in Verbindung mit Wundheilung gebracht.

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Laborpfad  

Doch sie sind nicht nur in der Lage, Gefäßverletzungen abzudichten.

„Blutplättchen sind wichtig für die Abwehr von Bakterien. Sie besitzen die Fähigkeit, sich aktiv im Organismus zu bewegen um mit Erregern zu interagieren und diese zu binden“, fasst Florian Gärtner das Ergebnis der Studie zusammen, die aktuell im Fachmagazin Cell veröffentlicht ist.

750 Milliarden Blutplättchen zirkulieren im menschlichen Körper.

  • Sie reagieren auf Verletzungen der inneren Gefäßwände und spielen eine entscheidende Rolle für die Blutgerinnung: ,
  • Sie heften sich an die verletzte Stelle an und vernetzen sich dort miteinander, wodurch sie die Wunde abdichten. 
  • Sie spielen aber auch bei der Entstehung von Thrombosen eine Rolle.

Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 914 „Immunzellwanderung bei Entzündung, Entwicklung und Krankheit“ hat das Team um Gärtner und Massberg jüngst eine Methode entwickelt, einzelne Blutplättchen bei der Immunreaktion über einen längeren Zeitraum zu visualisieren. So kamen sie einer bislang unbekannten Funktion auf die Spur:

„Sie bleiben nicht nur passiv an Bakterien kleben, sondern bewegen sich aktiv“, sagt Gärtner.

An Entzündungsstellen beginnen Blutplättchen zu wandern, wobei sie mit Fremdkörpern in Kontakt treten können um diese einzufangen und zu binden, vergleichbar einem zellulären Straßenkehrer.

Die so entstehenden Verbindungen aus einem Blutplättchen und mehreren Bakterien rufen dann wiederum Fresszellen auf den Plan, die die so gebundenen Erreger als Ganzes beseitigen.

Möglicherweise wurde die Rolle von Blutplättchen bislang auch unterschätzt, da sie keinen eigenen Zellkern haben. 

Die Arbeit von Gärtner und Massberg zeigt nun, dass sie dennoch dynamische Strukturen annehmen und sich selbstständig fortbewegen können.

Dieses Ergebnis weist über die Immunforschung hinaus, da es zur Klärung der grundlegenden Frage beiträgt, über welche Fähigkeiten Zellen ohne Zellkern verfügen.

„Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Bewegungsmaschinerie der Zelle unabhängig vom Zellkern ist“, sagt Gärtner.

Die neuen Erkenntnisse machen Blutplättchen zudem zu einem interessanten Ziel bei der Entwicklung von Medikamenten, um überschießende Entzündungsreaktionen in den Griff zu bekommen. 

„Man kann in die Abwehrmechanismen des Körpers eingreifen, indem man ihre Migrationsfunktion unterbindet,“ erklärt Gärtner.

Publikation:
Gaertner F, Ahmad Z, Rosenberger G, Fan S, Nicolai L, Busch B, Yavuz G, Luckner M, Ishikawa-Ankerhold H, Hennel R, Benechet A, Lorenz M, Chandraratne S, Schubert I, Helmer S, Striednig B, Stark K, Janko M, Böttcher RT, Verschoor A, Leon C, Gachet C, Gudermann T, Mederos Y Schnitzler M, Pincus Z, Iannacone M, Haas R, Wanner G, Lauber K, Sixt M, Massberg S:
Migrating Platelets Are Mechano-scavengers that Collect and Bundle Bacteria
In: Cell 171(6):1368-1382.e23 (2017)
http://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(17)31310-7

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Dr. Florian Gärtner
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Ludwig-Maximilians-Universität München
E-Mail: F.Gaertner@med.uni-muenchen.de
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Medizinische-Klinik-und-Poliklinik-I/de/team...

Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Deutschland
Bayern
E-Mail-Adresse: presse@lmu.de

Luise Dirscherl
Telefon: 089 / 2180-2706
Fax: 089 / 338297
E-Mail-Adresse: dirscherl@lmu.de


Katrin Gröschel
Telefon: 089/2180-3254
Fax: 089/338297
E-Mail-Adresse: katrin.groeschel@lmu.de
 

Die Kreissaal-Ambulanz: Der Kinderschlaf - die Nachtruhe

Medizin am Abend Berlin Fazit: Fernsehen schadet dem Kinderschlaf: Forscher untersuchen erstmals Schlafqualität Dreijähriger

  • Kinder, die elektronische Medien nutzen, haben eine schlechtere Schlafqualität.
  • Gleichzeitig scheint das Vorlesen oder Anschauen von Büchern den Schlaf der Kinder zu verbessern.
Diese Zusammenhänge haben Forscher um die Ulmer Epidemiologen PD Dr. Jon Genuneit und Prof. Dietrich Rothenbacher in der Fachzeitschrift "Sleep Medicine" veröffentlicht. 

Im Zuge einer Geburtskohortenstudie haben sie erstmals die Auswirkungen von Medien auf die Schlafqualität einer homogenen Altersgruppe erforscht. 

PD Dr. Jon Genuneit vom Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie
PD Dr. Jon Genuneit vom Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie
Foto: Eberhardt/Uni Ulm


Dreijährige, die bereits elektronische Medien konsumieren, schlafen oft schlechter.

Dabei gilt: Je mehr die Kinder fernsehen oder etwa den Computer nutzen, desto geringer ist ihre Schlafqualität.

Auf der anderen Seite scheint das Vorlesen oder Anschauen von Büchern die Nachtruhe der Kinder zu verbessern. 

Diese Zusammenhänge beschreiben Forscher um die Ulmer Epidemiologen PD Dr. Jon Genuneit und Professor Dietrich Rothenbacher in der Fachzeitschrift „Sleep Medicine“. Die Untersuchung ist Teil der Ulmer SPATZ-Gesundheitsstudie, einer Geburtskohortenstudie mit mehr als 1000 Kindern.

Bereits im Alter von drei Jahren steigt die elektronische Mediennutzung von Kleinkindern an. Gleichzeitig beschreiben wissenschaftliche Untersuchungen negative Effekte dieses Konsums auf die Schlafdauer von Kindern. Nun haben Epidemiologen aus Ulm, Bielefeld und Santiago de Chile erstmals die Auswirkungen von elektronischen Medien und Büchern auf die Schlafqualität in einer homogenen Altersgruppe erforscht. Grundlage ihrer Untersuchung ist die Ulmer SPATZ-Gesundheitsstudie: Regelmäßig werden Gesundheit und Lebensumstände von über 1000 Kindern, die 2012 und 2013 in der Ulmer Universitäts-Frauenklinik zur Welt gekommen sind, erhoben. Für die nun veröffentlichte Studie füllten die teilnehmenden Eltern zusätzlich Fragebögen zum Medienkonsum und zum Schlafverhalten (Children’s Sleep Habits Questionnaire“) ihres Nachwuchses aus.

Auf den ersten Blick fällt die Mediennutzung der 530 Dreijährigen, von denen alle benötigten Daten vorlagen, moderat aus.  

Rund 58 Prozent konsumieren täglich bis zu einer Stunde beispielsweise Filme und Videos auf unterschiedlichen Endgeräten. Allerdings verbringt jedes siebte Kind mehr als eine Stunde täglich vor einem Bildschirm, was den empfohlenen Grenzwert von 30 Minuten in diesem Alter erheblich überschreitet. 

 „Wir dokumentieren alarmierende Zusammenhänge zwischen der Nutzung elektronischer Medien und der Schlafqualität von Kindern im Alter von drei Jahren. So geht erhöhter Fernsehkonsum mit einer statistisch signifikanten Verschlechterung von beispielsweise schlafbezogenen Ängsten und Tagesschläfrigkeit einher, berichten Jon Genuneit und Dietrich Rothenbacher vom Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie.
Die Beschäftigung mit Büchern – ob vorgelesen oder selbst angeschaut – hatte hingegen keine negativen Auswirkung auf den Schlaf der Kinder.
Vielmehr scheint die Buchnutzung die Kinder vor nächtlichem Erwachen zu schützen.
Allerdings gaben die befragten Eltern an, dass sich 39 Prozent der Dreijährigen überhaupt nicht mit Büchern beschäftigen.


2012 und 2013 rekrutierten Wissenschaftler der Uni Ulm Familien für die Ulmer Spatz-Gesundheitsstudie (Archivbild). Heute sind die begleiteten Kinder im Vorschulalter

2012 und 2013 rekrutierten Wissenschaftler der Uni Ulm Familien für die Ulmer Spatz-Gesundheitsstudie (Archivbild). Heute sind die begleiteten Kinder im Vorschulalter Foto: Grandel/Uniklinik Ulm

Insgesamt konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der Konsum elektronischer Medien und eine geringe Schlafqualität bei Kleinkindern zusammenhängen. Ob dies zumindest teilweise auf die Nutzung dieser Medien als Einschlafhilfe bei bereits schlecht schlafenden Kindern zurückgeführt werden kann, wollen die Forscher im weiteren Verlauf der Geburtskohortenstudie klären.

„Um einer Chronifizierung von Schlafproblemen vorzugreifen, sind präventive Maßnahmen in Bezug auf Mediennutzung offenbar bereits in der frühen Kindheit dringend notwendig“, folgern die Ulmer Mediziner.

In der Ulmer SPATZ-Gesundheitsstudie werden unter anderem chronische Erkrankungen im Kindesalter wie Allergien, Asthma und Übergewicht erforscht. 

Weiterhin geht es um psychosoziale Faktoren sowie um den Schlaf der Kinder und Eltern. Die Langzeiterhebung wird aus Mitteln der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm finanziert.

Jon Genuneit, Pablo E. Brockmann, Angelika A. Schlarb, Dietrich Rothenbacher. Media consumption and sleep quality in early childhood – results from the Ulm SPATZ Health Study. Journal of the World Association of Sleep Medicine and the International Pediatric Sleep Association. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.sleep.2017.10.013

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Einladung zur Befragung von Leitungskräften aus der stationären Langzeitpflege

Medizin am Abend Berlin Fazit: Pflege-Thermometer - Erweiterung der Möglichkeit zur Teilnahme mittels Online-Erhebung

Online-Angebot verlängert den Zeitraum der Teilnahme an der Befragung zur Situation der stationären Langzeitpflege noch bis zum 31.1.2018 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Zur Online Befragung  

Über diesen Link gelangen Sie direkt zur Online-Befragung

 
Mit dem Pflege-Thermometer 2018 erfolgt durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) aktuell die bislang größte bundesweite Befragung von Leitungskräften aus der stationären Langzeitpflege.

Rund 13.500 Einrichtungen wurden dazu im November postalisch angeschrieben. 

Das DIP freut sich über die bisherige rege Beteiligung der Einrichtungen an der Untersuchung und ermöglicht den Einrichtungen, die bislang noch nicht antworten konnten, im Rahmen einer Online-Erhebung Ihre Einschätzungen noch bis zum 31.1.2018 vorzunehmen.

  • Ziel der Studie ist, die derzeitige Situation in der Langzeitpflege sowie Auswirkungen gesetzlicher Neuerungen auf der Basis von Kennzahlen und Einschätzungen zu untersuchen. 
Die Ergebnisse sollen den politischen Dialog über notwendige Entwicklungen im Pflegebereich um konkrete Hinweise der Praxiseinrichtungen vor Ort ergänzen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: WASSERSPENDER  

Alle Online-Fragebögen, die bis zum 31. Januar 2018 elektronisch abgesendet werden, fließen noch in die Ergebnisse der Studie ein. 

„Unser besonderer Dank gilt allen, die bislang schon geantwortet haben“, so Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie.

„Wir möchten mit der ergänzenden Online-Erhebung Leitungskräften auch nach der turbulenten Weihnachtsphase die Teilnahme noch ermöglichen.“ 

Über den unten eingefügten Link startet direkt die Befragung.

Über die Homepage des DIP – www.dip.de – kann der Fragebogen auch zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet werden. 

Die Studie ist Teil der Pflege-Thermometer-Reihe, die in unterschiedlichen Befragungsfeldern alle zwei Jahre die pflegerischen Versorgung in Deutschland untersucht.

Im März 2018 ist mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse zu rechnen.

Die Ergebnisse der Pflege-Thermometer werden allen Interessierten kostenlos über die Homepage des DIP www.dip.de zur Verfügung gestellt. Die Studie wird von der B. Braun-Stiftung gefördert und vom Verband der Ersatzkassen e.V. unterstützt.

Das gemeinnützige und unabhängige Deutsche Institut für angewandte Pflegforschung e.V. (DIP) hat seinen Sitz in Köln an der KatHO NRW. Seit der Gründung im Jahr 2000 hat das Institut mehr als einhundertzwanzig innovative Projekte im Bereich der Pflege-, Pflegebildungs- und Versorgungsforschung durchgeführt und zahlreiche Studien zur Situation der Pflege in Deutschland veröffentlicht.


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Elke Grabenhorst/ Ruth Rottländer, Tel: 0221/ 46861-30 oder -43
Michael Isfort Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

Hülchrather Str. 15
50670 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: dip@dip.de

Elke Grabenhorst
Sekretariat
Telefon: 0221/46861-30
Fax: 0221/46861-39
E-Mail-Adresse: dip@dip.de


Daniel Tucman
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: 02214686142
E-Mail-Adresse: d.tucman@dip.de




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http://www.dip.de/fileadmin/data/HTML-Befragungen/Pflege-Thermometer-2018.htm -

 über diesen Link gelangen Sie direkt zur Online-Befragung

http://www.uke.de Kardio-MRT CAVE 2018: Augenscheinlich gesunde Sportler mit Vernarbungen am Herzmuskel

Medizin am Abend Berlin Fazit: UKE-Studie mit Triathleten: Intensiver Ausdauersport kann Männerherzen schädigen

Athleten, aufgepasst: 

Zu intensiver Sport kann ungesund sein! 

Wie eine Forschergruppe des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Wissenschaftsmagazin JACC: Cardiovascular Imaging berichtet, riskieren männliche Triathleten möglicherweise ihre Herzgesundheit, wenn sie sich im Wettkampf zu stark belasten. Bei weiblichen Triathleten konnten die Forscher derartige negative Effekte nicht feststellen.  
  • „Wir haben Hinweise, dass die ausschließlich bei männlichen Studienteilnehmern beobachteten Vernarbungen des Herzmuskels mit dem Wettkampfpensum zu tun haben. 
  • Je größer die Belastung, je länger die im Wettkampf absolvierten Distanzen, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Schädigungen des Herzmuskels“, erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Gunnar Lund von der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des UKE.
  • „Es gibt wahrscheinlich eine persönliche Belastungsgrenze.
  • Wird sie überschritten, kann das Herz Schaden nehmen.“
Augenscheinlich gesunde Sportler mit Vernarbungen am Herzmuskel

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie untersuchte das UKE-Team 54 männliche und 29 weibliche Triathleten – allesamt ambitionierte und gesunde Freizeitsportler, die mindestens zehn Stunden in der Woche trainieren und durchschnittlich 43 Jahre (plus/minus zehn Jahre) alt sind. Die Mediziner untersuchten die Triathleten nach Gabe von Kontrastmittel mit der Kardio-Magnetresonanztomografie (MRT). Das Ergebnis: Kontrastmittelansammlungen fanden sich im Muskel der linken Herzkammer bei zehn männlichen Teilnehmern, die zuvor längere Strecken schwimmend und/oder auf dem Fahrrad bewältigt hatten. „Das Kontrastmittel zeigt Vernarbungen des Herzmuskels an, so genannte myokardiale Fibrosen, die mit dem Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen assoziiert sein können“, erklärt Prof. Lund.

Eine bestehende und zuvor nicht erkannte Herzmuskelentzündung kann eine mögliche Ursache für die festgestellten Vernarbungen sein: 
  • „In der Normalbevölkerung kommt eine Herzmuskelentzündung mit einer Häufigkeit von drei bis vier Prozent vor. 
Bei unseren männlichen Studienteilnehmern sind dagegen 17 Prozent betroffen, so dass noch andere Ursachen vorliegen müssen.“ 

Denkbar ist eine Überlastung des Herzens durch zu viel Sport an der Leistungsgrenze. 

Die Betroffenen hatten eine erhöhte Herzmuskelmasse und zum Teil einen zu hohen Blutdruck unter Belastung, was möglicherweise die Herzmuskelschädigung begünstigt hat. 

Prof. Lund: „Ähnlich einem schlecht eingestellten Motor, der dauerhaft auf zu hohen Touren läuft, kann sich so das Herz auf Dauer selbst schädigen.“ 

Außerdem könnte das männliche Hormon Testosteron noch eine Rolle spielen. 

  • „Das würde erklären, warum wir bei Frauen keine fibrotischen Veränderungen des Herzmuskels gefunden haben. 
Aber vielleicht sind Frauen auch aus einem anderen Grund von Natur aus besser geschützt – oder sie sind einfach cleverer und verausgaben sich nicht so sehr wie die Männer.“

Freizeitsportler müssen sich dem Arzt zufolge aber keine Sorgen machen: 

„Auf einem moderaten Niveau ist Sport zweifellos gesund und lebensverlängernd.“ 

Wer sich stark bis sehr stark belastet, sollte sich jedoch mindestens einmal das Herz untersuchen lassen, so Prof. Lund. 

„Am besten mit einem Kardio-MRT wie wir es eingesetzt haben. 

  • Das ist die einzige Technik, mit der man die Vernarbungen der Herzmuskulatur bei Sportlern nachweisen kann. 

Eine Ultraschalluntersuchung oder ein EKG genügen dafür nicht.“

Literatur:
Tahir, E. et al Myocardial Fibrosis in Competitive Triathletes Detected by Contrast-Enhanced CMR Correlates With Exercise-Induced Hypertension and Competition History. JACC: Cardiovascular Imag-ing, 2017. DOI: 10.1016/j.jcmg.2017.09.016

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Prof. Dr. Gunnar Lund
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Multiple Sklerose (MS) und Cholesterin

Medizin am Abend Berlin Fazit: Multiple Sklerose: Cholesterin-Kristalle verhindern Reparatur im Zentralnervensystem

  • Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der Immunzellen fettreiche Myelinscheiden der Nervenfasern abbauen. 
  • Der Wiederaufbau intakter Myelinscheiden ist notwendig, damit sich Patienten von ihren Behinderungen erholen.
Aber das Regenerationsvermögen nimmt mit dem Alter ab. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Die Impfbereitschaft in Deutschland


Prof. Mikael Simons erforscht mit seinem Team den Auf- und Abbau von Myelinhüllen, die Nervenfasern umgeben und bei der Multiplen Sklerose zerstört werden.
Prof. Mikael Simons erforscht mit seinem Team den Auf- und Abbau von Myelinhüllen, die Nervenfasern umgeben und bei der Multiplen Sklerose zerstört werden. A. Eckert / TUM

In „Science“ liefert ein Team der Technischen Universität München eine mögliche Erklärung: 
  • Fettmoleküle aus der Myelinscheide, die nicht rasch aus Fresszellen abtransportiert werden, können chronische Entzündungen auslösen. 
Dies verhindert den Wiederaufbau der Myelinhüllen. Zudem beschreibt das Team Zellen, die nur dann erscheinen, wenn eine Myelinscheide entsteht. 
 
Für die Funktion des Zentralnervensystems spielt die Myelinscheide eine entscheidende Rolle. 

Es handelt sich um eine spezielle, besonders fettreiche Membran, die Nervenfasern so isoliert, dass elektrische Signale schnell und effizient weitergeleitet werden.

Wird diese Hülle beschädigt, kann es zu Ausfallerscheinungen wie Lähmungen kommen.
Bei MS kommt es im Laufe der Erkrankung an vielen verschiedenen Stellen im Gehirn oder Rückenmark durch körpereigene Immunzellen zu einer Zerstörung der Myelinscheide. Die Regeneration der Myelinscheide ist bei MS grundsätzlich möglich, aber in den meisten Fällen unzureichend.

Einer der Gründe dafür sind vermutlich chronische Entzündungen, die an den beschädigten Stellen entstehen. 

Das Team um Mikael Simons, Professor für Molekulare Neurobiologie an der TUM, hat herausgefunden, dass nach der Zerstörung der Myelinscheide kristallines Cholesterin – ähnlich wie bei der Arteriosklerose – eine anhaltende Entzündung auslöst, die eine Regeneration verhindert.

Gefährliche Kristalle

„Myelin hat einen sehr hohen Anteil an Cholesterin“, erläutert Prof. Simons.

„Wenn Myelin zerstört wird, muss das Cholesterin, das dabei freigesetzt wird, aus dem Gewebe beseitigt werden.“

Diese Aufgabe erledigen Fresszellen, oder auch Mikroglia und Makrophagen genannt.

Sie nehmen die beschädigte Myelinscheide in das Innere der Zelle auf, verdauen diese und befördern die unverdaulichen Reste über Transportmoleküle wieder aus der Zelle heraus.

Häuft sich jedoch in kurzer Zeit zu viel Cholesterin in der Zelle an, kann es passieren, dass Kristalle gebildet werden. Anhand eines Mausmodells konnten Simons und sein Team die verheerenden Folgen des kristallinen Cholesterins zeigen:  

Es aktiviert in den Fresszellen ein sogenanntes Inflammasom, dass unter anderem dafür sorgt, dass Entzündungsmediatoren freigesetzt und mehr Immunzellen angelockt werden. „Ganz ähnliche Probleme treten auch bei Arteriosklerose auf, nur eben nicht im Gehirngewebe, sondern in den Blutgefäßen“, sagt Simons.

Wie gut die Mikroglia und Makrophagen ihre Aufgabe erfüllten, hing nicht zuletzt vom Alter der Versuchstiere ab: Je älter diese waren, desto schlechter funktionierte der Abtransport von Cholesterin und desto stärker waren die chronischen Entzündungen. „Wenn wir die Tiere mit einem Medikament behandelten, das den Abtransport von Cholesterin fördert, gingen die Entzündungen zurück und die Myelinscheiden wurden regeneriert“, sagt Mikael Simons. Als nächstes möchten er und sein Team untersuchen, ob dieser Mechanismus sich für Therapien von MS-Patienten nutzen lässt, um die Regeneration zu fördern.

Neu entdeckte Zellen zeigen Reparatur an

Eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Therapien zur Förderung der Reparatur ist ein besseres Verständnis der Myelinbildung. Eine weitere Studie unter der Leitung von Prof. Simons und Prof. Christine Stadelmann vom Institut für Neuropathologie der Universität Göttingen, die kürzlich in „Science Translational Medicine“ erschienen ist, liefert dazu wichtige neue Erkenntnisse. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten einen neuen Zelltyp, eine besondere Form der sogenannten Oligodendrozyten. Sie gehören zu den Gliazellen im Gehirn, die für die Myelinisierung verantwortlich sind.

„Wir nehmen an, dass die von uns entdeckten BCAS1-positiven Oligodendrozyten eine Zwischenstufe in der Entwicklung dieser Zellen darstellen. Sie sind nur relativ kurze Zeit nachweisbar – nämlich dann, wenn gerade Myelin gebildet wird“, sagt Mikael Simons.

In menschlichen Gehirnen sind sie beispielsweise besonders stark in Neugeborenen nachweisbar, wenn die Myelinisierung besonders ausgeprägt ist. Bei Erwachsenen verschwinden diese Zellen zum Großteil, können aber neu gebildet werden, wenn die Myelinscheide beschädigt wird und neuaufgebaut werden muss.

„Wir hoffen, dass die BCAS-1 positiven Zellen uns bei der Suche nach neuen Medikamenten zur Regeneration von Myelin helfen können“, sagt Prof. Simons. So könnte man jetzt gezielt nach Substanzen suchen, die die Bildung dieser Zellen anregen. Darüber hinaus könnte man sie nutzen, um noch genauer zu verstehen, wann im Laufe des Lebens eines Menschen an welchen Stellen Myelinscheiden neu gebildet werden.

Die beiden Forschungsprojekte entstanden in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Prof. Simons ist zudem Mitglied im Exzellenzcluster SyNergy und am Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) angestellt.

Publikationen:

L. Cantuti-Castelvetri, D. Fitzner, M. Bosch-Queralt, M.-T. Weil, M. Su, P. Sen, T. Ruhwedel, M. Mitkovski, G. Trendelenburg, D. Latjohan, W. Moebius, M. Simons: Defective cholesterol clearance limits remyelination in the aged central nervous system, Science (2018). DOI: 10.1126/science.aan4183

M. K. Fard, F. van der Meer, P. Sanchez, L. Cantuti-Castelvetri, S. Mandad, S. Jaekel, E. F. Fornasiero, S. Schmitt, M. Ehrlich, L. Starost, T. Kuhlmann, C. Sergiou, V.Schultz, C. Wrzos, W. Brueck, H. Urlaub, L. Dimou, C. Stadelmann, M. Simons: BCAS1 expression defines a population of early myelinating oligodendrocytes in multiple sclerosis lesions, Science Translational Medicine (2017). DOI: 10.1126/scitranslmed.aam7816

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Prof. Dr. Mikael Simons
Technische Universität München
Lehrstuhl für Molekulare Neurobiologie
Tel: +49-(0)89 440046495
msimons@gwdg.de

Dr. Ulrich Marsch Technische Universität München

Arcisstr. 21
80333 München
Deutschland
Bayern
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Multiple Sklerose: Die Autophagie: Aspekt der zellulären «Selbstverdauung»

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zellulärer Selbstverdauungsprozess löst Autoimmunerkrankung aus

Durch Autophagie bauen Zellen ihre eigenen Bestandteile ab und verwerten diese. 

UZH-Forschende zeigen nun, dass Autophagie in bestimmten Abwehrzellen dazu führt, dass das Immunsystem körpereigene Bestandteile des zentralen Nervensystems angreift. 

Dank den Erkenntnissen suchen die Wissenschaftler nach neuen Ansätzen, um Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose zu behandeln. 
 
Autophagie bezeichnet einen fundamentalen Recyclingprozess von Zellen – sowohl bei Hefepilzen, und Pflanzen wie auch bei Tieren und Menschen. 

Der Vorgang dient Zellen dazu, ihre eigenen Bestandteile abzubauen und so Energiereserven zu mobilisieren, damit sie sich an Hungersituationen anpassen können

Zudem spielt die Autophagie eine wichtige Rolle darin, wie die Immunantwort eines Organismus gesteuert wird. Fehler in den Kontrollmechanismen führen dazu, dass das Abwehrsystem körpereigene Bestandteile angreift und zerstört. Resultat solcher fehlgeleiteten Immunreaktionen sind Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose.

  • Ohne Autophagie-Protein keine Autoimmunreaktion

Einen weiteren Aspekt der zellulären «Selbstverdauung» haben jetzt Neuroimmunologen unter der Leitung von Jan Lünemann vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich nachgewiesen: Autophagie-Eiweisse sind mitverantwortlich dafür, dass in einem Mausmodell der Multiplen Sklerose Autoimmunprozesse ausgelöst werden. Schalteten die Forschenden das Autophagie-Protein ATG5 in bestimmten Immunzellen genetisch aus, fanden sich in den Mäusen deutlich weniger pathologische T-Zellen im zentralen Nervensystem. Resultat: 

Die Tiere entwickelten keine Entzündungen von Gehirn und Rückenmark vergleichbar mit jenen bei der Multiplen Sklerose.

Immunzellen erkennen Nervenzellen als Angriffsziel

Wie die Forschenden nun zeigen, nimmt das Autophagie-Protein ATG5 eine essentielle Funktion ein, wenn während Entzündungsprozessen im zentralen Nervensystem Myelin-Antigene den Immunzellen präsentiert werden.

«Diese Reaktivierung ist vermutlich entscheidend an der Entstehung von Autoimmunität im zentralen Nervensystem beteiligt», sagt Christian Keller, Erstautor der Studie.

Bei der Multiplen Sklerose, eine der häufigsten Autoimmunkrankheiten, richten sich T-Zellen gegen die Myelinhülle der körpereigenen Nervenfasern.

Aktiviert werden die Abwehrzellen sobald sie mit Antigen-präsentierenden Zellen in Kontakt treten.

Für die Antigen-Präsentation sind dendritische Zellen zuständig. 

Kommt es zu Schädigungen der Myelinhülle, verdauen die dendritischen Zellen via Autophagie die Isolationsschicht und präsentieren Teile davon pathologischen T-Zellen, die in den Entzündungsherd eindringen. «Damit befördern sie den Krankheitsverlauf», so Keller.
  • Basierend auf den aktuellen Ergebnissen plant das Team, in Gewebeproben von MS-Patientinnen und -patienten zu erforschen, ob die Autophagie in bestimmten Immunzellen besonders aktiv ist. 

«Längerfristig wollen wir abklären, ob sich diese neuen Erkenntnisse zur Immunpathologie nutzen lassen, um neue Therapien gegen die Multiple Sklerose zu entwickeln», fasst Jan Lünemann zusammen.

Literatur:
Christian W. Keller, Christina Sina, Monika B. Kotur, Giulia Ramelli, Sarah Mundt, Isaak Quast, Laure-Anne Ligeon, Patrick Weber, Burkhard Becher, Christian Münz, and Jan D. Lünemann. ATG-dependent phagocytosis in dendritic cells drives myelin-specific CD4+ T cell pathogenicity during CNS inflammation. PNAS. December 11, 2017. DOI: 10.1073/pnas.1713664114

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Prof. Dr. med. Jan D. Lünemann
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Tel. +41 44 635 37 10
E-Mail: jan.luenemann@uzh.ch

Kurt Bodenmüller Universität Zürich


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8001 Zürich
Schweiz
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 Telefon: +41446344439
Fax: +41446342346
E-Mail-Adresse: kurt.bodenmueller@kommunikation.uzh.ch

Urologische Rettungsstelle: Urothelkarzinom - Immun- und Chemotherapie

Medizin am Abend Berlin Fazit: Atezolizumab, Pembrolizumab und Nivolumab bei Urothelkarzinom: 

Direkte Vergleichsstudien sinnvoll

2017 vier Dossierbewertungen mit Vergleichen zwischen Immun- und Chemotherapien für dasselbe Anwendungsgebiet /

Vergleich der Immuntherapien untereinander fehlt 
 
Nach Nivolumab und Pembrolizumab hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Ende 2017 mit Atezolizumab einen dritten monoklonalen Antikörper zur Behandlung des Urothelkarzinoms begutachtet. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Altenpflege 

In zwei frühen Nutzenbewertungen zu diesem Wirkstoff kommt das Institut zu einem gemischten Ergebnis: 

Für eine Erstlinientherapie Erwachsener mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom, für die eine cisplatinhaltige Chemotherapie ungeeignet ist, ist ein Zusatznutzen von Atezolizumab gegenüber der Vergleichstherapie mangels geeigneter Daten nicht belegt.

  • Nach einer Vorbehandlung mit platinbasierter Chemotherapie, also als Zweitlinientherapie, gibt es dagegen einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. 

Ähnlich durchwachsen waren auch die beiden anderen Dossierbewertungen ausgegangen.

Durchwachsene Ergebnisse

Als Erstlinientherapie anstelle einer Chemotherapie kommt derzeit keiner der drei Wirkstoffe in Betracht:

Auch für Pembrolizumab ist ein Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie nicht belegt, und Nivolumab ist für einen Erstlinien-Einsatz nicht zugelassen. In der Zweitlinie, also nach einer chemotherapeutischen Vorbehandlung, sieht es besser aus: Für Atezolizumab gibt es einen Anhaltspunkt und für Pembrolizumab einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen. Ein Zusatznutzen von Nivolumab als Zweitlinientherapie ist dagegen mangels geeigneter Studiendaten nicht belegt.

Datenlage uneinheitlich

Die breite Spanne der Resultate ist maßgeblich durch die uneinheitliche Datenlage zu erklären. Für drei der insgesamt fünf Fragestellungen haben die Hersteller keine Studien benannt, in denen ihre Wirkstoffe direkt einer Vergleichstherapie gegenübergestellt wurden. Stattdessen reichten sie Daten aus einzelnen Studienarmen ein, die zudem teils unvollständig waren. Für zwei Fragestellungen gibt es dagegen jeweils eine randomisierte kontrollierte Studie, aus der hervorgeht, dass die Vorteile der neuen Wirkstoffe im Vergleich zu Chemotherapien schwerer wiegen als ihre Nachteile. Die in den Dossiers benannten Studien beziehungsweise Studienarme unterscheiden sich auch stark in den Patientenzahlen und weiteren Details.

Head-to-Head-Studien wünschenswert

„Dass wir zwei Zweitlinientherapien positiv bewerten konnten, aber für keinen der Wirkstoffe vernünftige Erstlinien-Studiendaten vorliegen, ist schon kurios“, meint dazu Jürgen Windeler, der Leiter des IQWiG.

„Außerdem sieht das Verfahren der frühen Nutzenbewertung leider nicht vor, dass neue Wirkstoffe gegeneinander verglichen werden“, ergänzt er. „Beim Urothelkarzinom würde sich das geradezu aufdrängen: Jetzt haben wir drei Wirkstoffe für dasselbe Anwendungsgebiet, aber die Bewertungsergebnisse können nicht vernünftig in Beziehung gesetzt werden. Man sollte zum Beispiel Ärztinnen und Ärzten nicht zumuten, mehrere Bewertungen eigenhändig zu vergleichen, um zu entscheiden, welche Immuntherapie sich für ihre Patienten am besten eignet.“

Da solche Konstellationen mit jedem weiteren Jahr nach der Einführung der frühen Nutzenbewertung häufiger werden, wäre die Zeit reif für eine Modifikation des Verfahrens, die es dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und damit auch dem IQWiG ermöglicht, sich explizit auf bereits erfolgte Nutzenbewertungen zu beziehen.

Und wenn die Hersteller die für eine gute Versorgung notwendigen direkten Vergleiche weiterhin nicht selbst durchführen, sollten solche Studien öffentlich gefördert werden – so Jürgen Windelers Appell.

G-BA beschließt über Ausmaß des Zusatznutzens

Die Dossierbewertungen sind Teil der frühen Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), die der G-BA verantwortet. Nach Publikation der Dossierbewertungen führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch und fasst einen abschließenden Beschluss über das Ausmaß des Zusatznutzens.

Einen Überblick über die Ergebnisse der Nutzenbewertungen des IQWiG geben folgende Kurzfassungen. Auf der vom IQWiG herausgegebenen Website gesundheitsinformation.de finden Sie zudem allgemein verständliche Informationen.

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Dr. Anna-Sabine Ernst Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
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