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Risiko für Schulterverletzungen - Schultergelenk - Sehnenriss

Medizin am Abend Berlin Fazit: Leben im Rollstuhl geht mit drastisch erhöhtem Risiko für Schulterverletzungen einher

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Coca Cola Studie  

Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar legte mit einer Reihe von Studien erstmals belastbare Zahlen vor und erhielt dafür nun den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung / Konsequenz der Ergebnisse: 
  • Spezielle Physiotherapie-Programme zur Stärkung der schulterumgreifenden Muskulatur und des Schultergelenkes bei paraplegischen Patienten dringend notwendig 

  • Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung.
Der Heidelberger Orthopäde Privatdozent Dr. Michael Akbar erhielt den Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung. Universitätsklinikum Heidelberg 
Rund zwei Drittel der Querschnittgelähmten in Deutschland ziehen sich im Laufe ihres Lebens Sehnenrisse in der Schultermuskulatur zu. 
Das ist viermal häufiger als bei Menschen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. 

Privatdozent Dr. Michael Akbar, Leiter des Wirbelsäulenzentrums an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, ermittelte in verschiedenen Studien erstmals mit Hilfe bildgebender Verfahren die Häufigkeit dieser durch Überlastung des Schultergelenks verursachten Verletzung sowie Risikofaktoren. Für seine wegweisenden Arbeiten ist der Orthopäde nun mit dem Forschungs-Förderpreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) ausgezeichnet worden. Die Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Preises fand am 31. März 2017 in feierlichem Rahmen in der Alten Aula der Universität Heidelberg statt.

Unter dem Motto "Querschnittgelähmte gehen auf ihren Händen" gab Dr. Akbar einen Überblick über seine Forschungsergebnisse.

"Diese Studien zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, dass Querschnittgelähmte nicht allein unter chronischen Schmerzen leiden. 

Tatsächlich sind diese Verletzungen der Schultermuskulatur ein unterschätztes Problem, das die Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann und dem bisher noch viel zu wenig entgegen gesetzt wird", erklärt der Preisträger. 

Als Konsequenz seiner Ergebnisse regte er bereits die Entwicklung spezieller Trainingsprogramme für Rollstuhlfahrer an, um gezielt die Schultermuskulatur zu stärken und das Schultergelenk vor Überlastung zu schützen. 




Die Trainingsprogramme werden aktuell von der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. (DMGP) ausgearbeitet.

Studie zeigt: Verschleiß der Schultergelenke bei 63 Prozent der Patienten

Rund 2.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland eine Verletzung des Rückenmarks, die eine Querschnittlähmung zur Folge hat.

Bei knapp 60 Prozent betrifft die Lähmung die untere Extremität (Paraplegie). 

Betroffene sind fortan in ihrer Mobilität auf den mechanischen Rollstuhl angewiesen.

Antreiben des Rollstuhls, Stemmen des eigenen Körpergewichts sowie häufiges Heben des Armes über Schulterhöhe und über Kopf beanspruchen - über viele Jahre - die Schultergelenke enorm.

Früher Verschleiß der schulterumgreifenden Muskulatur ist vorprogrammiert. 

"Da bislang die Ursachen dafür noch nicht systematisch aufgeklärt waren, war eine gezielte Behandlung und vor allem Vorbeugung nicht möglich", so Akbar.

Die Häufigkeit der Schulterverletzungen ermittelte Akbar unter anderem in einer Vergleichsstudie mit 100 querschnittgelähmten (paraplegischen) Patienten (Durchschnittsalter 52 Jahre, durchschnittliche Lähmungsdauer 34 Jahre) und 100 nicht gelähmten Probanden im selben Alterspektrum.

Die Schultergelenke wurden jeweils klinisch und mittels Kernspintomographie untersucht:

Bei 63 Prozent der Querschnittgelähmten fand sich auf mindestens einer Seite ein Sehnenriss der schulterumgreifenden Muskulatur, in der Kontrollgruppe bei 15 Prozent. 

Gleichzeitig waren die querschnittgelähmten Patienten mit Sehnenriss deutlich jünger als Betroffene aus der Kontrollgruppe.
  • Sport im Rollstuhl fördert Gesundheit - ist aber ein wichtiger Risikofaktor für Sehnenrisse
Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig.


Sportlich aktive Patienten sind insgesamt fitter, haben aber ein hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Spezielle Trainingsprogramme sind dringend notwendig. Universitätsklinikum Heidelberg 

In einer weiteren Studie untersuchte der Preisträger Sport als möglichen Risikofaktor für Sehnenrisse in der Schulter: Er verglich eine Sport-Gruppe mit 103 Patienten, die ein- bis zweimal pro Woche Überkopfsport wie z.B. Basketball ausübten, mit einer Gruppe mit 193 Patienten, die sich seltener als einmal pro Woche oder überhaupt nicht sportlich betätigten. Ohne regelmäßigen Sport traten bei 36 Prozent der Patienten Sehnenrisse auf, in der Sport-Gruppe bei 76 Prozent. "Daraus ergibt sich ein Dilemma: Wer als Rollstuhlfahrer Sport treibt, hat ein doppelt so hohes Risiko sich einen Sehnenriss in der Schulter zuzuziehen. Auf der anderen Seite - auch das hat die Studie gezeigt - sind die sportlich aktiven Patienten insgesamt gesünder und fitter", so Akbar.

"Es ist daher nicht sinnvoll, Querschnittgelähmten von Sport abzuraten.

Vielmehr sind auch in diesem Bereich spezielle Trainingsprogramme, die Sehnenschäden vorbeugen, dringend notwendig."

Die deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschung und Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter und soziales Engagement für Inklusion zu fördern. Ein wesentliches Instrument zur Umsetzungen dieser Ziele stellt der DSQ-Forschungspreis dar, mit dem in regelmäßigem Turnus Forschungsarbeiten und Entwicklungen mit hoher Relevanz für Querschnittgelähmte auszeichnet werden.

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Priv.-Doz. Dr. med. Michael Akbar
Leiter des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie
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Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
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Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms

Medizin am Abend Berlin Fazit: Zur Kommentierung freigegeben: Patientenleitlinie "Blasenkrebs"

Allgemeinverständliche Versionen ärztlicher Leitlinien sind im Leitlinienprogramm Onkologie verpflichtend. Jetzt steht die neue Patientenleitlinie "Blasenkrebs" bis zum 02. Mai 2017 zur öffentlichen Konsultation im Internet bereit. 

Betroffene, Interessierte und Experten sind eingeladen, die Texte kritisch zu lesen und dem Redaktionsteam ihre Kommentare zu schicken. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Blasenkrebs  

Die Patientenleitlinie richtet sich an Menschen, bei denen Blasenkrebs festgestellt wurde oder bei denen der Verdacht darauf besteht.

Mit der Situation umzugehen, ist oft nicht leicht. 

Die Erkrankung wirft viele Fragen auf und wirkt sich auf das gewohnte Leben der Betroffenen und Angehörigen aus.

Damit Patienten kompetent an ihrer Behandlung mitwirken können, hat ein Redaktionsteam die Patientenleitlinie "Blasenkrebs" erarbeitet. 




So erhalten Betroffene genaue Informationen darüber, nach welchen Kriterien und Maßgaben ihre Krankheit idealerweise behandelt werden sollte.

Die Broschüre beruht auf den Handlungsempfehlungen der S3-Leitlinie "Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms" des Leitlinienprogramms Onkologie und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen.

Entwickelt wird die Patientenleitlinie im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie, das gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH) getragen wird und die Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zum Ziel hat.

Patientenvertreter, Ärzte und Pflegemitarbeiter aus dem Kreis der Leitlinienautoren haben die Patientenleitlinie gemeinsam erstellt.

Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin.

Interessierte aus Fachkreisen und Selbsthilfeorganisationen sowie Betroffene können jetzt die Entwürfe der Patientenleitlinie kostenfrei herunterladen und begutachten. 
Bis zum 02.05.2017 haben sie die Möglichkeit, diese Fassung zu kommentieren, Verbesserungsvorschläge zu machen oder Ergänzungen vorzuschlagen. 
Für die Begutachtung steht auch ein Fragebogen zur Verfügung.

Das Redaktionsteam sichtet alle Rückmeldungen und entscheidet dann über deren Berücksichtigung in der endgültigen Version.

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Dr. med. Lydia Bothe
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin
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Fax: 030 4005 2555
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Corinna Schaefer M.A. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin
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E-Mail-Adresse: schaefer@azq.de
 
 

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.patienten-information.de/mdb/edocs/pdf/literatur/blasenkrebs-1aufl-ko... -

Konsultationsfassung Patientenleitlinie "Blasenkrebs"

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Fragebogen

Harnblasenkrebs - Harnblasentumor:

Medizin am Abend Belin Fazit: Querschnittlähmung als Risikofaktor für Harnblasenkrebs

Die Lebenserwartung von Menschen mit Querschnittlähmung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. 

Betroffene können annähernd so alt werden wie nichtbehinderte Menschen. 

Mit zunehmender Lebenserwartung rücken aber weitere Erkrankungen ins Blickfeld der Mediziner, wie zum Beispiel der Harnblasenkrebs. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Hygienepersonal in den Krankenhäusern  


Urologen des Berufsgenossenschaftlichen Klinikums Hamburg haben gemeinsam mit weiteren auf diesem Gebiet erfahrenen Urologen und Forschern des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung Daten von querschnittgelähmten Patienten untersucht. 

So konnten sie klare Hinweise dafür finden, dass ein Zusammenhang zwischen Querschnittlähmung und dem Auftreten eines Harnblasentumors besteht. 
 
Durch Fortschritte in der modernen Medizin hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit einer Querschnittlähmung deutlich verbessert: 
  • Personen mit einer Lähmung der Rumpfmuskulatur und der unteren Gliedmaßen haben eine um ca. zwei Jahre verkürzte Lebenszeit. 
  • Bei tetraplegisch Verletzten, bei denen zudem die Armmuskulatur gelähmt ist, sind es ca. acht Jahre.
Gesundheitliche Probleme, die erst nach Jahren auftreten, wie beispielsweise Tumorerkrankungen der Harnblase, sind zunehmend relevant im Laufe der Behandlung von Querschnittgelähmten.

Den Zusammenhang zwischen Querschnittlähmung und dem Auftreten von Harnblasenkrebs haben Urologen des Berufsgenossenschaftlichen Klinikums Hamburg zusammen mit anderen Urologen und Forschern des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) untersucht.

Dazu hat das Expertennetzwerk zum einen eine umfangreiche Literaturrecherche betrieben und alle bereits veröffentlichten Studien zum Thema ausgewertet. Zum anderen haben die Forscher die Daten von knapp 6600 Patienten mit Querschnittlähmung analysiert, die zwischen 1998 und 2014 im Hamburger Klinikum behandelt wurden. Bei 24 Patienten wurde ein Harnblasentumor diagnostiziert. In 79 Prozent der Fälle handelte es sich um einen Harnblasenkrebs, der bereits in die Muskulatur eingewachsen war.

  • Diese invasive Tumorvariante ist seltener, aber auch aggressiver und hat daher eine schlechtere Prognose.

„Im Schnitt waren die querschnittgelähmten Patienten, die an einem Harnblasenkrebs erkrankten, deutlich jünger als nicht querschnittgelähmte Personen mit Harnblasenkrebs“, sagen die Studienleiter Dr. Ralf Böthig, Leiter der Neuro-Urologie des Berufsgenossenschaftlichen Klinikums Hamburg und Prof. Klaus Golka, Leiter der Forschungsgruppe „Klinische Arbeitsmedizin“ am IfADo.

Eine Verschiebung des Erkrankungsalters bestätigte auch der Literaturvergleich: Querschnittgelähmte lagen zum Zeitpunkt der Diagnose Harnblasenkrebs 15 bis 30 Jahre unter dem Durchschnitt in der Normalbevölkerung.

„Diese Befunde weisen klar darauf hin, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Querschnittlähmung und dem Harnblasenkarzinom bei diesen Patienten besteht“, so die beiden Studienleiter.
Die Datenauswertung ergab außerdem, dass, wenn zwischen dem Zeitpunkt des Unfalls bzw. des Lähmungseintritts und der Diagnose Harnblasenkrebs (Latenzzeit) zehn Jahre oder mehr liegen, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht. 

Welche Gründe diesen Ergebnissen zugrunde liegen, wissen die Forscher aber noch nicht. „Wir planen eine prospektive Studie, in der wir auch die Pathomechanismen erforschen wollen“, sagen die beiden Studienleiter.

Harnblasenkrebs:

In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes rund 28.000 Menschen jährlich neu an einem Harnblasentumor.

Damit ist das Harnblasenkarzinom weltweit die fünfthäufigste Krebserkrankung bei Männern, bei Frauen ist es der 17. häufigste Tumor. 
  • Rund 80 Prozent aller Erkrankten weisen einen oberflächlichen, nicht-muskelinvasiven Tumor vor. 
20 Prozent der Betroffenen leiden an einem muskelinvasiven Tumor, der die Muskulatur befällt oder sich auf weitere Organe ausbreitet.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter:

Im Schnitt sind Betroffene 73 Jahre oder älter. 
  • Zu den Risikofaktoren zählen das Rauchen, der Kontakt mit verschiedenen Chemikalien sowie in seltenen Fällen auch z. B. Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten. 
Das Harnblasenkarzinom ist bei entsprechender beruflicher Exposition als Berufserkrankung anerkannt.

Publikation:
Böthig, R., Kurze, I., Fiebag, K., Kaufmann, A., Schöps, W., Kadhum, T., Zellner, M., Golka, K. (2017): Clinical characteristics of bladder cancer in patients with spinal cord injury. The experience from a single centre. Int Urol Nephrol. doi: 10.1007/s11255-017-1570-6.

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Dr. Ralf Böthig
Leiter der Abt. Neuro-Urologie
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Telefon: 040 7306-2608
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Prof. Dr. Klaus Golka
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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28332134 Die Originalpublikation.

Besseres Wohlbefinden? Mehr Stimmungsverbesserung?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Aktuelle Studie zum Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Ernährung

Wie beeinflusst das, was wir tagtäglich essen und trinken, unser Wohlbefinden? 

Dieser Frage sind Psychologinnen und Psychologen der Universitäten Gießen und Marburg in einer aktuellen Studie nachgegangen. 

Siebenundsiebzig Versuchspersonen führten vier Tage lang Protokoll über ihr Ernährungsverhalten und ihr Wohlbefinden und sammelten Speichelproben. 
  • Während das Essverhalten allgemein nicht wesentlich zu einem besseren Wohlbefinden beitrug, führte die Einnahme von Getränken wie Saft, Kaffee und Alkohol zu einer Stimmungsverbesserung. 
Die Ergebnisse der Studie wurden gerade in der Fachzeitschrift „Biological Psychology“ veröffentlicht. 
 
Essen macht glücklich und hilft, Stress abzubauen. 




Diese Annahme ist weit verbreitet. Tatsächlich konnte in einigen Studien gezeigt werden, dass Menschen gerade in Stresssituationen oder in negativer Stimmung zu (meist ungesunden) Snacks greifen, vermutlich in der Hoffnung, die momentane Stimmung zu verbessern.

 „Die Vermutung, dass Essen generell das Wohlbefinden verbessert, lässt sich anhand unserer Daten allerdings so nicht bestätigen“ sagt Jana Strahler, Klinische Psychologin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

„Vielmehr führten Getränke wie Saft, Kaffee und Alkohol zu einer kurzfristig besseren Stimmung. 

Der Zusammenhang zwischen Essen und Wohlbefinden war hingegen davon abhängig, ob jemand unter Stress zu verstärktem Essen neigt oder eher ein gezügelter Esser ist.“

Gemeinsam mit Urs Nater von der Philipps-Universität Marburg untersuchte Strahler den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten, Wohlbefinden und Stress erstmals unter Alltagsbedingungen.

Mit Hilfe elektronischer Tagebücher (iPod® touch) befragten sie 77 Erwachsene über vier Wochentage hinweg zu ihrem Ess- und Trinkverhalten sowie zu ihrem Wohlbefinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben fünfmal pro Tag an, was sie seit dem letzten Zeitpunkt gegessen und getrunken hatten, und ob sie noch hungrig seien. 
  • Dabei wurde zwischen der Art der Mahlzeit (Hauptgericht, Snack, Süßigkeit, andere) und dem Hauptbestandteil der Mahlzeit (Proteine, Kohlehydrate, Fett, gemischt) unterschieden. 

Zu jedem Messzeitpunkt gaben sie außerdem an, wie gut ihre Stimmung gerade war, wie viel Energie sie hatten und wie gestresst sie sich fühlten. 

  • Sie gaben außerdem zu jedem Messzeitpunkt eine Speichelprobe ab, die auf das Stresshormon Cortisol und das Enzym Alpha-Amylase hin untersucht wurde. 

Zu Beginn der Studie wurde zudem für jede Person ermittelt, ob man deren Essverhalten eher als „emotional“ oder eher als „gezügelt“ bezeichnen konnte.

Das Forscherteam analysierte den Zusammenhang zwischen der Nahrungsaufnahme und dem Wohlbefinden am jeweils darauffolgenden Messzeitpunkt.

„Einen allgemein stressreduzierenden Effekt von süßen und hochkalorischen Speisen haben wir nicht gefunden“, sagt Jana Strahler.

Allerdings zeigte sich ein Unterschied zwischen emotionalen und gezügelten Esser-Typen: 

Gezügelte Esser berichteten nach dem Konsum von Süßigkeiten ein höheres Stresserleben, während bei emotionalen Essern das Stressgefühl sank. 

„Dies deckt sich mit Befunden aus der Essstörungsforschung, die zeigen, dass Frauen mit Anorexie oder Bulimie nach dem Erleben einer Essattacke vermehrt negative Stimmung berichten. 

  • Gezügelte Esser erleben den Verzehr hochkalorischer Speisen möglicherweise als Misserfolg. 
  • Bei emotionalen Essern scheint der gewünschte hedonische, belohnende, Effekt der Nahrung jedoch aufzutreten“, führt Strahler aus.
Ein relativ robuster Befund aus der Literatur findet sich auch in dieser Studie: die Einnahme fettreicher Nahrung führte zu einer Verschlechterung des allgemeinen Wohlbefindens.
  • Die Einnahme von Getränken wie Wasser, Saft, Kaffee und Alkohol führte hingegen eher zu einer Stimmungsverbesserung. 
Koffeinhaltige Getränke führten außerdem zu einem Gefühl von mehr Energie.

Alkoholische Getränke führten zu einer Verbesserung aller gemessenen Aspekte des subjektiven Wohlbefindens.

„Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass Alkohol oft in sozialen Situationen getrunken wird, die auch dazu beitragen können, dass man sich besser fühlt“, erklärt Jana Strahler.

Die Originalstudie finden Sie hier: 

Jana Strahler, Urs M. Nater, Differential effects of eating and drinking on wellbeing—An ecological ambulatory assessment study, Biological Psychology, Available online 22 January 2017,


http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsycho.2017.01.008.

 
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Dr. Jana Strahler
Psychotherapie und Systemneurowissenschaften
Justus-Liebig-Universität Gießen
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Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die über 4200 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag.

Stuhltest: Immunologischen fäkalen Okkultbluttest iFOBT.

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Darmkrebsvorsorge mit verbessertem Test: 

Antikörper suchen verstecktes Blut im Stuhl

Ab dem 1. April 2017 erstatten die Krankenkassen einen neuen Test zur Früherkennung von Darmkrebs. 

Der bisherige Guajak-Test wird durch einen immunologischen Stuhltest ersetzt, den immunologischen fäkalen Okkultbluttest iFOBT. 

Dieser beruht auf einer Antikörper-Reaktion mit dem menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin und hat sich in Studien als noch zuverlässiger erwiesen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät Menschen ab 50 Jahren regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge zu gehen. 

Der iFOBT sollte ab dem Alter von 50 Jahren einmal jährlich durchgeführt werden. 

Spätestens ab 55 Jahren ist alle zehn Jahre eine Darmspiegelung empfohlen. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFilm: Gastroenterologe  
 
Dickdarmkrebs entwickelt sich in der Regel über viele Jahre hinweg aus harmlosen Vorstufen, den Darmpolypen oder Adenomen. 

Diese Wucherungen sind zwar meist zunächst gutartig, neigen aber eher zum Bluten als gesunde Darmschleimhaut.

Diese Tatsache machen sich die Stuhltests zunutze“, erläutert Professor Dr. med. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Ulm.

  • Die Tests können winzige, für das Auge nicht sichtbare Blutmengen im Stuhl nachweisen. 
  • Während der Guajak-Test auf einer biochemischen Reaktion mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin beruht, weisen die neuen Tests das Hämoglobin mithilfe einer Antikörper-Reaktion nach. 

 „Weil die Antikörper nur auf menschliches Hämoglobin reagieren, ist der iFOBT deutlich weniger störanfällig als der Guajak-Test“, sagt Seufferlein.

  • Dieser reagiere zuweilen auch auf Blut aus der Nahrung, wenn etwa rotes Fleisch verzehrt worden sei. 

Die immunologischen Stuhltests, die jetzt in das Screening-Programm aufgenommen werden, haben in umfangreichen Studien bewiesen, dass sie Blutspuren im Stuhl rund zwei bis drei Mal häufiger erkennen als der bisherige Guajak-Test.

Im vergangenen Jahr hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) daher beschlossen, den neuen Test in die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie aufzunehmen. Ab April 2017 sind die Tests für Versicherte ab 50 Jahren Kassenleistung.

Beim Ablauf des Screenings ergeben sich einige Änderungen:

Zwar gibt der Arzt weiterhin den Test an den Patienten aus und erklärt die Durchführung.

Die Auswertung wird künftig jedoch nicht mehr in den Arztpraxen, sondern in Speziallaboren stattfinden. 

Wie bisher wird der Patient nur bei einem positiven Befund kontaktiert. „Eine zentrale Evaluierung der Ergebnisse wie bei der Vorsorgekoloskopie – also eine zentrale Auswertung im Hinblick auf Qualität und Nutzen – ist für den iFOBT seitens des G-BA bislang noch nicht geplant“, sagt Professor Dr. med. Wolff Schmiegel, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum. „Die DGVS empfiehlt unbedingt, dies nachzuholen: Im Sinne der Qualitätssicherung sollte eine zentrale Evaluierung der Ergebnisse erfolgen.“

An den Empfehlungen, wer am Screening teilnehmen sollte, wird der neue Test nichts ändern:

„Frauen und Männern ab 50 Jahren sollten den Test einmal jährlich durchführen, die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse“, so Professor Schmiegel.

  • ,Fällt dieser positiv aus, so muss zur Absicherung des Ergebnisses eine Darmspiegelung erfolgen. 

Spätestens ab dem 55. Lebensjahr ist die Darmspiegelung im Rahmen der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie ohnehin empfohlen. 

  • Bei einer Darmspiegelung können Veränderungen der Darmschleimhaut wesentlich präziser erkannt werden als mit dem Stuhltest. 

Die Koloskopie muss – anders als der Stuhltest – im Falle eines unauffälligen Ergebnisses nur alle zehn Jahre wiederholt werden.

Sie ist nicht nur ein diagnostisches, sondern zugleich ein therapeutisches Verfahren: 

Auffällige Veränderungen, also Darmpolypen aus denen Krebs entstehen könnte, entfernt der Arzt in der Regel bereits im Rahmen der Untersuchung.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Mehr Informationen finden Interessierte unter http://www.dgvs.de

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Dennis Makoschey
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Medizintourismus: VIM - Vivantes International Medicine

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neues Zertifikat im Medizintourismus

TÜV Rheinland und H-BRS zeichnen Vivantes International Medicine aus 
 Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Verleihung des Medizintourismuszertifikates am 22.03.2017 im Hotel Adlon Berlin. Foto: Vivantes GmbH/M. El-Sauaf 
  • Jedes Jahr kommen mehr als 250.000 Medizintouristen aus dem Ausland für eine stationäre oder ambulante Behandlung nach Deutschland. 
Die Betreuung dieser Patienten und das Management des gesamten Behandlungsablaufes stellen an die Kliniken oft sehr hohe Anforderungen hinsichtlich der Organisation des Aufenthaltes sowie der Erfüllung von Patientenanforderungen.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Rundgang im HerzkatheterLabor  


Ein von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) gemeinsam mit dem TÜV Rheinland entwickelter „ServiceQualitätsmanagementstandard für den Medizintourismus“ analysiert, bewertet und optimiert die Leistungsfähigkeit der internationalen Abteilungen in den Kliniken.

„Ein solches Zertifikat soll einerseits sichern, dass die Patienten aus aller Welt professionell, im rechtlichen Rahmen und mit hoher Qualität betreut werden. 

Andererseits ist es ein Aushängeschild für den Medizinstandort, da die Patienten nicht nur eine hervorragende medizinische Behandlung erhalten, sondern auch im nicht-medizinischem Bereich für alles gesorgt ist“, so Jens Juszczak vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. 

Der „ServiceQualitätsmanagementstandard für den Medizintourismus“ soll Information und Orientierungshilfe für ausländische Patienten, Kliniken und Kostenträger sein und die zertifizierten Gesundheitseinrichtungen im globalen Wettbewerb besser positionieren.

  • Im Rahmen der Zertifizierung werden dabei unter anderem die Organisationstruktur mit Verantwortungs- und Befugnisregeln, die Servicephilosophie, Marketing und Vertrieb, interne Kommunikationsabläufe, das Qualitätsmanagementsystem, die Anforderungsprofile und Qualifizierung der eingesetzten Mitarbeiter, die Kultur- und Religionskompetenz oder die Einhaltung von ethischen Standards untersucht. 

Besonderes Augenmerk gilt dem Prozessmanagement bei der Reiseorganisation, der Unterbringung, den Übersetzungs- und Dolmetscherdienstleistungen, dem Kostenmanagement sowie der Rechnungslegung. 

Die einzelnen Servicestandards müssen geeignet, klar formuliert, überprüft und dokumentiert sein sowie sich an geltende Gesetze und behördliche Vorgaben halten.

Die Verleihung des Zertifikats durch den TÜV Rheinland und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erfolgte auf dem 10. Arabisch-Deutschen Gesundheitsforum, das von der Arabisch-deutschen Industrie- und Handelskammer (Ghorfa) in Berlin im Hotel Adlon Kempinski veranstaltet wurde.

  • Ausgezeichnet mit dem neuen Medizintourismuszertifikat wurde Vivantes International Medicine (VIM). 
Als erstes kommunales Kliniknetzwerk gewährte VIM im Zertifizierungsprozess den Auditoren des TÜV Rheinland vor Ort einen umfassenden Einblick in das Management der Auslandspatienten und ließ sich nach dem aktuellem Regelwerk zertifizieren.

„Vivantes Internationale Medicine ist stolz, als erstes deutsches Kliniknetzwerk mit neun Standorten die Zertifizierung zu erhalten.

Dies zeichnet unsere bisherige Arbeitsleistung, unseren Serviceanspruch und natürlich auch unseren Markterfolg aus.

Mit Erhalt des Zertifikates übernimmt Vivantes deutschlandweit eine Vorreiterrolle in der Behandlung von internationalen Patienten, die für Medizin und Service ‚made in Germany‘ steht“, so der Geschäftsführende Direktor von VIM, Dr. Andreas Schmitt. 

Die Zertifizierung bescheinigt Deutschlands größtem kommunalen Klinikkonzern nicht nur eine hervorragende Betreuung der internationalen Patienten im nicht-medizinischen Bereich, sondern ist zugleich Bestätigung und Motivation für alle Mitarbeiter des Vivantes International Office.

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Das Töten von Patientinnen und Patienten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Befragung von Pflegepersonal sowie Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern und Pflegeheimen

Tötung von Patientinnen und Patienten sind nicht so selten wie angenommen 
 Professor Dr. Karl H. Beine
Professor Dr. Karl H. Beine

Nach einer Befragung von mehr als 5000 Beschäftigten in Gesundheits-berufen kommt Professor Dr. Karl H. Beine, Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zu dem Ergebnis, dass die Zahl von Tötungen in deutschen Krankenhäusern vermutlich höher ausfällt als bisher angenommen. 
  • Das Bild des Einzeltäters, wie etwa in Delmenhorst, gerät ins Wanken, sind die Autoren überzeugt. 
Wie sich in dieser Studie die Selbsteinschätzung von Ärzten und Pflegepersonal darstellt und was – auch politisch – zu tun ist, beschreibt Prof. Beine zusammen mit Jeanne Turczynski in seinem neuen Buch: „Tatort Krankenhaus".

„Mit unserer Erhebung wurde erstmalig in Deutschland das Phänomen von Tötungsdelikten im Gesundheitswesen empirisch untersucht. 

Es handelt sich um eine Pilotstudie zu einem heiklen Thema, über das nur ungern gesprochen wird“, sagt Prof. Dr. Karl H. Beine.

„Die Zahlen sind nicht repräsentativ, aber sie sollten uns alarmieren und zu weiterer Forschung auffordern. 

Die Studie liefert Hinweise dafür, dass die reflexartig vorgetragene Behauptung, es handele sich um Einzelfälle von kriminellen Psychopathen, zu hinterfragen ist.“

Die wissenschaftliche Befragung wurde im Herbst 2015 durchgeführt. 5055 Kranken-, Altenpfleger und Ärzte haben sich beteiligt. Die entscheidende Frage zum Thema Lebensende lautete: „Haben Sie selbst schon einmal aktiv das Leiden von Patienten beendet?

  • Diese Frage ist weit gefasst und lässt Interpretationsspielraum zu. 3,4 Prozent der Ärzte, 1,8 Prozent der Altenpfleger und 1,5 Prozent der Krankenpfleger antworteten mit „Ja“.

In der Interpretation der erhobenen Daten ist Prof. Beine bewusst vorsichtig:


„Unsere Untersuchung besagt nicht, dass nun gesichert von vielen tausend Mord- oder Totschlagsdelikten pro Jahr in Deutschland auszugehen ist.“

  • Unter den „Ja“-Antworten werde vermutlich auch eine unbestimmte Anzahl von lebensbeendenden Maßnahmen sein, die der passiven Sterbehilfe zuzuordnen sind – aber eben auch eine Anzahl Tötungen ohne explizite Willensäußerungen von Patienten oder Heimbewohnern.

„Diese Zahlen sind ein Anfang. Sie liefern einerseits den sicheren Beleg dafür, dass es überhaupt nicht gerechtfertigt ist, die vielen tüchtigen Helfer und Ärzte in Krankenhäusern und Heimen unter Generalverdacht zu stellen, weil 98,6 Prozent der Krankenpfleger, 98,2 Prozent der Altenpfleger und 96,6 Prozent der Ärzte auf die Frage, ob sie selbst schon einmal aktiv das Leiden von Patienten beendet haben mit „nein“ geantwortet haben. 

Andererseits sind die Ergebnisse aber ein wichtiges Indiz dafür, dass die behaupteten Einzelfälle keine sind“, erläutert Prof. Beine.

„Unser Anliegen ist es“, so Prof. Beine, „ein Tabuthema aufzugreifen, wissenschaftlich zu betrachten und auf Grund fundierter Ergebnisse zu einer wichtigen gesellschaftlichen Diskussion und – noch wichtiger – zu Lösungsansätzen zu kommen.“

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Kay Gropp Universität Witten/Herdecke


Professor Dr. med. Karl H. Beine, geboren 1951, ist Chefarzt am St. Marien-Hospital Hamm und Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke.

Jeanne Turczynski ist Redakteurin in der Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik des Bayerischen Rundfunks, dort betreut sie das Thema Medizin.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.400 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Chlamydien - Infektionen / Sexuell übertragbare Erkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

Damit Chlamydien in menschlichen Zellen überleben können, müssen sie jede Menge Tricks anwenden. 

Forscher der Uni Würzburg haben jetzt entdeckt, dass sie dabei auch die Energielieferanten der Zellen sowie die zelleigenen Abwehrmechanismen manipulieren. 
 Zwei Zellen, l. nach einer Infektion mit Chlamydia, r. ohne. Obwohl beide mit einer Substanz behandelt wurden, die das mitochondriale Netzwerk zerstört, bleibt es in der infizierten Zelle intakt.
 Zwei Zellen, l. nach einer Infektion mit Chlamydia, r. ohne. Obwohl beide mit einer Substanz behandelt wurden, die das mitochondriale Netzwerk zerstört, bleibt es in der infizierten Zelle intakt. Abbildung: Suvagata Roy Chowdhury
 
Wenn das Bakterium Chlamydia trachomatis eine menschliche Zelle befällt, steht es vor einer großen Aufgabe:

Es muss verhindern, dass die Zelle Abwehrreaktionen oder den programmierten Zelltod einleitet und damit die Vermehrung und Verbreitung der Krankheitserreger im Körper stoppt. Weil ihm außerdem zahlreiche Stoffwechselprozesse fehlen oder nur in Bruchstücken vorhanden sind, ist es darauf angewiesen, dass es von der Wirtszelle mit den notwendigen Nährstoffen dauerhaft versorgt wird.

Wie es das Bakterium schafft, von der Zelle unerkannt zu bleiben und diese am Leben zu erhalten und für sich arbeiten zu lassen, steht im Mittelpunkt weltweiter Forschungsprojekte. Wissenschaftler der Universität Würzburg haben jetzt neue Details dieser Prozesse entschlüsselt. Die Forscher konnten Mechanismen aufzeigen, durch welche Chlamydia trachomatis bestimmte Proteine in der Zelle anreichert oder auf die Energielieferanten der Zelle, die Mitochondrien, einwirkt und damit die Zellen am Selbstmord hindert. Diese Mechanismen sind außerdem wichtig um die Bakterien vor der Erkennung des zelleigenen Abwehrsystems zu schützen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschriften Journal of Cell Biology sowie eLife vor.

Die Rolle der Mitochondrien

Verantwortlich für diese Studie war Professor Thomas Rudel, Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Universität Würzburg. Rudel und seine Mitarbeiter konnten bereits vor drei Jahren zeigen, dass Chlamydien in den von ihnen befallenen Zellen das Tumorsupressor-Protein p53 außer Kraft setzen und einen Prozess starten, in dessen Folge Schäden am Erbgut repariert werden, die eine Folge der Chlamydien-Infektion sind. Mit der Blockade von p53 verhindern die Bakterien, dass die Zelle sich im Extremfall selbst außer Gefecht setzt; sie gewinnen so Zeit für die eigene Vermehrung.

In ihrer neuen Studie haben die Mikrobiologen einen genaueren Blick auf die Mitochondrien geworfen. „Mitochondrien spielen eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung und dem programmierten Zelltod“, erklärt Thomas Rudel. Viel spreche dafür, dass Veränderungen in ihrer Architektur und Dynamik in einem engen Zusammenhang mit den allgemeinen Stoffwechselvorgängen der Zelle stünden.

Kleine RNA-Moleküle im Fokus

Welche Auswirkungen hat eine Infektion mit Chlamydien auf Mitochondrien?

Um diese Frage zu klären, hat Rudels Team einen weiteren Akteur in dem Zellgeschehen genauer unter die Lupe genommen: sogenannte miRNAs oder MicroRNAs. Diese kleinen RNA-Moleküle steuern wichtige Lebensvorgänge innerhalb von Zellen, indem sie komplexe Gennetzwerke regulieren.

Mit Hilfe der Hochdurchsatz-Technik haben Rudel und seine Mitarbeiter detailliert untersucht, wie sich eine Chlamydien-Infektion auf die miRNA-Expression der befallenen Zelle auswirkt. Auffälligstes Merkmal dabei: eine stark vermehrte Bildung der MicroRNA miR-30c-5p. Eine hohe Konzentration dieser kleinen RNA-Moleküle ist für die Bakterien von Vorteil: „Sie sorgen dafür, dass das Tumorsupressor-Protein dauerhaft herunterreguliert wird“, erklärt Thomas Rudel.

Im Gegenzug macht eine Blockade von miR-30c den Chlamydien zu schaffen. Dann nämlich steigert die Zelle die Produktion eines Proteins namens Drp1, das die Mitochondrien in gestressten Zellen fragmentiert. Steigt dessen Konzentration im Zellinneren, erhöht sich die stressbedingte Teilungsrate der Mitochondrien, gleichzeitig steigt die Chance für die befallene Zelle, den Bakterienangriff zu überleben. Denn die Chlamydien sind in ihrem Wachstum deutlich gebremst, weil fragmentierte Mitochondrien den Erregern weniger Energie liefern und die Bakterien so verhungern.

  • Täuschungsmanöver schützt vor Müllabfuhr

Die Versorgung mit ausreichender Nahrung reicht für das Überleben in der Zelle nicht aus, auch die effektiven Abwehrsysteme der Zellen müssen von den Bakterien abgeschaltet werden. Hierzu blockieren sie das Selbstmordprogramm der Zelle, das infizierte Zellen aktivieren, um sich selbst und damit auch die Erreger zu zerstören.

  • Eine zweite, sehr effiziente Strategie der Zelle besteht darin, die unerwünschten Eindringlinge als „Abfall“ zu deklarieren und in der zelleigenen Müllverwertung, dem Proteasom, zu entsorgen.

Alle zellulären Proteine durchlaufen ständig einen Kreislauf von Proteinabbau und Neusynthese. Ein abzubauendes Protein wird mit einer Art Etikett, einem sogenannten Ubiquitin, markiert und anschließend im Proteasom abgebaut. Nicht nur Proteine, sondern auch komplexere zelluläre Strukturen oder ganze Bakterien können mittels Ubiquitinierung für deren Abbau markiert werden. Diesen Vorgang kann die Zelle auch mithilfe von Spezialwerkzeugen, den sogenannte Deubiquitinasen rückgängig machen; Entfernen des Ubiquitins verhindert den Abbau.

Das Team von Thomas Rudel konnte jetzt zeigen, dass Chlamydien selbst eine Deubiquitinase namens Cdu1 in die Wirtszelle einschleusen, mit drastischen Folgen: „Es ist schon verrückt – Bakterien haben gar kein Ubiquitinsystem und verstehen es doch, gezielt diesen ausgeklügelten Abwehr-Code der Zelle so zu ändern, dass die Zelle die Bakterien nicht mehr als Eindringlinge erkennt.“

Cdu1 entfernt einfach die Ubiquitine von den Bakterien selbst und von einem wichtigen Regulator, der das Zelltodprogramm aus Kraft setzt. Somit entgehen die Bakterien ihrer Vernichtung und die Zelle „muss“ weiterleben, um die Erreger zu versorgen.

Chlamydien: Trickreiche Invasoren
Bakterien vom Stamm Chlamydia trachomatis sind beim Menschen für eine Reihe schwerer Krankheiten verantwortlich. 

So zählt eine Chlamydien-Infektion zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen der Welt. 

  • Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit je nach Altersgruppe bis zu zehn Prozent der Bevölkerung mit den Erregern infiziert sind.

Ohne Behandlung verursachen die Bakterien bei Frauen häufig eine Verklebung der Eileiter, was Eileiterschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit zur Folge haben kann. 

  • Neuere Befunde belegen sogar, dass Chlamydien-Infektionen die Entstehung von Eierstockkrebs fördern. 
Männer können nach einer Infektion zeugungsunfähig werden.

Eine weitere Folge einer Chlamydien-Infektion tritt vor allem in tropischen Ländern auf: 

Dort befallen die Bakterien die Augen und können zur Erblindung führen. 

Rund 150 Millionen Menschen sollen daran erkrankt sein. 

  • Andere Stämme können Lungenentzündungen auslösen und stehen im Verdacht, Krankheiten wie beispielsweise Arterienverkalkung und Alzheimer zu verursachen.

Chlamydia preserves the mitochondrial network necessary for replication via microRNA-dependent inhibition of fission. Suvagata Roy Chowdhury, Anastasija Reimer, Malvika Sharan, Vera Kozjak‑Pavlovic, Ana Eulalio, Bhupesh K. Prusty, Martin Fraunholz, Karthika Karunakaran, and Thomas Rudel The Journal or Cell Biology. https://doi.org/10.1083/jcb.201608063

Chlamydia trachomatis-containing vacuole serves as deubiquitination platform to stabilize Mcl-1 and to interfere with host defense. Annette Fischer, Kelly S Harrison, Yesid Ramirez, Daniela Auer, Suvagata Roy Chowdhury, Bhupesh K Prusty, Florian Sauer, Zoe Dimond, Caroline Kisker, P Scott Hefty and Thomas Rudel. eLife. http://dx.doi.org/10.7554/eLife.21465.001

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Prof. Dr. Thomas Rudel
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Herzmuskelgewebeuntersuchung - Herzschwäche - Herzrhythmusstörung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Tübinger Herzmuskelgewebeuntersuchung wegweisend für passgenaue Therapie

Aktuell im Journal of the American College of Cardiology - Herzrhythmusstörung verantwortlich für Herzschwäche oder umgekehrt? 

Tübinger Herzspezialisten klären kardiologisches Henne-Ei-Problem bei Herzpatienten  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Krankenversichterte  
 Prof. Dr. med. Peter Seizer
Prof. Dr. med. Peter Seizer Universitätsklinikum Tübingen 
  • Patienten mit einem schwachen Herz, einer sogenannten Herzinsuffizienz, neigen zu Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise Vorhofflimmern. 
  • Diese Herzrhythmusstörungen sind einerseits für die betroffenen Patienten sehr belastend, andererseits können sie eine bestehende Herzinsuffizienz, d.h. die Herzschwäche, weiter verschlechtern. 
Darüber hinaus ist bekannt, dass eine anhaltende Rhythmusstörung zu einer Herzinsuffizienz bei einem bislang gesunden Herz führen kann. Problematisch in diesem Zusammenhang ist, dass bei Patienten, die sich mit Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen in der Klinik vorstellen, unklar ist, was Henne und was Ei ist: Ist die Rhythmusstörung Ursache oder Folge der Herzinsuffizienz? Hat der Patient Rhythmusstörungen, weil er von vornherein ein schwaches Herz hatte? Oder hat er ein schwaches Herz, weil er längere Zeit unter Rhythmusstörungen litt?

Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Wahl der für den Patienten optimalen Therapie ab.

Herzrhythmusspezialisten am Tübinger Uniklinikum konnten aus dem Herzmuskelgewebe jetzt Informationen gewinnen, um die Grunderkrankung passgenau zu therapieren.

Professor Peter Seizer, Leiter des EPU-Labors** am Deutschen Herzkompetenzzentrum des Universitätsklinikums Tübingen und seinem Team ist es gelungen, Kriterien zu erarbeiten, die anhand einer Gewebeprobe aus dem Herzmuskel (Myokardbiopsie) eine exaktere Diagnosestellung erlauben: 

Durch die Untersuchung der Gewebeprobe kann diagnostiziert werden, ob die Rhythmusstörung ursächlich für die Herzschwäche ist oder ob eine vorher bestehende Herzschwäche ursächlich für die Rhythmusstörung ist. 
Professor Seizer: „Die neuen, jetzt publizierten Erkenntnisse ermöglichen uns, die betroffenen Patienten noch besser zu behandeln. Die Grunderkrankung kann passgenau therapiert werden und eine exaktere Prognosevorhersage hinsichtlich des Krankheitsverlaufes wird möglich sein.“

Die aktuellen Ergebnisse werden demnächst im renommierten „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert (Histopathological and Immunological Characteristics of Tachycardia-Induced Cardiomyopathy, Karin A. L. Mueller*, MD, David Heinzmann* et al., JACC 2017, in press).

** Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung für die genaue Abklärung von Herzrhythmusstörungen. Bei der Untersuchung werden spezielle Herzkatheter verwendet, mit deren Hilfe eine elektrokardiologische Untersuchung (EKG) direkt am Herzen durchgeführt werden kann.
Positioniert man mehrere dieser Herzkatheter an bestimmten Stellen im Herzen, kann der Arzt die Erregungsleitung genau nachvollziehen und Herzrhythmusstörungen detailliert abklären.

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Universitätsklinikum Tübingen
Deutsches Herzkompetenzzentrum
Medizinische Klinik III
Abteilung für Kardiologie und Kreislauferkrankungen
Prof. Dr. med. Peter Seizer
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Dr. Ellen Katz
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Innovativen und Hochspezifischen Blutverdünner - Koronaren Herzerkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: DZHK-Studie: Pflaster gegen Blutgerinnsel

Im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) startet eine neue klinische Studie zu einem innovativen und hochspezifischen Blutverdünner. 

Unter Federführung des DZHK-Standortes München wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sicher und effektiv dieses nur lokal wirkende Präparat Blutgerinnsel bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung verhindern kann, die mit einem Herzkatheter behandelt werden. 

Einer der leitenden Wissenschaftler der DZHK-Studie Revacept: Prof. Dr. med. Adnan Kastrati, Deutsches Herzzentrum München
Einer der leitenden Wissenschaftler der DZHK-Studie Revacept: Prof. Dr. med. Adnan Kastrati, Deutsches Herzzentrum München Deutsches Herzzentrum München
 
Bei einer koronaren Herzerkrankung sind die Herzkranzgefäße verengt.

Wenn die Ärzte mithilfe eines Katheters die Gefäße weiten, können die Ablagerungen (Plaques) reißen und die Wände der Blutgefäße verletzt werden. Solche kleinen Verletzungen sind ein Risikofaktor für Durchblutungsstörungen und Herzinfarkte, da sich an diesen Stellen Blutplättchen anlagern und Gerinnsel bilden können. 

Deshalb erhalten die Patienten schon während des Eingriffs blutverdünnende Medikamente, die verhindern, dass sich die Blutplättchen zusammenlagern.


  • Nachteil der bislang eingesetzten Medikamente ist, dass sie auch das Risiko für potenziell lebensbedrohliche Blutungen erhöhen. 
  • Denn sie hemmen einen zentralen Schritt der Blutstillung, das Zusammenlagern der Blutplättchen, im gesamten Körper. 
In der DZHK-Studie, in der das Deutsche Herzzentrum München federführend ist, soll untersucht werden, ob der neuartige Plättchenhemmer Revacept die Bildung von Blutgerinnseln bei einer Herzkatheteruntersuchung verringert, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen.
Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Blutverdünnern bindet Revacept nur an die verletzten Gefäßstellen und schirmt sie so ab, dass sich keine Blutplättchen anlagern können. 



„Revacept ist wie ein Pflaster, das die Läsion gezielt abdichtet“, veranschaulicht PD Dr. Stefanie Schüpke vom Deutschen Herzzentrum München.

Aus dem Labor zum Patienten

Der Entwicklung von Revacept sind Jahre intensiver Grundlagenforschung vorausgegangen, in denen Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München daran geforscht haben, wie Blutplättchen an verletzte Gefäßstellen binden. „Entscheidend war es, Strukturen ins Visier zu nehmen, die zwischen gesunden und atherosklerotischen Gefäßen unterscheiden“, erklärt Prof. Adnan Kastrati vom Deutschen Herzzentrum München, einer der Studienleiter.

Deshalb haben die Wissenschaftler sich auf die Bindung der Blutplättchen an das Kollagen konzentriert, das nur bei verletzten Gefäßwänden in den Blutstrom ragt. Aus ihren Ergebnissen entstand der Wirkstoff Revacept. Er bindet gezielt an das Kollagen der geschädigten Stellen und verhindert so, dass sich dort Blutplättchen anlagern. „Revacept ist ein Beispiel für erfolgreiche translationale Forschung, bei der die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Entwicklung innovativer Therapien münden“, verdeutlicht Prof. Thomas Eschenhagen, Vorstandssprecher des DZHK.

Erstmals bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Revacept wurde durch die Biotechfirma advanceCOR, einer Ausgründung der Technischen Universität München, zum Medikament für die Anwendung am Menschen weiterentwickelt. In einer vorangegangenen Studie mit gesunden Probanden hat sich bereits gezeigt, dass Revacept sicher und gut verträglich ist. Außerdem läuft bereits eine klinische Studie, die Revacept bei Schlaganfallpatienten untersucht.

In der demnächst startenden Studie sollen nun erstmals 330 Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung untersucht werden, bei denen eine Katheterbehandlung geplant ist. 

Ein Teil der Patienten wird zusätzlich zu der üblichen Medikation mit Revacept behandelt.

Während der Studie wird das Risiko für Blutungen kontrolliert und anhand eines Markers im Blut überprüft, ob Revacept Durchblutungsstörungen im Herzen ausreichend verhindert. Insgesamt beteiligen sich sechs DZHK-Standorte an der Studie, die auch vom Hersteller, der advanceCOR GmbH in Martinsried, finanziert wird.

Über das DZHK

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) will erreichen, dass neue Erkenntnisse aus der Herz-Kreislauf-Forschung schnellstmöglich bei den Patienten ankommen. Ziel ist es, Diagnose, Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland zu verbessern. Dafür arbeiten im DZHK Grundlagenforscher und klinische Forscher aus 30 Einrichtungen an sieben Standorten zusammen. Das DZHK wurde 2011 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent von denjenigen Ländern gefördert, in denen seine Mitgliedseinrichtungen ihren Sitz haben. Es gehört zu den sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die sich der Erforschung großer Volkskrankheiten widmen.

Offizieller Studientitel:
Revacept, a novel inhibitor of platelet adhesion in patients with stable coronary artery disease undergoing elective percutaneous coronary intervention: a randomized, double-blind, placebo-controlled, phase II trial

Leitende Wissenschaftler:
Prof. Dr. med. Adnan Kastrati (Deutsches Herzzentrum München,
Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, Klinik an der Technischen Universität München),
Prof. Dr. med. Steffen Massberg (Klinikum der Universität München, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Campus Großhadern)

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