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Klinische Studie zur Staphylococcus aureus-Bakteriämie (SAB)

Die Universitätsmedizin Magdeburg ist das erste deutsche Studienzentrum, das Patient:innen in die weltweit größte klinische Studie zur Staphylococcus aureus-Bakteriämie (SAB) aufnimmt.

Die internationale Plattformstudie „Staphylococcus aureus Network Adaptive Platform“ (SNAP) untersucht neue medikamentöse Behandlungsstrategien, um die Morbidität und Mortalität dieser potenziell lebensbedrohlichen Infektion zu senken. 


Die deutschlandweite Studienkoordination liegt beim Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter der Leitung von Institutsdirektor Prof. Dr. med. Achim Kaasch.
Die Studie wird weltweit unter der Führung der University of Melbourne durchgeführt. Die Koordination in Europa übernimmt das Universitair Medisch Centrum Utrecht.

An 18 deutschen Studienzentren sollen 500 Teilnehmer:innen mit Staphylococcus aureus-Bakteriämie in die Studie rekrutiert und über 360 Tage nachbeobachtet werden. An der Universitätsmedizin Magdeburg wurde kürzlich als erstem Zentrum in Deutschland mit der Rekrutierung der Teilnehmer:innen begonnen.

Das Bakterium Staphylococcus aureus verursacht weltweit die meisten infektionsbedingten Todesfälle. Eine Bakteriämie ist eine besonders schwere Infektion, bei der die Bakterien im Blut auftreten. Diese geht häufig mit einer Sepsis (auch Blutvergiftung genannt) einher. Innerhalb von drei Monaten versterben etwa ein Drittel der Patient:innen.

Die Behandlung der Erkrankung ist kompliziert und erfordert in der Regel einen Krankenhausaufenthalt, die Gabe von Antibiotika und eine sorgfältige Untersuchung bezüglich Komplikationen. 


Zurzeit werden weltweit die unterschiedlichsten Antibiotika-Therapien angewandt, ohne eindeutige Belege, welche davon die beste ist. So unterscheiden sich die Therapien in der Wahl des Antibiotikums, der Dosierung, der Therapiedauer und der Art der Verabreichung (Tabletten oder Infusionen). Es gibt wenige qualitativ hochwertige Studien, die Aufschluss über die Behandlung dieser Infektion geben. Bis zum Start der SNAP-Studie wurden weltweit weniger als 3.000 Patient:innen in interventionellen Studien zur Behandlung der Erkrankung untersucht.

Die SNAP-Studie wird voraussichtlich die wichtigste Studie der nächsten Jahre auf dem Gebiet der Staphylococcus aureus-Bakteriämie sein. Prof. Kaasch führt weiter aus: „Dies liegt einerseits an der Größe, denn mittlerweile wird die Studie in 131 Zentren in 9 Ländern durchgeführt und es wurden schon mehr als 4.400 Patient:innen in die Studie aufgenommen. Andererseits zeichnet sich die SNAP-Studie durch ein innovatives Studiendesign aus.“ Die Studie ist eine randomisierte, in den Klinikalltag eingebettete, multifaktorielle, adaptive Plattform-Studie (REMAP). Das heißt, dass innerhalb der Studie verschiedene Interventionen (z.B. Gabe verschiedener Antibiotika) parallel oder nacheinander in mehreren Studienarmen untersucht werden. Studienteilnehmer:innen können dabei in einen oder in mehrere Studienarme zufällig zugeteilt werden.

Für Personen, die nicht in die Plattform-Studie aufgenommen werden können oder möchten, besteht die Möglichkeit, ihre Daten an ein prospektives Register zu spenden. Auch hier haben weltweit schon mehr als 4.700 Patient:innen teilgenommen.

Die SNAP-Studie hat bereits jetzt relevante Ergebnisse in Bezug auf die Verwendung von Penicillin-Antibiotika erzielt, die auf internationalen Kongressen vorgestellt wurden. Das adaptive Studiendesign ermöglicht zudem die fortlaufende Entwicklung neuer Studienarme, um relevante Fragestellungen zu beantworten. So ist es möglich, auch neue Behandlungen zeitnah zu untersuchen.

Ein wichtiger Baustein ist die Sammlung und Untersuchung der aus dem Blut der Studienteilnehmer:innen isolierten Bakterienstämme. Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene wird den Aufbau der europäischen Stammsammlung übernehmen und neue Ansatzpunkte für die Bekämpfung der Bakterien untersuchen.
Die SNAP-Studie wird in Deutschland gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt (MWU) des Landes Sachsen-Anhalt sowie im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

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Prof. Dr. med. Achim Kaasch
Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Kontakt: 0391/67-13392
achim.kaasch@med.ovgu.de

Jana Butzmann
Studienärztin am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Kontakt: 0391/67-25290
jana.butzmann@med.ovgu.de


Eisenmangel als Abwehrstrategie

Der Körper schützt sich vor Krankheitserregern, indem er ihnen lebenswichtiges Eisen vorenthält. 

Bei Salmonellen geht die Strategie jedoch nicht immer auf. 

Forschende der Universität Basel haben herausgefunden, dass diese Keime gezielt eisenreiche Regionen in Immunzellen aufsuchen und sich dort vermehren. 

Die Erkenntnisse, wie Erreger die Immunabwehr unterlaufen, sind wichtig für die Bekämpfung von Infektionen.

Unser Körper hält Krankheitserreger in Schach, indem er ihnen wichtige Nährstoffe wie etwa Eisen entzieht. 

Eisen ist für alle Lebewesen unverzichtbar. 


Steht Bakterien nicht genügend Eisen zur Verfügung, hören sie auf zu wachsen und sich zu vermehren – sie werden sozusagen «ausgehungert». 


Die Erreger können sich nicht weiter ausbreiten und die Infektion wird dadurch eingedämmt.

Doch nicht alle Erreger lassen sich so leicht austricksen, wie Forschende um Prof. Dr. Dirk Bumann am Biozentrum der Universität Basel nun in Mäusen herausgefunden haben. In ihrer nun in der Fachzeitschrift «Cell Host & Microbe» erschienenen Studie zeigen sie, dass sich einige Bakterien gezielt in den wenigen Körperzellen verstecken, in denen besonders viel Eisen vorhanden ist. Unbehelligt von der Immunabwehr, können sich die Erreger in diesen eisenreichen Nischen vermehren.

Eisenmangel als Abwehrstrategie

Die Forschenden haben in ihrer Arbeit Salmonellen untersucht, die als Erreger von Typhus bekannt sind. 


Um der Immunabwehr zu entgehen, nisten sich die Keime in den Fresszellen des Körpers ein. 


Diese sogenannten Makrophagen wehren sich jedoch gegen die Eindringlinge: Sie entfernen Eisen mithilfe des Transportproteins NRAMP1 aus dem Salmonellen-Versteck. Solch ein Nährstoffentzug ist eine bewährte Abwehrstrategie unseres Körpers. 


Doch die Salmonellen haben ein Schlupfloch gefunden.

«Uns hat es gewundert, dass sich Eisenmangel kaum auf die Salmonellen-Population insgesamt auswirkt. 


Dafür gab es eigentlich keine Erklärung», sagt Bumann. 


«Erst unsere Untersuchungen auf Einzelzellebene zeigten, dass ein erheblicher Teil der Salmonellen gezielt speziell eisenreiche Makrophagen aufsucht.» 


Tatsächlich befallen Salmonellen häufig Makrophagen in der Milz, die alte oder beschädigte rote Blutkörperchen abbauen. 


Da rote Blutkörperchen grosse Mengen an Eisen enthalten, sind die Abbauorte sehr eisenreich. 

Genau diese Eisenquelle zapfen die Salmonellen an.

Bakterien nutzen eisenreiche Nischen

«Wir haben in den Makrophagen der Milz zwei Populationen von Salmonellen entdeckt. Eine Gruppe lebt in eisenarmen Bereichen und vegetiert dort buchstäblich vor sich hin», erklärt Bumann. «Die zweite Population befindet sich in den Vesikeln, wo die roten Blutkörperchen abgebaut werden.»

Auch dort entfernt die NRAMP1-Pumpe das Eisen, welches dann wieder recycelt wird. Die Menge an Eisen ist dort aber extrem hoch. «Selbst wenn über 99 Prozent des Eisens herausgepumpt werden, reicht die Restmenge den Erregern aus, um sich weiter zu vermehren», so Bumann. Diese gut versorgten Bakterien sind es denn auch, die das Infektionsgeschehen dominieren.

Wettstreit zwischen Wirt und Erreger

Diese Heterogenität innerhalb eines Infektionsherds ist entscheidend dafür, dass Salmonellen im Wirt überleben und sich weiterverbreiten können. Die Studie macht zudem deutlich, wie anpassungsfähig Krankheitserreger sind und selbst ausgeklügelte Abwehrmechanismen unterlaufen.

Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Dynamik – den Wettstreit – zwischen Wirt und Erreger. 


«Unsere Arbeit zeigt auch, wie wichtig es ist, Infektionen auf Ebene einzelner Zellen zu verstehen», sagt Bumann. «Nur wenn wir die Tricks der Erreger kennen, können wir ihnen auch etwas entgegensetzen und Infektionen wirksam bekämpfen.»

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Prof. Dr. Dirk Bumann, Universität Basel, Biozentrum, E-Mail: dirk.bumann@unibas.ch

Originalpublikation:
Béatrice Roche, Beatrice Claudi, Olivier Cunrath, Christopher K.E. Bleck, Minia Antelo Varela, Jiagui Li, Dirk Bumann
A Salmonella subset exploits erythrophagocytosis to subvert SLC11A1-imposed iron deprivation
Cell Host & Microbe (2025), doi: 10.1016/j.chom.2025.04.013

Herzinsuffizienz-Pflegekräften

Telemedizin kann Leben retten – vor allem dort, wo der Weg zur kardiologischen Praxis weit ist. 

Eine neue Auswertung der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten TIM-HF2-Studie zeigt dies eindrucksvoll: Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten, die weit von einer kardiologischen Versorgung entfernt leben, profitieren besonders stark von der telemedizinischen Überwachung. 

Ihre Sterblichkeit war bei der digitalen Fernüberwachung deutlich geringer. Die in „Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlichte Studie wurde beim Heart Failure Congress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt.


Bereits im Jahr 2018 zeigte die im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Studie TIM-HF2 (Telemedical Interventional Management in Heart Failure II), dass durch telemedizinische Unterstützung das Leben von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz in Deutschland verlängert und die Zahl der Wiedereinweisungen in Krankenhäuser reduziert werden kann. Die Ergebnisse der kontrollierten multizentrischen Versorgungsforschungsstudie unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Köhler vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Jahr 2020 die telemedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche in die ambulante Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen hat.

Telemonitoring wirkt unabhängig von der Pumpfunktion

Dass nicht nur Patientinnen und Patienten mit deutlich eingeschränkter linksventrikulärer Pumpfunktion (LVEF) von diesem gesetzlichen Versorgungsanspruch einen Vorteil haben, zeigt eine sogenannte prästratifizierte Sekundärauswertung der Studie, die das DHZC gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) und dem Institut für Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (IMBE) im Juni 2023 im European Journal of Heart Failure veröffentlichte. Denn auch Patientinnen und Patienten mit erhaltener Pumpfunktion (kurz „HFpEF“ für Heart Failure with preserved Ejection Fraction) oder nur leicht reduzierter Pumpfunktion (kurz „HFrEF“ für Heart Failure with reduced Ejection Fraction) profitierten von der Rund-um-die-Uhr-Fernüberwachung. „Unsere Studienergebnisse haben unter anderem dazu geführt, dass die Bundesärztekammer und der Verband der Privaten Krankenversicherung eine Abrechnungsempfehlung für den Einsatz von Telemonitoring vereinbart haben, und zwar auch bei diastolischer Herzinsuffizienz“, berichtet Friedrich Köhler.

Doch wie funktioniert eine telemedizinische Betreuung? Im Rahmen der TIM-HF2-Studie übertrugen zum Beispiel spezielle mit Sensoren ausgestattete Messgeräte täglich Gesundheitswerte wie EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und Körpergewicht von Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten aus ganz Deutschland drahtlos an das Telemedizinische Zentrum (TMZ) am DHZC. Das TMZ-Team, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten sowie spezialisierten Herzinsuffizienz-Pflegekräften, reagierte sofort auf auffällige Messwerte und konnte die Therapie frühzeitig anpassen.

Wer profitiert am meisten von der Telemedizin? Patienten auf dem Land, in der Stadt, oder die mit einem langen Weg zum Kardiologen?

In einer weiteren Auswertung der TIM-HF2 Studiendaten wurden nun die Auswirkungen der Telemedizin unter drei neuen Gesichtspunkten untersucht: Wo praktiziert der Kardiologe? Wo wohnt der Patient? Und wie lang ist der Weg vom Wohnort zur kardiologischen Praxis? Also, wer profitiert am meisten von der Telemedizin – Patienten auf dem Land, in der Stadt, oder mit einer langen Autofahrt zum Kardiologen? Als Vergleich diente die Gruppe, die ohne telemedizinische Betreuung behandelt wurde.

„Die gute Nachricht ist zunächst, dass es bei der kardiologischen Behandlung keinen signifikanten Unterschied macht, ob die Patientinnen und Patienten auf dem Land oder in der Stadt leben. Die Behandlungsqualität ist in Praxen und Kliniken auf dem Land genauso gut wie in Großstädten“, erklärt Erstautor Dr. Fabian Kerwagen, Clinician Scientist am Uniklinikum Würzburg (UKW). Als Großstadt wurde eine Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern oder einer Universitätsklinik definiert. Von größerer Relevanz war jedoch die Wegstrecke. „Wir sehen, dass die individuelle Entfernung zwischen Wohnort und Praxis einen deutlichen Unterschied macht: Je weiter die Patientinnen und Patienten von ihrer kardiologischen Praxis entfernt wohnten, desto mehr profitierten sie von der telemedizinischen Betreuung“, so Kerwagen. Um die Entfernung zu berechnen wurde für sämtliche 1538 Studienteilnehmenden die schnellste Route mit dem Auto ermittelt.

Je weiter entfernt die Menschen wohnten, desto geringer war die Mortalität bei telemedizinischer Betreuung

Es ist bekannt, dass es in ländlichen Regionen die Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen, aber auch die kardiovaskulär bedingte Sterblichkeit höher ist. In Städten liegt die durchschnittliche Eintreffzeit des Rettungsdienstes oft unter zehn Minuten – auf dem Land kann sie 20 Minuten und mehr betragen. Das klare Ergebnis und die signifikanten Auswirkungen der Telemedizin auf die Gesundheit dieser Gruppe mit langen Anfahrtswegen hat das Studienteam dennoch überrascht. So zeigt ein Diagramm der Studie, die jetzt im Fachmagazin „Lancet Regional Health–Europe“ veröffentlicht wurde: Je weiter entfernt die Menschen wohnten, desto größer war der durch die telemedizinische Betreuung vermittelte günstige Effekt auf Sterblichkeit und Hospitalisierungshäufigkeit.

Telemedizin kann medizinische Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sicherstellen

Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz und Klinischen Forschung am DZHI, freut sich, dass sie mit dieser Studie erstmals den positiven Effekt der Telemedizin auf ihre weiter entfernt lebenden Patientinnen und Patienten zeigen konnten: „Telemedizin kann durchaus eine Brücke bauen und dazu beitragen, den Versorgungsnachteil von Menschen, die weit entfernt von einer kardiologischen Praxis wohnen, auszugleichen.“ Der Kardiologe und sein Team setzen sich schon lange für den digitalen Versorgungsansatz ein. Schließlich erfordert das komplexe Krankheitsbild der Herzinsuffizienz eine umfassende Betreuung. Entsprechend groß war die Resonanz, als Stefan Störk als korrespondierender Autor der Studie die Ergebnisse der Sekundärauswertung am 18. Mai 2025 in der Late Breaking Science Session auf dem diesjährigen Heart Failure Congress der European Society of Cardiology (ESC) in Belgrad (Serbien) vorstellte.

Durch Data-Sharing konnten 18 Paper nach der Primärpublikation erstellt werden

Friedrich Köhler ist mit gutem Grund stolz auf seine TIM-HF2-Studie, die einst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wurde. 


„Öffentlich geförderte Projekte verlangen Data-Sharing”, so Köhler. „Indem wir unsere Daten geteilt haben, konnten nach der primären Publikation in verschiedenen Kooperationen bisher 18 Paper veröffentlicht werden, deren Ergebnisse die Gesundheitsversorgung und die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz maßgeblich beeinflussen.“

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Prof. Dr. Stefan Störk,
Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI)
stoerk_s@ukw.de

Originalpublikation:
Fabian Kerwagen, Stefan Störk, Kerstin Koehler, Eik Vettorazzi, Maximilian Bauser, Jasmin Zernikow, Gina Barzen, Meike Hiddemann, Jan Gröschel, Michael Gross, Christoph Melzer, Karl Stangl, Gerhard Hindricks, Friedrich Koehler, Sebastian Winkler, Sebastian Spethmann. Rurality, travel distance, and effectiveness of remote patient management in patients with heart failure in the TIM-HF2 trial in Germany: a pre-specified analysis of an open-label, randomised controlled trial. The Lancet Regional Health - Europe, 2025, 101321, ISSN 2666-7762, https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2025.101321

Thema Metastasierung

Neue Einsichten in die ersten Schritte der Krebsstreuung beim Melanom

Eine der großen Fragen der Krebsforschung gilt nach wie vor dem Prozess, wie Tumorzellen sich in anderen Organen ansiedeln können und so eine generalisierte Erkrankung verursachen, die dann kaum noch heilbar ist. 

Ein vieldiskutiertes Konzept sieht darin eine fehlerhafte Organbildung, also beispielsweise den Versuch von Brustdrüsenzellen, eine Brustdrüse in der Leber oder Lunge zu bilden. 

Da die Organentwicklung im Erwachsenen natürlich schon abgeschlossen ist, ist weitgehend unbekannt, wie es zu solchen fehlerhaften Organbildungsversuchen kommen kann.


Meist wird versucht, diese Fragen im Tiermodell zu analysieren, weil hier vielfältige technischen Möglichkeiten bestehen, die Mechanismen aufzudecken. 

Die direkte Analyse im Patienten wurde bislang jedoch noch nicht systematisch versucht. Mehrere Forscherteams des Uniklinikums und der Universität Regensburg, des Fraunhofer ITEM und des Uniklinikums und der Universität Tübingen sowie weitere aus dem Forschungsverbund zum Thema Metastasierung (SFB/TRR 305), haben sich nun unter der Führung von Melanie Werner-Klein und Christoph Klein von der Universität Regensburg zusammengetan, um Licht in das Dunkel zu bringen.

Hierzu wurden die Lymphknoten von etwa 500 Patienten und Patientinnen mit malignem Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, auf die ersten Absiedelungen untersucht. 

Dabei wurden verschiedene Markerproteine verwendet, um die Zellen in Färbungen sichtbar zu machen. Es gelang ein Protein (MCSP) zu identifizieren, dessen Vorkommen auf gestreuten Melanomzellen mit einer deutlich verschlechterten Prognose einherging. 

Tatsächlich hatten Patienten mit MCSP-positiven Melanomzellen für alle drei Überlebenskategorien (Krankheitsfreies, Melanom-spezifisches und Gesamtüberleben) stark verschlechterte Aussichten und das sogar in Fällen, in denen sich lediglich eine derartige Zelle unter zwei Millionen Lymphknotenzellen nachweisen ließ.

Den Forschern gelang es anschließend aus etwa 150 dieser sehr seltenen MCSP-positiven Zellen die aktivierten Gene auszulesen, um so erste Hinweise auf die Zellfunktionen zu erschließen. 


Hierbei ergab sich Erstaunliches.

Von den ersten Schritten bei Ankunft in dem fremden Organ Lymphknoten bis zur Entstehung von mikro- und makroskopischen Metastasen ändern die Krebszellen mehrfach ihren Phänotyp. Passend zum Konzept der fehlerhaften Organbildung ist dabei, dass das embryonale Genprogramm der UV-Lichtschutzzellen, der Melanozyten, angeschaltet wird. 

Im Embryo wandern die Melanozyten-Vorläuferzellen aus der Neuralleiste in die Haut. Genau dieses Stammzellprogramm der Neuralleiste aber wird bei Metastasengründung aktiviert. Die Aktivierung erfolgt dabei als Antwort auf die Immunattacke von T-Zellen in den Krebszellen, die den Angriff überleben. Die Kolonie kann dann gebildet werden, weil mit dem Neuralleistenprogramm auch eine Immunsuppression verbunden ist. Haben sich aber einmal größere Kolonien gebildet erlahmt die Immunantwort – die T-Zellen geraten in einen Zustand der Erschöpfung, der Krebs kann voranschreiten.

Diese Einsichten in den Prozess der Metastasengründung weisen auf Therapieansatzpunkte hin, die ein Entstehen der Metastasen im Keim ersticken helfen. 

So könnte einmal das identifizierte MCSP selbst ein Therapieziel werden oder aber eine Stärkung der frühen Immunabwehr verhindern, dass die Melanomzellen sich durch das Neuralleisten-Stammzellprogramm der Immunattacke entziehen.

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Prof. Dr. Christoph Klein
Experimental Medicine and Therapy Research
Universität Regensburg
Tel: +49 (0)941 944 6720
E-Mail: christoph.klein@klinik.uni-regensburg.de

Originalpublikation:
“MCSP+ metastasis founder cells activate immunosuppression early in human melanoma metastatic colonization” DOI: 10.1038/s43018-025-00963-w

Scooter-Unfälle mit Schwerverletzten

E-Scooter sind immer wieder in Unfälle mit schweren Verletzungen verwickelt. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München (TUM) zeigt, dass diese Unfälle deutschlandweit klare Muster aufweisen: 

Sie finden oft nachts und am Wochenende statt, die Verletzten sind häufig männlich und alkoholisiert. 

Die Autoren fordern daher Schutzmaßnahmen, die darauf abgestimmt sind.

Seit 2020 werden E-Scooter-Unfälle mit Schwerverletzten im TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie erfasst. Diese Daten wurden jetzt von der Forschungsgruppe für Verkehrssicherheit am TUM Klinikum analysiert. In den ersten drei Jahren nach Beginn der Erfassung wurden demnach 538 Menschen bei E-Scooter-Unfällen schwer verletzt. Die weitaus häufigsten Verletzungen betrafen den Kopf und das Gesicht. Mehr als 80 Prozent der Schwerverletzen wurden auf der Intensivstation behandelt. 26 Personen starben an ihren Verletzungen.

Hoher Männeranteil, häufig Alkohol im Spiel

Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug 44,3 Jahre, gut 78 Prozent waren männlich. „Jüngere Männer sind deutlich häufiger betroffen, wenn man die Daten mit Informationen zu Unfällen mit Fahrrädern, Autos oder zu Fuß vergleicht“, sagt Privatdozent Dr. Dr. Michael Zyskowski, Mitautor, Leiter der Forschungsgruppe und Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie der TUM. Bei vergleichbar schweren Unfällen mit Fahrrädern lag der Altersdurchschnitt beispielsweise bei 54,5 Jahren, der Männeranteil bei 72 Prozent.

62 Prozent der schwerverletzten E-Scooter-Fahrenden, die getestet wurden, hatten Alkohol im Blut. Bei einem Drittel lag der Alkoholpegel über dem gesetzlichen Grenzwert. 54 Prozent der Unfälle ereigneten sich nachts, die Hälfte am Wochenende.

Mehr Schutz durch bessere Regeln

„Die Zahl der schweren Verletzungen nach E-Scooter-Unfällen müsste nicht so hoch sein“, sagt Dr. Frederik Hartz Mitautor der Studie. Die verfügbaren Daten liefern zwar keine Informationen dazu, ob die Verletzten einen Helm trugen oder ob sie mit einem privaten E-Scooter oder mit einem Leihgerät unterwegs waren. Zumindest ein Beispiel aus Australien zeigt jedoch positive Auswirkungen von gesetzlichen Regelungen: In einigen Regionen wurde eine Helmpflicht für E-Roller eingeführt, wodurch die Zahl der Verletzungen reduziert werden konnte. Studien zu den Auswirkungen von anderen Maßnahmen, etwa von Nachtfahrverboten oder Geschwindigkeitsbegrenzungen am Wochenende, stehen allerdings noch aus.

Michael Zyskowski ist überzeugt: „Durch Prävention können wir viel erreichen. Das beginnt mit gezielter Aufklärungsarbeit über die Folgen von schweren Kopfverletzungen für die Risikogruppen.“ Gerade Leih-E-Scooter sind aus Sicht der Forschenden auch für ganz konkrete Schutzmaßnahmen geeignet: Da die Geräte digital verwaltet und freigeben werden, könnten Anbieter ohne größere technische Hürden für mehr Verkehrssicherheit sorgen. „Für mehr Verkehrssicherheit wäre es sinnvoll, die Verfügbarkeit der Scooter nachts und an Unfallhotspots zu reduzieren und die Höchstgeschwindigkeit ab einer bestimmten Uhrzeit zu drosseln“, sagt Michael Zyskowski. „Außerdem könnte man Reaktionstests zu einem festen Teil des Ausleihprozesses machen, um Alkoholfahrten zu minimieren. Zusätzlich sollten wir die Machbarkeit einer Helmpflicht prüfen, wie Italien sie vor kurzem eingeführt hat.“

Publikation:

Hartz F, Zehnder P, Resch T, Römmermann G, Schwarz M, Kirchhoff C, Biberthaler P, Lefering R, Zyskowski M: “Severe injuries in e-scooter accidents: An evaluation of data from the TraumaRegister DGU.” Dtsch Arztebl Int (2025) DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0041

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PD Dr. Dr. Michael Zyskowski
Technische Universität München (TUM)
TUM Klinikum
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Tel. +49 89 4140-5795
Michael.Zyskowski@mri.tum.de
www.unfallchirurgie.mri.tum.de

Der Body-Mass-Index (BMI)

Wer übergewichtig ist, hat ein höheres Risiko an Krebs zu erkranken.

 Eine Analyse von rund 340.000 PatientInnendaten, die Josef Fritz von der Medizinischen Universität Innsbruck mit Kolleginnen in Schweden durchgeführt hat, zeigt nun, dass bei Männern die Messung des Taillenumfangs das Risiko, an Adipositas bedingtem Krebs zu erkranken, noch genauer anzeigt als der Body-Mass-Index.

Bei Frauen trifft das nicht zu. 

Die Ergebnisse stellt Fritz heute beim Europäischen Adipositas Kongress vor.

Der Body-Mass-Index (BMI), ein Wert, der sich aus dem Verhältnis von Körpergröße und Gewicht ergibt, ist ein anerkannter Marker, um Übergewicht zu messen und das damit verbundene Risiko für bestimmte Adipositas bedingte Krebsformen zu kalkulieren. Neue Forschungsergebnisse des Biostatistikers und Epidemiologen Josef Fritz von der Medizinischen Universität Innsbruck zeigen nun, dass der Taillenumfang von Männern ein noch aussagekräftigerer Risikofaktor für die Entwicklung von Adipositas bedingtem Krebs ist als der BMI. Auf Frauen trifft diese Erkenntnis jedoch nicht zu. Die Studie „Comparing waist circumference with body mass index on obesity-related cancer risk: a pooled Swedish study“ wurde kürzlich vom Journal of the National Cancer Institute (JNCI) veröffentlicht. Beim derzeit laufenden Europäischen Adipositas Kongress (ECO) in Málaga wird Fritz heute die Resultate präsentieren.

Für die Analyse wertete Fritz, der am EpiCenter (Direktor: Peter Willeit) der Medizin Uni Innsbruck und an der Universität Lund in Schweden tätig ist, gemeinsam mit seinen schwedischen Kolleginnen Ming Sun und Tanja Stocks die Daten von 339.190 Personen (Durchschnittsalter 51,4 Jahre) aus, die zwischen 1981 und 2019 in verschiedenen schwedischen Bevölkerungsgruppen erhoben wurden und glich diese mit den Krebsdiagnosen des schwedischen Krebsregisters ab. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 14 Jahren nach Erhebung des BMI und des Taillenumfangs wurden 18.185 Adipositas bedingte Krebserkrankungen registriert.

Als Adipositas bedingte Krebsarten gelten laut Definition der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) jene, für die es ausreichend Beweise für den Zusammenhang mit Übergewicht gibt: Speiseröhren-, Magen-, Dickdarm-, Rektum-, Leber-, Gallengangs-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen-, Brust-, Gebärmutterschleimhaut-, Eierstock- und Schilddrüsenkrebs sowie das Nierenzellkarzinom, das Meningeom und das multiple Myelom.

Bauchfett ist bei Männern entscheidend
Die Analyse der aufbereiteten Messdaten ergab bei Männern einen eindeutigen Unterschied der Aussagekraft von Taillenumfang und BMI hinsichtlich der Risikobewertung für die Entwicklung von Adipositas bedingten Krebsformen: So war ein um etwa 11 Zentimeter größerer Taillenumfang (z.B. von 101 Zentimetern gegenüber 90 Zentimetern) mit einem um 25 Prozent höheren Risiko verbunden, an übergewichtsbedingtem Krebs zu erkranken. Ein BMI-Anstieg um 3,7 kg/m² (z. B. ein Vergleich eines BMI von 27,7 kg/m² gegenüber 24 kg/m²) entsprach hingegen lediglich einem um 19 Prozent erhöhtem Risiko. Die beiden Werte – 11 Zentimeter beim Taillenumfang und 3,7 kg/m² beim BMI – entsprechen jeweils etwa einer Standardabweichung in der untersuchten Population und sind daher direkt vergleichbar.

„Der BMI sagt nichts über die Verteilung des Körperfetts aus, während der Taillenumfang ein Hinweis für abdominales Fett („Bauchfett“) ist. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da das abdominale Fett, das sich um die Bauchorgane ansammelt, stoffwechselaktiver ist und mit weiteren gesundheitlichen Nachteilen wie Insulinresistenz, Entzündungen und erhöhten Blutfettwerten in Verbindung gebracht wird. Folglich können Personen mit ähnlichem BMI unterschiedliche Krebsrisiken aufweisen, je nach Fettverteilung“, erklärt Fritz das Ergebnis. Dieses würde darauf hindeuten, dass das Krebsrisiko, das mit dem Taillenumfang und damit mit abdominalem Bauchfett verbunden ist, spezifisch ist und nicht allein mit dem BMI gemessen werden kann.

Taillenumfang bei Frauen weniger aussagekräftig
Bei Frauen fielen die Ergebnisse der Messungen hinsichtlich des Krebsrisikos für den Taillenumfang und für den BMI jedoch ähnlich aus. Zum Beispiel war sowohl ein um etwa 12 Zentimeter größerer Taillenumfang (z.B. 92 Zentimeter gegenüber 80 Zentimeter) als auch ein um 3,7 kg/m² erhöhter BMI (z. B. BMI 28,3 kg/m² gegenüber 24 kg/m²) gleichermaßen mit einem um 13 Prozent erhöhten Risiko verbunden, an Adipositas bedingtem Krebs zu erkranken.

„Das hat uns zunächst selber überrascht. Eine plausible Erklärung ist, dass Männer dazu neigen, Fett viszeral, also direkt um die Bauchorgane, zu speichern, während Frauen im Allgemeinen mehr subkutanes Fett (unter der Haut, Anm.) an der Taille und peripheres Fett ansammeln. Folglich ist der Taillenumfang bei Männern ein genaueres Maß für viszerales Fett als bei Frauen. Dies könnte den Taillenumfang zu einem stärkeren Risikofaktor für Krebs bei Männern machen und erklären, warum der Taillenumfang bei Männern zusätzliche Risikoinformationen liefert, die über das hinausgehen, was durch den BMI vermittelt wird – bei Frauen jedoch nicht“, interpretiert Fritz das Ergebnis. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Fettverteilung bei der Einschätzung des Krebsrisikos stärker berücksichtigt werden sollten. Weitere Forschung ist notwendig, um diese biologischen Unterschiede besser zu verstehen“, schließt er daraus.

Statistische Herausforderung
Selbst Laien können den BMI unkompliziert berechnen (Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße zum Quadrat (m²), siehe z.B.: https://adipositas-gesellschaft.de/bmi/). Der Taillenumfang hingegen lässt sich schwieriger präzise und konsistent messen. „Messfehler führen dazu, dass der tatsächliche Effekt unterschätzt wird – die Ergebnisse werden gewissermaßen verwässert. Um den BMI und den Taillenumfang direkt vergleichen zu können, haben wir die Daten statistisch bereinigt und die zufälligen Messfehler mithilfe der sogenannten Regression Dilution Ratio-Methode korrigiert“, erklärt Studienleiter Fritz. Bei der Berechnung des relativen Risikos für übergewichtsbedingten Krebs berücksichtigten die WissenschafterInnen außerdem weitere Einflussfaktoren, darunter Alter, Rauchverhalten sowie sozioökonomische Merkmale wie Bildung, Einkommen, Geburtsland und Familienstand.

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Dipl.-Ing. Josef Fritz PhD
Institut für Klinische Epidemiologie, Public Health, Gesundheitsökonomie, Medizinische Statistik und Informatik
E-Mail: Josef.Fritz@i-med.ac.at

Originalpublikation:
Ming Sun et al., Comparing waist circumference with body mass index on obesity-related cancer risk: a pooled Swedish study, JNCI: Journal of the National Cancer Institute, 2025, djaf075, https://doi.org/10.1093/jnci/djaf075

Laufschuhe

Ein Forschungsteam des Lehrstuhls Biomechanik der Universität Bayreuth hat Schuhsohlen von mehr als 100 Laufschuhen untersucht. 

Im Ergebnis waren über ein Drittel der Sohlen im Fersenbereich schlecht konstruiert und tragen somit zum Verletzungsrisiko von Läuferinnen und Läufern bei. Über ihre Ergebnisse berichten die Forschenden im Fachjournal Bioengineering.


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What for?

Sport gehört zu einem gesunden Lebensstil und beugt chronischen Krankheiten vor. 

Zu den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen körperlichen Aktivitäten zählt auch das Laufen, das sich wegen der einfachen Umsetzung großer Beliebtheit erfreut: Es braucht keine speziellen Sportanlagen oder Ausrüstung – außer Laufschuhe. Allerdings müssen die Laufschuhe so konzipiert sein, dass sie Verletzungen und chronische Überlastungssyndrome verhindern. Die Verletzungsrate bei Freizeitläufern liegt allerdings bei etwa 45 % pro Jahr. Laufen soll also gesund sein, kann aber tatsächlich schädlich sein. Studien wie die der Bayreuther Forscher helfen dabei, das Design von Laufschuhen zu verbessern und damit Verletzungen beim Sport zu verhindern.
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Die Fersensegmente von Laufschuhen sind für die Dämpfung enorm wichtig. Gut gedämpfte Schuhe absorbieren die Energie, die beim Auftreten entsteht, und verhindern damit, dass das Bein diese Energie aufnehmen muss. Überlastung von Muskeln und Gelenken wird so verhindert. Komprimiert sich das Material der Fersensegmente nur leicht, fühlen sich die Schuhe durch die geringe Dämpfung hart an. Doch auch zu weiches Material kann sich beim Laufen hart anfühlen, da die Ferse durch die zu starke Materialkomprimierung durchschlägt und man den Boden spürt. Es sollte also einen optimalen Punkt zwischen den beiden Extremen geben, an dem die Ferse gut gedämpft ist. „Die bisherigen Standards zur Prüfung des Fersensegments von Spurtschuhen sind nicht optimal, da sie die Schuhe mit einer Energieabsorption von genau fünf Joule testen. Allerdings läuft nicht jeder Mensch gleich, daher produziert nicht jeder bei jedem Fersenauftritt fünf Joule Energie“, sagt Prof. Dr. Franz Konstantin Fuss vom Lehrstuhl Biomechanik der Universität Bayreuth und Leiter der Studie. Daher hält er bessere Methoden für nötig, die nicht auf starren Messwerten basieren.

Fuss hat mit den beiden Doktoranden Tizian Scharl und Niko Nagengast deshalb ein neues Prüfsystem zur Messung der Eigenschaften von Fersensegmenten entwickelt. Diese Methode berechnet das Verhältnis von absorbierter Energie zur aufgebrachten Kraft und bestimmt den sogenannten Schulterpunkt, an dem dieses Verhältnis sein Maximum erreicht, also am meisten Energie bei möglichst geringer Kraft aufgenommen wird. Dieses Maximum ist ideal für die Stoßdämpfung beim Laufen. Mithilfe von vier Messparametern zum Schulterpunkt haben die Bayreuther Forscher 112 Laufschuhe unterschiedlicher Hersteller untersucht und in drei Klassen eingeordnet: überkonstruiert (zu wenig Dämpfung, weil zu hart, d.h. eine zu hohe Kraft wäre nötig, um die optimale Dämpfung zu erreichen), gut konstruiert (optimale Dämpfung) und unterkonstruiert (zu wenig Dämpfung, weil zu weich).

Mit ihrer neuen Methode haben die Forscher aufgedeckt, dass von den 112 getesteten Schuhmodellen 38 % über- oder unterkonstruiert sind. „Diese Konstruktionsfehler sind natürlich von den Herstellern unbeabsichtigt, da bisher keine optimale Testmethode zur Verfügung stand. Dies zeigt allerdings auch, dass Richtlinien für Design und Konstruktion von Fersensegmenten nötig sind, um so Verletzungen vorzubeugen“, sagt Fuss.

Darüber hinaus liefert die Studie erste Ansätze für 3D-gedruckte Schuhsohlen, bei denen die Fersensegmente durch einfaches und systemisches Design individuell an Läuferinnen und Läufer angepasst werden können.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA – Gruppe Angewandte Biomechanik und dem Sportartikelhersteller Puma.

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Prof. Dr. Franz Konstantin Fuss
Lehrstuhl Biomechanik
Universität Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 785 16 101
E-Mail: franzkonstantin.fuss@uni-bayreuth.de

Originalpublikation:
A New Method and Set of Parameters for Evaluating the Cushioning Effect of Shoe Heels, Revealing the Inadvertent Design of Running Shoes. Franz Konstantin Fuss, Tizian Scharl, Niko Nagengast. Bioengineering (2025)
DOI: https://doi.org/10.3390/bioengineering12050467

www.lungensport.ORT

Seit einem Vierteljahrhundert fördert die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland gezielte Bewegungstherapien für Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen. 

Bundesweit gibt es mittlerweile mehr als 2.000 Lungensportgruppen, die Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen wie COPD, Asthma oder Lungenfibrose unterstützen. 

Lungensport ist neben der medikamentösen Therapie die zweite Säule der Behandlung chronischer Lungenerkrankungen. 

"Durch gezieltes Training können Betroffene den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und ihre Selbstständigkeit erhalten“, sagt Prof. Heinrich Worth, Mitbegründer der AG und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga (DAL).

In Deutschland leiden etwa 14 Millionen Menschen an chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen, für die Lungensport eine geeignete Therapieergänzung darstellt. Zu den wichtigsten Zielgruppen zählen:

• Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD): Rund 6,8 Millionen Betroffene (Stand 2023), mit steigender Tendenz (+ acht Prozent seit 2010)
• Asthmatiker: 6,7 Millionen diagnostizierte Fälle (2024), ebenfalls mit Zunahme (+ 17 Prozent seit 2010)
• Betroffene mit Lungenfibrose: Etwa acht Personen pro 100.000 Einwohner (idiopathische Form)
• Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom: Deutlicher Anstieg um 92 Prozent im vergangenen Jahrzehnt

Der Lungensport ist eine spezielle Bewegungstherapie, die zwar nicht die Lungenfunktion verbessert, aber die Leistungsfähigkeit der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems steigert. Dies führt zu mehr Belastbarkeit im Alltag, reduzierter Atemnot und einer höheren Lebensqualität. „Der Lungensport verbessert die psychische Gesundheit, kann Depressionen vorbeugen und fördert Sozialkontakte. Gleichzeitig wird das Krankenhausrisiko durch den stabilisierten Krankheitsverlauf gesenkt“, erklärt der Lungenmediziner Heinrich Worth, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie im Facharztforum Fürth.

Für Betroffene: 

Hier finden Sie die passende Lungensportgruppe und Infomaterial

• Datenbank der Lungensportgruppen
• Teilnahmevoraussetzungen für Lungensportgruppen
• Videos zum Lungensport
• Informationsmaterialien rund ums Training

Für Praxen, Kliniken und Physiotherapie: Wissenschaftliche Empfehlungen und praktische Schulungen

• Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland und der Deutschen Atemwegsliga: „Ambulanter Lungensport und körperliches Training bei Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten“
• Bestellmaterialien der Deutschen Atemwegsliga: Sonderdrucke aktueller Empfehlungen, Inhalationsschulungen, Patientenschulungen, Tagebücher und Pässe, Informationen zur Atemphysiotherapie
• Für Ihre Vorträge stehen Präsentationen zur Sportempfehlung zum Download bereit: ⇒Powerpoint / ⇒PDF

Das Ziel für den Lungensport: Mehr Anbieter, mehr Ortsgruppen und eine schnellere Anerkennung durch Kostenträger. Prof. Worth fordert: „Betroffene brauchen wohnortnahen Zugang zum Lungensport, gerade lokale Angebote müssen weiter ausgebaut werden!“

Auch nach 25 Jahren Lungensport in Deutschland sei die Existenz von Lungensportgruppen weder selbstverständlich noch ein Selbstläufer, betont Heinrich Worth. „Wir müssen kontinuierlich daran arbeiten, dass weitere Gruppen entstehen, um so möglichst wohnortnahe Angebote zu schaffen. Dafür brauchen wir für die Gruppen mehr qualifizierte Übungsleiterinnen und -leiter, eine gesicherte ärztliche Betreuung und vor allem eine schnelle Anerkennung neuer Gruppen durch die Kostenträger – die¬ Krankenkassen oder Rentenversicherung“, so der Mediziner. Derzeit gebe es rund 750 Anbieter von Lungensportgruppen. „Für die bundesweit flächendeckende und wohnortnahe Versorgung müssen mindestens 1.000 Lungensport-Anbieter und 2.500 Ortsgruppen unser Ziel sein.“

Mehr Informationen für Lungensport-Anbieter und Übungsleiterinnen und -leiter gibt es von der Arbeitsgemeinschaft Lungensport unter: 

www.lungensport.ORT


Weitere Informationen finden Sie unter
Aktuelles Videointerview mit Prof. Worth (04/2025)

Psychotherapie bei Schmerz – individuell zugeschnitten

Rund ein Viertel der Menschen in Deutschland leidet an chronischen Schmerzen – also Beschwerden, die länger als drei Monate andauern. Rückenschmerzen, Gelenkprobleme oder diffuses Ziehen in Muskeln und Gliedmaßen: 

Die Ursachen sind vielfältig, die Auswirkungen auf Lebensqualität und Alltag oft erheblich. 

Auch das Gesundheitssystem ist stark belastet – mit geschätzten Kosten von rund zehn Milliarden Euro jährlich.

Am Campus Landau der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) startet jetzt eine neue Studie, die an genau diesem Punkt ansetzt: „POINT Pain“ heißt das Projekt, das untersuchen will, wie wirksam psychotherapeutische Hilfe bei chronischen Schmerzen ist – und ob eine personalisierte Behandlung bessere Ergebnisse bringt als standardisierte Verfahren.

Psychotherapie bei Schmerz – individuell zugeschnitten

„Chronische Schmerzen sind eine wahnsinnig komplexe Erkrankung. Keine zwei Schmerzverläufe sind gleich“, sagt Dr. Saskia Scholten, Psychologin und Leiterin der Studie. „Möglicherweise werden die bisherigen Therapieansätze dieser Vielfalt nicht immer gerecht.“

In „POINT Pain“ vergleichen Forschende der RPTU deshalb zwei Formen der psychologischen Schmerztherapie: eine bewährte, standardisierte Verhaltenstherapie – und eine personalisierte Version, die stärker auf individuelle Besonderheiten eingeht. Das Besondere am Studiendesign: Alle Teilnehmenden durchlaufen beide Varianten. So lässt sich nicht nur wissenschaftlich evaluieren, was besser hilft – die Teilnehmenden erhalten auch direkt Rückmeldung zu ihren persönlichen Fortschritten.

Alltagstauglich, alltagsnah – mit digitaler Begleitung

Um die Therapie so lebensnah wie möglich zu gestalten, werden die Erhebungen nicht nur in der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz, sondern direkt im Alltag der Teilnehmenden durchgeführt – per App, mit der Fragebögen auf dem Smartphone beantwortet werden können.

„Psychologische Therapie kann auch dann helfen, wenn keine weiteren psychischen Probleme vorliegen“, betont Prof. Dr. Julia Glombiewski, Mitinitiatorin der Studie. „Unser Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern – durch gezielte Schmerzbewältigung und mehr Handlungsfähigkeit im Alltag.“

Wer kann teilnehmen?

Mitmachen können Erwachsene, die seit mindestens sechs Monaten unter chronischen Schmerzen leiden – mit Ausnahme von ausschließlich Kopf- oder Migräneschmerzen. Voraussetzung ist ein Smartphone sowie die Bereitschaft, an einer psychotherapeutischen Behandlung teilzunehmen. Die Sitzungen finden entweder in Präsenz in Landau oder per Video statt. Zusätzlich sind drei persönliche Termine sowie ein Besuch pro Quartal in der Universitätsambulanz des WiPPs an der RPTU in Landau vorgesehen.

Die Teilnahme ist kostenfrei, da die Therapie regulär über die Krankenkasse beantragt wird. 

Ein Pluspunkt: Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann durch die Studienteilnahme deutlich verkürzt werden.

Weitere Informationen finden Interessierte unter https://tinyurl.com/point-pain oder über das Studienteam per Telefon unter 06341 280 356-53 bzw. per E-Mail an point-pain@projects.rptu.de.

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Felicitas Kininger
+49 6431 280-356 53
f.kininger@rptu.de
point-pain@projects.rptu.de

Team Aortenchirurgie

Die Herzchirurgin Dr. Ezin Deniz wurde mit dem Georg-Wilhelm-Rodewald-Preis ausgezeichnet.


„Man sollte mit Leidenschaft und Spaß in seinem Beruf arbeiten“, sagt Dr. Ezin Deniz. Sie spricht aus Überzeugung, denn sie hat ihren Traumberuf gefunden. 

Die 38-Jährige ist Herzchirurgin und arbeitet im Team Aortenchirurgie der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Für ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der thorakalen Aortenchirurgie wurde Dr. Deniz mit dem diesjährigen Georg-Wilhelm-Rodewald-Preis geehrt. Die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ist mit 2.000 Euro dotiert.

Viele Notfälle

Die Aorta, also die Hauptschlagader, ist Dr. Deniz großes Interessengebiet. Über abzweigende Gefäße versorgt sie den gesamten Körper mit sauerstoffreichem Blut. Erkrankungen der Aorta sind meist komplex und Operationen nicht selten Notfälle, beispielsweise wenn eine Patientin oder ein Patient mit einem eingerissenen Aneurysma eingeliefert wird. Ein Aneurysma ist eine krankhafte Aussackung der Aorta. „Wenn es zwischen den Wandschichten einreißt, muss alles sehr schnell gehen, weil es sehr gefährlich werden kann“ erklärt Dr. Deniz. „Das ganze Team muss dann auf Knopfdruck funktionieren. Unser Handeln ist lebensentscheidend“, betont sie. Hochkonzentriert von null auf hundert – das mag die Chirurgin. Etwa 25 bis 30 Notfälle versorgt das Team der Aortenchirurgie jedes Jahr. Wesentlich ruhiger geht es bei den geplanten Operationen zu. Im Bereich der Aorta sind das etwa zwei bis drei pro Woche. „In der Chirurgie kann man in kurzer Zeit helfen und sieht sofort das Ergebnis seiner Arbeit. Das gefällt mir an meinem Beruf“, sagt Dr. Deniz. Doch sie steht nicht nur am Operationstisch. Darüber hinaus arbeitet sie auch in der aortenchirurgischen Ambulanz, wo sie neue Patientinnen und Patienten untersucht und berät sowie bereits Operierte nachkontrolliert.

Innovative Operationsmethode

Dr. Deniz hat sich auf minimalinvasive Operationsmethoden der thorakalen Aorta spezialisiert. „Thorakal“ bezeichnet den im Brustraum verlaufenden Teil der Aorta. Um minimalinvasive Operationsmethoden geht es auch in ihrer mit dem Georg-Wilhelm-Rode-Preis ausgezeichneten Arbeit. Darin beschäftigt sich die Herzchirurgin mit der Frage, ob der minimalinvasive Ersatz der aufsteigenden Aorta durch eine Prothese auch auf den Aortenbogen erweitert werden kann. Dieser Eingriff gilt als sehr anspruchsvoll, da aus dem Aortenbogen drei Arterien entspringen, die neben den Armen auch das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. „Wir wollten herausfinden, ob sich die Ergebnisse der minimalinvasiven Operationsmethoden für den aufsteigenden Teil und für den Aortenbogen voneinander unterscheiden“ erklärt Dr. Deniz. Das Resultat ist eine gute Nachricht für die Patientinnen und Patienten: „Minimalinvasiv können für den Aortenbogen genauso gute Ergebnisse erzielt werden wie für den aufsteigenden Teil der Aorta. Im Nachgang gibt es weder mehr Schlaganfälle noch mehr Blutungen. Und auch das Langzeitüberleben ist gleich“, stellt Dr. Deniz fest. Dass der Aortenbogen minimalinvasiv mit einer Prothese versorgt werden kann, ist ein großer Vorteil für die Betroffenen. Denn bei minimalinvasiven Eingriffen kommt es generell zu weniger Komplikationen und auch die Verweildauer in der Klinik ist kürzer.

Unterstützung von den Chefs

In ihrem Team ist Dr. Deniz die einzige Frau, die operiert. In der gesamten Abteilung der Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie mit mehr als 40 Ärztinnen und Ärzten hat sie zumindest drei operierende Kolleginnen. Die Chirurgie, insbesondere die Herzchirurgie, ist immer noch eine Männerdomäne. So gab es bis vor wenigen Jahren in Deutschland keine einzige herzchirurgische Chefärztin. „Doch das Bild ändert sich,“, sagt Dr. Deniz. Inzwischen studieren in Deutschland deutlich mehr Frauen als Männer Medizin. Und auch die Chirurgie wird langsam weiblicher. Dr. Deniz absolvierte ihr Medizinstudium an der MHH und entschied sich während des anschließenden Praktischen Jahres für die Herzchirurgie. 2023 schloss sie ihre Facharztausbildung ab. „Ich habe das große Glück, dass sowohl unser Klinikdirektor als auch mein Bereichsleiter Frauen fördert“, erklärt die Herzchirurgin. Im Team von Professor Dr. Aron-Frederik Popov kann sie klinisch und wissenschaftlich alles aus sich herausholen. Dazu gehören auch wissenschaftliche Publikationen wie die mit dem Preis ausgezeichnete Arbeit.

Leidenschaft und Freude

So möchte Dr. Deniz gerne weitermachen. Dann, so hofft sie, kann sie auch bald ihre Habilitation einreichen. „Mein Beruf ist für mich sehr wichtig“, betont sie. „Ich mache meine Arbeit mit Leidenschaft und Freude. Das kompensiert oft auch den Stress und die Überlastung, die es fast überall in der Medizin gibt.“ Außerhalb der Klinik findet Dr. Deniz beim Sport und mit ihrer Familie Ausgleich und Abwechslung. „Ich habe keine eigenen Kinder, dafür aber fünf Geschwister und zahlreiche Nichten und Neffen.“ Egal, ob eigene Kinder und Familie oder nicht – Dr. Deniz findet, dass alle Chirurginnen die Chance haben sollten, sich beruflich zu verwirklichen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Ezin Deniz, 

deniz.ezin@mh-hannover.de