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Stefan Sauerland: Gallenkolik und Gallenblasenentfernung: Bitte Anspruch auf Zweitmeinungsverfahren nutzen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Sollte bei Problemen mit Gallensteinen rasch eine Gallenblasen-OP geplant werden? 

Nicht zu voreilig!

https://www.asv-servicestelle.de/ 

Laut einer aktuellen Studie, die von IQWiG-Experte Stefan Sauerland kommentiert wurde, kann Abwarten bei symptomatischer Gallensteinerkrankung eine sinnvolle Option sein.

  • Wenn Gallensteine Beschwerden machen und beispielsweise eine Kolik verursachen, so ist dies die klassische Indikation zum Entfernen der Gallenblase. 
  • Denn dadurch lassen sich nicht nur die akuten Beschwerden lindern, sondern auch Komplikationsrisiken vermindern. 
  • Bei Gallensteinen fürchtet man vor allem, dass diese in die Gallenwege rutschen und dort Blockaden und schwere Entzündungen verursachen. 
  • CAVE: Dadurch könnten auch Leber und Bauchspeicheldrüse geschädigt werden.


OP-Indikation oft nicht eindeutig


Weil das Gallensteinleiden in Deutschland sehr häufig ist, zählt die Gallenblasenentfernung zu den häufigsten Operationen: 

Pro Jahr wird bei etwa 175 000 Frauen und Männern die Gallenblase entfernt – schon nach einer ersten Gallenkolik kommt es bei etwa 20 Prozent der Patientinnen und Patienten zur Gallenblasenentfernung. 

Dabei bleibt aber die genaue Indikation und der richtige Zeitpunkt für die Gallenblasenentfernung eine Grauzone: 

Einige Experten und Expertinnen plädieren für ein zügiges Operieren. 

Man weiß aber, dass etwa die Hälfte aller Patientinnen und Patienten in den folgenden zehn Jahren auch ohne Operation beschwerdefrei bleiben würde. 

So plädieren auch Stefan Sauerland, Leiter des IQWiG-Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren, und sein Kollege Mike Ralf Langenbach, Leiter der Klinik für Allgemein-, Viszeralchirurgie und Koloproktologie des Evangelischen Krankenhauses Lippstadt, in einem Editorial im British Medical Journal (BMJ) für eine zurückhaltende Behandlung mit individueller Risikoabwägung.

C-GALL-Studie zeigt kaum Unterschiede zwischen Operation und Abwarten

Anlass für das Editorial war eine große vergleichende Studie namens C-GALL. 

In dieser Studie wurde bei Erwachsenen mit unkompliziert symptomatischen Gallensteinen gemäß zufälliger Zuteilung entweder die Gallenblase minimalinvasiv entfernt oder konservativ behandelt. 

Da die Ergebnisse zu Schmerzen, Lebensqualität und Komplikationsraten nach einem Studienjahr in beiden Gruppen ähnlich waren, schlussfolgern die Autorinnen und Autoren der Studie, dass die konservative Behandlung eine vertretbare Option für Patienten mit unkomplizierten symptomatischen Gallensteinen sei und bei bestimmten Patienten sogar vorzuziehen sein könnte. 

Auch Stefan Sauerland und sein chirurgischer Kollege Ralf Langenbach teilen diese Einschätzung. Zwar ist in manchen Fällen die rasche Entfernung der Gallenblase eindeutig die beste Lösung. Abhängig von individuellen Risikofaktoren und Patientenwunsch sei aber bei vielen Patientinnen und Patienten eine konservative Behandlung zumindest einen Versuch wert. Die Operation als Standardlösung für ein Gallensteinleiden sei keine gute Idee – insbesondere nicht bei weniger schweren und atypischen Symptomen, weil hier eine Operation zum Teil keine Symptomverbesserung bringe. In einer niederländischen Studie habe man durch ein bewusst zurückhaltendes Behandlungskonzept die Rate der Gallenblasenoperationen um acht Prozent senken können, ohne dass mehr Komplikationen auftraten. 

Unverzichtbar sei in jedem Fall eine individuelle Entscheidung gemeinsam mit den Betroffenen.

IQWiG bietet Entscheidungshilfe an


Für Patientinnen und Patienten hat das IQWiG bereits eine Entscheidungshilfe entwickelt, die dabei helfen soll, sich über grundsätzliche und über die persönlichen Vor- und Nachteile einer Gallenblasenentfernung zu informieren. 

Zuvor hatte das IQWiG bereits im Rahmen eines G-BA-Auftrags vorgeschlagen, in Deutschland auch ein Zweitmeinungsverfahren für die Gallenblasenentfernung zu ermöglichen, damit sich Betroffene bei Zweifeln vor einer möglichen Operation eine zweite ärztliche Meinung einholen können. 

Seit 2023 haben gesetzlich Versicherte in Deutschland einen Anspruch auf dieses Zweitmeinungsverfahren. 

Bemerkenswert an der C-GALL-Studie zur Gallenblasenentfernung ist im Übrigen auch, dass diese im Rahmen des britischen HTA-Programms finanziert wurde. HTA (= Health Technology Assessment) bezeichnet die systematische Bewertung von Gesundheitsleistungen. 

Das IQWiG als deutsche HTA-Organisation verfügt – anders als die britischen Nachbarn – jedoch kaum über Möglichkeiten, um bedeutsame Gesundheitsfragen durch klinische Studien beantworten zu lassen. 

„Es ist schade, dass wir immer wieder relevante Lücken im medizinischen Wissen feststellen, für das Schließen dieser Lücken aber keine Handlungsoptionen in den Händen halten“, kommentiert Stefan Sauerland diese Situation. 

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idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Jens Flintrop Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Im Mediapark 8
50670 Köln
Deutschland
Nordrhein-Westfalen

Jens Flintrop
Telefon: 0221 35685-151
E-Mail-Adresse: jens.flintrop@iqwig.de 
Originalpublikation: https://www.bmj.com/content/383/bmj.p2624


Ausschreibung Promotionsthemen in der Klinik fr Infektiologie und Intensivmedizin

Liebe Studierende,

heute möchten wir Sie auf fünf spannende Promotionsthemen in der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin (CVK) aufmerksam machen. 

Neben einem klinisch-experimentellen Thema bieten wir Ihnen vier Themen mit bioinformatischen Anteilen oder Schwerpunkten an, die sich für Interessierten auch als Einstieg in eine tiefere Auseinandersetzung mit programmatischer Datenanalyse eignen. 

Für alle Themen suchen wir Studierende ab dem siebten Semester. 

Die Details zu den unten genannten Themen finden Sie im Anhang.

Projekt 1: Charakterisierung der zeitlichen Koevolution von HIV-Persistenz und antiviralen Immunantworten (KOHIVI)
 

Projekt 2: Bringing artificial intelligence to the clinic ? a randomized trial on AI-based guideline matching for chronic diseases

Projekt 3: The impact of pathogen genetics on the transmissibility of Mycobacterium tuberculosis
 

Projekt 4: Pathogen-specific disease mechanisms in pneumonia
 

Projekt 5: Deconvolution-enhanced infection classification based on host blood RNA sequencing data
 

Die ausschreibenden Arbeitsgruppen (AG Buchauer, AG Gaebler, AG Gröschel) sowie weitere Forschungsgruppen in der Infektiologie (AG Sander, AG Kurth und weitere) befinden sich in direkter räumlicher Nähe zueinander und stehen in regem interdisziplinären Austausch, wodurch sich ein dynamisches, anregendes Forschungsumfeld mit vielen Promovierenden und Postdocs ergibt.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine angenehme Weihnachtszeit.

Christian Gaebler, Matthias Gröschel und Lisa Buchauer

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Prof. Dr. rer. nat. Lisa Buchauer
Systems Biology of Infectious Diseases
https://libuchauer.github.io

Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin
Charité 

Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1 / Südring 2
13353 Berlin
  







Medizin am Abend Berlin - TEAM VOR Ort in der Fort- und Weiterbildung der Rhythmologie - PRO- und Contra Debatte

 Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit:

https://www.asv-servicestelle.de/
































Prof. Antonios Douros: Magenkeim Helicobacter pylori (HP) gelangt ins zentrale Nervensystem: Magenschleimhautentzüngung, Magenkarzinom

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Infektion mit Magenkeim könnte Alzheimer-Risiko erhöhen

Eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori könnte das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, erhöhen: 

Bei Menschen über 50 Jahren kann das Risiko nach einer Infektion mit Symptomen um durchschnittlich 11 Prozent erhöht sein, rund zehn Jahre nach der Infektion sogar um 24 Prozent. 

Das legen die Ergebnisse einer Studie von Charité – Universitätsmedizin Berlin und McGill University (Kanada) nahe, die nun im Fachmagazin Alzheimer's & Dementia* publiziert wurden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Krankenhausstatistik - Kostennachweis 

Die Forschenden haben Patientendaten aus drei Jahrzehnten analysiert.

  • Demenzerkrankungen werden in einer alternden Bevölkerung weiter zunehmen: 
  • In den nächsten 40 Jahren wird sich die Häufigkeit von Demenz voraussichtlich verdreifachen. 

Da bisher keine Heilung in Sicht ist, versucht man, die Risikofaktoren für Demenz aufzuspüren – in der Hoffnung, diese dann ausschalten zu können.

Helicobacter pylori gelangt ins zentrale Nervensystem

Als einen möglichen Risikofaktor hat die Forschung schon länger den Magenkeim Helicobacter pylori (Hp) im Blick. 

  • Mit diesem Bakterium ist knapp ein Drittel aller Menschen in Deutschland infiziert. 

Eine Infektion kann symptomlos verlaufen, aber auch Magenschleimhautentzündungen und sogar Magenkarzinome verursachen. 

Auch ein Zusammenhang zwischen einer Hp-Infektion und dem zentralen Nervensystem ließ sich in zahlreichen Laborstudien finden. 

„Wir wissen, dass das Bakterium über verschiedene Wege das Gehirn erreichen kann und dort unter Umständen zu Entzündungen, Schädigungen und dem Verfall von Nervenzellen führt“, erklärt Prof. Antonios Douros, Pharmakoepidemiologe an der Charité und Erstautor der Studie. 

  • Außerdem kann ein durch den Keim geschädigter Magen Vitamin B12 und Eisen nicht mehr gut aufnehmen, was ebenfalls das Demenz-Risiko erhöht.


Viele der bisherigen Studien zum Zusammenhang zwischen einer Helicobacter-pylori-Infektion und Alzheimer hatten jedoch methodische Schwächen – zum Beispiel, weil die Anzahl der Menschen, die in der Studie berücksichtigt wurden, zu klein war. Das führte auch dazu, dass man bisher nicht genau sagen konnte, wie stark der Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Hp und Alzheimer-Demenz ist.

Bevölkerungsrepräsentative Studie mit über vier Millionen Menschen

Diese Schwächen auszubügeln ist Antonios Douros zusammen mit Prof. Paul Brassard von der McGill University in Montreal (Kanada) und ihren Kolleg:innen nun gelungen. Sie berücksichtigten in ihrer Studie mit über vier Millionen Menschen nicht nur sehr viele Personen, sondern auch den zeitlichen Abstand zwischen einer Hp-Infektion und einer möglichen Erhöhung des Alzheimer-Risikos. Anhand der Daten aus elektronischen Patientenakten aus Großbritannien konnten sie den Zusammenhang zwischen dem Magenkeim Helicobacter pylori und Alzheimer-Demenz im Verlauf eines Lebens quantifizieren.

„Unsere Studie zeigt, dass symptomatische Infektionen mit Helicobacter pylori nach dem 50. Lebensjahr mit einem um elf Prozent erhöhten Risiko für Alzheimer-Demenz einhergehen können. 

Die Risikoerhöhung erreicht ihren Maximalwert von 24 Prozent etwa ein Jahrzehnt nach der Hp-Infektion“, fasst Antonios Douros die Ergebnisse zusammen. 

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Mensch nach einer symptomatischen Hp-Infektion zwangsläufig an Alzheimer erkranken wird. Bei den Berechnungen handelt es sich um eine Erhöhung des relativen Risikos im Vergleich zu Personen, die keine symptomatische Hp-Infektion nach dem 50. Lebensjahr hatten.

Sind Hp-Infektionen ein beeinflussbarer Risikofaktor?

„Für uns bekräftigt dieses Ergebnis die Annahme, dass eine Helicobacter-pylori-Infektion ein beeinflussbarer Risikofaktor für Alzheimer-Demenz sein könnte“, schlussfolgert der Pharmakoepidemiologe. 

Ob und in welchem Maß die konsequente, flächendeckende Bekämpfung dieses Magenkeims durch sogenannte Eradikationsprogramme die Entwicklung von Alzheimer tatsächlich beeinflusst, muss allerdings erst in groß angelegten randomisierten Studien getestet werden.

*Douros A et al. Clinically apparent Helicobacter pylori infection and the risk of incident Alzheimer's disease: a population-based nested case-control study. Alzheimers Dement 2023 Dec 13. doi: 10.1002/alz.13561

Über die Studie
Die Studie entstand unter der Federführung von Dr. Antonios Douros, Heisenberg-Professor am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité, und Dr. Paul Brassard, Associate Professor an der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften der McGill University in Montreal (Kanada). Für die Studie wurde auf repräsentative Daten aus elektronischen Patientenakten aus Großbritannien zurückgegriffen. 

Die anonymisierten Akten enthalten neben den Diagnosen, Arzneimittelverschreibungen und Laborwerten weitere wichtige Informationen beispielsweise zu Gewicht, Rauchgewohnheiten oder Alkoholkonsum, die zu Forschungszwecken ausgewertet werden können. Gefördert wurde die Studie von einem Project Grant der Canadian Institutes of Health Research. 

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E-Mail-Adresse: manuela.zingl@charite.de
Originalpublikation:

https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alz.13561