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Professor Dr. Siegfried Geyer: Morbiditätsexpansion -

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: MHH-Forschung: Jüngere Generation wird früher und häufiger krank als ältere

Eine Forschergruppe der Medizinsoziologie untersucht die Gesundheitsentwicklung in der Bevölkerung und kommt zu überraschenden Ergebnissen. 

  • Von den Verbesserungen der Lebensbedingungen, den Fortschritten in der Medizin und dem allgemeinen Wissen um eine gesunde Lebensweise profitiert vor allem die ältere Generation. 
  • Die jüngeren Jahrgänge werden wieder früher und häufiger krank. 

Daraus ergeben sich Herausforderungen für das Gesundheitssystem, die Wirtschaft und jeden einzelnen Menschen. 

Nicht alle Menschen bleiben bis ins hohe Alter gesund – gerade jüngere Generationen werden wieder früher und häufiger krank. Nicht alle Menschen bleiben bis ins hohe Alter gesund – gerade jüngere Generationen werden wieder früher und häufiger krank. Copyright: Tina Götting/MHH.

Trotz höheren Alters stehen sie mitten im Leben, sind gesund, aktiv und geistig hellwach – die Rede ist von den „jungen Alten“. 

Wer heute in Rente geht, hat statistisch gesehen weitaus mehr Lebensjahre vor sich als seine Großeltern. 

Die ältere Generation profitiert von den verbesserten Lebensbedingungen nach dem zweiten Weltkrieg: weniger schwere körperliche Arbeit, bessere Ernährung, gute medizinische Versorgung und mehr Gesundheitsbewusstsein. 

„Bereits Anfang der 1980er Jahre stellte der amerikanische Mediziner James Fries die These auf, dass aufgrund der insgesamt besseren Lebensumstände die Erkrankungsraten sinken und das Auftreten von Krankheiten und Behinderungen sich nach hinten in spätere Lebensphasen verschiebt“, erklärt Professor Dr. Siegfried Geyer, Leiter der Medizinischen Soziologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Von dieser positiven Perspektive ausgehend untersuchte Professor Geyer gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe, wie sich der Gesundheitszustand unterschiedlicher Altersgruppen in der Bevölkerung entwickelte.

Kompression und Expansion

Professor Geyer und sein Team beschäftigen sich bereits seit 2014 mit dem Thema „Kompression und Expansion der Morbidität“. So lautet auch der Titel ihres Forschungsschwerpunkts. Morbidität bezeichnet die Beeinträchtigung eines Individuums oder einer Bevölkerungsgruppe durch Krankheit. Von Morbiditätskompression sprechen die Fachleute, wenn Krankheiten oder Behinderung insgesamt seltener oder im Lebensverlauf später auftreten. Ist das der Fall, wird gesunde Lebenszeit gewonnen.  

Bei einer Morbiditätsexpansion hingegen treten Erkrankung oder Behinderung insgesamt häufiger oder im Laufe des Lebens früher auf. Ist das so, geht gesunde Lebenszeit verloren. Die Menschen leben dann mehr Lebensjahre mit Beeinträchtigungen und Behandlungsbedürftigkeit.

Breites Spektrum an Studien

Für die Übersichtsarbeit werteten die Forschenden nationale und internationale Studien aus und stellten eigene Recherchen an. Außerdem nutzten sie Daten der AOK Niedersachsen, die eine breite Sozialstruktur abbilden. „Wir haben uns den Zeitraum von 2005 bis 2019 angeschaut und zu verschiedenen Zeitpunkten Kohorten gleichen Alters miteinander verglichen“, sagt Professor Geyer. Das überraschende Ergebnis: Der sich früher über Jahre verbessernde Gesundheitszustand der Älteren setzt sich bei den später geborenen Generationen nicht fort. Diese Entwicklung findet sich beispielsweise auch für die USA.

Ältere: Bessere Gesundheit und längeres Leben

Der Gesundheitszustand der heutigen älteren Generation, also der Menschen, die bis in die 1950er und 1960er Jahren geboren wurden, hat sich deutlich verbessert: Alle Arten von Herzkreislauferkrankungen nahmen ab oder verschoben sich in ein höheres Lebensalter. Das gleiche gilt auch für Schlaganfälle und Lungenkrebs, primär bei Männern. Parallel zum Rückgang des Nikotinkonsums verringerte sich von 2006 bis 2017 die Lungenkrebsrate bei Männern um 31 Prozent. Auch demenzielle Erkrankungen treten in der Altersgruppe seltener oder später auf. Für die genannten Erkrankungen fand bei dieser Generation also eine deutliche Morbiditätskompression statt. „Es gibt bildungs- und einkommensabhängige Unterschiede, aber insgesamt hat die ältere Generation deutlich an Gesundheit gewonnen“, betont Professor Geyer.

Jüngere: Schon früh Adipositas und Diabetes Typ 2


Zu den Erkrankungen, deren Rate über alle Altersgruppen hinweg stieg, gehört Diabetes mellitus Typ 2. Hier stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler also eine Morbiditätsexpansion fest. Besorgniserregend ist, dass die Erkrankung immer häufiger schon im frühen Erwachsenenalter auftritt. „Das ist mit einer verlängerten Erkrankungsdauer und einem erhöhten Risiko für Komorbiditäten verbunden, das heißt, dem zusätzlichen Auftreten von Begleiterkrankungen“, stellt Professor Geyer fest. Das zeige sich bereits in den Altersgruppen der 18- bis 45-Jährigen. Alarmierend ist auch die Entwicklung von starkem Übergewicht, Adipositas genannt, in jungen Lebensjahren. So hat sich der Anteil adipöser Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren im Zeitraum von 2004 bis 2020 fast verdoppelt. Er stieg von insgesamt 12,7 auf 23,4 Prozent an. Adipositas begünstigt wiederum Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Fettleber.

Herausforderungen für Sozialsystem, Gesundheitsbranche und Wirtschaft

„Die These der Morbiditätskompression von James Fries hat sich in unserer Untersuchung nur für die heute ältere Generation bestätigt. Sie ist wesentlich gesünder als die Generation ihrer Eltern und Großeltern. Diese positive Entwicklung setzt sich aber bei den später Geborenen nicht fort“, fasst Professor Geyer die Ergebnisse der Übersichtsarbeit zusammen. 

Bei der jüngeren Generation sei eine Morbiditätsexpansion festzustellen. 

Der schlechtere Gesundheitszustand gehe zudem einher mit einer demografischen Verkleinerung der Gruppe jüngerer Menschen. 

Dies könne enorme Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme und die Wirtschaft haben.

 „Die Krankheitsfälle werden zukünftig zunehmen und die Gesundheitskosten steigen“, befürchtet der Medizinsoziologe. 

Um dem entgegenzuwirken, müssten die Arbeitsbedingungen einzelner Berufsgruppen stärker ins Blickfeld rücken. 

Früher galten hauptsächlich körperliche Belastungen und Schadstoffexpositionen als Gesundheitsrisiko. 

Heute hingegen ergeben sich Risiken aus überwiegend sitzender Tätigkeit. Professor Geyer: 

„Wir bewegen uns zu wenig. 

Es bedarf dringend präventiver Maßnahmen am Arbeitsplatz.“ 

Und auch bei der Ernährung läuft vieles falsch. 

Denn während durch die veränderte Lebensweise der notwendige Kalorienbedarf über die Jahre stetig gesunken ist, ist der tatsächliche Kalorienverbrauch ständig gestiegen. 

Unabhängig vom Bildungsstand hat sich der Anteil adipöser junger Menschen in den vergangenen Jahren fast verdoppelt.

 Unabhängig vom Bildungsstand hat sich der Anteil adipöser junger Menschen in den vergangenen Jahren fast verdoppelt. Copyright: Geyer/Sperlich/MHH.

Einen Fachbeitrag über die Arbeit finden Sie unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/228548/Kompression-und-Expansion-der-Morbidita...

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Dr. med. Kami Pekayvaz: Prof. Dr. Konstantin Stark: Gefässmuskelzellen und Gefäss-Entzündungen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Entzündliche Botenstoffe: böse Buben, gutes Werk

  • Bei der Entstehung der Atherosklerose in den Gefäßwänden spielen unter anderem Fresszellen (Makrophagen) eine besonders relevante Rolle und werden durch ganz bestimmte Botenstoffe des Immunsystems im Sinne einer schädlichen Dauerentzündung rekrutiert. 

Aber diese Botenstoffe haben zwei Gesichter, wie Forschende des LMU Klinikums um Dr. Kami Pekayvaz und Prof. Dr. Konstantin Stark mit Kollegen anderer Institutionen entdeckt haben: 

  • Die ansonsten entzündungsfördernd wirkenden Botenstoffe sind innerhalb der Gefäßwand – ausgeschüttet von Gefäßmuskelzellen – überraschenderweise entzündungshemmend. 

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal Immunity veröffentlicht.

  • Atherosklerose entsteht, wenn Cholesterinablagerungen sich in der Wand von Blutgefäßen ansammeln und Entzündungszellen in die Gefäßwand einwandern. 
  • Dort baut sich eine schädliche Entzündungsreaktion auf, die sich verselbstständigt, chronisch wird und zu Ablagerungen führt, die im Fachjargon Plaques genannt werden. 
  • Sie verengen die Gefäße. 

Mehr noch: 

Auf den Plaques können Gerinnsel entstehen und sich lösen, durch das Blut wandern und Gefäße im Herzen oder im Gehirn verstopfen. 

Dadurch entsteht ein Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Makrophagen gehören zu den Immunzellen, die in den Geweben unseres Körpers unter anderem Zelltrümmer entsorgen und weitere wichtige Funktionen erfüllen. 

Aber: Sie sind auch wesentlich an der atherosklerotischen Plaque-Bildung in der Gefäßwand beteiligt. 

 „Bisher war nur bekannt, wie die Fresszellen zur atherosklerotischen Ablagerung rekrutiert werden und zur Krankheitsentstehung beitragen“, sagt Dr. Kami Pekayvaz, Erstautor der Studie. 

Dabei spielen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems – CCL2 und MIF genannt – eine entscheidende Rolle.

Die Forschenden untersuchten in ihrer Studie nun mittels moderner Analyse-Methoden detailliert, was nach der Rekrutierung von Fresszellen in die Gefäßwand geschieht. 

Sie entschlüsselten, wie Muskelzellen in der Gefäßwand das lokale Entzündungsmilieu aktiv beeinflussen – und machten eine überraschende Entdeckung: 

  • Gefäßmuskelzellen schütten die als besonders schädlich geltenden Botenstoffe CCL2 und MIF aus, die stark auf die Funktion und die Verteilung von Fresszellen wirken.
  • Dies führt aber nicht zu einer entzündungsfördernden Beeinflussung von Fresszellen, sondern sichert die normalen, gesunden Funktionen der Fresszellen. 

Denn als die Wissenschaftler die Ausschüttung von CCL2 und MIF verhinderten, starben die Makrophagen ab oder arbeiteten nicht mehr richtig, „was die Entstehung der Gefäß-Entzündung und der Atherosklerose beschleunigte“, sagt Pekayvaz. 

Abhängig vom Ort in der Gefäßwand entfalten die eigentlich bösen Buben mithin einen schützenden Effekt für den atherosklerotischen Prozess, der weltweit Millionen Menschen das Leben kostet.

Diese Entdeckung ist sehr wichtig für die weitere Herz-Kreislauf-Forschung, denn in ihren Laboren arbeiten Forschende weltweit an antientzündlichen Therapien. 

„Diese Therapien sollten aber nicht die potentiell vorteilhaften Effekte der Botenstoffe in gewissen Bereichen des Gefäßsystems blockieren und sollten somit zellspezifisch sein“, sagt der Münchner Forscher, „um die Wirkung dieser innovativen Behandlungsansätze optimal zu gestalten“. 

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Dr. med. Kami Pekayvaz
Medizinische Klinik I
LMU Klinikum München
Tel: +49 89 2180-76505
E-Mail: kami.pekayvaz@med.uni-muenchen.de

 Philipp Kressirer Klinikum der Universität München

Pettenkoferstraße 8a
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Telefon: 089 / 4400 - 58070
Fax: 089 / 4400 - 58072
E-Mail-Adresse: philipp.kressirer@med.uni-muenchen.de
Originalpublikation:

Mural cell-derived chemokines provide a protective niche to safeguard vascular macrophages and limit chronic inflammation
Pekayvaz et al., 2023, Immunity 56, 1–17
DOI: https://doi.org/10.1016/j.immuni.2023.08.002

 

Professor Alasdair MacLullich: CAVE: Delirium - Delirsyndrom

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Was bei Delir im Körper passiert: Neueste Forschungsergebnisse und deren Auswirkungen

  • Einer von vier älteren Menschen im Krankenhaus leidet am Delirium, kurz Delir – einem Syndrom, das sich zum Beispiel durch:
  • kognitive Defizite, 
  • Schläfrigkeit, 
  • Unruhe, 
  • Wahnvorstellungen 
  • oder Stress äußert. 
  • Ein höheres Sterberisiko, längere Klinikaufenthalte oder ein höheres Risiko für eine spätere Demenz können Folgen sein. 

Wie die Auslöser von Delir, die meist außerhalb des Gehirns liegen, auch zu Veränderungen im Gehirn führen und mit Demenz in Verbindung stehen können, wurde erst in den vergangenen zehn Jahren intensiver erforscht. 

Professor Alasdair MacLullich, Geriater an der University of Edinburgh, hat dazu einen wichtigen Beitrag mit seiner Arbeit geleistet. 

Professor Alasdair MacLullich Professor Alasdair MacLullich Foto: Umar Saleem

Einen Überblick über die neuesten Forschungsfortschritte und mögliche Resultate für die klinische Versorgung gibt er in seinem Keynote-Vortrag beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, der vom 14. bis 16. September in Frankfurt am Main stattfindet.

„Die Behandlung des Delirs konzentriert sich auf die rasche Erkennung und Behandlung der Auslöser und die Bewältigung von Symptomen wie Stress“, erklärt Professor MacLullich. 

  • Zu diesen Auslösern zählen zum Beispiel:
  •  Pneumonien
  • Harnwegsinfektionen, 
  • chirurgische Belastungen 
  • oder auch Nebenwirkungen von Medikamenten. 
  • Seit Kurzem erst liefern Studien Erkenntnisse darüber, wie diese Auslöser im Gehirn wirken, wo das Syndrom letztendlich hervorgerufen wird. 

„Diese Studien haben zum Beispiel Veränderungen des Entzündungsniveaus im Gehirn,  

Beeinträchtigungen des Energiestoffwechsels und auch Indikatoren für eine aktive Hirnschädigung zum Zeitpunkt des Deliriums gezeigt“, so MacLullich. 

In seiner mit Spannung erwarteten Keynote stellt der Experte dar, wie sich diese neuen Erkenntnisse auf das Verständnis der Pathophysiologie des Delirs auswirken – und damit auf die jetzige und künftige klinische Versorgung einschließlich potenziell neuer Medikamente.

Zur Person:

Professor Alasdair MacLullich ist seit 2009 Abteilungsleiter der Geriatrischen Medizin an der University of Edinburgh. 

Er ist Gründungsmitglied der European Delirium Association (2006), die weltweit erste internationale Organisation, die sich der Deliriumforschung und -praxis widmete, sowie Gründungsmitglied der Scottish Delirium Asscociation (2011). Aktuell ist Alasdair MacLullich unter anderem Mitglied im Forschungs- und Entwicklungsausschuss der British Geriatrics Society und stellvertretender Gründungsherausgeber der Zeitschriften Delirium und Delirium Communications – die weltweit ersten Zeitschriften, die sich mit dem Thema Delirium befassen. Zudem ist er Vorsitzender des Scottish Hip Fracture Audit der schottischen Regierung, Mitglied im Exekutivausschuss des Globalen Netzwerks für Fragilitätsfrakturen sowie Klinischer Leiter der Small Business Research Initiative für Hüftfrakturen des National-Health-Service Lothian, der Region rund um die schottische Hauptstadt Edinburgh.

Was bei Delir im Körper passiert: Neueste Forschungsergebnisse und deren Auswirkungen

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Torben Brinkema /Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

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Prof. Dr. Martina Sester: Die ipsilaterale Impfung- die contralaterale Impfung - T-Killerzellen (CD8-T-Zellen)

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: Nicht egal: Warum es besser sein kann, sich bei Mehrfach-Impfungen in denselben Arm pieksen zu lassen

Die meisten machen sich vor einer Impfung einige Gedanken: 

Wird’s wehtun? 

Bekomme ich Fieber? 

Schmerzt die Einstichstelle? 

Die Frage, ob man sich eine Mehrfach-Impfung besser in denselben Arm geben lassen sollte oder lieber rechts und danach links (oder umgekehrt), dürfte sich bisher aber kaum jemand gestellt haben. 

Dabei ist sie durchaus von Bedeutung, wie eine junge Wissenschaftlerin der Universität des Saarlandes nun herausfinden konnte. 

Laura Ziegler

Laura Ziegler - Universität des Saarlandes/Thorsten Mohr

„Die Frage ist an sich so banal oder trivial, dass bisher kaum jemand darüber nachgedacht hat“, sagt Martina Sester zu Beginn des Gesprächs über die Studie ihrer Doktorandin Laura Ziegler. 

Das klingt zunächst wenig schmeichelhaft. 

Bei genauerem Hinhören wird jedoch klar, dass es sehr wohl anerkennend gemeint ist. Denn möchte man die Wirksamkeit von Impfungen und Impfstoffen untersuchen, fallen den ja von Natur aus neugierigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wie der Professorin für Transplantations- und Infektionsimmunologie und ihrer Doktorandin ja auch allerhand intelligente Fragen ein: 

Wie bewegt sich der Wirkstoff durch den Körper? 

Gelangt er direkt oder indirekt zu den richtigen Zielen und schädigt er unterwegs vielleicht auch normale Körperzellen? 

Löst dieser oder jener Wirkstoff eine bessere oder länger anhaltende Immunantwort aus? 

Und so weiter… Die einfache Frage, ob der Arzt bei Mehrfach-Impfungen besser zweimal in denselben Arm piekst oder einmal links, einmal rechts, gehörte bisher nicht in diese Kategorie.

Das könnte sich nun ändern. 

„Denn in unserer Studie konnten wir Hinweise finden, dass die ipsilaterale Impfung durchaus besseren Schutz generieren kann als die contralaterale Impfung“, erklärt Laura Ziegler.
Ipsilateral bedeutet, dass die Impfung zweimal in denselben Arm gespritzt wurde, contralateral bedeutet, dass Erst- und Auffrischungsimpfung einmal links und einmal rechts verabreicht wurden. 

Als Gegenstand der Untersuchung bot sich hier die Erst- und Zweitimpfung gegen Corona sehr gut an. Insgesamt konnten Laura Ziegler und Martina Sester auf die Daten von 303 Personen zurückgreifen, die zu Beginn der Corona-Impfkampagne ihre Erst- und Zweitimpfungen mit dem Biontech-Impfstoff erhalten haben.

Am auffälligsten war die Beobachtung, dass die Zahl der CD8-T-Zellen, umgangssprachlich „T-Killerzellen“ genannt, zwei Wochen nach der Impfung bei den „einseitig“ Geimpften deutlich höher war bei denjenigen, die ihre Impfung in beide Arme bekommen haben. 

„Bei den ipsilateral geimpften Probanden konnten wir die Killerzellen in 67 Prozent der Fälle nachweisen. 

Bei den contralateral geimpften Personen lag dieser Anteil nur bei 43 Prozent“, nennt Laura Ziegler die Zahlen. 

Das bedeutet, dass das Immunsystem im Falle einer Corona-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit besser auf das Virus reagieren kann, da mehr Killerzellen dem Virus ans Leder bzw. an die Hülle gehen.

„Die Zahl der Antikörper hingegen war nicht höher“, ergänzt Martina Sester. 

Anders als die Killerzellen zerstören diese die Viren ja nicht unmittelbar wie die Killerzellen, sondern sie docken an ihnen an und verhindern so, dass sie weiter Schaden anrichten oder sorgen dafür, dass Fresszellen die Viren besser finden können. 

„Interessant ist jedoch, dass die Antikörper bei den ipsilateral Geimpften das Spike-Protein des Virus stärker abgefangen haben“, so die Immunologin weiter. 

  • Das heißt, die Antikörper machen bei den „einseitig“ Geimpften denselben Job effektiver als ihre Kollegen im Körper derjenigen, die die Impfung in beide Arme bekommen haben.


Studien, die den Aspekt untersuchen, ob es einen Unterschied macht, wo die Erst- und die Auffrischungsimpfungen appliziert werden, gibt es bisher kaum. 

„So dramatisch sie auch verlaufen ist: Die Corona-Pandemie hat uns hier sehr geholfen“, erklärt Martina Sester die Umstände, unter denen Laura Ziegler ihre Studie begonnen hat.

Es waren zur gleichen Zeit sehr viele Freiwillige zu finden, die überdies auch noch nie in Kontakt mit dem Virus waren. Hätte ihr Immunsystem schon einmal Kontakt mit dem Erreger gehabt, könnte dies nämlich Einfluss auf die Ergebnisse der Studie haben. So hatten alle 303 Immunsysteme identische Startbedingungen. Unterm Strich bot die Pandemie eine einmalige Gelegenheit für Wissenschaftlerinnen wie Doktorandin Laura Ziegler und ihre Professorin Martina Sester, die den Fragen nach der Wirkungsweise des Immunsystems nachgehen möchten.

Die weiteren Auswirkungen ihrer Erkenntnisse bewertet die 23-Jährige mit der gebotenen wissenschaftlichen Zurückhaltung. 

Denn schließlich kann Laura Ziegler bisher ausschließlich Aussagen über die Corona-Imfung mit dem Biontech-Impfstoff machen. 

Ob daraus auch Schlussfolgerungen für andere Mehrfach-Impfungen wie zum Beispiel die Influenza-Impfung oder Impfungen gegen Tropenkrankheiten zulässig sind, müssen weitere Studien zeigen. 

Es könnte aber durchaus sein, dass die ein oder andere Impfung mehr Durchschlagskraft hat, wenn sie in denselben Arm verabreicht wird.

Damit dürfte auch die Frage nach der vermeintlichen Banalität der Frage hinreichend geklärt sein. 

Prof. Dr. Martina Sester

 Prof. Dr. Martina Sester  Iris Maria Maurer

Warum es besser sein kann, sich bei Mehrfach-Impfungen in denselben Arm pieksen zu lassen

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Thorsten Mohr Universität des Saarlandes

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Fax: 0681/302-2609

Campus A2 3
66123 Saarbrücken
Deutschland
Saarland 


Originalpublikation:

Differences in SARS-CoV-2 Specific Humoral and Cellular Immune Responses after Contralateral and Ipsilateral COVID-19 Vaccination
https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2023.104743


Prof. Dr. Rolf Wachter: Einladung zur Studie Herzrhythmusstörungen nach einem Schlaganfall

Medizin am Abend Berlin - MaAB - Fazit: „Wollen Risiko von Schlaganfällen um 20 Prozent senken“

  • Herzrhythmusstörungen nach einem Schlaganfall sind besonders gefährlich, denn sie können leicht eine erneute Attacke auslösen. 
  • Das Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Schlaganfälle um das Fünffache. 
  • Um durch eine verbesserte Diagnose der Herzrhythmusstörungen neue Schlaganfälle zu verhindern, untersuchen Wissenschaftler:innen aus Leipzig, Mainz und Göttingen in einer der größten klinischen Studien Deutschlands mehr als 5.000 Patient:innen mit einem kürzlich erlittenen Schlaganfall. 

Studienleiter Rolf Wachter, Professor für Klinische und Interventionelle Kardiologie an der Universität Leipzig und Stellvertretender Klinikdirektor der Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig, im Interview. 

Eine häufige Ursache des Schlaganfalls, vor allem bei älteren Menschen, ist die im Elektrokardiogramm einfach zu erkennende Herzrhytmusstörung Vorhofflimmern.

Eine häufige Ursache des Schlaganfalls, vor allem bei älteren Menschen, ist die im Elektrokardiogramm einfach zu erkennende Herzrhytmusstörung Vorhofflimmern. Foto: Colourbox

Herr Professor Wachter, Ihr aktuelles Forschungsprojekt zur Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft weitere drei Jahre und nun mit insgesamt 13,8 Millionen Euro unterstützt. Sie ist damit die aktuell höchst von der DFG geförderte klinische Studie in Deutschland. Warum ist das Thema so relevant für die Bevölkerung?

„Keine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems fürchten die Menschen so wie den Schlaganfall. 

Der wesentliche Grund ist vermutlich, dass danach das Leben oft ein völlig anderes als vorher ist und man in seinen körperlichen Funktionen sehr eingeschränkt sein kann oder dauerhaft auf Hilfe anderer angewiesen ist. 

Wir wissen, dass ein Viertel der Schlaganfälle durch die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern hervorgerufen werden. 

  • Bei diesen Patientinnen und Patienten bilden sich Blutgerinnsel im linken Herzvorhof. 

Durch eine Blutverdünnung, die sogenannte Antikoagulation, kann das Risiko um etwa Zweidrittel gesenkt werden.“

Warum gibt es dann immer noch viele Schlaganfälle bei Patient:innen mit Vorhofflimmern, obwohl man weiß, wie sie verhindert werden können?

„Die Erkrankung Vorhofflimmern ist oftmals tückisch. Sie tritt nämlich nicht dauerhaft auf, sondern nur ab und zu.  

Es kann also passieren, dass man bei einer Patientin oder einem Patienten ein Elektrokardiogramm (EKG) schreibt, das kein Vorhofflimmern zeigt, und trotzdem kann dieser Mensch ein paar Stunden, ein paar Tage oder auch ein paar Monate davor oder danach Vorhofflimmern haben.“

Sie forschen seit 15 Jahren in diesem Themengebiet und führen seit vier Jahren die eingangs erwähnte große klinische Schlaganfallstudie durch. Wie genau läuft diese ab?

„Die Studie heißt Find-AF 2, Finding Atrial Fibrillation in Stroke Patients 2. Insgesamt 5.200 Patientinnen und Patienten, die innerhalb der letzten 30 Tage einen Schlaganfall erlitten haben, werden an dieser Studie teilnehmen. 

Die eine Hälfte bekommt eine verlängerte, verbesserte und intensivierte Herzrhythmusüberwachung, die andere Hälfte der Patientinnen und Patienten die aktuell übliche Standardversorgung. 

  • Die Herzrhythmusüberwachung findet sowohl mit Langzeit-EKG-Geräten, die allerdings über eine Woche und mindestens einmal im Jahr angelegt werden, sowie mit kleinen implantierbaren Ereignisrekordern statt, die den Herzrhythmus dauerhaft aufzeichnen. 

Innerhalb von drei Jahren sind trotz Corona-Pandemie über drei Viertel der benötigten Patientinnen und Patienten an 51 Studienzentren in ganz Deutschland gefunden worden. 

Wenn durch diese Maßnahmen Vorhofflimmern gefunden wird, bekommen die Betroffenen nach einem Schlaganfall nahezu immer Blutverdünner verschrieben. 

Wir glauben, dass wir durch diese intensivierte Suche bei vielen Patientinnen und Patienten das Vorhofflimmern so früh finden, dass wir etwa jeden fünften erneuten Schlaganfall verhindern können.“

Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich am Ende dieses groß angelegten und bundesweiten Forschungsprojekts?

„Wir werden vermutlich im Frühjahr nächsten Jahres alle 5.200 Patientinnen und Patienten gefunden haben. 

Die Teilnehmenden der Studie werden dann noch für zwei Jahre nachverfolgt. 

In der zweiten Jahreshälfte 2026 werden wir wissen, ob unser Ansatz in der Lage ist, das Risiko erneuter Schlaganfälle in Deutschland um 20 Prozent zu senken.“ 

Prof. Dr. med. Rolf Wachter

Prof. Dr. med. Rolf Wachter Foto: Herzzentrum | Al Mhethawi Universitätsmedizin Göttingen

Wollen Risiko von Schlaganfällen um 20 Prozent senken“

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Prof. Dr. med. Rolf Wachter
Professor für Klinische und Interventionelle Kardiologie, Universität Leipzig
Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig
Mail: rolf.wachter@medizin.uni-leipzig.de
Tel: 0341-97-12825

Medizinische Fakultät Anne Grimm Universität Leipzig

Goethestraße 6
04109 Leipzig
Deutschland
Sachsen 

Telefon: 0341 97 15 790
E-Mail-Adresse: anne.grimm@medizin.uni-leipzig.de 

www.find-af2.com/ Website der Studie


Prof. Dr. Holger Thiele: Meschanische Kreislaufunterstützung: Venoarteriellen extrakorporalen Membranoxygenierung, kurz VA-ECMO oder ECLS Therapie

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Trotz mechanischer Herz-Kreislauf-Unterstützung hohe Sterblichkeit bei Herzversagen

Weltweit gibt es eine starke Zunahme bei der Verwendung mechanischer, aktiver Herz-Kreislauf-Unterstützung. 

Die Hoffnung ist, mit diesen Hilfsmitteln die Überlebenschance nach der schwersten Form des akuten Herzversagens, dem kardiogenen Schock, zu verbessern. 

  • Eine klinische Studie, geleitet von Herzspezialist Prof. Holger Thiele, hat gezeigt, dass die Sterblichkeit nach kardiogenem Schock innerhalb von 30 Tagen damit nicht gesenkt werden kann. 

Die Studie wurde auf der Jahrestagung der europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt sowie mit einer zusätzlichen Metaanalyse zeitgleich in den renommiertesten Medizinjournalen The Lancet und dem New England Journal of Medicine publiziert. 

Bei Patient:innen mit akutem Herzinfarkt und anschließendem kardiogenen Schock wurde die VA-ECMO-Therapie plus der medikamentösen Therapie auf der Intensivstation mit der medikamentösen Therapie auf der Intensivstation alleine verglichen.

  • Der kardiogene Schock wird durch ein Pumpversagen des Herzens und oft durch einen Herzinfarkt ausgelöst. 
  • Das Herz schafft es dann nicht mehr, den Kreislauf aufrechtzuerhalten. 

Nach einem akuten Herzinfarkt mit kardiogenem Schock haben Betroffene innerhalb von 30 Tagen ein Risiko von fast 50 Prozent zu versterben. 

Seit über zehn Jahren werden Patient:innen oft mit einer sogenannten venoarteriellen extrakorporalen Membranoxygenierung, kurz VA-ECMO oder ECLS, therapiert. 

Unter dieser mechanischen Kreislaufunterstützung versteht man den Einsatz von Systemen, die dem erkrankten Herz dabei helfen, das Blut durch den Körper zu pumpen. 

  • Eine VA-ECMO kann theoretisch die Funktion des Herzens als auch der Lunge für eine gewisse Zeit übernehmen. 

Allerdings führt diese Therapieform auch zu möglichen Komplikationen, wie Blutungen oder Beinischämien, einer plötzlichen Unterbrechung der Blutversorgung im Bein, durch die großen verwendeten Kanülen.

Herzspezialist Prof. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig, HELIOS Stiftungsprofessor an der Universität Leipzig und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, hat nun eine große klinische Studie durchgeführt, an der insgesamt 420 Patient:innen an 44 Zentren in Deutschland und Slowenien teilgenommen haben. 

Bei Patient:innen mit akutem Herzinfarkt und anschließendem kardiogenen Schock wurde die VA-ECMO-Therapie plus der medikamentösen Therapie auf der Intensivstation mit der medikamentösen Therapie auf der Intensivstation alleine verglichen.

CAVE: „Die VA-ECMO senkt entgegen unserer Studienhypothese die 30-Tage-Sterblichkeit nicht. 

Im Gegensatz zur Standardtherapie war die Sterblichkeit mit 47,8 Prozent versus 49 Prozent statistisch nicht signifikant unterschiedlich. 

Die VA-ECMO Gruppe hatte sogar mehr Komplikationen wie schwere Blutungen oder Beinischämien. 

Wir müssen also umdenken und die durch die mechanischen Systeme induzierten Blutungen als auch den zusätzlichen Inflammationsreiz reduzieren. 

Vermutlich ist weniger mehr im kardiogenen Schock“, erklärt Prof. Thiele die Hauptergebnisse der Studie. 

Die Resultate konnten zusätzlich mit einer patientenbasierten Metaanalyse bestätigt werden, die die Ergebnisse aller bisherigen vier Studien zur mechanischen Herz-Kreislauf-Unterstützung mit VA-ECMO versus Kontrolltherapie verglichen hat. 

Auch hier zeigte sich kein Überlebensvorteil durch die VA-ECMO bei gleichzeitig mehr Komplikationen.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass wir die Häufigkeit der Therapie mit VA-ECMOs in Deutschland und international reduzieren müssen. 

  • Das werden die zukünftigen Leitlinien sicherlich auch bald aufgreifen und die Therapie mit aktiven mechanischen Herz-Kreislaufunterstützungssystemen in der Empfehlung herabstufen beziehungsweise sogar generell in der Routine nicht mehr empfehlen“, sagt Prof. Thiele. 
  • Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: ARDS

Der Herzspezialist plant noch viele Folgestudien, unter anderem eine einjährige Nachbetrachtung, um gegebenenfalls Unterschiede im längeren zeitlichen Verlauf zu erkennen. 

„Auch weiterhin ist es unser Ziel, die sehr hohe Sterblichkeit im kardiogenen Schock zu senken. 

Das können wir nur durch innovative Studien zeigen“, so Prof. Thiele.

Prof. Dr. Holger Thiele ist seit 2017 Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – HELIOS Stiftungsprofessur am Herzzentrum Leipzig. 

Neben seiner klinischen Tätigkeit am Herzzentrum Leipzig ist Professor Thiele im Rahmen der HELIOS Stiftungsprofessur mit seinem Team intensiv in die Forschung und Lehre an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig eingebunden. 

Studienleiter Prof. Dr. Holger Thiele.

Studienleiter Prof. Dr. Holger Thiele. Dominik Wolf

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Prof. Dr. Holger Thiele
Herzzentrum Leipzig
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Medizinische Fakultät Anne Grimm Universität Leipzig

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Originalpublikation:

New England Journal of Medicine: Extracorporeal Life Support in Infarct-Related Cardiogenic Shock. DOI: 10.1056/NEJMoa2307227, https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2307227?query=featured_home

The Lancet: Venoarterial extracorporeal membrane oxygenation in patients with infarct-related cardiogenic shock: An individual patient data meta-analysis of randomised trials. DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)01607-0