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Prof. Dr. Matthias Totzeck: Die CAR-T-Zelltherapie auf das Herzkreislaufsystem: Denkt an das Herz....!!!! Kardiologischen Voruntersuchungen - Kardiotoxischen und kardiokprotektiven Maßnahmen

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: CAR-T-Zelltherapie: Denkt an das Herz!

Die CAR-T-Zelltherapie ist eine der modernsten Formen der Krebsbehandlung und hat die Therapie von Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen revolutioniert. 

Bei dieser Art der Immuntherapie wird das körpereigene Immunsystem darauf trainiert, den Kampf gegen die Tumorzellen wieder aufzunehmen. 

  • Aber wie andere Therapieformen birgt auch die CAR-T-Zelltherapie Risiken, unter anderem für Patient:innen, die bereits unter Bluthochdruck, Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz leiden. 

Das bestätigt eine kürzlich von Mahmood et al im European Heart Journal veröffentlichte Studie.

Das US-amerikanische Forschungsteam hat anhand der Daten von über 200 Patient:innen retrospektiv untersucht, wie sich die CAR-T-Zelltherapie auf das Herzkreislaufsystem auswirkt. 

Kardioonkologische Experten der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen haben diese Studie nun im Editorial des European Heart Journal aufgegriffen und ein Fazit gezogen: „Denkt an das Herz!“.

„In den letzten zehn Jahren wurden neue Wirkstoffe und zellbasierte Therapien zugelassen, die einen großen Fortschritt für die Tumortherapie bedeuten, aber deren kardiotoxisches Spektrum bisher nur unvollständig bekannt ist“, so Prof. Dr. Matthias Totzeck vom Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum (WHGZ) des Universitätsklinikums Essen. „Diese Studie erlaubt einige Einblicke in das Feld, führt uns aber auch deutlich den intensiven Forschungsbedarf vor Augen.“

„Die vorliegende Studie unterstreicht außerdem die Bedeutung von frühzeitigen kardioprotektiven Maßnahmen. 

Wir sollten deshalb in Erwägung ziehen, sowohl die kardiologischen Voruntersuchungen als auch die Nachsorge bei Patient:innen, die eine CAR-T-Zelltherapie erhalten, zu intensivieren“, so Prof. Dr. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie am WHGZ Essen.


Originalpublikation:

CAR T-cell cancer therapies: do not forget the heart:

https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehad175...

Biomarkers and cardiovascular outcomes in chimeric antigen receptor T-cell therapy recipients
https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article-abstract/doi/10.1093/eurheart...

 
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Prof. Giorgia Silani: Soziale Homöostatische Anpassungsreaktion - Sozialen Homöostase - Alleinsein - Vereinsamung

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Müde vom Alleinsein: 

Wie sich soziale Isolation auf unser Energieniveau auswirkt

Acht Stunden ohne soziale Kontakte können zu einem ähnlichen Energieabfall führen wie acht Stunden ohne Essen

In einer Studie, die sowohl im Labor als auch während der COVID-19-Lockdowns durchgeführt wurde, berichteten Testpersonen nach acht Stunden sozialer Isolation über ein höheres Maß an Müdigkeit. 

Die Ergebnisse legen nahe, dass niedrige Energie eine grundlegende menschliche Reaktion auf einen Mangel an sozialen Kontakten sein könnte. 

Die an der Universität Wien durchgeführte und in Psychological Science veröffentlichte Studie zeigte auch, dass diese Reaktion von den sozialen Persönlichkeitsmerkmalen der Testpersonen beeinflusst wird.

Wenn wir über einen längeren Zeitraum nichts essen, laufen eine Reihe biologischer Prozesse ab, die ein Verlangen hervorrufen, das wir als Hunger empfinden. 

Als soziale Spezies sind wir aber auch auf andere Menschen angewiesen, um zu überleben.  

Es ist erwiesen, dass ein Mangel an sozialen Kontakten ein dem Hunger vergleichbares Verlangen in unserem Gehirn auslöst, das uns motiviert, wieder Kontakte zu knüpfen. 

Die damit verbundene Hypothese der "sozialen Homöostase" besagt, dass es ein spezielles homöostatisches System gibt, das unser Bedürfnis nach sozialen Kontakten autonom („selbständig“) reguliert. 

Über die psychologischen Reaktionen auf soziale Isolation ist allerdings nur wenig bekannt. 

Außerdem ist unklar, wie sich diese Erkenntnisse auf die soziale Isolation übertragen lassen, die wir in unserem täglichen Leben erleben, einschließlich des einzigartigen Kontextes der COVID-19-Lockdowns.

Eine Gruppe von Wissenschafter*innen unter der Leitung von Giorgia Silani von der Universität Wien untersuchte die Auswirkungen sozialer Isolation unter Anwendung vergleichbarer Methoden in zwei Kontexten: im Labor und zu Hause während des COVID-19-Lockdowns. Für die Studie kamen 30 weibliche Versuchsteilnehmerinnen an drei verschiedenen Tagen ins Labor und verbrachten acht Stunden ohne sozialen Kontakt oder ohne Essen oder mit sozialem Kontakt und Essen.  

Im Laufe des Tages gaben sie mehrmals ihr selbst wahrgenommenes Stressniveau, ihre Stimmung und ihre Müdigkeit an, während physiologische Stressreaktionen, wie Herzfrequenz und Cortisol, von den Wissenschafter*innen aufgezeichnet wurden. Um die Ergebnisse der Laborstudie validieren zu können, wurden diese mit Messwerten einer Studie verglichen, die während des Lockdowns in Österreich und Italien im Frühjahr 2020 durchgeführt wurde. Aus dieser wurden Daten von 87 Teilnehmer*innen verwendet, die mindestens einen achtstündigen Zeitraum in Isolation verbracht hatten und bei denen die Auswirkungen auf Stress und Verhalten mit denselben Messwerten über sieben Tage lang mehrmals täglich erhoben wurden.

  • "In der Laborstudie fanden wir auffallende Ähnlichkeiten zwischen sozialer Isolation und Nahrungsentzug. 
  • Beide Zustände führten zu verminderter Energie und erhöhter Müdigkeit, was überraschend ist, wenn man bedenkt, dass wir durch Nahrungsentzug buchstäblich an Energie verlieren, während dies bei sozialer Isolation nicht der Fall ist", so die Erstautor*innen Ana Stijovic und Paul Forbes. 

Dieses Ergebnis wird auch durch den Vergleich mit den Daten aus den Lockdowns untermauert: Teilnehmer*innen, die während der Lockdowns allein lebten und im Allgemeinen geselliger waren, berichteten ebenfalls über eine geringere Energie – und zwar an Tagen, an denen sie sozial isoliert waren, im Vergleich zu Tagen, an denen sie soziale Kontakte hatten.

  • Die Autor*innen vermuten, dass die geringere Energie ein Teil unserer homöostatischen Reaktion auf den Mangel an sozialen Kontakten und ein möglicher Vorläufer einiger schädlicherer Auswirkungen der langfristigen sozialen Isolation sein könnte. 

"Es ist bekannt, dass langfristige Einsamkeit und Müdigkeit zusammenhängen, aber wir wissen wenig über die unmittelbaren Mechanismen, die diesem Zusammenhang zugrunde liegen. 

Die Tatsache, dass wir diesen Effekt schon nach einer kurzen Zeit der sozialen Isolation beobachten, lässt vermuten, dass niedrige Energie eine 'soziale homöostatische' Anpassungsreaktion sein könnte, die langfristig maladaptiv werden kann", erklärt Silani.

Die Studie ergab auch, dass Kontext- und Persönlichkeitsfaktoren die Auswirkung sozialer Isolation auf die Müdigkeit modulieren, so dass künftige Studien die Personen identifizieren müssen, die am stärksten von den Auswirkungen sozialer Isolation bedroht sind.

Schwerpunkt Coronavirus: Wie es unser Leben verändert

Von neuen familiären Abläufen bis hin zu Logistikketten: Expert*innen der Universität Wien sprechen über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche. In der Rudolphina, dem Forschungsmagazin der Universität Wien.
https://rudolphina.univie.ac.at/coronavirus-wie-es-unser-leben-veraendert

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Originalpublikation:

Publikation in Psychological Science:
Stijovic, A., Forbes, P. A. G., Tomova L., Skoluda, N., Feneberg, A. C., Piperno, G., Pronizius, E., Nater, U. M., Lamm, C., & Silani, G. Homeostatic Regulation of Energetic Arousal During Acute Social Isolation: Evidence From the Lab and the Field. Psychological Science, 2023.
DOI: 10.1177/09567976231156413
https://doi.org/10.1177/09567976231156413

 

Prof. Dr. med. Leif-Hendrik Boldt: Prof. Dr. Gerhard Hindricks: Die Ablationstherapie des Vorhofflimmerns bei Herzinsuffizienz-Patient:innen (Elektroporation) http://www.dhzc.charite.de

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie zur Ablation von Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz CABA-HFPEF-DZHK27 geht in die klinische Phase

Die Herzinschwäche zählt zu den häufigsten Todesursachen. 

Rund eine Million der Herzinsuffizienz-Patient:innen leiden zugleich an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung mit unkontrollierten Erregungen im Bereich der Herzvorhöfe und unregelmäßigem Herzschlag. 

Mit der sogenannten Katheterablation kann diese Herzrhythmusstörung meist wirksam behandelt werden. 

Studienteam und Patient Detlef B.

Foto: v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Leif-Hendrik Boldt (komm. Klinikdirektor der DHZC-Kardiologie am CVK/Mittelallee), Linda Utomo (Projektmanagement), Dr. med. Abdul S. Parwani (Gesamt-Studienleiter und Leiter der Elektrophysiologie am DHZC, CVK/Mittelallee), Patient Detlef B., Vlada Bazan (HK-Funktionsdienst, CVK/Mittelallee), Dr. med. Andreas Merz (klinisches Projektmanagement) und Jacqueline Trinks (HK-Pflegeleitung, CVK/Mittelallee) 

Kann die Therapie des Vorhofflimmerns mit Hilfe der Katheterablation die Prognose für Herzinsuffizienz-Patient:innen mit einer erhaltenen oder nur leicht reduzierten Auswurfleistung und Vorhofflimmern im Vergleich zur medikamentösen Standardbehandlung verbessern? 

Gesamt-Studienleiter ist Dr. med. Abdul Parwani vom DHZC.

Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist mit geschätzt rund 2,5 Millionen Betroffenen in Deutschland eine echte Volkskrankheit und zählt auch zu den häufigsten Todesursachen. Rund eine Million der Herzinsuffizienz-Patient:innen leiden zugleich an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung mit unkontrollierten Erregungen im Bereich der Herzvorhöfe („Flimmern“) und unregelmäßigem, oft zu schnellem Herzschlag. 

  • Weil sich dabei Blutgerinnsel im Herzen bilden können, ist das Risiko für Schlaganfälle bei Patient:innen mit Vorhofflimmern deutlich erhöht.

Mit der sogenannten Katheterablation kann diese Herzrhythmusstörung meist wirksam behandelt werden. 

  • Über einen Katheter, der über die Blutgefäße in der Leiste bis zum linken Herzvorhof vorgeschoben wird, werden bestimmte Areale des Herzgewebes um die Lungenvenen gezielt verödet und die schädliche Erregungsausbreitung damit unterbrochen.


Wie wirkt sich die Ablationstherapie des Vorhofflimmerns bei Herzinsuffizienz-Patient:innen auf den Verlauf der Herzschwäche aus? 

Auf diese Frage soll „CABA-HFPEF-DZHK27“ Antworten geben. Eine internationale Studie, an der sich europaweit 60 Zentren beteiligen und die vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) mit 3,2 Millionen Euro maßgeblich co-finanziert wird. 

Gesamt-Studienleiter ist Dr. med. Abdul Shokor Parwani, Leiter der Elektrophysiologie am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC, Campus Virchow-Klinikum/Mittelallee).

Das Studienkürzel CABA-HFPEF steht für „CAtheter-Based Ablation of atrial fibrillation compared to conventional treatment in patients with Heart Failure with Preserved Ejection Fraction“, denn die Wissenschaftler:innen konzentrieren sich bei ihrer Studie auf Herzschwäche- Patient:innen mit einer erhaltenen (Heart Failure with Preserved Ejection Fraction, HFpEF) oder nur leicht reduzierten Auswurfleistung.

 „Dabei ist die Herzkraft zwar noch weitgehend erhalten, der Herzmuskel ist aber bereits versteift, sodass die Herzkammern sich nicht ausreichend mit Blut füllen können“, erläutert Studienleiter Parwani.

Diese Form der Herzinsuffizienz mache mehr als die Hälfte aller Herzschwäche-Erkrankungen aus, es gebe aber noch kaum Therapien, die den Zustand und die Prognose dieser Patient:innen verbessern, so der DHZC-Kardiologe: 

„Wir wollen deshalb herausfinden, ob eine Katheterablation des Vorhofflimmerns bei dieser Patient:innengruppe der bisherigen medikamentösen Standardbehandlung überlegen ist, ob die Leistungsfähigkeit also zu- und die Häufigkeit der Klinikeinweisungen sowie die Sterblichkeit dagegen abnehmen.“

Entsprechend sollen europaweit fast 1550 Patient:innen mit genau definierten Ein- und Ausschlusskriterien nach dem Zufallsprinzip entweder abladiert oder medikamentös behandelt werden. 

Mit Detlef B. aus Berlin ist nach intensiven Vorarbeiten nun der erste dieser Patient:innen in die Studie eingeschlossen worden. 

Der 59-Jährige leidet sowohl unter HFpEF als auch unter Vorhofflimmern. 

Detlef B. wurde nach dem Zufallsprinzip dem „Ablation-Arm“ der Studie zugeordnet und mithilfe der Elektroporation behandelt, einem neuen, besonders effektiven und zugleich schonenden Ablationsverfahren, das in Berlin und Brandenburg bislang nur an der DHZC-Kardiologie am Campus Virchow-Klinkum/Mittelallee vorgenommen wird. 

Der Eingriff verlief komplikationslos, Detlef B. konnte am Folgetag entlassen werden. 1549 Patient:innen in 60 Kliniken sollen ihm nun folgen.

„Dies war ein großer und wichtiger Schritt, um unser Wissen über die therapeutischen Optionen der Katheterablation von Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz-Patient:innen zu erweitern – Gratulationen an Dr. Parwani und sein Team“, sagt Prof. Dr. med. Gerhard Hindricks, Chief Integration Officer am DHZC.

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PD Dr. Claudia Crocini: Das Protein Myosin

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Frauen- und Männer-Herzen: Was ist anders?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen und Männern weltweit die häufigste Todesursache. 

Es gibt jedoch zahlreiche Unterschiede zwischen den Herzen der beiden Geschlechter. 

Die neue Nachwuchsgruppe des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) von PD Dr. Claudia Crocini schaut sich diese Unterschiede auf zellulärer Ebene an. 

Ihr Ziel ist es, neue Regulationsmechanismen der Herzfunktion zu entdecken, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschlechtsspezifischer und somit besser behandeln zu können. 

Sie erhält für ihre Nachwuchsgruppe 1,65 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren. 

Dr. Claudia Crocini schaut sich mit ihrer neuen Nachwuchsgruppe Unterschiede zwischen Frauen- und Männerherzen auf zellulärer Ebene an. Dr. Claudia Crocini schaut sich mit ihrer neuen Nachwuchsgruppe Unterschiede zwischen Frauen- und Männerherzen auf zellulärer Ebene an. privat

https://dzhk.de/forschung/forschungsgruppen/nachwuchsgruppen/dr-rer-nat-claudia-crocini/ 

  • Männliche und weibliche Herzen sind selbst bei gesunden Menschen verschieden, etwa bezüglich der Herzfrequenz, des Stoffwechsels oder wie ihr Erbgut reguliert wird. 
  • Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können unterschiedlich verlaufen und das Risiko zu erkranken variiert. 

Trotzdem sind Frauen in klinischen Studien unterrepräsentiert und in Labor-Studien an Herzzellen wird das biologische Geschlecht selten beachtet.

Dr. Claudia Crocini möchte das ändern und erforscht deshalb mit ihrer neuen DZHK-Nachwuchsgruppe an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, wie sich männliche und weibliche Herzzellen unterscheiden.  

Dafür züchtet sie aus induzierten pluripotenten Stammzellen von gesunden Männern und Frauen Herzmuskel- und Bindegewebszellen, beides Zelltypen, die im Herzen vorkommen. Um die Unterschiede im Herz aufzuspüren, untersucht die Biotechnologin, wie gut sich die Herzmuskelzellen zusammenziehen können; ebenso analysiert sie Ionenströme und wie Impulse weitergeleitet werden. Außerdem schaut sie sich mit ihrem Team an, welche geschlechtsabhängigen Faktoren die Aktivität der Gene regulieren.

Weniger anfällige Bindegewebszellen im weiblichen Herz

„Bindegewebszellen aus dem Herz von Frauen sind weniger anfällig dafür, sich krankhaft zu vermehren.  

Dafür finden sich Hinweise in der Fachliteratur“, sagt Crocini. 

So ein krankhaftes Wachstum von Bindegewebszellen tritt bei vielen Herzerkrankungen auf, so auch bei der hypertrophen Kardiomyopathie. 

Bei dieser Erkrankung ist die Wand der linken Herzkammer verdickt. 

Die hypertrophe Kardiomyopathie kann genetische Ursache haben, zum Beispiel unterschiedliche Mutationen im Myosin-Gen. 

  • Dieses Gen trägt die Information für das Protein Myosin, das zusammen mit anderen Proteinen im Herzmuskel dafür sorgt, dass er sich zusammenziehen kann.


Sobald die Untersuchungen an gesunden Herzmuskelzellen abgeschlossen sind, plant Crocini Analysen an einer Zellinie von Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie, die eine bestimmte Mutation im Myosin-Gen aufweisen. 

„Bei dieser Mutation sieht das Herzgewebe von Männern und Frauen anders aus. 

Auch aus dem Tiermodell sind Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen bekannt“, so Crocini. Unter anderem will sie mit ihrer Gruppe herausfinden, wie Herzmuskelzellen und Bindegewebszellen miteinander kommunizieren.

Florenz, Boulder, Berlin

Bevor sie nach Berlin kam, arbeitete Crocini als Postdoc an der University of Colorado Boulder, USA. 

Der Wechsel zurück nach Europa hatte auch persönliche Gründe. 

Denn die Reisebeschränkungen während der Corona-Pandemie erlaubten es ihr lange nicht, ihre Familie in Italien zu besuchen. Dort ist sie aufgewachsen und studierte an der Universität Florenz Biotechnologie mit den Schwerpunkten Medizin und Pharmakologie. Bereits in den USA arbeitete sie an Projekten zu Hertzmuskelerkrankungen. Mit ihren aktuellen Forschungsprojekten hofft sie, die Basis für die Entwicklung von Therapien zu legen, die Unterschiede zwischen Frauen- und Männerherzen gezielt adressieren. 

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Dr. Claudia Crocini, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Max Rubner Center (MRC) für kardiovaskuläre-metabolische-renale Forschung, claudia.crocini(at)charite.de

Potsdamer Str. 58
10785 Berlin
Deutschland
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Christine Vollgraf
Telefon: 030 3465 52902
E-Mail-Adresse: christine.vollgraf@dzhk.de

Sarah Mempel
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https://dzhk.de/forschung/forschungsgruppen/nachwuchsgruppen/dr-rer-nat-claudia-... > zur DZHK-Nachwuchsgruppe von Claudia Crocini


Prof. Michael Albrecht: Sicherheitskonzept für die Hochschulmedizin Dresden zu Ostern 2023

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Dresdner Universitätsklinikum betreibt Wachschutz künftig selbst

Das Universitätsklinikum Cal Gustav Carus Dresden hat zum 1. April 2023 das Team des Sicherheits- und Pfortendienstes vom bisher beauftragten Dienstleister übernommen. 

Im Rahmen eines Betriebsübergangs sind die 26 Kolleginnen und Kollegen nun Angestellte der klinikumseigenen UKD Service gGmbh. 

Das Angebot, zu dem neuen Arbeitgeber zu wechseln, hat das komplette, zum großen Teil bereits seit vielen Jahren für das Uniklinikum und die Fakultät tätige Team angenommen. 

Für die Mitarbeitenden des Sicherheits- und Pfortendienstes gelten die tariflichen Konditionen für diese Branche ebenso unverändert weiter. 

Der  Leiter des Sicherheits- und Pfortendienstes (links) und einer der Schichtleiter mit einem der beiden neuen Dienstfahrzeuge.

Der Leiter des Sicherheits- und Pfortendienstes (links) und einer der Schichtleiter mit einem der beiden neuen Dienstfahrzeuge. Kirsten Lassig Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden 

„Mit dem Wechsel möchten wir einen nachhaltigen Impuls für mehr Sicherheit auf dem Campus setzen und freuen uns darüber, das komplette Wachschutzteam übernehmen zu können“, sagt der Medizinische Vorstand Prof. Michael Albrecht. 

Diesem Start folgen nun zeitnah Neueinstellungen, die die Basis dafür sind, das Sicherheitskonzept an die sich kontinuierlich ändernden Bedingungen anzupassen. 

Dabei werden auch die von den Mitarbeitenden der Hochschulmedizin Dresden geäußerten Wünsche zu sicherheitsrelevanten Punkten einbezogen. Das Aufgabengebiet und die Jobkonditionen sind offenbar attraktiv: Die in den vergangenen Wochen veröffentlichten Stellenausschreibungen sind auf eine große Resonanz gestoßen und die ersten Bewerbungsgespräche vielversprechend verlaufen.

„Im Rahmen der Übernahme des Wachschutzes werden wir das Sicherheitskonzept für die Hochschulmedizin Dresden weiterentwickeln“, kündigt der Kaufmännische Vorstand des Uniklinikums Frank Ohi an. „Im ersten Schritt geht es nun erst einmal darum, das Team wieder auf die vorgesehene Sollstärke zu bringen. Bei einem persönlichen Treffen im Rahmen des Betriebsübergangs habe ich sehr motivierte und positiv gestimmte Kolleginnen und Kollegen kennengelernt und bin sicher, dass das Team die anstehenden Aufgaben gut meistern kann. Dazu setzen wir auch auf kontinuierliche Schulungen und geben den Mitarbeitenden die Chance, sich persönlich weiterentwickeln zu können.“ Die Übernahme des Sicherheits- und Pfortendienstes bedurfte intensiver Vorbereitungen. Damit das Uniklinikum die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen durfte, waren behördliche Genehmigungen sowie eine spezielle Versicherung nötig. Auch ein Kontrollsystem für die Streifengänge und zwei elektrisch betriebene Dienstfahrzeuge, die ab April auf dem Campus unterwegs sein werden, galt es anzuschaffen.

Für die Arbeit beim Sicherheits- und Pfortendienst gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. 

Neben einer Vielzahl an Quereinsteigenden, die eine mehrmonatige IHK-Ausbildung absolviert haben, gibt es bei diesem Berufsbild auch die Möglichkeit, eine duale Berufsausbildung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ zu absolvieren. 

Unabdingbar ist zudem ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragung. 

Die Arbeitsbedingungen und die Gehälter sind über einen länderspezifischen Tarifvertrag für das Sicherheitsgewerbe geregelt. Das Team des Sicherheits- und Pfortendienstes am Dresdner Uniklinikum profitiert zudem von den klinikumseigenen Regelungen zu Jobticket und Bike-Leasing. 

Auch können sie das Gesundheitszentrum Carus Vital und den Personalkauf der Klinikapotheke nutzen.

Die wichtigsten Arbeitsaufgaben des Sicherheits- und Pfortendienstes am Uniklinikum sind die Kontrolle an der Hauptpforte sowie der mit Schranken versehenen Nebeneinfahrten via Überwachungskameras, das Befördern des innerklinischen Notfallteams, die Betreuung der beiden Hubschrauberlandeplätze bei Starts und Landungen sowie Kontrollgänge tagsüber. 

Weitere Aufgaben sind die Vor-Ort-Überwachung der Zugänge Chirurgische Notaufnahme und Haus 27 (rund um die Uhr) sowie nachts im Haus 21 und Streifengänge in der Nacht – zu Fuß oder bei externen Liegenschaften mit dem Auto. 

Hinzu kommen die Absicherung und Kontrolle der Zugänge zu den Baustellen auf dem Klinikumscampus.

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Kontakt für Medienschaffende
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Holger Ostermeyer
Tel.: 0351 458-4162

Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Deutschland
Sachsen

Fax: 0351 / 458-884162



Prof. Paulus Kirchhof: Vorhofflimmern profitieren von einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie (ICERs)

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Rechnet sich der frühe Rhythmuserhalt bei Vorhofflimmern? 

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse aus der EAST – AFNET 4 Studie

Menschen mit Vorhofflimmern profitieren von einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie. 

Die europaweite EAST – AFNET 4 Studie belegte, dass im Vergleich zur üblichen Behandlung herz-kreislauf-bedingte Todesfälle, 

  • Schlaganfälle und andere Komplikationen um 20 Prozent reduziert werden können. 

Wie hoch sind jedoch die Kosten der neuen Behandlungsstrategie? 

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ergibt: 

Die gesundheitlichen Vorteile des frühen Rhythmuserhalts könnten mit akzeptablen Zusatzkosten erreicht werden. 

Die Analyse wurde am 27.03.2023 im EP Europace Journal, einer Fachzeitschrift der European Society of Cardiology (ESC), veröffentlicht [1]. https://idw-online.de/de/attachmentdata98148.jpg

 

Vorhofflimmern ist eine zunehmende Volkskrankheit. 

In Europa wird die Zahl der Vorhofflimmerpatient:innen bis 2060 auf rund 18 Millionen steigen. 

Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und andere schwere Komplikationen, die mit hohen Behandlungs- und Pflegekosten einhergehen und zu einer zunehmenden finanziellen Belastung der Gesundheitssysteme führen werden.

Die EAST – AFNET 4 Studie (Early Treatment of Atrial Fibrillation for Stroke Prevention) belegt, dass eine frühe rhythmuserhaltende Therapie mittels Antiarrhythmika oder Katheterablation, wenn sie im ersten Jahr nach der Diagnose Vorhofflimmern begonnen wird, die Prognose von Betroffenen mit kardiovaskulären Risikofaktoren verbessert [2]. Eine frühzeitige rhythmuserhaltende Therapie mit Medikamenten und/oder Ablation führte im Vergleich zur üblichen Behandlung zu weniger herz-kreislauf-bedingten Todesfällen, Schlaganfällen und Krankenhausaufenthalten wegen Verschlechterung einer Herzschwäche oder akutem Koronarsyndrom. 

In der Studie wurden 2789 Patient:innen mit kürzlich diagnostiziertem Vorhofflimmern (innerhalb eines Jahres nach Diagnose) und kardiovaskulären Risikofaktoren in den beiden Studiengruppen „früher Rhythmuserhalt (early rhythm control (ERC))“ und „übliche Behandlung (usual care (UC))“ über einen Zeitraum von fünf Jahren behandelt und beobachtet.

„Der gesundheitliche Nutzen des frühen Rhythmuserhalts ist erwiesen. 

Allerdings wurde die Wirtschaftlichkeit der neuen Behandlungsstrategie bisher nicht überprüft. 

In der aktuellen Analyse haben wir zum ersten Mal die Kosteneffektivität der frühen rhythmuserhaltenden Therapie gegenüber der üblichen Behandlung untersucht.“ erklärt Sophie Gottschalk vom Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg.

Die Kosteneffektivitätsanalyse wurde anhand der Studiendaten der 1664 EAST – AFNET 4 Teilnehmer:innen aus Deutschland und aus Krankenversicherungsperspektive durchgeführt. Für die Berechnung der Kosten wurden die beiden Hauptkostenfaktoren Krankenhausaufenthalte und Medikation berücksichtigt

Als Maß für den Behandlungseffekt wurden in der Kosteneffektivitätsanalyse zum einen die Zeit bis zum Auftreten eines primären Ereignisses (Tod, Schlaganfall, Krankenhausaufenthalt wegen Verschlechterung einer Herzschwäche oder akutem Koronarsyndrom) und zum anderen die im Beobachtungszeitraum überlebte Zeit herangezogen. 

Für beide Behandlungseffekte wurden sogenannte inkrementelle Kosteneffektivitätsrelationen (ICERs) berechnet. 

Sie sind in der aktuellen Analyse ein Maß für die Zusatzkosten, die für ein zusätzliches Jahr ohne kardiovaskuläre Komplikationen beziehungsweise für ein zusätzliches Lebensjahr aufgebracht werden müssen.

In manchen Gesundheitssystemen, beispielsweise in Großbritannien, dienen ICERs als Entscheidungshilfe, ob eine neue Therapie vom Gesundheitssystem bezahlt werden soll oder nicht. Die Entscheidung hängt dabei von der Zahlungsbereitschaft des Kostenträgers für die Erreichung eines zusätzlichen Gesundheitseffektes ab. 

Die maximale Zahlungsbereitschaft für den Gewinn eines Lebensjahrs oder ein Jahr ohne kardiovaskuläres Ereignis ist allerdings nicht klar definiert. 

Zudem stellt die ICER nur einen Durchschnittswert dar, der mit statistischer Unsicherheit behaftet ist. Aus diesen Gründen wurde in der aktuellen Analyse für hypothetische Zahlungsbereitschaftswerte berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine frühe rhythmuserhaltende Therapie kosteneffektiv ist.

Die Analyse zeigt: 

Früher Rhythmuserhalt war mit durchschnittlichen Zusatzkosten von 1.924 Euro verbunden. 

Daraus ergeben sich ICERs von 10.638 Euro pro zusätzlichem Jahr ohne Ereignis beziehungsweise 22.536 Euro pro hinzugewonnenem Lebensjahr (s. Abbildung 1). Die Unsicherheitsanalyse zeigte, dass hohe Wahrscheinlichkeiten für die Kosteneffektivität der frühen rhythmuserhaltenden Therapie zu hypothetischen Zahlungsbereitschaften von ≥55.000 Euro pro ereignisfreiem Lebensjahr (≥95%) bzw. pro hinzugewonnenem Lebensjahr (≥80 %) erreicht werden können.

Der wissenschaftliche Leiter der EAST – AFNET 4 Studie, Prof. Paulus Kirchhof, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, UKE, Hamburg, fasst zusammen: „Die gesundheitlichen Vorteile des frühen Rhythmuserhalts sind durch die EAST – AFNET 4 Studie, multiple Subanalysen und in weiteren klinischen Datensätzen gut belegt. Diese Analyse legt nun nahe, dass die frühe rhythmuserhaltende Behandlung im deutschen Gesundheitssystem möglicherweise zu akzeptablen Zusatzkosten erreicht werden kann. Auch wenn eine Übertragbarkeit innerhalb Europas plausibel erscheint, sind weitere Analysen der Kosten einer frühen rhythmuserhaltenden Behandlung in anderen Ländern sinnvoll.“

Seit der Veröffentlichung des Hauptstudienergebnisses im Jahr 2020, wurden verschiedene Subgruppenanalysen der EAST – AFNET 4 Studiendaten durchgeführt. Eine davon zeigte, dass der in der EAST – AFNET 4 Studienpopulation erzielte klinische Nutzen der frühen systematischen rhythmuserhaltenden Therapie unabhängig war von unterschiedlichen Behandlungsmustern bei den antiarrhythmischen Medikamenten und der Ablation, die innerhalb der Leitlinien-Empfehlungen angewandt wurden [3]. Andere Subgruppenanalysen belegten den Nutzen des frühen Rhythmuserhalts für Menschen mit Vorhofflimmern und Herzschwäche [4], für Menschen mit asymptomatischem Vorhofflimmern [5], für unterschiedliche Formen des Vorhofflimmerns [6], für Menschen mit mehreren Begleiterkrankungen [7] und für Menschen mit vorherigem Schlaganfall [8). Der Sinusrhythmus wurde als entscheidender Faktor für die Wirksamkeit der frühen rhythmuserhaltenden Therapie identifiziert [9].

Die EAST-AFNET-4-Studie hat zahlreiche Partner in ganz Europa, darunter auch die European Heart Rhythm Association (EHRA) der ESC.

Literatur
[1] Gottschalk S, Kany S, König H-H, Crijns HJGM, Vardas P, Camm AJ, Wegscheider K, Metzner A, Rillig A, Kirchhof P, Dams J. Cost-effectiveness of early rhythm-control versus usual care in atrial fibrillation care: an analysis based on the German subsample of the EAST-AFNET 4 trial. EP Europace 2023. DOI: 10.1093/europace/euad051

[2] Kirchhof P, Camm AJ, Goette A, Brandes A, Eckardt L, Elvan A, Fetsch T, van Gelder IC, Haase D, Haegeli LM, Hamann F, Heidbüchel H, Hindricks G, Kautzner J, Kuck K-H, Mont L, Ng GA, Rekosz J, Schön N, Schotten U, Suling A, Taggeselle J, Themistoclakis S, Vettorazzi E, Vardas P, Wegscheider K, Willems S, Crijns HJGM, Breithardt G, for the EAST–AFNET 4 trial investigators. Early rhythm control therapy in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med 2020; 383:1305-1316. DOI: 10.1056/NEJMoa2019422

[3] Metzner A, Suling A, Brandes A, Breithardt G, Camm AJ, Crijns HJGM, Eckardt L, Elvan A, Goette A, Haegeli LM, Heidbuchel H, Kautzner J, Kuck KH, Mont L, Ng GA, Szumowski L, Themistoclakis S, van Gelder IC, Vardas P, Wegscheider K, Willems S, Kirchhof P. Anticoagulation, therapy of concomitant conditions, and early rhythm control therapy: a detailed analysis of treatment patterns in the EAST - AFNET 4 trial. EP Europace 2022; 24:552–564. DOI: 10.1093/europace/euab200

[4] Rillig A, Magnussen C, Ozga, Suling A, Brandes A, Breithardt G, Camm AJ, Crijns HJGM, Eckardt L, Elvan A, Goette A, Gulizia M, Haegeli LM, Heidbuchel H, Kuck KH, Ng GA, Szumowski L, van Gelder IC, Wegscheider K, Kirchhof P. Early rhythm control therapy in patients with heart failure. Circulation 2021;144(11):845-858. DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.121.056323

[5] Willems S, Borof K, Brandes A, Breithardt G, Camm AJ, Crijns HJGM, Eckardt L, Gessler N, Goette A, Haegeli LM, Heidbuchel H, Kautzner J, Ng GA, Schnabel R, Suling A, Szumowski L, Themistoclakis S, Vardas P, van Gelder IC, Wegscheider K, Kirchhof P. Systematic, early rhythm control therapy equally improves outcomes in asymptomatic and symptomatic patients with atrial fibrillation: the EAST-AFNET 4 Trial. Eur Heart J. 2022; 43:1219-1230. DOI: 10.1093/eurheartj/ehab593

[6] Goette a, Borof K, Breithardt G, Camm AJ, Crijns H, Kuck KH, Wegscheider K, Kirchhof P, MD. Presenting Pattern of Atrial Fibrillation and Outcomes of Early Rhythm Control Therapy. J Am Coll Cardiol. 2022; 80:283-95. DOI: 10.1016/j.jacc.2022.04.058

[7] Rillig A, Borof K, Breithardt G, Camm AJ, Crijns HJGM, Goette A, Kuck KH, Metzner A, Vardas P, Vettorazzi E, Wegscheider K, Zapf A, Kirchhof P. Early rhythm control in patients with atrial fibrillation and high comorbidity burden. Circulation. 15 Aug 2022. DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.122.060274

[8] Jensen M, Suling A, Metzner A, Schnabel R, Borof K, Goette A, Haeusler KG, Zapf A, Wegscheider K, Fabritz L, Diener H-C, Thomalla G, Kirchhof P. Early rhythm-control therapy for atrial fibrillation in patients with a history of stroke: a subgroup analysis of the EAST- AFNET 4 trial. Lancet Neurol 2023; 22: 45–54. DOI: 10.1016/PIIS1474-4422(22)00436-7

[9] Eckardt L, Sehner S, Suling A, Borof K, Breithardt G, Crijns HJGM, Goette A, Wegscheider K, Zapf A, Camm AJ, Metzner A, Kirchhof P. Attaining sinus rhythm mediates improved outcome with early rhythm control therapy of atrial fibrillation: the EAST – AFNET 4 trial. Eur Heart J, 2022. DOI: 10.1093/eurheartj/ehac471


Twitter: @afnet_ev, hashtag #EASTtrial.

Finanzielle Unterstützung: AFNET, BMBF, DZHK, EHRA, Deutsche Herzstiftung, Abbott, Sanofi


EAST – AFNET 4 Studie

EAST – AFNET 4 ist eine wissenschaftsinitiierte Studie, in der zwei unterschiedliche Behandlungsstrategien bei Vorhofflimmern verglichen wurden. Die EAST – AFNET 4 Studie testete, ob eine frühe und umfassende rhythmuserhaltende Therapie bei Patient:innen mit Vorhofflimmern kardiovaskuläre Komplikationen besser verhindert als die übliche Behandlung.

Insgesamt 2789 Menschen mit frühem Vorhofflimmern (weniger als ein Jahr nach der ersten Diagnose) nahmen an der EAST – AFNET 4 Studie teil. Sie wurden von 2011 bis 2016 in 135 Kliniken und Praxen in elf europäischen Ländern in die Studie eingeschlossen. Die Studienteilnehmer:innen wurden einer der beiden Behandlungsgruppen „früher Rhythmuserhalt“ oder „übliche Behandlung“ nach dem Zufallsprinzip zugeordnet (Randomisierung). Die Patient:innen in beiden Gruppen erhielten eine leitlinienkonforme Therapie, bestehend aus der Behandlung ihrer kardiovaskulären Begleiterkrankungen, Blutgerinnungshemmung und Frequenzregulierung.

Alle Patient:innen der Gruppe „früher Rhythmuserhalt“ erhielten nach der Randomisierung zusätzlich Antiarrhythmika oder eine Katheterablation. Sobald bei einem Mitglied dieser Gruppe Vorhofflimmern erneut auftrat, wurde die Therapie intensiviert mit dem Ziel, den normalen Sinusrhythmus durch eine Katheterablation und/oder antiarrhythmische Medikamente wiederherzustellen und möglichst dauerhaft zu erhalten.

Patient:innen der Gruppe „übliche Behandlung“ erhielten nur dann eine rhythmuserhaltende Therapie, wenn diese notwendig war, um durch Vorhofflimmern verursachte Symptome zu bessern, die trotz leitlinienkonformer frequenzregulierender Behandlung auftraten.

Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET)

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) ist ein interdisziplinäres Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler:innen und Ärzt:innen aus Kliniken und Praxen deutschlandweit zusammenarbeiten. Ziel des Netzwerks ist es, die Behandlung und Versorgung von Patient:innen mit Vorhofflimmern in Deutschland, Europa und den USA durch koordinierte Forschung zu verbessern. Dazu führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. wissenschaftsinitiierte klinische Studien (investigator initiated trials = IIT) und Register auf nationaler und internationaler Ebene durch. Der Verein ist aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetz Vorhofflimmern hervorgegangen. Seit Januar 2015 werden einzelne Projekte und Infrastrukturen des AFNET vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) gefördert.
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Originalpublikation:

Gottschalk S, et al. Cost-effectiveness of early rhythm-control versus usual care in atrial fibrillation care: an analysis based on the German subsample of the EAST-AFNET 4 trial. EP Europace 2023. DOI: 10.1093/europace/euad051


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Lipidom: Die Blutspiegel an Omega-6-Fettsäuren (mehrfach ungesättigten Fettsäuren) in Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes Diagnose

Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Typ-2-Diabetes: Omega-6-Fettsäuren in Lipidfraktionen als Biomarker des Erkrankungsrisikos

  • Die Konzentration bestimmter, ungesättigter Fettsäuren steht mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung. 

Das zeigt eine Arbeit des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V. 

Perspektivisch könnten sich Fettsäuren als Biomarker zur Risikoabschätzung oder als Ansatzpunkte zur Diabetes-Prävention eignen. 

Alle Ergebnisse der Studie wurden in ‚Diabetes Care‘ veröffentlicht. 

Lipidklassen als Biomarker für Typ-2-Diabetes-Risiko: Höherer Linolsäurespiegel = niedrigeres Risiko in einigen Lipidklassen, höhere Spiegel an Dihomogammalinolensäure = höheres Risiko in den meisten Lipidklassen.

Lipidklassen als Biomarker für Typ-2-Diabetes-Risiko: Höherer Linolsäurespiegel = niedrigeres Risiko in einigen Lipidklassen, höhere Spiegel an Dihomogammalinolensäure = höheres Risiko in den meisten Lipidklassen. Marcela Prada, Erand Llanaj / DIfE

  • Die Spiegel mehrfach ungesättigter Omega-6-Fettsäuren wurden schon früher mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. 

Doch entscheidend ist, welche Klasse von Plasmalipiden betrachtet wird. 

Damit eignen sich bestimmte Lipide als Biomarker, um den Einfluss der Ernährung aber auch des Fettstoffwechsels in der Entstehung der Erkrankung besser bewerten zu können. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Team um Marcela Prada, Fabian Eichelmann und Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), einem Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V., jetzt in ‚Diabetes Care‘.

  • Schon früher haben Forschende die Blutspiegel an Omega-6-Fettsäuren, einer Gruppe mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Linolsäure oder Dihomogammalinolensäure, mit einem geringeren bzw. höheren Diabetes-Risiko in Verbindung gebracht. 
  • Die Fettsäuren wurden jedoch nur im Gesamtplasma oder in recht umfangreichen Plasmafraktionen bestimmt.


Spezifische Phospholipide und andere Lipidklassen hatten Wissenschaftler:innen bisher nicht in derselben Population vergleichend analysiert. Da Lipidklassen unterschiedliche Funktionen haben und teils unterschiedlich mit dem Diabetes-Risiko assoziiert sind, wollten die Forschenden bestehende Wissenslücken schließen.

Daten aus der EPIC-Potsdam Studie liefern neue Erkenntnisse

Grundlage ihrer neuen Veröffentlichung war die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam-Kohorte mit 27548 Teilnehmenden. Alle Proband:innen machten bei der Aufnahme in die Kohorte ausführliche Angaben zu Vorerkrankungen, zur Größe, zum Gewicht und zum Lebensstil. Außerdem nahmen die Forscher*innen Blutproben von allen Teilnehmenden. Zu Beginn der Studie hatte niemand Typ-2-Diabetes. Während der Nachbeobachtungszeit, die im Mittel bei 6,5 Jahren lag, wurden Patient:innen mit neu auftretender Typ-2-Diabetes-Diagnose erfasst.

Mit Hilfe modernster Messmethoden charakterisierten die Forschenden das Lipidom, sprich Hunderte von Lipidmolekülen, in Blutproben von insgesamt 1.602 Proband:innen, darunter 536 Personen mit Typ-2-Diabetes. 

  • Sie konnten die Zusammensetzung der Fettsäuren in mehrere Lipidklassen beziehungsweise Lipid-Subklassen detailliert bewerten. 

Danach verglich das Team die Lipidkonzentrationen bei Proband:innen, die an Diabetes erkrankten, mit Personen ohne Diabetes-Diagnose.

Konzentrationen mehrerer Omega-6-Fettsäuren mit Diabetes-Risiken assoziiert

Die Auswertung zeigt im Überblick: 

  • Höhere Konzentrationen von Linolsäure waren mit einem niedrigeren Typ-2-Diabetes-Risiko assoziiert, vor allem in den Lipidklassen der Lysophosphatidylcholine und Monoacylglycerolen. 

Und höhere Konzentrationen von Dihomogammalinolensäure in unterschiedlichen Fettsäureklassen oder als freie Fettsäuren waren mit einer höheren Typ-2-Diabetes-Inzidenz verbunden. 

Bei Arachidonsäure gab es keine statistisch signifikante Assoziation.
„Unseres Wissens ist dies die erste prospektive Studie, die sich auf mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren in einem großen Lipidpanel und auf deren Zusammenhang mit dem Diabetesrisiko konzentriert, und wir haben festgestellt, dass die Risikoassoziationen je nach Lipidklasse stark variieren“, sagt Prada.

Eichelmann ergänzt: „Die identifizierten Lipide sind potenzielle Biomarker für Stoffwechselstörungen; sie können zum Verständnis von Aspekten des Lipidstoffwechsels beitragen, die mit Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen.“

Auf mögliche Perspektiven weist Schulze hin: „Da Diabetes schleichend auftritt, könnte der Nachweis von Biomarkern vor der eigentlichen Diagnose wertvoll sein, um frühzeitig Personen mit erhöhtem Diabetes-Risiko zu erkennen.“ Dazu seien jedoch weitere Studien erforderlich.

Lipide als mögliche Zielstrukturen für die Prävention

In einem nächsten Schritt wollen die Forschenden in Erfahrung bringen, ob die Ernährung die Konzentration von Linolsäure in verschiedenen Lipidklassen verändern kann, speziell in Lysophosphatidylcholinen und Monoacylglycerolen, die mit einem geringeren Diabetes-Risiko in Verbindung stehen.

Abgesehen von der Nahrungsaufnahme sind Stoffwechselprozesse, die zu höheren oder niedrigeren Konzentrationen an Linolsäure oder Dihomogammalinolensäure führen, interessant. 

Falls sich Stoffwechselwege extern beeinflussen lassen, könnten sie zur Verringerung des Typ-2-Diabetes-Risikos genutzt werden.

Original-Publikation:
Marcela Prada, Fabian Eichelmann, Clemens Wittenbecher, Olga Kuxhaus, Matthias B. Schulze. Plasma Lipidomic n-6 Polyunsaturated Fatty Acids and Type 2 Diabetes Risk in the EPIC-Potsdam Prospective Cohort Study. Diabetes Care 2023, https://doi.org/10.2337/dc22-1435


Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind Helmholtz Munich – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden von Helmholtz Munich am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de

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Marcela Prada

Abteilung Molekulare Epidemiologie

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E-Mail: marcela.prada@dife.de


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Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie

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E-Mail: mschulze@dife.de

 

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V.:

Dr. Astrid Glaser

Leiterin der Geschäftsstelle

Tel.: +49 89 3187-1619

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85764 Neuherberg
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Telefon: 089 31873971
E-Mail-Adresse: niesing@dzd-ev.de


Originalpublikation:

Marcela Prada, Fabian Eichelmann, Clemens Wittenbecher, Olga Kuxhaus, Matthias B. Schulze. Plasma Lipidomic n-6 Polyunsaturated Fatty Acids and Type 2 Diabetes Risk in the EPIC-Potsdam Prospective Cohort Study. Diabetes Care 2023, https://doi.org/10.2337/dc22-1435