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CAVE: Verdacht auf orthopädische Infektionen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Antibiotikaprophylaxe bei Verdacht auf eine Knochen- oder Gelenksinfektion ist sinnvoll

Bei Verdacht auf orthopädische Infektionen spricht nichts dagegen, eine Antibiotikaprophylaxe innert 60 Minuten vor der Operation zu verabreichen. 

Dies bestätigt eine neue Studie der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am UniversitätsSpital Zürich und der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist. 

Die Diagnostik wird dadurch nicht beeinflusst. 

Generell ist eine Antibiotikaprophylaxe wichtig zur Senkung der postoperativen Infektionen. 
 
Bei einer vermuteten Knochen- oder Gelenksentzündung erfolgt in der Regel eine Operation mit Entnahme von verschiedenen Gewebebiopsien, die auf Bakterien untersucht werden.

Dabei unterbleibt eine prophylaktische Antibiotika-Gabe häufig, da man besorgt ist, dass die Antibiotika kurz vor der Operation das Bakterienwachstum und damit die Identifikation der verantwortlichen Bakterien verhindert.

Die Antibiotikaprophylaxe wäre bei orthopädischen Operationen jedoch sinnvoll – besonders, wenn Implantate eingesetzt sind. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs kommt es selten zu einer Verunreinigung oder Infektion mit Bakterien, die auf der Haut angesiedelt sind. Dazu zählen verschiedene Staphylokokken, Streptokokken oder das Cutibacterium (Propionibacterium) acnes.

«Die Antibiotikaprophylaxe wird bei Verdacht auf eine orthopädische Infektion oft nicht durchgeführt, weil die behandelnden Ärzte befürchten, dass sie dann die bakterielle Ursache der Entzündung nicht mehr finden und folglich auch nicht gezielt behandeln können», sagt die Infektiologin Yvonne Achermann, Oberärztin an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des UniversitätsSpitals Zürich und an der Universitätsklinik Balgrist. 

Frühere Studien zu der Frage seien entweder zu klein gewesen oder hätten nicht die direkten Auswirkungen einer kurzfristigen Prophylaxe auf die intraoperative Diagnostik untersucht.

Infekte in Schulter, Hüfte und Knie

Deshalb wertete nun ein Team von Infektiologen und Orthopäden in einer retrospektiven Studie die Daten von 110 Patienten aus, die zwischen Januar 2005 und Dezember 2015 in der Universitätsklinik Balgrist operiert und nach der Operation mindestens einmal positiv auf Cutibacterium acnes getestet wurden.

Am häufigsten betroffen waren Schultern (72), seltener Hüften (25) oder Knie (6).

Bei 64 der Patienten wurde die Infektion mit dem Akne-Bakterium eindeutig bestätigt. 44, beziehungsweise knapp 70 Prozent dieser Patienten, hatten vor dem Eingriff keine Antibiotikaprophylaxe erhalten.

Unabhängig davon, ob die Prophylaxe gegeben wurde, fanden die Studienautorinnen keinen Unterschied bezüglich der Anzahl Tage, die bis zur Diagnose des krankheitsauslösenden Bakteriums verstrichen.

Unbeeinflusst war auch das Verhältnis der positiven Proben zur Zahl der insgesamt entnommenen Proben.

Um eine homogene Gruppe von Infektionen mit dem gleichen Bakterium zu untersuchen, wurde das langsam wachsende Cutibacterium acnes ausgewählt, das besondere Schwierigkeiten in der Diagnose von orthopädischen Infektionen macht.

Ähnliche Ergebnisse sind jedoch auch bei anderen Bakterien zu erwarten.

Die bislang grösste derartige Studie zeige, dass die prophylaktische Antibiotika-Gabe die für die Behandlung entscheidende mikrobiologische Analyse nicht störe, betont Yvonne Achermann.

«Wir empfehlen, innert 60 Minuten vor einem orthopädischen Eingriff routinemässig Antibiotika zur Prophylaxe zu geben. Das verringert das Risiko bakterieller Infektionen durch die Operation und schützt zudem das Implantat.»

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CAVE: Herzinfarktrisiko bei Stickoxiden

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schneller Anstieg von Stickoxiden vergrößert Herzinfarktrisiko

Seit längerem ist bekannt, das hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft der Gesundheit schaden und unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. 

In einer epidemiologischen Studie wiesen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena jetzt nach, dass sich das kurzfristige Risiko für einen Herzinfarkt auch erhöht, wenn der Stickoxidgehalt in der Umgebungsluft innerhalb von 24 Stunden rasch ansteigt. 

Dynamische Anstiege der Luftverschmutzung sind durch europäische Grenzwerte bisher nicht erfasst. 

Ein schneller Anstieg der Luftverschmutzung durch Stickoxide vergrößert das Herzinfarktrisiko, so eine Studie des Uniklinikum Jena.Schneller Anstieg von Stickoxiden vergrößert Herzinfarktrisiko:  Ein schneller Anstieg der Luftverschmutzung durch Stickoxide vergrößert das Herzinfarktrisiko, so eine Studie des Uniklinikum Jena. Foto: Michael Szabó/ UKJ
 
In ihrem aktuellen Bericht zur Luftqualität listet die Europäische Umweltbehörde unter anderem die Lebensjahre auf, die die Luftverschmutzung die Bevölkerung kostet. Demnach verloren im Jahr 2016 die Europäer insgesamt über 800.000 Lebensjahre wegen der Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid – bei konservativer Rechnung. Dieses Gas entsteht in der Europäischen Union vor allem in Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen und insbesondere von Diesel-PKWs sowie in Heizanlagen, es reizt und schädigt nachweislich die Atmungsorgane und erhöht das Herzinfarktrisiko. Die europaweit geltenden Grenzwerte, 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als maximaler Stundenwert und 40 Mikrogramm im Jahresmittel, werden deshalb mit einem dichten Netz vom Messpunkten überwacht.

In einer jetzt im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichten Studie weisen Ärzte und Medizinstatistiker aus Jena nach, dass auch der schnelle Anstieg des Stickoxidanteils in der Luft Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Dazu betrachteten die Wissenschaftler alle Patienten, die mit einem akuten Herzinfarkt in den Jahren 2003 bis 2010 im Universitätsklinikum Jena behandelt wurden. In die Auswertung flossen nur die Daten derjenigen Patienten ein die aus einem Umkreis von zehn Kilometer um das Klinikum stammten und für die sich der Zeitpunkt, zudem die Beschwerden begannen, genau rekonstruieren ließen.

Die Daten dieser knapp 700 Patienten wurden dann mit den Aufzeichnungen der Immissionsdaten für Stickoxide (NO_X/2), Ozon (O₃) und Feinstaub (PM₁₀) der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie abgeglichen, die diese Parameter für die Luftverschmutzung in Jena erfasst. Im Detail untersuchten die Wissenschaftler, ob sich die Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe kurz vor den ersten Herzinfarktsymptomen über einen Zeitraum von 24 Stunden ungewöhnlich stark verändert haben. Als Studienort haben sich die Wissenschaftler bewusst eine ‚saubere‘ Stadt ausgewählt: In den betrachteten acht Jahren wurden die derzeit geltenden europäischen Grenzwerte für alle gemessenen Luftverschmutzungsparameter in Jena bis auf wenige Tage eingehalten.

Die Mediziner vermuteten zu Beginn der Studie, dass das Risiko für Herzinfarkte mit der Änderung der Luftqualität zusammenhängt. „Die Deutlichkeit des Zusammenhangs hat uns dann doch überrascht, sie ist nahezu linear“, so Dr. Florian Rakers, Seniorautor der Studie. Der Jenaer Wissenschaftler und Arzt forscht schwerpunktmäßig zum Einfluss von Umwelteinflüssen auf die Entstehung von Krankheiten.

Prof. Matthias Schwab, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie und Koautor der Studie erklärt: „Das akute Herzinfarktrisiko in unserer Studie verdoppelte sich in etwa, wenn die Stickoxidkonzentration innerhalb eines Tages um 20 Mikrogramm pro Kubikmeter anstieg“.

„Rasche Anstiege der Stickoxidkonzentrationen treten auch in einer vermeintlich sauberen Stadt wie Jena etwa 30-mal pro Jahr auf. Verantwortlich hierfür ist wahrscheinlich ein ungewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen oder meteorologische Faktoren, die eine Smogentwicklung begünstigen“, führt Dr. Rakers weiter aus.


Für Feinstaub und Ozon waren die Ergebnisse weniger eindeutig. „Ein Zusammenhang zwischen einem schnellen Anstieg beider Luftschadstoffe und dem akuten Herzinfarktrisiko ließ sich nicht bestätigen. Nichts desto trotz sind hohe Konzentrationen von Feinstaub und Ozon insbesondere für Patienten mit Lungenerkrankungen schädlich“, betont Prof. P. Christian Schulze, Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Koautor der Studie.

Mit ihrer Untersuchung erweitern die Jenaer Wissenschaftler das Wissen zur Gesundheitsschädlichkeit der Stickoxide. Dr. Florian Rakers: „Das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht sich offenbar nicht nur, wenn Menschen kurz oder langzeitig hohen Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft ausgesetzt sind, sondern auch, wenn der Stickoxidgehalt schnell ansteigt. Auf diese Weise könnten sich Stickoxide auch in vergleichsweise ‚sauberer‘ Luft schädlich auswirken. Wegen der klinischen Relevanz unserer Ergebnisse sollten dringend Untersuchungen in größerem Maßstab und anderen geografischen Regionen durchgeführt werden, um dann gegebenenfalls die EU-Grenzwerte um eine dynamische Komponente zu erweitern.“

Originalliteratur:
Rasche M, et.al. Rapid increases in nitrogen oxides are associated with acute myocardial infarction: A case-crossover study, 2018, Eur J Prev Cardiol, doi: 10.1177/2047487318755804

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Westliche Diät: viel Fett, viel Zucker, wenig Ballaststoffe: CAVE: Inflammasome

Medizin am Abend Berlin Fazit: Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver

  • Auf eine fett- und kalorienreiche Kost reagiert das Immunsystem ähnlich wie auf eine bakterielle Infektion. 
Das zeigt eine aktuelle Studie unter Federführung der Universität Bonn. Besonders beunruhigend: 

  • Ungesundes Essen scheint die Körperabwehr langfristig aggressiver zu machen. 
  • Auch lange nach Umstellung auf gesunde Kost kommt es daher schneller zu Entzündungen. 
Diese fördern direkt die Entstehung von Arteriosklerose und Diabetes. Die Ergebnisse erscheinen in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“. 

Welche Auswirkungen hat die Ernährungsweise auf das Immunsystem?  Dieser Frage gingen Prof. Dr. Eicke Latz und Dr. Anette Christ vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn nach.
Welche Auswirkungen hat die Ernährungsweise auf das Immunsystem? Dieser Frage gingen Prof. Dr. Eicke Latz und Dr. Anette Christ vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn nach.
(c) Foto: Volker Lannert/Uni Bonn
 
Die Wissenschaftler setzten Mäuse einen Monat lang auf eine so genannte „westliche Diät“:

viel Fett, viel Zucker, wenig Ballaststoffe

Die Tiere entwickelten daraufhin eine massive körperweite Entzündung – fast wie nach einer Infektion durch gefährliche Bakterien.

“Die ungesunde Diät hat zu einem unerwarteten Anstieg einiger Immunzellen im Blut geführt. Das war ein Hinweis auf eine Beteiligung von Vorläuferzellen im Knochenmark in dem Entzündungsgeschenen”, berichtet Anette Christ, Postdoktorantin am Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn.

Um diese Veränderungen besser zu verstehen, haben die Wissenschaftler die Vorläuferzellen von Immunzellen aus dem Knochenmark von Mäusen, die mit „westlicher Diät“ oder normaler Diät gefüttert wurden, isoliert und eine systematische Analyse deren Funktion und Aktivierungsstatus durchgeführt.

„Genomische Untersuchungen zeigten tatsächlich, dass in den Vorläufer-Zellen durch die westliche Diät eine große Anzahl von Genen aktiviert wurde. Betroffen waren unter anderem Erbanlagen für ihre Vermehrung und Reifung. Fastfood führt also dazu, dass der Körper rasch eine riesige schlagkräftige Kampftruppe rekrutiert“, erklärt Prof. Dr. Joachim Schultze vom Life & Medical Sciences Institute (LIMES) der Universität Bonn und vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Wenn die Forscher den Nagern nun vier weitere Wochen lang arttypische Getreide-Kost anboten, verschwand die akute Entzündung. Was nicht verschwand, war die genetische Reprogrammierung der Immunzellen: Auch nach diesen vier Wochen waren in ihnen noch viele der Erbanlagen aktiv, die in der Fastfood-Phase angeschaltet worden waren.

„Fastfood-Sensor“ in den Immunzellen

„Wir wissen erst seit kurzem, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt“, erklärt Prof. Dr. Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene Immunität der Universität Bonn und Wissenschaftler am DZNE. „Nach einer Infektion bleibt die Körperabwehr in einer Art Alarmzustand, um dann schneller auf einen neuen Angriff reagieren zu können.“ Experten nennen das „innate immune training“. Bei den Mäusen wurde dieser Prozess nicht durch ein Bakterium ausgelöst, sondern durch ungesunde Ernährung.

Die Wissenschaftler konnten sogar den „Fastfood-Sensor“ in den Immunzellen identifizieren, der dafür verantwortlich ist. Sie untersuchten dazu Blutzellen von 120 Testpersonen. Bei einigen dieser Probanden zeigte das angeborene Immunsystem einen besonders starken Trainings-Effekt. In ihnen fanden die Forscher genetische Hinweise darauf, dass daran ein so genanntes Inflammasom beteiligt ist.

  • Inflammasome sind Sensoren des angeborenen Immunsystems. Sie erkennen schädliche Substanzen und setzen in der Folge hoch entzündliche Botenstoffe frei.

Das in der Studie identifizierte Inflammasom wird durch bestimmte Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe aktiviert. Das hat neben der akuten Entzündungsreaktion interessanterweise auch langfristige Konsequenzen: Die Aktivierung verändert nämlich die Art und Weise, in der die Erbinformation verpackt ist.

Die Erbanlagen sind in der DNA gespeichert.

Jede Zelle enthält mehrere DNA-Fäden, die zusammen ungefähr zwei Meter lang sind.

Sie sind jedoch um Proteine gewickelt und stark verknäuelt. Viele Gene auf der DNA lassen sich daher gar nicht ablesen – sie sind einfach zu schlecht zugänglich.

Ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass sich manche dieser normalerweise versteckten DNA-Teile entrollen – ungefähr so, als wenn eine Schlaufe aus einem Wollknäuel heraushängt. Dieser Bereich der Erbsubstanz wird dadurch langfristig leichter ablesbar.

Wissenschaftler sprechen von epigenetischen Änderungen. 

„Das Inflammasom stößt solche epigenetischen Änderungen an“, erläutert Prof. Latz.

„Das Immunsystem reagiert in der Folge schon auf kleine Reize mit stärkeren Entzündungsantworten.“

Dramatische Folgen für die Gesundheit

Diese wiederum können die Entstehung von Gefäßkrankheiten oder auch Typ 2-Diabetes drastisch beschleunigen. Bei der Arteriosklerose etwa bestehen die typischen Gefäßablagerungen, die Plaques, zum großen Teil aus Lipiden und Immunzellen.

Die Entzündungsreaktion trägt direkt zu ihrem Wachstum bei, denn dabei wandern stetig neue aktivierte Immunzellen in die veränderten Gefäßwände ein. 

Wenn die Plaques zu groß werden, platzen sie auf, werden vom Blutstrom fortgetragen und können andere Gefäße verstopfen. Mögliche Folgen: Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Fehlernährung kann also dramatische Konsequenzen haben. In den letzten Jahrhunderten ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den westlichen Ländern stetig gestiegen. Dieser Trend wird gerade erstmalig durchbrochen: Wer heute geboren wird, wird im Schnitt vermutlich kürzer leben als seine Eltern. Falsches Essen und zu wenig Bewegung dürften daran einen entscheidenden Anteil haben.

„Diese Erkenntnisse haben daher eine enorme gesellschaftliche Relevanz“, erklärt Latz.

„Die Grundlagen einer gesunden Ernährung müssen noch viel stärker als heute zum Schulstoff werden. Nur so können wir Kinder frühzeitig gegen die Verlockungen der Lebensmittel-Industrie immunisieren – bevor diese langfristige Konsequenzen entfalten. Kinder haben jeden Tag die Wahl, was sie essen. Wir sollten ihnen ermöglichen, bei ihrer Ernährung eine bewusste Entscheidung zu treffen.“

An der Arbeit waren Gruppen aus den Niederlanden, den USA, Norwegen und Deutschland beteiligt. Latz und Schultze sind Mitglieder im Exzellenzcluster „ImmunoSensation“, in dem es um die Leistungen des angeborenen Immunsystems geht. Latz gilt als einer der international profiliertesten Forscher auf diesem Gebiet. Im Dezember wurde er für seine Arbeit mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Dieser gilt als einer der renommiertesten Wissenschaftspreise in Deutschland.

Publikation: Anette Christ, Patrick Günther, Mario A.R. Lauterbach , Peter Duewell, Debjani Biswas, Karin Pelka, Claus J. Scholz, Marije Oosting, Kristian Haendler, Kevin Baßler, Kathrin Klee, Jonas Schulte-Schrepping, Thomas Ulas, Simone J.C.F.M. Moorlag, Vinod Kumar, Min Hi Park, Leo A.B. Joosten, Laszlo A. Groh, Niels P. Riksen, Terje Espevik, Andreas Schlitzer, Yang Li, Michael L. Fitzgerald, Mihai G. Netea, Joachim L. Schultze und Eicke Latz: Western diet triggers NLRP3-dependent innate immune reprograming; Cell, DOI: 10.1016/j.cell.2017.12.013

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Prof. Dr. Eicke Latz
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Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz: Die Titin - Federn

Medizin am Abend Berlin Fazit: Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf

Ein internationales Forscherteam um Prof. Wolfgang Linke vom Institut für Physiologie ll der Universität Münster hat gezeigt: 
  • Bei Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz ist zu viel des Enzyms PP5 im Herzen vorhanden. 
Das Enzym hemmt die "Titin-Federn", die eine wichtige Rolle bei der Kontraktion der Herzmuskelzellen spielen. 

Prof. Wolfgang Linke
Prof. Wolfgang Linke Foto: Damian Gorczany Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf
 
70 Milliliter pro Schlag, 8.000 Liter am Tag – das sind die beeindruckenden Mengen an Blut, die ein gesundes menschliches Herz täglich durch den Körper pumpt.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Arbeitsbedingungen  

Gerade bei Älteren ist diese Pumpleitung jedoch oft beeinträchtigt, weil sich das Organ nicht mehr mit ausreichend Blut füllt. 
  • Die Betroffenen leiden unter der sogenannten Diastolischen Herzinsuffizienz, einer der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland. 
  • Ein internationales Forscherteam um Prof. Wolfgang Linke vom Institut für Physiologie ll der Universität Münster konnte nun zeigen, dass bei den Patienten zu viel des Enzyms PP5 im Herzen vorhanden ist, dessen Funktion bis dato noch völlig unbekannt war. 
Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Herzerkrankung und wurden jetzt in dem Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.

Beim Einstrom von Blut in die Herzkammern, der sogenannten Diastole, dehnt sich das Organ aus. Fließt das Blut anschließend wieder aus, zieht es sich zusammen (Systole).

  • Für diese Bewegung sind Abermillionen kleiner Fächer in den Herzmuskelfasern verantwortlich – die Sarkomere. 

In ihnen befindet sich das Eiweiß Titin, das hier die Funktion einer mechanischen Feder hat, die bei der Dehnung der Muskelfächer eine Rückstellkraft entwickelt – ähnlich wie bei einem Gummiband.

„Damit die Herzkammern sich während der Diastole ausreichend mit Blut füllen, muss die Titin-Feder die richtige Elastizität haben. Nur so kann sich das Herz genug weiten und ausreichend Blut einströmen.

  • In unserer Studie konnten wir zeigen, dass das Enzym PP5 an eine bestimmte Stelle der Titin-Feder andockt und diese hemmt. 

Die Feder verliert an Elastizität und genau das ist das Problem“, erklärt Linke. In ihrer Arbeit weisen die Forscher nach, dass Patienten mit einem schwachen Herzen einen Überschuss an PP5 in dem Organ haben. Zusätzlich fanden sie heraus, dass PP5 auch das Herzwachstum behindert, da es einen durch das Titin-Molekül vermittelten Mechanismus in den Herzmuskelzellen beeinträchtigt, der dieses Wachstum fördert.

Die Ergebnisse machen Patienten mit Diastolischer Herzinsuffizienz Hoffnung: 

Auf Basis der Erkenntnisse könnten Medikamente entwickelt werden, die die PP5-Aktivität bremsen und so die krankmachende „Versteifung“ der Herzmuskelzellen aufhalten. „Wir arbeiten in unseren Laboren derzeit schon mit solchen Substanzen, allerdings dauert es von einem neuen Therapieansatz bis zum endgültigen Medikament immer einige Zeit“, so Linke.
Die in Nature Communications veröffentlichte Studie konnte innerhalb eines Teilprojektes des Sonderforschungsbereiches 1002 der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung des münsterschen Physiologen verwirklicht werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Teilprojekt seit 2012 und noch bis 2020 mit insgesamt rund 900.000 Euro.

Originalveröffentlichung:

Krysiak J. et al.: Protein phosphatase 5 regulates titin phosphorylation and function at a sarcomere-associated mechanosensor complex in cardiomyocytes. Nature Communications volume 9, Article number: 262 (2018); doi:10.1038/s41467-017-02483-3

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Bewältigungstrategien von Gefühlen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Emotionales Essverhalten: Mit Süßigkeiten durch den Valentinstag?

Aus Frust eine Tafel Schokolade, vor lauter Glück eine Hand Gummibärchen oder einsam auf der Couch mit Chips – Häufig nehmen unterschiedliche Gefühle Einfluss auf unser Essverhalten. 

Warum das nicht so sein muss und welche Bewältigungsstrategien es gibt, erklärt der Psychologe Dr Esben Strodl von der Queensland University of Technology in Australien. 
 
Valentinstag - wie auch andere Feiertage - können das Phänomen des Frustessens hervorrufen, doch laut Dr Strodl muss das Essverhalten nicht zwangsläufig von unseren Gefühlen beeinflusst werden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Vermisste Personen 

Als Leiter des klinischen psychologischen Diensts an den QUT Health Clinics hat er innerhalb der letzten zehn Jahre gemeinsam mit seinen Studierenden das Essverhalten untersucht.

„Wie auch die Weihnachtsfeiertage konnte der Valentinstag für einige Personen eine Zeit der Einsamkeit sein", so Strodl.
„Es ist wichtig zu erkennen, dass es auch mal okay ist, traurig zu sein und das negative wie auch positive Gefühle zum Leben gehören. 
  • Manchmal sind Menschen traurig und haben das Gefühl, dass sie dieses traurige Gefühl „reparieren" müssen. 

Emotionales Essen ist eine gängige Strategie, um damit umzugehen."

„Teilweise tendieren Menschen zum emotionalen Essen, weil sie ihre Gefühle als etwas Negatives ansehen.

  • Wenn Sie davon ausgehen, dass ein Gefühl gefährlich oder unkontrollierbar ist, wollen Sie es natürlich schneller wieder loswerden und greifen dafür auch zu Bewältigungsstrategien wie Essen oder Trinken. 

Lebensmittel bieten sich dafür besonders an, da sie leicht zu erwerben und gesellschaftlich anerkannt sind.

Wenn Sie sich von Ihrem Partner getrennt haben und sich deshalb am Valentinstag nicht gut fühlten, ist es wichtig zu verstehen, dass das in Ordnung ist.

In dieser Situation würde es vielen Menschen schlecht gehen. Es ist entscheidend zu erkennen, dass diese Gefühle vorübergehen. 

Man muss sie in diesem Moment nicht unterdrücken."

Im Rahmen seiner Untersuchunbgen kommt Dr Strodl zu den folgenden drei beliebtesten Trostessen:

  • 1. Süße Nahrungsmittel wie Lutscher
  • 2. Salzige Nahrungsmittel wie Chips
  • 3. Süße und fettige Naschereien wie Donuts und Eiscreme
Es mag nicht überraschend sein, dass die am wenigsten Trostspendenden Nahrungsmittel scharfes Essen oder Essen aus der Konservendose waren.
Die Umfrage hat darüber hinaus die Top 5 der Gründe für gefühlsbedingtes Essverhalten aufgestellt:

  • 1. Negative Gefühle wie Depression, Stress und Angstzustände
  • 2. Positive Gefühle (beispielsweise Glücksgefühle)
  • 3. Müdigkeit und Erschöpfung
  • 4. Selbstverachtung und Ekel
  • 5. Ablehnung und Aufgabe

Eine aktuelle Studie an der QUT belegt, dass ein effektiver Weg zur Bewältigung negativer Gefühle die Anerkennung der Gefühle ist. 

  • Durch sie soll erkannt werden, woher das negative Verhalten tatsächlich kommt.

„Klassische Verhaltensinterventionen zielen darauf ab, das Verhalten und die Gedanken der emotionalen Esser zu verändern.

Unser Ziel war es jedoch, den Betroffenen beizubringen ihre Gefühle zu identifizieren und zu akzeptieren – das reichte schon, um ihr Essverhalten zu verbessern", so Dr Strodl.

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Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
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Rose Trapnell
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Das Institut ist die gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Austausches und der Auslandsstudien insbesondere mit allen Universitäten Australiens und Neuseelands sowie zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. In seinen Förderprogrammen stellt es SchülerInnen und Studierenden Unterstützung in der Finanzierung durch Stipendien und Coaching in der Studienberatung und Studienplatzbewerbung zur Verfügung.

 

Tiergestütze Dienstleistungen: pädagogischen, sozialen, medizinischen oder therapeutischen Berufsfeldern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Beratung, Betreuung, Therapie: mit Pferd, Hund oder Meerschweinchen erfolgreich arbeiten

Weiterbildung: Dritte Auflage des Zertifikatskurses „Tiergestützte Dienstleistungen“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen – Informationsveranstaltung am 17. Februar 2018 

 Auch das „Pferdegestützte Coaching“ ist Thema der Weiterbildung „Tiergestützte Dienstleistungen“.  Foto: Dr. Katharina Ameli
 Auch das „Pferdegestützte Coaching“ ist Thema der Weiterbildung „Tiergestützte Dienstleistungen“. Foto: Dr. Katharina Ameli 
  • Tiere werden immer häufiger in Altenheimen, Kindergärten, Schulen und Hospizen, aber auch Logopädie-Praxen oder Resozialisierungsprogrammen eingesetzt. 
Die tiergestützten Dienstleistungen spielen damit im Rahmen der beruflichen Tätigkeiten eine immer wichtigere Rolle; es bedarf professionell ausgebildeter Praktikerinnen und Praktiker. 

An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat sich der Zertifikatskurs „Tiergestützte Dienstleistungen“ als ein qualifiziertes Weiterbildungsangebot etabliert.

Am 1. Juni 2018 startet bereits die dritte Kohorte. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Interessierte sind herzlich eingeladen, sich am 17. Februar 2018 (Beginn: 18.00 Uhr) bei einer Informationsveranstaltung über die thematisch breit gefächerte Weiterbildung zu informieren. Projektkoordinatorin Dr. Katharina Ameli und Tierärztin Anja Dulleck werden einen Überblick über den Ablauf des geplanten Kurses geben.

Die interdisziplinär ausgerichtete wissenschaftliche Weiterbildung, die in universitäre Strukturen eingegliedert ist, richtet sich an alle Berufstätigen in pädagogischen, sozialen, medizinischen oder therapeutischen Berufsfeldern, die Tiere in ihrer Arbeit professionell einsetzen wollen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen nach dem erfolgreichen Abschluss der berufsbegleitenden Weiterbildung ein Hochschulzertifikat, das von der unabhängigen zentralen Evaluierungs- und Akkreditierungsagentur (ZEvA) zertifiziert ist.

Am Ende steht die Qualifikation als professionell ausgebildete und eigenständige Anbieter, die Tiere in der Betreuung, Unterstützung, Förderung, Bildung oder Beratung einsetzen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Reflexion von theoretischen, methodischen und praktischen Kenntnissen gelegt.

Die vermittelten Inhalte und Kompetenzen bewegen sich gemäß dem „Europäischen Qualifikationsrahme“ auf der Masterstufe (EQR7).

 „Dies ist deutschlandweit für tiergestützte Weiterbildungen einmalig“, betont Dr. Ameli. Der Zertifikatskurs ist von der Hessischen Lehrkräfteakademie als Fortbildung akkreditiert.

So werden neben betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Grundlagen die berufsspezifischen Tätigkeitsfelder der Pflegewissenschaften, Pädagogik und der Medizin ebenso behandelt wie veterinärmedizinische Grundkenntnisse zu Haltung, Eignung oder Tierschutz.

Mit Hilfe des wissenschaftlichen Handwerkszeugs gewinnen die Fachkräfte neue Perspektiven auf ihre berufliche Praxis und lernen, diese Erkenntnisse systematisch im Arbeitsalltag anzuwenden.

Bereits erworbene Kenntnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen dabei aktiv im Kursverlauf aufgegriffen werden, um das professionelle Handeln und die Reflexionsfähigkeit weiter zu schulen.

Termin

Informationsveranstaltung zum Kurs „Tiergestützte Dienstleistungen“
am 17. Februar 2018 um 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Campusbereich Veterinärmedizin, Raum 104 (Chirurgische Sammlung), Frankfurter Straße 108.

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Koordination „Tiergestützte Dienstleistungen“
an der Professur für Soziologie mit Schwerpunkt Sozialisation und Bildung,
Prof. Dr. Thomas Brüsemeister
Karl-Glöckner-Str. 21 E, 35394 Gießen
E-Mail: katharina.ameli@erziehung.uni-giessen.de

Lisa Dittrich Justus-Liebig-Universität Gießen
Ludwigstraße 23
35390 Gießen
Deutschland
Hessen
Telefon: 0641 99-12048
Fax: 0641 99-12049
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CAVE: Kreissaal: HEV Hepatitis E Virus Infektion bei Schwangeren

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neuer Behandlungsansatz für Hepatitis E Virus Infektionen bei Schwangeren

  • Hepatitis E Virus Infektionen gelten unter Medizinern als unterschätzte Krankheit. 
In unseren Breiten werden vorrangig Menschen mit geschwächter Immunabwehr krank, in Asien und Afrika ist jedoch ein Genotyp verbreitet, der besonders für Schwangere eine ernste Bedrohung ist: 
Eine von vier Schwangeren stirbt dort in Folge einer HEV Infektion. 

Wissenschaftler des TWINCORE haben nun die Unterschiede der regionalen Hepatitis E Typen untersucht, um Behandlungsansätze gegen diese für Schwangere hochgefährliche Variante zu erforschen. 

Mit ihren Untersuchungen haben sie zunächst ein Zellmodell entwickelt, mit dem sie Wirkstoffe auf ihre Eignung als Hepatitis E Medikament testen können. 

Die grüne Immunfärbung des Hepatitis E Virus Kapsidproteins in den Plazentazellen weist die Replikation des Virus in diesen nach.
Die grüne Immunfärbung des Hepatitis E Virus Kapsidproteins in den Plazentazellen weist die Replikation des Virus in diesen nach. Leonard Knegendorf / TWINCORE 
  • Das Hepatitis E Virus vom Genotyp 3 in unserer Region wird vor allem durch rohes Schweinefleisch, der in Asien und Afrika verbreitete Genotyp 1 hingegen vor allem durch Fäkalien übertragen. 

Das ist besonders in Krisengebieten ein großes Problem: nach dem Erdbeben in Nepal im Jahr 2015, in syrischen Flüchtlingslagern, in Militärcamps – überall dort, wo viele Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engem Raum leben, breitet sich das Hepatitis E Virus aus.

„Streng medizinisch gesehen, ist es eigentlich gar kein Hepatitis-Virus“, sagt Leonard Knegendorf, „denn es befällt nicht nur die Leber, wie der Name ‚Hepatitis‘ vermuten lässt, sondern auch andere Gewebe.“ Leonard Knegendorf studiert Medizin, forscht als Nachwuchswissenschaftler in der Arbeitsgruppe Virus Transmission am Institut für Experimentelle Virologie des TWINCORE und hat für seine Forschung besonders die Plazenta als Ziel des Hepatitis E Virus in den Fokus genommen.

„Da wir untersuchen wollten, weshalb ausgerechnet Schwangere so hoch gefährdet sind, haben wir uns auf den entscheidenden Unterschied zwischen den betroffenen Gruppen konzentriert und das ist die Plazenta.“

Die Wissenschaftler haben dazu Leber- und Plazentazellen mit den beiden Hepatitis E Genotypen infiziert und beobachtet, dass sich die Viren beider Typen sowohl in Leber- als auch in Plazentazellen vermehren, die Genotyp 3 Viren sogar in beiden Zelltypen gleich gut. 
„Damit haben wir erstmals virologisch zeigen können, dass Hepatitis E Viren in der Plazenta replizieren“, sagt Arbeitsgruppenleiter Prof. Eike Steinmann.

Im nächsten Schritt hat Leonard Knegendorf antivirale Medikamente an infizierten Plazentazellen getestet: 

Ribavirin, Sofosbuvir und Interferon. 

  • „Diese Wirkstoffe sind jedoch nicht für die Behandlung Schwangerer zugelassen“, sagt er. 

„Wir wollten wissen, ob es einen Unterschied in der Wirkung in Leber- und Plazentazellen gibt.“ 

Und den gibt es:  
  • Während Ribavirin und Sofosbuvir die Viren in beiden Zelltypen gleich gut zurück drängen, kann Interferon die europäische Variante, den Genotyp 3, noch bedingt hemmen. 
  • Bei der für Schwangere so gefährlichen Genotyp Variante 1 hingegen ist Interferon wirkungslos. 
„Da Interferon nicht nur ein Medikament, sondern vor allem auch unsere körpereigene, erste Antwort auf Virenangriffe ist, könnte hier der Schlüssel zum Unterschied zwischen den vergleichsweise harmlosen Infektionen mit dem Genotyp 3 und den gefährlichen mit dem Genotyp 1 liegen“, sagt Leonard Knegendorf.

„Diese neuen Erkenntnisse helfen uns bei der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Hepatitis E Infektionen bei Schwangeren“, schließt Eike Steinmann.

„Wir werden nun zunächst alle Medikamente, die für Schwangere bereits zugelassen sind, an Hepatitis E infizierten Plazentazellen testen.

Finden wir unter den Tausenden Wirkstoffen- einen Treffer, der die Vermehrung des Virus unterbindet, ist der Weg zu einem Medikament, das den Schwangeren hilft, nicht mehr weit.“

Das Projekt wurde vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) gefördert.


Publikation:

Knegendorf L, Drave S, Dao Thi VL, Debing Y, Brown RJ, Vondran FW, Resner K, Friesland M, Khera T, Engelmann M, Bremer B, Wedemeyer H, Behrendt P, Neyts J, Pietschmann T, Todt D, Steinmann E. Hepatitis E virus replication and interferon responses in human placental cells. Hepatol Commun 2018;2:173-187.

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PIA - Psychiatrische Institutsambulanz: Psychische Beschwerden während der Schwangerschaft

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sind Baldrian, Lavendel und Co in der Schwangerschaft sicher?

Ob pflanzliche Wirkstoffe gegen psychische Beschwerden während der Schwangerschaft anstelle von synthetischen Arzneistoffen unbedenklich sind, untersuchen Forscher des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Züricher und Basler Kollegen / Schweizer Nationalfonds (SNF) fördert das Projekt mit rund 1,3 Millionen Euro für vier Jahre  
  • Viele schwangere Frauen leiden zeitweise unter:
  •  Depressionen
  • Angstzuständen
  • starkem Stress
  •  und brauchen dagegen Arzneimittel mit antidepressiven, angstlösenden oder beruhigenden Eigenschaften. 
Da die klassischen psychisch-aktiven Arzneistoffe negative Auswirkungen haben können, verwenden viele Schwangere anstelle dieser gerne pflanzliche Präparate.

Ob die sogenannte Phytopharmaka für Mutter und Kind tatsächlich ungefährlich sind, untersucht nun ein Forschungskonsortium des Universitätsklinikums Freiburg, des Universitätsspitals Zürich und der Universität Basel.

  • In Studien an Immun- und Plazentazellen soll unter anderem erforscht werden, ob die am meistens gebrauchte pflanzliche Arzneimittel sowie deren Stoffwechselprodukte zell- oder erbgutschädigend sind. 

Das am 1. März 2018 beginnende Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für vier Jahre mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro gefördert.

„Wenn wir in der Studie die Sicherheit von pflanzlichen Arzneistoffen beschrieben haben, können Schwangere besser den für sie passenden Wirkstoff nehmen“, sagt PD Dr. Carsten Gründemann, Forschungsgruppenleiter am Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Die Ergebnisse vergleichen die Forscherinnen und Forscher mit klassischen psychisch aktiven Arzneistoffen.

Das Projekt hat mehrere Ziele:

Zunächst werden Frauen zu ihrer Nutzung von Phytopharmaka befragt.
  • Weiter untersuchen die Forscher, wie die komplexen Wirkstoffe häufig benutzter Pflanzen im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und durch Darmflora und Leber verstoffwechselt werden. 
  • Dann werden mögliche zell- und erbgutschädigende Wirkungen, Störungen des Hormonhaushalts und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geprüft. 
  • Schlussendlich untersuchen die Forscher unter anderem die Wirkung auf Immun- und Plazentazellen sowie ob die Stoffe die Plazentaschranke überwinden können.

„Die Berücksichtigung des Darm- und Leberstoffwechsels ist ein völlig neuer Ansatz in der Risikobewertung von Phytopharmaka. 

Der Ansatz und die im Projekt entwickelte Methodik könnte für zukünftige Pharmakologie- und Sicherheitsstudien im Bereich der Phytomedizin von Bedeutung sein“, sagt Dr. Gründemann.

Alle Untersuchungen werden in Zellkulturen mit Hilfe modernster experimenteller Modelle durchgeführt.

Unter anderem kommt eine am Universitätsspital Zürich entwickelte Plazentaperfusion zum Einsatz. 

Auf den Einsatz von tierexperimentellen Untersuchungen wurde bewusst verzichtet. 

Die Vielzahl experimenteller Modelle wird durch die Kooperation zwischen dem Universitätsspital Zürich (Klinik für Geburtshilfe, Forschungsgruppe Perinatale Pharmakologie und Biochemie), der Universität Basel (Abteilung für Pharmazeutische Biologie) und dem Universitätsklinikum Freiburg (Institut für Infektionsprävention und Krankenhausepidemiologie, Abteilung für Integrative Medizinische Forschung) möglich.

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PD Dr. Carsten Gründemann
Forschungsgruppenleiter
Anthroposophisch-Medizinische Forschung/AG Naturheilkunde
Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene
Universitätsklinikum Freiburg
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Sauerstoffarmut am Valentinstag? Kein Sex?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Sex dient der DNA-Reparatur

Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? 

Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? 

Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert.
  • Sex dient der DNA-Reparatur: Wissenschaftler rekonstruieren Entwicklung der sexuellen Fortpflanzung
Ihre Hypothese: 
  • Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. 
  • Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur. 
Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B erschienen.

Durch die Tätigkeit der Mitochondrien und die Entwicklung der Sauerstoffatmung stand symbiontischen Einzellern zwar mehr Energie zur Verfügung, andererseits stellten Sauerstoffradikale eine potenzielle endogene Gefahrenquelle dar. 

Besonders in physiologischen Stresssituationen reichten die normalen Schutzmechanismen der Zelle oft nicht mehr aus. Bereits in den ersten Lebewesen mit Zellkern (Eukaryonten) entstand deshalb die Meiose als besonders effizienter DNA-Reparaturmechanismus, so die Wissenschaftler. Dazu wird ein zweiter Chromosomensatz benötigt, der durch die Fusion zweier Zellen und Zellkerne zustande kommt.

„Diese ersten Zyklen sexueller Fortpflanzung entstanden bereits in den ersten einzelligen Eukaryonten“, erläutert die Göttinger Biologin Prof. Dr. Elvira Hörandl.

In multizellulären komplexen Organismen, beispielsweise Tieren, Pflanzen oder Pilzen, etablierte sich Sex dann als Erneuerungsprozess für Keimbahnzellen, der auch nachteilige Mutationen selektiv eliminieren kann.

Damit kann die Integrität des Genoms in der Keimbahn über viele Generationen hinweg gewährleistet werden.

„Zahlreiche genomische, karyologische und biochemische Untersuchungen der vergangenen Jahre unterstützen diese Hypothese“, erklärt Hörandl.

Auch die meisten Formen asexueller Fortpflanzung behalten die Grundmechanismen der DNA-Reparatur und ein bisschen Sex bei. 
  • „Sex ist also eine physiologische Notwendigkeit, als Folge eines sauerstoffbasierten Stoffwechsels bei allen höheren Organismen“, so Hörandl.
Originalveröffentlichung: Elvira Hörandl, Dave Speijer. How oxygen gave rise to eukarotic sex. Proceedings of the Royal Society B 2018. Doi: 10.1098/rspb.2017.2706.

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