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CAVE: Blutzuckerstreifen - insulinpflichtiger Diabetiker

Medizin am Abend Berlin Fazit: Online-Angebote: Blutzuckerteststreifen auf Abwegen

Unkontrollierter Onlinehandel sollte unterbunden werden 
 
Blutzuckerteststreifen sind ein wichtiges Instrument für einen insulinpflichtigen Diabetiker, um im Rahmen des Therapie-Selbstmanagements permanent den Blutzuckerwert zu kontrollieren.

  • Eine anschließende, dem Wert entsprechend dosierte Insulingabe wirkt so den ansonsten drohenden Folgen eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus entgegen. 

Die gesetzlichen Krankenversicherungen unterstützen dies, indem sie die Teststreifen ihren Mitgliedern zuzahlungsbefreit abgeben.

In Online-Handelsportalen werden von privaten Verkäufern Blutzuckerteststreifen zum Kauf angeboten.

  • Ein durchschnittlich realisierter Verkaufspreis in Höhe von rund 18,50 Euro für eine Packung mit 50 Teststreifen ließe den Verdacht aufkommen, so Prof. Dr. Heiko Burchert von der Fachhochschule Bielefeld, dass diese Teststreifen nicht zuvor selbst käuflich erworben wurden und nun weiterverkauft werden. 

Es stelle sich also die Frage nach der Herkunft der Teststreifen.

Als eine Quelle kämen Diabetiker in Frage, die die für ihr Therapie-Selbstmanagement erhaltenen Teststreifen weiterverkaufen, statt sie zu nutzen. 

Burchert, Experte für Betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen des Gesundheitswesens, hat das Verkäuferverhalten im Internet seit längerer Zeit akribisch verfolgt.

Sein Fazit: 

„Unsere Untersuchungen belegen deutlich, dass die Versicherten, also die Diabetiker selbst, oftmals auch die Verkäufer sind.“ 

Weitere Verkäufergruppen finden sich „nahe am Diabetiker“ unter den Mitarbeitern von Pflegediensten und -heimen oder in diabetologischen Schwerpunktpraxen. Ihnen gemein ist das Interesse an einem Nebeneinkommen. Während ein Diabetiker mit dem Verkauf seiner Teststreifen im Jahr zwischen 200 und 300 Euro verdient, liegt der Spitzenverdiener bei 18.000 Euro pro Jahr.

Auch die Käufer dieser Teststreifen lassen sich benennen.

Neben den nicht insulinpflichtigen Typ II-Diabetikern, welche über ihre gesetzlichen Krankenversicherungen keine Teststreifen bereitgestellt bekommen, sondern sie selber kaufen müssen, sind das insbesondere Privatpatienten. 

  • Burchert: „Privatversicherte Diabetiker haben zumeist einen Tarif gewählt, in welchem die Arzneimittelkosten ausgespart sind. Die günstigen Online-Angebote geben ihnen Recht.“

Nach mehrjährigen Analysen liegen Daten über die Dimensionen dieses Schwarzmarktes und seiner Entwicklung vor und wurden bereits schrittweise veröffentlicht.

Antworten auf sich daraus ergebende Fragen sollten dringend gefunden werden, fordert Professor Burchert und ergänzt:

“Denn wenn davon ausgegangen werden kann, dass aktuell knapp 13.000 private Verkäufer, Stand August 2017, jährlich rund 27,7 Millionen Teststreifen in Deutschland verkaufen, dann lässt sich darin auch ein ernster finanzieller Schaden für die gesetzlichen Krankenversicherungen in Höhe von rund 15 Millionen Euro pro Jahr erkennen.“

Und diese haben ein Eigeninteresse daran, den unkontrollierten Onlinehandel mit Blutzuckerteststreifen zu unterbinden. Nicht zuletzt tragen sie auf diesem Weg zur Subventionierung der Privatpatienten bei.

In Gesprächen mit Vertretern des GKV-Spitzenverbandes wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, um diesem Schwarzmarkt Herr zu werden. Auch der Einsatz telemedizinischer Systeme bei der Betreuung insulinpflichtiger Diabetiker kann hierzu beitragen.

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Prof. Dr. rer. pol., Dipl.-Ing. oec. Heiko Burchert -
Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit
Lehrgebiet Betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen des Gesundheitswesens
FH Bielefeld - Interaktion 1 - 33619 Bielefeld
Telefon 0521.106-5073 - Telefax 0521.106-5086 - Mobil 0151.64959421 - heiko.burchert@fh-bielefeld.de

Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: detlev.grewe-koenig@fh-bielefeld.de

Detlev Grewe-König
Telefon: 0521 /1067752
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Hemiparese-Schlaganfall: Feinmotorikstörung?

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nach Schlaganfall motorische Defizite exakter feststellen

Nach einem Schlaganfall scheitern viele Menschen an täglichen Handgriffen im Haushalt. 

Der Grund dafür sind Lähmungserscheinungen, die von Schädigungen im Gehirn herrühren. 

Diese wirken sich auf die feinmotorischen Fähigkeiten aus. 

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) zeigt nun einen Weg auf, der zu einer besseren Diagnose und gezielteren Therapie führt. 

Medizin am Abend Berlin: FachFilm  
 
Dass Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall nur eingeschränkt mit den Händen einfache Alltagsgegenstände und Werkzeuge greifen oder halten können, belegen klassische Tests zur Überprüfung ihrer manuellen Geschicklichkeit in der Klinik.

Sehr häufig wird der Jebsen Taylor-Handfunktionstest durchgeführt, wo etwa ein Satz auf ein Blatt Papier geschrieben werden muss. „

Der Jebsen-Test wie auch andere Tests zeigen allerdings nicht auf, welche einzelnen Faktoren dazu führen, dass sich Schlaganfallpatienten bei einfachen Handgriffen wie etwa nach einem Blatt zu greifen so schwer tun“, sagt Professor Joachim Hermsdörfer vom Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft der Sport- und Gesundheitsfakultät an der TUM.

„Darum haben wir Tests selbst entwickelt, um anhand der daraus identifizierten beeinflussenden Faktoren gezieltere therapeutische Ansätze abzuleiten.“ Ihre Ergebnisse haben Joachim Hermsdörfer und Erstautorin Kathrin Allgöwer gerade im Magazin „Clinical Neurophysiology“ veröffentlicht.

Welche Faktoren lösen die Feinmotorikstörung aus?
  • Die TUM-Wissenschaftler testeten etwa das Hochheben von Gegenständen verschiedener Gewichtsklassen und mit verschiedenen Oberflächen, die vorausschauende und reagierende Griffkontrolle, das visuell-motorische Vermögen und einige weitere Fertigkeiten. 
Eine Gruppe von 22 Patientinnen und Patienten im Alter von 32 bis 78 mit einer halbseitigen Lähmung, der so genannten Hemiparese nach einem Schlaganfall, haben an dieser Studie teilgenommen. Ihnen stand eine gleich große Kontrollgruppe mit gesunden Probanden gegenüber.

Von den Parametern, an denen sich die zwei Gruppen unterscheiden ließen, konnten drei Faktoren festgestellt werden, die maßgeblich waren, um die Feinmotorikstörung zu klassifizieren:

  1. die Kontrolle der Griffkraft, 
  2. die motorische Koordination
  3. das Tempo der Bewegung. 

Mit statistischen Methoden konnte das Team schließlich belegen, dass diese drei Faktoren zu 69 Prozent die Alltagsdefizite des umfassenderen Jebsen-Tests voraussagen.

Ergebnisse ermöglichen gezieltere Therapie nach Schlaganfall

"Dank unserer Ergebnisse können Patienten und Patientinnen künftig nach einem Schlaganfall gezielter in den Bereichen therapiert werden, wo ihre Schwächen evident sind", sagt Professor Hermsdörfer.

Für die Tests wurden selbstentwickelte Geräte benutzt, unter anderem die Gripforce-Box, mit der die Griffkraft der Hand überprüft wird.

Diese könnte künftig für Therapeuten so weiterentwickelt werden, dass sie zum Zweck der Diagnose des Status-quo von Personen nach einem Schlaganfall eingesetzt wird.

 "Daran arbeiten wir derzeit noch", sagt der Bewegungswissenschaftler.

„Das Ziel ist zusammen mit zwei kurzen klassischen Tests künftig mit der GF-Box eine präzise Aussage über die Hintergründe einer Feinmotorikstörung von Schlaganfallpatienten im Alltag zu machen.“

Publikation:
Kathrin Allgöwer und Joachim Hermsdörfer: Fine motor skills predict performance in the Jebsen Taylor Hand Function Test after stroke, Clinical Neurophysiology 31.7.2017. DOI: 10.1016/j.clinph.2017.07.408
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28826016

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CAVE: Die Ablehnung einer medizinisch notwendigen Betreuung von allergiekranken Kindern seitens der Kitas

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hilfe bei anaphylaktischer Reaktion – Rechtlicher Rahmen aus Sicht der ges. Unfallversicherung

Allergien zählen zu den häufigsten Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. 

Schätzungen zufolge leiden über 20 % der 3- bis 6-jährigen Kinder an einer Allergie (1). 

Entsprechend hoch ist die Anzahl allergischer Kinder in Kindertagesstätten. 

Die Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. 

Sie beginnt plötzlich und erfordert ein schnelles und medizinisch korrektes Eingreifen. 

Unkenntnis und sogar Fehlinformationen in Bezug auf die rechtlichen Konsequenzen aus der gesetzlichen Unfallversicherung können jedoch ein wirksames Eingreifen von Erzieherinnen und Erziehern verzögern oder gar verhindern. 

Dabei ist die Rechtslage aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung klar. 
 
Es ist für Eltern allergischer Kinder besonders wichtig, dass Ihre Kinder auch in Kita und Schule sicher aufgehoben sind und im Ernstfall gut versorgt werden. Oft stoßen sie aber auf Skepsis bis hin zur Ablehnung, weil die rechtliche Lage vielen Betreuern unklar ist und falsche Informationen vorliegen.

Die Ablehnung einer medizinisch notwendigen Betreuung von allergiekranken Kindern seitens der Kitas wird oft damit begründet, dass Erzieherinnen und Erzieher nicht unfallversichert seien, dass Haftungsansprüche gegen sie und/oder die Einrichtung erhoben werden könnten, dass die Kinder nicht geschützt wären, wenn Komplikationen aufträten und sehr häufig auch, dass die Kita-Leitung dieses schlicht verbiete.

Dabei schließen Kita und Eltern einen Betreuungsvertrag. Die Eltern geben ihr Kind in die Obhut der Einrichtung und übertragen insoweit auch die Personensorge für das Kind. Kaum jemand, schon gar nicht die Beschäftigten in den Kitas, werden bestreiten, dass die Abwehr von Gefahren für die Kinder zu ihren Aufgaben gehört.

Gerade weil die Abwehr von Gefahren für das Kind zu den Aufgaben der Kita bzw. der Kita-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört, ist die Anwendung eines Notfallpens bei Vorliegen einer anaphylaktischen Reaktion für die Erzieherinnen und Erzieher eine versicherte Tätigkeit.

Sie haben daher, im unwahrscheinlichen Fall einer eigenen Verletzung, einen Arbeitsunfall erlitten.

Dies gilt selbst dann, wenn die Leitung, der Träger oder andere Instanzen ein solches Eingreifen verboten haben sollten
  • Denn verbotswidriges Handeln schließt nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers einen Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht aus.

Auch das Kind hat beim Eintreten einer anaphylaktischen Reaktion einen Arbeitsunfall erlitten.

Ein Arbeitsunfall liegt auch dann vor, wenn ein Kind von einem anderen allergenhaltige Nahrungsmittel erhält und aufnimmt. Lediglich wenn das Allergen in Lebensmitteln vorkommt, die ihm von zu Hause mitgegeben wurden, liegt kein Arbeitsunfall vor.

Aber selbst in diesem Fall wäre eine Schädigung des Kindes durch den Einsatz des Notfallpens ein Versicherungsfall für das Kind, da die Gefahrenabwehr Bestandteil der Betreuung durch die Kita ist. Ist bereits das Eindringen des Allergens und das Auftreten der entsprechenden Reaktion ein Arbeitsunfall des Kindes, wäre ein Schaden durch den Einsatz des Pens eine (zusätzliche) Folge dieses Arbeitsunfalls.

Auf Grund der Haftungsbeschränkung, die bei Verursachung eines Arbeitsunfalls durch die versicherte Tätigkeit gilt (§ 104 ff SGB VII), braucht niemand Schadenersatzforderungen fürchten, von grob fahrlässigem Handeln oder Schlimmerem abgesehen.

Spätestens bei einer voll ausgeprägten anaphylaktischen Reaktion mit lebensbedrohlichen Symptomen liegt eine Notsituation vor.

Dann ist jeder, z. B. auch eine zufällig anwesende Mutter, zur Hilfeleistung verpflichtet, soweit das Eingreifen zumutbar ist.

Da die Handhabung des Pen einfach ist, dürfte diese Voraussetzung, insbesondere nach entsprechender Einweisung, vorliegen.

Nicht zu handeln wäre damit sogar eine unterlassene Hilfeleistung, ein Straftatbestand. 

Im Gegenzug hat der Gesetzgeber auch hier die Haftung sehr stark begrenzt.

Sie kommt grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wird.

Außerdem sind solche Nothelfer in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, wenn sie bei der Hilfeleistung selbst verletzt werden.

Eine Einweisung in die Anwendung eines Notfallpens sollte aus präventiver Sicht unbedingt, am besten durch den behandelnden Arzt, erfolgen. 

Die Einweisung bringt den Erzieherinnen und Erziehern nicht nur die Sicherheit, korrekt zu handeln, sondern vermittelt auch weitergehende Informationen, die dazu beitragen können, einen Notfall erst gar nicht entstehen zu lassen.

(1) http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Zahl_des_Monats/Archiv2016/20...

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Dr. Ulrich Kümmel Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.

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http://bit.ly/2vErQue Flyer Medikamentengabe in Kindertagesstätten 

http://bit.ly/2vEJePx Audiopodcast zur Medikamentengabe in Kita und Schule

CAVE: Finger in Weiwasserbecken

Medizin am Abend Berlin Fazit: Weihwasser: nicht so rein wie erhofft

Ist Weihwasser eher gefährlich als nützlich? 

Welche Auswirkungen hat es, wenn viele Menschen ihre Finger in Weihwasserbecken tauchen? 

Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Untersuchung. 




Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Giftinformationszentrum

Obwohl Weihwasserbecken in katholischen Kirchen zur üblichen Ausstattung gehören, wurden sie von der Wissenschaft bislang wenig beachtet. 

Ein Team aus Studierenden und Forschern des Studiengangs „Molekulare und Technische Medizin“ der Hochschule Furtwangen hat sich nun dieses Themas angenommen und 54 Weihwasserproben aus fünf Kirchen in Villingen-Schwenningen und umliegenden Ortschaften verglichen. 
 
Die erste in Deutschland durchgeführte Studie zum Thema mikrobielle Verunreinigung von Weihwasser ist nun in der Zeitschrift "Journal of Water and Health" (https://doi.org/10.2166/wh.2017.026) erschienen. Sie trägt den Titel „Quantification and identification of aerobic bacteria in holy water samples from a German environment” und wurde von Christoph König, Stephanie Tauchnitz, Heike Kunzelmann, Christian Horn, Frithjof Blessing, Matthias Kohl und Markus Egert verfasst.

Drei Stadtkirchen und zwei Dorfkirchen sind mehrmals beprobt worden.

  • Durchschnittlich wurden rund 6.000 Keime pro Milliliter gemessen. 
  • Das Weihwasser aus Stadtkirchen war mit zwischen 1.500 und 21.000 Keimen pro Milliliter signifikant stärker belastet als das aus Dorfkirchen mit nur rund 100 Keimen pro Milliliter. 

„Wir vermuten, dass dieser große Unterschied auf die höheren Besucherzahlen in den Stadtkirchen zurückzuführen ist“, so Studienleiter Prof. Dr. Markus Egert. „Die Keimzahl zeigte eine Korrelation mit den Gemeindegrößen.“

In Deutschland gibt es knapp 24 Millionen Katholiken, von denen gut 10%, also immerhin 2,5 Millionen regelmäßig Gottesdienste besuchen.

Das Thema Weihwasser ist etwas tabuisiert.

„Gerade in Anbetracht einer immer älter werdenden Gottesdienstbesucherschaft wollten wir dieses Thema trotzdem untersuchen“, so Egert. „Die örtlichen Kirchenvertreter standen unserer Untersuchung sehr aufgeschlossen gegenüber.“

Neben Wasserbakterien wurden vor allem Bakterien der humanen Hautflora gefunden, insbesondere Staphylokokken. 50% der identifizierten Isolate waren potentiell pathogen. 

Staphylokokken sind bekannte Erreger von Haut- und Weichteilinfektionen, etwa von Abszessen. Insgesamt 20 verschiedene Arten von Bakterien konnten sicher nachgewiesen werden.


Die Forscher empfehlen, Hygienemaßnahmen zu ergreifen, um eine mikrobielle Verunreinigung des Weihwassers zu verhindern. 

Dies sollte durch regelmäßigen Wasser-Austausch, insbesondere in Kirchen mit hohen Besucherzahlen, gewährleistet werden.

„Der rituelle Salzzusatz zu Weihwasser hat auch konservierenden Charakter“, erläutert Professor Egert.

„Allerdings sind gerade Staphylokokken für ihre Salztoleranz bekannt.“

 Die Forscher wollen weitere Arbeiten im Bereich Verhinderung des Keimwachstums in Weihwasserbecken folgen lassen. Einer der Ansatzpunkte wird das Material der Weihwasserbehälter sein. Möglicherweise lassen sich durch Metalle wie Kupfer bessere Bedingungen erzielen.

Eine gute Nachricht: 

Die Keimzahlen in den Proben aus dem Raum Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) waren um bis zu 1000-fach geringer als die Werte aus einer österreichischen Studie (Kirschner et al., 2012) welche Kirchen in Wien verglichen hatte.

Auch wenn das Wasser in Weihwasserbecken keine Trinkwasserqualität mehr hat, so besteht jedoch keine Gefahr bei äußerlicher Anwendung auf unverletzter Haut. 

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CAVE: Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Prostatakarzinom zur Kommentierung freigegeben

Die S3-Leitlinie zur "Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie im Jahr 2009 erstellt. 

Nach Aktualisierungen 2011 und 2014 wurde die Leitlinie 2016 zum dritten Mal fokussiert bearbeitet und 2017 weiter aktualisiert, sodass nun die vollständig geprüfte 4. Aktualisierung vorliegt. 
 
Folgende Themen wurden bearbeitet: 

MRT in der Primärdiagnostik,
perkutane Strahlentherapie mittels IGRT, Protonentherapie,
hochintensiver fokussierter Ultraschall und fokale Therapien,

begleitende hormonablative Therapie,

ergänzende antihormonelle Therapie im hormonsensitiven metastasierten Stadium,
Erstlinientherapie im kastrationsresistenten Stadium,
Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen,
rehabilitative Maßnahmen.

Die Konsultationsfassung kann ab sofort bis einschließlich 23.10.2017 kommentiert werden.

Neben der Leitlinie stehen auch die Evidenztabellen und der vorläufige Leitlinienreport zur Verfügung.

Betroffene, Interessierte und Experten sind eingeladen, Anmerkungen an die Redaktion zurückzumelden. 

Diese können nur bearbeitet werden, wenn Sie mit dem Kommentierungsbogen

 http://www.leitlinien.de/mdb/edocs/word/kommentierungsbogen-prostatakarzinom-ver... unter info@azq.de oder per Post eingehen.

Patientenvertreter und Ärzte aus dem Kreis der Leitlinienautoren haben die Leitlinie gemeinsam erarbeitet.

Methodische Begleitung und Redaktion lagen beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

Die Entwicklung erfolgte im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie, das gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH) getragen wird.

http://www.leitlinien.de/mdb/edocs/pdf/literatur/prostatakrebs-vers5-konsultatio...
- Langversion, Konsultationsfassung

http://www.leitlinien.de/mdb/edocs/pdf/literatur/prostatakrebs-vers5-konsultatio...
- Evidenztabellen, Konsultationsfassung

http://www.leitlinien.de/mdb/edocs/pdf/literatur/prostatakrebs-vers5-konsultatio...
- Leitlinienreport,nsultati Koonsfassung

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Corinna Schaefer M.A. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin


E-Mail-Adresse: mail@azq.de

Corinna Schaefer M.A.
Telefon: 030 / 4005 - 2526
Fax: 030 / 4005 - 2555
E-Mail-Adresse: schaefer@azq.de


Martina Westermann
Telefon: 030 / 4005 - 2501
E-Mail-Adresse: westermann@azq.de

Chest Pain Unit: Brustschmerhambulanz: Plötzliche Brustschmerzen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Gefahr im Verzug: Plötzliche Brustschmerzen

Die vor wenigen Wochen rezertifizierte Chest Pain Unit (Brustschmerzambulanz) am Herzzentrum Leipzig steht Patienten an 7 Tagen die Woche, 24 Stunden zur Verfügung. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Herzinsuffizienz 
 
Plötzlich auftretende Brustschmerzen machen verständlicherweise Angst und sollten in jedem Fall ernst genommen werden.

Häufig sind sie ein erster Hinweis auf schwere Herzerkrankungen, wie akuter Herzinfarkt, Einrisse in der Hauptschlagader (Aortendissektion) und/oder Lungenembolien.

  • „Um lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern, bedarf es in diesen Fällen einer unverzüglichen Diagnose und einer sofortigen Einleitung der Behandlung“, erklärt Professor Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie – HELIOS Stiftungsprofessur am Herzzentrum Leipzig. 

Bereits seit 2007 gibt es am Herzzentrum Leipzig für diese Notfälle die so genannte

Chest Pain Unit (Brustschmerzambulanz). Hier wird Patienten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geholfen. 

„Durch die besondere Struktur des Herzzentrums, die enge Zusammenarbeit aller Kliniken und Abteilungen sowie durch die über zehnjährige Erfahrung mit der Chest Pain Unit verfügen wir über alle notwendigen Voraussetzungen, die Betroffenen bestens behandeln zu können“, so Professor Thiele.

Dazu zählen neben der vorhandenen personellen Ausstattung unter anderem die ständige Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors, die Vorhaltung von mehr als acht Überwachungsplätzen mit direkter räumlicher Nähe an die deutschlandweit größte internistisch/kardiologische Intensivstation sowie die permanente Anbindung an ein Labor und alle Möglichkeiten der bildgebenden Diagnostik.

„Wöchentlich kommen bis zu 150 Patienten zu uns in die Chest Pain Unit und werden unabhängig vom regulären Patientenbetrieb zu jeder Tages- und Nachtzeit kompetent und intensiv durch ein eingespieltes Team betreut“, erklärt der Kardiologe weiter. „Nicht zuletzt ist auch die vor wenigen Wochen bereits zum zweiten Mal erfolgte Rezertifizierung der Chest Pain Unit durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie ein Beweis der exzellenten Arbeit nach den höchsten Qualitätsstandards“, betont Professor Thiele. "Die lebensrettende Arbeit der Chest Pain Unit wollen wir natürlich in gleicher Qualität fortsetzen aber auch stetig verbessern. So werden wir zukünftig unsere Behandlungspfade weiter optimieren, um Patienten mit einem hohen Risiko schneller zu identifizieren und entsprechend individueller behandeln zu können.“


Über das Herzzentrum Leipzig:
Das Herzzentrum Leipzig bietet mit seinen 440 Betten und zehn tagesklinischen Betten in der Universitätsklinik für Herzchirurgie, der Universitätsklinik für Kardiologie – HELIOS Stiftungsprofessur (inkl. der Abteilung für Rhythmologie) und der Universitätsklinik für Kinderkardiologie sowie den Abteilungen für Anästhesiologie und Radiologie Hochleistungsmedizin rund um das Herz. Unter der Leitung international erfahrener Ärzte und namhafter Wissenschaftler arbeitet am Herzzentrum Leipzig ein Team von mehr als 1.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Seit der Inbetriebnahme im September 1994 besteht mit dem Freistaat Sachsen und der Universität Leipzig ein Kooperations- und Nutzungsvertrag. Das rechtlich und wirtschaftlich selbständige Herzzentrum kooperiert eng mit der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Seit 2014 ist das Herzzentrum Leipzig eine 100-prozentige Tochter der HELIOS Kliniken GmbH. www.helios-kliniken.de/herzzentrum

Über die HELIOS Kliniken Gruppe
HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.
In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen.

HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums.

HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.

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Juliane Dylus, Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation
Herzzentrum Leipzig, HELIOS Park-Klinikum Leipzig
Telefon: (0341) 865-21 91
E-Mail: juliane.dylus@helios-kliniken.de

Strümpellstr. 39
04289 Leipzig
Deutschland
Sachsen 

Juliane Dylus Universitätsklinik für Kardiologie – HELIOS Stiftungsprofessur Herzzentrum Leipzig GmbH

 

Ergebnisse zu Arthrose, Osteoporose und Gelenkschmerzen.

Medizin am Abend Berlin Fazit: Atemwegs-, Muskel- und Skeletterkrankungen, depressive Symptomatik, Diabetes

Neue RKI-Daten im Journal of Health Monitoring 3/2017 
 
Erkrankungen der Atemwege und der Lunge sind wichtige Ursachen von Krankheitslast und Sterblichkeit – und Themenschwerpunkt in der neuen Ausgabe des Journal of Health Monitoring.

Ein umfassender Focus-Beitrag betrachtet neben akuten respiratorischen Erkrankungen wie Influenza auch Lungenkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma bronchiale.

Zu Asthma bronchiale und COPD werden zusätzlich in Fact sheets neue Ergebnisse aus der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015) dargestellt. „Grippe und akute Atemwegsinfektionen, Asthma und COPD sind sehr häufige Krankheiten mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung, COPD ist zudem eine der wichtigsten Todesursachen in Deutschland und weltweit“, erläutert Lothar H. Wieler, Präsident des RKI.

„Eine kontinuierliche Überwachung von Krankheitshäufigkeiten und Sterberaten ist eine unerlässliche Voraussetzung für den Gesundheitsschutz“, unterstreicht Wieler. Das RKI, assoziiertes Mitglied im Deutschen Zentrum für Lungenforschung, engagiert sich daher abteilungsübergreifend für das Thema respiratorische Erkrankungen. Für den Focus-Beitrag werteten die RKI-Wissenschaftler eigene und externe Datenquellen aus. Dargestellt werden Ergebnisse und Trends zu Vorkommen und Sterblichkeit respiratorischer Erkrankungen mit hoher Public-Health-Relevanz in Deutschland. Bei den akuten Atemwegsinfektionen z.B. ist das Krankheitsgeschehen durch starke saisonale Schwankungen gekennzeichnet. 

Der bislang höchste Wert der vergangenen Jahren trat in der Grippewelle 2012/2013 auf, als zum Höhepunkt der Welle 2,6 % der Bevölkerung pro Woche mit einer akuten Atemwegserkrankung den Arzt aufsuchten.

  • Ein weiterer Schwerpunkt der Journal-Ausgabe sind Muskel-Skelett-Erkrankungen. 

Die RKI-Autoren erläutern Ergebnisse zu Arthrose, Osteoporose und Gelenkschmerzen. 
  • So berichteten 29 % der Frauen und 24 % der Männer von akuten Gelenkschmerzen, also Schmerzen in den vorangegangenen 24 Stunden. 
Gelenkbeschwerden und –schmerzen gehören weltweit zu den häufigsten Einschränkungen, die bei der Ausübung von Alltagsaktivitäten Schwierigkeiten bereiten und die Lebensqualität verringern.

Eine Arthrose bestand in Deutschland bei rund 22 % der Frauen und 14 % der Männer in den zwölf Monaten vor der Befragung.

Von einer Osteoporose in den vergangenen zwölf Monaten berichteten rund 8 % der Frauen und 2 % der Männer.

Das Journal enthält auch ein Fact sheet zur Häufigkeit von depressiver Symptomatik.

Eine depressive Symptomatik ist mit Beeinträchtigungen von Lebensqualität, erhöhter Morbidität und Mortalität sowie vermehrter Inanspruchnahme des Gesundheitssystems assoziiert. 

In der GEDA-Studie wurde eine aktuelle depressive Symptomatik bei 10,1 % der Befragten festgestellt.

Diese Daten zeigen die weite Verbreitung – auch jenseits des Vorliegens einer klinischen Depressionsdiagnose.

Weitere Fact sheets befassen sich mit gesundheitsbedingten Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten und mit Unfallverletzungen.

Diabetes mellitus ist das Thema des zweiten Focus-Beitrags.

Basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche werden für die letzten Jahrzehnte bevölkerungsbezogene Angaben zur Häufigkeit des Vorliegens (Prävalenz), zur Häufigkeit von Neuerkrankungen (Inzidenz)
und zur Sterblichkeit (Mortalität) des Diabetes in Deutschland dargestellt.

Am RKI wird derzeit eine Nationale Diabetes-Surveillance aufgebaut.

Weitere Informationen: http://www.rki.de/journalhealthmonitoring

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Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
http://www.rki.de
Twitter: @rki_de
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
Marieke Degen
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Paape
Heidi Golisch
Judith Petschelt

Kontakt
Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030.18754 2265
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Schlaf von Kinder und Müttern, aber auch von den Vätern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Schlafqualität von Kindern und Müttern hängt zusammen

Wenn Mütter unter Schlafproblemen leiden, können häufig ihre Kinder nachts auch weniger gut schlafen. 

Dies berichten Psychologen der Universität Basel in der Fachzeitschrift «Sleep Medicine» nach einer Studie mit knapp 200 gesunden Kindern im Primarschulalter. 
 
  • Schlaf spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden von Erwachsenen, aber auch von Kindern. 

Zu wenig Schlaf und eine schlechte Schlafqualität können die psychische Gesundheit, das Lernen, das Gedächtnis und damit bei Kindern auch die Schulleistung beeinträchtigen. In der Schweiz berichten nach neuesten Zahlen ungefähr 28% der erwachsenen Frauen und 20% der Männer, von Schlafproblemen betroffen zu sein.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Cannabis  


In ihrer Studie untersuchten Forschende um Natalie Urfer-Maurer von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel und Prof. Dr. Sakari Lemola, heute an der University of Warwick, wie Ein- und Durchschlafprobleme der Eltern mit dem Schlafverhalten ihrer Kinder zusammenhängen. Sie massen dafür die Schlafqualität von gesunden Kindern zwischen 7 und 12 Jahren mittels Elektroenzephalografie (EEG); rund die Hälfte von ihnen waren Frühgeborene. Zudem befragten die Forschenden die Eltern über ihren eigenen Schlaf und über jenen ihrer Kinder.

Mühe, ins Bett zu kommen

Ergebnis der Studie: 

  • Kinder von Müttern mit Ein- und Durchschlafproblemen schliefen erst später ein, schliefen weniger lang und wiesen weniger Tiefschlaf auf, wie die EEG-Messungen zeigten

Keine Zusammenhänge zeigten sich jedoch mit den Schlafproblemen des Vaters.

Dass vor allem Schlafprobleme der Mutter und nicht des Vaters mit dem Schlafverhalten der Kinder zusammenhängen, könnte daran liegen, dass Mütter in der Schweiz durchschnittlich nach wie vor mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen als Väter, so die Forschenden. Daher ist es möglich, dass sich das Schlafverhalten von Mutter und Kind stärker angleicht.

Wurden die Eltern nach Schlafproblemen der Kinder befragt, berichteten sowohl Mütter wie Väter mit eigenen Schlafproblemen häufiger, dass ihre Kinder Mühe haben, ins Bett zu kommen, und zu wenig schlafen.

Eltern als Vorbilder

Verschiedene Faktoren können hinter dem Zusammenhang zwischen dem Schlaf der Eltern und dem der Kinder stehen, schreiben die Forschenden. So dienen Eltern ihren Kindern als Vorbilder, sodass Kinder die Schlafgewohnheiten der Eltern beobachten und sich zu eigen machen.

Weiter können Konflikte den Schlaf der ganzen Familie beeinflussen:

So kann ein abendlicher Streit in der Familie etwa verhindern, dass angemessene Ruhe in die Schlafumgebung einkehrt.

Auch können Ein- und Durchschlafprobleme bei Eltern dazu führen, dass sie sowohl ihren eigenen Schlaf wie auch jenen ihrer Kinder sehr genau beobachten.

Hier spricht man von «selektiver Aufmerksamkeit» in Sachen Schlaf.

Es kann sein, dass diese übermässige Aufmerksamkeit und Kontrolle die Schlafqualität beeinträchtigen. 
  • Schliesslich ist es auch möglich, dass die Ähnlichkeit im Schlaf zwischen Eltern und Kindern daher kommt, dass sie verwandt sind und somit möglicherweise Genvarianten teilen, die zu Schlafstörungen veranlagen.

Originalbeitrag

Natalie Urfer-Maurer, Rebekka Weidmann, Serge Brand, Edith Holsboer-Trachsler, Alexander Grob, Peter Weber, Sakari Lemola
The association of mothers' and fathers’ insomnia symptoms with school-aged children’s sleep assessed by parent report and in-home sleep- electroencephalography
Sleep Medicine (2017), doi: 10.1016/j.sleep.2017.07.010

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Hochrisikopatienten mit Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung

Medizin am Abend Berlin Fazit: Hochrisikopatienten: Biomarker proBNP gibt Hinweis auf Sterberisiko

Bei Hochrisikopatienten mit Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung ist das vom Herzmuskel gebildete proBNP ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Todesfälle. 

  • Je höher das proBNP, desto höher das Sterberisiko, zeigt eine aktuelle Studie, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress in Barcelona präsentiert wurde. 

ProBNP kann dazu beitragen, das individuelle Risiko von Patienten besser abzuschätzen. 
 
Laut einer neuen Studie ist bei Hochrisikopatienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkrankgefäßerkrankung das vom Herzmuskel gebildete proBNP (B type natriuretic peptide) ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Todesfälle, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie aus Anlass des Europäischen Kardiologie-kongresses (ESC) in Barcelona. „Die Prognose dieser Patienten ist deutlich besser bei niedrigerem proBNP, bei hohem proBNP sterben über sechs Jahre etwa ein Viertel der Patienten“, so Prof. Dr. Christoph Säly (VIVIT-Institut Feldkirch). „ProBNP ist bereits jetzt ein Routine-Parameter, der in jedem größeren Labor bestimmt werden kann.

Von unseren Ergebnissen können Ärzte und Patienten deshalb bereits jetzt profitieren: 

  • Durch die Bestimmung des proBNP kann das individuelle Risiko besser abgeschätzt werden.“

Der vom Herzmuskel gebildete Biomarker proBNP wird in der aktuellen Klinik zur Diagnose einer Herzschwäche eingesetzt. Prof. Saely: „Unklar war, ob proBNP auch bei Patienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung die Herzkreislaufsterblichkeit vorhersagen kann. 

Das ist sehr wichtig, weil Patienten mit dieser Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung ein besonders hohes Risiko für ungünstige Herzkreislaufereignisse (Herzinfarkt und kardiovaskulärer Tod) haben.“

Am VIVIT-Institut wurde im Rahmen einer großen Studie mit über 2.000 Teilnehmern bei 600 Patienten mit im Herzkatheter nachgewiesener Verengung der Herzkrankgefäße das proBNP bestimmt.

Diese Patienten wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren nachuntersucht, das Auftreten von Herzkreislaufereignissen wurde erfasst.

Fazit: 

proBNP war bei Studienbeginn höher bei Patienten mit Diabetes als bei jenen, die keinen Diabetes hatten. 

Todesfälle durch Herz-Kreislaufereignisse traten bei 14 Prozent der Herzpatienten mit Diabetes und bei 6 Prozent der Herzpatienten ohne Diabetes auf – das Risiko von Diabetespatienten war also insgesamt mehr als doppelt so hoch wie jenes von Patienten ohne Diabetes. 

Sowohl bei Patienten mit als auch bei Patienten ohne Diabetes stieg das Risiko für durch Herzkreislauferkrankungen bedingte Todesfälle mit steigendem proBNP.

Während Diabetes-Patienten im untersten Drittel der proBNP Werte nur ein 2-prozentiges Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben hatten, lag dieses Risiko bei Diabetes-Patienten mit proBNP Werten im höchsten Drittel bei 23 Prozent. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Patienten ohne Diabetes.

Prof. Säly: „Zukünftige Studien müssen zeigen, inwieweit die proBNP Werte einen Einfluss auf die Behandlung von Herzpatienten mit Diabetes haben sollen.“

Quelle: ESC 2017 Abstract P1545 Saely et al. Type 2 diabetes, chronic kidney disease, and mortali-ty in patients with established cardiovascular disease. European Heart Journal (2017) 38 (Supple-ment) 710





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Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Prof. Dr. Eckart Fleck Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 10.000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.



 

 

 

 

 

 

Medizin am Abend Berlin Fazit: Studie: Jeder vierte Klinikpatient leidet auch an Diabetes

Fast jeder vierte Patient einer Klinik der Maximalversorgung leidet an Diabetes Typ 2. 

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universitätsklinik Tübingen, die in der Fachzeitschrift „Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes“ erschienen ist. 

Demnach beläuft sich die Rate der Diabetespatienten auf 22%, die Quote der Patienten mit einer Diabetes-Vorstufe auf 24%. 

Bei 3,7% der Patienten stellten die Forscher einen unentdeckten Diabetes fest. 

Diabetes verlängert den Klinikaufenthalt im Schnitt um 1,1 Tage. 

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass alle Patienten über 50 Jahre routinemäßig bei stationärer Aufnahme auf Diabetes getestet werden sollten. 
 
Die Wissenschaftler untersuchten über einen Zeitraum von vier Wochen insgesamt 3733 erwachsene Patienten auf Diabetes, die am Universitätsklinikum Tübingen aufgenommen wurden und bei denen eine Blutprobe vorlag. 
Diabetes wurde ab einem HbA1c-Wert von 6,5 Prozent definiert, Prädiabetes – also die Vorstufe der Stoffwechselstörung – ab 5,7 Prozent.

Wie die Ergebnisse zeigen, hatten 23,68 Prozent der Patienten einen Prädiabetes. Bei 22,15 Prozent lag Diabetes vor, bei 3,7 Prozent der Patienten wurde Diabetes neu diagnostiziert. „Aufschlussreich ist auch die Verteilung der Diabetes-Quoten über die verschiedenen Fachabteilungen hinweg“, sagt DDG Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland.

Überdurchschnittlich viele Patienten mit Diabetes lagen auf den Intensivstationen (43 Prozent), aber auch in der Thorax- und Gefäßchirurgie (39 Prozent), in der Inneren Medizin (32 Prozent) und in der Notaufnahme (30 Prozent). 

„Hier ist eine intensive diabetologische Betreuung besonders notwendig“, so Müller-Wieland.

Die Begleiterkrankung Diabetes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung. „Patienten mit Diabetes bleiben im Schnitt 1,1 Tage länger im Krankenhaus als Patienten ohne Diabetes oder mit Prädiabetes“, stellt Studienautor Professor Dr. med. Andreas Fritsche fest.

  • Zugleich steigen die Komplikationen bei Patienten mit Diabetes signifikant an. 
  • Während bei Patienten mit Diabetes in 24 Prozent der Fälle Komplikationen auftraten, waren es bei Patienten ohne Diabetes nur 15 Prozent.

Aus den Ergebnissen ziehen die Autoren zwei Schlüsse. 

„Zum einen sollte jeder Diabetes von Beginn der stationären Aufnahme an von einem spezialisierten Diabetes-Team mitbehandelt werden“, so Fritsche. Dies erspare unnötige Komplikationen und damit auch Kosten. Zum anderen sei es lohnenswert, jeden Patienten über 50 Jahre gleich auf Diabetes zu untersuchen.

  • Denn: „Bei jedem 17. Patienten wird dann ein bisher unentdeckter Diabetes diagnostiziert“, erläutert Fritsche.

Die DDG teilt diese Auffassung. 

Aus diesem Grund bietet die Fachgesellschaft das Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ an. 

Das Zertifikat soll sicherstellen, dass Patienten mit der Nebendiagnose Diabetes in den entsprechenden Abteilungen bei jedem Krankheitsfall kompetent behandelt werden.

Darüber hinaus hat die DDG angemahnt, die Diabetologie im Fallpauschalen-System DRG besser zu berücksichtigen. „Derzeit wird die sprechende und nichttechnische Medizin nicht ausreichend vergütet“, so DDG Präsident Müller-Wieland. Auch dürfte die Zahl der Abteilungen für Diabetologie angesichts zunehmender Diabetes-Erkrankungen nicht weiter abgebaut werden.

Quelle:
https://www.thieme.de/de/experimental-clinical-endocrinology-diabetes/journal-in...

Informationen zum Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG):
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/zertifizierung/nebendiagnose.html

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Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit über 9.000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Kerstin Ullrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-641, Fax: 0711 8931-167
ullrich@medizinkommunikation.org

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Geschäftsstelle
Albrechtstraße 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-0, Fax: 030 3116937-20
info@ddg.info
http://www.ddg.info

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
https://www.thieme.de/de/experimental-clinical-endocrinology-diabetes/journal-in...

https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/zertifizierung/nebendiagnose.html

http://www.ddg.info




Gefäßerkrankungen

Gefäßerkrankungen wie die Venenthrombose, Lungenembolie oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) sind Volkskrankheiten.

Sie werden nicht nur aufgrund des demografischen Wandels, sondern auch durch die drastische Zunahme von Krankheiten wie dem Diabetes mellitus zukünftig in ganz erheblichem Maße medizinisch, wirtschaftlich und sozial ins Gewicht fallen.

  • Patienten mit Gefäßerkrankungen sind häufig geriatrische Patienten und multimorbide. 

Das bedeutet, dass sie aufgrund ihres erhöhten Lebensalters an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden.

Die Komplexität dieser Patienten ist die Herausforderung, der sich die Gefäßspezialisten täglich stellen.

Dafür ist nicht nur ein fundiertes internistisches Fachwissen unerlässlich: 

Die Experten sind auf optimale Rahmenbedingungen für Diagnose, Therapie und Nachsorge angewiesen, die nur im konstruktiven Dialog mit Kostenträgern, Politik und Verbänden optimiert werden können.

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