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24h - bis 72h Verlängertes Langzeit-EKG: Konzept für Herzrhythmusstörungen

Medizin am Abend Berlin Fazit: Vorhofflimmern besser erkennen, hilft Schlaganfälle zu verhindern

Neuer Ansatz zur Verhinderung von Schlaganfällen. 

 Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Fürsorgeangelegenheiten

Forscher der Universitätsmedizin aus Göttingen und Mainz zeigen: 

Einfaches, günstiges und ungefährliches diagnostisches Konzept spürt Herzrhythmusstörungen bei Schlaganfallpatienten besser auf als aktuell verwendete Verfahren. 

 Veröffentlicht in renommierter Fachzeitschrift „Lancet Neurology“. 

 Erstautor der Studie: Prof. Dr. Rolf Wachter, Leitender Ober-arzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Göttingen.
Erstautor der Studie: Prof. Dr. Rolf Wachter, Leitender Ober-arzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Göttingen. Foto: privat


Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle. 
Diese Herzrhythmusstörung gilt als Vorbote für Schlaganfall und hat für die Betroffenen oft lebenslange Einschränkungen und Behinderungen zur Folge. Ursache ist ein Blutgerinnsel im Herzen. Wird es in das Gehirn ausgeschwemmt, verstopft es die Gefäße und führt dazu, dass Hirngewebe abstirbt.

Sollte man Schlaganfallpatienten intensiver auf die Herzrhythmusstörung „Vorhofflimmern“ untersuchen?

Dieser Frage sind Prof. Rolf Wachter, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (Direktor: Prof. Dr. Gerd Hasenfuß) und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), und Priv.-Doz. Dr. Klaus Gröschel, geschäftsführender Stellvertreter der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz (Direktorin: Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp), in ihrer Studie „Find-AF-randomised“ interdisziplinär nachgegangen. Insgesamt 398 Patienten mit frischem Schlaganfall wurden für die Studie untersucht. 

Ein Teil der Patienten wurde mit einem Langzeit-EKG über zehn Tage versorgt, das insgesamt drei Mal durchgeführt und in einem spezialisierten Labor ausgewertet wurde.

Ein anderer Teil der Patienten bekam die aktuelle Standarddiagnostik. Die Ergebnisse sprechen für sich: In der Gruppe mit Langzeit-EKG-Diagnostik wurde drei Mal häufiger Vorhofflimmern gefunden (13,5 Prozent) als in der Gruppe mit Standarddiagnostik (4,5 Prozent). Die Ergebnisse wurden im Februar in der renommierten Fachzeitschrift „Lancet Neurology“ veröffentlicht.

„Oft wird Vorhofflimmern nicht erkannt, weil die Herzrhythmusstörung nur für wenige Minuten auftritt. 

Deshalb wird sie bei den aktuell üblichen Herz-Kreislaufuntersuchungen leicht übersehen.

Wird Vorhofflimmern jedoch rechtzeitig erkannt, lässt sich ein Schlaganfall als Folge verhindern“, sagt Prof. Rolf Wachter. „Vorhofflimmern besser zu erkennen, ist vermutlich die vielversprechendste Strategie, um die Zahl der Schlaganfälle zu reduzieren. Mit dieser Studie ist uns ein wichtiger Schritt hin zu einer personalisierten Medizin gelungen. Durch eine verbesserte Diagnostik können wir den Patienten genau die Therapien zuordnen, die sie benötigen“, so Wachter.

„Aus Voruntersuchungen war uns bekannt, dass wir mit einem verlängerten Langzeit-EKG bei jedem achten Schlaganfallpatienten Vorhofflimmern finden können. Das ist wichtig, denn wir haben Medikamente, um bei diesen Patienten das Risiko für einen erneuten Schlaganfall um zirka 70 Prozent zu senken“, sagt der Mainzer Neurologe Privatdozent Dr. Klaus Gröschel.

„Was bislang noch fehlte, war der Nachweis, dass dieses Verfahren auch wirklich Fälle von Vorhofflimmern findet, die wir normalerweise nicht finden würden. Deshalb haben wir eine Studie durchgeführt, bei der Patienten zufällig entweder unser verlängertes Langzeit-EKG bekamen oder die Standardverfahren, bei denen die Rhythmusaufzeichnung nur für ein bis drei Tage erfolgt. Nur so kann man beweisen, ob das neue Verfahren besser ist“, sagt Dr. Mark Weber-Krüger, Assistenzarzt in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG und Koordinator der Studie.

Ermutigend seien auch die Daten zu wiederholten Schlaganfällen, so die Autoren:

  • Bei den Patienten, die das Langzeit-EKG bekamen, gab es etwa 40 Prozent weniger erneute Schlaganfälle und Schlaganfallvorstufen (transitorisch ischämische Attacken).

Aufgrund dieser Zahlen planen wir eine weitere größere Studie mit 5.000 Teilnehmern. Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur mehr Vorhofflimmern finden, sondern auch Schlaganfälle verhindern“, sagt Prof. Wachter.

„Interdisziplinäre Forschung ist eine der großen Stärken universitärer Medizin. Die enge Kooperation zwischen Neurologen und Kardiologen, wie jetzt zwischen den Universitätsmedizinen in Göttingen und Mainz, wollen wir in Zukunft auch in Göttingen weiter ausbauen“ sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Dekan der Medizinischen Fakultät und Sprecher des Vorstandes der Universitätsmedizin Göttingen.

„Über Disziplinen und Standorte hinweg Grenzen zu überwinden, ist der Schlüssel zum Erfolg“, so der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Ulrich Förstermann. „Diese Multicenter-Studie und ihre Veröffentlichung in einem so renommierten Journal wie dem Lancet Neurology ist ein sehr gutes Beispiel dafür.“

Originalveröffentlichung: Rolf Wachter*, Klaus Gröschel*, Götz Gelbrich, Gerhard F Hamann, Pawel Kermer, Jan Liman, Joachim Seegers, Katrin Wasser, Anna Schulte, Falko Jürries, Anna Messerschmid, Nico Behnke, Sonja Gröschel, Timo Uphaus, Anne Grings, Tugba Ibis, Sven Klimpe, Michaela Wagner-Heck, Magdalena Arnold, Evgeny Protsenko, Peter U Heuschmann, David Conen, Mark Weber-Krüger for the Find-AF randomised Investigators and Coordinators. Holter-electrocardiogram-monitoring in patients with acute ischaemic stroke (Find-AFrandomised): an open-label randomised controlled trial. Lancet Neurology, Epub ahead of print Feb 07, 2017. *contributed equally; DOI: 10.1016/S1474-4422(17)30002-9

Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 280.000 Menschen in Deutschland sind jedes Jahr davon betroffen. Meistens liegt eine Minderversorgung des Gehirns mit Blut zugrunde (ischämischer Schlaganfall), seltener einer Blutung. Infolge des Schlaganfalles kommt es oft zu lebenslanger Einschränkung im Alltag, viele Patienten werden dauerhaft pflegebedürftig. 


Erstautor der Studie: Privatdo-zent Dr. Klaus Gröschel, geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz


Erstautor der Studie: Privatdozent Dr. Klaus Gröschel, geschäftsführender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz Foto: privat

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Angeborene Blutarmut bei Kindern

Medizin am Abend Berlin Fazit: Angeborene Blutarmut bei Kindern: Neue diagnostische Strategien – gezielte Behandlung

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt seit sechs Jahren translationale Forschung an der Universitätsklinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie Heidelberg: Neues Wissen um Krankheitsursachen findet Eingang in die Therapien. Förderung der Dietmar Hopp Stiftung beläuft sich auf 680.000 Euro 

Dr. Corinne Rossi, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, untersucht einen Patienten. In der Spezialsprechstunde für angeborene Anämien werden jährlich circa 100 Kinder und Jugendliche betreut.
 Dr. Corinne Rossi, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, untersucht einen Patienten. In der Spezialsprechstunde für angeborene Anämien werden jährlich circa 100 Kinder und Jugendliche betreut. Universitätsklinikum Heidelberg

Am Zentrum für Kinder und Jugendmedizin ist in den letzten sechs Jahren mit Hilfe der Dietmar Hopp Stiftung die Diagnostik und Therapie angeborener Blutarmut (Anämie) ausgelöst durch Eisenstoffwechselstörungen bei Kindern entscheidend ausgebaut worden. 
  • Angeborene Anämien sind eine sehr heterogene Erkrankungsgruppe, die durch viele verschiedene, teils seltene genetische Defekte hervorgerufen werden. 
Im Rahmen des von der Dietmar Hopp Stiftung geförderten Projekts, etablierte das Wissenschaftler- und Ärzteteam um Professor Dr. Martina Muckenthaler und Professor Dr. Andreas Kulozik im Rahmen einer Spezialsprechstunde hochspezifische diagnostische Verfahren sowie das erbgutweite Screening nach noch unbekannten genetischen Ursachen.

Die Auswirkungen der auf diese Weise identifizierten Fehler im Erbgut werden vorerst in Zell- und Tiermodellen abgeklärt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden dann zukünftig für die Therapie der betroffenen Kinder herangezogen. Für die Behandlung der in bestimmten Ländern häufig auftretenden Sichelzellkrankheit und Thalassämien führte das Team die Transplantation mit blutbildenden Stammzellen von Fremdspendern ein. 

Seit 2010 wurden insgesamt zwölf junge Patienten mit schweren Erkrankungsformen auf diese Weise behandelt und geheilt.

„Dank der Unterstützung durch die Dietmar Hopp Stiftung ist es uns gelungen, die Brücke von unseren erfolgreichen grundlagenwissenschaftlichen Vorarbeiten in die klinische Forschung und in die hochspezialisierte Versorgung zu schlagen“, sagt Professor Muckenthaler, Leiterin der Sektion Molekulare Medizin an der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg.

„Mit dieser Strategie haben wir erhebliche Fortschritte in der Diagnose und Behandlung von angeborenen Anämien und Eisenstoffwechselstörungen erzielt. Insbesondere bei Patienten mit bisher unbekannten genetischen Defekten ließ sich so die Therapie entscheidend verbessern“, ergänzt Professor Kulozik, Ärztlicher Direktor der Klinik. Darüber hinaus wurde das Projekt mit der Spezialsprechstunde in das Einzelzentrum für seltene Bluterkrankungen des Zentrums für Seltene Erkrankungen am Universitäts¬klinikum Heidelberg integriert. In der Sprechstunde für angeborene Anämien betreut das interdisziplinäre Team jährlich ca. 100 Kinder und Jugendliche.

Stammzellen fremder Spender stellen funktionsfähigen Blutfarbstoff her

Angeborenen Anämien liegt häufig ein Defekt oder Mangel des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, dessen zentraler Bestandteil Eisen ist, zu Grunde.  

Beispiele sind die Sichelzellkrankheit und die Thalassämie, die häufigsten Erbkrankheiten weltweit
Die bislang einzige Therapie, die diese Erkrankungen heilen kann, ist die Stammzelltransplantation: 
Die Betroffenen erhalten blutbildende Zellen eines fremden Spenders, die fortan funktionsfähiges Hämoglobin bilden. Auch Störungen des Eisenstoffwechsels können Anämien zur Folge haben. 

Die genetischen Ursachen dieser Erkrankungen sind vielfältig, teils noch unbekannt und daher schwer zu diagnostizieren.

Häufig kann der zugrundeliegende genetische Defekt nicht aufgeklärt werden, die Erkrankung ist dann nur schwer zu behandeln. 

Die Heidelberger Forscher diagnostizierten in den letzten Jahren mehrere Gendefekte mit Schlüsselrollen im Eisenstoffwechsel.

Im Rahmen des geförderten Projekts stellte das Team um Muckenthaler und Kulozik eine Auswahl diagnostischer Methoden zusammen, um die Krankheitsursachen angeborener Anämien möglichst schnell und zielführend zu identifizieren. Je nach Ausprägung der Erkrankung werden neben anderen Untersuchungen jeweils bestimmte, in Frage kommende Gene geprüft. Ergeben sich dabei keine Treffer, kann eine aufwändige, genomweite Analyse Aufschluss über die genetischen Hintergründe geben. „Bei rund einem Drittel dieser Patienten mit einer bis dato unbekannten Anämieform werden wir auf diese Weise fündig“, erklärt Professor Muckenthaler. „Zum Teil gibt uns das bereits Hinweise auf die geeignete Therapie. Zusätzlich versuchen wir im nächsten Schritt, die durch diesen speziellen genetischen Defekt ausgelösten Krankheitsmechanismen in Zellkulturen oder im Tierversuch detailliert aufzuklären.“

Aderlass oder Transfusion – genetischer Defekt beeinflusst Therapie

Wie das Wissen um die genetischen Ursachen einer Anämie schon jetzt maßgeblichen Einfluss auf die Therapie hat, verdeutlichen folgende Beispiele: Bei einem kleinen Patienten fiel bei Geburt eine ausgeprägte Blutarmut und ein durch diese Belastung vergrößertes Herz auf.

  • Die genetische Analyse ergab eine noch nicht beschriebene Veränderung an einer bestimmten Stelle des Erbguts (DMT1-Gen), die den Eisentransport behindert. 

Ohne diese exakte Diagnose wäre das Kind mit regelmäßigen Transfusionen behandelt worden.

  • „Durch den gestörten Eisentransport hätte das allerdings zu einer lebensbedrohlichen Eisenüberladung in den Organen geführt. 
  • Durch die Gabe von EPO, das die Blutneubildung ankurbelt, haben sich die Blutwerte des Mädchens inzwischen normalisiert“, berichtet Professor Kulozik.

Bei einem anderen Kind, über das die Wissenschaftler aktuell in der Fachzeitschrift Haematologica berichten, wurde im Alter von drei Monaten eine Anämie diagnostiziert, die sich durch die Gabe von Eisen noch verschlechterte.

Der Junge erhielt daraufhin Transfusionen. Mit 18 Monaten trat anhaltendes Fieber auf. Die Untersuchungen ergaben, dass bei dem Patienten der Abbau des roten Blutfarbstoffs durch das Enzym Hämoxygenase 1 gestört ist.

Eisenzufuhr und Transfusionen sind für den Patienten Gift: 

  • Das überschüssige Hämoglobin führt zu einer Überaktivierung bestimmter Immunzellen, Fieber und chronischen Entzündungen, wie das Heidelberger Team zeigte. Nachdem die überschießende Immunreaktion des Kindes medikamentös eingedämmt wurde, helfen ihm nun trotz Blutarmut regelmäßige Aderlässe.
Nun wollen die Wissenschaftler ein Register einrichten, in dem deutschlandweit Patienten mit angeborenen Anämien, Erkrankungsmerkmale, genetischen Ursachen, Therapie und Therapieerfolg systematisch erfasst werden. „Ein solches Register bietet erstmals die Möglichkeit, mehrere Patienten mit seltenen Erkrankungstypen zu vergleichen, möglicherweise typische Konstellationen zu identifizieren und bei ungeklärter Ursache die Therapie entsprechend anpassen zu können“, so Professor Muckenthaler.

Medizinreferentin der Dietmar Hopp Stiftung Dr. Ingrid Rupp:

„Die angeborene Blutarmut steht im Fokus der Dietmar Hopp Stiftung seit 2011. Der Erfolg des Projekts misst sich in der korrekten Behandlung und Diagnosestellung einzelner Patienten, die ohne die neuen Erkenntnisse nicht hätten behandelt werden können. Der Output der Wissenschaftsförderung ist erfreulich.“


Hochspezifische Diagnostik per DNA-Sequenzierung: Ganz bestimmte Merkmale im Erbgut der Patienten weisen auf eine Sichelzellanämie hin.


Hochspezifische Diagnostik per DNA-Sequenzierung: Ganz bestimmte Merkmale im Erbgut der Patienten weisen auf eine Sichelzellanämie hin.Universitätsklinikum Heidelberg
 

Über die Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 550 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Jugendsport, Medizin, Soziales und Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Förderrichtlinien können auf der Website eingesehen und entsprechende Anträge an die Geschäftsstelle in St. Leon-Rot gerichtet werden. Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Die bisher größte Aktion will unter dem Titel „alla hopp!“ alle Generationen für mehr Bewegung begeistern. Daher spendet die Stiftung Bewegungs- und Begegnungsanlagen an 19 Kommunen der Region im Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.




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Professor Dr. Andreas Kulozik
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Professor Dr. Martina Muckenthaler
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Empfehlungen: Training bei Personen mit Herzmuskelschwäche/Herzinsuffizienz

Medizin am Abend Berlin Fazit: Betreutes Training hilft bei Herzschwäche

Körperliches Training führt nicht wie bisher angenommen zu einer schädigenden Erweiterung der Herzkammer. 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim (NTNU) widerlegen diese bisherige Annahme und geben Empfehlungen, wie ein Training bei Personen mit Herzschwäche aussehen sollte. 
 
  • Die Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) zählt in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. 
  • Als Folge dieser Erkrankung ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Bislang ist die Prognose bei dieser Erkrankung schlecht und vergleichbar mit manchen Krebserkrankungen.

Bislang medikamentöse Therapie und Defibrillator statt Training

„Für Herzinsuffizienz stand bisher die medikamentöse Therapie im Vordergrund.

  • Ergänzt wurde dies durch einen Herzschrittmacher, der die Kontraktion des Herzmuskels optimiert und einen Defibrillator – beides soll einen plötzlichen Herztod durch Herzrhythmusstörungen verhindern“, sagt Professor Martin Halle vom Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TU München.

Körperliches Training wurde Erkrankten dagegen lange strikt verboten, da befürchtet wurde, dass sich dadurch die Pumpfunktion des Herzens weiter verschlechtert. Doch in den vergangenen Jahren haben Studien bereits gezeigt, dass ergänzendes körperliches Training belastbarer macht und weitere Klinikaufenthalte wegen sich verschlechternden Symptomen (Rehospitalisationsrate) reduziert.

Für eine Studie, vor kurzem veröffentlicht im Journal Circulation der American Heart Association, untersuchten Mediziner in neun europäischen Zentren, welche Trainingsform sich wie auf ein geschädigtes Herz auswirkt.

„Wir belegen mit dieser Studie, wie eine moderate Sporttherapie die Prognose von Erkrankten deutlich verbessert“, ist das Fazit von Halle.

Im Zeitraum von 2009 bis 2014 wurden dafür 261 Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz in drei Gruppen eingeteilt und durchliefen 52 Wochen lang verschiedene Trainingseinheiten. Zunächst wurde mit allen drei Gruppen über drei Monate ein von Medizinern betreutes Training durchgeführt und zusätzlich eine Empfehlung zur Fortführung der Intervention für weitere neun Monate gegeben.

Patienten, die zwölf Wochen lang an einem überwachten moderaten Training teilnahmen, erzielten die besseren Effekte als diejenigen, die alleine trainierten. 

 „Wir konnten eine Verkleinerung der linken Herzkammer und damit eine Verbesserung der Pumpfunktion beobachten“, sagt Halle. „Und es verbesserte sich ihre allgemeine körperliche Verfassung.“ Die Studie konnte keine signifikanten Unterschiede feststellen zwischen einem Intervalltraining bei hoher Intensität oder einem regelmäßigem Standardtraining bei moderater Intensität.

Moderates Training bedeutet rund hundert Schritte pro Minute

„Insgesamt unterstreicht diese neue Studie, wie sehr ein regelmäßiges körperliches Training bei moderater Intensität allen Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz zu empfehlen ist“, fasst Halle zusammen – "von höheren Intensitäten würde ich persönlich jedoch abraten bis wir mehr darüber wissen und auf Langzeitzahlen zurückgreifen können."  

Dazu gibt der Mediziner zugleich den konkreten Tipp: „Moderates Training bedeutet rund hundert Schritte pro Minute oder 3.000 Schritte in 30 Minuten.“

Vorteile einer individuellen Sporttherapie für Herzpatienten:

● das Herz wird entlastet
● Stärkung des Herzens durch verbesserte Herzmuskel-Funktion
● Erweiterung der Blutgefäße und Bildung neuer Blutgefäße
● erhöhter Blutdruck und Blutfettwerte werden gesenkt
● Sauerstoffaufnahme aus dem Blut verbessert sich
● Risiko für herz- und gefäßbedingte Notlagen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt
● die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit wird gesteigert

Publikation:
Øyvind Ellingsen, Martin Halle, Viviane M. Conraads, Asbjørn Støylen, Håvard Dalen, Charles Delagardelle, Alf-Inge Larsen, Torstein Hole, Alessandro Mezzani, Emeline M. Van Craenenbroeck, Vibeke Videm, Paul J. Beckers, Jeffrey W. Christle, Ephraim B. Winzer, Norman Mangner, Felix Woitek, Robert Höllriegel, Axel P. Pressler, Tea Monk-Hansen, Martin Snoer, Patrick Feiereisen, Torstein Valborgland, John K. Kjekshus, Rainer Hambrecht, Stephan Gielen, Trine Karlsen, Eva B. Prescott, Axel Linke and the SMARTEX Heart Failure Study Group: High Intensity Interval Training in Heart Failure Patients with Reduced Ejection Fraction, Circulation 01/2017.
DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.116.022924
LINK: http://circ.ahajournals.org/content/early/2017/01/19/CIRCULATIONAHA.116.022924

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CAVE: Zum Frauentag: KOPFLÄUSE - Feuergefahr.....

Medizin am Abend Berlin Fazit: Kopfläuse: Was wirklich hilft und nicht schadet

Stiftung Kindergesundheit informiert über ein häufiges Problem in Kitas und Schulen 
 
Es passiert immer wieder und zu jeder Jahreszeit: 

Landauf, landab wird in Kindergärten und Schulen Läusealarm gegeben, Tendenz steigend. Der Befall mit Kopfläusen ist die häufigste Parasitenerkrankung im Kindesalter und nach den Atemwegsinfektionen die zweithäufigste Infektionskrankheit in der Alterstufe der Sieben- bis Elfjährigen, berichtet die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme.

Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Ärztliche Grundversorgung von Kindern  


„Die winzigen Parasiten sind seit Jahrtausenden treue Begleiter des Menschen“, sagt der Würzburger Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Johannes Liese, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kindergesundheit. „Wenn Kinder beim Lernen, Kuscheln oder Spielen die Köpfe zusammenstecken, ergreifen die 2 bis 3,5 Millimeter langen Parasiten die Gelegenheit, von Schopf zu Schopf zu kriechen. Sie können sich in langen Haaren besonders gut verstecken“.

Bei Kleinepidemien in Kitas und Schulen ist in aller Regel fast jedes dritte Kind in der Gruppe oder in der Klasse betroffen. „Lausbuben“ und „Lausmädchen“ geraten dann leicht in den Verdacht, ein rechtes Schmuddelkind zu sein. Ist aber mangelnde Hygiene wirklich schuld an dem Befall mit den an den Haaren krabbelnden Insekten? „Keineswegs“, sagt Kinder- und Jugendarzt Professor Johannes Liese. „Läuse sind zwar unappetitlich, jedoch kein Beweis für Unsauberkeit: Jedes Kind und jeder Erwachsene kann sich irgendwoher eine Laus einfangen, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche
Läuse machen auch keine Unterschiede zwischen Nationalitäten und Kulturkreisen: 
  • Kinder mit Migrationshintergrund haben in Deutschland ähnlich häufig Kopflausbefall wie Kinder deutscher Eltern“.

Besonders wohl fühlen sich Kopfläuse im Nacken, an der Schläfe und hinter den Ohren, gelegentlich aber auch in den Augenbrauen der Kinder, bei Erwachsenen auch unter den Achseln und zwischen den Barthaaren. 

Sie saugen alle zwei bis drei Stunden Blut und können dabei hochrote, oft stark juckende Stichstellen hinterlassen.

Läuse können nicht fliegen und auch nicht springen, betont der Infektionsexperte der Stiftung Kindergesundheit: 

„Übertragen werden die sechsbeinigen Plagegeister ausschließlich von Mensch zu Mensch, von Haar zu Haar.

Haben die Haare engen Kontakt, findet die Ansteckung in wenigen Augenblicken statt. Besteht der Kontakt längere Zeit, zum Beispiel wenn die Kinder in einem Bett schlafen, können die Läuse auch mehrfach hin und her wechseln“. Alles was zum Beispiel Matten sind.

Die Befürchtung, man könnte auch durch Kopfpolster in Bussen und Bahnen mit Läusen angesteckt werden, ist ebenso grundlos wie die Annahme, dass eine Übertragung auch durch Haustiere erfolgen kann, sagt Professor Liese. Auch Mützen sind höchstens in Einzelfällen eine Ansteckungsquelle: Australische Wissenschaftler fanden bei der Untersuchung der Kopfbedeckungen von 1.000 Kindern keine einzige Laus, während sich in den Haaren dieser Kinder 5.000 Läuse befanden.

Der Lebenszyklus der Kopflaus verläuft in drei Stadien:

Ei, Larve bzw. Nymphe (1–2 mm groß) und erwachsene („adulte“) Laus. Erwachsene Läuse leben zwischen drei und vier Wochen. Die befruchteten Weibchen produzieren in dieser Zeit bis zu 140 Eier. Die Eier werden mit einer wasserunlöslichen Substanz in einem schrägen Winkel nah am Haaransatz an ein Haar gekittet.

Nach dem Schlüpfen der Nymphen können die leeren sichtbaren Eihüllen, die auch als Nissen bezeichnet werden, noch monatelang im Haar verbleiben. Daher die Nachbehandlung und Rauskämmen.
  • Getrennt vom ihrem menschlichen Wirt sterben Kopfläuse innerhalb von zwei bis drei Tagen, bereits nach wenigen Stunden sind sie nicht mehr infektiös.


Nissensuche mit der Leselupe

Läuse benötigen alle drei bis vier Stunden Blut. Die Stichstellen der Läuse jucken meist stark, das Kind kratzt sich deshalb oft intensiv am Kopf. Jedoch nicht immer, hebt die Stiftung Kindergesundheit hervor: Haben sich nur wenige Läuse auf dem Kopf eines Kindes eingenistet, werden die Eltern oft nur durch die weißlichen Nissen auf den Befall aufmerksam.

Nissen unterscheiden sich von Kopfschuppen oder Haarspraypartikeln dadurch, dass sie fest am Haar haften und nicht abgestreift werden können. Beim Nachsehen sollte das Strich für Strich gescheitelte Haar genau untersucht werden. Eine Leselupe kann dabei sehr nützliche Dienste leiten.

Zum Auffinden der Läuse muss das Haar systematisch Strähne für Strähne gekämmt werden. Dabei muss der Kamm so geführt werden, dass er von der Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen heruntergezogen wird. Besonders geeignet, um die Läuse oder Nissen zu erfassen, sind spezielle Läuse-Kämme, deren lange Zinken nicht mehr als 0,2 bis 0,3 mm voneinander entfernt sind). Nach jedem Kämmen sollte der Kamm sorgfältig nach Läusen untersucht und diese entfernt werden.

Kombination aus Insektizid und nassem Auskämmen

Leider ist es oft nicht einfach, die lästigen Tierchen wieder loszuwerden. Mit häufigem Waschen der Haare allein ist das jedenfalls nicht zu schaffen: Durch das Waschen der Haare werden die Läuse keineswegs beseitigt, sie werden lediglich sauberer.

Eine radikale Rasur des Kopfes gilt zwar nach wie vor als die sicherste Läuseentfernung, wird aber von den Kindern und ihren Eltern meist nicht gewünscht und ist in der Regel auch nicht notwendig.

Erfolg verspricht nur eine gründliche und geduldige lokale Behandlung. Ziel der Therapie ist es, sowohl geschlechtsreife Läuse als auch ihre Larven wirksam abzutöten. Günstig ist es, wenn auch die Eier erreicht werden, was nicht immer der Fall ist.

Das Robert-Koch-Institut Berlin empfiehlt dazu die Kombination von nassem Auskämmen und Insektiziden nach folgendem Schema:

Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen;

Tag 5: mit einem Läusekamm nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind;

Tag 8, 9 oder 10: erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten;

Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen;

Tag 17: evtl. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Gute Läusekämme sind aus Metall. Sie kosten in Apotheken, Drogerien und Sanitätshäusern zwischen zwei und zwölf Euro. Oft liegen sie auch den Verpackungen von Läusemitteln bei.

Läusemittel sind nicht harmlos!


  • Die als Medikament zugelassenen Läusemittel sind Insektizide, also Insektenvertilgungsmittel. Da sie potentielle Nervengifte sind und außerdem Allergien und Hautirritationen hervorrufen können, muss man sie streng nach Vorschrift anwenden – nicht häufiger als wirklich nötig. Es besteht außerdem das Risiko, dass sich unter den Läusen Resistenzen entwickeln und die Mittel in vielen Fällen nicht mehr wirken.
  • Nicht chemisch, sondern physikalisch wirken als Medizinprodukt zugelassene Läusemittel, die Dimeticone enthalten. 
  • Das sind synthetische Silikonöle. 
  • Sie verkleben die winzigen Atemöffnungen der Läuse und töten damit die Insekten ab.

Dimeticone gelten als sicher ungiftig, sind jedoch mit einem anderen Risiko behaftet, berichtet die Stiftung Kindergesundheit: Sie sind extrem leicht entflammbar! Es sind schon schwere Brandverletzungen berichtet worden. 

Die Haare müssen deshalb nach Auftragen des Mittels von offenen Flammen wie Zigaretten, Gasboilern oder Kerzen und starken Wärmequellen (z. B. heißer Haartrockner) unbedingt ferngehalten werden.

Als „natürliche“ Mittel werden Produkte aus Kokosöl, Teebaumöl oder Neem-Extrakten angeboten. Ihre Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen.

Ganz gleich mit welchem Mittel: Babys und kleine Kinder sollten nur unter Anleitung eines Kinder- und Jugendarztes behandelt werden, betont die Stiftung Kindergesundheit. In der Schwangerschaft und Stillzeit müssen die Gegenanzeigen der einzelnen Mittel genau beachtet werden.


Wichtig: Die Einrichtung (Kindergarten oder Schule) informieren!


Eltern sind nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, der Gemeinschaftseinrichtung, also dem Kindergarten oder der Schule, die ihr Kind besucht, Mitteilung über einen Kopflausbefall zu machen. Auch andere Personen, die in letzter Zeit engen Kontakt mit dem Kind gehabt haben, zum Beispiel Nachbarn oder Sportkameraden sollten informiert werden. Dies ist sehr wichtig, denn nur so kann eine weitere Verbreitung der Läuse und auch eine Wiederansteckung des eigenen Kindes verhindert werden, betont Professor Johannes Liese von der Stiftung Kindergesundheit.

Auch die Verantwortung für die Behandlung und Kontrolle der notwendigen hygienischen Maßnahmen liegt bei den Eltern. 
Im Fall des Besuchs einer Gemeinschaftseinrichtung für Kinder und Jugendliche - z.B. Krippe, Kindergarten, Kita, Schule oder Hort - sind die Erziehungsberechtigten selbst verpflichtet, die korrekte Durchführung der Behandlung zu bestätigen. Je nach örtlicher Regelung können die Institutionen auch eine Bestätigung der korrekten Behandlung durch einen Kinder- und Jugendarzt verlangen.

Damit die Plage nicht nach kurzer Zeit erneut losgeht, muss aber noch mehr passieren, betont die Stiftung Kindergesundheit: Zum einen sollten auch die Köpfe der übrigen Familienmitglieder nach lausigen Mitbewohnern abgesucht werden. Zum anderen sollten die persönlichen Gegenstände der verlausten Familie einer Temperatur von über 50 Grad ausgesetzt werden. Das bedeutet: Bürsten, Haarschmuck und Kämme gehören in heißes Wasser, Wäsche, Handtücher und Bettwäsche, aber auch Mützen, Schals und Kopftücher müssen bei 60 Grad gewaschen werden. Größere Reinigungsaktionen in der Wohnung sind dagegen unnötig.

Wann darf das Kind wieder zur Schule?

Nach der sachgerechten Anwendung eines zugelassenen Mittels ist eine Weiterverbreitung auch bei noch vorhandenen Nissen nicht mehr zu befürchten, stellt Infektionsexperte Professor Johannes Liese fest. Wird das befallene Kind mit einem der zugelassenen Läusebehandlungsmitteln nach dem obenstehenden Schema behandelt, darf es am Tag darauf wieder in die Kita oder zur Schule, auch wenn die Therapie noch nicht abgeschlossen ist. Es befinden sich nämlich keine lebenden Läuse mehr in seinen Haaren.


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Höhe den Projekten der Stiftung Kindergesundheit zugute kommt.

Mit einem Beitritt zum Freundeskreis der Stiftung Kindergesundheit können Sie die Arbeit der Stiftung regelmäßig fördern.

Mehr Informationen hierzu finden Sie unter: www.kindergesundheit.de
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IBAN: DE41 7002 0270 0052 0555 20
SWIFT (BIC): HYVEDEMMXXX
Vielen Dank!

Einladung zum:
Dinner-Symposium des Freundeskreises
der Stiftung Kindergesundheit:

Für ein gesundes Aufwachsen von Kindern:
20 Jahre Stiftung Kindergesundheit

am 24. März 2017, 18.00 - 22.30 Uhr, München
Veranstaltungsort: Hotel Holiday Inn Munich City Centre, Hochstr. 3,
81669 München, Großer Saal

Das Jubiläumssymposium adressiert in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion die Bedingungen und neue Herausforderungen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und für die Gestaltung ihrer Zukunft. Auf einem Markt der Möglichkeiten stellen sich aktuelle Präventionsinitiativen vor.

Zur Veranstaltung tragen renommierte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Verbänden bei, u.a. die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, die Ehrenkuratorin Dr. Irene Epple-Waigel sowie die Schirmherrin der Stiftung, die Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link.

Das genaue Programm können Sie unter:

www.kindergesundheit.de

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089-4400-57769
Giulia Roggenkam Stiftung Kindergesundheit

c/o Dr. von Haunersches Kinderspital am Klinikum der Universität München
Lindwurmstr. 4
80337 München
Deutschland
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E-Mail-Adresse: info@kindergesundheit.de

Giulia Roggenkamp
Generalsekretärin
Telefon: +4989440057768
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Persönlichkeitsreifung: Der Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Psychologen untersuchten Persönlichkeitsveränderungen junger Menschen

Vom Ende der Adoleszenz bis ins junge Erwachsenenalter erleben viele Menschen positive Veränderungen ihrer Persönlichkeit. 

Eine neue Studie von einem internationalen Team aus Psychologen der Universitäten Leipzig, Mainz, Stanford und Cambridge zeigt nun, dass auch Bekannte diese Veränderungen wahrnehmen. 

Zudem fanden die Forscher heraus, dass mit zunehmendem Alter die Selbst- und die Außenperspektive auf die Persönlichkeit zunehmend ähnlicher werden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Übertragbare Krankheiten  

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: Modernisierung der epidemiologischen Überwachung 

Der Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter wird oft von positiven Persönlichkeitsveränderungen begleitet: Wir werden beispielsweise zunehmend emotional stabil und gewissenhafter. Dieser von zahlreichen Studien gut belegte Befund wird als Persönlichkeitsreifung bezeichnet. Allerdings beruhten bislang viele dieser Studien nur auf Selbstbeschreibungen der eigenen Persönlichkeit, weswegen nur wenig darüber bekannt ist, ob auch Freunde und Bekannte diese Veränderungen wahrnehmen.


Um diese Wissenslücke zu schließen, analysierten Julia Rohrer und Prof. Dr. Stefan Schmukle von der Universität Leipzig, Prof. Dr. Boris Egloff von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Michal Konsinski von der Stanford University (USA) und Dr. David Stillwell von der University of Cambridge die Persönlichkeitsprofile von über 10.000 Nutzern der Facebook-App myPersonality im Alter zwischen 14 und 29 Jahren.

Das besondere hierbei war, dass die Nutzer nicht nur selbst Persönlichkeitsfragebögen ausfüllten, sondern zusätzlich auch von Facebook-Freunden eingeschätzt wurden.

Das ermöglichte es den Forschern zu prüfen, ob sich die Veränderungen mit dem Alter nicht nur im Selbstbericht, sondern auch im Fremdbericht durch Bekannte wiederfinden.  

Zudem erlaubten es die Daten, zu untersuchen, wie hoch die Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdperspektive ist. Die Ergebnisse dieser Analysen erschienen gerade in der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Personality and Social Psychology".

"Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Alterseffekte im Selbstbericht denen in der Einschätzung durch Bekannte ähneln. Ältere Personen berichten, dass sie extrovertierter, gewissenhafter und offener für neue Erfahrungen sind - und die Persönlichkeitseinschätzungen durch Bekannte zeigen die gleichen Trends", erklärt Rohrer.

Allerdings gab es auch Punkte, in denen Uneinigkeit herrschte: 

Während ältere Befragte berichteten, dass sie emotional stabiler seien, teilten ihre Bekannten nicht diese Fremdeinschätzung.

"Ein möglicher Grund dafür ist, dass Anzeichen von niedriger emotionaler Stabilität - wie übermäßige Besorgtheit und Ängstlichkeit - von außen nicht so gut sichtbar sind. 

Deswegen bemerken Außenstehende vielleicht nicht, dass jüngere Erwachsene vergleichsweise weniger emotional stabil sind", schlägt Egloff als eine Erklärung des Befundes vor.

  • Weiterhin betrachteten die Forscher die Stärke der Übereinstimmung zwischen Selbst- und Fremdbericht und fanden, dass diese mit zunehmendem Alter ansteigt. 

Die Forscher interpretieren dies als ein mögliches weiteres Anzeichen der Persönlichkeitsreifung.

"Inhaltlich scheint das zunächst plausibel, und mehrere Erklärungen hierfür sind denkbar.
Zum Beispiel könnte es sein, dass mit zunehmender Reife die Personen selbst ihre Persönlichkeit präziser einschätzen können oder, dass sie sich in Beziehungen zu anderen authentischer verhalten und deswegen andere ihre Persönlichkeit genauer beurteilen können", sagt Schmukle. 

"Allerdings müssen unsere Ergebnisse auf jeden Fall noch einmal mit längsschnittlichen Daten bestätigt werden", schränkt er ein, "denn unsere Studie beruht darauf, dass wir jüngere Personen mit älteren vergleichen. Daher sollten unsere Ergebnisse in Studien überprüft werden, in denen man die gleichen Personen über einen längeren Zeitraum verfolgt und beobachtet, wie sich die Persönlichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven über die Zeit hinweg ändert."

Originaltitel der Veröffentlichung im "Journal of Personality and Social Psychology":

"In Your Eyes Only? Discrepancies and Agreement Between Self- and Other-Reports of Personality From Age 14 to 29"
doi.org/10.1037/pspp0000142

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Julia Rohrer
Institut für Psychologie der Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97-35919
E-Mail: julia.rohrer@uni-leipzig.de
Web: home.uni-leipzig.de/diffdiag/pppd

Prof. Dr. Stefan Schmukle
Institut für Psychologie der Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97-35902
E-Mail: schmukle@uni-leipzig.de
Web: home.uni-leipzig.de/diffdiag/pppd

Susann Huster Universität Leipzig
Ritterstraße 26
04109 Leipzig
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Sachsen


Dipl.-Journ. Carsten Heckmann
Telefon: 0341 / 9735021
E-Mail-Adresse: carsten.heckmann@zv.uni-leipzig.de



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http://psycnet.apa.org/psycinfo/2017-07265-001/

Einladung zur Teilnahme an Befragung zu Big Data und Gesundheit

Medizin am Abend Berlin Fazit: Der Deutsche Ethikrat lädt herzlich zur Teilnahme an einer Befragung zum Thema „Big Data und Gesundheit“ ein.  

Die Menge der weltweit kursierenden Daten wächst jedes Jahr rasant.

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Kreuzschmerzen  


Auch im Gesundheitsbereich arbeiten immer mehr Forscher, Firmen und Ärzte mit riesigen Datenmengen – ein Trend, der unter dem Stichwort "Big Data" zusammengefasst wird.

Gesundheitsdaten werden längst nicht mehr nur in der Praxis und in Studien gesammelt, sondern auch von Bürgern selbst erfasst – sei es über Mobiltelefone und am Körper getragene Geräte mit Sensoren und mobilen Apps oder über soziale Netzwerke.

Durch Big Data im Gesundheitsbereich eröffnen sich vielversprechende neue Perspektiven für die Erforschung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten, aber auch Herausforderungen für verschiedene gesellschaftliche Bereiche.

Der Deutsche Ethikrat erarbeitet vor diesem Hintergrund derzeit eine Stellungnahme zum Thema Big Data und Gesundheit, in der er eine ethische Analyse der aktuellen Entwicklungen vornehmen und Empfehlungen formulieren möchte.

Um seinen Blick für die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Bereich Big Data und Gesundheit zu schärfen, möchte der Deutsche Ethikrat Personen und Organisationen mit Interesse an der Thematik die Gelegenheit geben, bis 31. März an einer öffentlichen Befragung teilzunehmen. 

Hiermit laden wir Sie herzlich zur Teilnahme ein. Gerne können Sie diese Einladung auch an andere potenzielle Interessenten weitergeben. 

Die Teilnahmeunterlagen finden Sie unter:

Medizin am Abend Berlin ZusatzLink: BigData Befragungsbogen  

www.ethikrat.org/arbeitsprogramm/big-data 


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Arbeitsgruppe

Mitglieder: Katrin Amunts, Steffen Augsberg (Sprecher), Franz-Josef Bormann, Alena Buyx, Peter Dabrock (stellvertretender Sprecher), Carl Friedrich Gethmann, Wolfram Henn, Wolfram Höfling, Ursula Klingmüller, Andreas Lob-Hüdepohl, Reinhard Merkel
Externes Mitglied: Prof. Dr. Thomas Hofmann · Data Analytics Laboratory, ETH Zürich

Biomarker Alpha-Synuclein: Hautprobe/Hauttest erlaubt frühe Parkinsondiagnose

Medizin am Abend Berlin Fazit: Meilenstein: Hauttest erlaubt frühe Parkinsondiagnose

Einer Gruppe deutscher Neurologen ist es erstmals gelungen, die Parkinson-Erkrankung über eine kleine Hautprobe festzustellen – und zwar noch Jahre vor Ausbruch der typischen Bewegungsstörungen. 
  • Die Diagnose gelingt durch den Nachweis von pathologischen Eiweißablagerungen in den feinen Nervenenden der Haut, teilen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) mit. 
Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Acta Neuropathologica“ erschienen ist, gilt als Meilenstein in der Parkinson-Diagnostik und wird zur Entwicklung von neuen Therapien gegen die schwer behandelbare neurodegenerative Erkrankung führen. 
 
  • Die Parkinson-Krankheit gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. 

In Deutschland leben schätzungsweise 220.000 Betroffene. Die Parkinson-Erkrankung ist damit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach der Alzheimer-Demenz.

  • Die Diagnose ist vor allem im Frühstadium (Prodromalphase) schwer, denn Parkinson beginnt mit unspezifischen Beschwerden, zum Beispiel Verschlechterung des Geruchssinns, Depressionen oder Verdauungsstörungen. 
  • Erst wenn die typischen Bewegungsstörungen einsetzen – das Zittern beginnt, die Bewegungen steif und langsam werden –, kann der Arzt darauf schließen, dass sein Patient an Parkinson erkrankt ist. 

Bis zu diesem Zeitpunkt hat aber schon ein jahrelanges Nervenzellsterben stattgefunden, etwa 80 Prozent der dopaminergen Nervenendigungen und bis zu 50 Prozent der Nervenzellen in der Substantia nigra im Gehirn sind dann bereits unwiederbringlich untergegangen. 

Die Entwicklung wirkungsvoller Therapien krankt daran, dass Parkinson-Patienten erst in dieser späten Krankheitsphase erkannt werden. Könnten Mediziner früher eingreifen, wären die Chancen auf die Entwicklung von Therapien sowie auf Behandlungserfolge deutlich höher.

Bekannter Biomarker, neuer Fundort

Weltweit arbeiten zahlreiche Forschungsgruppen an Wegen, die Parkinson-Krankheit früher zu erkennen. Neurowissenschaftlern um Dr. Kathrin Doppler und Prof. Dr. Claudia Sommer aus Würzburg sowie Prof. Dr. Wolfgang Oertel aus Marburg haben nun eine wegweisende Arbeit publiziert.

Sie konnten bei Risikopatienten mit der sogenannten REM-Schlafverhaltensstörung den Biomarker Alpha-Synuclein in der Haut identifizieren, der Parkinson nachweist, Jahre bevor der Patient sichtbar erkrankt. 

„Damit sind wir dem großen Ziel, Parkinson in einem frühen Stadium zu erkennen und zu stoppen, einen wichtigen Schritt näher gekommen“, kommentiert Prof. Dr. Günther Deuschl, Parkinson-Experte vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und Präsident der European Academy of Neurology. „Der Weg ist nun offen, auch bei nicht von der REM-Schlafverhaltensstörung Betroffenen einen diagnostischen Marker der Frühphase der Erkrankung zu identifizieren. Damit kommt der Einstieg in die lange erhoffte präsymptomatische Parkinson-Therapie nun in unser Blickfeld.“


„Doppler und Kollegen ist ein sehr bedeutsamer Beitrag zum Stand der internationalen Parkinson-Forschung gelungen“, urteilt Prof. Dr. Werner Poewe, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universitätsklinik in Innsbruck. „Wichtig ist das Potenzial einer leicht anwendbaren Methode der minimalinvasiven Hautbiopsie, bei der lediglich eine 5 Millimeter große Probe entnommen werden muss.

Dies ist von unmittelbarer praktischer Bedeutung, um Patienten für Studien zur Parkinson-Krankheitsprävention identifizieren zu können.“

Nachweis bisher nur im Gehirn möglich

  • „Wir kennen Alpha-Synuclein zwar als neuropathologisches Kennzeichen von Morbus Parkinson, und der Nachweis dieser Proteinablagerungen war bereits der Goldstandard der Diagnose“, erklärt Prof. Dr. Jens Volkmann, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg und Koautor der Studie. 

„Allerdings haben wir im Gehirn gesucht, und das war erst nach dem Tod möglich“, so der Präsident der Deutschen Parkinson Gesellschaft. Dass sich Alpha-Synuclein nicht nur im Gehirn ablagert, sondern auch in der Haut, konnten die Würzburger Forscher schon 2014 zeigen. Sie fanden bei rund der Hälfte der untersuchten Parkinson-Patienten pathologische Proteinaggregate in den kleinen Nervenfasern der Haut.


In ihrer jetzigen Studie ging die Arbeitsgruppe einen Schritt weiter: Um herauszufinden, ob Alpha-Synuclein auch in der Prodromalphase als Biomarker herangezogen werden kann, untersuchten sie Patienten mit REM‐Schlafverhaltensstörung (REM sleep behavior disorder, RBD). 

Die Schlafstörung gilt als charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Krankheit. 

  • Sie äußert sich in aggressiven Träumen und auffälligen Bewegungen im Traumschlaf, etwa 85 Prozent der Betroffenen entwickeln innerhalb von 15 bis 20 Jahren eine Parkinson‐Erkrankung. 
  • Auch bei REM‐Schlafverhaltensstörung finden sich im Gehirn Ablagerungen von Alpha‐Synuclein.

Hoffnungsvoller Weg zu Medikamenten gegen die Parkinson-Krankheit

„Unsere Studie liefert Evidenz dafür, dass phosphoryliertes Alpha-Synuclein schon in dermalen Nervenfasern von Patienten vorhanden ist, die an REM-Schlafstörung leiden. Die Ablagerungen können bei diesen Patienten als periphere histopathologische Marker für eine Alpha-Synculeinopathie genutzt werden, die vor dem Einsetzen von motorischen Symptomen bei Morbus Parkinson auftritt“, schreibt Erstautorin Doppler. In Anbetracht des einfachen Zugangs zu Hautbiopsien und der hohen Spezifität der Untersuchung sehen die Autoren in der Methode einiges Potenzial, um Parkinson-Patienten im prodromalen Stadium der Erkrankung zu identifizieren und für klinische Studien zum Test von krankheitsmodifizierenden Medikamenten zu gewinnen.

Studiendesign

Für die vom ParkinsonFonds Deutschland geförderte Studie rekrutierten die Forscher zwischen Dezember 2014 und Juli 2016 an den neurologischen Universitätskliniken in Würzburg und Marburg 18 Patienten mit REM-Schlafstörungen, 25 Patienten mit frühem Morbus Parkinson und 20 gesunde Kontrollprobanden. Sie entnahmen den Probanden Hautbiopsien (5 mm) am Rücken an den Bereichen C7 und Th 10 sowie am Ober- und Unterschenkel und suchten mittels Doppel-Immunfluoreszenzfärbung in den dermalen Nervenfasern nach Ablagerungen von phosphoryliertem Alpha-Synuclein. Sie bestimmten außerdem mit einer nuklearmedizinischen Untersuchung (FP-CIT-SPECT) die Dichte der präsynaptischen Dopamintransporter, führten olfaktorische Funktionstests durch und kalkulierten den Wahrscheinlichkeitsquotienten für prodromale Parkinson-Symptome.

Ergebnisse

Phosphoryliertes Alpha-Synuclein konnte mit einer Sensitivität von 55,6 Prozent bei 10 von 18 RBD-Patienten nachgewiesen werden. Mit einer Sensitivität von 80 Prozent wurde bei 20 von 25 Patienten mit frühem Morbus Parkinson ein Nachweis für die Alpha-Synuclein-Ablagerungen erbracht. Keine Ablagerungen hingegen fanden sich bei den gesunden Kontrollprobanden.

Quellen

Doppler K et al. Dermal phospho-alpha-synuclein deposits confirm REM sleep behaviour disorder as prodromal Parkinson’s disease. Acta Neuropathologica 2017; DOI: 10.1007/s00401-017-1684-z

Doppler K et al.: Cutaneous neuropathy in Parkinson’s disease: a window into brain pathology. Acta Neuropathologica; 2014; 128(1): 99–109, DOI: 10.1007/s00401-014-1284-0

Pressemeldung der DGN vom 21. September 2016: Guter Schlaf schützt das Gehirn – schlechter Schlaf fördert Alzheimer und Parkinson (mit Video)



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Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel
Hertie Senior Forschungsprofessor und Professor für Neurologie
Philipps-Universität Marburg, Klinik für Neurologie
Tel.: +49 (0) 6421 5863731, Fax: +49 (0) 6421 5868955, E-Mail: oertelw@med.uni-marburg.de
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 531437930
E-Mail: info@dgn.org


Frank A. Miltner
Telefon: 089 / 461486-0/-22
Fax: 089 / 461486-25
E-Mail-Adresse: presse@dgn.org

Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG)
fördert die Erforschung der Parkinson-Krankheit und verbessert die Versorgung der Patienten. Organisiert sind in dieser wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaft erfahrene Parkinson-Ärzte sowie Grundlagenforscher. Die Zusammenarbeit dieser beiden Zweige ist entscheidend für die Fortschritte in Diagnostik und Therapie. Die Parkinson-Medizin sowie die Parkinson-Forschung in Deutschland genießen international einen exzellenten Ruf.
www.parkinson-gesellschaft.de

1. Vorsitzender: Prof. Dr. Jens Volkmann
2. Vorsitzende: Prof. Dr. Daniela Berg
3. Vorsitzende: PD Dr. Karla Eggert

 

Medizinische Betreuung im Neugeborenenalter

Medizin am Abend Berlin Fazit: Nur wenige Mütter rauchen, viele leiden unter Allergien

20 wertvolle Minuten für die Gesundheit von Neugeborenen - SNiP-Fragebogen
kann auch online ausgefüllt werden


Ende vergangenen Jahres wurde die erste große Nachuntersuchung der Mädchen und Jungen, die zwischen 2002 und 2008 im ehemaligen Landkreis Ostvorpommern geboren worden sind, gestartet.
Die Neugeborenen-Studie der Universitätsmedizin Greifswald (Survey of Neonates in Pomerania, kurz SNiP) untersucht die Gesundheit, das Wachstum und die Entwicklung von Kindern. Die erste Nachuntersuchung der Mädchen und Jungen, die zwischen 2002 und 2008 bereits schon einmal auf Herz und Nieren geprüft worden sind, betrifft rund 6.800 Kinder und Jugendliche in einem Alter von acht bis 14 Jahren.
 
 Dr. Anja Lange und Prof. Matthias Heckmann mit dem Fragebogen (Infobroschüre), der für die Forschung von so großem Interesse ist.
 Dr. Anja Lange und Prof. Matthias Heckmann mit dem Fragebogen (Infobroschüre), der für die Forschung von so großem Interesse ist. Fotos: Manuela Janke/UMG

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG 
 
„Die Rückmeldungen sind gut angelaufen, rund 15 Prozent der Eltern haben bereits geantwortet. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte der Studienleiter und Leiter der Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Matthias Heckmann. Um noch mehr Feedback zu erhalten, werden diese Tage die Eltern, die noch nicht geantwortet haben, ein zweites Mal angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. „Je mehr Rückmeldungen wir erhalten, umso aussagekräftiger ist die Studie“, so Heckmann. Mütter und Väter, die umgezogen sind, können sich an das Studienteam wenden, um sich an der Umfrage zu beteiligen (snip@uni-greifswald.de). Die Beantwortung der Fragen ist sowohl online als auch schriftlich möglich und dauert ca. 20 bis 25 Minuten. „Es ist eine sehr wertvolle Zeit für unsere Ärzte und Wissenschaftler, die die Gesundheit von Kindern und Schwangeren weiter verbessern möchten“, so der Mediziner.

Was wollen die Wissenschaftler von den Eltern wissen?

Der einfach auszufüllende Fragebogen enthält 140 Fragen, die durch das Setzen von vorgegebenen Antwortmöglichkeiten relativ zügig abzuarbeiten sind.

Neben allgemeinen Fragen enthält er Angaben zur Gesundheit des Kindes und der Eltern, zum Stillverhalten, zu Hilfsangeboten in den ersten zwölf Monaten nach der Geburt, zur Schulausbildung und Freizeitgestaltung des Kindes, zu Ess- und Schlafgewohnheiten und den Lebensumständen der Familien und den Umgang mit modernen Medien.

„Bei den Stichproben, die bereits gesichtet wurden, und die natürlich noch nicht wissenschaftlich abschließend ausgewertet worden sind, zeichnet sich ab, dass die Gesundheitsvorsorge bei den Eltern einen sehr hohen Stellenwert einnimmt“, erläuterte Studienärztin Dr. Anja Lange. 

 „An den Standarduntersuchungen (U-Reihe) nehmen über 90 Prozent aller Kinder teil.

Rund 80 Prozent des Nachwuchses nahm zudem an zusätzlich angebotenen Vorsorgeuntersuchungen teil. Fast alle Eltern beschreiben den Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut.

Über 80 Prozent der Mädchen und Jungen putzt täglich die Zähne und genauso viele Kinder gehen zweimal im Jahr zum Zahnarzt.“ 


Eine weitere Momentaufnahme, die jedoch auch noch kein abschließendes Bild zulässt: 44 Prozent der Kinder nehmen jeden Tag am Schulessen teil, aber 21 Prozent überhaupt nicht.

Ferner berichtet ungefähr die Hälfte der Mütter, dass sie unter einer Allergie leidet. 

Die Kinder sind zu einem Drittel von allergischen Reaktionen betroffen. 

Am häufigsten wird dabei der Heuschnupfen genannt.
  • Ferner geht aus den noch nicht repräsentativen Rückmeldungen hervor, dass 50 Prozent der Kinder in den letzten drei Monaten Kopfschmerzen hatte, die überwiegend mit Medikamenten behandelt wurden. 
32 Prozent der Väter und 16 Prozent der Mütter gaben an, zu rauchen. Knapp die Hälfte der Mütter und nur acht Prozent der Väter arbeiten in Teilzeit, was weitestgehend dem bundesweiten Durchschnitt entspricht.

„Die Informationen, die natürlich anonymisiert und verschlüsselt verarbeitet werden, sind für uns von enorm großer Bedeutung, um die Prävention und medizinische Versorgung von Neugeborenen und ihren Müttern noch effektiver zu gestalten“, betonte Prof. Matthias Heckmann. „Jeder ausgefüllte Fragebogen trägt dazu bei, junge Familien künftig in ihrer gesundheitlichen Entwicklung noch besser zu fördern.“

Studienteam SNiP: Dr. med. Anja Lange
Tel.: 03834 86-64 21, E-Mail: snip@uni-greifswald.de
 

Weitere Informationen: http://www.medizin.uni-greifswald.de/snip

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: Komasaufen in Berlin


#HINTERGRUND

Die Greifswalder Neugeborenenstudie SNiP (Survey of Neonates in Pomerania) wurde 2002 als bevölkerungsbezogene Erhebung in Greifswald und im damaligen Landkreis Ostvorpommern unter Einbeziehung aller Entbindungseinrichtungen und Kinderkliniken in Greifswald, Wolgast und Anklam gestartet.

Die Reihenuntersuchung hat erstmals aussagekräftige Informationen über die Gesundheit und das soziale Umfeld der geborenen Kinder und ihrer Mütter zusammengeführt. Daran knüpft die zweite Untersuchungsphase SNiP II von 2013 bis 2018 an, in der jedoch auch eine Reihe neuer Akzente gesetzt werden.


In der gegenwärtig laufenden Folgestudie SNiP II wird der Fragestellung des Stillverhaltens, der Stillhäufigkeit und die Dauer des Stillens bei den Geschwisterkindern ein besonderes Augenmerk eingeräumt.

In der Studie werden gleichzeitig mütterliche und kindliche Faktoren mit Blick auf Neugeborenenerkrankungen erfasst, die ansonsten eher getrennt betrachtet werden.

Eine wesentliche Rolle spielt auch die bessere Betreuung von chronisch kranken Frauen sowie die Ernährung in der Schwangerschaft. 

In der 2013 gestarteten ersten Nachfolgestudie SNiP II wurden bislang rund 3.000 Kinder untersucht.

Mit den SNiP-Studien sollen wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, um Krankheiten zukünftig möglichst zu vermeiden oder frühzeitig erkennen zu können. 
  • Angeborene Erkrankungen, insbesondere Fehlbildungen, gehören zu den häufigsten Ursachen einer medizinischen Betreuung im Neugeborenenalter. 
Ein Teil der Erkrankungen ist erbbedingt oder wird durch mütterliche Infektionen während der Schwangerschaft hervorgerufen.

Bei über 60 Prozent der betroffenen Kinder sind die Ursachen von angeborenen Erkrankungen der Neugeborenenperiode aber unklar.

Vermutet werden unter anderem chemische Stoffe und physikalische Einwirkungen, Umweltbelastungen und Medikamente in der Schwangerschaft. 

Ziel ist es, neue Behandlungs- und Vorbeugekonzepte zu entwickeln, um so die Gesundheit der Kinder zu schützen und weiter zu verbessern.





Leon aus Greifswald (mit seiner Mutter) nahm sowohl an der ersten SNiP-Untersuchung nach seiner Geburt als auch an der aktuellen Umfrageaktion teil.
Fotos: Manuela Janke/UMG Leon aus Greifswald (mit seiner Mutter) nahm sowohl an der ersten SNiP-Untersuchung nach seiner Geburt als auch an der aktuellen Umfrageaktion teil.
Fotos: Manuela Janke/UMG

Vorbildlich - Leon (Foto) aus Greifswald nahm sowohl an der ersten SNiP-Untersuchung nach seiner Geburt am 16. April 2004 als auch an der aktuellen Umfrageaktion teil. Für seine Eltern Verena (Foto/35) und Jens Kaiser (35) Ehrensache. „Der Umfragebogen nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, ist aber auch interessant und kommt ja den künftigen Eltern und Kindern zugute. Wir haben uns gern beteiligt“, so die zweifache Mutter Verena Kaiser.
Dr. Anja Lange und Prof. Matthias Heckmann mit dem Fragebogen, der für die Forschung von so großem Interesse ist. „Wir erhoffen uns durch die Umfrage Rückschlüsse aus möglichen Einflüssen aus der Schwangerschaft und der früheren Kindheit auf das Wachstum und die Entwicklung der Kinder“, so die Wissenschaftler.


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Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
Leiter: Prof. Dr. med. Matthias Heckmann
T +49 3834 86-64 21
E manuela.woeller@uni-greifswald.de
Studienärztin: Dr. Anja Lange
T +49 3834 86 19 889
E anlange@uni-greifswald.de
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Jan Meßerschmidt
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Fax: (03834) 86-1151
E-Mail-Adresse: jan.messerschmidt@uni-greifswald.de
Constanze Steinke Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald



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Mecklenburg-Vorpommern 

Online-Therapie pschische Folgen einer Sepsis http://www.zweileben.net/

Medizin am Abend Berlin Fazit: Durch Online-Therapie psychische Folgen einer Sepsis überwinden

Studie untersucht internetbasierte Schreibtherapie zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Sepsis-Überlebenden und deren Partnern  
  • Sie haben nach tage- oder gar wochenlangem Aufenthalt die Intensivstation hinter sich gelassen, oft auch längere Krankenhaus- und Rehabilitationsbehandlungen erlebt und versuchen, in einen normalen Alltag zurückzufinden. 
Patienten, die eine so schwerwiegende Erkrankung wie eine Sepsis überlebt haben, kämpfen häufig nicht nur mit körperlichen Langzeitfolgen – die Erfahrung, völlig machtlos einer so akuten Lebensbedrohung ausgesetzt zu sein, kann auch psychische Spuren hinterlassen.

„Wir wissen, dass mehr als ein Fünftel der Überlebenden einer Sepsis eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt und auch die Lebenspartner der Patienten sehr oft betroffen sind.

Zutage tritt diese Störung meist einige Monate, nachdem das Schlimmste überwunden ist“, beschreibt PD Dr. Jenny Rosendahl das Ergebnis einer Untersuchung des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC am Uniklinikum Jena.

Die Psychologin leitet gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Christine Knaevelsrud von der Freien Universität Berlin eine jetzt startende Studie, die diesen Patienten und ihren Partnern in Form der internetbasierten Schreibtherapie „zwei leben“ Hilfe anbietet. 

Christine Knaevelsrud ist von der Wirksamkeit der internetbasierten Schreibtherapie überzeugt: 
  • „Aktuelle Studien belegen, dass internetbasierte Behandlungen genauso wirksam sein können wie Sprechzimmertherapien.“ 
  • Bei der Kommunikation per Internet falle es den Patienten mitunter sogar leichter, angst- und schambesetzte Erfahrungen sowie Gedanken und Gefühle anzusprechen und sich dem Therapeuten gegenüber zu öffnen.

Bislang wurde die Wirksamkeit der internetbasierten Schreibtherapie in verschiedenen Patientengruppen traumatisierter Menschen überprüft und bestätigt.

In der aktuellen Studie wollen die Wissenschaftlerinnen testen, wie wirksam die internetbasierte Schreibtherapie für Sepsis-Überlebende und deren Partner mit einer PTBS sein kann.

Entsprechend wurde das Behandlungsangebot erstmals speziell für die traumatischen Erfahrungen aus der intensivmedizinischen Behandlung angepasst. Neu ist zudem, dass auch die Lebenspartner der Patienten aktiv in die Behandlung einbezogen werden und ebenso eine Therapie in Anspruch nehmen können, wenn eine PTBS vorliegt. Etwa 100 betroffene Paare suchen die Forscher dafür.

Projektmitarbeiterin Romina Gawlytta zum Ablauf der Studie: „Bevor die Behandlung beginnen kann, untersuchen wir zunächst, ob eine PTBS vorliegt.“

Charakteristisch dafür sind u.a. das ungewollte Wiedererleben sowie Alpträume von den traumatischen Erlebnissen auf der Intensivstation, Vermeidungsverhalten in Bezug auf Orte und Personen, die mit dem Trauma verbunden sind, sowie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Schreckhaftigkeit. 

„Liegen bei mindestens einem der Partner entsprechende Symptome vor, kann eine Behandlung erfolgen“, so die Psychologin weiter. In der Therapie bekommen die Studienteilnehmer wöchentlich zwei Schreibaufträge, insgesamt sind es zehn. Wann sie diese bearbeiten, können sie flexibel gestalten. „Sie erhalten innerhalb eines Werktages die individuelle Rückmeldung ihrer persönlichen Therapeutin und eine Anleitung für das weitere Vorgehen“, betont Romina Gawlytta. Durch die Behandlung sollen so schließlich die traumatischen Erlebnisse verarbeitet und die Symptome gelindert werden. Der Erfolg der Behandlung wird nach deren Abschluss überprüft.

Jenny Rosendahl: „Wenn wir die Wirksamkeit der internetbasierten Schreibtherapie für traumatisierte Patienten und deren Partner nach intensivmedizinischer Behandlung bestätigen können, kann dieser belasteten Patientengruppe relativ unkompliziert und ohne lange Wartezeit die benötigte psychologische Unterstützung angeboten werden.“


Patienten und deren Partner, die sich für die Studie interessieren, können sich unter http://www.zweileben.net informieren.

Das Studienteam ist darüber hinaus unter zweileben@med.uni-jena.de für Fragen erreichbar. 

Die Teilnahme an der Studie, die als Kooperation vom Universitätsklinikum Jena und der Freien Universität Berlin als Projekt des CSCC vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, ist kostenlos.

CSCC: Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Sepsis und Sepsisfolgen (Center for Sepsis Control & Care, CSCC) ist eines von acht integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Das 2010 eingerichtete CSCC ist am Universitätsklinikum Jena angesiedelt und widmet sich der Erforschung von Sepsis und deren Folgeerkrankungen.

Die über 100 Forscherinnen und Forscher des CSCC betrachten dabei alle Aspekte der Erkrankung, von der Risikobewertung und Prävention über die Akutbehandlung bis hin zur Nachsorge.

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Romina Gawlytta, M.Sc.
Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie und CSCC, Universitätsklinikum Jena
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den komplexen Krankheiten

Medizin am Abend Berlin Fazit: Genomstudien: gemeinsame Krankheitsmechanismen bei Herz-Kreislauf- und anderen Erkrankungen

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, bei dem Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) maßgeblich beteiligt waren, hat herausgefunden, dass fast die Hälfte aller erblichen Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit auch mit völlig anderen Erkrankungen in Verbindung steht, etwa Schizophrenie, chronisch entzündlicher Darmerkrankung oder Migräne. 
 
Im Rahmen dieser online im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie haben die Forscher außerdem sechs weitere Varianten im menschlichen Erbgut identifiziert, die bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) häufiger vorkommen. 

  • Für die KHK, bei der die Herzkranzgefäße verengt sind, kennen die Wissenschaftler damit jetzt 62 solcher erblichen Risikofaktoren.

Aufschlussreiche Veränderungen

Rund 3,26 Milliarden Bausteine umfasst das menschliche Genom. 

Darin nach krankheitsrelevanten Veränderungen zu suchen, ähnelt der berühmten Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. In genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) konzentrieren sich die Forscher auf typische Veränderungen im Erbgut, die sogenannten SNPs (Single Nucleotide Polymorphisms). 

  • Sie bezeichnen Stellen im DNA-Strang, bei denen nur ein einzelner Baustein (Nukleotid) verändert ist. 

SNPs sind unregelmäßig im ganzen Genom verteilt, durchschnittlich kommen sie alle 300 Bausteine vor.

Meistens liegen sie in Abschnitten zwischen Genen, also Bereichen, die keine Information für den Bauplan von Proteinen enthalten.

Diese Regionen können aber regulatorische Funktionen haben, z. B. kontrollieren, wie oft ein Bauplan abgelesen und umgesetzt wird. 

„Wenn wir ein SNP finden, dass bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit signifikant häufiger auftritt, dann haben wir damit zunächst einen Marker für die Erkrankung gefunden.

Wie diese Veränderung im Erbgut mit der Krankheit zusammenhängt, wird dann im zweiten Schritt erforscht“, erklärt Frau Prof. Jeanette Erdmann, DZHK-Professorin am Institut für Kardiogenetik der Universität zu Lübeck, die gemeinsam mit Prof. Heribert Schunkert vom DZHK-Standort in München an der aktuellen Studie mitarbeitete.

Denn anders als bei monogenen Erkrankungen, bei denen eine veränderte Stelle im Genom die Ursache für die Erkrankung ist, gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den komplexen Krankheiten.

Viele Faktoren wie Lebensstil, Umwelteinflüsse und erbliche Faktoren entscheiden darüber, ob man erkrankt. Ein mit KHK assoziierter SNP, löst die Krankheit daher nicht aus, sondern sagt etwas über das statistische Risiko aus, daran zu erkranken.

Eine Variante – viele Effekte

In der nun veröffentlichten Studie haben die Wissenschaftler das Erbgut von 42.335 Menschen mit koronarer Herzkrankheit und 78.240 gesunden Menschen mit 5.000 häufig vorkommenden SNPs verglichen.

Viele dieser SNPs waren bereits bei anderen Erkrankungen beschrieben. Mit diesem Ansatz konnten sie sechs neue genetische Varianten identifizieren, die auch das Risiko für eine KHK erhöhen. Anschließend wollten die Forscher das Phänomen, dass erbliche Risikofaktoren mit unterschiedlichen Krankheiten in Verbindung stehen, genauer untersuchen. Das haben sie in der bis dato umfassendsten derartigen Analyse für die bekannten 62 KHK Risikofaktoren überprüft. Grundlage dieser Arbeit war der GWAS Katalog, in dem die Ergebnisse aller publizierten genomweiten Assoziationsstudien verzeichnet sind. Heraus kam, dass ein Drittel der 62 SNPs mit traditionellen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen z. B. Bluthochdruck oder Cholesterinwerten verknüpft ist, das war wenig überraschend.

Aber fast die Hälfte spielt auch bei völlig anderen Erkrankungen eine Rolle, etwa Schizophrenie oder Migräne. 

Besonders auffällig war eine Variante auf Chromosom 12, die ein Risikofaktor für 17 andere Erkrankungen oder Krankheitsmerkmale ist.

Darunter rheumatoide Arthritis, Schilddrüsenunterfunktion, Zöliakie oder chronische Entzündung der Gallenwege. 

Obwohl noch nicht klar ist, wie das alles zusammenhängt, sind diese Erkenntnisse sehr wertvoll.

Denn sie liefern neue Ansatzpunkte, um aufzuklären, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen und sind damit wichtige Schritte auf dem Weg zu neuen Therapien.

Originalarbeit:
Systematic Evaluation of Pleiotropy Identifies 6 Further Loci Associated With Coronary Artery Disease. Webb et al., Journal of the American College of Cardiology Feb 2017, 69 (7) 823-836;
DOI: 10.1016/j.jacc.2016.11.056
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109716373417

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Prof. Dr. Jeanette Erdmann
Universität zu Lübeck, Institut für Kardiogenetik,
Tel.: 0451 3101-8300
jeanette.erdmann@iieg.uni-luebeck.de

Prof. Dr. Heribert Schunkert
Deutsches Herzzentrum München
Klinik an der Technischen Universität München, Klinik für Herz-Kreislauferkrankungen
Tel.: 089 1218-4073,
siebe@dhm.mhn.de

Christine Vollgraf
Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
Tel.: 030 3465 529 02,
E-Mail-Adresse: christine.vollgraf@dzhk.de



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Das DZHK
Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) will erreichen, dass neue Erkenntnisse aus der Herz-Kreislauf-Forschung schnellstmöglich bei den Patienten ankommen. Ziel ist es, Diagnose, Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland zu verbessern. Dafür arbeiten im DZHK Grundlagenforscher und klinische Forscher aus 30 Einrichtungen an sieben Standorten zusammen. Das DZHK wurde 2011 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent von denjenigen Ländern gefördert, in denen seine Mitgliedseinrichtungen ihren Sitz haben. Es gehört zu den sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die sich der Erforschung großer Volkskrankheiten widmen.

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://www.dzhk.de