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Übergewicht: Schädigt die Gefäßwand und führt zu Arterisklerose

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Sauerstoffradikale können vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen

Wissenschaftler der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden wiesen nach, dass die richtige Dosis an freien Radikalen die Gefäße schützen kann - im Gegensatz zu den bisher bekannten schädigenden Effekten von oxidativem Stress. Bis die Erkenntnisse in neue Therapien umgesetzt werden können, müssen jedoch noch weitere Untersuchungen folgen. Die Forschungsergebnisse der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Studie wurden vorab online im European Heart Journal, einer der renommiertesten europäischen Herz-Kreislauf-Fachzeitschriften, veröffentlicht. 
 
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den Industrieländern.

Medizin am Abend Berlin ZusatzfachThema: Rauchen + Steuern 

  • Als ein Risikofaktor gilt der sogenannte oxidative Stress.
  • Darunter versteht man ein Übermaß an reaktiven Sauerstoffverbindungen, das die Reparatur- und Entgiftungsfunktion einer Zelle überfordert und langfristig zu Schädigungen führen kann. 

Forscher des Bereiches Gefäßendothel/Mikrozirkulation der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Uniklinikums Dresden zeigten jedoch, dass freie Radikale nicht in jedem Fall zu einer Schädigung der Gefäße führen müssen, sondern diese sogar schützen können.

Die histologische Färbung der Aortenwurzel zeigt rechts die verstärkte Plaquebildung ohne Nox4.

Die histologische Färbung der Aortenwurzel zeigt rechts die verstärkte Plaquebildung ohne Nox4.
Aufnahme: Uniklinikum Dresden
  • Die Dosis entscheidet, welche Wirkung von den reaktiven Sauerstoffverbindungen ausgeht.

Zu den freien Radikalen zählt auch das Wasserstoffperoxid (H2O2). In hohen Konzentrationen ist es für die Blutgefäße schädlich, während es in niedrigen Konzentrationen gefäßschützend zu wirken scheint. Unter der Leitung von Professor Dr. Henning Morawietz gingen die Forscher Heike Langbein und Dr. Coy Brunßen genau dieser Frage auf den Grund. 

  • Sie wiesen nach, dass bei Übergewicht der Verlust der wichtigsten natürlichen Quelle von Wasserstoffperoxid in der Gefäßwand, der NADPH-Oxidase Nox4, zu verschlechterter Gefäßfunktion und vermehrter Arteriosklerose führt. 
  • Das könnte auch eine Erklärung sein, warum die meisten Studien mit synthetischen Vitaminen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum positive Wirkungen gezeigt haben.
Langbein und Brunßen arbeiteten eng mit Wissenschaftlern des Bereiches Klinisches Sensoring und Monitoring (unter Leitung von Prof. Dr. Edmund Koch) sowie des Institutes für Physiologie (unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Deußen) der Technischen Universität Dresden zusammen. Besonders innovativ bei diesem Projekt war die Entwicklung von Geräten zur berührungslosen Untersuchung von Gefäßen durch optische Kohärenztomografie im Labor von Prof. Koch und ihre Nutzung als neues bildgebendes Verfahren zur Analyse der Funktion von Blutgefäßen. Hierbei wurde deutlich, dass der Verlust von Nox4 zu verschlechterter Gefäßfunktion führt. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Wasserstoffperoxid in niedrigen Konzentrationen den Blutdruck senken kann.

Im Gegensatz zu den bisher bekannten schädigenden Effekten von oxidativem Stress könnte die Aktivierung von körpereigenen protektiven Sauerstoffradikalen eine neue therapeutische Strategie zur Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen. Bis diese Erkenntnisse in die therapeutische Praxis umgesetzt werden, müssen jedoch noch weitere Untersuchungen folgen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG förderte die Studie. Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse online im European Heart Journal, einer der renommiertesten europäischen Herz-Kreislauf-Fachzeitschriften.

Literatur
Langbein H, Brunssen C, Hofmann A, Cimalla P, Brux M, Bornstein SR, Deussen A, Koch E, Morawietz H
NADPH oxidase 4 protects against development of endothelial dysfunction and atherosclerosis in LDL receptor deficient mice
Eur. Heart J., 2015 Nov 17. pii: ehv564. [Epub ahead of print]
http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/early/2015/11/16/eurheartj.ehv564


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Bereich Gefäßendothel/ Mikrozirkulation, Medizinische Klinik und Poliklinik III,
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Arbeiten am Wochenende? Und Deine Schlaf- und Lebenszufriedenheit?

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Macht Wochenendarbeit unzufrieden?

Mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten nicht nur von Montag bis Freitag sondern auch an Samstagen, ein Viertel geht sogar sonntags regelmäßig zur Arbeit. Zwischen 1996 und 2014 ist der Anteil derjenigen, die am Wochenende arbeiten, leicht gestiegen. 

Medizin am Abend Berlin Fachunterlagen   

  • Wie sich das Arbeiten am Wochenende auf die Schlaf- und Lebenszufriedenheit der Betroffenen auswirkt, ist indes wenig bekannt. 
  • Die vorliegenden Analysen zeigen, dass Personen, die am Wochenende arbeiten, im Durchschnitt eine geringere Gesundheits-, Familien- und Schlafzufriedenheit haben und auch mit ihrem Leben insgesamt unzufriedener sind als Personen, die samstags und/oder sonntags nicht arbeiten. 
Ausschlaggebend dafür ist aber nicht die Wochenendarbeit als solche.

Betrachtet man Personen, die zunächst nicht am Wochenende arbeiten und dann zur Wochenendarbeit wechseln, zeigt sich, dass sich ihre Zufriedenheit in den meisten Bereichen nicht ändert;

lediglich die Arbeitszufriedenheit sinkt bei einem Wechsel zur Sonntagsarbeit leicht.

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Dialyse-Patient: Herz- und Kreislauf von Nierenkranken - besser mit Kakao-Flavanole

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Gut für Herz und Kreislauf von Nierenkranken - In grünem Tee und dunkler Schokolade

Ein Lichtblick für Dialyse-Patienten: Ein pflanzlicher Bestandteil, der auch in dunkler Schokolade und grünem Tee vorkommen kann, schützt ihre Gefäße. Dies ist deshalb so wichtig, weil ihr meist geschwächtes Herz-/Kreislaufsystem durch die Blutwäsche noch weiter geschädigt wird. Dass ihnen auch nahrungsergänzende Kakao-Flavanole dabei helfen, ihre Blutgefäße besser zu schützen, konnten jetzt erstmals Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) der Kliniken für Kardiologie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und des Universitätsklinikums Düsseldorf nachweisen. 
 
Prof. Dr. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie am UK Essen
 Prof. Dr. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie am UK Essen UK Essen


Arbeiten die Nieren nicht richtig, spricht man von einer Nieren-Insuffizienz.

Im letzten Stadium dieser Erkrankung, der terminalen Nieren-Insuffizienz, muss das Blut außerhalb des Körpers von Giftstoffen gereinigt werden. Bei der Dialyse kann sich der Blutdruck erhöhen und die Blutgefäße sowie deren Innenwände, die Endothele, arbeiten nicht mehr einwandfrei. Dies ist besonders schwerwiegend, weil viele Betroffene ohnehin zusätzlich an kardiovaskulären Erkrankungen leiden.

Oft sterben sie deshalb deutlich früher als Menschen mit gesunden Nieren.

Doch was kann man tun, wenn eine Dialyse unausweichlich ist? Man kümmert sich um die beeinflussbaren Faktoren, etwa die Ernährung, mit der man auch das Herz- und Kreislaufsystem stärken kann.

  • Gezielt zuführen lassen sich zum Beispiel die Kakao-Flavanole, die als pflanzliche Bestandteile u.a in grünem Tee und in dunkler Schokolade vorkommen.

Prof. Dr. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie am UK Essen, untersuchte darum nun zusammen mit Kollegen am UK Düsseldorf, welche genauen Effekte zugeführte Kakao-Flavanole auf die Gefäßfunktion schwer kranker Nierenpatienten hat.

  • Die Ergebnisse sind ebenso eindeutig wie erfreulich: Dank einer hohen Flavanol-Dosis (820 mg/d) verbesserte sich die Gefäßfunktion der Patienten sowohl kurz- wie auch langfristig.
  • Die durch die Dialyse verursachte Gefäßschädigung konnte sogar teilweise rückgängig gemacht werden. 
  • Wurde das Präparat längere Zeit eingenommen wurden zudem positive Wirkungen auf den Blutdruck erkennbar. 

Über die Placebo-kontrollierte Studie berichtet das Clinical Journal of the American Society of Nephrology in seiner aktuellen Ausgabe.


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http://cjasn.asnjournals.org/content/early/2015/12/17/CJN.05560515.abstract?sid=...

Künstliche und natürliche Herzklappen - bakterielle Adhäsion von Staphylococcus aureus

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Neuer Anhaftungsmechanismus von Bakterien entdeckt: Staphylococcus aureus nutzt „Klimmzug-Technik"

Staphylococcus aureus ist einer der wichtigsten bakteriellen Krankheitserreger weltweit. 

Zellen dieses Erregers können gut an biologischen und künstlichen Oberflächen haften und dabei Biofilme bilden, die sich kaum noch bekämpfen lassen. Forscher der Universität des Saarlandes konnten nun im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1027 nachweisen, dass Staphylococcus aureus einen sehr effektiven Mechanismus nutzt, um an einer künstlichen Oberfläche anzudocken: 

Die Erreger sind in der Lage, sich mit Hilfe von Zellwandproteinen aktiv an eine Oberfläche „heranzuziehen“. Die Ergebnisse der aktuellen Studie wurden in der Fachzeitschrift „Soft Matter“ veröffentlicht.  
  • Eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbreitung von Infektionen ist die Fähigkeit von Bakterien, an Oberflächen zu haften. 
  • Hier können sie große Zellverbünde bilden, so genannte Biofilme, die sich nur schwer entfernen lassen und oft nicht mehr durch Antibiotika bekämpft werden können. 
Forscherinnen und Forscher der Saar-Uni haben früher bereits gezeigt, dass Bakterien der Gattung Staphylococcus besonders stark an wasserabweisenden Oberflächen haften – in der Regel sind dies Kunststoffoberflächen. Als einen der Gründe für die starke Anhaftung wiesen sie Proteine in der Zellwand der Bakterien nach, die sehr einfach Bindungen mit hydrophoben Oberflächen eingehen können. In ihrer aktuellen Studie untersuchten sie nun die genauen Mechanismen beim Andocken eines Bakteriums – am Beispiel von Staphylococcus aureus, dessen Methicillin-resistente Varianten, die sogenannten MRSA, als Krankenhauskeime weltweit gefürchtet sind. Dabei arbeiteten Teams aus den Physik-Lehrstühlen von Professorin Karin Jacobs und Professor Ludger Santen mit Mikrobiologen des saarländischen Universitätsklinikums um Professor Mathias Herrmann zusammen.


Modell der Annäherung eines Bakteriums an eine Unterlage: Zuerst heften sich die längsten Zellwandproteine an und ziehen das Bakterium näher an die Oberfläche heran, dann haften auch kürzere Proteine
Modell der Annäherung eines Bakteriums an eine Unterlage: Zuerst heften sich die längsten Zellwandproteine an und ziehen das Bakterium näher an die Oberfläche heran, dann haften auch kürzere Proteine
Grafik: Thomas Braun, Heidelberg.

In experimentellen Versuchsreihen untersuchten die Physiker zunächst die Anhaftung einzelner Bakterien mit Hilfe des Rasterkraftmikroskops. Mit den Ergebnissen konnte das Anhaftungsverhalten der Erreger dann in einem theoretischen Modell nachgebaut werden. „Die Computersimulationen offenbarten einen faszinierenden Anhaftungs-Mechanismus: Wenn sich ein Bakterium an eine hydrophobe Oberfläche annähert, wird es, sobald ein bestimmter Abstand unterschritten ist, von der Oberfläche angezogen beziehungsweise zieht sich selbst an die Oberfläche heran“, erläutert Nicolas Thewes, Erstautor der Studie und Doktorand bei Karin Jacobs. Wie das im Einzelnen abläuft, veranschaulicht Physik-Professorin Jacobs so: „Die Makromoleküle auf der Bakterienzellwand sind thermischen Fluktuationen unterworfen, sie bewegen sich also permanent und verändern dabei auch ihre Länge. Sobald das erste Makromolekül eine wasserabweisende Oberfläche berührt und dort andockt, wird das Bakterium wie von einem Gummiband ein Stück näher an die Unterlage herangezogen. In der Folge gibt es immer mehr Moleküle, die anhaften, und das Bakterium rückt stets ein Stück näher an die Oberfläche heran.“

Diesen Mechanismus der Kontaktaufnahme testeten die Forscher nun in unterschiedlichen Laborbedingungen, beispielsweise, indem sie die Beweglichkeit der bakteriellen Oberflächenproteine einschränkten. „Durch die Zugabe von chemischen Agentien, die gezielt die Proteine auf den Zellwänden angreifen, verloren die Bakterien ihre Fähigkeit zur ‚Klimmzug-Technik‘“, berichtet Nicolas Thewes. „Die eingesetzten Chemikalien zerteilten die Makromoleküle in kleine Abschnitte oder verursachten Quervernetzungen, was dazu führte, dass das Bakterium keine langreichweitig wirksamen ‚Haftarme‘ mehr besaß, mit denen es sich an die Oberfläche heranziehen konnte.“

Mit der Computersimulation habe sich auch nachvollziehen lassen, wie der Anhaftungsprozess bei Staphylococcus aureus verlaufe, sagt Alexander Thewes aus der Arbeitsgruppe von Ludger Santen. So lasse sich der gemessene Kurvenverlauf der Adhäsionskräfte nur nachvollziehen, wenn man verschiedene mechanische Eigenschaften der Makromoleküle ins Modell mit einbaue. Das bedeute, dass es sehr viele verschiedene Adhäsionsfaktoren in der Zellwand geben müsse. „Wir wissen, dass dieses Bakterium ein großes Repertoire an Proteinen und Teichonsäuren hat, mit denen es an unterschiedlichsten Oberflächen – unter anderem auch an künstlichen oder auch natürlichen Herzklappen – anhaften kann“, erläutert Markus Bischoff aus der Arbeitsgruppe von Mathias Herrmann.

Wie man aufgrund dieser Erkenntnisse die bakterielle Adhäsion zukünftig kontrollieren könnte, wollen die Forscher aus Saarbrücken und Homburg in weiteren Studien untersuchen. „Außerdem können wir nun eine geeignete Testmethode anbieten, um beispielsweise Antihaftoberflächen auf ihre Tauglichkeit zu testen“, sagt Karin Jacobs.

Die Studie, die im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 1027 „Physikalische Modellierung von Nichtgleichgewichtsprozessen in biologischen Systemen” entstanden ist, wurde unter dem Titel „Stochastic binding of Staphylococcus aureus to hydrophobic surfaces“ im renommierten Journal Soft Matter veröffentlicht (doi: 10.1039/c5sm00963d): http://pubs.rsc.org/en/Content/ArticleLanding/2015/SM/C5SM00963D#!divAbstract

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Prof. Dr. Karin Jacobs und Dipl.-Phys. Nicolas Thewes
Universität des Saarlandes, Experimentalphysik
Tel.: 0681 302-71788 oder - 71720
E-Mail: k.jacobs@physik.uni-saarland.de
www.uni-saarland.de/jacobs

PD Dr. Markus Bischoff
Universität des Saarlandes, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Tel.: 06841 16-23963
E-Mail: Markus.Bischoff@uniklinikum-saarland.de
Gerhild Sieber Universität des Saarlandes

Start in den Weihnachtsurlaub - mit Sport bitte ....!

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Sport wirkt entzündungshemmend

Neue Studie belegt: Sport führt zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen 
 
In einer großangelegten Studie über die Effekte von Sport auf das menschliche Immunsystem haben Forscher der Deutsche Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln (Klinik I für Innere Medizin) gezeigt, dass Sport eine entzündungshemmende Wirkung besitzt. 

Medizin am Abend Berlin Sondergutachten: Krankengeld  


  • Die Kölner Forscher konnten nachweisen, dass intensive, regelmäßige sportliche Betätigung zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen, den sogenannten regulatorischen T-Zellen führt. 

Im Rahmen der Studie untersuchten sie Blutproben von jungen Eliteathleten – unter anderem auch der deutschen Hockey-Olympiamannschaft – und verglichen diese mit Proben von jungen und gesunden, aber untrainierten Probanden.

  • Die Analyse der Daten ergab, dass die Frequenz der regulatorischen T-Zellen in Abhängigkeit von der körperlichen Fitness der Probanden zunahm.

  • Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass körperliche Aktivität durch eine Steigerung regulatorischer T-Zellen entzündungshemmende Effekte erzielt.

Viele Erkrankungen in den Industrieländern, wie z.B. Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes, entstehen unter anderem infolge chronischer Entzündungsprozesse. 

  • Seit längerem ist bekannt, dass körperliche Inaktivität und Übergewicht chronische Entzündungsprozesse fördern. 

Ein gesunder Lebensstil mit sportlicher Betätigung wirkt hingegen vorbeugend. Die dem zugrunde liegenden biologischen Mechanismen sind bisher nur teilweise bekannt. Die Forschungsergebnisse der Studie tragen daher entscheidend zum Verständnis der positiven Effekte körperlicher Aktivität für die Gesundheit des Menschen bei.

Die Studie wurde in der Zeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht.

Die Daten wurden im Rahmen der vom Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport Köln (momentum) durchgeführten Basischecks erhoben.

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Deutsche Sporthochschule
Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin / Abteilung molekulare und zelluläre Sportmedizin
Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bloch
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Mail: w.bloch@dshs-koeln.de
Sabine Maas Deutsche Sporthochschule Köln


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Weihnachtsferien jetzt: Körperliche Aktivität im Kindesalter und die Knochenentwicklung stärken...!

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Körperliche Aktivität fördert Knochenentwicklung bei Kindern

Körperliche Aktivität fördert bereits im Kindesalter die Knochenentwicklung, während sitzendes Verhalten diese negativ beeinflusst. 

Nur zehn Minuten zusätzliche moderate bis intensive körperliche Aktivität am Tag erhöhen die Knochenfestigkeit bei Vorschul- und Grundschulkindern. 
Dies zeigen Untersuchungen von rund 4.500 Kindern zwischen zwei und zehn Jahren im Rahmen der europäischen IDEFICS-Studie, die das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und die Universität Bremen koordinierten. Die Ergebnisse sind im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“ erschienen. 
 
Ziel der Studie war es zu erforschen, wie körperliche Aktivität, sitzendes Verhalten und Muskelkraft kombiniert auf die Knochengesundheit und -entwicklung bei Kindern wirken.

Die Knochenfestigkeit der Kinder wurde mit einem Ultraschallgerät am Fersenknochen gemessen. 

Weiterhin wurden die Kinder mit einem Bewegungsmesser (Accelerometer) ausgestattet, der ihre Bewegungsaktivität aufzeichnete. So war zu erkennen, wie viel Zeit die Kinder in sitzender, leichter, moderater oder intensiver körperlicher Aktivität verbracht hatten.

Zusätzlich gaben die Eltern in einem Fragebogen an, welche Art von Sport das Kind treibt, wie viel es sich in seiner Freizeit bewegt und vor dem Bildschirm sitzt.

Sprungweite und Handgreifkraft wurden gemessen, um die Muskelkraft zu ermitteln.

Die Untersuchungen zeigten, dass bei Jungen und Mädchen im Vorschul- und Grundschulalter die Knochenfestigkeit um bis zu zwei Prozent höher lag, wenn sich die Kinder nur zehn Minuten zusätzlich am Tag moderat bis intensiv bewegten. 

Sitzendes Verhalten war hingegen mit einer geringeren Knochenfestigkeit verbunden.

  • Einen bedeutenden positiven Effekt auf die Knochenentwicklung im Kindesalter haben vor allem die gewichtsbelastenden sportlichen Aktivitäten – hierzu zählen beispielsweise Ballspiele wie Fußball und Basketball, aber auch Seilspringen und Rennspiele. 

  • Dies ist mit den mechanischen Belastungen zu erklären, die auf die Knochen wirken und deren Aufbau fördern. In der Studie zeigte sich: Wenn die Intensität der körperlichen Aktivität gering war, wurde eine geringere Knochensteifigkeit bei den Kindern festgestellt.

Prof. Dr. Wolfgang Ahrens, stellvertretender Direktor am BIPS und Mitautor der Studie, erklärt: „Die Grundlage für eine gute Knochengesundheit wird im Kindesalter gelegt und dabei ist Bewegung elementar. Eine moderate bis intensive sowie gewichtsbelastende körperliche Aktivität beschleunigt die Knochenaufbauprozesse, stärkt die Knochenfestigkeit und senkt somit das Risiko von Knochenbrüchen.“

Dr. Diana Herrmann, Erstautorin der Studie, die zum Thema Knochengesundheit am BIPS promovierte, führt fort:

  • „Eine hohe Knochenfestigkeit im Kindesalter gilt als ein wichtiger Schutzfaktor gegen Knochenbrüche oder Osteoporose im Erwachsenenalter. 

Somit ist es wichtig, Kinder so früh wie möglich für Bewegung zu begeistern – denn im Erwachsenenalter kann keine neue Knochenmasse mehr aufgebaut, sondern nur der altersbedingte Knochenabbau verzögert werden.“

In der IDEFICS-Studie wurden von 2006 bis 2012 weitere gesundheitsrelevante Werte, wie zum Beispiel Blutdruck und Übergewicht, bei mehr als 18.000 zwei- bis elfjährigen Kindern in acht europäischen Ländern erhoben und ausgewertet. Die Untersuchungen der IDEFICS-Studie werden in der EU-finanzierten I.Family-Studie weitergeführt.

Weitere Informationen:

IDEFICS-Studie: http://www.ideficsstudy.eu/Idefics/

I.Family-Studie: http://www.ifamilystudy.eu

Publikation:
Herrmann D, Buck C, Sioen I, Kourides Y, Marild S, Molnar D, Mouratidou T, Pitsiladis Y, Russo P, Veidebaum T, Ahrens W, on behalf of the IDEFICS consortium. Impact of physical activity, sedentary behaviour and muscle strength on bone stiffness in 2-10-year-old children-cross-sectional results from the IDEFICS study. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity. 2015;12:112. http://dx.doi.org/10.1186/s12966-015-0273-6

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Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS
Prof. Dr. Wolfgang Ahrens
Tel. 0421/218-56822
E-Mail ahrens@bips.uni-bremen.de

BIPS
Anja Wirsing
Tel. 0421/218-56780
E-Mail presse@bips.uni-bremen.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://dx.doi.org/10.1186/s12966-015-0273-6

http://www.ideficsstudy.eu/Idefics/

http://www.ifamilystudy.eu

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Einladung: Lebensqualität speziell für junge Tumorpatienten - Freiwilligensuche für Fragebogen

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Befragung zu Lebensqualität junger Krebspatienten gestartet

In der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Leipzig ist vor Kurzem ein Forschungsprojekt zur  gestartet. Das einjährige Projekt wird im Rahmen eines Forschungsstipendiums der José Carreras Leukämie-Stiftung durchgeführt. 

Für die Entwicklung des Fragebogens werden Freiwillige gesucht, die an einer Online-Befragung teilnehmen. 
 
In Deutschland erkranken jährlich etwa 15.000 Menschen im Alter zwischen 15 und 39 Jahren an Krebs. 
Diese spezifische Altersgruppe grenzt sich im medizinischen als auch im psychosozialen Bereich von krebskranken Kindern und den über 40-jährigen Krebspatienten deutlich ab.

Eine Krebserkrankung in dem Alter stellt die Betroffenen vor zahlreiche Veränderungen und Herausforderungen, welche gleichzeitig mit den anstehenden Entwicklungsaufgaben bewältigt werden müssen.

Die Zeit als Krebsüberlebender stellt oftmals die schwierigste und längste Phase der Erkrankung dar, da die Langzeitfolgen der Erkrankung verkraftet, aber auch wieder persönliche Ziele verfolgt werden müssen.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die jungen Krebspatienten einen hohen Informationsbedarf bezüglich der Langzeitfolgen und der psychologischen Unterstützungsmöglichkeiten haben, der jedoch nicht immer in der onkologischen Nachsorge gedeckt wird. 

Diese Defizite haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Leider gibt es bislang wenig deutschsprachige Studien zur Lebensqualität von Überlebenden, die im jungen Erwachsenenalter eine Krebserkrankung hatten. Dies ist allerdings von großer Bedeutung für die Entwicklung von altersgerechten Unterstützungsangeboten und für die Einschätzung der Wirksamkeit dieser Angebote, zum Beispiel im Bereich der beruflichen Eingliederung oder dem Umgang mit körperlichen und kognitiven Funktionseinschränkungen.

Um den Unterstützungsbedarf zu erheben und Beeinträchtigungen zu vermindern, besteht ein dringender Bedarf an einem zielgruppenspezifischen, praktikablen Screeninginstrument, das in der Nachsorge regelmäßig angewendet werden kann, um diese Bedürfnisse den individuellen Lebensverläufen anzupassen und die medizinische als auch psychosoziale Versorgung gezielter zu verbessern.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Übersetzung, Adaptation und Validierung eines englischen Fragebogens zur Erfassung der Lebensqualität. Der Fragebogen richtet sich an junge Krebspatienten zwischen 15 und 39 Jahren und erfasst die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Ausmaß des Einflusses einer Krebserkrankung auf verschiedene Lebensbereiche wie kognitive Funktionen oder Familienplanung.

Damit soll erstmals ein Fragebogen vorgelegt werden, der speziell an die Bedürfnisse von Überlebenden einer Krebserkrankung im jungen Erwachsenenalter gerichtet ist.

  • An der Studie können Frauen und Männer teilnehmen, die eine Krebserkrankung im Alter zwischen 15 und 39 Jahren hatten. Die Akutbehandlung sollte mindestens ein Jahr und maximal zehn Jahre zurückliegen.

Für weitere Informationen oder Interesse an einer Studienteilnahme wenden Sie sich an die Studienbetreuerin:
Diana Richter, Telefon: 0341-97 15426, E-Mail: diana.richter@medizin.uni-leipzig.de

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Prof. Dr. Anja Mehnert
Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Sektion Psychosoziale Onkologie
Telefon: +49 341 97-15414
E-Mail: anja.mehnert@medizin.uni-leipzig.de
Susann Huster Universität Leipzig

Tägliche/andauernde Ganzkörper-Vibrationen - führen zu chronischen Erkrankungen?

Medizin am Abend Berlin Fazit:   Schutz vor Belastungen durch Ganzkörper-Vibrationen

Die neue Richtlinie VDI 2057 Blatt 1 behandelt Belastung, die durch Ganzkörper-Vibrationen auf den Menschen einwirken. Dabei berücksichtigt sie internationale Normen – insbesondere ISO 2631-1 und DIN EN 14253. Außerdem finden Anmerkungen des Merkblatts zur Berufskrankheit Nr. 2110 und die Technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV) Einzug in die Richtlinie. 
 
Ganzkörper-Vibrationen sind mechanische Schwingungen, die über Gesäß und Rücken des sitzenden Menschen, Füße des stehenden Menschen oder über Kopf und Rücken des liegenden Menschen übertragen werden.


VDI 2057 Blatt 1: Schutz vor Belastungen durch Ganzkörper- Vibrationen
  •  VDI 2057 Blatt 1: Schutz vor Belastungen durch Ganzkörper- VibrationenVDI
  • Sie können das allgemeine Wohlbefinden stören, die menschliche Leistungsfähigkeit beeinflussen und ein Gesundheits- sowie Sicherheitsrisiko darstellen. 

  • Tägliche und andauernde Schwingungsbelastungen können sogar zu chronischen Erkrankungen führen.

VDI 2057 Blatt 1 gibt eine Zusammenstellung allgemeiner Hinweise für die Ermittlung der Belastung durch Ganzkörper-Vibrationen und beschreibt ein einheitliches Verfahren für die Beurteilung dieser Schwingungsexposition. 

Die Richtlinie gibt keine Grenzwerte für die Zumutbarkeit oder Zulässigkeit von Schwingungsbelastungen an.

  • Sie enthält jedoch Richtwerte und Hinweise für die Beurteilung der Belastung durch Ganzkörper-Vibrationen im Hinblick auf die zu erwartenden Wirkungen auf den Menschen.

Herausgeber der Richtlinie VDI 2057 Blatt 1 „Einwirkung mechanischer Schwingungen auf den Menschen - Ganzkörper-Vibration“ ist die VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (VDI-GPP). Die Richtlinie ist ab Dezember 2015 zum Preis von EUR 96,80 beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601-2260) erhältlich. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Onlinebestellung finden Sie unter www.vdi.de/2057 und www.beuth.de.

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Dipl.-Ing. Gerald Hilpert
VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung
Telefon: +49 211 6214-501
Telefax: +49 211 6214-97501
E-Mail: hilpert@vdi.de

Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://Weitere Informationen zur Richtlinie VDI 2057 Blatt 1 finden Sie unter: http://www.vdi.de/2057-1

Deutsches Herzzentrum Berlin: TAVI: Behandlungsmöglichkeit der Aortenklappen/Aortenklappenstenose

Medizin am Abend Berlin Fazit:   TAVI: Behandlungsmöglichkeit der Aortenklappe für bisher nicht behandelbare herzkranke Patienten

Seit 2007 können verengte Aortenklappen nicht nur herzchirurgisch, sondern auch minimal-invasiv per Herzkatheter behandelt werden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInformation: Deutscher Bundestag

Auch chirurgisch nicht therapierbaren Patienten kann mit dem Herzkatheter geholfen werden.

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink: Deutsches Herzzentrum Berlin + TAVI  

Wie die sogenannte TAVI-Technik deutschlandweit die Therapie der Aortenklappenstenose verändert hat, hat ein Forscherteam um Dr. Jochen Reinöhl, Oberarzt und Leiter des ISAH-Bereichs (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzerkrankungen) der Klinik für Kardiologie und Angiologie I (Ärztlicher Direktor: Univ.-Prof. Dr. Christoph Bode) des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen untersucht. 
 
Ihre Ergebnisse:

  • 1.) TAVI ermöglicht die Behandlung der Aortenklappenstenose bei Patienten, für die der chirurgische Aortenklappenersatz zu risikoreich ist. Bisher nicht behandelbare Patienten können nun behandelt werden. Dies hat die Versorgungssituation in Deutschland dramatisch verändert. 
  • 2.) Durch TAVI konnten bundesweit die Krankenhaussterblichkeit sowie relevante Komplikationen reduziert werden. Die detaillierten Ergebnisse werden am 17. Dezember 2015 im renommierten New England Journal of Medicine publiziert.

Eine verengte Aortenklappe staut das Blut in der linken Herzkammer und verhindert, dass genügend Blut in den Kreislauf gelangt.

Seit den 1960er Jahren können verengte Aortenklappen herzchirurgisch nach Eröffnen des Brustkorbs und Anschluss an die Herz-Lungenmaschine durch künstliche Herzklappen ersetzt werden.

2007 wurde in Deutschland erstmals das minimal-invasive, kathetergestützte TAVI (transcatheter aortic valve implantation)-Verfahren durchgeführt. 

Das von Prof. Alain Cribier, französischer Kardiologe und Co-Autor der Freiburger Studie, mitentwickelte Verfahren kommt ohne belastende Operation am offenen Herzen und ohne Herz-Lungenmaschine aus.  
  • Grundprinzip der TAVI ist die Implantation einer biologischen Herzklappe per Herzkatheter. Dabei wird als Zugang zum Herzen meist eine großen Arterie des Körpers (beispielsweise die Beinarterie) verwendet.
Um die Auswirkungen von TAVI auf die Behandlung der Aortenklappenstenose zu ermitteln, werteten die Freiburger Kardiologen die Daten aller 88.573 Behandlungen verengter Aortenklappen (isolierter Aortenklappenersatz) in Deutschland zwischen 2007 und 2013 aus.

Darunter waren 32.581 kathetergestützte Eingriffe und 55.992 Operationen. 
  • Es zeigte sich, dass die jährlichen TAVI-Zahlen stark anstiegen (von 144 Eingriffen 2007 auf 9.147 Eingriffe 2013), während die jährlichen chirurgischen Klappenoperationen leicht zurückgingen (von 8.622 auf 7.048 Operationen). 
Dies belegt, dass mit TAVI vor allem Patienten geholfen wird, die zuvor keiner Therapie zugeführt werden konnten. „Ein Grund hierfür war sicherlich, dass für viele diese sehr alten und sehr kranken Patienten eine Operation am offenen Herzen zu risikoreich gewesen wäre“, sagt Dr. Jochen Reinöhl.

Bei beiden Therapieformen ging die Anzahl an Todesfällen im Krankenhaus über die Jahre zurück, ebenso die Häufigkeit von Komplikationen wie Schlaganfällen oder schwerwiegenden Blutungen sowie die Notwendigkeit einer zusätzlichen Herzschrittmacherimplantation. 

Den signifikanten Trend zu besseren Ergebnissen und Überlebensraten begründen die Forscher einerseits mit der stetigen Optimierung des TAVI-Verfahrens und andererseits damit, dass Hochrisikopatienten mittlerweile nicht mehr den Strapazen einer offenen Herzoperation ausgesetzt werden müssen.

„Die Patienten, deren Herzklappen kathetergestützt eingesetzt wurden, waren durchschnittlich zehn Jahre älter und weniger belastbar als die offen operierten Patienten“, so Dr. Reinöhl. Doch auch jüngere Patienten profitieren von der neuen Technik:

Bei ihnen werden vermehrt biologische Herzklappen aus tierischem Gewebe eingesetzt, bei denen gerinnungshemmende Substanzen wie Marcumar nicht dauerhaft notwendig sind. Die biologischen Herzklappen können bei Bedarf schonend per TAVI ersetzt werden, so dass das Risiko einer Re-Operation entfällt.

Das Forscherteam beleuchtete ergänzend auch die ökonomischen Aspekte des neuen Verfahrens. 

Seit der Einführung von TAVI ist die jährliche Gesamtzahl an Behandlungen stark angestiegen, wodurch im Gesundheitssystem Mehrkosten von rund 300 Millionen Euro entstanden sind. 

Demgegenüber stehen die deutliche Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität und somit insgesamt die bessere Versorgungsqualität in Deutschland.

Die Kosten für jede einzelne Behandlung lassen sich jedoch deutlich senken, wenn für den richtigen Patienten das richtige Verfahren gewählt wird:

„Dadurch lassen sich Komplikationen vermeiden, die erhebliche Zusatzkosten mit sich bringen“, erläutert Erstautor Reinöhl.

„Angesichts steigender Patientenzahlen ist es von essentieller Bedeutung, medizinisch und ökonomisch verantwortungsvoll mit den Therapiemöglichkeiten umzugehen“, appelliert er. „Wir stehen erst am Anfang“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Bode, „TAVI wird in wenigen Jahren das Standardverfahren sein“.

Im Bereich ISAH (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzfehlern) werden am Standort Freiburg des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Herz- und Gefäßchirurgen sowie Kinderkardiologen und Anästhesisten insbesondere Hochrisikopatienten mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern behandelt.

Das ISAH-Team um Dr. Reinöhl konnte sich klinisch und wissenschaftlich in den letzten Jahren ein überregionales, über die Landesgrenzen hinausreichendes Renommee erarbeiten und das Zentrum zu einem der führenden TAVI-Zentren Deutschlands entwickeln.


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Dr. Jochen Reinöhl
Oberarzt
Klinik für Kardiologie und Angiologie I
Universitäts-Herzzentrum Freiburg ∙ Bad Krozingen
Telefon: 0761 270-37848
jochen.reinoehl@universitaets-herzzentrum.de
Benjamin Waschow Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen