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Medizin am Abend Fazit: Mammographie-Screening in Deutschland: Neuer Evaluationsbericht der Kooperationsgemeinschaft Mammographie bestätigt den positiven Trend der Vorjahre des Programms.

Bei rund 17.000 Frauen wurde innerhalb eines Jahres
im Mammographie-Screening-Programm Brustkrebs entdeckt. Rund 12.000 der
aufgespürten Karzinome sind kleiner als 2 Zentimeter und haben die
Lymphknoten noch nicht befallen. Damit bietet sich für viele Screening-
Teilnehmerinnen die Chance auf eine weniger aggressive, erfolgreiche
Behandlung.

„Der Anteil kleiner und lymphknotenfreier Karzinome ist hoch. Wir gehen
davon aus, dass sich entsprechend die Anzahl der fortgeschrittenen Tumore
reduzieren wird“, betont Dr. Vanessa Kääb-Sanyal, kommissarische
Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.
„Unsere Daten zeigen auch, wie effektiv das Mammographie-Screening-
Programm in Deutschland arbeitet. Auf der einen Seite finden wir bei
durchschnittlich 6 von 1.000 untersuchten Frauen Brustkrebs mehrheitlich
in einem prognostisch günstigen Stadium, auf der anderen Seite können wir
die Belastung für gesunde Frauen möglichst gering halten.“

Von den 130.000 zur Abklärung einer Auffälligkeit einbestellten Frauen im
Jahr 2011 wird bei nur 34.000 Frauen eine Gewebeentnahme erforderlich. Die
Hälfte dieser Frauen erhält die Diagnose Brustkrebs, das sind 13 Prozent
aller Frauen, die zur Abklärung eingeladen wurden. „Im Gegensatz zu
anderen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, die auch Fehlalarme, also
falsch-positive Befunde produzieren, haben wir für das Mammographie-
Screening verlässliche Zahlen, die regelmäßig in unseren Berichten
veröffentlicht werden“, betont Kääb-Sanyal.

Für eine hohe Transparenz in der Darstellung der Ergebnisse sorgt der
Evaluationsbericht 2011. Erstmals umfasst die Präsentation neben
prozentualen Angaben für die Leistungsparameter wie Einladungs- und
Teilnahmerate, Stadienverteilung der Karzinome und Wiedereinbestellungen
auch die Angabe in so genannten absoluten Zahlen. Ein Beispiel: Die
Teilnahmerate in 2011 betrug 56 %, das entspricht rund 2,7 Millionen
untersuchten Frauen.

Kääb-Sanyal: „Frauen sollten informiert sein über die Vor- und Nachteile,
die mit einer Teilnahme am Mammographie-Screening verbunden sein können.
Ein früh erkannter Brustkrebs bietet für die Frau die Chance auf eine
schonendere Therapie. Zudem kann sie ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben,
durch die Früherkennung im Screening senken.“ Das zeigen aktuelle
Auswertungen aus den schon länger laufenden Mammographie-Screening-
Programmen wie den Niederlanden1 und Kanada2. Diese Auswertungen
bestätigen die Ergebnisse aus großen Kontroll-Studien, die in mehreren
Ländern bereits vor der Einführung der Screening-Programme durchgeführt
wurden. Darauf stützte sich auch der einstimmige Bundestagsbeschluss 2002,
das Mammographie-Screening in Deutschland umzusetzen.

„Das Mammographie-Screening in Deutschland arbeitet erfolgreich“, betont
Kääb-Sanyal. Die Vorgaben der Europäischen Leitlinien zur
Qualitätssicherung zur Brustkrebsfrüherkennung werden mit sehr guten
Ergebnissen erfüllt. „Die konsequente Umsetzung der Qualitätssicherung
unter anderem mit Doppelbefundung, Fortbildungen für ÄrztInnen und
medizinisch-technische radiologische AssistentInnen, Überprüfungen der
fachlichen Qualifikation, der Mammographiegeräte sowie der Abläufe in den
Screening-Praxen zahlen sich aus für die Frauen, die sich für eine
Mammographieuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung im Rahmen dieses
Programms entscheiden.“

Der Vergleich der Daten vor der Einführung des Screenings (2005) mit den
aktuellen Ergebnissen aus dem Programm zeigt ein klares Bild. Bis 2005
sind jährlich mehr als 4 Millionen Mammographien durchgeführt worden. Zu
dieser Zeit lag der Anteil der invasiven Karzinome (bösartige
Gewebeänderungen, die in das umgebende Gewebe hineinwachsen) unter 2
Zentimeter nur bei knapp 50 Prozent. Im Screening hingegen beträgt der
Anteil nun rund 81 Prozent. Ohne Lymphknotenbefall waren vor Einführung
des Programms lediglich 57 Prozent der Karzinome, heute sind es rund 79
Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil des Brustkrebses in einem „späten“,
prognostisch ungünstigen Stadium im Screening deutlich niedriger als vor
Screening-Beginn. Finden ÄrztInnen im Programm nur noch rund 23 Prozent
der invasiven Karzinome größer als 2 Zentimeter oder mit Lymphknotenbefall
vor, waren es 2005 noch rund 55 Prozent.

„Wir haben viel erreicht, einiges liegt noch vor uns“, sagt Kääb-Sanyal.
Bundesweit lassen sich zurzeit noch keine Aussagen darüber treffen, wie
hoch der Anteil der so genannten Intervallkarzinome ist, also derjenigen
Brustkrebsfälle, die nach einer Screening-Untersuchung mit einem
unauffälligem Ergebnis dann vor dem nächsten Screening-Termin festgestellt
werden. Die in ersten Auswertungen für Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen ermittelten Intervallkarzinomraten, liegen im
Referenzbereich der Europäischen Leitlinien und sind vergleichbar mit
Ergebnissen anderer Screening-Nationen.

Aktuell viel diskutiert wird über „Überdiagnosen“ beziehungsweise
„Übertherapien“. Dabei handelt es sich um Karzinome oder
Brustkrebsvorstufen, die behandelt werden, aber bis zum Todeszeitpunkt der
Frau mutmaßlich keine lebensbedrohliche Entwicklung genommen hätten. Doch
kann für die einzelne Frau medizinisch nicht vorhergesagt werden, wie sich
das Karzinom entwickeln wird. Die Schätzungen zur Häufigkeit von
Überdiagnosen variieren in der Wissenschaft, je nachdem, auf welche
Modellrechnungen sie beruhen. Für das deutsche Programm lassen die derzeit
verfügbaren Daten der epidemiologischen Krebsregister vermuten, dass der
Anteil der Überdiagnosen nicht im Bereich von 50 Prozent liegt, sondern
deutlich niedriger ist. Denn: Mit der Einführung des Programms steigt die
Anzahl registrierter Neuerkrankungen erheblich an: Durch das systematische
Screening werden zunächst viele bestehende Karzinome gefunden, die ohne
die Untersuchung im Programm zu diesem Zeitpunkt nicht entdeckt worden
wären. Doch mit der flächendeckenden Umsetzung des Programms seit 2009
zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Neuerkrankungsrate. Diejenigen
Karzinome, die ohne die Screening-Untersuchung erst später entdeckt worden
wären, treten nun nicht mehr auf. Für eine belastbare Schätzung von
Überdiagnosen muss allerdings die Entwicklung der nächsten Jahre
abgewartet werden.

Auch für die Aussage, in welchem Maß die Brustkrebssterblichkeit durch das
Mammographie-Screening in Deutschland gesenkt werden kann, müssen die
Ergebnisse abgewartet werden. Erst nach 10 bis 15 Jahren Laufzeit zeigen
sich solche Effekte eines Krebsfrüherkennungsprogramms. 2012 hat das
Bundesamt für Strahlenschutz ein entsprechendes Forschungsvorhaben in
Auftrag gegeben.

Quellen:
1 Health Council of the Netherlands. Population screening for breast
cancer:expectations and developments. The Hague: Health Council of the
Netherlands, 2014; publication no. 2014/01E.
2 Coldman A., Pan-Canadian Study of Mammography Screening and Mortality
from Breast Cancer. JNCI J Natl Cancer Inst (2014) 106 (11): dju261


Hintergrund:
Krebs in Deutschland | Brustkrebsneuerkrankungen
Jährlich erkrankten über 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs
(Robert Koch-Institut 2010); rund 17.500 Frauen sterben jedes Jahr daran.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Kooperationsgemeinschaft Mammographie:
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft
von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist
die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-
Screening-Programms. Im Jahr 2005 gingen die ersten Screening-Einheiten an
den Start. Seit 2009 ist das Programm in Deutschland flächendeckend
umgesetzt.

Medizin am Abend DirektKontakt:

Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Corinna Heinrich
Telefon: 030/319985130
E-Mail: cheinrich@koop-mammo.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://fachservice.mammo-programm.de
http://www.mammo-programm.de

Kosten - Kinder - Zeit - Vergiftungen - Arzneimittel

Medizin am Abend:
Kinder kosten vor allem Zeit:
Finanzieller Stress fällt für Eltern subjektiv kaum ins Gewicht

Kinder machen viel Freude, doch sie sind für ihre Eltern auch eine
erhebliche finanzielle Belastung. Staatliche Programme gleichen nur einen
Teil dieser Kosten aus. Subjektiv empfinden die meisten Eltern den
zusätzlichen finanziellen Druck jedoch als überraschend gering.

Stressfaktor Nummer eins ist vielmehr die zeitliche Belastung, die mit der
Kinderbetreuung verbunden ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen
Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)
veröffentlicht hat.

Die Studie wertet Befragungsdaten des deutschen Sozio-oekonomischen Panels
(SOEP) und des australischen HILDA-Datensatzes für die Jahre 2001 bis 2012
aus. „Obwohl wir für Deutschland und Australien sehr unterschiedliche
Daten heranziehen, sind die Ergebnisse in beiden Ländern erstaunlich
deckungsgleich“, sagt IZA-Preisträger Daniel S. Hamermesh, der die Studie
gemeinsam mit seinen australischen Kollegen Hielke Buddelmeyer und Mark
Wooden verfasst hat.

Demnach empfinden Eltern den zeitlichen Stress im Vergleich zur
finanziellen Belastung als weit gravierender. Diese Wahrnehmung geben
insbesondere Mütter zu Protokoll, denen in den ersten Lebensjahren des
Kindes zumeist die Hauptlast der Betreuung und der Vereinbarung von
Familie und Beruf zufällt. Aber auch die Mehrzahl der Väter sieht sich der
Untersuchung zufolge stärker zeitlich als finanziell unter Druck.

Dies kann als Teilerfolg verbreiteter finanzieller Förderprogramme für
Familien interpretiert werden, verdeutlicht aber erst recht den hohen
Stellenwert einer auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnittenen
außerhäuslichen Kinderbetreuung und flexibler Arbeitszeitmodelle, mit
denen eine zeitliche Entlastung erreicht werden kann. Denn mit mehr Geld
ist es nicht getan: Die Studie ermittelt einen extrem hohen Wert, den eine
monetäre Unterstützung erreichen müsste, um den Zeitstress im subjektiven
Empfinden auszugleichen.

Neben der Familienpolitik sieht Hamermesh aber auch die Eltern selbst in
der Pflicht: „Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der
Familienförderung schon sehr gut da. Von einer ausgedehnten, bezahlten
Auszeit vom Job können Eltern in anderen Teilen der Welt nur träumen.
Allerdings mangelt es in vielen Familien nach wie vor an einer
ausgewogenen Aufgabenverteilung bei der Kinderbetreuung.“

Die Forscher untersuchen nicht allein Daten zu jungen Eltern, sondern
ermitteln auch, dass Eltern, deren Kinder bereits volljährig sind und
einen eigenen Haushalt gegründet haben, weiterhin eine zeitliche und
finanzielle Mehrbelastung verspüren. Das empfundene Stressniveau geht zwar
zurück, erreicht aber nicht den Wert vor der Geburt der Kinder, sondern
bleibt im Vergleich zu kinderlosen Paaren deutlich höher – auch wenn das
empfundene Familienglück und die damit einhergehende Lebenszufriedenheit
das subjektive Stressempfinden in aller Regel wieder ausgleichen.

Die englischsprachige Studie ist über die IZA-Homepage abrufbar:
Hielke Buddelmeyer, Daniel S. Hamermesh, Mark Wooden: The Stress Cost of
Children

IZA Discussion Paper No. 8793 - http://ftp.iza.org/dp8793.pdf


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Mark Fallak
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(0228) 3894-223

Medikamente vor Kindern sichern / Kinder, die Arzneien und Haushaltschemikalien "genascht" haben, beschäftigen täglich den Giftnotruf

Mehr als jede dritte der knapp 36500 Anfragen im Jahr 2013 beim Giftinformationszentrum Nord in Göttingen betraf Kinder unter vier Jahren. Wie die "Apotheken Umschau" berichtet, hatten die Giftexperten mehr als 4900 Fälle registriert, in denen Babys und Kleinkinder Reinigungsmittel und andere Chemikalien verschluckt hatten.

Etwa 3400 Vergiftungen waren auf Arzneimittel zurückzuführen. 

Die Giftexperten mahnen deshalb, Arzneimittel und Chemikalien getrennt voneinander an einem kindersicheren Ort aufzubewahren.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 2/2015 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

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Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de

 

Karneval: Gefahr von Restalkohol

Karneval: Gefahr von Restalkohol wird stark unterschätzt / Pro Stunde werden nur 0,1 Promille abgebaut / Wundermittel gibt es nicht

Alkohol und Autofahren - dass das nicht zusammenpasst, wissen die meisten Menschen und weichen nach der Karnevalsfeier auf alternative Verkehrsmittel aus. Die Gefahr durch Restalkohol am darauf folgenden Morgen unterschätzen laut ADAC jedoch die meisten Autofahrer und setzen sich mit reinem Gewissen hinters Steuer. Aber: Wer einen Fahrfehler begeht, den Verkehr gefährdet oder gar einen Unfall verursacht, muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Strafe und Führerscheinentzug rechnen. Übermüdung und der große Kater beeinflussen das Reaktionsvermögen zusätzlich negativ.

Je nach Konstitution, Größe und Gewicht vertragen Menschen Alkohol völlig unterschiedlich. Eine Beispielrechnung zeigt die Gefahr: Ein Mann mit 80 Kilo Gewicht trinkt von 20 Uhr bis ein Uhr morgens pro Stunde je einen halben Liter Bier und je einen Schnaps. Dann hat er rund 1,55 Promille im Blut. Würde er jetzt noch fahren, gäbe es eine Geld- oder Freiheitsstrafe, drei Punkte im Fahreignungsregister, mindestens sechs Monate Führerscheinentzug, und vor der Wiedererteilung des Führerscheins wird möglicherweise eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Auch beim Versicherungsschutz gibt es Probleme: Es droht ein Regress in der Kfz-Haftpflichtversicherung bis 5 000 Euro und eine vollständige bzw. teilweise Leistungskürzung in der Kaskoversicherung. Erst gegen 14 Uhr kann dieser Mann damit rechnen unter 0,3 Promille im Blut zu haben.

Solche Promilleberechnungen können aber immer nur einen Orientierungswert bieten, denn der menschliche Körper ist keine Maschine. Wie stark der Alkohol einen Menschen beeinflusst, hängt auch von der jeweiligen Tagesform ab, ob er beispielsweise etwas gegessen hat oder akut erkrankt ist.

Wundermittel oder Promille-Abbau-Beschleuniger gibt es nicht. Der Körper lässt sich nicht austricksen und baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab. Da helfen weder Schlaf, schwitzen, Kaffee trinken oder duschen.
Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und ältere Fahranfänger in der Probezeit gilt nach wie vor null Promille. Für Radfahrer hat die Rechtsprechung die absolute Fahruntüchtigkeit auf 1,6 Promille festgelegt. Erreicht ein Fahrradfahrer diesen Wert, begeht er eine Straftat.

"Alkohol und Drogen" ist das Februar-Schwerpunktthema in der ADAC Verkehrssicherheitsaktion "2015 - ja sicher!", mit der der Automobil-Club in diesem Jahr die Verkehrssicherheit in Deutschland weiter verbessern will. Ziel der Initiative ist es, Verkehrsteilnehmer auf bislang wenig bekannte Risken hinzuweisen und zu verdeutlichen, dass jeder Einzelne mit kleinen Maßnahmen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten kann.


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ADAC Katrin Müllenbach-Schlimme Tel.: +49 (0) 89/7676 2956 E-Mail: katrin.muellenbach-schlimme@adac.de

Suchtfamilie

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Jedes sechste Kind wächst in Suchtfamilie auf Schluss mit "Alkohol und Drogen" Björn Prüßner

Die Formulierung ist gängig, doch sie führt perfide in die Irre. "Alkohol und Drogen" unterstellt, dass der Griff zur Flasche nichts mit dem Joint zu tun hat. Dabei ist Alkohol eine Droge. Und die Wucht, mit der eine Alkoholerkrankung Betroffene und Angehörige, besonders Kinder, trifft, verdient Ehrlichkeit im öffentlichen Diskurs. Und es braucht Mut, dagegen anzugehen. Denselben, der Politiker bewog, Zigaretten so teuer zu machen, dass die Zahl der jungen Raucher sich seit 2001 halbiert hat. Es braucht Mut, Bierwerbung aus der Fußball-Berichterstattung zu verbannen. Und es braucht Mut, Kindern nicht nur in der Schule, sondern auch im Sportverein ein gesundes Verhältnis zu Alkohol - Schrägstrich Drogen - zu vermitteln. Wenn die Bundesregierung es nicht schafft, die Reduzierung des Alkoholkonsums in ihr Präventionsgesetz aufzunehmen, braucht es für den Schutz unserer Kinder nicht nur Mut, sondern einen Politikwechsel. Alkoholfrei, bitte. Danke.
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Neue Westfälische News Desk Telefon: 0521 555 271  

nachrichten@neue-westfaelische.de

Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB)

Märkische Oderzeitung: Vorabmeldung - der Ruppiner Anzeiger berichtet

in seiner morgigen Ausgabe über die Veröffentlichung des Termins zur Immatrikulation der ersten Studenten an Brandenburgs erster medizinischer Fakultät in Neuruppin.

An der neu gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) werden am 10. April die ersten Studenten immatrikuliert. Das berichtet der Ruppiner Anzeiger in seiner morgigen Ausgabe. Zu dem Festakt in der Pfarrkirche von Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) wird auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erwartet. 192 Frauen und Männer haben sich auf die Studienplätze beworben. 46 Personen wurden aus diesem Kreis ausgewählt. Sie werden in dieser Woche über ihre Zulassung benachrichtigt, sagte am Montag MHB-Dekan Prof. Dr. Dieter Nürnberg.

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Märkische Oderzeitung CvD Telefon: 0335/5530 563 cvd@moz.de

Facharztbericht an den Hausarzt

Der informierte Hausarzt / Wann der Facharzt dem hausärztlichen Kollegen einen Bericht schreiben muss

Geht ein Patient von sich aus zum Facharzt, hat er nicht immer Anspruch darauf, dass seinem Hausarzt ein Bericht geschickt wird. Dann sollte der Patient selbst sicherstellen, dass die notwendigen Informationen weitergeleitet werden, rät der Medizinrechtler Dr. Björn Schmitz-Luhn von der Universität Köln in der "Apotheken Umschau". Anders ist es, wenn der Patient vom Hausarzt an den Facharzt überwiesen wurde. "Dann wird dieser auf Veranlassung des Hausarztes tätig. Er ist dann auch verpflichtet, seine Ergebnisse an den Hausarzt zu übermitteln", so Schmitz-Luhn.


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Morbus Cushing und Silibinin-Therapie

Medizin am Abend Fazit: Pflanzlicher Wirkstoff gegen Hirntumore

Silibinin aus der Mariendistel als neue, nicht-invasive
Behandlungsstrategie gegen Morbus Cushing

Silibinin ist für Menschen ausgesprochen gut verträglich und wird derzeit
zur Behandlung von Lebervergiftung durch den Knollenblätterpilz verwendet.

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben
nun in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Halmholtz Zentrums München
entdeckt, dass Silibinin sowohl in der Zellkultur, in Tiermodellen als
auch in menschlichem Tumorgewebe bei der Behandlung von Morbus Cushing
erfolgreich ist. Morbus Cushing ist eine seltene, hormonelle Erkrankung,
die durch einen Tumor in der Hirnanhangdrüse verursacht wird. Die Forscher
haben ein Patent auf diese Anwendung des Wirkstoffs eingereicht und wollen
jetzt Silibinin in einer klinischen Studie testen. Künftig könnten die
Patienten dank der neuen Behandlungsmöglichkeit auf eine Hirn-Operation
verzichten.

Morbus Cushing, nicht zu verwechseln mit dem Cushing-Syndrom, wird durch
einen Tumor in der Hirnanhangdrüse verursacht. Das Tumorgewebe produziert
große Mengen des Stresshormons Adrenocorticotropin (ACTH), was wiederum
zur Freisetzung von Cortisol aus der Nebennierenrinde führt. Übermäßig
viel Cortisol verursacht schnelle Gewichtszunahme, erhöhten Blutdruck und
Muskelschwäche. Die Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose
und Infektionskrankheiten und können kognitive Defizite oder sogar
Depressionen entwickeln. Bei 80 bis 85 Prozent der Patienten kann der
Tumor durch eine Hirn-Operation entfernt werden, aber bei den übrigen
Betroffenen ist eine Operation nicht möglich. Generell fürchten sich viele
Patienten vor dem Eingriff. Derzeit ist nur ein alternatives Medikament
zugelassen, welches allerdings bei über 20 Prozent der behandelten
Patienten starke Nebenwirkungen wie Überzucker (Hyperglykämie) auslöst.

Wissenschaftler um den Endokrinologen Günter Stalla am Max-Planck-Institut
für Psychiatrie in München haben jetzt einen pflanzlichen Wirkstoff
entdeckt, der in der Zellkultur, in Tiermodellen und in menschlichem
Tumorgewebe bei der Behandlung von Morbus Cushing erfolgreich ist.
„Silibinin ist ein Wirkstoff aus den Samen der Mariendistel. Es ist für
Menschen ausgesprochen gut verträglich und wird momentan gegen
Lebervergiftung durch den Knollenblätterpilz verwendet“, erklärt Marcelo
Paez-Pereda, Leiter der aktuell in der renommierten Fachzeitschrift Nature
Medicine veröffentlichten Studie. Nach der Behandlung mit Silibinin
produzierten die Tumorzellen wieder normale Mengen an ACTH, das
Tumorwachstum verlangsamte sich und die für Morbus Cushing typischen
Symptome klangen bei Mäusen ab.

2013 haben die Max-Planck-Wissenschaftler ein Patent für eine Gruppe von
synthetischen und natürlichen Wirkstoffen einschließlich Silibinin
eingereicht, die zur Bekämpfung von Tumoren der Hirnanhangdrüse verwendet
werden können. Beim Menschen leiden nur 5,5 von 100.000 Personen an Morbus
Cushing, aber bei Haustieren ist die Krankheit sehr häufig. Beispielsweise
erkranken vier Prozent der Hunde und sogar sieben Prozent der Pferde an
Morbus Cushing. Spezielle Rezepturen aus hochreinen Substanzen, die den
Wirkstoff Silibinin langsam freisetzen, sollen deshalb jetzt in klinischen
Studien erprobt werden.

„Wir wussten, dass Morbus Cushing durch die Freisetzung von zu viel ACTH
ausgelöst wird und haben uns also gefragt, was diese Überproduktion
verursacht und wie wir das stoppen können“, sagt Paez-Pereda. Die Forscher
haben in ihren ersten Experimenten im Tumorgewebe von Patienten mit Morbus
Cushing enorm viel Hitzeschockprotein 90 (HSP90) gefunden. Wenn es in
normalen Mengen vorhanden ist, unterstützt HSP90 die richtige Faltung
eines anderen Proteins, des Glukokortikoidrezeptors. Dieser wiederum hemmt
die Produktion von ACTH. „Da sich im Tumorgewebe viel zu viel HSP90
befindet, bleibt es am Glukokortikoidrezeptor kleben“, erklärt Paez-
Pereda. „Wir haben herausgefunden, dass Silibinin an HSP90 bindet und
somit der Glokokortikoidrezeptor wieder freigesetzt wird und seine
eigentliche Funktion ausüben kann.“

Mit Silibinin haben die Wissenschaftler nicht nur für Morbus Cushing eine
nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit entdeckt. Man könnte den Wirkstoff
auch gegen andere Krankheiten wie Lungenkrebs, akute lymphatische Leukämie
oder Multiple Myelome einsetzen, weil bei diesen ebenfalls
Glukokortikoidrezeptoren eine Rolle spielen.

Originalveröffentlichung
A C–terminal HSP90 inhibitor restores glucocorticoid sensitivity and
relieves a mouse allograft model of Cushing disease.
Riebold M, Kozany C, Freiburger L, Sattler M, Buchfelder M, Hausch F,
Stalla GK and Paez–Pereda M.
Nature Medicine, 9. Februar 2015

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Marcelo Paez-Pereda
Tel.: 089-30622-292
Mail: paezpereda@psych.mpg.de

Dr. Anna Niedl

Tel.: 089-30622-263
Mail: anna_niedl@psych.mpg.de

Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Dr Harald
Rösch

Erkrankungen des Fettstoffwechsels, den sogenannten Dyslipoproteinämien

Wann fettreiches Essen krank macht

In Mitteldeutschland – so hat es die Deutsche Herzstiftung gerade
veröffentlicht – leiden überdurchschnittlich viele Menschen an Herz-
Kreislauf-Erkrankungen. Von Atherosklerose über Rhythmusstörungen bis zum
Herzinfarkt liegen die Fallzahlen und auch die Sterblichkeitsrate deutlich
über dem Bundesdurchschnitt. Die Ursachen dafür sind vielschichtig und
sicherlich auch noch nicht in jedem Detail geklärt, macht Prof. Dr. Stefan
Lorkowski von der Friedrich-Schiller-Universität Jena deutlich. „Klar ist
jedoch, dass zur Vermeidung solcher Erkrankungen jeder einzelne etwas tun
kann“, so der Ernährungswissenschaftler weiter.

Eine Schlüsselrolle bei der Prävention komme der Ernährung zu, so
Lorkowski. Gemeinsam mit seinen Fachkollegen Prof. Dr. Günther Wolfram und
Prof. Dr. Heiner Boeing und anderen Wissenschaftlern hat er gerade im
Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) den
bisherigen Forschungsstand zum Zusammenhang von der Fettzufuhr über die
Nahrung und der Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten
analysiert. Zu einer soeben erschienenen Leitlinie der DGE hat das
Forscherteam aus Jena, München und Nuthetal ein Kapitel zur Prävention von
Erkrankungen des Fettstoffwechsels, den sogenannten Dyslipoproteinämien,
beigesteuert.

Zur Bewertung der Bedeutung der Fettzufuhr für die Entwicklung solcher
Fettstoffwechselstörungen haben die Ernährungswissenschaftler sämtliche
bisher vorhandene wissenschaftliche Literatur zum Thema systematisch
ausgewertet und nach ihrer Evidenz bewertet. „So lässt sich beispielsweise
mit überzeugender Evidenz feststellen, dass durch eine reduzierte
Gesamtfettzufuhr oder eine reduzierte Zufuhr von gesättigten Fettsäuren
die Konzentration des sogenannten LDL-Cholesterins im Blut gesenkt werden
kann“, nennt Prof. Lorkowski ein Ergebnis der Studie. LDL-Cholesterin gilt
u. a. als ein wesentlicher Risikofaktor für die Atherosklerose. Durch den
Austausch von gesättigten durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der
Nahrung, wie sie etwa in Pflanzenölen und Fisch vorkommen, lasse sich der
Gehalt von LDL-Cholesterin im Blut senken.

Auch die Konzentration der sogenannten Triglyceride im Blut ist durch die
Ernährung beeinflussbar. Wie das LDL-Cholesterin spielen auch die
Triglyceride bei der Entstehung der Atherosklerose eine Rolle. „Durch eine
erhöhte Zufuhr von einfach ungesättigten Fettsäuren, beispielsweise aus
Pflanzenölen, als Ersatz für Kohlenhydrate kann der Gehalt an
Triglyceriden im Blut gesenkt werden“, so Lorkowski.

Wer große Mengen sogenannter trans-Fettsäuren, etwa aus industriell
gehärteten Pflanzenfetten, zu sich nimmt, erhöht dagegen seinen
Triglyceridspiegel im Blut. „Diese trans-Fettsäuren erhöhen zusätzlich das
LDL-Cholesterin und auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen“, zählt
der Ernährungswissenschaftler weitere Gefahren auf. „Deshalb sind die
Bemühungen, den Gehalt an industriell erzeugten trans-Fettsäuren in
Lebensmitteln zu senken, gerechtfertigt.“

In den kommenden Wochen wollen die Ernährungswissenschaftler die nun
vorgelegte wissenschaftliche Leitlinie im Rahmen eines Symposiums
vorstellen und in konkrete Ernährungsempfehlungen überführen.

Weitere Informationen sowie der Volltext der Leitlinie der DGE sind zu
finden unter:www.dge.de/wissenschaft/leitlinien

Medizin am Abend DirektKontakt:

Prof. Dr. Stefan Lorkowski
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität
Jena
Dornburger Str. 25, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949710
E-Mail: stefan.lorkowski[at]uni-jena.de
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dr. Ute Schönfelder

Umsatz im Apothekenmarkt Jahr 2014

Jahresrückblick von INSIGHT Health zur Entwicklung des Apothekenmarkts: Neue Hepatitis C-Therapie ist Umsatztreiber im Arzneimittelmarkt

Der Umsatz im Apothekenmarkt lag im Jahr 2014 bei 29,4 Milliarden Euro, was einem leichten Zuwachs zum Vorjahr von 4,5 Prozent entspricht. Dies zeigen die aktuellen Umsatzdaten von INSIGHT Health nach Abgabepreisen pharmazeutischer Unternehmer. Im Fokus der Marktbewegung stehen die modernen Präparate zur Behandlung von Hepatitis C, deren Einführung eine verstärkte Marktkonzentration im Apothekenmarkt zur Folge hatte: Allein auf die zehn umsatzstärksten Arzneimittel entfielen in 2014 über zehn Prozent des Gesamtumsatzes. Das sind über 400 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ursache für diesen starken Anstieg ist vor allem der Behandlungserfolg von Hepatitis C. Die Mehrausgaben in diesem Bereich führten dazu, dass im Herbst letzten Jahres die Rahmenvereinbarungen für das Arzneimittelbudget angepasst wurden: Die zu erwartenden Mehraufwendungen in 2014 für die modernen Hepatitis C-Therapie wurden mit einem Zuschlag in Höhe von 2,4 Prozent berücksichtigt, was einer Erhöhung des Budgets von 750 Millionen Euro entspricht.

Die umsatzstärksten Marktsegmente im Apothekenmarkt waren in 2014 Virus-statika, Immunsuppressiva und Antithrombosemittel. Der Erfolg der neuen Hepatitis C-Therapie zeigt sich auch hier deutlich: Während die drei umsatzstärksten Marktsegmente in 2013 noch knapp 15 Prozent des Umsatzes generierten, waren es in 2014 fast 18 Prozent. Dies entspricht einem Mehrumsatz von über einer Milliarde Euro. Hingegen ist an Immunstimmulantien / Interferonen ein Umsatzrückgang von sieben Prozent zu verzeichnen, da die neuartige Behandlung von Hepatitis C für bestimmte Patientengruppen keinen Interferon-Einsatz mehr vorsieht. Weiterhin führte die ausbleibende Erkältungswelle im milden Winter 2014 zu Umsatzverlusten von 14 Prozent bei Husten- und Erkältungsmitteln und auch Reninantagonisten verzeichneten mit -13,8 Prozent starke Rückgänge, die vor allem auf Patentabläufe zurückzuführen sind.
Erstmals seit 2010 betrug der Umsatz durch Reimporte wieder mehr als drei Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen diese in 2014 einen hohen Umsatzzuwachs von elf Prozent. Dieser Anstieg ist vor allem auf das neue Herstellerrabattgesetz zurückzuführen: Seit 01. April 2014 wurde der Herstellerabschlag auf verschreibungspflichtige Arzneimittel von 16 auf nunmehr sieben Prozent reduziert. Durch die geringere Rabattbelastung wird der Reimport der Arzneimittel aus dem Ausland wieder lukrativer.

INSIGHT Health ist einer der führenden Informationsdienstleister im Gesundheitsmarkt mit Sitz in Waldems-Esch und Niederlassungen in Berlin und Wien. Das Unternehmen bietet aufgrund seiner umfassenden Branchenkenntnisse ein breites Portfolio datenbasierter Dienste zur Markt-und Versorgungsforschung an. Das Plus der INSIGHT Health GmbH & Co. KG liegt in der schnellen und transparenten Bereitstellung von Daten unter Beachtung der gesetzlichen Datenschutzvorschriften sowie in der Ausarbeitung individueller Lösungen für die pharmazeutische Industrie, Krankenversicherungen, Ärzteverbände, Apothekenvereinigungen, wissenschaftliche Institute, Behörden, Politik und andere Entscheider im Gesundheitsmarkt. Weitere Informationen: www.insight-health.de

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Jana Heiler Tel.: +49 (0)6126 955-434 Fax: +49 (0)6126 955-20 E-Mail: JHeiler@insight-health.de

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt?

WAZ: Keine Geburt nach Plan - Kommentar von Wilfried Goebels

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? Immer mehr werdende Mütter befassen sich mit dieser Frage. Bei prominenten Vorbildern ist die "Geburt nach Plan" in Mode. Meist aber handelt es sich um Notkaiserschnitte, weil eine natürliche Geburt mit einem zu hohen Risiko verbunden wäre.

In der Regel sind es die Ärzte, die aus medizinischen Gründen auf einen Kaiserschnitt setzen. Die Debatte über den "Wunschkaiserschnitt", der die Geburt relativ schmerzfrei und zeitlich besser planbar macht, bleibt die Ausnahme. Folglich kann sich der Appell von Ministerin Steffens für eine natürliche Geburt nur an eine kleine Gruppe Frauen richten.

Die Legende von der Managerin, die ihr Wunschkind nach dem Dienstkalender bekommen will, um am nächsten Meeting wieder im Büro zu sitzen, ist Unsinn. Die Geburt eines Babys ist ein so einschneidendes Ereignis, dass die Abwägung zwischen Kaiserschnitt und natürlicher Geburt anderen Kriterien folgt. So entscheiden sich auch junge Frauen, die bei einer normalen Geburt Komplikationen erlitten haben, verständlicherweise bei weiteren Geburten mit ihrem Arzt für einen Kaiserschnitt.

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