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Geöffnete Praxen in Berlin rund um die Feiertage und den Jahreswechsel:


Medizin am Abend Fazit:
Sondersprechzeiten suchen und finden in der Online-Arztsuchel

Welcher Arzt hat zwischen den Jahren Sprechzeiten? Wo finde ich einen ambulanten Arzt, zu dem ich mit dringenden Beschwerden an den Feiertagen gehen kann? Auf diese Fragen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin neu ab diesem Jahr eine schnelle Antwort parat: In der Online-Arztsuche unter www.kvberlin.de, die ganzjährig zur Verfügung steht, können die Nutzer zwischen dem 20. Dezember 2014 und dem 4. Januar 2015 unter „Sondersprechzeiten“ entsprechende Informationen aus allen Fachgruppen nach Datum und Zeit sortiert abrufen.

Die KV Berlin hofft, mit diesem Angebot den Bedürfnissen der Bevölkerung nach einer transparenten Übersicht der erreichbaren Niedergelassenen in den Weihnachtsferien entgegenzukommen. Wichtig ist der KV an dieser Stelle aber auch der Hinweis, dass bei den Sondersprechzeiten, die im Internet angezeigt werden, nur die von den Ärzten selbst und aktiv gemeldeten Angaben berücksichtigt werden können. Die KV Berlin empfiehlt in jedem Fall, vor dem Aufsuchen der Praxis mit einem Anruf die tatsächliche Erreichbarkeit aktuell noch einmal zu prüfen.

Um Verständnis bittet die KV auch dafür, dass in den Weihnachtsferien in allen Arztgruppen eingeschränkter Betrieb herrscht oder etliche Praxen geschlossen sind und durch eine andere Praxis vertreten werden. Auch Ärzte machen Urlaub, sind auf die Ferientermine schulpflichtiger Kinder angewiesen und möchten die Feiertage mit ihren Familien verbringen. 

Ferner sollen die Sondersprechzeiten in erster Linie für akute – nicht lebensbedrohliche – Erkrankungen genutzt werden.  Routine- und Vorsorgetermine ohne Dringlichkeit sind besser im Rahmen der regulären Sprechzeiten aufgehoben und planbar. 

Wer im Internet nicht fündig wird oder keinen Internetzugang hat, kann Informationen zu diensthabenden Praxen der niedergelassenen Ärzte zwischen Weihnachten und Silvester/Neujahr in der Leitstelle der KV Berlin einholen unter Tel. 31003-444.

Zusätzlich zu den Sondersprechzeiten in den Arztpraxen ist auch der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) der KV Berlin über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel besonders im Einsatz: Wie schon in den Vorjahren werden bis zu 20 Ärzte gleichzeitig im Dienst und rund um die Uhr in der Stadt in den magentafarbenen ÄBD-Fahrzeugen unterwegs sein. Durch den ÄBD werden Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Arzt nicht aufsuchen können, in dringenden Fällen zu Hause ärztlich versorgt. Die Betroffenen können unter der Berliner Telefonnummer 31 00 31 einen Arztbesuch in den eigenen vier Wänden anfordern. Die Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.
Wichtig ist aber auch hier: In lebensbedrohlichen Situationen ist die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 zu rufen. Der ÄBD ist ein Bereitschafts- und kein Rettungsdienst. Koordiniert werden die Einsätze in der Leitstelle im Haus der KV Berlin.

Für die dringende Behandlung akut erkrankter Kinder ist ein eigener kinderärztlicher Bereitschaftsdienst der KV Berlin erreichbar, der nicht nach Hause kommt, sondern an vier festen Standorten – in Lichtenberg, Charlottenburg, Wedding und Tempelhof –  zur Verfügung steht.
Grundsätzlich ist zu beachten: Der fahrende und der kinderärztliche Bereitschaftsdienst hat die Aufgabe, dringenden Bedarf bis zu den nächsten regulären Sprechzeiten zu überbrücken und nicht, einen vollwertigen Ersatz für diese zu stellen.

Medizin am Abend DirektKontakt

Susanne Roßbach
Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Masurenallee 6 A
14057 Berlin
Tel.: 030 / 31003-681
Fax: 030 / 31003-210
E-Mail: susanne.rossbach@kvberlin.de

Die besten Patientenbroschüren 2014 www.patientenedukation.de


Die Sieger im Wettbewerb für gelungene Patientenbroschüren des Vereins
Patienten- und Familienedukation e.V. stehen fest

Der Verein Patienten- und Familienedukation e.V. hat die besten
Informationsbroschüren für Patienten des Jahres 2014 benannt. Prof. Dr.
Angelika Zegelin vom Department für Pflegewissenschaft der Universität
Witten/Herdecke und erste Vorsitzende des Vereins freut sich über die rege
Beteiligung: „Wir haben diesmal über 40 Vorschläge bekommen, darunter
viele gute Broschüren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die Auswahl
ist uns schwergefallen, die ersten fünf Broschüren hätten jeweils an
erster Stelle stehen können, den dritten Platz haben wir deshalb dreimal
vergeben und zusätzlich noch einen Sonderpreis ausgelobt.“

1.Platz: „Die letzten Tage und Stunden - Eine Hilfe zur Begleitung in der
Zeit des Sterbens“, vom ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst
Pusteblume aus Wuppertal.(Preisgeld 300,- €)

2. Platz: „Elterninformation zur erfolgreichen Therapie von Sehschwäche
und Schielen“, von der Dr. Ausbüttel & Co. GmbH aus Witten. (Preisgeld
200,- €)

3. Platz: „Kompression einfach - und tragbar - Informationen für
Betroffene und Angehörige“ vom Wundzentrum Hamburg e.V.. (Preisgeld 100,-
€)
„Trockene Augen und Schleimhäute - Nützliche Informationen für Betroffene“
vom Inselspital Bern. (Preisgeld 100,- €)
„Der diabetische Fuss: Vorsorge – Was können Sie selber tun?“ von der
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. (Preisgeld 100,- €)

Den Sonderpreis erhielt die Broschüre „Alltag mit kognitiven Störungen -
Ein Leben mit MS“ von Bayer Health Care. (Preisgeld 100,- €)

Alle Gewinner und weitere drei Broschüren sind auf der Homepage des
Vereins Patienten- und Familienedukation e.V. www.patientenedukation.de
zu sehen.

Der Verein möchte damit Beispiele für gute Informationsbroschüren
geben. Im kommenden Jahr wird es erneut einen Wettbewerb für gelungene
Patientenbroschüren geben.


Medizin am Abend DirektKontakt

 Prof. Dr. Angelika Zegelin, 02302/926-379 oder -358, angelika.zegelin@uni-wh.de

Über uns:

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.000 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.



Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.
Universität Witten/Herdecke und  Hernn Kay Gropp

http://www.patientenedukation.de

Nabelschnur als Jungbrunnen?

 Medizin am Abend Fazit:

 Mit Blutstammzellen dem Alter auf der Spur

In Amsterdam sind Wissenschaftler den Geheimnissen des Alters auf der
Spur. Dafür untersuchen sie den Körper der einst ältesten Frau der Welt.

In ihrem Blut machten sie überraschende Entdeckungen.

Als Hendrikje van Andel-Schipper 2005 im Alter von 115 Jahren starb, galt
sie als die älteste Frau der Welt. Bereits 1972 beschloss die damals
82-Jährige, ihren Körper der Wissenschaft zu spenden. Nun ist es einem
Team um die niederländische Wissenschaftlerin Henne Holstege vom
University Medical Center in Amsterdam gelungen, das Erbgut Hendrikje van
Andel-Schippers zu entschlüsseln.

Dabei untersuchten sie verschiedene Gewebeproben und stießen im Blut der
alten Dame auf eine Überraschung. Am Ende ihres Lebens waren es gerade
einmal zwei Stammzellen, die den überwiegenden Teil der lebenswichtigen
Blutbildung aufrechterhielten. Zu diesem Schluss kamen die Forscher, als
sie die Mutationen der weißen Blutzellen untersuchten und miteinander
verglichen.

Bei der Geburt, so schätzen Wissenschaftler heute, verfügt ein Mensch über
rund 20.000 Blutstammzellen. Etwa 1.000 davon sind ständig aktiv1, teilen
sich und sorgen damit für steten Nachschub an Zellen. 


„Die Teilungsfähigkeit der Alleskönner ist jedoch begrenzt. Wie bei fast allen
gesunden Zellen hängt auch ihre Lebenszeit von den Telomeren ab“, erklärt
Dr. Marion Bartel aus der Vita 34-Fachberatung. Als Telomere bezeichnet
die Wissenschaft die sich ständig wiederholenden Muster an den Enden der
Chromosomen. Sie verleihen den Trägern des Erbgutes Stabilität, verkürzen
sich aber bei jeder Zellteilung um ein Stück. So lange bis die Zelle ihre
Fähigkeit, sich zu teilen und damit den Körper zu erneuern, verliert. „Die
Stammzellen des Blutes teilen sich im Laufe des Lebens weitaus häufiger
als die in anderen Geweben. Hirnstammzellen verfügen über eine wesentlich
geringere Teilungsrate“, so Dr. Bartel weiter.

Henne Holsteges Team fand heraus, dass die Telomere der untersuchten
Blutstammzellen etwa 17 Mal kürzer waren, als ihre Pendants im Gehirn von
Hendrikje van Andel-Schipper2.

Die Forscher fragen sich nun: Ließe sich dieser Prozess auch wieder rückgängig machen? Könnte beispielsweise gleich nach der Geburt gesichertes Nabelschnurblut im Alter die verbrauchten
Blutstammzellen ersetzen und so zumindest für das Blut zu einer Art Jungbrunnen werden?
Noch steht die Forschung in diesem Bereich am Anfang, doch die Erkenntnisse sind vielversprechend.

Quellen:
- New Scientist 2014; 222,
No. 2967: 7
www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/laesst-sich-das- menschliche-leben-verlaengern.html
Res. 2014 May;24(5):733-42. doi: 10.1101/gr.162131.113. Epub

Weitere Informationen finden Sie als Medizin am Abend Leser bei

http://www.vita34.de

Hutchinson-Gilford Progeria Syndrom: Altern von Kindern


Medizin am Abend Fazit:

Hutchinson-Gilford Progeria Syndrom: In Zellkulturen kann Substanz aus
Brokkoli Defekte abmildern


Kinder, die am Hutchinson-Gilford Progeria Syndrom (HGPS) leiden, altern
frühzeitig. Grund dafür ist ein defekter Eiweißstoff in ihren Zellen.

Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) identifizierten
jetzt einen weiteren wichtigen Krankheitsfaktor: Die zelluläre Müllabfuhr,
die für den Abbau von defekten Proteinen verantwortlich ist, arbeitet in
HGPS-Zellen auf einem niedrigeren Level als in normalen Zellen. Mit einer
Substanz aus Brokkoli gelang es den Forschern, den Proteinabbau in den
Zellen wieder zu aktivieren und so krankheitsbedingte Defekte abzumildern.

Die meisten HGPS-Patienten tragen eine Mutation, die eine fehlerhafte Form
des Proteins Lamin A erzeugt. Dieses defekte Protein wird als Progerin
bezeichnet. Das normale Lamin A ist ein wichtiger Bestandteil des Gerüsts,
das die DNA im menschlichen Zellkern umgibt. Es spielt eine wichtige Rolle
beim Ablesen von bestimmten Genen. Die defekte Form Progerin ist dagegen
nicht funktionstüchtig, wird aber permanent neu gebildet – die Folge:
Progerin sammelt sich im Zellkern an und lässt die Zelle „altern“. HGPS-
Patienten leiden deshalb an klassischen Alterserkrankungen wie
Arteriosklerose, Osteoporose, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Deshalb
gilt die Krankheit auch als mögliches Modellsystem für das natürliche
Altern von Zellen.

Blick in den Zellkern

Um herauszufinden, welche Stoffwechselwege durch die Mutation und das
defekte Protein genau betroffen sind, führten Prof. Karima Djabali und ihr
Team von der Fakultät für Medizin und dem Institut für Medizintechnik der
TUM (IMETUM) jetzt eine Vergleichsstudie von kranken und gesunden
Gewebezellen durch. Sie überprüften dabei die Proteinzusammensetzung in
den Zellkernen und suchten nach Unterschieden.

Besonders ins Auge fiel ihnen dabei aber zuerst eine Gemeinsamkeit: Sowohl
in den gesunden als auch in den kranken Zellen fand sich die fehlerhafte
Proteinform Progerin – aber nicht in derselben Menge. „Progerin entsteht
auch in gesunden Zellen, vermutlich als Nebenprodukt. Eine gut
funktionierende zelluläre Müllabfuhr kann diese geringen Mengen Progerin
aber abbauen.“, so Djabali. In den Zellkernen der kranken Zellen konnten
die Wissenschaftler aber 10 bis 20 Mal mehr Progerin nachweisen – ein
riesiger Müllberg, der entsorgt werden muss.

Müllabfuhr in HGPS-Zellen gestört

Wie die Wissenschaftler aber herausfanden, funktionierte die zelluläre
Müllabfuhr, das so genannte Proteasom und die Autophagie, in HGPS-Zellen
nicht mehr korrekt. Diese beiden Abbausysteme bestehen aus sehr großen
Proteinkomplexen. Sie sorgen dafür, dass defekte oder überschüssige
Proteine abgebaut werden. In den HGPS-Zellen wurden einige wichtigen
Bauteile dieser Komplexe nur noch in geringeren Mengen gebildet. „Diese
Fehler in der zellulären Müllabfuhr verstärken den Effekt, dass sich
defektes Progerin innerhalb kurzer Zeit ansammelt und die Zelle
schädigt.“, erklärt Djabali. Insgesamt fanden die Wissenschaftler mehr als
28 Proteine aus unterschiedlichen Bereichen, die in den Zellkernen der
HGPS-Patienten fehlreguliert waren – als Folge einer einzigen Mutation im
Lamin A Gen.

Substanz aus Brokkoli als neuer Therapieansatz?

Die Wissenschaftler suchten als nächstes in der Literatur nach Substanzen,
die das Proteasom und die Autophagie aktivieren und so der
Progerinansammlung entgegenwirken könnten. Fündig wurden sie in Brokkoli.

Darin wird ein Stoff produziert, Sulforaphan, der den Proteinabbau in der
Zelle aktiviert. Die Wissenschaftler behandelten die HGPS-Zellen mit der
Substanz und stellten fest, dass signifikant weniger Progerin in den
Zellen zu finden war. Auch DNA-Schädigungen und Zellkernverformungen,
weitere Effekte der Krankheit, traten seltener auf als in unbehandelten
Zellen.

„Natürlich sind unsere Experimente sehr grundlegend, aber jede
wirkungsvolle Substanz und jeder neue Ansatz bringt uns ein Stück näher an
eine Therapie für HGPS-Patienten. Es könnte uns auch in Zukunft helfen,
effektive Anti-Aging-Strategien zu entwickeln.“, fasst Djabali zusammen.

Originalpublikation
Gabriel D., Roedl D., Gordon L. B. and K. Djabali, Sulforaphane enhances
progerin clearance in Hutchinson-Gilford progeria fibroblasts, Aging Cell,
2014.
DOI: 10.1111/acel.12300

Bilder von HGPS-Patienten können über die Progeria Research Foundation
angefordert werden: http://www.progeriaresearch.org/

Medizin am Abend DirektKontakt

Prof. Dr. Karima Djabali
Lehrstuhl für Epigenetik der Hautalterung
Technische Universität München
Tel.: +49 89 289 10920
djabali@tum.de
http://www.imetum.tum.de/forschung/epigenetik/allgemein/
Technische Universität München, Dr. Ulrich Marsch

Tierseuchen

Pflichtbeiträge für Entschädigungen bei Tierseuchen festgelegt

Aus der Sitzung des Senats von Berlin am 16. Dezember 2014:

Der Senat hat heute die Höhe der Beiträge festgelegt, mit der sich Berlins Nutztier-Besitzerinnen und -Besitzer an der Tierseuchenentschädigung für das Jahr 2013 beteiligen müssen. Er hat dazu auf Vorlage von Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann die entsprechende Verordnung erlassen.

Demnach sind abhängig von der Bestandsgröße rückwirkend für das Jahr 2013

• bis zu 3,60 €/Tier für Rinder,
• 2,60 €/Tier für Schweine und
• 1,50 €/Tier für Schafe


als Beitrag für Entschädigungsleistungen bei Tierseuchen zu zahlen. Der Mindestbeitrag für jeden beitragspflichtigen Tierhalter beträgt 5,00 €.

Neben weiteren Tierarten stehen den Besitzern von Schweinen, Schafen und Rindern nach dem Tiergesundheitsgesetz der Bundesrepublik Deutschland Entschädigungszahlungen zu, wenn sie durch Tierseuchen Tiere verlieren oder auf Anordnung der Behörden Tiere töten müssen.

Die Kosten tragen dem Grundsatz nach zwar die Bundesländer, bei bestimmten Tierarten müssen sich die Besitzer aber an den Kosten beteiligen.

Die letzte Viehzählung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, die als Grundlage für die Beitragsberechnung herangezogen wird, ergab im März 2013 im Land Berlin 65 Schweine und 440 Schafe sowie gemäß Zählung der Rinder im November 2013 einen Bestand von 721 Rindern.

Die Beiträge werden erhoben, auch wenn im Jahr 2013 keine Entschädigungsleistungen für Schweine, Schafe und Rinder angefallen sind.

Mit dem Geld werden Rücklagen gebildet, um finanziell für einen flächendeckenden Ausbruch einer Tierseuche und dementsprechend notwendige staatliche Bekämpfungsprogramme gewappnet zu sein.

Medizin am Abend DirektKontakt

Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, Telefon: (030) 9013-3633

Alzeimer Frühdiagnose

Medizin am Abend Fazit:

Alzheimer-Frühdiagnose durch Blutentnahme

Eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit bringt viele Vorteile: Die
Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten.
Außerdem können Menschen, die in einem frühen Stadium diagnostiziert
wurden, wichtige Dinge noch alleine regeln und für die Zukunft vorsorgen.
Bislang ist eine Frühdiagnose mit den derzeit verfügbaren diagnostischen
Verfahren aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis.
Privatdozent Dr. Max Holzer vom Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
der Universität Leipzig möchte dies ändern. Mit seiner Forschungsgruppe
entwickelt er einen Bluttest, der eine einfache und sichere Frühdiagnose
ermöglichen soll.

Unterstützt wird Max Holzer mit 79.770 Euro von der gemeinnützigen
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Sein Projekt ist eines von
sieben innovativen Alzheimer-Forschungsvorhaben an deutschen
Universitäten, welche die AFI ab sofort mit insgesamt 464.220 Euro bis
2016 fördert.

Die Leipziger Forscher arbeiten an einem Bluttest, der auf der
Stimulierbarkeit von Lymphozyten beruht und leicht auszuwerten ist. Bei
Menschen mit Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium erreichte der Test
eine sehr hohe diagnostische Aussagekraft. Jetzt wollen die Forscher an
100 Probanden testen, ob das Verfahren auch bei Menschen mit Alzheimer im
Frühstadium eine vergleichbar hohe diagnostische Sicherheit erzielt.

„Mit diesen Untersuchungen soll ein diagnostisches Werkzeug zur
Frühdiagnose der Alzheimer-Erkrankung geschaffen und damit die
Möglichkeiten einer frühzeitig einsetzenden Behandlung der Patienten
verbessert werden“, sagt Max Holzer, der nach 2006 bereits zum zweiten Mal
von der AFI unterstützt wird.

Die AFI ist der größte private Förderer öffentlicher Alzheimer-Forschung
in Deutschland. Seit ihrer Gründung 1995 hat die AFI insgesamt 155
Wissenschaftler mit rund 7 Millionen Euro unterstützt. Die
förderungswürdigen Projekte wurden vom Wissenschaftlichen Beirat der AFI
unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Walter E. Müller, Goethe-Universität
Frankfurt, zusammen mit den Beiräten der Schwesterorganisationen in den
Niederlanden und Frankreich ausgewählt.

Alle aktuellen Forschungsprojekte im Überblick:
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. unterstützt ab sofort sieben
Alzheimer-Forschungsprojekte an deutschen Universitäten. Gefördert werden
Projekte in den Bereichen Grundlagen-, Ursachen-, Diagnose-, Präventions-
und Wirkstoffforschung an den Universitätsstandorten Bonn, Frankfurt,
Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Münster und Tübingen.

Beschreibungen zu allen Projekten finden Sie auf unserer Webseite:
http://www.alzheimer-forschung.de/forschung/index.htm?showyear=2014

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein eingetragener
gemeinnütziger Verein. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern
Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses
Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Botschafterin der AFI
ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Bis heute konnte
die AFI 155 Wissenschaftler mit rund 7 Millionen Euro unterstützen.
Darüber hinaus wurden über 700.000 Ratgeber und Broschüren abgegeben.
Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de
fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Informationen
anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit
des Vereins und allen Möglichkeiten zu spenden.

Kurzsichtige Kinder

Medizin am Abend Fazit:

Kurzsichtige Kinder: Augentropfen mit Atropin mindern frühe Sehschwäche

Geringe Mengen des medizinisch vielfach
eingesetzten Nervengifts Atropin können kurzsichtigen Kindern gegen ihre
Sehschwäche helfen, berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift
„American Journal of Ophthalmology“. Experten der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sehen in diesen Ergebnissen einen
ergänzenden Weg, das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bei Kindern und
Jugendlichen zukünftig einzudämmen.

Ophthalmologen vom Singapore National Eye Center untersuchten 400
kurzsichtige Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Über einen
Beobachtungszeitraum von fünf Jahren gaben sie den kleinen Patienten
entweder Augentropfen mit unterschiedlichen Atropinkonzentrationen oder
einen Placebo. Die geringste Atropin-Dosis konnte das Fortschreiten der
Kurzsichtigkeit nach fünf Jahren um bis zu 80 Prozent verzögern. „Die
Ergebnisse geben Anlass zu hoffen, dass wir kurzsichtige Kinder zukünftig
davor bewahren können, einen großen Teil ihrer Sehkraft zu verlieren“,
sagt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der DOG aus
Frankfurt. In jedem Fall müssten Nebenwirkungen genau geprüft und
ausgeschlossen sein. Kinder vertragen Atropin nur in geringsten Mengen.

Häufigkeit und Schwere von Kurzsichtigkeit haben in den letzten
Jahrzehnten stark zugenommen. In allen Industrienationen ist mindestens
ein Drittel der Bevölkerung kurzsichtig, in einigen asiatischen Ländern
liegt der Anteil sogar bei 90 Prozent. Ursache der Sehschwäche ist ein zu
langer Augapfel: Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, bilden ihren
Brennpunkt nicht auf, sondern vor der Netzhaut, sodass das Bild
verschwommen erscheint. Der Augapfel wächst bei einigen Menschen bis zum
30. Lebensjahr. Deshalb verstärkt sich Kurzsichtigkeit häufig bis zum
Erwachsenenalter. „Je früher sie im Kindesalter einsetzt, desto mehr
Sehkraft wird der Betroffene bis zum Erwachsenenalter verlieren“, erklärt
Ohrloff. Gleichzeitig drohen Folgeerkrankungen: Schon bei einer leichten
Kurzsichtigkeit von -1 bis -3 Dioptrien verdoppelt sich das Risiko auf
Netzhautablösung, grünen oder grauen Star.

Warum immer mehr Menschen kurzsichtig werden, ist noch nicht endgültig
geklärt. „Studien haben gezeigt, dass neben den Genen auch Umweltfaktoren
wie Bildung, Beruf und Freizeitgestaltung eine entscheidende Rolle
spielen“, sagt Professor Dr. rer. net. Frank Schaeffel vom
Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen.
„Auch Naharbeit wie stundenlanges Lesen, Fernsehen und Arbeiten am
Computer sowie ein Mangel an Tageslicht scheinen das Sehvermögen zu
mindern.“

Atropin ist das Gift der Tollkirsche, das in der Medizin bereits
vielseitig Verwendung findet. Augenärzte nutzen es zur Erweiterung der
Pupillen um den Augenhintergrund besser untersuchen zu können. Ob der
Atropin-Effekt nachhaltig wirkt und welche Nebenwirkungen die Behandlung
haben kann, wollen die Autoren nun in weiteren Studien untersuchen.

Literatur:
A. Chia et al. Atropine for the Treatment of Childhood Myopia: Safety and
Efficacy of 0.5%, 0.1% and 0.01% Doses (Atropine for the Treatment of
Myopia 2), Am J Ophthalmol 2014; 157: 451-4

DOG: Forschung – Lehre – Krankenversorgung
Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für
Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6500
Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, lehren und
behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der
Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und
Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche
Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den
wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum
Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im
Jahr 1857 in Heidelberg ist die DOG die älteste medizinisch-
wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.


Medizin am Abend DirektKontakt

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-552
Telefax: 0711 8931-167

ADHS-Behandlung

Medizin am Abend Fazit:

ADHS-Behandlung: Studie ebnet Weg zu einheitlicher Qualität bei der
Betreuung

Grundlage für Studien, die dann die Qualität verbessern helfen


Ein Forscherteam aus dem HELIOS Klinikum Wuppertal, der Universität
Witten/Herdecke und aus dem Lebenszentrum Königsborn in Unna hat weltweit
erstmals Qualitätskriterien für die medizinische Betreuung von Kindern mit
ADHS definiert, überprüft inwieweit diese eingehalten werden und zudem
deren Alltagstauglichkeit getestet. Das Ergebnis der Studie fällt positiv
aus: Die Qualitätskriterien können – wenn auch mit einiger Anstrengung –
in den Alltag der sozialpädiatrischen Zentren integriert werden. Das ebne
den Weg für eine Vergleichbarkeit der Betreuung, unabhängig davon, an
welche Einrichtung sich eine betroffene Familie wendet, so Priv.-Doz. Dr.
med. Peter Borusiak, Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) am
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des HELIOS Klinikums in Wuppertal
und maßgeblich an dem Forschungsprojekt beteiligt. „Ich finde es wichtig,
dass wir hier für die Patienten ein Stück weiterkommen.“

Zum Hintergrund:

Bei rund fünf Prozent aller Kinder in Deutschland wird eine
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) diagnostiziert.
Trotz der gewaltigen Zahl an Betroffenen sind die Grundlagen für eine
Bewertung der Untersuchungs- und Behandlungsqualität bislang recht dünn.
„Obwohl ADHS in aller Munde ist, fehlen bislang klare Kriterien, mit denen
sich die Qualität von Diagnostik und Behandlung bewerten lässt“, sagt
Priv.-Doz. Dr. med. Peter Borusiak. „Die Schwierigkeit, Ansätze für eine
Messbarkeit zu finden, sorgt grundsätzlich dafür, dass in der kindlichen
Entwicklungsforschung relativ wenige Projekte laufen.“ Mit dem
vorliegenden Forschungsprojekt seien nun Ansatzpunkte für eine Bewertung
der ADHS-Behandlung gefunden worden. „Das schafft die Grundlage für darauf
aufbauende Forschungsprojekte, die letztlich dazu beitragen können, die
Betreuung von an ADHS erkrankten Kindern zu verbessern“, so Dr. Borusiak.

Diagnostik und Therapie im Fokus

Auf der Ebene von neun SPZs, in denen betroffene Kinder häufig behandelt
werden, nahmen die Forscher 39 Qualitätsindikatoren bei der Betreuung von
180 Kindern unter die Lupe. Die Arbeit ist kürzlich im Online-Angebot der
Zeitschrift „Gesundheitswesen 2014“ veröffentlicht worden. Untersucht
wurden die Bereiche Diagnostik und Therapie – überwiegend mit Blick auf
die Erfüllung vorhandener Leitlinien. Hier wurde beispielsweise abgefragt,
ob ein mehrdimensionaler Intelligenztest und eine spezifische
Fragebogendiagnostik Bestandteil der Diagnostik war. Mit Blick auf die
Therapie war den Forschern wichtig, dass das gesamte soziale Umfeld des
betroffenen Kindes einbezogen wird und dass ein Behandlungsplan mit klar
definierten Behandlungszielen erarbeitetet wird. Im Fokus der Forscher
waren zudem Fragen nach der Ausgestaltung und Begleitung der
medikamentösen Therapie sowie nach Strukturen und Abläufen in den
teilnehmenden Einrichtungen. Auch die Rahmenbedingungen, mit denen die
einzelnen SPZs umgehen müssen, flossen in die Untersuchung mit ein, um
etwaige Unterschiede in den Arbeitsvoraussetzungen in die
Gesamtbetrachtung mit einbeziehen zu können.

Die HELIOS Kliniken:
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 110 eigene Akut- und
Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch,
Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 49
Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, elf
Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS versorgt jährlich
mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär.
Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und
beschäftigt rund 69.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS
einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum
Gesundheitskonzern Fresenius.

Die UW/H:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit rund 2.000 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma
Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit
Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.


Medizin am Abend DirektKontakt

HELIOS Klinikum Wuppertal
Jörn Grabert (0202) 896-20 75, joern.grabert@helios-kliniken.de

Anti-Leukämie-Wirkstoff

Uniklinik Würzburg: Anti-Leukämie-Wirkstoff für den US-Markt zugelassen

Blinatumomab ist ein Wirkstoff, der dem Immunsystem von Krebspatienten
hilft, Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten. Im Dezember dieses
Jahres wurde er von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug
Administration als reguläres Medikament zugelassen. Die Entwicklung und
Erprobung des gentechnisch erzeugten, Antikörpers fand zu großen Teilen am
Universitätsklinikum Würzburg statt.

Anfang Dezember bescheinigte die US-amerikanische Food and Drug
Administration (FDA) dem Wirkstoff Blinatumomab die Zulassung als
Medikament zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie (ALL). „Damit
ist dies das erste regulär verfügbare Medikament, dass gezielt und aktiv
T-Zellen des Immunsystems zur Krebsbehandlung nutzt“, freut sich Prof.
Ralf Bargou vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Der Direktor des am
UKW angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken war
zusammen mit der Leiterin der CCC Studienzentrale, Dr. Marie-Elisabeth
Goebeler, und Prof. Max Topp, dem Leiter des Bereichs Hämatologie an der
Medizinischen Klinik II des UKW, entscheidend an der Erfolgsgeschichte von
Blinatumomab beteiligt. So lieferte Prof. Bargou ab den frühen 1990er
Jahren essentielle Beiträge zur Entwicklung des Antikörperkonstrukts. Für
diese Leistung und die erste erfolgreiche Erprobung des Wirkstoffs bei
Lymphdrüsenkrebs-Patienten wurde er im Jahr 2009 mit dem Paul-Martini-
Preis für Klinische Pharmakologie ausgezeichnet.
Prof. Topp war federführend an der klinischen Entwicklung von Blinatumomab
im Zusammenhang mit akuter lymphatischer Leukämie beteiligt. Er leitete
unter anderem die wichtigste internationale Studie, die zur Zulassung
durch die FDA am 3. Dezember dieses Jahres führte. Heute wurde die Studie
auf der Homepage der renommierten britischen Fachzeitschrift „The Lancet
Oncology“ unter www.thelancet.com/journals/lanonc/onlineFirst
veröffentlicht.

Dr. Goebeler schuf durch die Konzeption und Leitung einer deutschlandweit
beispielhaften Phase I-Einheit am Universitätsklinikum Würzburg die
infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche
Studiendurchführung.

Wirksamkeit bei akuter lymphatischer Leukämie

Durch die FDA-Zulassung können jetzt Patienten mit akuter lymphatischer
Leukämie, die auf herkömmliche Chemotherapie nicht ansprechen oder einen
Rückfall erleiden, in den USA auch außerhalb von Studien mit Blinatumomab
behandelt werden. „.Für Patienten mit ALL besteht somit eine neue
Möglichkeit, die Erkrankung ohne Chemotherapie zu bekämpfen und sogleich
eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen“ sagt Prof.
Topp.

Während Blinatumomab für diese konkrete Krankheitssituation in den
Vereinigten Staaten damit jetzt ein Standardmedikament ist, muss die
Verwendung des neuen Arzneistoffs dennoch in laufenden und zukünftigen
Studien weiter optimiert werden. Aktuell wird beispielsweise überprüft, ob
Blinatumomab bei Patienten mit einem Rückfall einer ALL zur einer
Verlängerung des Überlebens im Vergleich zur Kombinationschemotherapie
besteht. Diese Studie wird ebenfalls durch Prof. Topp geleitet.
„Außerdem muss noch herausgefunden werden, welches der richtige
Einsatzzeitpunkt ist. Auch die beste Dosierung und die Kombination mit
anderen Therapien gilt es noch genauer zu erforschen“, schildert Prof.
Bargou. Darüber hinaus werde momentan in vielen klinischen Studien, unter
anderem am CCC Mainfranken, geprüft, ob das neue therapeutische
Wirkprinzip auch bei anderen Tumorerkrankungen hilfreich ist.

Zulassung für Europa beantragt
In Deutschland und anderen europäischen Staaten ist Blinatumomab zur Zeit
nur im Rahmen von Studien erhältlich. Laut den Würzburger Krebsexperten
Bargou und Topp sei auch bei der europäischen Zulassungsbehörde, der
European Medicines Agency (EMA), ein Zulassungsantrag gestellt worden. Die
Antwort stehe aber noch aus. Nach ihrer Einschätzung wird Blinatumomab
nach der zu erwartenden EMA-Zulassung auch in Deutschland für jeden
Patienten mit rezidivierter, also wiedergekehrter ALL auch außerhalb von
Studien erhältlich sein und wahrscheinlich schnell in die
Routinebehandlung integriert werden.

Hilfreiche Studieninfrastruktur am Uniklinikum Würzburg
„Entscheidend für die Blinatumomab-Erfolgsgeschichte war nicht nur der
Erfindergeist und das Engagement des Würzburger Teams, sondern auch die am
Universitätsklinikum Würzburg vorgehaltene, professionelle Infrastruktur.
Sie machte diese Art der klinischen Forschung überhaupt erst möglich“,
zeigt sich Prof. Christoph Reiners, der Ärztliche Direktor des UKW, stolz.
Er bezieht sich damit auf die in Deutschland erste und mittlerweile
wahrscheinlich auch größte Phase I-Einheit (Early Clinical Trial Unit,
ECTU) für experimentelle Tumortherapie und die zentrale Studienambulanz
des CCC Mainfranken. Der Start und der weitere Aufbau dieser Einheiten
wurde von Prof. Hermann Einsele, dem Direktor der Medizinischen Klinik II
des UKW, und dem von Gabriele Nelkenstock geleiteten Verein „Hilfe im
Kampf gegen Krebs“ umfangreich unterstützt. „Mittlerweile werden die CCC
Studieneinheit und die ECTU vom Universitätsklinikum, von der
Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg und der Deutschen Krebshilfe
finanziert. Sie dienen als Vorbild für die anderen Uniklinika in
Deutschland“, schildert Prof. Reiners.

Kastentext:

So funktioniert Blinatumomab
Eine der großen Hoffnungen der internationalen Krebsforschung beruht
darauf, das körpereigene Immunsystem des Patienten gegen die Tumorzellen
zu wenden. Zu den stärksten Waffen der Immunabwehr zählen die T-Zellen.
Leider können diese „Killer“ Krebszellen in der Regel nicht von gesunden
Zellen unterscheiden und greifen sie deshalb auch nicht an. Um diese
biochemische Blindheit zu überbrücken, gelang es Prof. Bargou und seinem
Team zusammen mit Forschern aus München, gentechnisch einen Antikörper zu
designen, der einerseits in der Lage ist, an der Krebszelle anzudocken und
andererseits an T-Zellen binden kann. Mit Hilfe dieses „Adapters“ werden
die Abwehrzellen aktiviert, sie erkennen die schädlichen Zellen und können
sie in der Folge zerstören.

Als klinisch wirksam erwies sich Blinatumomab bislang bei der akuten
lymphatischen Leukämie und bei Non-Hodgkin-Lymphomen. Bei der Vielzahl der
in Studien damit behandelten Patienten war zumindest ein teilweiser,
häufig auch ein kompletter Rückgang der Tumorzellen zu beobachten.

Knapp 20 Jahre lang trieb die Münchener Biotechnologie-Firma Micromet als
kommerzieller Partner die Entwicklung von Blinatumomab voran, bevor das
Unternehmen und sein aussichtsreicher Medikamentenkandidat im Jahr 2012
vom US-amerikanischen Biotech-Konzern Amgen übernommen wurde.

Statement:

„Die Blinatumomab-Story ist eine einmalige Erfolgsgeschichte der
translationalen und klinischen Forschung. Sie ist schon jetzt ein Stück
Medizingeschichte, das zeigt, wie Innovation funktionieren kann.“
Prof. Ralf Bargou, Direktor des Comprehensive Cancer Center (CCC)
Mainfranken und Lehrstuhlinhaber für Translationale Onkologie am
Universitätsklinikum Würzburg

Krebsexperten des Uniklinikums Würzburg haben großen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Anti-Leukämie-Wirkstoffs Blinatumomab: Prof. M. Topp, Prof. H. Einsele, Dr. M.-E. Goebeler und Prof. R. Bargou
Bild: Universitätsklinikum Würzburg
 Krebsexperten des Uniklinikums Würzburg haben großen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Anti-Leukämie-Wirkstoffs Blinatumomab: Prof. M. Topp, Prof. H. Einsele, Dr. M.-E. Goebeler und Prof. R. Bargou

Gründung einer Zahnarztpraxis

Die Kosten für Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der Gründung einer eigenen Praxis sind zuletzt deutlich gestiegen. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen InvestMonitors Zahnarztpraxis des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), der heute in Köln veröffentlicht wurde.

So betrug das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis im Jahr 2013 427.000 Euro und lag damit 5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. In der Analyse werden Finanzierungsvolumina allgemeinzahnärztlicher Praxen in Deutschland dargestellt und darüber hinaus auch das Investitionsgeschehen in zahnärztlichen Fachpraxen untersucht.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV): "Wenn die Versorgung auch weiterhin auf dem bekannt hohen Qualitätsniveau wohnortnah und flächendeckend gewährleistet sein soll, brauchen wir künftig genügend Zahnärzte, die ihren Beruf mit Freude und Engagement ausüben und bereit sind, das Risiko der selbständigen Niederlassung auf sich zu nehmen. Insofern muss sich unsere Gesellschaft fragen lassen, ob mit den bestehenden Rahmenbedingungen in absehbarer Zeit ausreichend junge Zahnärzte zu einem solchen Schritt motiviert werden können." Von Planungssicherheit könne angesichts gehäufter staatlicher Eingriffe keine Rede sein. Überbordende Bürokratielasten raubten Zeit, die für die Behandlung erforderlich sei. Gleichzeitig laste auf Praxen ein erheblicher unternehmerischer Druck, ausgelöst durch eine zunehmende Verwettbewerblichung und Ökonomisierung des Gesundheitswesens.

"Die Vertragszahnärzteschaft kann die zahnmedizinische Versorgung besser in Eigenverantwortung gestalten und weiterentwickeln, als es der Gesetzgeber durch die zunehmend zentralistischen und dirigistischen Eingriffe vermag. Wir fordern daher nachdrücklich ein klares Bekenntnis der Politik zum Prinzip der Selbstverwaltung des Berufsstandes und zur Freiberuflichkeit. Das ist eines unserer zentralen Anliegen", sagte Eßer. Der IDZ-Analyse zufolge war die Übernahme einer Einzelpraxis im vergangenen Jahr die häufigste Form zahnärztlicher Existenzgründung. 68 Prozent der Zahnärzte entschieden sich für diesen Weg in die Selbstständigkeit.

Das Finanzierungsvolumen bei der Übernahme einer Einzelpraxis belief sich auf 300.000 Euro und lag damit in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Mit dem InvestMonitor Zahnarztpraxis analysiert das IDZ gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) bereits seit 1984 die für die zahnärztliche Niederlassung aufgewendeten Investitionen. Die Studie die viele weitere Informationen und Daten zum zahnärztlichen Investitionsverhalten umfasst, kann beim IDZ kostenlos angefordert werden (Institut der Deutschen Zahnärzte, Universitätsstraße 73, D-50931 Köln). Zudem besteht die Möglichkeit, den InvestMonitor als PDF-Datei unter www.idz-koeln.de herunterzuladen. Träger des IDZ sind die KZBV und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Medizin am Abend DirektKontakt

Kai Fortelka Telefon: 030 280 179-27