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Verengung der Aortenklappe, die sogenannte Aortenklappenstenose

Medizin am Abend Berlin Fazit: Katheterbasierter Aortenklappenersatz: Besonders schonender Eingriff in der MHH besonders sicher

Institut bescheinigt den Herzspezialisten der MHH hervorragende Expertise 
 
Großer Erfolg für die Herzmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH):

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat den Ärzten eine hervorragende Expertise im Bereich des kathetergestützten Aortenklappenersatzes bescheinigt.

Die Verengung der Aortenklappe, die sogenannte Aortenklappenstenose, ist der häufigste Herzklappenfehler im hohen Lebensalter.

„Gerade bei älteren oder geschwächten Patienten, für die eine Operation am offenen Herzen ein zu hohes Risiko bergen würde, ist diese Methode eine schonende und sichere Alternative“, betont Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Wir tun alles für die Sicherheit unserer Patienten.“



Professor Dr. Johann Bauersachs, PD Dr. Julian Widder – mit einem Herzmodell – und Professor Dr. Tibor Kempf (von links) im Herzkatheter-Labor.
Professor Dr. Johann Bauersachs, PD Dr. Julian Widder – mit einem Herzmodell – und Professor Dr. Tibor Kempf (von links) im Herzkatheter-Labor. Quelle „MHH/Kaiser“.

Das IQTIG untersucht seit vergangenem Jahr im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses –oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland – die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen. Dazu hat das Institut die 147 katheterbasierten Aortenklappen-Implantationen, kurz TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation), ausgewertet, die im Jahr 2015 von dem MHH-Herzteam durchgeführt worden waren.

In dem Team arbeiten die Spezialisten der Klinik für Kardiologie und Angiologie (PD Dr. Julian Widder), der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (PD Dr. Serghei Cebotari) und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin eng zusammen.

Weniger Komplikationen als andernorts

Das Ergebnis spricht für sich: In allen verglichenen Punkten schneidet die MHH wesentlich besser ab als der Bundesdurchschnitt.

  • Während es bundesweit bei 3,05 Prozent der Fälle während der Eingriffe zu intraprozeduralen Komplikationen kam, trat das in der MHH-Klinik bei keiner der 147 Behandlungen auf. 
  • Auch bei Gefäßkomplikationen liegt die MHH-Klinik mit 7,48 Prozent unter dem Durchschnitt aller Kliniken (8,61 Prozent). 
  • Noch frappierender ist die Differenz bei der Sterblichkeitsrate: Während bundesweit 3,86 Prozent der Patienten als Folge eines derartigen Eingriffs sterben, sind es in der MHH nur 0,68 Prozent.
Eingriff am Herzen, ohne den Brustkorb zu öffnen

Die Aortenklappe zwischen linker Herzkammer und der Aorta (Hauptschlagader) verfügt über Klappensegel, die sich öffnen und Blut in die Aorta strömen lassen, wenn sich das Herz zusammenzieht.

Eine Aortenklappenstenose entsteht durch Kalkablagerungen an den Klappensegeln. 

Dadurch verengt sich die Klappenöffnung. Der Herzmuskel wird dicker, um den Blutfluss aufrecht zu erhalten. 
  • Beschwerden wie Luftnot, insbesondere unter Belastung, Brustschmerzen und Engegefühl (Angina pectoris), Schwächegefühl und Schwindel bei Anstrengung, aber auch Müdigkeit – vor allem unter erhöhter Belastung – und plötzliche kurzdauernde Bewusstlosigkeit können die Folge sein. 

Mit der katheterbasierten Aortenklappen-Implantation (TAVI) kann die Aortenklappe in der Regel ohne das Öffnen des Brustkorbs am schlagenden Herzen ersetzt werden.

Dazu wird über die Leistenschlagader mit einem Katheter – einem langen und flexiblen Schlauch – die neue Herzklappe über die Hauptschlagader ins Herz eingeführt. 

Sobald sich die Klappenprothese innerhalb der verkalkten Aortenklappe befindet, wird die Herzklappe exakt positioniert und dann implantiert. Im Anschluss wird das Kathetersystem entfernt.

„Von unserem erfahrenen Herzteam an der MHH wird dieser Eingriff in der Regel ohne Vollnarkose durchgeführt“, erläutert PD Dr. Widder einen der Vorteile des Systems. Im ersten Halbjahr 2016 hat das Herzteam der MHH bereits 88 derartiger Eingriffe durchgeführt.

Die MHH ist die größte von fünf Kliniken in Niedersachsen, die einen solch schonenden Aortenklappenersatz anbieten kann – und die einzige in der Region Hannover.



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Professor Dr. Johann Bauersachs
Telefon (0511) 532-3840
kardiologie@mh-hannover.de
Stefan Zorn Medizinische Hochschule Hannover

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Deutsches Herzzentrum Berlin: TAVI: Behandlungsmöglichkeit der Aortenklappen/Aortenklappenstenose

Medizin am Abend Berlin Fazit:   TAVI: Behandlungsmöglichkeit der Aortenklappe für bisher nicht behandelbare herzkranke Patienten

Seit 2007 können verengte Aortenklappen nicht nur herzchirurgisch, sondern auch minimal-invasiv per Herzkatheter behandelt werden. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachInformation: Deutscher Bundestag

Auch chirurgisch nicht therapierbaren Patienten kann mit dem Herzkatheter geholfen werden.

Medizin am Abend Berlin Zusatzfachlink: Deutsches Herzzentrum Berlin + TAVI  

Wie die sogenannte TAVI-Technik deutschlandweit die Therapie der Aortenklappenstenose verändert hat, hat ein Forscherteam um Dr. Jochen Reinöhl, Oberarzt und Leiter des ISAH-Bereichs (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzerkrankungen) der Klinik für Kardiologie und Angiologie I (Ärztlicher Direktor: Univ.-Prof. Dr. Christoph Bode) des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen untersucht. 
 
Ihre Ergebnisse:

  • 1.) TAVI ermöglicht die Behandlung der Aortenklappenstenose bei Patienten, für die der chirurgische Aortenklappenersatz zu risikoreich ist. Bisher nicht behandelbare Patienten können nun behandelt werden. Dies hat die Versorgungssituation in Deutschland dramatisch verändert. 
  • 2.) Durch TAVI konnten bundesweit die Krankenhaussterblichkeit sowie relevante Komplikationen reduziert werden. Die detaillierten Ergebnisse werden am 17. Dezember 2015 im renommierten New England Journal of Medicine publiziert.

Eine verengte Aortenklappe staut das Blut in der linken Herzkammer und verhindert, dass genügend Blut in den Kreislauf gelangt.

Seit den 1960er Jahren können verengte Aortenklappen herzchirurgisch nach Eröffnen des Brustkorbs und Anschluss an die Herz-Lungenmaschine durch künstliche Herzklappen ersetzt werden.

2007 wurde in Deutschland erstmals das minimal-invasive, kathetergestützte TAVI (transcatheter aortic valve implantation)-Verfahren durchgeführt. 

Das von Prof. Alain Cribier, französischer Kardiologe und Co-Autor der Freiburger Studie, mitentwickelte Verfahren kommt ohne belastende Operation am offenen Herzen und ohne Herz-Lungenmaschine aus.  
  • Grundprinzip der TAVI ist die Implantation einer biologischen Herzklappe per Herzkatheter. Dabei wird als Zugang zum Herzen meist eine großen Arterie des Körpers (beispielsweise die Beinarterie) verwendet.
Um die Auswirkungen von TAVI auf die Behandlung der Aortenklappenstenose zu ermitteln, werteten die Freiburger Kardiologen die Daten aller 88.573 Behandlungen verengter Aortenklappen (isolierter Aortenklappenersatz) in Deutschland zwischen 2007 und 2013 aus.

Darunter waren 32.581 kathetergestützte Eingriffe und 55.992 Operationen. 
  • Es zeigte sich, dass die jährlichen TAVI-Zahlen stark anstiegen (von 144 Eingriffen 2007 auf 9.147 Eingriffe 2013), während die jährlichen chirurgischen Klappenoperationen leicht zurückgingen (von 8.622 auf 7.048 Operationen). 
Dies belegt, dass mit TAVI vor allem Patienten geholfen wird, die zuvor keiner Therapie zugeführt werden konnten. „Ein Grund hierfür war sicherlich, dass für viele diese sehr alten und sehr kranken Patienten eine Operation am offenen Herzen zu risikoreich gewesen wäre“, sagt Dr. Jochen Reinöhl.

Bei beiden Therapieformen ging die Anzahl an Todesfällen im Krankenhaus über die Jahre zurück, ebenso die Häufigkeit von Komplikationen wie Schlaganfällen oder schwerwiegenden Blutungen sowie die Notwendigkeit einer zusätzlichen Herzschrittmacherimplantation. 

Den signifikanten Trend zu besseren Ergebnissen und Überlebensraten begründen die Forscher einerseits mit der stetigen Optimierung des TAVI-Verfahrens und andererseits damit, dass Hochrisikopatienten mittlerweile nicht mehr den Strapazen einer offenen Herzoperation ausgesetzt werden müssen.

„Die Patienten, deren Herzklappen kathetergestützt eingesetzt wurden, waren durchschnittlich zehn Jahre älter und weniger belastbar als die offen operierten Patienten“, so Dr. Reinöhl. Doch auch jüngere Patienten profitieren von der neuen Technik:

Bei ihnen werden vermehrt biologische Herzklappen aus tierischem Gewebe eingesetzt, bei denen gerinnungshemmende Substanzen wie Marcumar nicht dauerhaft notwendig sind. Die biologischen Herzklappen können bei Bedarf schonend per TAVI ersetzt werden, so dass das Risiko einer Re-Operation entfällt.

Das Forscherteam beleuchtete ergänzend auch die ökonomischen Aspekte des neuen Verfahrens. 

Seit der Einführung von TAVI ist die jährliche Gesamtzahl an Behandlungen stark angestiegen, wodurch im Gesundheitssystem Mehrkosten von rund 300 Millionen Euro entstanden sind. 

Demgegenüber stehen die deutliche Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität und somit insgesamt die bessere Versorgungsqualität in Deutschland.

Die Kosten für jede einzelne Behandlung lassen sich jedoch deutlich senken, wenn für den richtigen Patienten das richtige Verfahren gewählt wird:

„Dadurch lassen sich Komplikationen vermeiden, die erhebliche Zusatzkosten mit sich bringen“, erläutert Erstautor Reinöhl.

„Angesichts steigender Patientenzahlen ist es von essentieller Bedeutung, medizinisch und ökonomisch verantwortungsvoll mit den Therapiemöglichkeiten umzugehen“, appelliert er. „Wir stehen erst am Anfang“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Bode, „TAVI wird in wenigen Jahren das Standardverfahren sein“.

Im Bereich ISAH (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzfehlern) werden am Standort Freiburg des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Herz- und Gefäßchirurgen sowie Kinderkardiologen und Anästhesisten insbesondere Hochrisikopatienten mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern behandelt.

Das ISAH-Team um Dr. Reinöhl konnte sich klinisch und wissenschaftlich in den letzten Jahren ein überregionales, über die Landesgrenzen hinausreichendes Renommee erarbeiten und das Zentrum zu einem der führenden TAVI-Zentren Deutschlands entwickeln.


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Dr. Jochen Reinöhl
Oberarzt
Klinik für Kardiologie und Angiologie I
Universitäts-Herzzentrum Freiburg ∙ Bad Krozingen
Telefon: 0761 270-37848
jochen.reinoehl@universitaets-herzzentrum.de
Benjamin Waschow Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen