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Pflege von Demenz - Patienten

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Universität Jena leitet bundesweites Forschungsprojekt zur Stärkung psychischer Ressourcen und Selbstfürsorge

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenz – die Pflege übernehmen überwiegend Angehörige. Ein von der Universität Jena geleitetes neues Forschungsprojekt nimmt die pflegenden Angehörigen in den Blick und bietet ihnen ein präventives psychotherapeutisches Unterstützungsangebot an. Das Projekt „AnDem-RoSe“ und dessen wissenschaftliche Begleitung werden vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss mit insgesamt rund drei Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, psychische Belastungen zu reduzieren und tragfähige Versorgungsstrukturen zu entwickeln.

Hohe Belastung pflegender Angehöriger

Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz findet in den meisten Fällen zu Hause statt und wird über Jahre hinweg von Angehörigen geleistet. Sie unterstützen im Alltag, organisieren Arztbesuche und geben Halt in Phasen der Orientierungslosigkeit. Oft geschieht dies neben Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen. Die dauerhafte Verantwortung kann zu erheblicher psychischer Belastung führen – bis hin zu Erschöpfung, depressiven Symptomen oder Ängsten.

An dieser Stelle setzt das Forschungsprojekt „AnDem-RoSe“ (Ressourcenrealisierung und Selbsthilfe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz) an. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Wilz vom Institut für Psychologie der Universität Jena erprobt das Projektteam ein präventives psychotherapeutisches Unterstützungsangebot für besonders belastete pflegende Angehörige. „Mit AnDem-RoSe wollen wir Strategien vermitteln, die Belastungen verringern und das Wohlbefinden der Angehörigen langfristig fördern“, so Prof. Wilz, die sich seit vielen Jahren als Forscherin und Psychotherapeutin für die Unterstützung pflegender Angehöriger engagiert.

Psychotherapeutische Gespräche und ein Online-Selbsthilfe-Tool

Etwa 350 Personen sollen in den kommenden vier Jahren an der Studie teilnehmen. Sie erhalten das Angebot von zwölf psychotherapeutischen Gesprächen, die wahlweise per Telefon oder Videotelefonie stattfinden können. Thematisiert werden unter anderem das Verstehen krankheitsbedingter Veränderungen, der Umgang mit Erschöpfung, Sorgen und Schuldgefühlen sowie der Aufbau selbstfürsorglicher Aktivitäten im Alltag.

Ergänzt wird das Angebot durch ein zusätzliches Online-Selbsthilfe-Tool. Um dessen Wirksamkeit zu überprüfen, werden die Studienteilnehmenden zufällig einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Nach sechs sowie nach zwölf Monaten wertet das Studienteam aus, inwiefern sich die psychischen Belastungen bei den Teilnehmenden reduziert haben.

Breit aufgestelltes Konsortium für eine nachhaltige Versorgung

Neben der Universität Jena sind mehrere Konsortialpartner am Projekt beteiligt: die Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH, die MSB Medical School Berlin sowie das Center for Health Economics Research Hannover der Leibniz Universität Hannover. Zudem werden Krankenkassen und Praxispartner wie Interessenverbände und regionale Alzheimer-Gesellschaften eingebunden, um belastete Angehörige gezielt zu erreichen.
Eine zentrale Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Pflegekassen – insbesondere mit der AOK Bayern als weiterem Konsortialpartner. „Fast 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut – einen großen Teil davon übernehmen pflegende Angehörige. Neben der körperlichen Belastung ist dies auch eine mentale Herausforderung, für die sie dringend Unterstützung benötigen“, sagt Alexandra Kist, Geschäftsbereichsleiterin Pflege bei der AOK Bayern. „Genau hier setzt unser gemeinsames digitales Versorgungsprojekt an.“ Langfristig soll „AnDem-RoSe“ dazu beitragen, dass innovative Unterstützungsangebote systemisch in die Versorgung pflegender Angehöriger integriert werden.

Weiterführende Informationen:

Informationen zum Projekt und zur Teilnahme erhalten interessierte Personen bei Projektmitarbeiterin Sophie Geßner per Telefon (+49 3641 9-45173) oder E-Mail (andemrose@uni-jena.de). Die Telefonsprechzeit ist montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr. Außerhalb der Sprechzeiten können auch Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT


Prof. Dr. Gabriele Wilz
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Humboldtstraße 11, 07743 Jena
Tel.: +49 3641 9-45171
E-Mail: gabriele.wilz@uni-jena.de

Notstrommanagement für Pflegeheime als Pflicht

Für Pflegeheime sind Notstromaggregate unerlässlich, um kritische Infrastruktur bei Stromausfällen zu sichern und die Bewohnerversorgung zu gewährleisten, oft mittels spezieller, leistungsstarker Diesel-Aggregate mit 72h-Autonomie oder Gas-/Hybrid-Lösungen, die eine nahtlose Hauseinspeisung über Umschaltvorrichtungen ermöglichen, wobei auch Notfall-Mietlösungen bestehen, aber die Nachrüstung durch Förderprogramme (wie in NRW) vorangetrieben wird. 
Warum Notstromaggregate in Pflegeheimen?
  • Kritische Infrastruktur: Pflegeheime sind Teil der kritischen Infrastruktur; ein Stromausfall gefährdet die Versorgung, Medizintechnik und Sicherheit der Bewohner.
  • Resilienz: Sie erhöhen die Fähigkeit der Einrichtung, einen Stromausfall zu überstehen, ohne Bewohner evakuieren zu müssen. 
Anforderungen und Arten:
  • Leistung: Muss hoch genug sein, um lebenswichtige Bereiche (Beleuchtung, Heizung, Pflegegeräte, Aufzüge) abzudecken.
  • Betriebsdauer: Längerfristiger Betrieb ist wichtig; Diesel-Aggregate eignen sich für Dauerbetrieb, Gas-Aggregate für nahezu unbegrenzte Laufzeiten.
  • Technik: Notstromschalter (z.B. von Hager, Kraus & Naimer) sind essenziell für die sichere Einspeisung ins Hausnetz und verhindern Rückspeisung.
  • Kraftstoff: Oft Diesel, aber auch Gas- oder Hybrid-Systeme sind möglich; Kraftstoffversorgung muss sichergestellt sein. 
Umsetzung:
  • Installation: Erfordert spezielle Einspeisepunkte und Sicherheitsmechanismen; Aufstellort muss belüftet sein.
  • Kosten/Förderung: Hohe Investitionen (Tausende Euro), aber Förderprogramme (z.B. Pflege-Notstrom-Richtlinie in NRW) unterstützen die Nachrüstung. 
Lösungen:
  • Kauf: Anschaffung eigener, leistungsstarker Aggregate.
  • Miete: Mobile Notstromaggregate (z.B. bei HO-MA Notstrom, acr rent) können kurzfristig gemietet werden. 
Beispiel: Ein THW-Einsatz versorgte ein 98-Betten-Pflegeheim in Berlin drei Tage lang mit Strom über ein Großaggregat, wodurch eine Evakuierung vermieden wurde. 

Lebensmittelpreise und Kinderernährung

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Wenn in einer Wirtschaftskrise die Lebensmittelpreise explodieren, trifft das vor allem die Stadtbevölkerung und Menschen mit niedriger Bildung. Die Folgen wirken sich unter Umständen ein Leben lang aus – etwa in einer geringeren Körpergröße betroffener Kinder. Das hat ein Forschungsteam der Universität Bonn jetzt am Beispiel der „Asienkrise“ in den 1990-er Jahren gezeigt. Damals kam es durch Turbulenzen am Finanzmarkt zu einer drastischen Verteuerung von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel Indonesiens, die messbare Spuren in der Entwicklung von Kindern hinterlassen hat. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Global Food Security“ veröffentlicht.


Für ihre Studie werteten die Bonner Forschenden vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Indonesian Family Life Survey (IFLS) aus, der Haushalte über viele Jahre begleitet. Sie nutzten regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 und verknüpften diese mit Körpermaßen derselben Kinder in der Kindheit und später als junge Erwachsene. „Wir sehen, dass ein massiver Preisschock nicht nur kurzfristig belastet, sondern sich auch in der langfristigen körperlichen Entwicklung von Kindern niederschlagen kann“, sagt Elza S. Elmira, die Erstautorin der Studie. „Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher. Stark betroffene Kinder werden später also nicht nur kleiner sein als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie sind auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.“

Dieser Zusammenhang erstaunte die Forschenden. Elmira sieht ein mögliches Erklärungsmuster: „Familien sparen in Krisen weniger bei Kalorien als bei teureren, nährstoffreichen Lebensmitteln. Es entsteht dann ein ‚versteckter Mangel‘ an wichtigen Mikronährstoffen, der das Längenwachstum bremst, ohne dass das Körpergewicht im selben Maße sinken muss.“ Die Studie verfolgt die betroffenen Kinder bis 2014, als sie 17 bis 23 Jahre alt waren. Für die Gruppe, die während der Krise drei bis fünf Jahre alt war, zeigen sich signifikante Zusammenhänge mit dem Body Mass Index (BMI) und Adipositas.

Kinder in sensiblen Entwicklungsphasen schützen

„Mangelerfahrungen im Kleinkindalter können ein Leben lang nachwirken – Wachstumsstörungen sind leichter zu messen gehen aber oft auch mit geistigen Entwicklungsstörungen einher, und mit einem erhöhten Risiko von Adipositas und chronischen Folgekrankheiten“, sagt Prof. Dr. Matin Qaim, Ko-Autor der Studie. „In derselben Krise können Unterernährung und Übergewicht zunehmen. Das unterstreicht, wie wichtig ernährungssensitive Krisenpolitik ist: Sie muss Kinder in sensiblen Entwicklungsphasen gezielt schützen. Wenn Ernährungspolitik nur Kalorien absichert, kann sie am eigentlichen Problem vorbeigehen.“ Der Agrarökonom ist Mitglied des Transdisziplinären Forschungsbereichs „Sustainable Futures“ und des Exzellenzclusters „PhenoRob – Robotics and Phenotyping for Sustainable Crop Production“ der Universität Bonn.

Stärkerer Effekt in Städten und bei niedriger Bildung

Besonders deutlich fallen die Effekte in städtischen Regionen aus. Dort sind Haushalte stärker auf Zukauf angewiesen, während Familien auf dem Land teilweise selbst Reis produzieren. Auch der Bildungshintergrund spielt eine Rolle: Kinder von Müttern mit niedriger Bildung sind signifikant stärker betroffen als Kinder besser gebildeter Mütter. „Die Ergebnisse zeigen, dass Krisenhilfe nicht allein an Armutsgrenzen ansetzen sollte“, betonen Elmira und Qaim. „Gerade in Städten und dort, wo Wissen über ausgewogene Ernährung fehlt, kann ein Preisschock die Ernährungsqualität so verschlechtern, dass die Folgen dauerhaft spürbar bleiben.“

Warum das heute relevant ist

Die Bonner Forschenden verweisen darauf, dass Ernte-, Einkommens- und Preisschocks weltweit zunehmen – durch Konflikte, Pandemien und extreme Wetterereignisse. Die Analyse aus Indonesien liefert damit einen empirischen Hinweis, wie sich wirtschaftliche Turbulenzen über Lebensmittelpreise in langfristige Gesundheitsrisiken übersetzen können. Die Langzeitergebnisse werden in der vorliegenden Studie als statistische Zusammenhänge interpretiert; über lange Zeiträume lassen sich nicht alle Einflüsse vollständig ausschließen.

MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortboldungen VOR ORT

Prof. Dr. Matin Qaim
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)

Universität Bonn
Tel. ‪+49 228 731847‬
E-Mail: mqaim@uni-bonn.de

Originalpublikation:
Elmira E.S., Qaim M. (2026): Macroeconomic shocks and long-term nutritional outcomes: Insights from the Asian financial crisis. Global Food Security, https://doi.org/10.1016/j.gfs.2025.100900 (open access)

Gewebespenden

Eine gute Nachricht zum Jahresbeginn: 

Noch nie wurden in Deutschland so viele Gewebe gespendet wie im vergangenen Jahr. 

Obwohl es prozentual nicht mehr Zustimmungen gab als 2024, war die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und damit auch der Personen, die Gewebe gespendet haben, erkennbar höher als 2024. 9.640 Patient:innen konnten mit einem Transplantat aus dem Netzwerk der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) versorgt werden. Das ist eine Steigerung von 15,2 % zum Vorjahr – ebenfalls ein Rekordwert.

Erstmals erreichten die DGFG mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Gewebespender:innen aus mehr als 320 verschiedenen Einrichtungen. Über 12.000 Aufklärungsgespräche zur Gewebespende wurden im Jahr 2025 mit An- und Zugehörigen von Verstorbenen geführt, wobei in 4.585 Fällen eine Zustimmung zur Spende gegeben wurde. Die Zustimmungsquote lag mit 37,9 % nach einem Abwärtstrend in den vergangenen 3 Jahren mit einem Minus von 0,2 % zu 2024 nur leicht unter dem Vorjahresniveau. „Insgesamt blicken wir voller Dankbarkeit auf ein sehr Spenden-starkes Jahr 2025. Zuallererst gilt unser Dank immer den Spenderinnen und Spendern sowie ihren An- und Zugehörigen. Ihr Altruismus und ihre Solidarität machen die Gewebemedizin erst möglich. Dass wir bei gleichbleibender Zustimmungsquote mehr Spenden realisieren konnten, ist auch dem zu verdanken, dass immer mehr Kliniken in Deutschland potenzielle Spender:innen melden und die Gewebespende in ihr Selbstverständnis integrieren. Das ist in einer Zeit, in der die Kliniken und ihr Personal so stark belastet sind, keine Selbstverständlichkeit.“, sagt DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel.

Augenhornhäute – am häufigsten gespendet, am häufigsten transplantiert

Von 4.188 durchgeführten Entnahmen spendeten 4.070 Personen nach Ihrem Tod ihre Augenhornhäute. In 2025 wurden 6.370 in der Gewebebank aufbereitete Augenhornhauttransplantate zur Operation an Augenkliniken vermittelt und ermöglichten Patientinnen und Patienten ihr Augenlicht zu erhalten oder wiederzuerlangen. Das entspricht einer Steigerung um 16 % gegenüber dem Vorjahr. Und trotzdem besteht weiterhin ein Mangel an Augenhornhäuten und anderen Geweben.

Mangel an Herzklappen trotz gestiegener Spendezahl in 2025

Besonders eklatant ist der Mangel bei Herzklappen: Diese wurden zu 84,4 % im Rahmen einer Organspende entnommen, wenn das gesamte Herz für eine Organtransplantation medizinisch nicht in Frage kam. Ihre Anzahl steht somit im Zusammenhang mit den in Deutschland durchgeführten Organspenden. In diesem Jahr wurden im Netzwerk der DGFG mit einer Anzahl von ‪472 18‬,3 % mehr Herzklappen gespendet als 2024. Dennoch konnte die DGFG nur weniger als die Hälfte der Anfragen bedienen, was die Wichtigkeit des Ausbaus von Spendeprogrammen nach Herz-Kreislauf-Versterben verdeutlicht.

Innovation als Schlüssel zur besseren Patientenversorgung

Die DGFG arbeitet als gemeinnützige Organisation des Gesundheitswesens kontinuierlich daran, die Versorgungssituation mit Geweben in Deutschland zu verbessern, ob im Rahmen der Spende, Aufbereitung und Vermittlung von Gewebetransplantaten im Netzwerk oder in der Entwicklung neuer Verfahren und Gewebezubereitungen. Im Jahr 2025 feierte die DGFG das Jubiläum des LaMEK-Transplantats, das im Dezember 2015 als vorpräparierte Lamelle für die sogenannte DMEK-Operation (Descemet Membrane Endothelial Keratoplastik) vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt wurde. Bei diesem Operationsverfahren wird ausschließlich die geschädigte Endothelschicht der Hornhaut ersetzt; das übrige Gewebe bleibt erhalten. Für diese Technik muss das chirurgische Team im OP die lamellare Schicht der Augenhornhaut direkt vor der Transplantation präparieren – ein zeitlicher und organisatorischer Mehraufwand, der auch das Risiko des Transplantatverlusts in sich birgt. Die LaMEK bietet eine vorpräparierte, standardisierte und sichere Erleichterung, da die Lamelle im OP nur noch abgezogen werden muss. So erhalten Patient:innen ein qualitätsgeprüftes Transplantat und die Augenkliniken werden entlastet. Im Netzwerk der DGFG wurde die LaMEK seit 2015 4.371 -mal vermittelt, in 2025 allein 556-mal.

Gewebespende soll in der Öffentlichkeit zunehmend sichtbarer werden

„Im Gegensatz zur Organspende ist die Gewebespende der breiten Bevölkerung oft unbekannt. Viele Menschen kennen die Option einer Spende bis ins hohe Alter und nach Herz-Kreislauf-Versterben nicht“, erklärt Martin Börgel. In Deutschland wurden 88,3 % der gespendeten Gewebe nach Herz-Kreislauf-Versterben realisiert, der Großteil der spendenden Personen liegt in einer Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren (37,1 %). 32 % der Personen, die Gewebe gespendet haben waren älter als 75. Oft wissen Angehörige nicht, wie und ob die verstorbene Person sich zur Gewebespende geäußert hat. 69 % der Zustimmungen und 62,9 % der Ablehnungen wurden, dem Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend, von Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen der Verstorbenen entschieden. „Deshalb arbeiten wir konstant daran, die Gewebemedizin in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Für 2026 wünschen wir uns, dass der Aufklärungsgrad zur Gewebespende weiter zunimmt. Wird das Thema zu Lebzeiten mit An- und Zugehörigen besprochen, erleichtert man ihnen eine schwierige Entscheidung in einer mehr als herausfordernden Situation.“

Anbindung von Gewebespendeeinrichtungen an das Organspenderegister

Ein weiteres Hilfsmittel der Willensäußerung ist das im März 2024 in Betrieb genommene Organspende Register (OGR). Seitdem haben dort 448.681 Menschen ihre Zustimmung oder ihre Ablehnung zur Organ- und Gewebespende festgehalten (Quelle: www.organspende-info.de, Stand 30. Dezember 2025). 

Im Jahr 2026 soll nach Verabschiedung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes die rechtliche Grundlage geschaffen sein, damit auch Gewebespendeeinrichtungen auf das Register und dessen Eintragungen zugreifen können. 

Das Gesetzesvorhaben war im November 2024 mit dem Bruch der Regierungskoalition zunächst eingestellt, im Sommer 2025 vom Bundesgesundheitsministerium aber wieder aufgenommen worden.