Ein AFNET/EHRA Positionspapier Die Publikation fasst die Ergebnisse der 10. AFNET/EHRA-Konsensuskonferenz zusammen – einer zweitägigen Tagung von mehr als 80 namhaften Expert:innen aus Wissenschaft und Industrie, die im Mai 2025 gemeinsam vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) und der European Heart Rhythm Association (EHRA) veranstaltet wurde. Am 15. Dezember 2025 wurde der Konsensbericht in der Fachzeitschrift EP Europace publiziert (1). Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und geht mit Schlaganfall, Herzinsuffizienz und anderen schweren Komplikationen einher. Weltweit sind mehrere Millionen Menschen davon betroffen. Angesichts einer alternden Bevölkerung stellt Vorhofflimmern ein zunehmendes ungelöstes medizinisches Problem dar. Allerdings werden sowohl die Rhythmuskontrolle als auch die Therapie von Begleiterkrankungen nach wie vor zu selten eingesetzt, so dass Patient:innen mit Vorhofflimmern weiterhin schlechte Behandlungsergebnisse und damit verbundene hohe Gesundheitskosten zu verzeichnen haben. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer optimierten Behandlung, die auf Risikofaktoren, Vorhofflimmerlast und Rhythmus abzielt.“
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Patientenverfügungen
Patientenverfügungen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind in Deutschland weit verbreitet, das Pendant für psychische Erkrankungen deutlich weniger. Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben in einem wissenschaftlichen Projekt gemeinsam mit verschiedenen Stakeholdern eine Vorlage für eine psychiatrische Patientenverfügung entwickelt und diese im November 2025 frei zugänglich im Psychiatrie-Verlag veröffentlicht, zusammen mit einem Leitfaden für das Erstellen der Vorausverfügung. Die Vorlage legt besonderen Wert darauf, Menschen mit psychischen Erkrankungen Selbstbestimmung zu ermöglichen. Sie steht auf der Verlagsseite zum Download bereit.
Das Team um Anne-Sophie Gaillard und Dr. Matthé Scholten entwickelte die Vorlage für die Patientenverfügung im SALUS-Projekt, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert. Es ist die einzige existierende Vorlage in Deutschland, an deren Entstehung sowohl betroffene Menschen als auch andere zentrale Interessengruppen aktiv mitgewirkt haben.
Mehr Selbstbestimmung durch Patientenverfügungen
In einer psychiatrischen Patientenverfügung können Menschen in einer Situation, in der sie einwilligungsfähig sind, festlegen, welche Behandlungen sie während einer psychischen Krise wünschen und welche nicht. „Psychiatrische Patientenverfügungen fördern die Selbstbestimmung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung“, sagt Matthé Scholten. „Studien zeigen zudem, dass sie die Rate von Zwangsunterbringungen in der Psychiatrie signifikant reduzieren können.“
Im Rahmen des SALUS-Projekts hat das Bochumer Team seit 2018 unter anderem erforscht, welche Vor- und Nachteile psychiatrische Patientenverfügungen haben. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass die Vorteile deutlich überwiegen.
„Viele psychisch erkrankte Menschen haben den Wunsch, Vorsorge zu betreiben. Das zu tun, gibt einem ein gutes Gefühl“, bestätigt auch Iris, die selbst psychisch erkrankt ist und sich über zwei Jahre lang intensiv in die Erarbeitung der nun veröffentlichten Vorlage eingebracht hat.
Wissenschaftliche Erkenntnisse in Vorlage eingeflossen
Das nun bereitgestellte Material erzeugte das Team vom Bochumer Institut für Ethik und Geschichte der Medizin in enger Zusammenarbeit mit mehreren Betroffenen und deren Angehörigen, psychiatrischen Fachkräften und Rechtsexpertinnen und -experten. Der Leitfaden erklärt auf einfache Weise, wann und für wen eine psychiatrische Patientenverfügung sinnvoll ist, wie diese erstellt werden kann, und gibt Tipps zu Aufbewahrung, Aktualisierung und Widerruf. Der Leitfaden informiert außerdem darüber, was zu beachten ist, wenn die Einwilligungsfähigkeit der betroffenen Person beurteilt wird.
„Ich habe in das Projekt eine andere Sichtweise einbringen können“, sagt Iris. „Auch wenn psychische Erkrankungen sehr individuell sind und ich natürlich nicht für alle Betroffenen sprechen kann, konnte ich zum Beispiel beschreiben, wie sich bestimmte Situationen anfühlen“, ergänzt sie. Die Betroffene half auch, die Vorlage laienverständlich zu gestalten.
Sie zieht ein durchweg positives Fazit aus der engen Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. „Ich war bei allen Treffen des Forschungsteams dabei und habe einen tollen Einblick bekommen, wie Forschung funktioniert“, sagt Iris. „Nun bin ich ein Stück weit stolz, dass ich an etwas mitwirken konnte, was hoffentlich vielen Menschen helfen wird.“
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Dr. Matthé Scholten
Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 28628
E-Mail: matthe.scholten@ruhr-uni-bochum.de
Originalpublikation:
Anne-Sophie Gaillard, Esther Braun, Iris Haferkemper, Jonas Karneboge, Julia Haberstroh, Tanja Henking, Jakov Gather, Matthé Scholten: Selbstbestimmt in der Krise – Ein Leitfaden zur Erstellung und Anwendung psychiatrischer Patientenverfügungen, Psychiatrie Verlag, 2025, DOI: 10.1486/9783966053488, https://forschen-und-teilen.de/selbstbestimmt-in-der-krise/
Anne-Sophie Gaillard, Jakov Gather, Iris Haferkemper, Jochen Vollmann, Sarah Potthoff, Matthé Scholten, Esther Braun: A Template for a Psychiatric Advance Directive: Co-development and Qualitative Evaluation with Key Stakeholders, in: International Journal of Law and Psychiatry, 2025, DOI: 10.1016/j.ijlp.2025.102135, https://doi.org/10.1016/j.ijlp.2025.102135
Stoffwechselerkrankungen
Stoffwechselerkrankungen haben in der Gesellschaft epidemische Ausmaße erreicht. Nicht nur mangelnde Bewegung ist dafür verantwortlich, sondern auch langes Wachbleiben und künstliches Licht. Die innere biologische Uhr stimmt dann nicht mehr mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus überein. Um zu verstehen, wie sich Tageslicht auf den Stoffwechsel und auf die Blutzuckerkontrolle auswirkt, untersuchte ein Team der Universität Genf (UNIGE), der Universitätskliniken Genf (HUG), der Universität Maastricht und des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) dreizehn Personen mit Typ-2-Diabetes. Bei Tageslicht hatten die Teilnehmenden stabilere Blutzuckerwerte; auch das Stoffwechselprofil verbesserte sich. Wie bei allen Lebewesen werden auch die körperlichen Prozesse beim Menschen vom Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus) beeinflusst. Eine zentrale „innere Uhr“ im Gehirn steuert und synchronisiert dabei die „Uhren“ in Organen wie der Leber oder in der Skelettmuskulatur. „Wir wissen seit einigen Jahren, dass die Störung des Tag-Nacht-Rhythmus eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselstörungen spielt, von denen ein immer größerer Teil der westlichen Bevölkerung betroffen ist“, erklärt Professor Charna Dibner von der Medizinischen Fakultät der UNIGE und der HUG. Sie hat die Studie gemeinsam mit Professor Joris Hoeks von der Universität Maastricht und mit Professor Patrick Schrauwen vom DDZ geleitet. Vorgestellt: Diese Studie wurde mit Unterstützung der VELUX Stiftung und der Daylight Academy, des Schweizerischen Nationalfonds und der Vontobel-Stiftung durchgeführt. MaAB - Medizin am Abend Berlin Fortbildungen VOR ORT |
