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Die Gehirnveränderung bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen: Zu hoher Blutdruck

Medizin am Abend  Berlin Fazit: Blutdruck über Normalwert kann schon bei jungen Erwachsenen auf Hirnschäden hinweisen

Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) kann es zu Veränderungen im Hirnvolumen führen, wenn der Blutdruck bei Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren leicht erhöht über dem Normalwert liegt. 

Die Studie unter der Leitung von Prof. Arno Villringer wurde am 23. Januar 2019 in der Online-Ausgabe von Neurology veröffentlicht, der Fachzeitschrift der American Academy of Neurology (AAN). 

Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilber (mmHg). Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg.
Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilber (mmHg). Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg. ©Albina_Glisic/Shutterstock.com/MPI CBS

 
  • Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am MPI CBS in Leipzig herausfanden, hatten Menschen mit Blutdruck über dem Normalwert in bestimmten Bereichen des Gehirns häufiger geringere graue Substanz als Personen mit normalem Blutdruck. 

Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilber (mmHg).

Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg.

„Zuvor war die Annahme, dass Hirnschäden im Zusammenhang mit einem über Jahre hinweg bestehenden Bluthochdruck eine offensichtliche Folge dieser Erkrankung sind, aber unsere Studie legt nahe, dass schon geringfügige Veränderungen in der grauen Substanz des Gehirns bei jungen Erwachsenen beobachtet werden können, bei denen noch nie ein Bluthochdruck diagnostiziert wurde. “, sagt Studienautor Arno Villringer. "Es muss noch weiter erforscht werden, ob dadurch das Risiko für Schlaganfall, Demenz oder andere zerebrovaskuläre Erkrankungen im späteren Leben erhöht werden kann."

Villringer ergänzt, die Forschung könne auch dazu beitragen, festzustellen, ob, wann und wie der Blutdruck über dem Normalwert bei jungen Erwachsenen überwacht und gesteuert werden sollte.

Lina Schaare, Erstautorin und Forscherin im Team von Arno Villringer, hat den umfangreichen Datensatz für die Studie ausgewertet. 423 Personen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren haben daran teilgenommen, sie unterzogen sich mindestens einem MRT-Gehirnscan und einer Blutdruckwertmessung.

Einundvierzig Prozent der Teilnehmer hatten einen normalen Blutdruck, 29 Prozent hatten einen Blutdruck zwischen 120/80 und 129/84, 19 Prozent zwischen 130/85 und 139/89, und 11 Prozent hatten einen hohen Blutdruck.

  • „Unsere Messungen zeigen: Menschen mit einem Blutdruck über dem Normalwert hatten eher ein geringeres Volumen an grauer Substanz in Bereichen des Gehirns, einschließlich der Stirn- und Parietallappen – also in Abschnitten des Großhirns, sowie des Hippocampus, der Amygdala und des Thalamus.“, erklärt sie. 

Die Auswirkungen waren selbst dann vorhanden, wenn der Blutdruck als kontinuierliche Messung betrachtet wurde, was zeigte, dass das Volumen der grauen Substanz niedriger war, je höher der systolische oder diastolische Blutdruckwert war. 

  • Als systolischer Blutdruck wird der Wert angegeben, der entsteht, während das Herz pumpt – denn dann wird mehr Druck ausgeübt. 
  • Der Blutdruck, der entsteht, während das Herz entspannt, wird als diastolischer Druck angegeben.

„Obwohl die Studie nicht beweist, dass der über dem normalen Wert liegende Blutdruck diese Veränderungen der grauen Substanz im Gehirn als Ursache hervorruft, deutet diese Studie doch darauf hin, dass die Behandlung von Bluthochdruck oder die Aufrechterhaltung eines niedrigeren Blutdrucks im frühen Erwachsenenalter wesentlich dafür sein kann, zu verhindern, dass die Kaskade von stillen Gehirnveränderungen ohne Symptome zu letztlich schädlichen Bedingungen für die Organe wie Schlaganfall und Demenz führt.“, so Villringer.

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Über Google: Medizin am Abend Berlin 
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Prof. Dr. Arno Villringer
Direktor Abteilung Neurologie
Telefon: +49 341 9940-2220
Fax: +49 341 9940-2221
E-Mail: villringer@cbs.mpg.de

Lina Schaare
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefonnummer: +49 341 9940-2412
E-Mail: schaare@cbs.mpg.de



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Bettina Hennebach
Telefon: 0341 9940-148
E-Mail-Adresse: hennebach@cbs.mpg.de

Originalpublikation:
Neurology
https://www.aan.com/AAN-Resources/Details/press-room/
https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000006947



ECS 2015 London: Lungenembolie+PC/TV und Mittagsschlaf+Bluthochdruck

1. Medizin am Abend Berlin Fazit:

Studie: Langes Sitzen vor dem Fernsehgerät erhöht das Risiko einer Lungenembolie 
Wer täglich fünf Stunden und mehr vor dem TV-Gerät verbringt, hat ein doppelt so hohes Risiko, eine tödliche Lungenembolie zu entwickeln, als Menschen, die weniger als zweieinhalb Stunden fernsehen.

Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie über eine neue japanische Studie, die beim Kongress der Europäischen Kardiologischen Gesell-schaft (ESC) in London präsentiert wurde.

In der Altersgruppe unter 60 Jahren war der Unterschied noch deutlicher ausgeprägt, so Studienautor Dr. Toru Shirakawa von der Universität Osaka. „In dieser Altersgruppe war das Risiko für eine tödliche Lungenembolie bei Menschen mit mehr als fünfstündigem Fernsehkonsum sogar um das Sechsfache höher als bei Personen, die unter zweieinhalb Stunden fernsehend verbringen.“

Die Immobilität der Beine könnte, ebenso wie beim erhöhten Embolie-Risiko auf Langstreckenflügen, dieses Ergebnis zumindest teilweise erklären, so der Experte. „Zur Vorbeugung empfehlen wir daher bei langem Fernsehen ähnliche Maßnahmen wie gegen das sogenannte Economy-Class-Syndrom, also regelmäßig aufzustehen und herumzugehen und ausreichend Wasser zu trinken.“

„Die wichtigste Botschaft, die wir aus dieser neuen Studie mitnehmen sollten: 

Ob Fernsehen, lange Zeit vor dem Computer oder im Auto oder Flugzeug: Langes Sitzen und die Aufnahme von zu wenig Flüssigkeit kann hinsichtlich einer möglichen Embolie gefährlich sein.
Quelle: ESC 2015 Abstract Watching television and mortality from pulmonary embolism among middle-aged Japanese men and women: the JACC study. T. Shirakawa, H. Iso, S. Ikehara, K. Yamagishi, A. Tamakoshi


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2. Medizin am Abend Berlin Fazit:   

Neue Studie: Mittagsschlaf wirkt günstig auf Langzeit-Blutdruckwerte

Wer sich einen Mittagsschlaf gönnt, hat günstigere Blutdruck- und Pulswerte. 
Für die Studie untersuchte ein griechisches Forscherteam vom Asclepion Voulas Krankenhaus in Athen 386 Bluthochdruck-Patienten. Erhoben wurden bei ihnen untere anderem die Dauer des Mittagsschlafes in Minuten, der Blutdruckwert bei einmaliger Messung und bei kontinuierlichem 24-Stunden Blutdruckmonitoring, die Pulswellenhöhe und Lebensstilfaktoren.

Bluthochdruck-Patienten, die sich eine Siesta gönnten, hatten einen um fünf Prozent (6mmHg) niedrigeren mittleren 24-Stunden-Blutdruckwert als die Kontrollgruppe. Der durchschnittliche systolische Blutdruckwert tagsüber war um vier Prozent (5 mmHg) niedriger, in der Nacht sogar um sechs Prozent (7 mmHg).

  • „Dies ist schon angesichts der Tatsache beträchtlich, als bereits eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2 mmHg das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses um zehn Prozent reduzieren kann“, so Studienautor Dr. Manolis Kallistratos.

Je länger der Schlaf, desto besser ist der Effekt, berichteten die griechischen Forscher. Wer zu Mittag 60 Minuten schläft, hatte einen um vier Prozent niedrigeren mittleren systolischen 24-Stunden-Blutdruckwert und einen um zwei Prozent stärkeren Blutdruckabfall bei Nacht als Personen, die keine Siesta halten.

Quelle: ESC 2015 Abstract Association of mid-day naps occurrence and duration with bp levels in hyperten-sive patients. a prospective observational study; M.S. Kallistratos, L.E. Poulimenos, A. Karamanou, N. Kouremenos, A. Koukouzeli, S. Vrakas, E.F. Chamodraka, K. Tsoukanas, A. Martineos, A.J. Manolis

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Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)
Hauptstadtbüro der DGK: Leonie Nawrocki, Tel.: 030 206 444 82

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 9.000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nau-heim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa.

Weitere Informationen unter www.dgk.org.