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Eng verzahnte Kooperation zwischen klinischer und ambulanter Betreuung der Herzschwächepatienten

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Herzschwäche braucht neue Versorgungsstrukturen

Das Fehlen der Versorgungskontinuität für chronische Herzschwächepatienten nach dem Krankenhaufaufenthalt belastet die Betroffenen schwer, warnt jetzt ein Zusammenschluss führender deutscher Herzspezialisten aus dem DZHI (Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz) und den beiden ärztlichen Dachverbänden DGK (Dt. Gesellschaft für Kardiologie) und DGTHG (Dt. Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie) in der Fachzeitschrift „Der Kardiologe“. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachHinweisd: Herzkatheteruntersuchungen  

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachLink: Aufbau und Organisation von Herzinsuffizienz-Netzwerken 

 Medizin am Abend Berlin ZusatzThema: Medikament-Bewertungen

Die Mediziner empfehlen neben einer verbesserten kardiologischen Infrastruktur die sektorenübergreifende, eng verzahnte Kooperation zwischen klinischer und ambulanter Betreuung der Herzschwächepatienten. 

 Heart Failure Units in Krankenhäusern gibt es in Deutschland noch zu selten, die Behandlung der Herzschwäche muss optimiert werden, so ein Zusammenschluss führender deutscher Kardiologen.
Heart Failure Units in Krankenhäusern gibt es in Deutschland noch zu selten, die Behandlung der Herzschwäche muss optimiert werden, so ein Zusammenschluss führender deutscher Kardiologen.
DZHI


Als häufigste Ursache einer Krankenhauseinweisung und mit kontinuierlich steigenden Fallzahlen ist die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) eine der großen medizinischen Herausforderungen, denen sich das Gesundheitssystem und Versorger derzeit stellen müssen.

Die bislang nicht heilbare Erkrankung geht mit einer hohen Sterberate und häufigen Hospitalisierungen einher, die Krankheitskosten steigen. 

Auch, weil Herzinsuffizienz dank intensiver Forschung immer besser behandelt wird.

  • Doch noch profitieren Patienten zu wenig davon.
Intensivieren der Zusammenarbeit von klinischem und nicht-klinischem Bereichen notwendig

„Klassischerweise müssen chronische Herzschwächepatienten im Verlauf ihrer Erkrankung drei bis vier Mal stationär aufgenommen werden“, erklärt Kardiologe Professor Georg Ertl, Sprecher des DZHI.

  • Im Krankenhaus, so der Experte weiter, erhalten die Patienten die bestmögliche Behandlung, wenn das Haus über spezialisierte Versorgungseinheiten für Herzinsuffizienz verfügt. 

Bislang seien diese jedoch kaum vorhanden.

  • Hinzu kommt, dass der Patient nach dem Krankenhausaufenthalt in eine Versorgungskette aus Kardiologen, Hausärzten und nichtärztlichen Leistungserbringern entlassen wird, deren Mitglieder nicht effektiv genug miteinander kommunizieren und kooperieren. 

„Viele Studien haben gezeigt, dass die Langzeitprognose bei Herzschwäche signifikant verbessert werden kann, wenn neue, sektorenübergreifende Behandlungsstrategien und Versorgungskonzepte umgesetzt würden“, so Professor Ertl.

Gemeinsam mit weiteren führenden Herzspezialisten der ärztlichen Berufsverbände DGK und DGTHG sowie der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Kardiologischen Krankenhausärzte (ALKK) und dem Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) spricht sich der Kardiologe für den organisatorischen Zusammenschluss der verschiedener Leistungsträger in neu zu etablierenden Herzinsuffizienz-Netzwerken aus.

  • Sie sollen strukturell sicherstellen, dass stationäre und post-stationäre Versorgung Hand in Hand nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen verläuft. 

„Wir empfehlen ein Netz aus Versorgungskomponenten, das lokale und überregionale Versorgungseinheiten kombiniert:

  • Schwerpunktpraxen oder –ambulanzen mit entsprechender technischer Ausstattung und spezialisiertem Pflegepersonal sollen lokal erste Anlaufstelle sein, Schwerpunktkliniken in den Krankenhäusern sind die nächst größere Anlaufstelle, in denen zusätzlich die vielen, komplizierten Begleit- und Folgeerkrankungen behandelt werden. 

Zuletzt stellen große, überregionale Zentren für Herzinsuffizienz Infrastruktur für chirurgische Eingriffe und Akutsituationen dar.

Notwendig wird dies etwa beim Einbringen von Ersatzherzen oder Schrittmacher.

Kommunikation entscheidend

Viel Arbeit liegt also vor den Medizinern und Gesundheitswirtschaftlern, die diese Strukturen zum Leben erwecken wollen.

„Zentral ist für uns auch die Kommunikation über Sektorengrenzen hinweg.
  • Wir empfehlen daher, dass in den Netzwerken Raum geschaffen wird für mehr Interaktion mit behandelnden Hausärzten, Pflegepersonal, Angehörigen und Palliativbetreuern - etwa durch Schulungen. 
  • Zudem müssen die Netze auch ein neues Entlassmanagement aus den fachmedizinischen Spezialzentren der Krankenhäuser in die hausärztliche und ambulant kardiologische Versorgung koordinieren, damit die chronischen Patienten bedarfsgerecht medizinisch betreut sind.“ 

Medizin am Abend Berlin DirektKontakt
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Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://leitlinien.dgk.org/files/2016_Empfehlung_DGTHG_DGK_Herzinfarkt_Netzwerke....

www.leitlinienprogramm-onkologie.de - palliativemedizinische Versorgung Krebskranker

Medizin am Abend Fazit:   Evidenzbasierte Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung Krebskranker erschienen

 

https://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gasta&p_aid=0&p_sprache=D&p_knoten=NE281 

 

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im Mai 2015 die erste S3-Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung von erwachsenen Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung vorgelegt. Die Leitlinie entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und konzentriert sich zunächst auf die Themenbereiche Atemnot, Schmerz, Obstipation, Depression, Kommunikation, Sterbephase und Versorgungsstrukturen. 
 
Kaum ein anderer Bereich des Gesundheitssystems hat in den letzten Jahren eine derart rasante Entwicklung erlebt wie die Palliativ- und Hospizversorgung.
Sie verfolgt das Ziel, die Lebensqualität von lebensbedrohlich Erkrankten und ihren Angehörigen möglichst zu verbessern oder zu erhalten. Entscheidend dabei ist ein Behandlungsansatz, der die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des Patienten berücksichtigt.

„Die neue Leitlinie befasst sich mit den Grundprinzipien der palliativmedizinischen Versorgung, die in organspezifischen Leitlinien oft nicht ausführlich genug behandelt werden können. Sie formuliert systematisch entwickelte Handlungsempfehlungen auf der Basis der bestmöglichen wissenschaftlichen Nachweise“, sagt Prof. Dr. Claudia Bausewein, Palliativmedizinerin am Klinikum der Universität München-Großhadern und mitverantwortlich für die Koordination der Leitlinienentwicklung. Die Leitlinie enthält unter anderem Empfehlungen für Versorgungsstrukturen, die eine frühzeitige palliativmedizinische Behandlung der Betroffenen ermöglichen. Häufige Symptome sollten nach dem aktuellen Wissensstand behandelt werden, betont Prof. Dr. Raymond Voltz von der Uniklinik Köln, ebenfalls Leitlinienkoordinator. Wichtig sei auch eine angemessene Kommunikation mit Patienten und Angehörigen, etwa, um die Therapieziele gemeinsam festzulegen. In der Leitlinie finden sich außerdem Empfehlungen für eine optimale Betreuung in der Sterbephase.

Von einem großen öffentlichen Interesse an einer besseren Palliativversorgung schwerkranker Menschen zeugen die gegenwärtigen Pläne der Bundesregierung für ein Palliativ- und Hospizgesetz und auch die kürzlich erschienene Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. „Durch die erarbeitete Leitlinie haben wir jetzt erstmals eine Grundlage für eine evidenzbasierte Diskussion über mögliche Verbesserungen für schwer- und schwerstkranke Krebspatienten geschaffen“, sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, die 2008 das Leitlinienprogramm Onkologie gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften auf den Weg gebracht hat und dieses seitdem finanziert.

„Ich freue mich sehr, dass die Onkologie für die palliativmedizinische Leitlinie Impulsgeber und Schrittmacher war. Anders als noch vor wenigen Jahren sind mittlerweile viele Aspekte der Palliativmedizin gut durch Studien untersucht. Die Leitlinie ist wichtig, um Nihilismus, Angst und Verzweiflung am Lebensende tragfähige Behandlungsangebote entgegenzusetzen. Einige der Empfehlungen, etwa im Zusammenhang mit palliativmedizinischen Versorgungstrukturen, lassen sich möglicherweise auch auf Gebiete außerhalb der Onkologie übertragen“, ergänzt Prof. Dr. Florian Lordick aus Leipzig, Vorstandsmitglied der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin der DKG.

Die Leitliniengruppe plant, in einem zweiten Modul der S3-Leitlinie acht weitere palliativmedizinische Themen zu behandeln. Dazu zählen die Maligne Intestinale Obstruktion (MIO), Übelkeit/Erbrechen, Schlafstörungen/Nächtliche Unruhe, Wundpflege, chronische Müdigkeit, Angst, Therapiezielfindung und der Umgang mit dem Wunsch, zu sterben.

Das Leitlinienprogramm Onkologie

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.www.leitlinienprogramm-onkologie.de

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) steht für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung aller in der Palliativmedizin Tätigen: Knapp 60 Prozent der 5.000 DGP-Mitglieder kommen aus der Medizin, 30 Prozent aus der Pflege und rund zehn Prozent aus weiteren in der Palliativversorgung tätigen Berufsgruppen. Anliegen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ist es, die Fortentwicklung der Palliativmedizin interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend auf allen Ebenen zu fördern.

www.dgpalliativmedizin.de

Medizin am Abend DirektKontakt

Dr. Katrin Mugele
Deutschen Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
Tel: (030) 3229329 60
E-Mail: mugele@krebsgesellschaft.de
www.krebsgesellschaft.de

Karin Dlubis-Mertens
Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.
Aachener Str. 5, 10713 Berlin
Tel: (030) 30 10 100 13
E-Mail: redaktion@palliativmedizin.de
www.palliativmedizin.de

Dr. med. Svenja Ludwig, M. A.
Bereich Medizinisch/wissenschaftliche der Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32, 53113 Bonn
Tel: (0228) 729 90270
E-Mail: ludwig@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de

Weitere Informationen für internationale Medizin am Abend Beteiligte:
http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/Palliativmedizin.80.0.html
http://www.dgpalliativmedizin.de/allgemein/leitlinien.html