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Leber: Tickende Zeitbombe

Medizin am Abend Berlin Fazit: Große Leber-Operation mit kleinen Schnitten

Erstmals am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat das Team um Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, einen von Krebs-Metastasen befallenen Leberlappen mit einem minimalinvasiven OP-Verfahren entfernt. Bei dem Ende Juli vorgenommenen Eingriff blieb dem 79-jährigen Patienten damit das standardmäßig angewandte Verfahren einer offenen Operation erspart: Statt einem rechtwinkligen, mehr als 30 Zentimeter langen Bauchschnitt reichten dem Dresdner Chirurgenteam vier kurze sowie ein etwa sieben Zentimeter langer Schnitt, um den rechten Leberlappen des an Darmkrebs erkrankten Mannes zu entfernen. 

 Krebspatient Klaus Kraft (links) im Gespräch mit Prof. Jürgen Weitz.
Krebspatient Klaus Kraft (links) im Gespräch mit Prof. Jürgen Weitz. Stephan Wiegand / Medizinische Fakultät der TU Dresden
 
Einen Monat nach dem siebenstündigen Eingriff ist der Patient soweit genesen, dass er wieder ausgedehnte Waldspaziergänge unternehmen kann. Entscheidender Vorteil des minimalinvasiven Verfahrens sind ein geringerer Blutverlust bei der OP und eine niedrigere Komplikationsrate – unter anderem, weil die einzelnen kleinen Schnitte in der Bauchdecke die Risiken von Wundheilungsstörungen senken.

„Mit dieser erst von wenigen Spezialisten angewandten Operationsmethode setzt die Dresdner Hochschulmedizin ein weiteres Zeichen für seine führende Position in der Versorgung von Krebspatienten. Dazu tragen am Universitätsklinikum die chirurgischen Fächer ebenso bei wie Gynäkologie, die internistischen Fächer, die Strahlentherapie und die Urologie. Der auch durch dieses Verfahren vorangetriebene Ausbau der onkologischen Leberchirurgie und deren Kombination mit innovativen Transplantationstechniken sind ein wichtiger Schritt, auch auf internationaler Ebene die Zukunft auf diesem Gebiet mitzugestalten“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums

Tickende Zeitbombe in einem lebenswichtigen Organ

Die Leber übernimmt im Blutkreislauf eine wichtige Filterfunktion. Das führt bei Krebspatienten häufiger dazu, dass sich dort Tochtergeschwülste – Metastasen – ansiedeln, die die Leber zuvor aus dem Blut gefiltert hat. Sie sind eine tickende Zeitbombe, weil durch ihr fortschreitendes Wachstum gesundes Lebergewebe zerstört wird. Die Folge sind Stoffwechselstörungen und schließlich Leberversagen. Deshalb müssen Metastasen abgetötet oder entfernt werden. Letzteres übernehmen Bauchchirurgen wie Prof. Weitz, die über einen großen Erfahrungsschatz verfügen müssen: „Das stark durchblutete Organ bedeutet für uns Chirurgen eine große Herausforderung. Etwa zwei Liter Blut fließen pro Minute durch die Leber und die stärkste Vene ist daumendick. Wir müssen sehr präzise vorgehen, wenn wir einen großen Teil der Leber herausschneiden wollen“, erklärt der Klinikdirektor. Seit Team entfernt jährlich bei rund 120 Patienten Teilstücke des lebenswichtigen Organs. Sofern dort angesiedelte Metastasen günstig liegen, muss lediglich ein kleines Stück Leber herausgenommen werden. In diesen Fällen haben die Bauchchirurgen des Dresdner Uniklinikums auch bisher schon minimalinvasive OP-Verfahren genutzt. Doch wenn es darum ging, einen größeren Teil der Leber – möglich sind je nach Zustand des Patienten bis zu 80 Prozent – zu entfernen, wurde die Option der offenen OP gewählt. Möglich ist ein solcher Eingriff, weil sich das Organ regenerieren kann: Lebergewebe bildet sich nach der OP innerhalb von drei bis sechs Wochen neu. Damit gewinnt das Organ seine volle Funktionsfähigkeit relativ schnell zurück. In der Zwischenzeit macht sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des reduzierten Organs beispielsweise durch Müdigkeit bemerkbar. Auch kann sich die Haut der Patienten aufgrund der verringerten Filterfunktion verfärben.

Schlüsselloch-Chirurgie kommt mit deutlich kürzeren Schnitten aus

Um einen Teil der Leber in einer offenen Operation zu entfernen, ist meist ein großer Schnitt notwendig, der vom Brustbein bis zum Bauchnabel oder in manchen Fällen von dort bis zur Höhe der rechten Flanke reicht. Die Öffnung kann bis zu 30 Zentimeter lang sein, wobei die Chirurgen größere Muskeln durchtrennen müssen. Der große Schnitt sorgt zwar dafür, dass die zu operierende Leber für die Chirurgen gut erreichbar ist, was auch zu einer relativ kurzen OP-Zeit von zwei bis drei Stunden führt. Doch diese Form des Eingriffs geht mit höherem Blutverlust sowie einem erhöhten Risiko an Wundheilungsstörungen einher. Patienten brauchen oft einige Wochen, um sich wieder problemlos bewegen und ihre Bauchmuskulatur belasten zu können. Bei der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie dagegen beschränkt sich der Eingriff auf vier kurze und einen etwa sieben Zentimeter langen Schnitt. In die kleineren Öffnungen führen die Chirurgen ihre Spezialinstrumente ein; ein etwas längerer Schnitt ist notwendig, um den abgetrennten Leberlappen mit den Metastasen aus dem Körper zu holen.

Klaus Kraft aus Brand-Erbisdorf ist der erste Patient, bei dem das Chirurgenteam um Prof. Weitz gut die Hälfte seiner Leber minimalinvasiv entfernt hat. Notwendig wurde dieser Eingriff, weil die Ärzte im Januar dieses Jahres Darmkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium bei dem 79-Jährigen diagnostizierten. Nachdem in einem ersten Schritt die Bauchchirurgen des Dresdner Uniklinikums im Februar ein Teilstück des Dickdarms ebenfalls mit dem schonenden OP-Verfahren entfernten, stellte sich heraus, dass der Tumor bereits gestreut hatte. Folge waren drei Metastasen in der Leber. Nach einer Erholungsphase folgte Ende Juli die zweite OP, um den betroffenen rechten Leberlappen ebenfalls minimalinvasiv zu entfernen. Die siebenstündige, von Prof. Weitz und Oberarzt Prof. Thilo Welsch vorgenommene Operation war ein voller Erfolg: „Nach aktuellem Stand ist der Patient zu 100 Prozent tumorfrei“, erklärt der Klinikdirektor.

Die Zeit nach der Operation gibt dem ungebrochenen Optimismus Recht, mit dem sich Klaus Kraft ein zweites Mal in die Hände der Chirurgen des Dresdner Uniklinikums begab. „Ich hatte vom ersten Tag an keine Schmerzen und konnte mich gut bewegen. Die Physiotherapeutin verblüffte ich mit meinem Wunsch, in der Klinik gleich Treppen steigen zu wollen“, erzählt der 79-Jährige. Gemeinsam mit seinem Bettnachbarn unternahm er Spaziergänge im Klinikumsgelände: „Ich hatte dabei gleich ein gutes Gefühl!“ Gut einen Monat nach der Operation bricht er mit seiner Frau zu ausgedehnten Waldspaziergängen auf. Auf der Suche nach Pilzen war er bereits wieder zwei Stunden in unwegsamem Gelände unterwegs. „Dass der Patient so schnell zu seiner Mobilität zurückgefunden hat, ist auch eine Folge des schonenden minimalinvasiven Eingriffs. Ich freue mich für Herrn Kraft, dass wir ihm mit dem modernen Operationsverfahren ein wichtiges Stück an Lebensqualität erhalten konnten!“, zeigt sich Prof. Weitz zufrieden.

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Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Direktor: Prof. Dr. med. Jürgen Weitz
Tel. 0351/ 4 58 27 42
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360° TOP-Hinweis: Rettungsstelle-KANZEL: Reitunfall: Beinahe so gefährlich wie Autounfälle

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Reiten für Kinder - ein Spaß mit hohem Risiko


Das Glück dieser Erde liegt auch für manches Kind auf dem Rücken der Pferde –besonders häufig bei Mädchen. Bei allem Schwärmen für die schönen Tiere mit den riesigen Augen sollte man aber eines nicht vergessen: Der Umgang mit einem Pferd kann gefährlich werden und sogar im Rollstuhl enden. Die Risiken des Reitsports werden häufig unterschätzt, warnt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme. 

 
  • Nach Statistiken der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) passieren hierzulande jedes Jahr zwischen 30 000 und 93 000 Unfälle mit Pferden. 

Reiten gehört zu den drei unfallträchtigsten Sportarten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. 

  • Über 50 Prozent aller Patienten, die wegen eines Reitunfalls im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind unter 18 Jahre alt. Junge Reiterinnen sind besonders gefährdet: Mädchen unter 14 Jahren machen zwar nur etwa 18 Prozent der organisierten Reiterinnen in Deutschland aus, sie sind jedoch bei 40 Prozent aller Reitunfälle betroffen.

Beinahe so gefährlich wie Autounfälle

Dabei ist die Schwere der aus Reitunfällen resultierenden Verletzungen im Vergleich zu anderen Sportarten besonders hoch. Im Durchschnitt weisen lediglich Kinder und Jugendliche, die von einem Auto angefahren wurden, schwerere Verletzungen auf als diejenigen, die beim Reiten verunglücken. 


Als Beispiel zitiert die Stiftung Kindergesundheit eine dpa-Meldung vom 17. Januar 2016: „Bei einem Reitunfall im mittelfränkischen Ansbach ist ein acht Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag hatte sich das Tier beim Voltigieren in einer Sportanlage aus zunächst unbekannten Gründen erschrocken und das Mädchen abgeworfen. Dann stürzte das Pferd auf das Kind. Die Achtjährige wurde nach dem Unfall am Freitag mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wo sie aber wenig später starb“.


Nach einem ähnlich verlaufenen tödlichen Reitunfall eines 11-jährigen Mädchens 2006 begannen Kinderchirurgen des Klinikums Bremen-Mitte, alle Unfälle der in ihrer Klinik vorgestellten kleinen Patienten zu erfassen, die mit dem Reiten zusammenhingen. Innerhalb von drei Jahren mussten allein in diesem Krankenhaus 179 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 16 Jahren (Mittelwert 10,2 Jahre) wegen einer beim Umgang mit Pferden erlittenen Verletzung behandelt werden. 95,5 Prozent von ihnen waren Mädchen. Hundert Kinder mussten stationär behandelt werden.

Die Hälfte der Kinder (52,6%) erlitt Verletzungen an Armen und Händen, jedes Fünfte (18,4%) zog sich Verletzungen am Kopf zu. In jedem zehnten Fall (10,6%) wurden Wirbelsäule oder Rücken in Mitleidenschaft gezogen. Und dies, obwohl die meisten jungen Reiterinnen eine adäquate Schutzkleidung – in 87,7 Prozent der Fälle einen Helm – getragen haben. Wie die Bremer Kinderchirurgen auf einem Pädiaterkongress in München berichteten, mussten sie nicht nur Knochenbrüche, sondern auch Fälle von Milz- oder Nierenrisse behandeln. 


Gefährliche Tritte und Bisse3
 
Die Gefährlichkeit des Umgangs mit Pferden ergibt sich unter anderem aus der mit der Größe und Kraft eines Pferdes entstehenden kinetischen Energie und seiner Unkontrollierbarkeit. Die Stiftung Kindergesundheit rechnet vor: Ein Pferd besitzt eine Masse von ca. 500 kg und ist bis zu zwei Metern hoch. Der Kopf des Reiters befindet sich bis zu drei Meter über dem Boden.


Ein Pferd kann bis auf 65 km/h beschleunigen und bringt bei einem Tritt eine Kraft von bis zu einer Tonne auf. Es ist ein Flucht-, Herden- und Steppentier und benimmt sich oft entsprechend. Wird es in die Enge getrieben, verteidigt es sich mit Huftritten und Bissen. „Pferde sind keine Sportgeräte, sondern autonom denkende und dabei unberechenbare Lebewesen“, betont Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit mit großem Nachdruck.

Reiten für Fitness und Seele


Trotz der Risiken halten die meisten Sportmediziner viel vom Reitsport, oft empfehlen sie ihn sogar als Therapie, auch für Kinder. Die Gründe sind vielfältig: Reiten trainiert den ganzen Stütz- und Bewegungsapparat, vor allem die Lendenwirbelsäule und das Becken und wirkt deshalb vorbeugend und heilend bei Haltungsschäden. Da sich der Reiter den unterschiedlichen Gangarten des Pferdes rhythmisch anpassen muss, begünstigt das Reiten auch den Kreislauf und die Herzfunktion. Die inneren Organe werden intensiv durchblutet, sogar die Verdauung funktioniert besser.

Aber auch auf die seelische und soziale Entwicklung von Kindern hat das Reiten offenbar eine ausgleichende und fördernde Wirkung:

O Im Umgang mit dem Pferd und bei seiner Pflege übt das Kind Verantwortung und Fürsorglichkeit.

O In der verwirrenden Seelenlage der Pubertät dient das Pferd als guter Zuhörer und Objekt zum Liebhaben.

O Da Reiten Gruppensport ist, lernt das Kind auch, sich in einer Gruppe zurechtzufinden.

O Schließlich hebt es das kindliche Selbstbewusstsein ganz ungemein, mit einem so großen Tier umgehen und es lenken zu können.
Lieber Reithelm als Kappe!
Pferde haben ihre Eigenheiten. „Eltern sollten es sich deshalb gut überlegen, ehe sie ihr Kind zu Reitstunden anmelden“, so Professor Berthold Koletzko. „Selbst Zehnjährige sind nicht unbedingt schon in der Lage, mit einem großen Pferd auch in kritischen Situationen angemessen umzugehen. Hinzukommt, dass viele Kinder und Jugendliche als Anfänger ihre Reitfähigkeiten oft überschätzen“.

Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Eltern pferdenärrischer Kinder darauf achten, dass ihr Kind

O sorgfältig mit den Eigenarten des jeweiligen Pferdes umzugehen lernt;

O nie allein ausreitet, wenn es nicht schon sehr sicher im Sattel sitzt; und

O immer einen Reithelm trägt und zwar auch bei Arbeiten im Stall! Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ warnt davor, aus falschem Traditionsbewusstsein noch einfache Reitkappen zu tragen, die nicht vor Verletzungen schützen. Wichtig zu wissen: Die seit 1996 gültige Norm für Reithelme EN1384 wurde zum Ende 2014 außer Kraft gesetzt. Derzeit gültig ist die Übergangsnorm "VG1 01.040 2014-12" (kurz auch "VG1" genannt). Nach dieser Norm werden Helme so lange produziert, bis eine neue europäische Sicherheitsnorm (vermutlich noch in diesem Jahr) in Kraft getreten ist. Die neue Norm soll voraussichtlich EN 1384:2016 heißen.

O Fahrradhelme sind keine echte Alternative. Sie werden nicht auf seitliche Quetschungen geprüft, die einen Hufaufschlag simulieren sollen. Für diesen Ernstfall kann kein Fahrradhelm Sicherheit bieten.

O Wichtig sind auch passende Sattel, eine bequeme Reithose und feste Stiefeln ohne Profilsohle. Für Kinder empfiehlt sich auch das Tragen einer versteiften Reitschutzweste.

Ungeübte Reitende haben ein höheres Verletzungsrisiko. Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt deshalb sowohl erwachsenen Reitern als auch pferdebegeisterten Kindern eine kontinuierliche Teilnahme an Falltrainingsprogrammen, wie sie von der Reiterlichen Vereinigung (FN) deutschlandweit angeboten werden.
Eine gute Vorübung für das Reiten und zugleich auch für jüngere Kinder geeignet ist das Voltigieren. Dabei lernt das Kind das Turnen auf einem im Kreis laufenden Pferd, aber auch den richtigen Umgang mit dem Tier und – was besonders wichtig ist – das richtige Fallen, mit dem man Sturzverletzungen vorbeugen kann.

Ein letzter wichtiger Hinweis der Stiftung Kindergesundheit gilt erwachsenen Autofahrern: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie reitende Kinder mit Ihrem Auto überholen! Falls Sie zu nahe an einem Pferd vorbeifahren, könnte das Tier scheuen und das Kind gefährden.


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Giulia Roggenkamp Stiftung Kindergesundheit

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Giulia Roggenkamp
Generalsekretärin
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Diabetes und Niere: Hochrisikopatienten sollten zum Nephrologen überwiesen werden

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Nierenschutz für Diabetiker: Neue medikamentöse Ansätze

In Deutschland gibt es 6,7 Mio. Menschen mit Diabetes. 

Bei 90% der Betroffenen handelt es sich um einen lebensstilbedingten, erworbenen Diabetes („Typ-2-Diabetes“). 

  • 30 % bis 40 % der Diabetiker weisen Nierenschäden auf. 

Es gibt jedes Jahr mehr als 2.000 Patienten, die durch Diabetes neu dialysepflichtig werden. 

Diese Zahlen hat die Deutsche Diabetes-Hilfe publiziert [1] – und es stellt sich nun die Frage, wie die Nierengesundheit von Diabetikern besser geschützt werden kann 
 
  • Die Diabetische Nephropathie ist eine Nierenschädigung, die in Folge des Diabetes mellitus auftritt. 

Sie entsteht schleichend, macht zunächst keine Beschwerden und bleibt daher oft über eine lange Zeit unbemerkt.

Laut Schätzungen der Deutschen Diabetes Hilfe sind 30%-40% aller Diabetiker von einer solchen Nierenfunktionseinschränkung betroffen – und aus europäischen Registerdaten („ERA-EDTA Registry“ [2]) ist bekannt, dass allein bei einem Viertel aller Dialysepatienten der Diabetes mellitus alleinige Ursache für die terminale Nierenerkrankung ist.

Diabetes und Niere: Hochrisikopatienten sollten zum Nephrologen überwiesen werden

Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, nehmen die Blutgefäße Schaden.

Es kommt zu Ablagerungen und Wandveränderungen in den Gefäßen. Betrifft das die kleinen Blutgefäße, spricht man von Mikroangiopathie. Die Nieren bestehen aus einer Vielzahl solcher kleinen Blutgefäße, die das Blut filtern – nehmen sie Schaden, nimmt in Folge die Nierenfunktion ab. Eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion ist daher gerade bei Diabetikern wichtig und auch Bestandteil des „Disease Management Programms Diabetes“. 

Dennoch werden gemäß Information der Deutschen Diabetes-Hilfe immer noch 2.000 Diabetiker pro Jahr in Deutschland dialysepflichtig.„Diese Zahl könnte durch die Überweisung von den Hochrisikopatienten für Nierenerkrankungen unter den Diabetikern zum Nephrologen reduziert werden“, so die Einschätzung von Prof. Dr. Jan Galle, Lüdenscheid; Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

„Das sind jene Patienten, die bereits eine Albuminurie von über 20 mg und/oder eine rasche Progredienz des Nierenfunktionsverlusts aufweisen. 


Die verschiedenen Risikokonstellationen, die eine Überweisung zum Facharzt rechtfertigen, wurden kompakt im „Praxisratgeber Nephrologie“ [3] zusammengefasst.“

Neue medikamentöse Ansätze, um den Nierenfunktionsverlust aufzuhalten


Das medikamentöse Armamentarium, um die diabetische Nephropathie aufzuhalten, war bislang überschaubar.

  • Die Blockade des RAAS-Systems war über eine lange Zeit die einzige medikamentöse Therapie, die den Krankheitsprogress effektiv verlangsamen konnte. Aufgrund ihrer nephroprotektiven Wirkung wurden sie auch Patienten verschrieben, deren Blutdruck nicht erhöht war. Nun zeichnet sich eine weitere Möglichkeit der Risikoreduktion und Progressionsverlangsamung ab:

Die EMPAREG-Studie hatte bereits im vergangenen Jahr gezeigt [4], dass die zusätzliche Gabe von Empagliflozin zur Standardtherapie das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern günstig beeinflussen kann. Beobachtet wurde eine 32%ige relative Risikoreduktion für die Gesamtmortalität und eine 38%ige relative Risikoreduktion für die kardiovaskuläre Mortalität. Im Juni wurde auch die Auswertung der renalen Studiendaten publiziert [5]. Über 6.000 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und einer GFR von ≤ 30 ml/min/1,73 m2 waren randomisiert und im Hinblick auf renale Langzeiteffekte über 48 Monate untersucht worden. Analysiert wurden die Progression der Nephropathie (Auftreten von Albuminurie, Verdopplung des Serumkreatinins, Notwendigkeit, eine RRT zu beginnen, oder renale Mortalität). Im Ergebnis zeigte sich eine signifikant geringere Progression der Nephropathie (p < 0,001) in der Empagliflozin-Gruppe. Dort trat bei 525 von 4.124 Patienten (12.7%) eine Verschlechterung der Nierenwerte auf, in der Placebogruppe bei 388 von 2.061 (18.8%). Ähnlich wie bei RAAS-Blockern stellte sich zwar nach Therapiebeginn zunächst ein stärkerer Abfall der GFR (hervorgerufen durch vasomodulatorische Mechanismen) ein, im Verlauf war dann die Abnahme der GFR aber deutlich langsamer als in der Placebogruppe. Im Hinblick auf die Inzidenz der Albuminurie wurde hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt.

Zusammenfassend konnte die Substanz bei kardiovaskulären Risikopatienten mit diabetischer Nephropathie die CKD-Progression verlangsamen und zudem das Risiko klinisch relevanter renaler Ereignisse (z.B. AKI, Hyperkaliämie) signifikant verringern. 

Am 1. September hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) diesen Zusatznutzen von Empagliflozin bestätigt [6].

Darüber hinaus ist eine zweite Substanz vielversprechend hinsichtlich der kardiovaskulären Risikoreduzierung und ggf. auch renalen Protektion, zu der Ende Juli eine große randomisierte Studie [7] publiziert wurde. Liraglutide ist ein Antidiabetikum aus der Gruppe der Inkretin-Mimetika, das zusätzlich zur Standardtherapie verabreicht wird. In der doppelblinden Studie wurden 9.340 Diabetiker mit hohem kardiovaskulären Risiko randomisiert, die dann entweder Liraglutide oder Placebo erhielten (Medianes Follow-up: 3,8 Jahre). Der primäre Endpunkt war eine Zeit-bis-zum-Ereignis-Erfassung, es wurde verglichen, nach welcher Zeitspanne ein Ereignis (kardiovaskulärer Tod, nicht-fataler Myokardinfarkt oder Apoplex) eintrat. In der Verumgruppe traten signifikant weniger kardiovaskuläre Todesfälle auf als in der Placebogruppe (608/4.668 versus 694/4.4672; p<0,001). Auch die Gesamtmortalität war in der Liraglutide-Gruppe geringer (p=0,02). Die Raten der nicht-fatalen Myokardinfarkte und Apoplexe sowie der Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz waren in der Verumgruppe geringer, aber erreichten kein Signifikanzniveau. Die Pankreatitisinzidenz war bei den mit Liraglutide behandelten Patienten ebenfalls geringer, wenn auch nicht signifikant. Die häufigste Nebenwirkung, die zum Therapieabbruch führte, waren gastrointestinale Beschwerden. Insgesamt konnte Liraglutide also das kardiovaskuläre Risiko senken. Was für die Nephrologie aber von besonderer Bedeutung ist: Präspezifiziert wurde auch das mikrovaskuläre Outcome erhoben, und zwar als zusammengesetzter Endpunkt aus Nephropathie und Renopathie. Wie sich zeigte, verbesserten sich die renalen Parameter unter Therapie (wie das Entstehen einer Makroalbuminurie).

„Möglicherweise hat sich damit das medikamentöse Behandlungsspektrum, um die Progression der chronischen Nierenerkrankung zu verlangsamen und gleichzeitig das hohe kardiovaskuläre Risiko der Patienten zu senken, gleich um zwei neue Substanzen erweitert“, so Prof. Galle.

Auch nicht-medikamentöse Strategien sind wirksam!

Wie der Nierenexperte aber auch erklärt, sind vor allem auch nicht-medikamentöse Strategien wirksam, um die Dialysepflichtigkeit möglichst lange hinauszuschieben.

„Über die müssen diabetische Patienten detailliert informiert werden“, so Galle.

Nierenschutz sei Gefäßschutz und zum Gefäßschutz gehörten zum einen die Blutdrucknormalisierung sowie bei Diabetes mellitus eine Blutzuckersenkung auf Zielwerte, außerdem sollten Nierengifte wie Schmerzmittel nach Möglichkeit ganz vermieden werden. 

Darüber hinaus sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d. h. Trinkmenge, geachtet werden.

  • „Und natürlich spielt die Nikotinabstinenz eine wichtige Rolle. 
  • Hier müssen wir noch mehr Aufklärung betreiben, denn viele meiner Dialysepatienten sagen, dass sie von diesem Zusammenhang bisher nicht wussten!“

Literatur
[1] http://www.diabetes-stoppen.de/fakten/zahlen-und-fakten-zu-diabetes
[2] https://www.era-edta-reg.org/files/annualreports/pdf/AR2013%20Summary%20paper.pd... (dort auf S. 6)
[3] http://www.dgfn.eu/fileadmin/download/Aktuelles/news/DGfN_Ratgeber_2015.pdf
[4] Zinman B, Wanner C, Lachin JM et al. Empagliflozin, Cardiovascular Outcomes, and Mortality in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2015; 373(22): 2117-28
[5] Wanner C, Inzucchi SE, Lachin JM et al Empagliflozin and Progression of Kidney Disease in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2016 [Epub ahead of print]
[6] https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2694/2016-09-01_AM-RL-XII_Empagliflozin_D-2...
[7] Marso SP, Daniels GH, Brown-Frandsen K et al. Liraglutide and Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2016; 375(4): 311-322

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Pokémon Go - Spiel-APP

Medizin am Abend Berlin Fazit:  „Pokémon Go“ führt zu mehr Bewegung und Zusammenhalt

Wirtschaftsinformatiker untersuchen Auswirkungen der Spiel-App

Die aktuell beliebte Spiel-App „Pokémon Go“ führt bei den Spielerinnen und Spielern zu mehr Bewegung und stärkerem Zusammenhalt. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie von Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatikern der Technischen Universität Braunschweig. 

Medizin am Abend Berlin ZusatzFachThema: GKV Mitarbeiter  

Das Forschungsteam um Prof. Susanne Robra-Bissantz und Dr. Patrick Helmholz befragte 3.235 Pokémon-Go-Spieler online zu den Auswirkungen der Spiel-App in Hinblick auf ihre physische Aktivität und ihrer sozialen Zugehörigkeit.

„Pokémon Go“ beeinflusst physische Aktivität positiv

  • Mehr die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielen täglich zwischen 30 Minuten und zwei Stunden „Pokémon Go“, rund 24 Prozent geben an, mehr als zwei Stunden täglich mit der Spiel-App zu verbringen. 
Dies wirke sich laut der Umfrage auch auf die Bewegung der Spieler aus.

Etwa 60 Prozent geben an, dass sie durch das Spiel öfter draußen sind als vorher und ca. 55 Prozent behaupten, dass sie gelegentlich Umwege in Kauf nehmen, um spielrelevante Orte zu besuchen und so Vorteile im Spiel erreichen.

Denn fest verankerte, ortsbezogene Spielelemente wie ‚Pokéstops‘ und Arenen sind das Ziel der Pokémonjäger. “52 Prozent der Studienteilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigen, dass sie auf diese Weise auch ihr Wohnumfeld besser kennenlernen”, erklärt Patrick Helmholz. Etwa 41 Prozent geben zudem an, bei der Gestaltung ihrer Fortbewegung die Spielauswirkungen mit einzubeziehen. “So wird vermutlich auf kürzeren Wegen häufiger zu Fuß gegangen oder das Fahrrad genutzt und das Auto stehen gelassen”, ergänzt Michael Meyer.


Dr. Patrick Helmholz

Dr. Patrick Helmholz WI²/TU Braunschweig

Ab zwei Stunden Spielzeit entsteht Zusammenhalt
Bei Spielern, die täglich mehr als zwei Stunden mit „Pokémon Go“ verbringen, zeigen die Ergebnisse zudem auch eine positive Beeinflussung der sozialen Zugehörigkeit. „Diese Spieler erleben durch ‚Pokémon Go‘ ein Gefühl der Zusammengehörigkeit oder lernen andere Spieler kennen und unterhalten sich mit ihnen über das Spiel“ erläutert Felix Becker vom Forschungsteam. Über 60 Prozent der Vielspieler haben dadurch neue Menschen kennengelernt und tauschen sich mit ihnen über „Pokémon Go“ aus. Über 40 Prozent geben zudem an, sich den anderen Spielern verbunden zu fühlen und Teil einer Gruppe zu sein.

So haben sich auch Orte etabliert, an denen sich besonders viele „Pokémontrainer“ treffen und austauschen.

 „In Braunschweig sind beispielsweise an der Alten Waage oder auf der Rasenfläche des Löwenwalls fast rund um die Uhr Spieler aktiv”, erklärt Patrick Helmholz. Linda Eckard vom Forschungsteam ergänzt: “Wenn Kinder plötzlich ihre Eltern fragen, ob sie nicht noch einen Spaziergang durch den Park machen können und nicht umgekehrt, dann hat sich doch schon etwas in unserer Gesellschaft geändert, zumindest für den Moment.”

Zur Umfrage
Die Onlineumfrage der Braunschweiger Wirtschaftsinformatiker wurde in der zweiten Hälfte des Augusts deutschlandweit verteilt und war sieben Tage erreichbar. Die Teilnehmer der Studie sind im Durchschnitt 25,8 Jahre alt. Dabei bildet die Gruppe der 21- bis 27-Jährigen mit über 50 Prozent den größten Anteil. Über fünf Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jedoch auch unter 18 beziehungsweise über 40 Jahre alt. Die Geschlechterverteilung ist mit 59 Prozent männlichen zu 41 Prozent weiblichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern repräsentativ für Mobile Games. Zum Zeitpunkt der Erhebung war Pokémon Go in Deutschland seit sechs Wochen verfügbar. Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer gaben einen durchschnittlichen Spielbeginn vor 5,2 Wochen an und sind damit größtenteils fast seit Erscheinen des Spiels aktiv. Bis zu diesem Zeitpunkt erreichten sie durchschnittlich ein Spielerlevel von 20,4, etwa zehn Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten bereits ein Spielerlevel von über 25 erreicht.

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TraumaRegister - Schwerverletzte/Intensivmedizinisch

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Jahresbericht: TraumaRegister DGU® erfasst über 30.000 Schwerverletzte 2015

Das TraumaRegister DGU® (TR-DGU) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) verzeichnet 30.557 Schwerverletzte für das Jahr 2015. Sie mussten nach einem schweren Unfall intensivmedizinisch behandelt werden. Am TR-DGU beteiligen sich aktuell 615 deutsche Traumazentren der Initiative TraumaNetzwerk DGU®. 11 Prozent der erfassten Patienten stammen aus internationalen Kliniken, die sich am TR-DGU beteiligen, beispielsweise aus Österreich und der Schweiz. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen TraumaRegister-Jahresbericht für den Behandlungszeitraum 2015 hervor. 
 
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) stellt die bundesweiten Zahlen zur Versorgung Schwerverletzter am 9. September 2016 auf dem Jahrestreffen der Unfallchirurgen in Dortmund vor.

„Die Bilanz zeigt, dass der Anteil schwerverletzter Senioren kontinuierlich zunimmt. 

Diese Entwicklung im weltweit größten klinischen Schwerverletztenregister unterstreicht unsere Bemühungen, die Alterstraumatologie für die Zukunft gut aufzustellen“, sagt DGU-Generalsekretär Professor Dr. Reinhard Hoffmann im Vorfeld des Jahrestreffens – eine gemeinsame Veranstaltung vom TraumaRegister DGU®, der DGU-Sektion Notfall- und Intensivmedizin, Schwerverletztenversorgung (NIS) und dem TraumaNetzwerk DGU®.

72 Prozent der erfassten Schwerverletzten im TR-DGU waren Männer.
Dieser Wert ist international vergleichbar. Der Altersdurchschnitt betrug 51 Jahre und ist gegenüber den vorhergehenden Jahren erneut gestiegen. 26 Prozent waren älter als 70 Jahre – vor zehn Jahren war dieser Wert halb so hoch. Von dieser Personengruppe zogen sich 54 Prozent bei einem Sturz aus niedriger Höhe (höchstens 3 Meter, beispielsweise Treppensturz oder Stolpern) eine schwere Verletzung zu. Sonst war der Sturz aus niedriger Höhe in nur 26 Prozent der Fälle die Unfallursache. Knapp die Hälfte der Gesamtunfälle ereignete sich im Straßenverkehr. 66 Prozent der Patienten erlitten eine oder mehrere lebensgefährliche Verletzungen. Der Kopf und der Brustkorb waren die am häufigsten verletzten Körperregionen (jeweils 45 Prozent der Patienten).

  • In der Regel wurden die Patienten innerhalb von 62 Minuten nach dem Unfall im Schockraum einer Klinik versorgt.
  • Innerhalb von durchschnittlich 23 Minuten lag bereits ein Ganzkörper-CT vor – vor zehn Jahren dauerte das noch über eine halbe Stunde. 

„Die Daten aus dem TraumaRegister DGU® zeigen eindrücklich, dass es uns mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU® gelungen ist, die Diagnostikzeiten kontinuierlich zu minimieren“, sagt Professor Dr. Rolf Lefering, Leiter des Arbeitskreises TraumaRegister DGU®. Denn nach den Vorgaben aus dem Weißbuch Schwerverletztenversorgung muss sich das CT-Gerät in unmittelbarer Nähe zum Schockraum befinden. Dieses Kriterium erfüllt jedes zertifizierte Traumazentrum.

  • Bei zwei Dritteln der Patienten war nach ihrer Kreislaufstabilisierung eine sofortige Operation notwendig. 
  • Im Anschluss an die Erstversorgung folgten durchschnittlich mindestens drei Operationen. Die Schwerverletzten lagen circa sieben Tage auf der Intensivstation. Insgesamt betrug die Liegedauer im Krankenhaus knapp 16 Tage – das sind mehr als 2 Tage weniger als im letzten 10-Jahres-Durchschnitt. Bei 11,3 Prozent der Patienten waren die Verletzungen hingegen so schwer, dass sie im Krankenhaus verstarben.

„In den letzten Jahren sind viele Maßnahmen, die einen Überlebensvorteil verschaffen, direkt in die Versorgung eingeflossen. Die Erkenntnisse darüber gehen ganz wesentlich auf Studien aus dem TraumaRegister DGU® zurück. Das ist also ein äußerst wertvolles Instrument für unsere Arbeit“, sagt Professor Dr. Stefan Huber-Wagner, Unfallchirurg aus München und ebenfalls Leiter des Arbeitskreises TraumaRegister DGU®.

Die Zahlen aus dem TraumaRegister DGU® liefern zudem wichtige Erkenntnisse, um den zukünftigen Versorgungsbedarf optimal steuern zu können. Schon jetzt zeigt sich eine deutliche Zunahme des Anteils schwer verletzter Senioren: Mittlerweile ist jeder vierte Schwerverletzte über 70 Jahre alt; in den 1990er-Jahren war dies nur jeder Zwölfte. Aufgrund des demografischen Wandels erwartet die DGU einen stetigen Anstieg von Alterstrauma-Patienten bis zum Jahr 2050.

Die hochbetagten Sturz-Patienten weisen in der Regel zwei schwere Verletzungen auf:

  • Häufig erleiden sie einen Oberschenkelhalsbruch. Viele sind so ungünstig gefallen, dass beispielsweise eine schwere Kopf- oder Brustkorbverletzung hinzukommt. Aber auch der oft ohnehin gebrechliche Allgemeinzustand führt zusammen mit der Verletzung am Oberschenkel zu einer oftmals lebensbedrohlichen Situation. 

Um eine optimale unfallchirurgische Versorgung älterer Menschen zu ermöglichen, hat die DGU 2014 die Initiative AltersTraumaZentrum DGU® gegründet. Sie ergänzt die bereits seit 2006 bestehende Initiative TraumaNetzwerk DGU®, deren Ziel die flächendeckende leistungsstarke Versorgung Schwerverletzter ist – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr.

Hintergrund:
Das TraumaRegister DGU® (TR-DGU) wurde 1993 gegründet. Aufgrund seiner langen Laufzeit verfügt es über eine erhebliche Datenmenge: Über 200.000 Fälle aus über 600 Kliniken aus weltweit 11 Ländern sind im TR-DGU dokumentiert. Mit mehr als 30.000 Fällen pro Jahr ist es eines der weltweit größten klinischen Schwerverletztenregister. Das Register ermöglicht Wissenschaftlern zahlreiche Analysen: beispielsweise zu verschiedenen Verletzungsmustern, zu Unfallmechanismen, zu Versorgungsstrukturen, zur Fehlervermeidung, zur Erhöhung der Patientensicherheit sowie zu internationalen Vergleichen. Ergebnisse aus dem TR-DGU nahmen bereits vielfach wegweisenden Einfluss auf die Weiterentwicklung von Behandlungskonzepten. Jede Klinik, die an der Initiative TraumaNetzwerk DGU® teilnimmt, gibt ihre pseudonymisierten Patientendaten obligatorisch in das TR-DGU ein. Einmal jährlich erhalten die zertifizierten Traumazentren einen Jahresbericht, der die Daten der individuellen Klinik mit den Ergebnissen des TR-DGU vergleicht. Damit ist das TraumaRegister DGU® ein wichtiges Instrument einer systematischen Qualitätserfassung und -verbesserung.

Referenzen:
1) B. Bouillon, R. Lefering, T. Paffrath, J. Sturm, R. Hoffmann (Juni 2016) Versorgung Schwerverletzter in Deutschland – Einfluss des TraumaRegister DGU® Unfallchirurg 119:469-474
Zusendung der Publikation auf Anfrage möglich (Erlaubnis des Verlages liegt vor)

Weitere Informationen:

www.dgu-online.de


www.traumaregister-dgu.de


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Susanne Herda und Stefanie Becker
DGU/DGOU
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 – 340 60 36 -06 oder -20
Fax: +49 (0) 30 – 340 60 36 21
E-Mail: presse@dgou.de

 

Meninggokokken

Medizin am Abend Berlin  Fazit:  Meningokokken: Studie belegt gravierende regionale Unterschiede bei den Impfquoten der Klein

In Deutschland sind 80 Prozent der Kleinkinder gegen Meningokokken C geimpft, die
bakteriellen Erreger von Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. 


Eine neue Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas zeigt jedoch signifikante regionale Unterschiede der Impfquoten auf der Ebene der Landkreise. Schlusslicht ist Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern, wo laut der jüngsten Daten nur knapp 32 Prozent der Kleinkinder bis zum Ende des 2. Lebensjahres geimpft wurden. Spitzenreiter ist Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt mit einer Impfquote von 93 Prozent. 

Die Studie ist auf dem frei zugänglichen Portal www.versorgungsatlas.de veröffentlicht. 
 
Acht Jahre nach ihrer Aufnahme in den Empfehlungskatalog der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Jahr 2006 bescheinigen die Wissenschaftler des Versorgungsatlas der Impfung gegen Meningokokken generell eine gute Akzeptanz. Im zweiten Lebensjahr sind 80,2 Prozent der Kinder geimpft. „Dies ist sehr erfreulich, da eine Infektion mit Meningokokken C trotz moderner Therapien bei knapp neun Prozent der Patienten auch heute noch tödlich endet“, erklärt Dr. Jörg Bätzing-Feigenbaum, der Leiter des Versorgungsatlas. Gefährdet sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder sowie junge Erwachsene.

Die Studie der Forscher vom Versorgungsatlas, bei der ärztliche Abrechnungsdaten der Jahre 2009 bis 2014 ausgewertet wurden, belegt jedoch regionale Unterschiede. Auf der Ebene der Bundesländer schwankten die Impfquoten des Geburtsjahrgangs 2009 zwischen knapp 70 Prozent in Bayern und 82 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Untersuchung des Jahrgangs 2013 war dieser Abstand geschrumpft. In Bayern lag die Quote bei rund 75 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um zehn Prozentpunkte darüber. Deutlich geringer sind inzwischen auch die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern. Hier bestehe eine Tendenz zur Angleichung, schreiben die Experten.

Deutliche Unterschiede auf Kreisebene.

Auf der Ebene der Landkreise variieren die Impfquoten hingegen weiterhin deutlich. Die Impfquoten des Jahrgangs 2009 lagen im Kreis Dessau- Roßlau (Sachsen-Anhalt) bei knapp 95 Prozent, gefolgt von Peine in Niedersachen mit knapp 93 Prozent und Zweibrücken in Rheinland-Pfalz mit 91 Prozent. Am anderen Ende der Quoten-Skala drängelten sich die bayerischen Landkreise Rosenheim mit 39 Prozent, Miesbach mit 37 Prozent und dem bundesweiten Schlusslicht Bad Tölz-Wolfratshausen mit 22 Prozent. Bei der Untersuchung des Geburtsjahrgangs 2013 waren die Quoten in diesen Landkreisen zwar gestiegen – auf 32 Prozent in Bad Tölz-Wolfratshausen, 50 Prozent in Rosenheim und sogar 55 Prozent in Miesbach. Doch bei einer Differenz von über 60 Prozentpunkten bleibt der Abstand zu den Spitzenreitern jenseits der Mainlinie erheblich und macht den Freistaat zum Schlusslicht auf Länderebene. Daran können auch respektable Werte um oder sogar über 90 Prozent in nordbayerischen Landkreisen oder Städten wie Wunsiedel, Schweinfurt und Erlangen wenig ändern.

Insgesamt ein positiver Trend.

Dennoch betonen die Wissenschaftler, dass insgesamt ein positiver Trend zu beobachten sei: Im Beobachtungszeitraum zwischen 2009 und 2014 sank die Zahl der Landkreise mit Impfquoten unter 70 Prozent von 83 auf 51, während die Zahl der Landkreise mit Quoten über 80 Prozent von 161 auf 241 stieg.

Suche nach den Ursachen.

Welche Faktoren für die regionalen Unterschiede verantwortlich sind, können die Wissenschaftler aus ihren Daten nicht ableiten. Wahrscheinlich spielt eine Vielzahl von Einflussgrößen eine Rolle – angefangen von gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen über besondere historische und regionale Entwicklungen bis hin zur Skepsis gegen Impfungen oder deren genereller Ablehnung. Umfragen zufolge sind 35 Prozent der Eltern Impfskeptiker und etwa ein Prozent der Eltern lassen ihre Kinder grundsätzlich nicht impfen. Auch wenn Eltern ihre Kinder bei Heilpraktikern oder mit homöopathischen Medikamenten behandeln lassen, besteht gleichzeitig eine geringere Impfbereitschaft. In Bayern lehnten bei einer Untersuchung sogar 1,8 Prozent der Eltern Impfungen generell ab, mit einem Schwerpunkt in Südbayern – dort, wo auch in der vorliegenden Studie die Forscher des Versorgungsatlas die geringsten Impfquoten gefunden hatten.

DIE STUDIE.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bei ihrer Studie die pseudonymisierten Abrechnungsdaten aus Arztpraxen der Jahre 2009 bis 2014 ausgewertet. Eingeschlossen in die Studienpopulation wurden alle Kinder, die in den Jahren 2009 bis 2013 geboren wurden und eine U6-Früherkennungsuntersuchung erhielten. Diese Untersuchung erfolgt regelhaft zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat. Aufgrund der hohen Beteiligung von über 96 Prozent umfasst diese Untersuchung fast alle gesetzlich krankenversicherten Kleinkinder.
Lamego Greiner M, Goffrier B, Schulz Mandy, Schulz Maike, Bätzing-Feigenbaum J.
Grundimmunisierung gegen Meningokokken C - Analyse zur Umsetzung der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission im Zeitraum 2009 - 2014.
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).
Versorgungsatlas-Bericht Nr. 16/05. Berlin 2016
DOI: 10.20364/VA-16.05
http://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&a...

DIE ERREGER: MENINGOKOKKEN. Das Bakterium Neisseria medingitidis kann schwere Infektionen bis hin zu Todesfällen verursachen. Gefährdet sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder im ersten Lebensjahr, sowie junge Erwachsene. Die Erreger verursachen meistens eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Sterblichkeitsrate liegt bei neun Prozent. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt darum eine Grundimmunisierung für Säuglinge und Kleinkinder zum frühestmöglichen Zeitpunkt im zweiten Lebensjahr.

DER VERSORGUNGSATLAS. www.versorgungsatlas.de ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe. Die Analysen sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. Die Studien der Wissenschaftler des Versorgungsatlas basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland. Zuschriften von Nutzern zu den Beiträgen sind ausdrücklich erwünscht. Die Internet-Plattform steht auch anderen Forschergruppen zur Verfügung, die vorzugsweise regionalisierte Untersuchungsergebnisse nach einem Peer-Review veröffentlichen wollen

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360° TOP-Thema: Rettungstelle - KANZEL: Methadon in Gefängnissen/Justizvollzugsanstalten

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Statement von Prof. Dr. Heino Stöver: Für Methadon in Gefängnissen, verwehren ist unmenschlich

Häftling gewinnt vor Gericht: Deutschland vom Menschenrechtsgerichtshof verurteilt/Prof. Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt UAS nimmt Stellung zum Urteil

In Deutschland befinden sich etwa 77.000 Menschen in der Substitution: 

Die Drogenersatztherapie ist die Standardtherapie bei bestehender Opiatabhängigkeit und erlaubt den Patienten ein normales Funktionieren im Alltag. 

Wenn eine Haftstrafe vollzogen wird, soll nach den Richtlinien der Bundesärztekammer die Fortführung der Behandlung im Vollzug sichergestellt werden. 

  • Dies ist aber nicht in allen Justizvollzugsanstalten in Deutschland gewährleistet, manchmal in ganzen Regionen nicht. 

 Prof. Dr. Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt UAS.
Prof. Dr. Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt UAS.
Bildquelle: Frankfurt UAS
 
In Bayern wurde Gefangenen nur in ganz seltenen Fällen die Substitution gewährt (bei 45 von ca. 3.000 Gefangenen, die theoretisch dafür in Frage kämen), grundsätzlich stand man der Behandlungsform dort kritisch und ablehnend gegenüber. 

2012 beschritten zwei Gefangene der JVA Kaisheim unabhängig voneinander den Klageweg, beide wurden vor Haftantritt seit vielen Jahren substituiert, sie erfüllten alle Voraussetzungen der Behandlung und sie waren zudem in einer äußerst schwierigen gesundheitlichen Situation. Sie scheiterten vor dem Landgericht Augsburg und dem Oberlandesgericht in München.

  • Der Klageweg in medizinischen Fragen ist für Gefangene ein schwieriges Unterfangen, sie verbleiben in der JVA und ein Arztwechsel ist – aufgrund fehlender freier Arztwahl – nicht möglich. 

Trotz aller Konflikte und Herausforderungen zog einer der beiden Gefangenen der JVA Kaisheim vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).

Am 01.09.2016 wurde die Entscheidung verkündet.

  • Das Vorgehen in Bayern stellt eine Verletzung von Artikel 3 (Verbot der Folter) der Europäischen Menschenrechtskonvention dar. Der Artikel 3 besagt, dass niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden darf. 

Das Gericht hat sich nicht abschließend zur Frage geäußert, ob die Substitution zwingend erforderlich gewesen wäre.

  • Aber allein die Unterlassung der zuständigen Behörden, die Notwendigkeit einer Substitution hinreichend zu prüfen, sei rechtswidrig. Die JVA hätte unabhängige Fachleute hinzuziehen müssen. Die Richter hoben auch den Grundsatz hervor, dass Gefangenen eine gleichwertige medizinische Behandlung wie Menschen in Freiheit zusteht.

Nach wie vor leiden viele Häftlinge des bayerischen Vollzugs unter der fehlenden Substitutionsbehandlung. 

Im Juli 2016 sind über 40 Gefangene der JVA Würzburg in den Hungerstreik getreten, um sich für die Substitution in der JVA einzusetzen. Der Vollzug kam ihren Forderungen nicht nach, der Hungerstreik wurde nach ca. 12 Tagen beendet. Eine Unterstützung der Gefangenen, um deren Forderungen durchzusetzen, wäre daher dringend geboten.

Das Urteil ist ein Meilenstein und wegweisend. Es wird JVAs stärker in die Pflicht nehmen, über Substitutionsbehandlungen aufzuklären und sie, wenn angezeigt, auch anzubieten. Das wird den Umgang mit den vielen Opiatabhängigen im Justizvollzug versachlichen und mehr Menschen diese Behandlungsform ermöglichen.

Die Rechtsprechung:
http://hudoc.echr.coe.int/eng#{%22documentcollectionid2%22:[%22JUDGMENTS%22,%22D...


Wie kann die HIV-Ansteckungsrate in Gefängnissen reduziert werden? – Forschungsteilprojekt der Frankfurt UAS untersucht Ansätze zur Schadensminimierung bei Häftlingen

Infektionskrankheiten sind unter Gefangenen überrepräsentativ häufig verbreitet.

Gefängnisse gelten als Katalysatoren für die Übertragung von HIV/AIDS und Hepatitis C. 

Oft geht dieses Problem mit der Drogenabhängigkeit der Häftlinge einher. Deshalb untersucht Prof. Dr. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), mit seinem Team Harm-Reduction-Ansätze in Gefängnissen.

Das Forschungsteilprojekt „Harm reduction and continuity of care in prisons“ des ISFF ist eines von acht Arbeitspaketen des Projekts „The Joint Action on HIV and Co-infection Prevention and Harm Reduction (HA-REACT)“ der Europäischen Union.

Das Forschungsprojekt will u.a. auch dafür sorgen, dass die Substitutionsbehandlung in Haftanstalten ihre angemessene Bedeutung erhält.

Mehr zum Projekt HA-REACT auf http://www.hareact.eu/en

Zur Person Stöver:
Prof. Dr. Heino Stöver ist Dipl.-Sozialwissenschaftler und seit 2009 Professor der Frankfurt UAS am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist die sozialwissenschaftliche Suchtforschung. Er ist geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt UAS. Zurzeit leitet er das Forschungsprojekt „Der Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen (eDe) unter Jugendlichen“, das neben der Analyse des Konsums auch praktische Vorschläge für einen verbraucherschutzorientierten Umgang mit elektronischen Dampferzeugnissen entwickelt. Er hat den Master-Studiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe“ der Frankfurt UAS mitinitiiert.



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Frankfurt University of Applied Sciences
Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit
Prof. Dr. Heino Stöver
Telefon: 069/1533-2823
E-Mail: hstoever@fb4.fra-uas.de
Sarah Blaß   Frankfurt University of Applied Sciences



Weitere Informationen zum Institut für Suchtforschung unter: http://www.frankfurt-university.de/isff

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Der Froschkönig-Kuss: Funktion von Blutgefäßen bei Herzinfarkt oder Schlaganfall

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Adern helfen sich selbst

Neue Funktion von Blutgefäßen entdeckt: Sie steuern die Entwicklung von Zellen, die sie beschützen / MHH-Wissenschaftler veröffentlichen in Nature Communications 
 Professor Dr. Florian Limbourg (l.) und Dr. Jaba Gamrekelashvili.
 Professor Dr. Florian Limbourg (l.) und Dr. Jaba Gamrekelashvili. Quelle „MHH/Kaiser“.
 
Bestimmte Zellen des Immunsystems bewegen sich wie ein automatischer Staubsauger auf der Innenseite von Blutgefäßen und suchen sie nach Verletzungen ab.

  • Treffen sie auf geschädigte Zellen, werden diese abgebaut, damit neue nachwachsen können. 

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, dass die Blutgefäße selbst für die Entstehung dieser sogenannten patrollierenden Monozyten sorgen und dass sie aus herkömmlichen Monozyten (den Vorläufern der Fresszellen) entstehen – und zwar im Knochenmark und in der Milz.

Das Team um Professor Dr. Florian Limbourg aus der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications. Erstautor ist Dr. Jaba Gamrekelashvili.

Den Forschern gelang es auch, die spezialisierten Monozyten künstlich herzustellen. Sie hoffen, dass ihr Können in künftige Therapien mündet:

  • „Bei Schäden der Blutgefäße, die zum Beispiel zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können, wäre es wahrscheinlich gut, für mehr patrollierende Monozyten in den Blutgefäßen zu sorgen.

Im Gegensatz dazu wäre es bei Autoimmunerkrankungen, bei denen zu viele Zellen abgebaut werden, sinnvoll, die Entstehung dieser spezialisierten Monozyten zu blockieren“, sagt Professor Limbourg.

Die Forscher haben entdeckt, dass die spezialisierten Monozyten durch eine Art Froschkönig-Kuss entstehen:

  • Der direkte Kontakt zwischen einer „verletzten“ Blutgefäßwandzelle und einem herkömmlichen Monozyt führt zur Verwandlung in einen patrollierenden Monozyt. 
Als „Lippen“ fungieren dabei der so genannte Ligand DLL1 auf der Blutgefäßwandzelle und der Rezeptor Notch2 auf dem Monozyten.

Die Originalpublikation finden Sie im Internet unter http://www.nature.com/articles/ncomms12597.

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Professor Dr. Florian Limbourg
Telefon (0511) 532-9589
limbourg.florian@mh-hannover.de
Stefan Zorn Medizinische Hochschule Hannover


Den Blutdruck direkt am Herzen messen....Pulmonalarteriendrucks („PA-Druck“)

Medizin am Abend Berlin Fazit:  Mikrosensor hilft herzkranken Menschen

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wird ein neuartiges Implantat eingesetzt, das direkt am Herzen den Blutdruck misst und drahtlos überträgt. Es ermöglicht den Ärzten eine bessere Überwachung von Patienten mit schwerer Herzschwäche. 
 Patient Mike Bartsch und DHZB-Kardiologe Dr. Felix Schönrath
Patient Mike Bartsch und DHZB-Kardiologe Dr. Felix Schönrath DHZB
 
Bereits mit 30 hatte Mike Bartsch aus Brandenburg zwei Herzinfarkte. Er hat überlebt und konnte zunächst wieder arbeiten. Doch sein Herz blieb krank. Mike Bartsch musste schließlich frühzeitig in Rente gehen, seine Herzklappen mussten operiert werden, er brauchte einen Schrittmacher und Defibrillator.

Der heute 49jährige ist einer von über 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland an einer Herzinsuffizienz leiden, deren Herz also kaum noch in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Eine Herzinsuffizienz kann sich auch kurzfristig rapide verschlechtern und damit akut lebensbedrohlich werden. Sie gilt als dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

  • Deshalb müssen Herzinsuffizienz-Patienten wie Mike Bartsch möglichst engmaschig überwacht werden.
  • Ein sehr wichtiger Faktor dabei ist der sogenannte Pulmonalarteriendrucks („PA-Druck“), der bisher allerdings nur per Herzkatheter in der Klinik gemessen werden konnte. 
Das hat sich jetzt geändert: Am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) können die Ärzte Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz nun eine winzige Messsonde in die Pulmonalarterie implantieren. 

Dieser Eingriff erfolgt minimalinvasiv und risikoarm, schon am nächsten Tag werden die Patienten in der Regel wieder nach Hause entlassen.

Mit einem speziellen Auslesegerät außerhalb des Körpers kann der Patient nun jeden Tag seinen PA-Druck messen und ihn online auf eine gesicherte Website übertragen. 

Die Ärzte am DHZB verfügen damit über eine kontinuierliche Diagnosemöglichkeit, ohne dass der Patient in die Klinik kommen muss. Das „CardioMEMS“ System aus den USA ist das erste und bislang einzige Gerät dieser Art.

„Häufig ist das erste spürbare Symptom für eine Verschlechterung der Herzleistung eine Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Körper, weil das Blut sich in den Gefäßen staut“, erläutert Kardiologe Dr. Felix Schönrath, Oberarzt am DHZB: 

„Mit der neuen Überwachungstechnik können wir frühzeitig und schonend mit Medikamenten eingreifen, noch bevor es zu solchen belastenden Komplikationen kommt.“

„CardioMEMS“ soll dabei nicht nur zur Lebensqualität von Herzinsuffizienz-Patienten beitragen, sondern auch Kosten sparen helfen: Klinische Studiendaten belegen bereits, dass das System teure stationäre Klinikaufenthalte infolge von Herzinsuffizienz um bis zu 37 Prozent reduziert.



Der CardioMEMS HF-Sensor
Der CardioMEMS HF-Sensor St. Jude Medical

Mike Bartsch aus Brandenburg trägt nun als einer der ersten Patienten des DHZB das winzige Messgerät in seiner Brust. Die Implantation verlief ohne Komplikationen. 

Der Mikrosensor kommt ohne Batterien aus und soll ein Leben lang halten.

Mike Bartsch weiß zwar, dass das neuartige System ihn nicht wieder gesund macht. Aber: „Dass die Experten am DHZB mein Herz nun immer im Blick haben, ohne dass ich dabei in die Klinik muss - das ist schon eine ebenso angenehme wie beruhigende Vorstellung.“

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Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Deutschland
Berlin

E-Mail-Adresse: nickolaus@dhzb.de

Christian Maier Deutsches Herzzentrum Berlin

Telefon: 493045931211
Fax: 493045932100
E-Mail-Adresse: cmaier@dhzb.de


Unser Brainstormingtage des Team Medizin am Abend Berlin


Sehr verehrte Medizin am Abend Berlin Beteiligte,

gemeinsam gehen wir wieder auch im Jahr 2016 in unsere aktive BRAINSTORMING Tage.

Diesmal haben wir uns hierzu die Insel Hiddensee, die Insel Rügen sowie die Halbinsel Darß/Zingst
ausgesucht.

Bis incl. Montag, den 03. Oktober 2016 werden wir diese Zeit sehr aktiv nutzen,  uns für die kommenden
Aufgaben im Herbst und Winter 2016 vorzubereiten.

Es werden 360° TOP-Hinweis Bilder für Sie folgen.....

Beste Grüße Medizin am Abend Berlin  www.medizin-am-abend.blogspot.com