Medizin am Abend Berlin - MaAB-Fazit: Studie: Wie Biorhythmus und Fettleber zusammenhängen
Unsere innere Uhr steuert uns durch Tag und Nacht und hat weitreichende Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel.
Wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät, kann das gesundheitliche Folgen haben.
Ob und wie Störungen des Biorhythmus die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber begünstigen, soll eine Studie erhellen, die Prof. Dr. Mustafa Özcürümez von der Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum gemeinsam mit der dortigen Augenklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Burkhard Dick startet.
Mustafa Özcürümez mit einer Probandin, die ein Lichtdosimeter trägt. © Knappschaftskrankenhaus Bochum
Für die Studie werden Teilnehmende gesucht, die unter anderem bereit sind, ein an der Hochschule Luzern unter der Leitung von Prof. Dr. Björn Schrader eigens entwickeltes Licht-Dosimeter zu tragen, das Aufschluss über die Auswirkung nicht sichtbaren Lichts gibt.
Als
weiterer Kooperationspartner konnte Prof. Dr. Achim Kramer als
ausgewiesener Experte im Bereich der Chronobiologie als
Kooperationspartner gewonnen werden.
Alle Informationen zur Studienteilnahme gibt es online:
https://redcap.kk-service.de/surveys/?s=LAEJCMJDDK7J87TM
Schlafstörungen und Müdigkeit
Unsere innere Uhr wird durch viele Faktoren gestellt:
Zum einen ist es genetisch bedingt, ob wir eher Frühaufsteher oder Nachtmenschen sind, zum anderen tragen aber auch die Zeiten, zu denen wir essen, schlafen oder Licht ausgesetzt sind, dazu bei. Letzteres muss nicht unbedingt sichtbares Licht sein:
- Bestimmte Fotorezeptoren im Auge vermitteln direkt und indirekt Signale nicht sichtbaren Lichts an unsere zentrale innere Uhr und die organspezifische Rhythmik.
Dieses komplexe
Zusammenspiel ist anfällig für Störungen, die weitreichende Folgen haben
können.
„Das Spektrum an Störungen des Biorhythmus ist sehr breit“, betont
Mustafa Özcürümez. „Und was es nicht einfacher macht, ist, dass
Müdigkeit und Schlafprobleme oftmals als normal und Privatsache
angesehen werden.“
Hinzu komme, dass Lichtverschmutzung, Schichtarbeit, abendliches blaues Licht durch Handy im Bett oder spätes Arbeiten am PC und der sogenannte Social Jetlag, bei dem man am Wochenende zu lange aufbleibt, nicht unbedingt zu Schlafstörungen führen müssen.
Dennoch beeinflussen diese Faktoren den Biorhythmus und führen zu einer ungünstigen Stoffwechsellage, die in einer Fettleber münden kann.
„Die Fettlebererkrankung ist ein multifaktorielles Geschehen, das sich über Jahre bis Jahrzehnte hinweg entwickelt“, erklärt Mustafa Özürümez. Ziel der startenden Studie ist es, alle Faktoren, die dazu beitragen, so breit wie möglich zu erfassen.
Großes Instrumentarium
Dazu haben die Beteiligten ein Instrumentarium entwickelt, das neben dem Licht-Dosimeter Fragebögen, genetische Untersuchungen, Blut- und Speicheluntersuchungen bis hin zu Metabolom-Analysen umfasst.
Das Studienteam sucht für das Projekt sowohl Teilnehmende, die an einer nicht-alkoholischen Fettleber leiden, als auch gesunde Kontrollpersonen, die allerdings keine Schichtarbeit verrichten dürfen.
„Wer teilnimmt, erfährt eine ganze Menge über sich selbst“, sagt Mustafa Özcürümez.
Neben einer Aufwandsentschädigung sollen die Probandinnen und Probanden
auch einen ausführlichen Bericht über ihren Chronotyp und viele andere
Ergebnisse der Untersuchungen erhalten.
„Sollte sich ein Einfluss des Chronotyps auf die Entwicklung einer
Fettlebererkrankung bestätigen, könnte man Ansätze zur Prävention
ableiten“, sagt Mustafa Özcürümez.
- Außerdem gibt es therapeutische Ansätze wie Lichttherapie, Brillen mit Blaulichtfilter, die Einnahme von Melatonin und verhaltenstherapeutische Maßnahmen, die den Schlaf verbessern.
Wie Biorhythmus und Fettleber zusammenhängen
Prof. Dr. Mustafa Özçürümez
Medizinische Klinik
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH
Ruhr-Universität Bochum
Tel. +49 234 299 83475
E-Mail: mustafa.porsch-oezcueruemez@ruhr-uni-bochum.de
Meike Drießen Ruhr-Universität Bochum
Universitätsstr. 150
44780 Bochum
Postfach 10 21 48
44780 Bochum
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
E-Mail-Adresse: info@ruhr-uni-bochum.de
Meike DrießenTelefon: +49 234 32 26952
E-Mail-Adresse: meike.driessen@rub.de
Weitere Informationen für international Medizin am Abend Berlin Beteiligte
http://Infos zur Studie: https://redcap.kk-service.de/surveys/?s=LAEJCMJDDK7J87TM
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