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Rhematologie: (SLE) Systemischem Lupus erythematodes

Medizin am Abend Berlin Fazit: Neue Kriterien verbessern Erkennung von systemischem Lupus erythematodes

Rheumatologen der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden haben mit einer weltweiten Expertengruppe neue Klassifikationskriterien für den systemischen Lupus erythematodes (SLE) erarbeitet. Sie wurden am 13. Juni beim Jahreskongress der European League Against Rheumatism in Amsterdam erstmals der wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentiert. 

Die Kriterien erlauben es, SLE-Patienten mit bisher nicht möglicher Genauigkeit zu identifizieren. 

Damit tragen sie dazu bei, diese viele Organe gefährdende Autoimmunerkrankung besser als bisher zu erforschen. 

Zudem erleichtern die neuen Klassifikationskriterien Ärzten und Medizinstudierenden die SLE-Diagnose. 

Prof. Dr. med. Martin Aringer, Leiter des Bereichs Rheumatologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Uniklinikums Dresden.
Prof. Dr. med. Martin Aringer, Leiter des Bereichs Rheumatologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Uniklinikums Dresden. Foto: Uniklinkum Dresden
 
Prof. Martin Aringer, Leiter des Bereich Rheumatologie der Medizinischen Klinik III hat gemeinsam mit Prof. Sindhu Johnson vom Institute of Health Policy, Management and Evaluation der Universität von Toronto eine transatlantische Arbeitsgruppe geleitet, um die Klassifikation systemischen Lupus erythematodes zu verbessern. Zwei Arbeiten seines Mitarbeiters Dr. Nicolai Leuchten haben entscheidend zur Startphase des Projekts beigetragen.

„Der SLE betrifft in Deutschland etwa eine von tausend Frauen und einen von zehntausend Männern“ erklärt Prof. Aringer. „Dabei macht das Abwehrsystem fehlerhaft Antikörper gegen körpereigene Bestandteile, was zu Entzündungen überall im Körper führen kann und das Erkennen der Erkrankung oft schwierig macht.“ Doch nur wenn der systemische Lupus erythematodes sicher erkannt wird, können klinische Prüfungen neuer Medikamente bei dieser seltenen, aber mitunter lebensbedrohlichen Erkrankung erfolgreich sein. Und dafür werden Klassifikationskriterien verwendet.

Die bisherigen Klassifikationskriterien für den SLE seien zwar grundsätzlich gut, hätten aber entweder in der Empfindlichkeit (Sensitivität) oder in der Genauigkeit (Spezifität) Schwächen, berichten die Forscher. Die neuen von dem deutsch-kanadischen Team entwickelten Kriterien haben drei Punkte geändert.

  • Zunächst wird ein Autoantikörpertest, ANA (Anti-nukleäre Antikörper), als Eingangskriterium verwendet. 
  • Fast alle SLE-Patienten haben positive ANA – allerdings auch viele Menschen ohne die Erkrankung, sodass die ANA wie ein weit offenes Eingangstor wirken. 
„Wir konnten mit mehr als 13.000 Patienten aus der Literatur zeigen, dass fast alle SLE-Patienten positive ANA haben“, so Dr. Nicolai Leuchten.

Ausgewählte SLE-typische Probleme und Befunde wurden in der Folge gewichtet.
  • Eine mittels Nierenbiopsie gesicherte Nierenentzündung ist zum Beispiel ein viel stärkeres Argument für einen SLE als ein nicht erklärtes Fieber. 

Kriterien dürfen zudem nur gezählt werden, wenn es dafür keine bessere Erklärung gibt als den SLE.


Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die neuen Kriterien sowohl in der Empfindlichkeit als auch in der Genauigkeit so gut sind wie die im jeweiligen Gebiet bisher besten Kriterien.

Sie kombinieren sozusagen das Beste aus beiden Welten und können SLE-Patienten mit bisher nicht möglicher Genauigkeit identifizieren. Aringer: „Wir hoffen, dass die hohe Genauigkeit der neuen Kriterien die weitere Erforschung des SLE erleichtern wird – und dass die neue Struktur, Medizinstudenten und Ärzten helfen wird, im richtigen Moment an den SLE zu denken.“

Vorangegangene Publikation
Toward new criteria for systemic lupus erythematosus-a standpoint, DOI: 10.1177/0961203316644338; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27252256

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E-Mail: martin.aringer@uniklinikum-dresden.de

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